Die Kraft des Gedenkens an Allah

31/10/2021

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Inmitten des geschäftigen Alltags suchen viele Menschen nach einem Anker, nach innerem Frieden und einer Verbindung zu etwas Höherem, das ihnen Halt gibt. Oftmals fühlen wir uns überfordert von den Anforderungen des Lebens, von Problemen und Hindernissen, die uns daran hindern, unsere spirituellen Praktiken voll auszuleben. Doch es gibt eine gottesdienstliche Handlung, die so einfach und zugänglich ist, dass sie jederzeit und überall vollzogen werden kann: das Gedenken an Allah, bekannt als Dhikr. Diese Praxis ist nicht nur ein Schutzschild in unserem Leben, sondern auch ein Weg zur Reinigung des Herzens und zur Stärkung unserer Beziehung zum Schöpfer. Sie ist eine Quelle unermesslicher Segnungen und innerer Ruhe, die jedem Gläubigen offensteht.

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Inhaltsverzeichnis

Dhikr: Eine zeitlose spirituelle Praxis

Das Gedenken an Allah ist eine der grundlegendsten und doch tiefgreifendsten Formen der Anbetung im Islam. Es erfordert weder viel Zeit noch große körperliche Anstrengung. Ob man geht, sitzt, liegt oder arbeitet – die Zunge und das Herz können stets mit dem Gedenken an Allah beschäftigt sein. Im Gegensatz zu bestimmten rituellen Gebeten, die spezifische Zeiten und Formen erfordern, ist Dhikr eine ständige Begleitung im Leben eines Muslims. Es ist eine fortwährende Verbindung, die das Herz von Ablenkungen reinigt und dem Menschen hilft, seine täglichen gottesdienstlichen Handlungen (´Ibadat) mit Leichtigkeit und Freude zu verrichten, anstatt sie als Last zu empfinden.

Viele Menschen klagen über Stress, psychische Belastungen und spirituelle Leere. Oftmals suchen sie externe Lösungen für diese Probleme. Doch die Quelle des Leidens kann in einer unbewussten Distanzierung von Allah liegen. Das Gedenken an Allah bietet hier eine direkte und effektive Lösung. Es ist ein göttliches Geschenk, ein Schutzschild, das uns durch alle Widrigkeiten des Lebens führt, zusammen mit dem Bittgebet (Du´a). Die einzige Bedingung für diese ´Ibada ist ihre Beständigkeit und Häufigkeit. Es ist nicht wie das Nachtgebet (Qiamullail), bei dem bereits zwei aufrichtige Gebetseinheiten (Raka´at) große Belohnung finden. Dhikr hingegen entfaltet seine volle Kraft durch kontinuierliche Wiederholung und Präsenz.

Die göttlichen Beweise aus dem Koran

Der Heilige Koran, das Wort Allahs, betont die Wichtigkeit des Gedenkens an vielen Stellen. Diese Verse dienen als klare Anweisung und Ermutigung für die Gläubigen:

  • „Oh ihr, die ihr glaubt, wenn ihr auf eine Schar stoßt, so bleibt fest und denkt eifrig an Allah, auf dass ihr erfolgreich sein möget.“ (Sure Al-Anfal, 8:45) – Dieser Vers betont die Bedeutung des Gedenkens selbst in schwierigen Situationen, wie dem Kampf, um Standhaftigkeit und Erfolg zu erlangen.
  • „Oh ihr, die ihr glaubt! Gedenkt Allahs häufig und lobpreist Ihn morgens und abends.“ (Sure Al-Ahzab, 33:41-42) – Eine direkte Aufforderung zur Häufigkeit des Gedenkens, die keine Zweifel an ihrer Wichtigkeit lässt.
  • „Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt.“ (Sure Al-Ahzab, 33:21) – Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) wird hier als das perfekte Beispiel für jemanden genannt, der Allah häufig gedenkt.
  • „... die Allahs gedenken im Stehen und im Sitzen und (liegend) auf ihren Seiten…“ (Sure Ali ´Imran, 3:191) – Dieser Vers illustriert die Allgegenwart des Gedenkens, unabhängig von der körperlichen Haltung.
  • „… die Männer, die Allahs häufig gedenken, und die Frauen, die Allahs häufig gedenken – Allah hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet.“ (Sure Al-Ahzab, 33:35) – Eine klare Verheißung von Vergebung und Belohnung für Männer und Frauen, die Allah häufig gedenken, was die Gleichheit im Islam hervorhebt.
  • Ein warnender Vers, der die Heuchler beschreibt: „Wahrlich, die Heuchler versuchen, Allah zu überlisten; doch Er wird sie überlisten. Und wenn sie sich zum Gebet hinstellen, dann stehen sie ungern auf; (sie tun dies nur), um von den Menschen gesehen zu werden, und sie gedenken Allahs nur selten.“ (Sure An-Nisa, 4:142) – Dies unterstreicht, dass seltenes Gedenken ein Zeichen von Heuchelei sein kann, während aufrichtiges Gedenken ein Zeichen des Glaubens ist.

