31/05/2023
Fühlen Sie auch, dass das Gebet ein zentrales Thema im Leben Jesu war und somit auch für uns als seine Nachfolger von immenser Bedeutung ist? Doch manchmal kann es sich schwer und zäh anfühlen, den Zugang dazu zu finden oder es in den Alltag zu integrieren. Diese Erfahrung teilen viele Menschen auf ihrem geistlichen Weg. Die Suche nach einer lebendigen und unterstützenden Gemeinschaft, in der Gebet und Glaube neu entdeckt werden können, führt oft zu den Freien evangelischen Gemeinden (FeG). Sie bieten einen Raum, in dem solche Fragen nicht nur zugelassen, sondern aktiv bearbeitet und vertieft werden. Derzeit beleuchten viele Gemeinden in Predigtreihen das bekannteste aller Gebete, das Jesus seine Jüngern lehrte – das Vaterunser. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie in den FeG-Gemeinschaften praktische Glaubensvertiefung gelebt wird. Doch was genau sind diese Gemeinden, wo finden sie statt und welche Überzeugungen prägen sie?
- Was sind Freie evangelische Gemeinden (FeG)?
- Die Glaubensgrundlagen der Freien evangelischen Kirche
- Sind Freikirchen gefährlich oder Sekten? Eine kritische Betrachtung
- Wachstum und Relevanz der Freien evangelischen Gemeinden
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Freien evangelischen Gemeinden
- Fazit: Eine Einladung zur Neuentdeckung
Was sind Freie evangelische Gemeinden (FeG)?
Die Freien evangelischen Gemeinden bilden einen bedeutenden Teil der evangelischen Freikirchenlandschaft in Deutschland. Sie sind nicht etwa eine einzelne, zentrale „Freie Evangeliums-Versammlung“, sondern ein Zusammenschluss von selbstständigen Ortsgemeinden. Jede dieser Gemeinden ist autonom in ihrer Gestaltung des Gemeindelebens, ihrer Gottesdienste und ihrer Angebote. Gleichzeitig sind sie über den Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland (Bund FeG) miteinander verbunden. Dieser Bund versteht sich als eine „geistliche Lebens- und Dienstgemeinschaft“, die ihre Mitglieder unterstützt, vernetzt und gemeinsame Anliegen vertritt.

Der Bund FeG ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat seinen Sitz in Witten im Ennepe-Ruhr-Kreis. Dies bedeutet, dass er rechtlich anerkannt ist und ähnliche Rechte und Pflichten wie die großen Landeskirchen besitzt, beispielsweise das Recht, eigene Steuern zu erheben (was die FeG in der Regel nicht tut, da sie sich durch freiwillige Spenden finanziert) oder Körperschaftssteuerbefreiungen zu genießen. Die Autonomie der einzelnen Gemeinden im Rahmen des Bundes ist ein prägendes Merkmal, das ihnen eine hohe Flexibilität ermöglicht, auf die spezifischen Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort einzugehen.
Wo finden die „Versammlungen“ der FeG statt?
Die „Freie Evangeliums-Versammlung“ ist keine feste Institution an einem zentralen Ort, sondern ein Oberbegriff für die Gottesdienste und Treffen der zahlreichen lokalen Freien evangelischen Gemeinden. Diese finden in der Regel in eigenen Gemeindehäusern statt, die oft auch Räumlichkeiten für Kinder- und Jugendarbeit, Kleingruppen und soziale Projekte bieten. Eine FeG-Gemeinde ist in der Regel fest in ihrer jeweiligen Stadt oder Region verwurzelt und bietet dort wöchentliche Gottesdienste sowie vielfältige weitere Angebote an. Um eine FeG-Gemeinde in Ihrer Nähe zu finden, empfiehlt es sich, die offizielle Webseite des Bundes FeG zu konsultieren, die ein Verzeichnis der angeschlossenen Gemeinden bereitstellt, oder eine einfache Online-Suche mit dem Begriff „Freie evangelische Gemeinde [Ihr Ort]“ durchzuführen.
