Was ist ein Taufgottesdienst?

Unverzichtbare Texte im Taufgottesdienst

18/07/2022

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Ein Taufgottesdienst ist ein Moment von tiefer spiritueller Bedeutung, ein feierlicher Anlass, der ein Kind in die christliche Gemeinschaft aufnimmt oder einen Erwachsenen auf seinem Glaubensweg bestärkt. Im Herzen dieser Zeremonie stehen bestimmte Texte, die seit Jahrhunderten unverzichtbarer Bestandteil sind. Unabhängig davon, ob es sich um einen evangelischen oder katholischen Taufgottesdienst handelt, bilden diese Worte das Fundament, auf dem der Akt der Taufe ruht. Sie sind nicht nur religiöse Rituale, sondern tiefgründige Botschaften, die den Sinn der Taufe erklären, die Verbindung zu Gott stärken und die Gemeinschaft der Gläubigen sichtbar machen. Das Verständnis dieser Kerntexte bereichert die Erfahrung der Taufe für alle Beteiligten – für die Täuflinge, ihre Eltern, Paten und die gesamte Gemeinde.

Was ist das Evangelium nach Markus?
Im Evangelium nach Markus sprechen die der Aussendung der zwölf Jünger vorhergehenden Verse davon, wie er in seiner Heimat abgelehnt worden war, wir lasen den Text letzten Sonntag. Jesus hat sich die Freiheit genommen weiterzugehen und andern die Freiheit gelassen. Zwang hilft nirgends weiter.

Der Biblische Taufbefehl: Das Fundament der Taufe

Der biblische Taufbefehl, oft auch als Missionsbefehl Jesu bezeichnet, ist der theologische Ausgangspunkt für das Sakrament der Taufe. Dieser bedeutsame Text wird in jedem Taufgottesdienst von den Geistlichen gelesen und ist in Matthäus 28, Verse 18 bis 20 zu finden. Er bildet die direkte Anweisung Jesu an seine Jünger und damit an alle Christen, die Taufe zu praktizieren.

18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. 19 Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Matthäus 28, 18-20)

Diese Verse sind nicht nur eine historische Aufzeichnung, sondern eine lebendige Aufforderung, die bis heute Gültigkeit besitzt. Theologisch gesehen ist der Taufbefehl die Grundlage und Rechtfertigung für die Taufe. Christen berufen sich auf diese Worte, wenn sie Kinder oder Erwachsene taufen, denn es sind die letzten Anweisungen, die der auferstandene Jesus seinen Jüngern gab, bevor er sie am Himmelfahrtstag verließ. Sie betonen die universelle Reichweite des christlichen Glaubens und die Mission, alle Menschen zu Jüngern zu machen, indem sie getauft und in den Lehren Christi unterwiesen werden. Die Zusage „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ spendet dabei Trost und Zuversicht und unterstreicht die ewige Präsenz Christi in der Gemeinschaft der Gläubigen.

Das Vaterunser: Das Gebet der Christenheit

Das Vaterunser, auch bekannt als "Das Gebet des Herrn", ist zweifellos das bekannteste und am weitesten verbreitete Gebet im Christentum. Seine Entstehung geht direkt auf Jesus selbst zurück, der es seinen Jüngern lehrte, als sie ihn fragten, wie sie sinnvoll beten sollten. Es ist im 6. Kapitel des Matthäusevangeliums im Neuen Testament überliefert.

Vater unser im Himmel, / geheiligt werde dein Name, / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe, / wie im Himmel so auf Erden. / Unser täglich Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft / und die Herrlichkeit in Ewigkeit. / Amen.