Die unvergleichliche Belohnung des Gedenkens

Die Verheißungen Allahs für diejenigen, die Seiner gedenken, sind grenzenlos und erstrecken sich über dieses Leben hinaus ins Jenseits.

  • „So gedenkt also Meiner, damit Ich eurer gedenke. Und seid Mir dankbar und verleugnet Mich nicht.“ (Sure Al-Baqara, 2:152) – Dies ist eine der erstaunlichsten Verheißungen: Wenn wir Allah gedenken, gedenkt Er Unser. Was könnte eine größere Ehre und ein größerer Segen sein, als vom Schöpfer des Universums persönlich gedacht zu werden?
  • „Diejenigen, die glauben und deren Herzen im Gedenken Allahs Ruhe finden. Sicherlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe!“ (Sure Ar-Ra´d, 13:28) – Dieser Vers ist eine unmissverständliche Quelle des Trostes. Er bestätigt, dass wahre innere Ruhe und Seelenfrieden nicht in materiellen Besitztümern oder weltlichen Erfolgen zu finden sind, sondern ausschließlich im Gedenken an Allah. Viele Menschen, die unter psychischen Problemen wie Depressionen leiden, suchen oft professionelle Hilfe. Während dies in vielen Fällen notwendig ist, liegt die Ursache manchmal auch in einer unbewussten Entfremdung von Allah. Dhikr kann hier eine tiefgreifende Heilung und Beruhigung für die Seele bieten. Wenn Allah unser gedenkt, erfahren unsere Herzen eine unvergleichliche Glückseligkeit und inneren Frieden.

Die Folgen des Vergessens Allahs

So wie das Gedenken an Allah unermessliche Belohnungen mit sich bringt, hat das Abwenden vom Gedenken an Ihn schwerwiegende Konsequenzen, die sich sowohl im Diesseits als auch im Jenseits manifestieren können:

  • „Und dem, der sich jedoch von Meiner Ermahnung abkehrt, wird ein Leben in Drangsal beschieden sein, und am Tage der Auferstehung werden Wir ihn blind vor Uns führen. Er wird sagen: ‚Mein Herr, warum hast Du mich blind (vor Dich) geführt, obwohl ich (zuvor) sehen konnte?‘ Er wird sprechen: ‚Es sind ja Unsere Zeichen zu dir gekommen, und du hast sie missachtet – also wirst heute nun du missachtet sein!‘“ (Sure Taha, 20:124-126) – Dieser Vers warnt vor einem Leben voller Schwierigkeiten und Blindheit am Tage der Auferstehung für diejenigen, die Allahs Ermahnung ignorieren.
  • „Und für den, der sich vom Gedenken an den Allerbarmer abwendet, bestimmen Wir einen Satan, der sein Begleiter sein wird.“ (Sure Az-Zukhruf, 43:36) – Eine erschreckende Konsequenz: Wer sich vom Gedenken an Allah abwendet, dem wird ein Satan als ständiger Begleiter zugewiesen, der ihn zu schlechten Taten verleitet und vom rechten Weg abbringt.
  • „Oh ihr, die ihr glaubt, lasset euch durch euer Vermögen und eure Kinder nicht vom Gedenken an Allah abhalten. Und wer das tut – das sind die Verlierenden.“ (Sure Al-Munafiqun, 63:9) – Dieser Vers mahnt uns, weltliche Besitztümer und familiäre Bindungen nicht über das Gedenken an Allah zu stellen, da dies zu einem Verlust im Diesseits und Jenseits führen kann.

