29/01/2023
Die Welt der Prophetie ist faszinierend und tiefgründig, ein Bereich, in dem Gott direkt mit seinen Menschen kommuniziert. Wie der Prophet Amos in Kapitel 3, Vers 7 verkündet: „Gott, der Herr, tut nichts, ohne dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, offenbart hat.“ In den letzten Jahren hat sich im deutschsprachigen Raum eine bemerkenswerte Zunahme sowohl in der Anzahl der Beter als auch in der Qualität des Gebetslebens gezeigt. Immer mehr Christen werden vom Heiligen Geist dazu berufen, sich im prophetischen Dienst einsetzen zu lassen. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Gebetsbewegungen wie der Wächterruf sich entschlossen haben, eine Plattform für den prophetischen Dienst zu schaffen. Doch wie kann man diese göttliche Gabe verstehen, empfangen und verantwortungsvoll weitergeben?
- Wie Sie sich für prophetische Gaben vorbereiten können
- Wie Prophetie offenbart wird: Verschiedene Kanäle
- Wie man ein prophetisches Wort empfängt
- Interpretation prophetischer Worte
- Verschiedene Arten des Prophetischen Wortes
- Wie man ein prophetisches Wort gibt
- Sei feinfühlig für die Atmosphäre
- Wie man ein Wort weitergibt
- Sei nicht negativ
- Lege niemanden bloß
- Versuche nicht gebildet zu erscheinen (Don't try to be clever)
- Sei feinfühlig für die Person, über die Du prophezeist
- Halte nicht nach Hinweisen Ausschau
- Entschuldige Dich nicht, bevor Du ein Wort gibst
- Riskiere nichts (Don't throw yourself into the deep end)
- Benutze gute Sätze
- Mädchen und Jungen
- Prophetie festhalten
- Der Unterschied zwischen Persönlicher und Privater Prophetie
- Jemandem gegenüber verantwortlich sein (Accountability Process)
- Prophetie beurteilen und abwägen
- Was macht man, wenn man ein prophetisches Wort bekommen hat?
- Wie man mit falscher Prophetie umgeht
- Häufig gestellte Fragen zur Prophetie
Wie Sie sich für prophetische Gaben vorbereiten können
Wenn die Prophetie eine Gabe des Heiligen Geistes ist und uns in 1. Korinther 14,1 aufgetragen wird, „uns um die Geistesgaben zu bemühen, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede“, dann sollte jeder Christ, der mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, bis zu einem gewissen Grad erwarten können, Prophetie auszuüben. Wenn wir uns fragen, warum wir nicht alles erleben, was Gott für uns im Bereich der Prophetie bereithält, sollten wir überlegen, was wir tun können, damit diese Gabe eine größere Rolle in unserem Leben spielt.

Sich nach Gott ausstrecken (Pursue God)
Genau wie ein defekter CD-Player am besten vom Hersteller repariert wird, müssen wir Gott verstehen, um uns im Prophetischen besser bewegen zu können. Wenn wir ihn verstehen, haben wir eine viel größere Chance, Prophetie zu verstehen. Um nach Prophetie zu streben, strecken wir uns nach Gott aus. Da „Gott Liebe ist“ (1. Johannes 4,16), strecken wir uns nach seinem Wesen aus, indem wir uns nach Liebe ausstrecken. Jede Gabe wird am besten von ihrem Hersteller verstanden.
Veränderung des Herzens
Wenn wir viel Zeit mit einer Person verbringen, können deren Eigenschaften auf uns abfärben. Genauso wird unser Herz durch das Ausstrecken nach Liebe beeinflusst. Indem wir viel Zeit damit verbringen, nach Liebe und damit nach Gott zu streben, werden wir mehr wie Gott. Durch das Ausstrecken nach Gottes Liebe bereiten wir unsere Herzen vor – wir machen dessen Grund fruchtbar, sodass Gott prophetische Saat hineinsäen kann. Je mehr man Gottes Herzen entspricht, desto besser kann man am Prophetischen dranbleiben und es verstehen. Liebe ist die Basis für Prophetie.
