16/05/2022
In einer Welt, die oft von Hektik, Unsicherheit und dem Streben nach materiellem Erfolg geprägt ist, sehnt sich der Mensch nach Fürsorge, nach einem sicheren Hafen und nach dem Gefühl, geliebt und wertgeschätzt zu sein. Doch wie können wir diese Fürsorge erkennen, besonders wenn das Leben uns mit Leid und Schwierigkeiten konfrontiert? Die Bibel, insbesondere die Worte Jesu Christi, des Sohnes Gottes, bietet uns hierzu tiefe Einblicke und einen klaren Wegweiser. Es ist eine Botschaft, die nicht nur Trost spendet, sondern auch zu einer radikalen Neubewertung unseres Lebens aufruft.

Jesus Christus, der Herr und Erlöser, spricht eine eindringliche Warnung an jene aus, die Menschen bedrängen oder ihnen Böses tun, die an ihn glauben. Seine Worte machen deutlich: Ihm geht es nicht um die Starken, die sich selbst verteidigen können, sondern um die Schwächsten, die oft übersehen oder verachtet werden. An dieser tiefen Sorge für die Verwundbarsten können wir Gottes Fürsorge in ihrer reinsten Form erkennen. Der Sohn Gottes hat ein wachsames Auge auf jeden, der ihm nachfolgt, und seine Liebe erstreckt sich besonders auf jene, die in Not sind. Diese göttliche Anteilnahme ist ein unerschütterliches Fundament, auf dem wir unser Vertrauen bauen können.
- Gottes Fürsorge inmitten des Leidens
- Der radikale Weg der Nachfolge
- Sünde als Zielverfehlung: Die ultimative Konsequenz
- Ein Zeugnis der Verwandlung: Pfarrer Wilhelm Busch
- Die Augen des Herzens schützen
- Die Wahl des ewigen Lebens
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Ist Gott wirklich fürsorglich, wenn Leid in der Welt existiert?
- Was bedeutet es, die „Hand abzuhauen“ oder das „Auge auszureißen“?
- Sind „kleine Sünden“ wirklich so schlimm, wenn sie niemandem direkt schaden?
- Wie kann ich Gottes Fürsorge in meinem Leben erkennen?
- Was ist der erste Schritt, um Jesus nachzufolgen und diese Fürsorge zu erleben?
Gottes Fürsorge inmitten des Leidens
Es mag paradox erscheinen, doch Christen erfahren trotz dieser göttlichen Fürsorge oft Leid, Schwierigkeiten und Herausforderungen. Jesus nimmt nicht alle Probleme einfach weg. Er verspricht keine problemlose Existenz auf Erden. Doch seine Verheißung ist viel tiefer und bedeutsamer: Er ist bei diesen Menschen. Er geht mit ihnen durch die dunkelsten Täler und hilft ihnen, diese Probleme und Schwierigkeiten zu überwinden. Seine Gegenwart ist der Anker in stürmischen Zeiten, die Kraft, die uns aufrecht hält, und die Hoffnung, die uns durchträgt. Die Verursacher von Leid mögen in diesem Leben keine unmittelbaren Konsequenzen ihrer Handlungen spüren. Doch die göttliche Gerechtigkeit ist unfehlbar. Alles, was Menschen tun oder unterlassen, hat Konsequenzen. Wenn nicht hier auf Erden, dann spätestens, wenn sie vor Gott stehen. Vor Gott müssen wir alle Rechenschaft ablegen für das, was wir in diesem Leben getan haben – jede Tat, jedes Wort, jeder Gedanke wird ans Licht kommen. Dies ist keine Drohung, sondern eine ernste Mahnung zur Verantwortung.
Der radikale Weg der Nachfolge
Ab Vers 43 im Matthäusevangelium (und ähnlichen Passagen in Markus) zeigt Jesus auf, wie wahre Nachfolge aussieht, und seine Worte sind radikal und herausfordernd. „Wenn dich deine Hand ärgert; wenn du Dinge machst, die nicht richtig sind, Dinge, die Gott verurteilt, dann haue die Hand ab!“ Diese Aussage ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen. Jesus ruft nicht zur Selbstverstümmelung auf. Vielmehr möchte er, dass Menschen solche sündhaften Handlungen nicht tun. Er spricht hier metaphorisch von einer radikalen Trennung von allem, was uns von Gott trennt oder uns daran hindert, ihm vollständig zu folgen. Es mag sich anfühlen, als würde man sich die Hand abhauen, so schmerzhaft und schwierig kann dieser Verzicht sein. Doch Jesus Christus zu folgen, hat einen Preis. Es bedeutet, sich ihm vollständig zur Verfügung zu stellen und bereit zu sein, Dinge loszulassen, die uns auf unserem geistlichen Weg behindern.