Dhikr als Kern aller ´Ibadat

Das Gedenken an Allah ist nicht nur eine eigenständige gottesdienstliche Handlung, sondern auch der Kern und das Ziel vieler anderer ´Ibadat im Islam. Es durchdringt und vervollständigt sie:

  • Das Gebet (Salah): Allah sagt: „Wahrlich, Ich bin Allah. Es gibt keinen Gott außer Mir. Darum diene Mir und verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken.“ (Sure Taha, 20:14). Auch nach dem Gebet wird das Gedenken fortgesetzt: „Und wenn ihr das Gebet verrichtet habt, dann gedenket Allahs im Stehen, Sitzen und im Liegen.“ (Sure An-Nisa, 4:103). Dies zeigt, dass das Gebet selbst eine Form des Gedenkens ist und nach dessen Abschluss fortgesetzt werden soll.
  • Das Freitagsgebet (Jumu´ah): „Und wenn das Gebet beendet ist, dann zerstreut euch im Land und trachtet nach Allahs Gnadenfülle und gedenkt Allahs häufig, auf dass ihr Erfolg haben möget.“ (Sure Al-Jumu´ah, 62:10). Selbst nach dem wichtigen Freitagsgebet wird dazu aufgerufen, Allah häufig zu gedenken.
  • Die Pilgerfahrt (Hajj): „Und wenn ihr eure heiligen Riten beendet habt, dann gedenkt Allahs, so wie ihr eurer Väter zu gedenken pflegt oder vielmehr mit noch stärkerem Gedenken.“ (Sure Al-Baqara, 2:200). Die Hajj, eine der größten ´Ibadat, schließt mit einem Aufruf zum intensiven Gedenken an Allah ab.

Das Vorbild des Propheten (S.A.W.) und der Sahaba

Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) war das lebendige Beispiel für das Gedenken an Allah. Sein Leben war von Dhikr durchdrungen, und er lehrte seine Gefährten die unschätzbaren Werte dieser Praxis.