Halten Sie den Gebetskanal offen
Auch wenn wir all das tun, wie können wir erwarten, dass Gott zu uns spricht und uns prophetische Worte gibt, wenn wir gar nicht mit ihm reden? Wir wollen, dass Gott zu unserem Geist spricht – zu dem Teil von uns, der für Gaben wie Prophetie geschaffen ist. Unser Geist ist für den geistlichen Gebrauch geschaffen. Wenn wir in Sprachen beten, ist unser Geist besonders sensibel für Gott, da die Worte von diesem Teil von uns kommen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir nicht prophezeien können, wenn wir nicht in Sprachen beten können. Jeder Mensch ist mit einem Geist geschaffen – er ist der Teil in uns, der Gottes Bild reflektiert. Wir müssen in Kontakt zu unserem Geist kommen, um in Kontakt zu Gott zu kommen. Indem wir den Kanal zu Gott durch Gebet offenhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit, zu hören, was Gott uns sagt.
Wie Prophetie offenbart wird: Verschiedene Kanäle
Es ist wichtig, daran zu denken, dass Gott extrem kreativ ist und auf vielen verschiedenen Wegen zu uns sprechen kann. Wenn uns das bewusst ist, können wir versuchen, diese Kanäle offen zu halten und so die Wahrscheinlichkeit, von Gott zu hören, erhöhen.
Visionen
Es gibt gewöhnliche und außergewöhnliche (oder übernatürliche) Visionen. Gewöhnliche Visionen nutzen Alltagsgegenstände (z.B. Jeremia 1,11), während in übernatürlichen Visionen Engel prophetisch reden können (Apostelgeschichte 10). Eine Vision ist eine Bildersprache Gottes und braucht geduldige Erklärung, ähnlich wie Jesus in Gleichnissen lehrte. Ein Großteil der prophetischen Sprache ist bildhaft und muss mit Kraft und Elan vermittelt werden.
Träume
Gott hat zu vielen Menschen der Bibel durch Träume gesprochen (z.B. Joseph in 1. Mose 37). Es ist möglich, dass wir einen Traum haben und ein anderer ihn auslegt. Deshalb ist es wichtig, jeden Traum, von dem wir denken, er sei von Gott, aufzuschreiben. Dann können wir mit anderen darüber beten und auf Gott warten, um zu sehen, was er uns mitteilen will. Träume können unsere Aufmerksamkeit auf bedeutsame Tatsachen lenken und bedürfen oft einer erfahrenen Auslegung.
Eindrücke
Eindrücke sind innere Gefühle (stark oder schwach) im Zusammenhang mit einer Situation oder Person (Leid, Freude, Frieden, Schmerz). Wir müssen Gott fragen, warum er uns diesen Eindruck gegeben hat und was wir damit tun sollen. Eindrücke sind oft nur der Anfang; man muss Gott weitere Fragen stellen, damit sie sich zu einem schärferen Bild oder einem konkreten Punkt entwickeln. Wir müssen vom Heiligen Geist und von Glauben geleitet werden.
Worte sehen
Manchmal können Worte über Menschen im Geist oder sogar physisch an ihnen gesehen werden. Diese Worte (einzeln oder mehrere) sind Schlüssel zu einer Botschaft Gottes. Zum Beispiel kann das Wort „Heilung“ bedeuten, dass die Person Heilung braucht, jemand in ihrem Umfeld Heilung braucht oder Gott sie in den Heilungsdienst berufen will. Man muss geduldig sein und sich Zeit nehmen, um einen Gesamteindruck der Botschaft zu erhalten, bevor man spricht.
Leise oder laute Stimme
Gott kann in einem Flüsterton (1. Könige 19,11-13) oder laut und hörbar sprechen. Um Gott zu hören, muss man leise und ruhig werden. Am Anfang mag nichts passieren, aber das Wichtigste ist, unsere Herzen vorzubereiten, die leise Stimme erkennen zu können. Gott wird das belohnen.
Bibelstellen
Besondere Bibelverse oder -geschichten können einem einfallen, durch die Gott sprechen will. Sie können eine wörtliche Anwendung haben (z.B. Jeremia 18,1-6 bei Charakterformung) oder prophetisch auf zukünftige Ereignisse hinweisen (z.B. Markus 4,35-41 bei stürmischen Zeiten).