Dieses Gebet ist ein tiefer Ausdruck der Beziehung zwischen Mensch und Gott. Es verbindet Bitten für grundlegende Bedürfnisse wie tägliches Brot mit tiefgründigen spirituellen Anliegen wie der Vergebung der Sünden und der Bitte um Erlösung vom Bösen. Das Vaterunser wird in jedem christlichen Gottesdienst gebetet und schafft so eine unsichtbare Verbindung zwischen Christen aller Zeiten und aller Länder. Es ist ein Symbol der Einheit und der gemeinsamen Hoffnung. Natürlich darf es auch im Taufgottesdienst nicht fehlen, wo es die Gemeinschaft der Gläubigen in einem gemeinsamen Gebet vereint, das von Jesus selbst gelehrt wurde und die universelle Familie Gottes widerspiegelt.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis: Ein gemeinsames Bekenntnis des Glaubens

Das Apostolische Glaubensbekenntnis, im theologischen Fachjargon auch Credo genannt (vom lateinischen "Credo", was "Ich glaube" bedeutet), ist eines der wichtigsten und am häufigsten verwendeten Glaubensbekenntnisse im Christentum. Es ist ein fester Bestandteil der meisten christlichen Gottesdienste und spielt eine zentrale Rolle im Taufgottesdienst.

Ich glaube an Gott, den Vater, / den Allmächtigen, / den Schöpfer des Himmels und der Erde, // und an Jesus Christus, / seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den Heiligen Geist, / geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, / gekreuzigt, gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, / am dritten Tage auferstanden von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; / er sitzt zur rechten Gottes, / des allmächtigen Vaters; / von dort wird er kommen, / zu richten die Lebenden und die Toten. // Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige (christliche*) (katholische) Kirche, / Gemeinschaft der Heiligen, / Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben. / Amen.
* die evangelische Fassung lautet "christliche Kirche" /
die katholische Fassung lautet "katholische Kirche"

Dieses Bekenntnis fasst die zentralen Glaubenswahrheiten des Christentums zusammen. Es ist kein Gebet, das man an Gott richtet, sondern ein Bekenntnis, das man vor den anderen Menschen und der Gemeinde ablegt. Daher faltet man dabei traditionell nicht die Hände zum Gebet. Bei der Taufe sprechen Paten, Eltern und die gesamte Gemeinde dieses Bekenntnis gemeinsam. Während früher Täuflinge (wenn sie alt genug waren) oder Taufpaten (bei Säuglingstaufen) es aufsagen mussten, spricht es heute meist die versammelte Taufgemeinde gemeinsam, was den Gemeinschaftsaspekt des Glaubens unterstreicht.

Die genaue Entstehung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ist unbekannt. Eine alte Legende besagt, dass die zwölf Apostel Jesu es gemeinsam formulierten, wobei jeder von ihnen eine Aussage beisteuerte. Daher rührt auch sein Name: Apostolisches Glaubensbekenntnis – das Bekenntnis der Apostel. Es ist ein kraftvolles Zeugnis des gemeinsamen Glaubens, das die Gläubigen weltweit verbindet und das Fundament ihres christlichen Lebens bildet.

Das Evangelium von der Kindersegnung: Jesu Liebe zu den Kleinsten

Das Evangelium von der "Segnung der Kinder" ist das traditionelle Taufevangelium und spielt eine besonders wichtige Rolle bei der Taufe von Säuglingen. Es ist im Neuen Testament beim Evangelisten Markus im 10. Kapitel, Verse 13 bis 16, zu finden.

13 Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. /14 Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. 15 Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. 16 Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

Dieser Text ist besonders bedeutsam, weil er eine biblische Begründung für die Kindertaufe liefert, obwohl die Säuglingstaufe in der frühen Christenheit zunächst umstritten war und in der Bibel nicht explizit vorkommt. Ursprünglich wurden Menschen erst getauft, wenn sie selbst die Taufe erbitten konnten, um so ihren Wunsch nach einem neuen Lebensabschnitt und Umkehr zu zeigen. Doch Jesu Aufruf in diesem Evangelium: "Lasset die Kinder zu mir kommen; wehret ihnen nicht!" und seine liebevolle Geste, die Kinder in seine Arme zu nehmen, ihnen die Hände aufzulegen und sie zu segnen, wird als eine klare Befürwortung der Aufnahme von Kindern in die Gemeinschaft des Glaubens interpretiert. Es zeigt Jesu besondere Liebe und Zuwendung zu den Kleinsten und seine Ansicht, dass das Reich Gottes Menschen mit einer kindlichen Haltung gehört – offen, vertrauensvoll und ohne Vorbehalte. Im Taufgottesdienst kann dieses Evangelium vorgelesen oder auch als Nacherzählung vorgetragen werden, um seine Botschaft noch zugänglicher zu machen.