Die Glaubensgrundlagen der Freien evangelischen Kirche
Die Freien evangelischen Gemeinden zeichnen sich durch ein klares Bekenntnis zur Bibel aus. Sie betrachten die Bibel als das authentische Zeugnis des Redens und Handelns Gottes in der Geschichte. Für FeG-Mitglieder ist Gottes Wort nicht nur eine Sammlung alter Schriften, sondern die Grundlage und der zentrale Orientierungspunkt für alles Reden und Handeln – sei es im persönlichen Leben, innerhalb der Gemeinde oder in der Gesellschaft. Dieser biblische Fokus bedeutet, dass Predigten oft tiefgründig und auslegungsorientiert sind, um die zeitlosen Wahrheiten der Schrift für den Alltag relevant zu machen.
Ein weiteres Kernelement des Glaubens ist die persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Der Glaube wird nicht als bloße Tradition oder Mitgliedschaft verstanden, sondern als eine lebendige, persönliche Entscheidung. Dies spiegelt sich auch in der Betonung der Taufe von Gläubigen wider, bei der Menschen, die ihren persönlichen Glauben bewusst bekennen, getauft werden – im Gegensatz zur Kindertaufe, wie sie in den Landeskirchen üblich ist. Die FeG betonen zudem die Bedeutung des Heiligen Geistes für ein erfülltes christliches Leben, für die Befähigung zu Dienst und Zeugnis.
Die „Neuentdeckung des Gebets“, wie sie im Eingangstext erwähnt wird, ist ein typisches Anliegen vieler FeG-Gemeinden. Sie ermutigen ihre Mitglieder, Gebet nicht nur als ritualisierte Handlung zu sehen, sondern als eine dynamische Konversation mit Gott. Predigtreihen über das Vaterunser sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie biblische Lehren praktisch angewandt werden, um das Gebetsleben zu vertiefen und zu beleben. Es geht darum, Gebet als eine Quelle der Kraft, der Orientierung und der Gemeinschaft mit Gott zu erfahren, die das Leben transformiert.
Sind Freikirchen gefährlich oder Sekten? Eine kritische Betrachtung
Die Frage, ob Freikirchen gefährlich sind oder gar als Sekten einzustufen sind, taucht immer wieder auf und ist ein wichtiges Anliegen, das ernst genommen werden muss. Es ist entscheidend, hier differenziert zu betrachten und nicht alle Freikirchen über einen Kamm zu scheren. Die Freien evangelischen Gemeinden sind, wie bereits erwähnt, eine anerkannte evangelische Freikirche und keine Sekte im negativen Sinne.

Der Begriff „Sekte“ ist oft negativ konnotiert und wird verwendet, um Gemeinschaften zu bezeichnen, die Merkmale wie totalitäre Kontrolle über das Leben ihrer Mitglieder, Abkapselung von der Gesellschaft, psychische Abhängigkeit, finanzielle Ausbeutung oder autoritäre Führung aufweisen. Solche Merkmale sind für die Freien evangelischen Gemeinden untypisch.
Die Bedenken, die manchmal geäußert werden, beziehen sich oft auf die starke Autonomie der Ortsgemeinden innerhalb der Freikirchen. Es wird argumentiert, dass diese Autonomie die Gefahr bergen kann, dass sich sektenähnliche Strukturen entwickeln, wenn eine Gemeinde isoliert agiert und eine ungesunde Führungspersönlichkeit dominieren könnte. In der Tat kann in jeder Gemeinschaft, unabhängig von ihrer Größe oder Zugehörigkeit, wo übergeordnete Kontrollmechanismen schwach sind, das Potenzial für negative Einflüsse wie Druck, Überwachung oder autoritäre Verhältnisse bestehen. Dies ist jedoch ein allgemeines Risiko, das nicht spezifisch für Freikirchen ist, sondern für jede Gruppe, die sich von externer Kontrolle abkapselt.
Der Bund FeG wirkt dieser Gefahr entgegen, indem er einen Rahmen für theologische Ausbildung, ethische Standards und gegenseitige Rechenschaftspflicht bietet. Obwohl die Ortsgemeinden autonom sind, sind sie Teil eines größeren Netzwerks, das auf gemeinsamen Werten und einem biblischen Verständnis von Gemeinde beruht. Die FeG legen Wert auf Transparenz und eine gesunde Gemeindekultur, in der Freiheit im Glauben und persönliche Verantwortung gefördert werden.