Sätze
Ein Satz, der einem beim Beten für jemanden einfällt, kann Gottes Wort für diese Person sein – ein prophetisches Wort oder ein Hinweis für den Beter, wofür er beten soll (z.B. „Oh, Haus Israel, kann ich mit Dir nicht machen, wie es ein Töpfer tut...“).
Alltägliche Gegenstände
Gott kann gewöhnliche Gegenstände wie Äpfel, Stühle oder Bücher dazu benutzen, zu uns zu sprechen. Ein Apfel könnte zum Beispiel bedeuten, dass eine Person mehr von Gott genährt werden muss oder dass Gott an den Früchten des Heiligen Geistes arbeitet. Sichtbare Gegenstände in Prophetien ähneln Visionen und Träumen und sind in der Bibel stark mit Propheten verbunden (z.B. Jeremia 13,1-11). Es ist wichtig, sich nicht auf eine Methode zu versteifen, um die prophetische Gabe weiter auszubilden.
Wie man ein prophetisches Wort empfängt
Das Empfangen eines prophetischen Wortes ist ein Prozess, der Sensibilität und Übung erfordert.
Äußerer und innerer Druck
Es ist nicht ungewöhnlich, angespannt zu sein oder unter Druck zu stehen, bevor man eine Prophetie empfängt, besonders in Situationen, in denen Prophetie erwartet wird. Statt sich mit diesem unbehaglichen Gefühl zu beschäftigen, sollte man an Gott dranbleiben. Indem man sich ganz nah an Gott zieht, öffnet man sich für den Heiligen Geist, der nie ängstlich oder nervös ist. Der äußere Druck wird dann innerlich durch den Heiligen Geist kompensiert. Gott erlaubt oft äußeren Druck, bietet aber eine Lösung: den Heiligen Geist. So lernen wir, uns nach Gott auszustrecken (Psalm 46,10: „Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin“).
Die richtige Wellenlänge haben
Sobald man sich versichert hat, dass sein Herz auf der gleichen Wellenlänge wie Gottes ist, wächst die Wahrscheinlichkeit, von Gott zu hören. Dies bedeutet, unserem Geist zu erlauben, zu ruhen und still zu sein. Unser Geist gehört Gott und versucht immer, sich auf seinen Erschaffer zu konzentrieren. Indem man seinen Geist dies einfach tun lässt, kann man sich auf Gottes Frequenz einstellen. Was Er einem dann leise zuflüstert, kann so laut erscheinen wie ein Rufen. Anbetung ist der Schlüssel, denn sie bringt uns an einen Ort des Friedens und der Ruhe.
Last
Diese Ruhe erlaubt uns nicht immer, den Rhythmus und Frieden von Gottes Herz zu spüren. Aber sie bereitet unser Herz darauf vor, eine Last zu bekommen – etwas, das ein bedeutendes Gewicht hat, das einen treibt und drängt, zu beten. Dies kann eine Last sein, für eine bestimmte Person zu beten. Wir sollten Gott fragen, ob Er vielleicht durch uns zu dieser Person sprechen will. Eine Last zu haben, bevor man prophezeit, bedeutet, dass man mit Gefühlen prophezeien kann, weil der Heilige Geist einen befähigt, auszudrücken, was man wegen der Last fühlt.
Halte inne und sei geduldig
Vielleicht ist es trotzdem klug, zu warten und geduldig und vorbereitet zu sein, bevor man etwas über jemandem ausspricht. Gott möchte vielleicht die Last noch vergrößern. Eine Last zu bekommen, sollte uns veranlassen, den Herrn zu suchen. Deshalb sind Stille und eine Pause oder Ruhe wiederum notwendig. Wir müssen lernen, uns Zeit zu nehmen – Zeit für Gott.

Frage Gott – Warum?
