Wie kann ich die Gebetszeiten sehen?

Das Tasbih-Gebet: Ein Weg zur vollständigen Vergebung

23/05/2022

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Das Gebet ist die Säule der Religion, der direkte Draht zwischen dem Diener und seinem Schöpfer, ein Ausdruck tiefer Hingabe und Liebe. Im Islam gibt es viele Arten von Gebeten, von den fünf täglichen Pflichtgebeten (Salat) bis hin zu freiwilligen Gebeten (Nawafil), die dazu dienen, die Beziehung zu Allah zu vertiefen und spirituelle Belohnung zu erlangen. Doch inmitten dieser Vielzahl von Gebeten sticht eines hervor, das aufgrund seiner außergewöhnlichen Verheißungen und der Gnade, die es mit sich bringt, eine ganz besondere Stellung einnimmt: das Tasbih-Gebet, auch bekannt als Salat al-Tasbih.

Wie oft sollte man Gebet machen?
Wenn deine Kraft ausreicht, dieses Gebet jeden Tag durchzuführen, so bete es täglich; wenn sie nicht ausreicht, dann bete es einmal in der Woche am Freitag, wenn du auch das nicht tun kannst, dann bete es einmal im Monat und wenn deine Kraft auch dazu nicht ausreicht, so bete es einmal in deinem Leben!”

Dieses Gebet ist nicht nur eine Handlung der Anbetung, sondern eine Quelle unermesslicher Vergebung, ein Geschenk des Propheten Muhammad (s.a.s.) an seine Ummah. Es ist ein Gebet, das die Herzen reinigt, die Sünden tilgt und dem Betenden eine unvergleichliche Nähe zu Allah beschert. Die Geschichte seiner Überlieferung ist ebenso bewegend wie die Verheißung, die es birgt.

Inhaltsverzeichnis

Die göttliche Lehre an Abbas Radiyallahu Anh

Die Überlieferung dieses außergewöhnlichen Gebets geht auf eine Begebenheit zwischen dem geliebten Propheten Muhammad (s.a.s.) und seinem Onkel Abbas Radiyallahu Anh zurück. Abbas, der Sohn von Abdulmuttalib, ein ehrenwerter Gefährte, spürte, wie die Jahre vergingen und das Alter ihn einholte. In seiner tiefen Sorge um sein Jenseits und den Wunsch, die unnütz vergangenen Jahre durch gute Taten auszugleichen, suchte er den Rat des Propheten (s.a.s.). Mit einem Herzen voller Demut und Hoffnung trat er vor den Rasulallah und sprach: „Oh Allahs Nabi, ich bin recht alt geworden und meine Zeit geht zu Ende. Lehre mich etwas, so dass ich trotz der unnütz vergangenen Jahre mit meinem Tun meinen Platz in der Gegenwart Allahs einnehmen kann!“

Die Antwort des Propheten (s.a.s.) war ein Akt unendlicher Barmherzigkeit und Weisheit. Er, der stets das Wohl seiner Gefährten und seiner gesamten Ummah im Blick hatte, bot Abbas ein Gebet an, das alle Erwartungen übertraf. Seine Worte hallten wider von der Größe der Belohnung, die dieses Gebet versprach:

„Oh Abbas, mein Onkel! Soll ich dir das geben? Möchtest du, dass ich dir das gebe? Soll ich dir dieses Gebet lehren, das zehn Besonderheiten aufweist; wenn du dieses Gebet durchführst, so wird Allah die ersten und die letzten, die alten und die neuen, die bewussten und die unbewussten, die kleinen und die großen, die versteckten und die offenbaren deiner Sünden vergeben! Das sind zehn Sünden (alle Sünden). Selbst wenn du der größte Sünder auf dieser Welt wärest, aufgrund dieses Gebets werden deine Sünden vergeben. Wenn deine Sünden selbst so zahlreich wie der Sand der Alidj-Wüste wären. Allah wird sie verzeihen!“

Diese Worte sind ein Zeugnis der unermesslichen Barmherzigkeit Allahs und der Fürsprache Seines Propheten. Sie zeigen, dass selbst für diejenigen, die sich als die größten Sünder empfinden, ein Weg zur vollständigen Reinigung und Vergebung offensteht. Die Metapher der Sünden, die so zahlreich wie der Sand der Alidj-Wüste sind, unterstreicht die gewaltige Natur dieser Vergebung. Es ist eine Einladung zur Reue und zur Umkehr, eine Chance, das Buch der Taten neu zu schreiben.

