Kann man sich eine beliebige Sure aussuchen?

Das islamische Gebet: Suren und ihre Bedeutung

07/05/2021

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Das Gebet, im Islam als Salah bekannt, ist eine der fünf Säulen unseres Glaubens und die direkteste Verbindung, die ein Muslim zu Allah aufbauen kann. Es ist ein Akt der Hingabe, des Gedenkens und der Dankbarkeit, der uns fünfmal täglich innehalten lässt, um unsere Beziehung zum Schöpfer zu stärken. Für viele, die neu im Islam sind oder ihr Wissen vertiefen möchten, können die Details des Gebets, insbesondere die Rezitation der Suren, zunächst verwirrend wirken. Fragen wie die Wiederholung bestimmter Suren oder die Notwendigkeit, immer neue Verse zu lernen, tauchen häufig auf. Dieser Artikel soll Licht in diese Angelegenheiten bringen und Ihnen helfen, Ihr Salah mit größerer Ruhe und Verständnis zu verrichten.

Was ist beim Gebet zu beachten?
Was Pflicht ist bei jedem Gebet ist Sure 1 (Al Fatiha). Der Prophet sagt in einem Hadith ,, Kein Gebet hat der, der nicht die Eröffnende (Al Fatiha) des Buches (Koran) liest". (Überliefert bei Buchari). Nach der Al Fatiha kann man rezitieren was man will und alles nach Al Fatiha ist freiwillig.
Inhaltsverzeichnis

Die Essenz des Salah: Eine Verbindung zu Allah

Das Gebet ist weit mehr als eine rituelle Pflicht; es ist eine spirituelle Reise, die Körper und Seele umfasst. Jede Bewegung, jedes Wort hat eine tiefere Bedeutung und trägt dazu bei, unsere Demut und unseren Gehorsam auszudrücken. Durch das Gebet suchen wir Vergebung, bitten um Führung und drücken unsere Dankbarkeit für die unzähligen Segnungen Allahs aus. Es ist eine Gelegenheit, den Alltag hinter uns zu lassen und uns ganz auf unseren Schöpfer zu konzentrieren, eine Pause, die uns Kraft und Frieden schenkt.

Die Rolle der Suren im Gebet: Flexibilität und Notwendigkeit

Ein zentraler Bestandteil jeder Gebetseinheit, bekannt als Rak'ah, ist die Rezitation von Suren aus dem Heiligen Koran. Doch welche Suren müssen rezitiert werden und welche Freiheiten gibt es dabei? Diese Fragen sind essenziell für ein korrektes und selbstbewusstes Gebet.

Al-Fatiha: Das Herzstück jeder Rak'ah

Die Sure Al-Fatiha, oft als „Die Eröffnung“ oder „Die Mutter des Buches“ bezeichnet, ist die absolut notwendigste Sure in jedem Gebet. Ohne ihre Rezitation ist das Gebet nach den meisten Rechtsschulen ungültig. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte: „Es gibt kein Gebet für den, der nicht die Eröffnung des Buches (Al-Fatiha) rezitiert.“ Dies unterstreicht ihre universelle Bedeutung und ihre Rolle als obligatorischer Bestandteil jeder einzelnen Rak'ah, unabhängig davon, ob es sich um ein Farz-, Sunnah- oder Nafila-Gebet handelt. Al-Fatiha ist ein Gebet an sich, eine Bitte um Rechtleitung und ein Ausdruck des Lobpreises für Allah.

Weitere Suren: Freie Wahl und Wiederholung

Nach der Sure Al-Fatiha in den ersten beiden Rak'ahs der Farz-Gebete (und in allen Rak'ahs der Sunnah-, Witr- und Nafila-Gebete) ist die Rezitation einer weiteren Sure oder einiger Verse aus dem Koran vorgeschrieben. Hier kommt die Flexibilität ins Spiel, die Ihre Frage aufwirft:

  • Wiederholung derselben Suren: Ja, es ist absolut erlaubt und völlig in Ordnung, für alle Farz-Gebete die gleichen Suren nach Al-Fatiha zu rezitieren. Wenn Sie beispielsweise im 1. Rak'ah Sure Al-Kafiroon und im 2. Rak'ah Sure Al-Ikhlas rezitieren, können Sie dies bei jedem Öglen-, Ikindi-, Aksam- und Yatsi-Namaz so beibehalten. Es ist keine Sünde oder ein Fehler, die gleichen Suren zu rezitieren. Viele Muslime, insbesondere Anfänger oder solche mit einem begrenzten Repertoire an auswendig gelernten Suren, nutzen diese Möglichkeit, und ihr Gebet ist vollkommen gültig.
  • Warum YouTube-Videos variieren: Die Praxis, in YouTube-Videos oder von erfahrenen Betenden verschiedene Suren zu rezitieren, hat oft didaktische oder ästhetische Gründe. Es dient dazu, die Vielfalt des Korans zu zeigen, die Gebetsrezitation abwechslungsreicher zu gestalten oder den Zuschauern beizubringen, wie man verschiedene Suren ins Gebet integrieren kann. Es ist jedoch keine religiöse Pflicht, bei jedem Gebet neue Suren zu verwenden.
  • Beliebige Sure: Ja, nach Al-Fatiha können Sie prinzipiell jede beliebige Sure oder sogar nur drei kurze Verse aus dem Koran rezitieren, solange sie Sinn ergeben und nicht zu kurz sind. Die Auswahl ist Ihnen überlassen, solange Sie die minimale Anforderung erfüllen.

Ihr Gebetsablauf ist korrekt!

Basierend auf Ihrer Beschreibung, dass Sie Al-Fatiha in allen vier Rak'ahs rezitieren, gefolgt von Al-Kafiroon im ersten und Al-Ikhlas im zweiten Rak'ah, und in den dritten und vierten Rak'ahs der Farz-Gebete nur Al-Fatiha, ist Ihr Gebet nach den meisten islamischen Rechtsschulen vollständig und korrekt. Dies ist eine gängige und akzeptierte Praxis. In den letzten beiden Rak'ahs der Farz-Gebete (Dhuhr, Asr, Isha) ist es Sunnah, nur Al-Fatiha zu rezitieren, ohne eine weitere Sure hinzuzufügen, obwohl es erlaubt wäre. Ihre Vorgehensweise entspricht der Sunnah des Propheten (Friede sei mit ihm) und der Gelehrten.

Was ist die Sura und warum ist sie so wichtig?
Die Sura hat vier Verse und wird im dritten und vierten Rak’ah jedes Salah rezitiert. Es ist eine wichtige Surah, die beim Salah rezitiert wird, da sie unseren Glauben an die Einheit Allahs bekräftigt und uns daran erinnert, dass Er der Einzige ist, der der Anbetung würdig ist. بِسْمِ اللَّـهِ الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ قُلْ هُوَ اللَّـهُ أَحَدٌ

Wichtige Rezitationen jenseits der Suren

Das Gebet besteht nicht nur aus Suren, sondern aus einer Reihe weiterer wichtiger Rezitationen und Handlungen, die das Salah vervollständigen:

  • Takbir (Allahu Akbar): Der Ruf „Allah ist am größten“ markiert den Beginn des Gebets (Takbiratul Ihram) und die Übergänge zwischen den Gebetspositionen.
  • Dua Sana (Subhanakallahumma): Ein Eröffnungsgebet, das nach dem Takbiratul Ihram und vor Al-Fatiha gesprochen wird. Es ist Sunnah, aber nicht obligatorisch.
  • Tasbih im Ruku und Sujud: Während der Verbeugung (Ruku) und Niederwerfung (Sujud) werden Lobpreisungen an Allah gesprochen, z.B. „Subhana Rabbiyal Azim“ (Verbeugung) und „Subhana Rabbiyal A'la“ (Niederwerfung).
  • Tasmi' und Tahmid: Beim Aufrichten aus dem Ruku spricht man „Sami Allahu liman hamidah“ (Allah hört denjenigen, der Ihn lobt) und dann „Rabbana lakal hamd“ (Unser Herr, Dir gebührt alles Lob).
  • Tashahhud (At-Tahiyyaatu): Ein Glaubensbekenntnis, das im Sitzen in der Mitte und am Ende des Gebets rezitiert wird. Es ist wesentlich für die Gültigkeit des Gebets.
  • Salawat (Durud Ibrahimiyyah): Gebete für den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), gesprochen nach dem Tashahhud im letzten Sitzen des Gebets.
  • Salam (Assalamu alaikum wa rahmatullah): Die Friedensgrüße, die das Gebet nach rechts und links abschließen.