Fragen Sie Gott, warum er Ihnen diese Last gegeben hat. Wenn wir mit tiefer Traurigkeit belastet sind, ist es möglich, dass die Person, für die man mitfühlt, auch traurig ist. Aber würde es etwas bringen, dies über der Person zu prophezeien? Sicher weiß sie, dass sie traurig ist. Fragen Sie Gott. Es kann sein, dass der HERR uns etwas über diese Traurigkeit mitteilen möchte, um zu helfen. Unsere prophetische Ermutigung kann die Niedergeschlagenheit wegheben und die Freude des HERRN wiederherstellen. Man muss daran denken, dass man in das Leben eines Menschen spricht und deshalb aufpassen muss, dass man richtig liegt.
Interpretation prophetischer Worte
Es kann vorkommen, dass Gott prophetisch zu uns spricht (z.B. durch Träume, Visionen oder Bilder), und wir wissen dann nicht, wie sie zu interpretieren sind. In diesem Fall sollten wir um eine Interpretation beten. Gott könnte sogar die Interpretation jemand anderem geben. Deswegen ist es immer gut, mit jemand anderem darüber zu beten.
In manchen Fällen ist es sogar richtig, die Prophetie ohne Interpretation dem zu geben, für den sie bestimmt ist. Dann ist es gut, mit der Person zusammen zu beten, damit sie eine Interpretation bekommt. Wenn keine Interpretation kommt, kann es gut sein, die Person zu ermutigen, das Wort zu behalten und es für eine Weile auf die Seite zu legen. Es könnte noch nicht die richtige Zeit für eine Interpretation sein. Es könnte auch sein, dass Gott will, dass derjenige selbst für die Interpretation betet. Dadurch kann dessen Beziehung zu Gott ein neues Level erreichen, weil er Gott die Interpretation in sein eigenes Herz sprechen hört.
Verschiedene Arten des Prophetischen Wortes
Prophetische Worte können sich in ihrer Natur und ihrem Zweck unterscheiden.
Das Logische und Vernünftige vs. das Übernatürliche
Einige prophetische Worte können uns logisch und vernünftig erscheinen. Andere stimmen nicht mit unserer Logik und unserem Verstand überein, weil sie eventuell über etwas Zukünftiges sprechen (z.B. die Prophezeiung einer Universität in einer Stadt, die keine hatte). Wenn wahre Prophetie immer gut ist und ermutigen soll, muss man sich immer fragen, ob das, was man sagt, wirklich ermutigt.
Offenbarende Prophetie vs. Inspirationelle Prophetie
Es ist wichtig, zwischen diesen beiden Haupttypen zu unterscheiden, da sie unterschiedliche Verantwortlichkeiten und Anwendungen haben:
| Merkmal | Offenbarende Prophetie | Inspirationelle Prophetie |
|---|---|---|
| Zweck | Richtungsweisend, korrigierend, tiefgreifend | Anregend, ermutigend, Glauben stärkend |
| Umfang | Kann Lebensrichtung beeinflussen, Verhaltenskorrektur | Fördert Glauben, Anbetung, Freude, Frieden |
| Umgang | Muss mit einem Leiter abgesprochen werden, bevor man es weitergibt | Gängige, einfache Prophetie, jeder geistgefüllte Christ kann sie ausüben |
| Gefahr | Falsche offenbarende Prophetie kann tief verletzen und betrüben | Geringere Gefahr, da allgemeiner und weniger spezifisch |
Offenbarende Prophetie enthält normalerweise Korrektur und Richtungsweisung. Man sollte Fingerspitzengefühl aufweisen, wenn man damit umgeht.
Wie man ein prophetisches Wort gibt
Die Art und Weise, wie ein prophetisches Wort übermittelt wird, ist entscheidend für seine Wirkung.
Sei feinfühlig für die Atmosphäre
Man sollte feinfühlig für die Atmosphäre sein, die Gott schafft, und empfindsam für die Gefühle der Person, für die man betet. Man muss vorsichtig sein, nicht voreilig Schlüsse zu ziehen. Je nachdem, wie man die Atmosphäre empfindet, so sollte auch das Wort ausfallen.
Wie man ein Wort weitergibt
Wirkt das Wort besser, wenn es ausgesprochen oder aufgeschrieben wird? Man muss sich vergewissern, dass die Art und Weise angemessen ist und der Inhalt in der momentanen Situation gut weitergegeben werden kann. Fragen Sie Gott, wie das Wort vermittelt werden soll.