  • Ein lebendiges Herz: Der Prophet (Sallallahu alayhi wa sallam) sagte: „Das Gleichnis dessen, der seines Herrn gedenkt, und dessen, der seines Herrn nicht gedenkt, ist wie das eines Lebenden und eines Toten.“ (Buchari) Dieser Hadith verdeutlicht, dass das Gedenken das Herz belebt, während das Vergessen es abstumpfen und sterben lassen kann.
  • Die Zunge feucht halten: Ein Mann kam einst zum Propheten (Sallallahu alayhi wa sallam) und sprach: „Oh, Prophet Allahs, es gibt viele Möglichkeiten gute Taten zu machen, bloß kann ich nicht alle verrichten. So nenne mir eine Sache, an der ich festhalten soll. Und trage mir bitte nicht zu viel auf, denn sonst vergesse ich es.“ In einer anderen Überlieferung heißt es: „Mir sind die Regeln des Islam zu viel geworden, auch bin ich alt geworden, so erzähle mir, woran ich mich halten soll.“ Er sprach: „Sorge dafür, dass deine Zunge im Gedenken an Allah geschmeidig (feucht) bleibt.“ (Muslim, Tirmidhi, Ibn Madscha, Ahmad) Dies ist ein einfacher, aber tiefgreifender Rat, der die immense Wichtigkeit des Dhikr für jeden Muslim hervorhebt.
  • Allahs Gedenken an uns: Ein Hadith Qudsi (göttliche Aussage durch den Propheten) erfreut das Herz besonders: Der Gesandte Allahs (Sallallahu alayhi wa sallam) sagte: „Allah, Der Allmächtige und Hocherhabene, sagt: „Ich erfülle die guten Erwartungen, die Mein Diener in sich über Mich hat. Und Ich bin mit ihm, wenn er Meiner gedenkt: Wenn er in seinem Herzen Meiner gedenkt, dann gedenke auch Ich seiner bei Mir Selbst. Und wenn er Meiner in einer Versammlung gedenkt, so gedenke auch Ich seiner in einer Versammlung, die besser ist als jene. Und wenn er Mir um eine Handspanne entgegenkommt, dann komme ich ihm eine Elle entgegen. Und wenn er Mir um eine Elle entgegenkommt, dann komme Ich ihm zwei Armlängen entgegen. Und wenn er auf Mich schreitend zukommt, dann komme Ich eilend zu ihm.“ (Buchari, Muslim, Ahmad) Diese Überlieferung offenbart die unendliche Barmherzigkeit und Nähe Allahs zu Seinen Dienern, die Ihn gedenken.
  • Stolz vor den Engeln: Einst ging der Prophet (Sallallahu alayhi wa sallam) hinaus zu seinen Gefährten. Er fand sie sitzend vor sich, da fragte er: „Was hat euch dazu veranlasst?“ Sie antworteten: „Wir haben uns hingesetzt, um Allahs zu gedenken, oh Gesandter Allahs.“ Er sprach: „Bei Allah! Nur das hat euch dazu bewogen?“ Sie sagten: „Bei Allah, nur das hat uns dazu bewogen.“ Da sagte der Prophet (Sallallahu alayhi wa sallam): „Ich habe euch dies nicht gefragt, um euch für etwas zu beschuldigen, jedoch wurde mir berichtet (vom Engel Gabriel alayhi salam), dass Allah euch stolz seinen Engeln vorzeigt.“ (Muslim, Tirmidhi, Nisa’i, Ahmad) Eine wunderbare Bestätigung für den Wert von Dhikr-Versammlungen.
  • Das empfindsame Herz eines Gläubigen: ´A’ischa (Radiallahu anha) berichtete: „Der Gesandte Allahs (Sallallahu alayhi wa sallam) gedachte Allahs jederzeit.“ Dies zeigt, dass sein Leben ein kontinuierlicher Akt des Gedenkens war, selbst bei alltäglichsten Handlungen. Wenn er die Toilette betrat, sagte er: „Oh Allah, ich suche Zuflucht vor Dir vor dem Bösen und den Satanen.“ (Tirmidhi, Ibn Madscha) Und wenn er sie verließ, sagte er: „Ich bitte Allah um Vergebung (Ghufranak).“ (Muslim, Nisa’i, Ibn Madscha, Ahmad) In einer anderen Überlieferung wird berichtet, dass er drei Mal sagte: „Ich bitte Allah um Vergebung.“ (Abu Dawud, Ibn Madscha, Tirmidhi) Die wenigen Minuten, die er ohne Gedenken an Allah verbrachte, waren derart gering, dass die Reue darüber unvorstellbar scheint. Mu´adh ibn Jabal sagte: „Es gibt nichts, was die Bewohner des Paradieses bereuen, außer die Zeit im Diesseits, in der sie Allah nicht gedacht haben.“ Dies verdeutlicht den unschätzbaren Wert jeder Sekunde, die im Gedenken verbracht wird.
  • Die Gebetskette (Misbaha): Es wird über den Propheten (Sallallahu alayhi wa sallam) berichtet, dass er in das Haus seiner Frau Um Salama (Radiallahu anha) eintrat und sah, wie sie mit einigen Steinen Allah gedachte und mit diesen zählte. Der Prophet (Sallallahu alayhi wa sallam) hinderte sie nicht daran. Dies zeigt, dass es nicht verboten ist, Hilfsmittel wie eine Gebetskette zu verwenden, um das Gedenken zu erleichtern und die Anzahl zu verfolgen.

Die Ebenen des Gedenkens: Zunge und Herz

Unser geliebter Prophet Muhammad (Sallallahu alayhi wa sallam) gedachte Allah sowohl mit seiner Zunge als auch mit seinem Herzen. Dies zählt zur höchsten Stufe der Belohnungen. Wenn man es nur mit seinem Herzen tut, zählt dieses zur zweiten Stufe der Belohnungen. Wenn man dazu nicht in der Lage ist, dann sollte man Allah mit der Zunge gedenken. Vielleicht fragst du dich: „Auch wenn mein Herz währenddessen abwesend ist?!“ Die Antwort ist ein klares Ja! Fahre damit fort und wisse, dass das Herz nach kurzer Zeit dabei anwesend sein wird. Falls es doch nicht so sein wird, dann gedenke Allah weiterhin mit der Zunge, denn wenn du deine Zunge nicht mit dem Gedenken an Allah beschäftigst, so beschäftigt sie sich mit anderen Dingen, die nutzlos oder sogar schädlich sein können. Lass den Schaitan (Teufel) nicht über dich lachen, weil er es geschafft hat, dich davon zu überzeugen, Allah nicht zu gedenken, nur weil dein Herz dabei nicht anwesend ist. Die Bewegung der Zunge ist der erste Schritt, und das Herz wird ihr folgen, so Allah will.