Der Ablauf des Gebets: Schritt für Schritt erklärt

Um das Gebet mit Zuversicht zu verrichten, ist es hilfreich, den gesamten Ablauf zu verstehen:

  1. Fassen der Absicht (Niyyah): Bevor Sie beginnen, fassen Sie in Ihrem Herzen die Absicht, das jeweilige Gebet für Allah zu verrichten.
  2. Durchführen der Waschung (Wudu): Stellen Sie sicher, dass Sie rituell rein sind. Waschen Sie Hände, Gesicht, Arme, streichen Sie über den Kopf und waschen Sie die Füße in der vorgeschriebenen Reihenfolge.
  3. Ausrichtung zur Qiblah: Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Kaaba in Mekka auf.
  4. Beginn des Gebets (Takbiratul Ihram): Heben Sie Ihre Hände auf Schulter- oder Ohrhöhe und sprechen Sie „Allahu Akbar“, um das Gebet zu beginnen. Ab diesem Moment sind Sie im Gebetszustand.
  5. Stehen (Qiyam) und Rezitation: Legen Sie Ihre rechte Hand über die linke auf der Brust oder unterhalb des Nabels. Rezitieren Sie gegebenenfalls Dua Sana, dann Sure Al-Fatiha und anschließend eine weitere Sure oder Verse.
  6. Verbeugung (Ruku): Sprechen Sie „Allahu Akbar“, verbeugen Sie sich, legen Sie die Hände auf die Knie und halten Sie den Rücken gerade. Sprechen Sie dreimal oder öfter „Subhana Rabbiyal Azim“.
  7. Aufrichten (Qawmah): Richten Sie sich auf und sprechen Sie dabei „Sami Allahu liman hamidah“. Wenn Sie aufrecht stehen, fügen Sie „Rabbana lakal hamd“ hinzu.
  8. Niederwerfung (Sujud): Sprechen Sie „Allahu Akbar“ und werfen Sie sich nieder, sodass Stirn, Nase, Hände, Knie und Zehen den Boden berühren. Sprechen Sie dreimal oder öfter „Subhana Rabbiyal A'la“.
  9. Sitzen zwischen den Niederwerfungen (Jalsah): Sprechen Sie „Allahu Akbar“ und setzen Sie sich kurz aufrecht hin.
  10. Zweite Niederwerfung: Sprechen Sie „Allahu Akbar“ und führen Sie eine zweite Niederwerfung durch, wie zuvor beschrieben.
  11. Aufstehen für die nächste Rak'ah oder Sitzen für Tashahhud: Nach der zweiten Niederwerfung stehen Sie entweder für die nächste Rak'ah auf (mit „Allahu Akbar“) oder setzen sich für den Tashahhud hin, falls es die letzte oder vorletzte Rak'ah ist.
  12. Sitzen für Tashahhud und Salawat: Im Sitzen rezitieren Sie den Tashahhud (At-Tahiyyaatu). In der letzten Rak'ah fügen Sie nach dem Tashahhud die Salawat (Durud Ibrahimiyyah) hinzu und können anschließend persönliche Bittgebete sprechen.
  13. Abschluss mit Salam: Drehen Sie Ihren Kopf zuerst nach rechts und sagen Sie „Assalamu alaikum wa rahmatullah“, dann nach links und wiederholen Sie den Gruß. Damit ist das Gebet beendet.

Anzahl der Rak'ahs pro Gebet

Die Anzahl der Rak'ahs variiert je nach Tageszeit und Art des Gebets. Es ist wichtig, die vorgeschriebene Anzahl der Farz-Rak'ahs einzuhalten, während zusätzliche Sunnah- und Nafila-Gebete empfohlen, aber nicht obligatorisch sind.