Sei nicht negativ
Gott ist ein guter, liebender Gott – immer. Deswegen sollte ein prophetisches Wort auch gütig und liebevoll sein, selbst wenn es zur Umkehr aufruft. Eine negative Formulierung kann Menschen von Gott entfremden. Auf diese Weise können Menschen Gott erfahren, so wie Er erfahren werden will.
Lege niemanden bloß
Wenn Gott uns detaillierte Informationen über jemanden gibt, heißt das nicht automatisch, dass wir das ausnutzen, indem wir es der Person gleich erzählen, besonders nicht in Anwesenheit von anderen. Diese Hintergrundinformationen sind oft dazu da, uns zu helfen, wirkungsvoll und mit Feingefühl zu beten. Prophetie soll immer ermutigend sein, nicht entmutigend, und Menschen näher zu Gott bringen.
Versuche nicht gebildet zu erscheinen (Don't try to be clever)
Man prophezeit nicht, um einen guten Eindruck auf andere zu machen, sondern um Menschen näher zu Gott zu bringen. Gott soll im Mittelpunkt stehen, nicht man selbst. Es ist wichtiger, dass der andere versteht, was gesagt wird, als dass er von unserem geistlichen Vokabular beeindruckt ist.
Sei feinfühlig für die Person, über die Du prophezeist
Man sollte zu jeder Zeit daran denken, dass es um das Leben anderer geht. Genauso wie jeder Mensch einzigartig ist, so sollte man selbst auf jeden eingehen und ihm die Art und Weise, wie die Prophetie überbracht wird, anpassen. Sensibel zu sein bedeutet nicht, den Inhalt des prophetischen Wortes zu verändern (solange er richtig ist!), sondern die Methode der Weitergabe. Der Heilige Geist ist sehr gut darin, Gottes Wesen in uns durch ein sensibles Herz freizusetzen.
Halte nicht nach Hinweisen Ausschau
Es ist wichtig, nach Gottes Methode zu suchen, wie wir das Wort übergeben sollen. Allerdings ist es sehr wichtig, dass wir nicht nach Hinweisen suchen, in welche Richtung das Wort gehen könnte. Schließlich kennt Gott jeden von uns besser als wir es je könnten. Um 100% Genauigkeit zu garantieren, ist die einzige Person, auf die wir uns verlassen können, Gott. Verlassen Sie sich auf Ihren Instinkt, der vom Heiligen Geist geleitet wird, und nicht auf äußere Reaktionen. Dies ist der Schlüssel zur Prophetie.
Entschuldige Dich nicht, bevor Du ein Wort gibst
Was für uns ein offensichtliches und unbedeutendes Wort zu sein scheint, kann für die Person, für die man betet, genau das sein, was sie braucht. Wenn man sagt: „Ich glaube, Gott sagt mir etwas für dich, aber es ist nicht gerade bedeutend oder was Besonderes“, wertet man ab, was Gott sagt. Wenn Er denken würde, dass es nichts Bedeutendes oder Besonderes ist, dann würde Er es nicht sagen.
Riskiere nichts (Don't throw yourself into the deep end)
Man sollte vorsichtig sein und bei einem prophetischen Wort nichts riskieren. Es ist leicht, sich zu versteifen und aufgeregt nur noch herumzulabern. Wenn wir aber Worte prophezeien, die nicht von Gott sind, können wir viel mehr Schaden anrichten als Gutes tun. Gott hat uns erlaubt, von ihm gebraucht zu werden und sein Wort an andere weiterzugeben. Das ist ein Privileg, das wir hoch schätzen sollten. Beginnen Sie auf einfache Weise, wenn Sie prophezeien, und fügen Sie später hinzu. „Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns verliehenen Gnade, so lasst sie uns gebrauchen: es sei Weissagung, nach dem Maß des Glaubens;“ (Römer 12,6). Es ist schwerer, etwas rückgängig zu machen, was gesagt wurde, als etwas hinzuzufügen.
