Was sagt der Bibel über das Gebet?

Gebet im Islam: Eine Betrachtung aus dem Koran

18/05/2021

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Das Gebet ist eine fundamentale Säule in vielen Religionen und bildet eine direkte Verbindung zwischen dem Gläubigen und dem Göttlichen. Während die Frage nach dem Gebet oft im Kontext verschiedener Glaubensrichtungen gestellt wird, bietet der Heilige Koran, die zentrale Schrift des Islam, umfassende Einsichten in die Bedeutung und Rolle des Gebets (Salah und Du'a) im Leben eines Muslims. Die hier vorliegenden Verse aus Sure At-Tawbah (Die Reue) beleuchten verschiedene Aspekte dieser wichtigen religiösen Praxis, ihre Bedingungen, ihre Auswirkungen und die Unterscheidung zwischen aufrichtigen Gläubigen und Heuchlern.

Was sagt der Bibel über das Gebet?
Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe [2] entrichten, dann laßt sie ihres Weges ziehen! Gewiß, Allah ist Allvergebend und Barmherzig. 6) Und wenn jemand von den Götzendienern dich um Schutz bittet, dann gewähre ihm Schutz, bis er das Wort Allahs hört. Hierauf lasse ihn den Ort erreichen, wo er in Sicherheit ist.

Die Verse unterstreichen die zentrale Rolle des Gebets als Ausdruck des Glaubens und der Hingabe. Es ist nicht nur eine rituelle Handlung, sondern ein Zeichen der Reue, der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Gläubigen und der Gottesfurcht. Das Gebet ist eng verknüpft mit anderen religiösen Pflichten wie der Entrichtung der Abgabe (Zakat) und dem Glauben an Allah und den Jüngsten Tag.

Inhaltsverzeichnis

Das Gebet als Säule des Glaubens und der Reue

Im Koran wird das Verrichten des Gebets oft als eine der grundlegenden Handlungen genannt, die einen Menschen zum vollwertigen Mitglied der muslimischen Gemeinschaft machen. Verse 5 und 11 betonen dies nachdrücklich. Sie stellen fest, dass diejenigen, die bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, als „Brüder in der Religion“ betrachtet werden. Dies zeigt, dass das Gebet nicht nur eine individuelle Pflicht ist, sondern auch eine soziale Dimension hat, die zur Einheit und Brüderlichkeit unter den Gläubigen beiträgt.

Diese Passage impliziert, dass das Gebet ein sichtbares Zeichen der inneren Umkehr und des Engagements für den Glauben ist. Es ist ein Akt der Unterwerfung und Anerkennung der Herrschaft Allahs. Die Verbindung zwischen Reue, Gebet und Abgabe ist entscheidend: Es geht nicht nur um Lippenbekenntnisse, sondern um konkrete Taten, die den Glauben im Alltag manifestieren. Das Gebet ist somit ein Prüfstein für die Aufrichtigkeit der Reue und des Glaubens eines Individuums.

Die Rolle der Gebetsstätten im Islam

Der Koran beleuchtet auch die Bedeutung von Gebetsstätten, den Moscheen. In Vers 18 wird klar gesagt, dass „Allahs Gebetsstätten nur bevölkert, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, das Gebet verrichtet, die Abgabe entrichtet und niemanden außer Allah fürchtet.“ Dies hebt die Reinheit und Heiligkeit dieser Orte hervor und die Qualitäten derer, die sie aufrichtig aufsuchen und pflegen. Eine Moschee ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Ort der Zusammenkunft für Gläubige, ein Zentrum der Gottesverehrung und der Gemeinschaft.