Freikirche vs. Sekte: Ein Vergleich
Um die Unterscheidung klarer zu machen, hier eine vergleichende Tabelle basierend auf den typischen Merkmalen:
| Merkmal | Freie evangelische Gemeinde (FeG) | Typische Merkmale einer Sekte |
|---|---|---|
| Struktur | Zusammenschluss autonomer Ortsgemeinden; Teil eines Bundes mit gemeinsamen Werten und Standards. | Oft hierarchisch, autoritär, mit einer zentralen Führungsperson oder -gruppe. |
| Glaube | Bibel als Grundlage; Betonung der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus; Vielfalt in Auslegung innerhalb des biblischen Rahmens. | Exklusive Wahrheit; oft zusätzliche Schriften oder Offenbarungen; charismatische Führung, die als einzige Wahrheitsträgerin gilt. |
| Mitgliederzahl | Im Vergleich zu Volkskirchen geringere Mitgliederzahl (Minderheitskirche). | Kann klein sein; oft starkes Wachstum durch aggressive Missionierung; Isolation von ehemaligen Mitgliedern. |
| Finanzierung | Freiwillige Spenden der Mitglieder. | Oft hohe finanzielle Forderungen; Kontrolle über das Vermögen der Mitglieder. |
| Soziale Integration | Offen für die Gesellschaft; Förderung von Engagement in Beruf und Familie. | Isolation von Familie und Freunden außerhalb der Gruppe; oft starker Druck zur Abkapselung. |
| Austritt | Freier Austritt jederzeit möglich; ehemalige Mitglieder werden respektiert. | Schwieriger Austritt; Stigmatisierung und Kontaktverbot für Ausgetretene. |
Es ist wichtig zu betonen, dass die Freien evangelischen Gemeinden sich bewusst von Sondergemeinschaften abgrenzen, die oft als Sekten bezeichnet werden. Sie sind Teil der breiten protestantischen Landschaft und pflegen gute Beziehungen zu anderen Kirchen und Freikirchen.
Wachstum und Relevanz der Freien evangelischen Gemeinden
In einer Zeit, in der die großen Volkskirchen in Deutschland einen dramatischen Mitgliederschwund erleben und die Säkularisierung zunimmt, zeigen die Freikirchen, einschließlich der FeG, oft eine gegenläufige Entwicklung. Während die katholische und evangelische Kirche jedes Jahr Tausende von Mitgliedern verlieren, eröffnen Freikirchen neue Gemeinden und gewinnen an Zuspruch. Dies liegt oft an ihrer Fähigkeit, eine lebendige Gemeinschaft anzubieten, die auf persönlichen Glauben, Engagement und einer klaren biblischen Ausrichtung basiert.
Die FeG zählen in Deutschland eine beachtliche Anzahl von Gemeinden, die stetig wächst. Diese Entwicklung unterstreicht, dass es einen Bedarf an Gemeinschaften gibt, die eine tiefe, persönliche Glaubenserfahrung ermöglichen und gleichzeitig relevant für den Alltag sind. Die Gemeinden bieten oft ein breites Spektrum an Aktivitäten, von Gottesdiensten mit moderner Musik über Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu sozialen Projekten und Seelsorge. Sie verstehen sich als Orte, an denen Menschen jeden Alters und jeder Herkunft willkommen sind, um den Glauben zu entdecken, zu vertiefen und zu leben.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Freien evangelischen Gemeinden
Wo findet die Freie Evangeliums-Versammlung statt?
Die „Freie Evangeliums-Versammlung“ ist keine einzelne, zentrale Veranstaltung. Sie bezieht sich auf die regelmäßigen Gottesdienste und Treffen der vielen unabhängigen Freien evangelischen Gemeinden (FeG), die in Städten und Regionen in ganz Deutschland verortet sind. Jede Ortsgemeinde veranstaltet ihre eigenen Gottesdienste und Gemeindetreffen in ihren jeweiligen Gemeindehäusern oder angemieteten Räumlichkeiten. Der Bund Freier evangelischer Gemeinden hat seinen Verwaltungssitz in Witten, aber dies ist kein Ort für regelmäßige, öffentliche „Versammlungen“ im Sinne von Gottesdiensten für die breite Öffentlichkeit. Um eine „Versammlung“ in Ihrer Nähe zu finden, suchen Sie am besten nach „Freie evangelische Gemeinde“ gefolgt von Ihrem Wohnort oder nutzen Sie die Suchfunktion auf der Webseite des Bundes FeG.