Die Struktur und Durchführung des Tasbih-Gebets

Das Tasbih-Gebet ist ein Gebet von vier Raka'at (Gebetseinheiten), das sich durch die wiederholte Rezitation einer spezifischen Lobpreisungsformel, dem Tasbih, auszeichnet. Diese Formel lautet: „SUBHANALLÂHI WALHAMDULILLAHI WA LA ILÂHA ILLALLÂHU WALLAHU AKBAR“. Die Bedeutung dieser Worte ist tiefgründig und mächtig: „Gepriesen sei Allah, und alles Lob gebührt Allah, und es gibt keinen Gott außer Allah, und Allah ist der Größte.“

Der Prophet (s.a.s.) beschrieb die Durchführung dieses Gebets detailliert, um sicherzustellen, dass jeder Muslim es korrekt ausführen kann. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Raka'ah

  • Beginne das Gebet mit dem Takbir (Allahuakber) und der Absicht (Niyyah), das Tasbih-Gebet zu verrichten.
  • Direkt nach dem Eröffnungs-Takbir rezitiere das Tasbih 15 Mal.
  • Lies die Fatiha-Sure und eine weitere Sure.
  • Danach rezitiere das Tasbih 10 Mal.
  • Gehe in die Verbeugung (Ruku) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Richte dich aus dem Ruku auf und rezitiere das Tasbih im aufrechten Stehen (Qauma) 10 Mal.
  • Gehe in die erste Niederwerfung (Sajda) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Richte dich aus der Sajda auf und setze dich hin (Jalsa) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Gehe in die zweite Niederwerfung (Sajda) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Damit hast du das Tasbih in der ersten Raka'ah insgesamt 75 Mal gesprochen (15 + 10 + 10 + 10 + 10 + 10 + 10 = 75).

2. Raka'ah

  • Stehe für die zweite Raka'ah auf. Bevor du die Fatiha liest, rezitiere das Tasbih 15 Mal.
  • Lies die Fatiha-Sure und eine weitere Sure.
  • Danach rezitiere das Tasbih 10 Mal.
  • Gehe in die Verbeugung (Ruku) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Richte dich aus dem Ruku auf und rezitiere das Tasbih im aufrechten Stehen (Qauma) 10 Mal.
  • Gehe in die erste Niederwerfung (Sajda) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Richte dich aus der Sajda auf und setze dich hin (Jalsa) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Gehe in die zweite Niederwerfung (Sajda) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Nach Abschluss der zweiten Sajda sitzt du für den Tashahhud und sprichst den Salawat.

3. Raka'ah

  • Stehe für die dritte Raka'ah auf. Bevor du die Fatiha liest, rezitiere das Tasbih 15 Mal.
  • Lies die Fatiha-Sure und eine weitere Sure.
  • Danach rezitiere das Tasbih 10 Mal.
  • Gehe in die Verbeugung (Ruku) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Richte dich aus dem Ruku auf und rezitiere das Tasbih im aufrechten Stehen (Qauma) 10 Mal.
  • Gehe in die erste Niederwerfung (Sajda) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Richte dich aus der Sajda auf und setze dich hin (Jalsa) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Gehe in die zweite Niederwerfung (Sajda) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.

4. Raka'ah

  • Stehe für die vierte Raka'ah auf. Bevor du die Fatiha liest, rezitiere das Tasbih 15 Mal.
  • Lies die Fatiha-Sure und eine weitere Sure.
  • Danach rezitiere das Tasbih 10 Mal.
  • Gehe in die Verbeugung (Ruku) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Richte dich aus dem Ruku auf und rezitiere das Tasbih im aufrechten Stehen (Qauma) 10 Mal.
  • Gehe in die erste Niederwerfung (Sajda) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Richte dich aus der Sajda auf und setze dich hin (Jalsa) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Gehe in die zweite Niederwerfung (Sajda) und rezitiere das Tasbih dort 10 Mal.
  • Nach Abschluss der vierten Sajda sitzt du für den Tashahhud und sprichst den Salawat, gefolgt vom Salam, um das Gebet zu beenden.