Interessanterweise warnt der Koran auch vor dem Missbrauch von Gebetsstätten. Vers 107 spricht von solchen, die eine Gebetsstätte in der Absicht der Schädigung, des Unglaubens und zur Spaltung der Gläubigen errichtet haben. Dies wird scharf verurteilt, und den Gläubigen wird in Vers 108 geraten, sich niemals in einer solchen Stätte zum Gebet aufzustellen. Stattdessen wird eine Gebetsstätte bevorzugt, die „vom ersten Tag an auf die Gottesfurcht gegründet worden ist“. Dies betont die Wichtigkeit der reinen Absicht und der aufrichtigen Gottesfurcht beim Bau und der Nutzung von Gotteshäusern. Männer, die es lieben, sich zu reinigen, werden in solchen reinen Gebetsstätten als lobenswert erwähnt, was die Bedeutung der körperlichen und spirituellen Reinheit im Gebet unterstreicht.

Konsequenzen der Gebetsvernachlässigung

Die Verse machen deutlich, dass das Gebet nicht optional ist, und seine Vernachlässigung oder unaufrichtige Ausübung ernsthafte Konsequenzen hat. In Vers 54 wird beschrieben, dass die Ausgaben von Heuchlern nicht angenommen werden, weil sie Allah und Seinen Gesandten verleugnen, „sich nur schwerfällig zum Gebet begeben und nur widerwillig ausgeben.“ Dies zeigt, dass Allah nicht nur die äußere Handlung des Gebets, sondern auch die innere Einstellung und die Aufrichtigkeit des Herzens beurteilt.

Die Heuchler, deren Herzen zweifeln (Vers 45), zeigen eine Abneigung gegenüber der Hingabe und dem Eifer, der von Gläubigen erwartet wird. Ihre Trägheit im Gebet ist ein Symptom ihres mangelnden Glaubens. Auch das Verbot, über Verstorbenen zu beten, die Allah und Seinen Gesandten verleugneten und als Frevler starben (Vers 84), unterstreicht die Bedeutung des Lebens in Gehorsam und Glauben bis zum Ende.

Gebet und die Rolle des Gesandten

Der Koran hebt auch die besondere Rolle des Gesandten in Bezug auf das Gebet hervor. In Vers 99 werden die „Gebete des Gesandten“ als ein „Mittel der Annäherung zu Allah“ beschrieben. Dies deutet darauf hin, dass die Fürbitte oder die Segenswünsche des Propheten eine besondere Gewichtung und Wirkung haben können. Darüber hinaus wird der Gesandte in Vers 103 angewiesen, von den Gläubigen Almosen zu nehmen und „für sie [zu] beten, denn dein Gebet ist für sie eine Beruhigung!“ Dies zeigt, dass das Gebet des Gesandten eine Quelle des Trostes und der spirituellen Reinigung für die Gläubigen sein kann.

Die Beziehung zwischen dem Gesandten und den Gläubigen ist somit nicht nur eine der Führung und des Gehorsams, sondern auch eine der spirituellen Unterstützung und des Beistands durch Gebete. Dies unterstreicht die gemeinschaftliche Natur des Islam, in der die Mitglieder der Ummah (Gemeinschaft) durch Gebet und Unterstützung miteinander verbunden sind.

Reinheit und Hingabe im Gebet

Die Verse betonen implizit die Notwendigkeit der Reinheit und Hingabe. Die Rede von Männern in der gottgefälligen Gebetsstätte, „die es lieben, sich zu reinigen“ (Vers 108), weist auf die Wichtigkeit der rituellen Reinheit (Wudu oder Ghusl) vor dem Gebet hin. Darüber hinaus ist die innere Reinheit des Herzens, frei von Heuchelei und Zweifel, unerlässlich für die Annahme des Gebets.

Das Gebet ist somit ein Akt der totalen Hingabe, bei dem der Gläubige sowohl körperlich als auch geistig präsent ist. Es ist eine Zeit der Besinnung, des Gedenkens an Allah (Dhikr) und der Bitte um Vergebung und Führung. Die Verse fordern die Gläubigen auf, sich auf Allah zu verlassen (Vers 51), was die innere Haltung der Demut und des Vertrauens im Gebet widerspiegelt.