Was glaubt die Freie evangelische Kirche?
Die Freie evangelische Kirche, vertreten durch ihre Gemeinden, glaubt, dass die Bibel das inspirierte und unfehlbare Wort Gottes ist und die alleinige Grundlage für Glauben und Leben darstellt. Sie betonen die persönliche Beziehung zu Jesus Christus als Herrn und Retter, die Bedeutung der Taufe von Gläubigen (nach bewusster Glaubensentscheidung), die Rolle des Heiligen Geistes im Leben der Gläubigen und die Wichtigkeit der Gemeinschaft in der lokalen Gemeinde. Das Gebet ist ein zentraler Bestandteil ihres Glaubenslebens, verstanden als direkte Kommunikation mit Gott, wie es auch durch die Beschäftigung mit dem Vaterunser zum Ausdruck kommt.
Was sind freie evangelische Gemeinden?
Freie evangelische Gemeinden sind evangelische Freikirchen, die sich als Zusammenschluss selbstständiger Ortsgemeinden verstehen. Sie sind nicht staatlich finanziert durch Kirchensteuern, sondern durch freiwillige Spenden ihrer Mitglieder. Sie zeichnen sich durch Autonomie in ihrer lokalen Gestaltung, eine starke Betonung der Bibel als Glaubensgrundlage und die Wichtigkeit einer persönlichen Glaubensentscheidung aus. Sie sind Teil des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland, der als „geistliche Lebens- und Dienstgemeinschaft“ fungiert und gemeinsame Werte und Standards fördert.
Sind Freikirchen gefährlich?
Nein, Freikirchen sind per se nicht gefährlich. Die Freien evangelischen Gemeinden, als anerkannte Freikirche, sind keine Sekte und pflegen eine offene und transparente Gemeindekultur. Wie bei jeder Gemeinschaft, die eine gewisse Autonomie besitzt, kann es theoretisch zu ungesunden Entwicklungen kommen, wenn übergeordnete Strukturen oder interne Kontrollmechanismen schwach sind. Der Bund FeG und die meisten seiner Gemeinden legen jedoch großen Wert auf gesunde Führung, theologische Integrität und den Schutz ihrer Mitglieder vor missbräuchlichen Praktiken. Es ist immer ratsam, sich vor Ort ein Bild zu machen und auf gesunde Merkmale wie Transparenz, Offenheit, Pluralität und Respekt vor der persönlichen Freiheit zu achten.
Sind Freikirchen Sekten?
Nein, Freikirchen sind keine Sekten. „Freikirche“ ist eine Kategorie innerhalb des Protestantismus, die sich von den Landeskirchen in ihrer Organisationsform, Finanzierung (freiwillige Spenden statt Kirchensteuer) und oft in der Betonung der persönlichen Glaubensentscheidung unterscheidet. „Sekten“ hingegen sind oft durch Merkmale wie Isolation, autoritäre Führung, exklusiven Wahrheitsanspruch und Kontrolle über das Leben der Mitglieder gekennzeichnet – Merkmale, die für die Freien evangelischen Gemeinden nicht zutreffen. Die FeG sind eine etablierte und anerkannte kirchliche Gemeinschaft in Deutschland.
Fazit: Eine Einladung zur Neuentdeckung
Die Freien evangelischen Gemeinden bieten einen lebendigen und dynamischen Raum für die Neuentdeckung des Glaubens und des Gebets. Sie sind Orte, an denen die Bibel als relevant für das tägliche Leben vermittelt wird und wo Menschen in einer unterstützenden Gemeinschaft ihren persönlichen Glauben vertiefen können. Die Bedenken bezüglich „Gefahr“ oder „Sekte“ können durch eine differenzierte Betrachtung und das Verständnis ihrer Struktur und Überzeugungen ausgeräumt werden. Wenn Sie auf der Suche nach einer Gemeinschaft sind, die eine persönliche Beziehung zu Gott in den Mittelpunkt stellt und Sie auf Ihrer geistlichen Reise begleitet, könnte eine Freie evangelische Gemeinde in Ihrer Nähe genau der richtige Ort sein, um das Gebet neu zu entdecken und den Glauben in seiner Tiefe zu erleben.
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