Benutze gute Sätze
Es ist gut, Sätze wie: „Ich denke, Gott sagt...“, „Ich glaube...“ oder „Ich fühle...“ zu benutzen, statt zu behaupten „Das ist, was Gott sagt“. Dann wird die Person, für die man betet, es leichter finden, das Wort zu beurteilen, weil sie weiß, dass der Mensch sich irren kann.
Mädchen und Jungen
Im Allgemeinen ist es gut, wenn Mädchen über Mädchen und Jungs über Jungs prophezeien. Wenn es jedoch nicht möglich ist, diese Regel einzuhalten, dann sollte eine dritte Person dabei sein, wenn Sie für jemanden des anderen Geschlechts beten. Seien Sie sehr vorsichtig mit körperlichem Kontakt und auch mit der Sprache, die Sie benutzen. Menschen können sehr verletzlich sein, wenn sie eine Prophetie bekommen, und wir wollen nicht, dass irgendetwas ihre Unsicherheit vergrößert oder ihre Verletzlichkeit ausgenutzt wird.

Prophetie festhalten
Es ist eine sehr gute Praxis, Prophetie aufzunehmen oder aufzuschreiben. Auf diese Weise hat die Person, für die die Prophetie bestimmt ist, eine vollständige Aufzeichnung von dem Gesagten. Andernfalls hat sie vielleicht die Hälfte vergessen, wenn sie zu Hause ist. Prophetie aufzuschreiben, ist auch eine gute Möglichkeit, eine ständig erweiterte Aufzeichnung von dem, was gesagt wurde, zu haben. Man sollte wirklich die Disziplin entwickeln, Prophetie auf irgendeine Weise festzuhalten, egal ob wir derjenige sind, der Prophetie gibt oder der, der sie bekommt. Viele Prophetien in der Bibel wurden festgehalten und wirken Tausende von Jahren später immer noch. Oft gibt Gott uns ein prophetisches Wort, das nicht sofort ausgesprochen werden soll, weshalb das Festhalten unerlässlich ist.
Der Unterschied zwischen Persönlicher und Privater Prophetie
Es ist entscheidend, zwischen diesen beiden Formen der Prophetie zu unterscheiden, um Missverständnisse und potenzielle Probleme zu vermeiden.
| Merkmal | Persönliche Prophetie | Private Prophetie |
|---|---|---|
| Definition | Jemand erhält eine Prophetie direkt in sein Leben | Ein Wort wird unter vier Augen gegeben (oder in einem Treffen ohne Zeugen) |
| Zweck | Unterstützt, ermutigt, formt Charakter nach Gottes Wesen | Kann heikel sein, da geringere Verantwortlichkeit |
| Verantwortlichkeit | Hohe Verantwortlichkeit, oft im Kontext einer Gruppe oder Gemeinde | Niedrigere Stufe der Verantwortlichkeit, da keine Zeugen vorhanden sind |
| Schutz | Die Person, die das Wort erhält, ist geschützt durch Zeugen und den Kontext | Kein Schutz für den Empfänger, da keine Zeugen zum Durchsprechen vorhanden sind |
| Empfehlung | Immer gut, sollte gefördert werden | Vermeiden Sie es; gewöhnen Sie sich daran, in Gruppen von mindestens drei Leuten zu prophezeien |
Auch wenn wir denken, dass wir ein sehr privates Wort für jemanden haben, sollte man das Wort zusammen mit jemandem, der diese Person gut kennt, überprüfen. Dann kann man das Wort zusammen mit diesem anderen Freund übergeben.
Jemandem gegenüber verantwortlich sein (Accountability Process)
Zu jeder Zeit, wenn wir prophezeien, sollten wir jemand anderem gegenüber für unser Tun verantwortlich sein. Das bedeutet, dass wir dieser Person genug vertrauen, dass sie uns auch sagt, wenn sie denkt, dass wir etwas falsch machen (oder prophezeien). Sich jemandem gegenüber verantwortlich zu machen, bedeutet, dass man sich dem anderen und seiner Autorität unterordnen muss. Das ist ein demütigender Schritt. Doch indem man sich auf diese Weise demütigt, reflektiert man einen Teil von dem Wesen Jesu, der „nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen“ (Matthäus 20,28). Dieses System bietet ein Sicherheitssystem für jeden in der Entwicklung der prophetischen Gabe. Rechenschaft ist eine Sicherheitsmaßnahme.