Insgesamt wird das Tasbih 300 Mal in den vier Raka'at rezitiert (4 Raka'at x 75 Tasbihs pro Raka'ah = 300). Diese strukturierte Wiederholung dient nicht nur der Zählung, sondern auch der Vertiefung der spirituellen Erfahrung, indem sie den Betenden in einen Zustand des kontinuierlichen Gedenkens an Allah versetzt.

Vorteile und Häufigkeit des Tasbih-Gebets

Die Verheißung, die mit dem Tasbih-Gebet verbunden ist, ist von unschätzbarem Wert: Die Vergebung aller Sünden – ob groß oder klein, bewusst oder unbewusst, alt oder neu, versteckt oder offenbar. Dies ist eine unermessliche Gnade Allahs, die dem Menschen eine zweite Chance auf ein reines Herz und einen neuen spirituellen Anfang bietet. Es ist ein Gebet, das die Last der Sünden von den Schultern nimmt und den Weg zu einem Leben in Gehorsam und Gottesfurcht ebnet.

Hinsichtlich der Häufigkeit der Durchführung dieses Gebets zeigte der Prophet (s.a.s.) große Barmherzigkeit und Verständnis für die unterschiedlichen Fähigkeiten und Umstände der Menschen:

  • Täglich: „Wenn deine Kraft ausreicht, dieses Gebet jeden Tag durchzuführen, so bete es täglich.“ Dies ist die höchste Stufe der Hingabe und wird mit der größten Belohnung verknüpft.
  • Wöchentlich: „Wenn sie nicht ausreicht, dann bete es einmal in der Woche am Freitag.“ Der Freitag ist ein gesegneter Tag im Islam, an dem besondere Gottesdienste und Bittgebete eine erhöhte Belohnung erfahren. Die Nacht zum Freitag (Donnerstagabend) ist ebenfalls eine Zeit erhöhter Spiritualität.
  • Monatlich: „Wenn du auch das nicht tun kannst, dann bete es einmal im Monat.“ Eine monatliche Verrichtung bietet immer noch eine regelmäßige Möglichkeit, von den Segnungen dieses Gebets zu profitieren.
  • Einmal im Leben: „Und wenn deine Kraft auch dazu nicht ausreicht, so bete es einmal in deinem Leben!“ Dies zeigt die unendliche Barmherzigkeit Allahs. Selbst eine einmalige Verrichtung im Leben eines Muslims kann ausreichen, um die gewaltigen Verheißungen der Vergebung zu erlangen.

Die Dauer des Gebets, die je nach Lesegeschwindigkeit des Tasbih zwischen 20 und 30 Minuten beträgt, steht in keinem Verhältnis zu dem immensen Gewinn, den es bietet. Angesichts dessen sollte jeder Muslim bestrebt sein, dieses Gebet zumindest wöchentlich, idealerweise in der Nacht zum Freitag, zu verrichten.

Das Tasbih-Gebet im Kontext des Tasawwuf

Für diejenigen, die sich intensiv mit dem Tasawwuf, der Mystik des Islams, beschäftigen, ist das Tasbih-Gebet von besonderer Bedeutung. Der Tasawwuf zielt auf die Reinigung der Seele, die Entwicklung innerer Tugenden und die Erlangung einer tieferen, direkteren Beziehung zu Allah ab. In diesem Kontext wird das Tasbih-Gebet zu einem mächtigen Werkzeug der spirituellen Transformation.

Die wiederholte Rezitation des Tasbih im Gebet ist eine Form des Dhikr (Gedenken an Allah), die das Herz erweckt und die Seele nährt. Es hilft, den Geist von weltlichen Ablenkungen zu befreien und sich vollständig auf die Gegenwart Allahs zu konzentrieren. Die Empfehlung, dieses Gebet nach Möglichkeit jede Nacht vor dem Schlafengehen oder beim Aufstehen in der Nacht zu beten, ist für die Suchenden des Tasawwuf von größtem Wert. Die seelischen Kräfte und die innere Klarheit, die dieses Gebet hervorbringt, können tatsächlich nur von denen beurteilt werden, die diesen Rat befolgen und die Erfahrung selbst machen. Es ist ein Weg, um die Schleier zwischen dem Diener und seinem Schöpfer zu lüften und eine tiefere, intimere Verbindung zu erfahren.