Was bedeutet es, sich von hinderlichen Dingen zu trennen?
Viele Menschen verbringen zum Beispiel zu viel Zeit mit der Arbeit. Zeit, die dann woanders fehlt: beim Gebet, beim Spielen mit den Kindern, beim Gespräch mit den Nachbarn oder bei einem Spaziergang mit dem Partner. Die Arbeit an sich ist nicht schlecht, aber wenn sie zu einem Götzendienst wird und Gott sowie unsere Beziehungen in den Hintergrund treten, dann ist es etwas, das uns von unserem wahren Ziel ablenkt. Es geht darum, Prioritäten richtig zu setzen und zu erkennen, was wirklich zählt.
Es gibt auch scheinbar kleine Dinge, die Menschen tun, die nicht korrekt sind: falsche Angaben beim Ausfüllen der Steuererklärung, Büromaterial der Firma für private Zwecke nutzen oder über Kollegen lästern. In den Augen vieler sind das nur Kleinigkeiten, „Kavaliersdelikte“. Doch im Licht von Gottes Heiligkeit und der Nachfolge Jesu sind es Dinge, die nicht richtig sind und das Ziel verfehlen, nämlich in Jesu Sinn zu handeln. Jede Unaufrichtigkeit, jede Unehrlichkeit, mag sie noch so gering erscheinen, entfernt uns von der vollkommenen Reinheit, zu der wir berufen sind.
Sünde als Zielverfehlung: Die ultimative Konsequenz
Selbst wenn Menschen versuchen, alles richtig zu machen, ein moralisch einwandfreies Leben führen und sich an alle Gesetze halten, aber Jesus Christus aus ihrem Leben ausklammern, ist das am Ende ein Leben, das sein wahres Ziel verfehlt hat. Das Ziel unseres Lebens ist die Gemeinschaft mit Jesus Christus. Eine solche Zielverfehlung ist Sünde. Jesus Christus sagt klar: Es ist besser, der Mensch lässt diese sündhaften Dinge und hat ewiges Leben, als dass derjenige beide Hände hat und in die Hölle kommt. Diese drastische Aussage unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Entscheidung, die jeder Mensch treffen muss. Es geht um unsere ewige Bestimmung.
Gefährliche Orte und Gewohnheiten
Manche Menschen frequentieren Orte oder pflegen Gewohnheiten, die nicht zu einem Leben mit Jesus Christus passen. Solche Orte und Gewohnheiten können ins Verderben führen, auch wenn sie auf den ersten Blick harmlos erscheinen mögen. Was für den einen unbedenklich ist, kann für einen anderen das Verderben bedeuten. Ein Wettbüro mag für viele harmlos sein, ein Ort der Unterhaltung. Doch für jemand anderen, der dort hingeht, kann es der Beginn einer Sucht sein, die ihn völlig gefangen nimmt und ihm alles nimmt. Dann hat derjenige zwar beide Füße, aber er wird ohne Gemeinschaft mit Jesus Christus in die Hölle fahren. Es geht darum, die feinen Linien zu erkennen, die uns vom Weg abbringen können, und mutig die Reißleine zu ziehen, bevor wir uns verirren.
Ein Zeugnis der Verwandlung: Pfarrer Wilhelm Busch
Pfarrer Wilhelm Busch, ein bekannter Prediger, erzählte in einer seiner Predigten eine bewegende Geschichte, die die Tiefe dieser Wahrheit illustriert. Als junger Pfarrer wurde er zu einem Mann geschickt, der bei einem Grubenunglück querschnittsgähmt geworden war. Als er die Wohnung des Mannes betrat, war sie für ihn wie die Hölle auf Erden: Alkohol, lautes Fluchen, wilde Kartenspiele. Als man ihn entdeckte, wurde er sofort beleidigt und beschimpft. Die Atmosphäre war so erdrückend, dass Busch es nicht aushalten konnte und aus der Wohnung floh.