Leiter haben die Rolle eines Filters
Einige Prophetien können die Richtung des Lebens einer Person beeinflussen oder Worte beinhalten, die gedacht sind, ein Verhalten oder den Lebensstil zu korrigieren. Es ist in diesem Fall wichtig, dass wir diese prophetischen Worte zuerst einem Leiter mitteilen, damit dieser alles, was falsch ist, vorher herausfiltern kann. Jeder hat bestimmte Überzeugungen, Frustrationen und Vorstellungen, die die Prophetie beeinflussen können. Leiter können dabei helfen, Menschen richtig einzustufen und sicherzustellen, dass die Prophetie von Gott ist und nicht von uns selbst.
Prophetie beurteilen und abwägen
Wenn man ein prophetisches Wort bekommen hat, ist es die klügste Einstellung, es zu beurteilen und abzuwägen. Kein Mensch ist perfekt und wir alle können Fehler machen. Man sollte seinen Verstand und Geist Gott öffnen, um herauszufinden, was Gott mit diesem Wort beabsichtigt.
Wie biblisch ist es?
Man sollte nur Prophetien annehmen, die mit der Bibel übereinstimmen, sowohl im wörtlichen Sinne als auch im allgemeinen Kontext der Schrift. Ein Wort, das jemanden in den vollzeitlichen Dienst schickt, muss zum Beispiel in eine Situation hineingegeben werden, wo Menschen fasten und beten und Leiter die Verantwortung übernehmen (wie in Apostelgeschichte 13).
Ist es tröstend und ermutigend?
Der allererste Zweck einer Prophetie sollte immer sein zu ermutigen – Prophetie sollte immer positiv sein. Auch korrigierende Prophetie, die zur Buße aufruft, hat ein positives Herz, da sie darauf abzielt, Positives zu errichten. Da Gott ein ermutigender Gott ist, sollte alle wahre Prophetie ermutigend sein.
Was ist der Geist hinter einer Prophetie?
Wenn die Prophetie von Gott gekommen ist, dann wird sie ganz klar Gottes Geist enthalten – den Heiligen Geist. Wenn der Geist der Prophetie eine Reflektion der Früchte des Geistes ist (Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstdisziplin, Galater 5,22), dann kann man annehmen, dass der Geist hinter der Prophetie gut ist und deswegen von Gott kommt. Die Bibel weist uns an, den Geist hinter einer Prophetie zu testen (1. Johannes 4,1). Genauigkeit in Prophetie ist nicht genug; die Gegenwart des Geistes Gottes muss da sein, nicht die eines menschlichen Geistes mit Frustrationen oder eines bösen Geistes (wie in Apostelgeschichte 16).
Erhöht die Prophetie Jesus?
Alle wahre Prophetie muss Jesus erhöhen. Prophetie darf die Aufmerksamkeit nicht auf den lenken, der sie gibt, sie muss sich immer auf Gott konzentrieren.
Was macht man, wenn man ein prophetisches Wort bekommen hat?
Nach dem Empfang eines prophetischen Wortes ist es wichtig, verantwortungsvoll damit umzugehen.
Sprechen Sie das Wort mit jemand anderem durch
Das Wort mit einem guten Freund oder Leiter durchzusprechen, ist sehr wertvoll. Diese Personen können Ratschläge geben und über das Wort beten, was sehr hilfreich sein kann, besonders bei „großen“ Worten. Das Teilen nimmt auch Druck vom Empfänger.
Versuchen Sie nicht, das Wort sofort zu erfüllen
Besonders bei großen, richtungsweisenden prophetischen Worten ist es wichtig, sich nicht sofort hineinzustürzen. Man sollte erwägen, ob es überhaupt die richtige Zeit dafür ist. Oft kommt nach dem Ruf vor der Erfüllung erst einmal Training.