Die Bedeutung des Tasbih

Die Worte „SUBHANALLÂHI WALHAMDULILLAHI WA LA ILÂHA ILLALLÂHU WALLAHU AKBAR“ sind nicht nur eine Ansammlung von Wörtern, sondern eine Zusammenfassung der grundlegendsten Konzepte des Islams:

  • Subhanallah (Gepriesen sei Allah): Ausdruck der Transzendenz und Perfektion Allahs, frei von jeglichen Mängeln oder Schwächen.
  • Walhamdulillah (Und alles Lob gebührt Allah): Anerkennung, dass alle Segnungen und alles Gute von Allah kommen. Es ist ein Ausdruck der Dankbarkeit und des Lobpreises für Seine unendliche Güte.
  • Wa La Ilaha Illallah (Und es gibt keinen Gott außer Allah): Die Essenz des Tauhid (Einheit Allahs), die grundlegende Glaubensbekenntnis des Islams. Es bekräftigt die absolute Einzigartigkeit und Alleinherrschaft Allahs.
  • Wallahu Akbar (Und Allah ist der Größte): Die Bestätigung der absoluten Größe und Erhabenheit Allahs über alles. Es erinnert daran, dass Allah über allem steht und nichts Ihm gleichkommt.

Die ständige Wiederholung dieser Worte im Tasbih-Gebet festigt den Glauben im Herzen, reinigt die Absichten und stärkt die Verbindung zum Göttlichen.

Häufig gestellte Fragen zum Tasbih-Gebet

Hier beantworten wir einige der am häufigsten gestellten Fragen zum Tasbih-Gebet:

FrageAntwort
Was ist das Tasbih-Gebet?Das Tasbih-Gebet (Salat al-Tasbih) ist ein freiwilliges Gebet von vier Raka'at, das sich durch die wiederholte Rezitation der Formel „SUBHANALLÂHI WALHAMDULILLAHI WA LA ILÂHA ILLALLÂHU WALLAHU AKBAR“ (insgesamt 300 Mal) auszeichnet und eine vollständige Vergebung der Sünden verspricht.
Wer hat dieses Gebet gelehrt?Dieses Gebet wurde von Prophet Muhammad (s.a.s.) seinem Onkel Abbas Radiyallahu Anh gelehrt.
Welche Sünden werden durch dieses Gebet vergeben?Alle Sünden: die ersten und die letzten, die alten und die neuen, die bewussten und die unbewussten, die kleinen und die großen, die versteckten und die offenbaren. Selbst Sünden, so zahlreich wie der Sand der Alidj-Wüste, werden vergeben.
Wie oft sollte man das Tasbih-Gebet beten?Ideal ist täglich. Wenn nicht möglich, dann einmal wöchentlich (vorzugsweise in der Nacht zum Freitag), einmal monatlich oder zumindest einmal im Leben.
Ist das Tasbih-Gebet Pflicht (Fard)?Nein, das Tasbih-Gebet ist ein freiwilliges (Nawafil) Gebet, aber es hat eine sehr hohe Belohnung und wird dringend empfohlen.
Was passiert, wenn ich mich bei der Zählung des Tasbih irre?Es ist wichtig, sich zu bemühen, die Zählung korrekt zu halten. Wenn Sie unsicher sind, können Sie eine Zählkette (Tasbih) oder Ihre Finger zur Hilfe nehmen. Sollten Sie dennoch einen Fehler machen, ist Allah der Allverzeihende. Konzentrieren Sie sich auf die Aufrichtigkeit Ihrer Absicht.
Kann ich das Gebet zu jeder Zeit verrichten?Ja, das Tasbih-Gebet kann zu jeder Zeit verrichtet werden, außer zu den verbotenen Gebetszeiten (z.B. bei Sonnenaufgang, direkt zur Mittagszeit, bei Sonnenuntergang), es sei denn, es handelt sich um ein Nachholgebet oder ein Gebet aus einem besonderen Grund.

Das Tasbih-Gebet ist eine unschätzbare Gabe Allahs an Seine Diener, ein Zeugnis Seiner unendlichen Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft. Es bietet jedem Muslim die Möglichkeit, sich von der Last der Sünden zu befreien und eine tiefere spirituelle Verbindung zu seinem Schöpfer aufzubauen. Mögen wir alle die Gelegenheit ergreifen, dieses segensreiche Gebet in unserem Leben zu praktizieren und von seinen immensen Belohnungen zu profitieren. Die Zeit, die wir dafür aufwenden, ist gering im Vergleich zu den ewigen Gewinnen, die es uns beschert.

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