Die umfassenden Nutzen des Dhikr nach Ibn Al-Qayyim

Der berühmte islamische Gelehrte Ibn Al-Qayyim hat in seinem Buch „Al-Uabil as-Saib min alkalim altajib“ die Essenz des Dhikr zusammengefasst und über 100 Nutzen aufgezählt. Hier sind einige der wichtigsten:

  • Es lässt Allah zufrieden mit dir sein.
  • Es vertreibt den Schaitan und schwächt seine Intrigen.
  • Es entfernt Sorgen, Probleme und Ängste aus dem Herzen.
  • Es erfüllt das Herz mit Freude, Glückseligkeit, Sicherheit und Ruhe. Wie in Sure Ar-Ra´d, Vers 28 bestätigt: „Sicherlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe!“
  • Es erhellt das Gesicht und das Herz mit einem spirituellen Licht.
  • Es umhüllt den Gedenkenden mit Respekt, Anerkennung und einer besonderen Ausstrahlung.
  • Es stärkt das Herz und den Körper, verleiht ihnen Widerstandsfähigkeit und Ausdauer.

Ein berührendes Beispiel für die stärkende Wirkung des Dhikr ist die Geschichte von Fatima und Ali (Radiallahu anhuma), der Tochter und dem Schwiegersohn des Propheten. Sie gingen zum Propheten (Sallallahu alayhi wa sallam), um einen Bediensteten zu verlangen, da sie unter körperlicher Anstrengung litten. Da sagte der Gesandte Allahs zu den beiden: „Habe ich euch nicht etwas Besseres als einen Bediensteten gezeigt? Wenn ihr zu Bett geht, dann sagt 33 Mal Subhanallah (gepriesen sei Allah), 33 Mal Alhamdulillah (alles Lob gebührt Allah) und 34 Mal Allahu akbar (Allah ist größer). Wenn ihr das tut, dann werdet ihr keinen Bediensteten benötigen.“ (Tirmidhi, Ahmad) Dies zeigt, wie Dhikr körperliche Stärke und Ausdauer verleihen kann, die über menschliche Fähigkeiten hinausgeht.

Ibn Al-Qayyim verglich das Gedenken mit dem Wasser für Fische: „Ich hörte wie der Scheich des Islams Ibn Taymiya sagte: Das Gedenken ist wie Wasser für die Fische. Wie ergeht es den Fischen jedoch ohne Wasser?“ Dies unterstreicht, dass Dhikr die absolute Lebensgrundlage für das Herz und die Seele ist. Es ist die wahre Nahrung des Herzens und der Seele, ohne die sie welken und sterben. Ibn Al-Qayyim berichtete auch: „Ich erlebte den Scheich des Islams Ibn Taymiya einmal, als er das Morgengebet verrichtete, sich anschließend hinsetzte und bis zum Mittag hinein Allah gedachte. Dann drehte er sich zu mir und sagte: „Das ist meine Nahrung. Wenn ich diese nicht zu mir nehme, dann werde ich kraftlos sein.“

Weitere Nutzen des Dhikr umfassen:

  • Es ist ein Schutz vor der Heuchlerei, denn Heuchler gedenken Allah nur wenig.
  • Es entfernt die Härte im Herzen und macht es weich und empfänglich für die göttlichen Zeichen.
  • Es ist der Grundstein der Dankbarkeit (Shukr). Ibn Al-Qayyim schreibt: „Der Dhikr ist das Haupt der Dankbarkeit. So ist derjenige, der Allah nicht gedenkt, jemand, der Ihm nicht dankt.“

Häufig gestellte Fragen zum Gedenken an Allah

Was genau ist Dhikr?