Prophetien haben eine Bedingung an sich geknüpft
Jede persönliche Prophetie hat eine Bedingung an sich geknüpft. Der Grund, warum Gott zu uns prophetisch spricht, ist, damit in uns eine Erwiderung erfolgt. Diese Antwort bringt uns normalerweise dazu, unseren Lebensstil zu verändern. Wenn wir Gott nicht weiter suchen und ihm gefallen wollen, könnte Er seine Meinung ändern, wie in Jona 3,10. Wir müssen darauf achten, dass unser Leben Gott gefällt; dann wird sich erfüllen, was immer Er über uns ausgesprochen hat.
Wie man mit falscher Prophetie umgeht
Fehler sind menschlich, auch im prophetischen Dienst.
Wenn Sie der Überbringer der Prophetie sind
Jeder macht Fehler, und niemand wird immer fehlerfrei prophezeien. Wir dürfen keine Angst vor Fehlern haben, die uns davon abhält, Gottes Worte weiterzugeben. Durch Gottes Gnade können wir von Fehlern lernen und sicherer werden. Die persönliche Rechenschaft ist hierbei eine wichtige Sicherheitsmaßnahme.
Wenn Sie die Prophetie bekommen
Beurteilen und wägen Sie ein prophetisches Wort gerecht ab, indem Sie es mit jemandem durchsprechen, dem Sie sich verantwortlich fühlen. Wenn Sie denken, dass das Wort falsch ist, sollten Sie es fallen lassen. Oft ist nicht das gesamte Wort falsch, sondern nur bestimmte Aspekte; akzeptieren Sie die richtigen Teile und vernachlässigen Sie das Falsche. Leiter können helfen, Schaden zu vermeiden. Geben Sie konstruktives Feedback an den Geber, um aus einem Fehler eine positive Lernerfahrung zu machen.
Häufig gestellte Fragen zur Prophetie
- Was ist der Hauptzweck der Prophetie?
- Der Hauptzweck der Prophetie ist es, zu ermutigen, zu trösten und aufzuerbauen. Sie soll Menschen näher zu Gott bringen und sie in ihrem Glauben stärken. Auch korrigierende oder richtungsweisende Prophetie hat letztlich ein positives Ziel: die Wiederherstellung und das Wachstum im Leben des Empfängers.
- Kann jeder Christ prophezeien?
- Ja, die Bibel ermutigt jeden, der mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, sich um die Gabe der prophetischen Rede zu bemühen (1. Korinther 14,1). Es gibt verschiedene Stufen der Prophetie, von einfachen inspirierenden Worten bis hin zu offenbarenden Botschaften. Jeder kann lernen, Gottes Stimme zu hören und ein prophetisches Wort weiterzugeben.
- Was mache ich, wenn ich mir unsicher bin, ob ein prophetisches Wort von Gott ist?
- Es ist ratsam, das Wort zu beurteilen und abzuwägen. Prüfen Sie es anhand der Bibel: Ist es biblisch? Ist es ermutigend? Welcher Geist steckt dahinter? Erhöht es Jesus? Sprechen Sie mit einem vertrauenswürdigen Leiter oder Freund darüber. Es ist besser, ein Wort zurückzuhalten oder zu verwerfen, als ein falsches Wort weiterzugeben oder anzunehmen.
- Warum ist Rechenschaft im prophetischen Dienst so wichtig?
- Rechenschaft bietet Schutz für den Geber und den Empfänger. Sie hilft dem Geber, von Fehlern zu lernen und in seiner Gabe zu wachsen, indem er Feedback erhält und seine Worte von erfahrenen Leitern prüfen lässt. Für den Empfänger bietet sie eine Möglichkeit, das Wort zu validieren und sich vor potenziell schädlichen oder falschen Botschaften zu schützen.
- Muss ich jedes prophetische Wort sofort umsetzen?
- Nein, nicht unbedingt. Besonders bei richtungsweisenden Prophetien ist es oft ratsam, Geduld zu haben und nicht sofort zu handeln. Gott kann wollen, dass Sie sich zuerst vorbereiten oder trainieren. Sprechen Sie mit Leitern und beten Sie über den richtigen Zeitpunkt für die Erfüllung des Wortes. Prophetien sind oft an Bedingungen geknüpft, die eine Reaktion oder Veränderung in Ihrem Leben erfordern.
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