Doch die Männer aus seinem Bibelkreis gaben nicht auf. Sie waren beharrlich in ihrer Liebe und Fürsorge. Am folgenden Montag holten sie den verunglückten Mann zu ihrem Bibelkreis ab. Der Mann saß im Rollstuhl, voller Ablehnung und Verbitterung, und wollte eigentlich nichts von Jesus Christus wissen. Doch die unaufdringliche, aber standhafte Liebe der Christen wirkte Wunder. Aus der anfänglichen Ablehnung wurde nach vielen Besuchen und Gesprächen allmählich Interesse. Und irgendwann, nach langem Ringen, gab der Mann sein Leben in die Hände Gottes. Er begann, sein Leben hier auf Erden in enger Gemeinschaft mit Jesus Christus zu führen, bis er schließlich in die Ewigkeit einging.
Kurz bevor Pfarrer Wilhelm Busch die Stadt Essen verließ, besuchte er diesen verwandelten Mann ein letztes Mal. Der Mann erklärte ihm mit tiefer Überzeugung und Dankbarkeit: „Busch, wenn ich vor Gott stehe, dann will ich vor ihm auf die Knie gehen und mich bedanken, dass er meine Wirbelsäule kaputt gemacht hat. Ohne dieses Unglück wäre ich mit beiden Beinen geradewegs in die Hölle gelaufen.“ Was für ein unglaubliches Zeugnis! „Was nützt es, wenn du gesund bist und in die Hölle kommst, dann ist es besser, gelähmt zu sein und in den Himmel zu kommen.“ Dieses Zeugnis zeigt eindrucksvoll, wie Gott Herzen durch das Hören und Annehmen der biblischen Botschaft verändern kann. Es braucht zu dieser Erkenntnis natürlich ein klares Ja zu Gott und seinen Wegen.
Die Augen des Herzens schützen
Es gibt so viele schöne Dinge in dieser Welt zu sehen, zu erleben und zu genießen. Doch wenn diese Dinge uns davon abhalten, ein tiefes, bedeutungsvolles Leben mit Gott und Jesus Christus zu führen, dann ist es besser, sich von ihnen zu lösen. Dies ist vergleichbar mit jemandem, der nur ein Auge hat, um keinen Schaden zu nehmen. Es geht nicht darum, sich buchstäblich das Auge herauszureißen, sondern darum, sich von Dingen, die unser geistliches Wachstum behindern, loszureißen und sich von ihnen abzuwenden. Es ist eine bewusste Entscheidung, die Prioritäten neu zu ordnen und das Ewige über das Vergängliche zu stellen.
Meine eigene Erfahrung mit dem Verzicht
Ende der 90er Jahre schaffte ich mir einen PC an und war begierig, die neue Technologie zu erforschen. Ich probierte vieles aus, manches war gut, manches nicht. Durch eine ISDN-Karte hatte ich Zugang zum Internet, das damals noch in den Kinderschuhen steckte. Ich experimentierte fleißig, doch stieß ich dort auf Inhalte und Möglichkeiten, die mir große Probleme bereiteten und mich von meinem Glauben abzulenken drohten. Nach reiflicher Überlegung und innerem Kampf traf ich eine radikale Entscheidung: Ich entschloss mich, diese ISDN-Karte einem Bruder, einem vertrauten Christen aus meiner Gemeinde, zu geben. Mit der Bitte, sie mir erst wiederzugeben, wenn ich bewusst auf ihn zukommen und sie zurückfordern würde. Das war ein bewusster Akt des Verzichts und der Selbstkontrolle, ein „Abhauen der Hand“ in einem metaphorischen Sinne.
Jahre später brachte ich einen lieben Bruder nach Hause. Bevor er das Haus betrat, fragte er mich unvermittelt: „Sag mal, bist du wirklich dieser starke Christ, der fest im Glauben steht?“ Ich überlegte, wie ich ihm antworten sollte. Dann erzählte ich ihm von meinen damaligen Problemen mit dem Internet und was ich getan hatte, um damit klarzukommen. Er sah mich an, seufzte erleichtert und sagte: „Ich dachte schon, ich wäre allein mit diesem Problem.“ Was der Mann machte, um mit seinem Problem klarzukommen, weiß ich nicht. Aber ich konnte ihm aufzeigen, was ich mit Gottes Hilfe getan hatte, um mit diesem Problem fertig zu werden. Heute gibt es noch viel mehr Möglichkeiten als damals, um sich ständig irgendwelche Dinge anzusehen. Das müssen keine Pornos sein; das können völlig harmlose Dinge sein, wie soziale Medien, endlose Serien oder Online-Spiele. Und doch können sie den Menschen gefangen nehmen und ihn damit von Gott abhalten. Der Verzicht auf solche Dinge ist ein Opfer, das sich lohnt. Der Mensch, der mit Gott Gemeinschaft haben will, wird gesegnet sein, wenn er sein Leben in die Hand Gottes legt und sich bewusst von allem trennt, was ihn behindert.