Dhikr (arabisch: ذِكْر) bedeutet wörtlich "Gedenken" oder "Erinnerung". Im islamischen Kontext bezieht es sich auf das Gedenken an Allah durch das Sprechen bestimmter Phrasen (wie Subhanallah, Alhamdulillah, Allahu Akbar, La ilaha illallah), das Rezitieren des Korans, das Nachdenken über Allahs Schöpfung und Seine Attribute, oder jede Handlung, die einen an Allah erinnert und die Beziehung zu Ihm stärkt. Es ist eine Form der Anbetung, die das Herz belebt und die Seele nährt.

Was bedeutet das Wort „Wallah“?
Die Verwendung von „Wallah“ kann als Zeichen von Offenheit und Integrationsbereitschaft gesehen werden, aber auch als Ausdruck einer sich wandelnden Gesellschaft. Die zunehmende Popularität von „Wallah“ spiegelt sich auch in den Medien wider. In Jugendserien, Rap-Texten und sozialen Medien ist der Ausdruck häufig zu hören und zu lesen.

Muss ich Arabisch sprechen, um Dhikr zu machen?

Die meisten Dhikr-Formeln sind auf Arabisch, da dies die Sprache des Korans und der Sunna ist. Es wird empfohlen, die arabischen Originale zu lernen, um die volle spirituelle Wirkung und die korrekte Aussprache zu gewährleisten. Wenn dies jedoch nicht möglich ist, kann man die Bedeutung der Phrasen in seiner eigenen Sprache verstehen und darüber meditieren. Das Gedenken im Herzen ist ebenfalls eine gültige Form des Dhikr.

Wie oft sollte ich Dhikr machen?

Der Koran und die Sunna ermutigen dazu, Allah "häufig" und "beständig" zu gedenken. Es gibt keine festgelegte Mindestanzahl, aber die Idee ist, dass es eine kontinuierliche Praxis sein sollte, die den Alltag durchdringt. Manche Muslime setzen sich Ziele, wie z.B. 100 Mal am Morgen und 100 Mal am Abend bestimmte Dhikr-Formeln zu wiederholen, oder sie gedenken Allah während ihrer täglichen Aktivitäten. Die Qualität und Aufrichtigkeit des Gedenkens sind wichtiger als die bloße Quantität.

Kann Dhikr bei psychischen Problemen helfen?

Ja, Dhikr kann eine sehr wirksame Unterstützung bei psychischen Problemen wie Angstzuständen, Stress und Depressionen sein. Der Koran sagt klar: „Sicherlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe!“ (13:28). Die Konzentration auf Allah, das Aussprechen Seiner Namen und das Nachdenken über Seine Macht und Barmherzigkeit können eine tiefe innere Ruhe und Perspektive vermitteln. Es ersetzt jedoch keine professionelle medizinische oder psychologische Behandlung, wenn diese notwendig ist, kann aber eine wertvolle Ergänzung sein.

Ist es erlaubt, eine Gebetskette (Misbaha) zu benutzen?

Ja, die Verwendung einer Gebetskette (Misbaha oder Tasbih) ist erlaubt und kann eine hilfreiche Unterstützung sein, um die Zählung des Dhikr zu erleichtern und die Konzentration aufrechtzuerhalten. Es gibt Berichte, dass die Frau des Propheten, Um Salama, Steine zum Zählen ihres Dhikr verwendete, und der Prophet (S.A.W.) dies nicht beanstandete. Das Wichtigste ist die Aufrichtigkeit und Präsenz des Herzens, nicht das Hilfsmittel selbst.

Fazit: Ein Leben im Gedenken an Allah

Das Gedenken an Allah ist weit mehr als nur das Wiederholen von Worten. Es ist ein Zustand des Herzens, eine Lebensweise, die den Gläubigen mit seinem Schöpfer verbindet. Es ist die Nahrung für die Seele, das Licht für das Herz und der Schlüssel zu innerem Frieden und wahrem Erfolg im Diesseits und Jenseits. Mögen wir alle zu jenen gehören, deren Zunge stets feucht ist vom Gedenken an Allah, und deren Herzen Ruhe finden in Seiner Erinnerung. Denn wahrlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe.

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