Wer spricht diese Texte im Taufgottesdienst?

Die Aufteilung der Rollen beim Vortrag dieser unverzichtbaren Texte ist klar geregelt und trägt zur Feierlichkeit der Liturgie bei. Der Taufbefehl und das Evangelium von der Kindersegnung werden traditionell von den Geistlichen oder speziell beauftragten Lektoren vorgelesen. Dies unterstreicht die Autorität der biblischen Botschaft und die Rolle der Kirchenleitung in der Verkündigung des Wortes Gottes.

Das Vaterunser und das Apostolische Glaubensbekenntnis hingegen werden von der gesamten Taufgesellschaft, also der versammelten Gemeinde, gemeinsam gesprochen. Dies betont den gemeinschaftlichen Aspekt des Glaubens und der Liturgie. Es ist ein Ausdruck der Einheit, in der alle Anwesenden – von den Eltern und Paten bis zu den Gemeindemitgliedern – ihren Glauben bekunden und gemeinsam beten. Es schafft eine Atmosphäre der Verbundenheit und des gemeinsamen Zeugnisses.

Texte vorher üben: Eine geistliche Vorbereitung

Die Teilnahme an einem Taufgottesdienst ist für Eltern und Paten ein besonderes Ereignis. Um die Feier bewusst und aktiv mitgestalten zu können, ist es ratsam, sich mit den Texten vertraut zu machen. Auch wenn das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis in der Kirche oft schriftlich vorliegen, ist es eine wertvolle geistliche Vorbereitung, diese Texte vorher aufzufrischen. Viele haben sie vielleicht als Kind oder Jugendlicher gelernt, und das erneute Sprechen kann alte Erinnerungen wecken und die persönliche Verbindung zum Glauben stärken.

Für Taufpaten oder Großeltern, die die Bibelverse von der Segnung der Kinder im Taufgottesdienst lesen oder erzählen möchten, empfiehlt es sich, unsere Ratschläge für Lektoren zu berücksichtigen. Dazu gehören das Üben des Textes laut, das Achten auf eine klare Aussprache und eine angemessene Betonung, um die Botschaft wirkungsvoll zu vermitteln. Diese Vorbereitung hilft nicht nur, eventuelle Nervosität abzubauen, sondern auch, die Tiefe und Bedeutung der Worte voll zur Geltung zu bringen und somit einen wichtigen Beitrag zur feierlichen Gestaltung des Taufgottesdienstes zu leisten.

Vergleich der Kerntexte im Taufgottesdienst

Um die unterschiedlichen Funktionen und Bedeutungen der zentralen Texte im Taufgottesdienst besser zu veranschaulichen, bietet die folgende Tabelle eine Übersicht:

TextUrsprung/BedeutungWer spricht/liest?Primäre Funktion im Taufgottesdienst
Der Biblische Taufbefehl (Matthäus 28, 18-20)Direkte Anweisung Jesu an seine Jünger; theologische Grundlage der Taufe.Geistliche / LektorenBegründet die Taufe als Sakrament und Missionsauftrag.
Das Vaterunser (Matthäus 6)Von Jesus selbst gelehrtes Gebet; "Gebet der Christenheit".Gesamte Taufgesellschaft (Gemeinde)Vereint die Gemeinde im gemeinsamen Gebet und verbindet sie mit Christen weltweit.
Das Apostolische Glaubensbekenntnis (Credo)Zusammenfassung zentraler Glaubenswahrheiten; unbekannte Entstehung, Legende der Apostel.Gesamte Taufgesellschaft (Gemeinde), Paten, ElternÖffentliches Bekenntnis zum christlichen Glauben und seinen Inhalten.
Das Evangelium von der Kindersegnung (Markus 10, 13-16)Jesu liebevolle Zuwendung zu Kindern; biblische Interpretation zur Kindertaufe.Geistliche / Lektoren (kann auch nacherzählt werden)Unterstreicht die Offenheit des Reiches Gottes für Kinder und rechtfertigt die Kindertaufe.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was ist ein Taufgottesdienst?

Ein Taufgottesdienst ist eine christliche Zeremonie, bei der eine Person durch das Sakrament der Taufe in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen wird. Dies geschieht in der Regel durch das Übergießen oder Untertauchen mit Wasser „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Es ist ein Zeichen der Reinigung, der Erneuerung und der Zugehörigkeit zu Christus.

Sind diese Texte wirklich in jedem Taufgottesdienst enthalten?

Ja, die hier genannten Texte – der biblische Taufbefehl, das Vaterunser, das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Evangelium von der Kindersegnung – gelten als unverzichtbarer Bestandteil der Taufliturgie in den meisten christlichen Konfessionen, insbesondere in der evangelischen und katholischen Kirche. Sie bilden das theologische und liturgische Gerüst der Feier.

Warum wird die Kindertaufe praktiziert, obwohl sie nicht explizit in der Bibel erwähnt wird?

Die Praxis der Kindertaufe entwickelte sich im Laufe der Kirchengeschichte. Während die Bibel keine explizite Anweisung zur Säuglingstaufe enthält, dient das Evangelium von der Kindersegnung (Markus 10, 13-16) als wichtige biblische Begründung. Jesu liebevolle Aufnahme und Segnung der Kinder wird als Hinweis darauf verstanden, dass das Reich Gottes auch den Kleinsten offensteht und sie von Anfang an in die Gemeinschaft aufgenommen werden sollen. Die Taufe wird hier als Zeichen der Gnade Gottes verstanden, die dem Menschen vorausgeht.

Ist das Apostolische Glaubensbekenntnis ein Gebet?

Nein, das Apostolische Glaubensbekenntnis ist kein Gebet im eigentlichen Sinne. Ein Gebet ist eine direkte Kommunikation mit Gott, ein Sprechen zu ihm. Das Glaubensbekenntnis hingegen ist ein Bekenntnis des Glaubens, eine öffentliche Erklärung der zentralen Inhalte des christlichen Glaubens vor der Gemeinde und vor Gott. Es ist ein Akt des Bezeugens und der Identifikation mit den gemeinsamen Glaubenswahrheiten.

Kann ich die Texte vorher üben?

Ja, es ist sehr empfehlenswert und eine gute geistliche Vorbereitung, die Texte, insbesondere das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis, vorher zu üben. Dies hilft nicht nur dabei, sich sicherer zu fühlen, sondern vertieft auch das Verständnis und die persönliche Verbindung zu den Worten. Für Paten oder andere Gemeindemitglieder, die Lesungen übernehmen, ist das Üben der biblischen Texte ebenfalls wichtig, um sie klar und verständlich vortragen zu können.

Die hier vorgestellten Texte sind weit mehr als nur Worte, die in einem Gottesdienst gesprochen werden. Sie sind lebendige Zeugnisse des Glaubens, die über Generationen hinweg weitergegeben werden und die tiefe Bedeutung der Taufe als Eintritt in ein Leben mit Gott und in der Gemeinschaft der Gläubigen verdeutlichen. Sie erinnern uns an die Liebe Gottes, an die Lehren Jesu und an die Kraft des Heiligen Geistes, die jeden Täufling auf seinem Lebensweg begleiten.

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