Die Wahl des ewigen Lebens
Gott zwingt keinen Menschen, mit ihm Gemeinschaft zu haben. Er ist ein Gott der Freiheit und der Liebe. Doch Gott kämpft um jede Seele, so lange, bis der Mensch stirbt. Er sendet seinen Sohn, Jesus Christus, um den Menschen die Möglichkeit zu schenken, Vergebung ihrer Schuld zu bekommen. Durch Jesus wird uns ein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott angeboten. Wer dieses unverdiente Geschenk im Glauben annimmt, wird nicht in der Hölle landen, in der es keine Vergebung mehr gibt und die Trennung von Gott endgültig ist. Stattdessen wird er mit Gott zusammen in der Herrlichkeit sein, ihn loben und preisen in alle Ewigkeit. Es ist die wichtigste Entscheidung, die ein Mensch in seinem Leben treffen kann.
Tabelle: Weltliche Verlockungen vs. Geistliche Prioritäten
| Weltlicher Fokus | Mögliche Gefahr / Konsequenz | Geistliche Priorität | Ewiger Gewinn |
|---|---|---|---|
| Übermäßiger Reichtum | Gier, Isolation, Ablenkung von Gott | Großzügigkeit, Dienst am Nächsten | Wahrer Reichtum im Himmel |
| Endlose Unterhaltung | Zeitverschwendung, geistliche Leere, Sucht | Bibellesen, Gebet, Gemeinschaft | Frieden, Freude, geistliches Wachstum |
| Karriere um jeden Preis | Stress, Vernachlässigung der Familie, Selbstüberschätzung | Gottesdienst, Familie, Ausgewogenheit | Erfüllung, göttliche Führung |
| Unkontrollierter Konsum | Materialismus, Schulden, Unzufriedenheit | Zufriedenheit, Dankbarkeit, Teilen | Genügsamkeit, Freiheit |
| Oberflächliche Beziehungen | Einsamkeit, fehlende Tiefe, Missverständnisse | Liebe, Vergebung, echte Gemeinschaft | Tiefe Beziehungen, ewige Verbundenheit |
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist Gott wirklich fürsorglich, wenn Leid in der Welt existiert?
Ja, Gottes Fürsorge zeigt sich nicht immer darin, dass er Leid wegnimmt, sondern dass er uns im Leid beisteht. Er ist bei uns in unseren Schwierigkeiten und schenkt uns Kraft und Hoffnung, um sie zu überwinden. Das Leid kann auch ein Mittel sein, uns auf ihn zu lenken, wie das Beispiel des querschnittsgelähmten Mannes zeigt, der durch sein Unglück zum Glauben fand.
Was bedeutet es, die „Hand abzuhauen“ oder das „Auge auszureißen“?
Diese drastischen Bilder sind Metaphern für eine radikale Abkehr von allem, was uns von Gott trennt oder uns in Sünde führt. Es geht um einen bewussten Verzicht auf Gewohnheiten, Beziehungen oder Aktivitäten, die unsere Beziehung zu Gott schädigen, auch wenn dieser Verzicht schmerzhaft ist.
Sind „kleine Sünden“ wirklich so schlimm, wenn sie niemandem direkt schaden?
Aus biblischer Sicht ist jede Sünde, ob groß oder klein, eine Zielverfehlung und trennt uns von Gottes Heiligkeit. Auch scheinbar harmlose Unehrlichkeiten oder Gedanken können eine Barriere zwischen uns und Gott aufbauen. Es geht darum, in allem nach Gottes Willen zu handeln.
Wie kann ich Gottes Fürsorge in meinem Leben erkennen?
Gottes Fürsorge zeigt sich oft in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen, in der Kraft, die wir in schwierigen Zeiten empfangen, in der Vergebung, die wir erfahren, und in den kleinen Wundern des Alltags. Sie wird besonders deutlich, wenn wir uns bewusst für ihn entscheiden und erleben, wie er uns durch unser Leben führt.
Was ist der erste Schritt, um Jesus nachzufolgen und diese Fürsorge zu erleben?
Der erste Schritt ist die Entscheidung, Jesus Christus als Herrn und Erlöser anzunehmen. Das bedeutet, unsere Sünden zu bekennen, ihn um Vergebung zu bitten und ihm unser Leben anzuvertrauen. Es ist eine Herzensentscheidung, die den Weg zu einer persönlichen Beziehung mit Gott ebnet und uns in seine ewige Fürsorge führt.
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