Gebet (Namaz)Farz (Pflicht)Sunnah (Empfohlen)Witr (Optional/Wajib)
Fajr (Morgengebet)2 Rak'ahs2 Rak'ahs (vor Farz)-
Dhuhr (Mittagsgebet)4 Rak'ahs4 Rak'ahs (vor Farz), 2 Rak'ahs (nach Farz)-
Asr (Nachmittagsgebet)4 Rak'ahs4 Rak'ahs (vor Farz, nicht stark betont)-
Maghrib (Abendgebet)3 Rak'ahs2 Rak'ahs (nach Farz)-
Isha (Nachtgebet)4 Rak'ahs2 Rak'ahs (nach Farz)3 Rak'ahs (nach Farz, Wajib für Hanafiten)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Um die häufigsten Unsicherheiten zu klären, hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

Muss ich immer neue Suren lernen, um mein Gebet gültig zu machen?

Nein, definitiv nicht für die Gültigkeit des Farz-Gebets. Es ist ausreichend, wenn Sie die Sure Al-Fatiha und eine weitere kurze Sure oder einige Verse aus dem Koran beherrschen, um alle Ihre täglichen Pflichtgebete zu verrichten. Es ist jedoch lobenswert und wird belohnt, wenn Sie sich bemühen, mehr Suren zu lernen, um Ihr Gebet zu bereichern und die Vielfalt des Korans zu reflektieren.

Ist es schlimm, wenn ich immer dieselben Suren rezitiere, z.B. Al-Kafiroon und Al-Ikhlas?

Nein, es ist überhaupt nicht schlimm. Diese Praxis ist absolut zulässig und stellt keine Sünde oder einen Fehler dar. Die Gültigkeit Ihres Gebets ist dadurch in keiner Weise beeinträchtigt. Viele Muslime, insbesondere diejenigen, die nicht so viele Suren auswendig können, verfahren genau so, und das ist vollkommen akzeptabel.

Was passiert, wenn ich eine Sure vergesse oder falsch rezitiere?

Wenn Sie eine Sure nach Al-Fatiha vergessen oder sich versprechen, ist das Gebet in der Regel weiterhin gültig, solange Sie die Al-Fatiha korrekt rezitiert haben und die fehlerhafte Sure nicht die Al-Fatiha selbst ist. Bei größeren Fehlern oder dem Vergessen einer obligatorischen Säule (wie einer Rak'ah oder einer Niederwerfung) kann eine „Sajdah Sahw“ (Niederwerfung der Vergesslichkeit) erforderlich sein, um das Gebet zu korrigieren. Bei geringfügigen Fehlern ist das Gebet meistens gültig und bedarf keiner Korrektur.

Was bedeutet das Wort beten?
beten Vb. ‘sich in innerer Sammlung an Gott wenden, zu Gott sprechen’. Mit Einführung des Christentums wird für den bei den Germanen unbekannten Begriff des Betens ein von ahd. beta, asächs. beda, mnl. bede ‘Bitte’ (besonders ‘Bitte an Gott’), germ. *bedō abgeleitetes Verb ahd. betōn ‘beten’ (8.

Kann ich jede beliebige Sure nach Al-Fatiha rezitieren?

Ja, Sie können prinzipiell jede Sure oder auch nur drei aufeinanderfolgende Verse aus dem Koran nach Al-Fatiha rezitieren, solange sie nicht zu kurz sind (z.B. nur ein oder zwei Wörter). Es gibt keine Einschränkung auf bestimmte Suren, abgesehen von Al-Fatiha selbst, die obligatorisch ist.

Warum ist das Gebet so wichtig?

Das Gebet ist die wichtigste Säule des Islam nach dem Glaubensbekenntnis. Es ist die direkte Verbindung zu Allah, eine Quelle des inneren Friedens, der Reinigung von Sünden und der Stärkung des Glaubens. Es erinnert uns an unsere Abhängigkeit von Allah und unsere Bestimmung im Leben. Es ist ein Akt der Dankbarkeit und Demut, der uns hilft, uns auf das Jenseits vorzubereiten und ein tugendhaftes Leben zu führen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ihr Verständnis und Ihre Praxis des Gebets, insbesondere hinsichtlich der Suren Al-Kafiroon und Al-Ikhlas, vollkommen korrekt sind. Das Wichtigste ist die Aufrichtigkeit der Absicht und die Einhaltung der grundlegenden Säulen des Gebets. Möge Allah Ihre Gebete annehmen und Sie auf Ihrem spirituellen Weg stärken. Bleiben Sie standhaft in Ihrem Gebet, denn es ist der Schlüssel zum Erfolg in diesem Leben und im Jenseits.

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