Vergleich der Haltung zum Gebet: Gläubige vs. Heuchler

Die Sure At-Tawbah zieht eine klare Linie zwischen Gläubigen und Heuchlern, die sich auch in ihrer Haltung zum Gebet manifestiert:

Merkmale der GläubigenMerkmale der Heuchler
Verrichten das Gebet (Verse 5, 11, 18, 71)Begeben sich nur schwerfällig zum Gebet (Vers 54)
Bevölkern Allahs Gebetsstätten aus Gottesfurcht (Vers 18)Nehmen Gebetsstätten zur Schädigung und Spaltung (Vers 107)
Glauben an Allah und den Jüngsten Tag (Vers 18, 71)Verleugnen Allah und Seinen Gesandten (Verse 54, 63, 66, 74, 80, 84)
Fürchten niemanden außer Allah (Vers 18)Sind ängstlich und schwören Lügen (Verse 56, 95)
Gehorchen Allah und Seinem Gesandten (Vers 71)Handeln Allah und Seinem Gesandten zuwider (Vers 63)
Gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche (Vers 71)Gebieten das Verwerfliche und verbieten das Rechte (Vers 67)

Diese Gegenüberstellung zeigt deutlich, dass das Gebet im Islam nicht isoliert betrachtet wird, sondern Teil eines umfassenden Verhaltensmusters ist, das Aufrichtigkeit, Gehorsam und soziale Verantwortung umfasst.

Häufig gestellte Fragen zum Gebet im Licht der Koranverse

1. Was ist die Bedingung für Vergebung und Bruderschaft im Glauben?

Nach den Versen 5 und 11 ist die Bedingung für Vergebung und die Aufnahme in die Bruderschaft der Gläubigen, dass man bereut, das Gebet verrichtet und die Abgabe (Zakat) entrichtet. Diese drei Handlungen sind untrennbar miteinander verbunden und zeigen die Aufrichtigkeit der Umkehr.

2. Wer sind die wahren Bewohner und Pfleger der Gebetsstätten?

Vers 18 erklärt, dass nur diejenigen Allahs Gebetsstätten bevölkern, die wahrhaft an Allah und den Jüngsten Tag glauben, das Gebet verrichten, die Abgabe entrichten und niemanden außer Allah fürchten. Es geht um aufrichtigen Glauben und Gottesfurcht, nicht nur um physische Präsenz.

3. Welche Haltung haben Heuchler gegenüber dem Gebet?

Heuchler zeichnen sich, wie in Vers 54 beschrieben, durch eine schwerfällige und widerwillige Haltung zum Gebet aus. Ihre Abneigung ist ein Zeichen ihres mangelnden Glaubens und ihrer Verleugnung Allahs und Seines Gesandten.

4. Kann man für Verstorbene beten?

Vers 84 verbietet es dem Gesandten ausdrücklich, über jemandem zu beten, der gestorben ist, wenn diese Person Allah und Seinen Gesandten verleugnet hat und als Frevler starb. Dies deutet darauf hin, dass Gebete für diejenigen, die in Unglauben und Ungehorsam sterben, nicht akzeptiert werden.

5. Warum ist das Gebet des Gesandten wichtig?

Die Gebete des Gesandten dienen als ein Mittel der Annäherung zu Allah für die Gläubigen (Vers 99). Darüber hinaus ist sein Gebet für diejenigen, die Almosen geben, eine Beruhigung und Reinigung (Vers 103), was die spirituelle Autorität und den Segen seiner Fürbitte hervorhebt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Gebet im Islam, wie es in den vorliegenden Koranversen dargelegt wird, weit mehr ist als eine bloße rituelle Pflicht. Es ist ein zentraler Ausdruck des Glaubens, der Reue und der Hingabe, eng verbunden mit der Gemeinschaft, der Reinheit des Herzens und dem Gehorsam gegenüber Allah und Seinem Gesandten. Die Texte fordern die Gläubigen auf, ihr Gebet mit Aufrichtigkeit und Eifer zu verrichten, während sie vor der Heuchelei und der Vernachlässigung dieser grundlegenden Säule des Islam warnen. Es ist ein lebenslanger Weg der Anbetung und des Strebens nach dem Wohlgefallen Allahs, der letztlich zum großartigen Erfolg im Diesseits und Jenseits führt.

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