15/01/2024
Der Ostersonntag ist der Höhepunkt des christlichen Jahres, ein Tag, der die Welt für immer verändert hat. Es ist der Tag, an dem wir die triumphale Auferstehung Jesu Christi feiern, das zentrale Ereignis unseres Glaubens, das den Sieg des Lebens über den Tod verkündet. Doch wie genau wurde dieses unfassbare Geschehen den ersten Zeugen offenbart und wie wird es uns in den heiligen Schriften überliefert? Wir lauschen den Zeugnissen der Evangelisten Matthäus und Markus, die uns auf ihre ganz eigene Weise an die Anfänge dieser wundersamen Botschaft zurückführen und uns die Tiefe und Weite der Auferstehung Jesu Christi näherbringen.

Diese Berichte sind nicht nur historische Erzählungen, sondern lebendige Zeugnisse einer göttlichen Intervention, die bis heute unser Verständnis von Tod, Leben und dem ewigen Reich Gottes prägt. Sie laden uns ein, über das Sichtbare hinauszuschauen und die unermessliche Kraft der göttlichen Liebe zu erkennen, die selbst die festesten Mauern des Todes zu Fall bringt. Lassen Sie uns gemeinsam eintauchen in die faszinierenden Details und tiefgründigen Botschaften, die uns Matthäus und Markus am Ostermorgen zuflüstern.
Matthäus: Die Auferstehung als belegbare Tatsache
Im Evangelium nach Matthäus sind es zwei Frauen, Maria aus Magdala und die andere Maria, die sich am frühen Ostermorgen auf den Weg zum Grab Jesu machen. Sie waren bereits bei der Beisetzung dabei und hatten genau beobachtet, wie Josef von Arimathäa das Grab mit einem schweren Stein verschloss. Nicht nur das, auch die von den Hohenpriestern angeforderten Wachen waren vor Ort, um das Grab zu sichern. Als die beiden Marias am dritten Tag wiederkommen, ist der Stein noch immer unversehrt vor dem Grab. Dies ist ein entscheidendes Detail, das Matthäus hervorhebt: Es schließt gänzlich aus, dass der Leichnam Jesu in der Zwischenzeit heimlich hätte gestohlen werden können. Schon damals kursierten Gerüchte, die Auferstehung sei ein Betrug der Jesus-Anhänger gewesen. Doch Matthäus liefert uns hier einen klaren Beweis: Das Grab war äußerlich unversehrt und bewacht. Die Auferstehung Jesu wird somit nicht nur als Glaubensartikel, sondern als eine historisch belegbare Tatsache präsentiert, gestützt durch Augenzeugen und unwiderlegbare Umstände.
Die Erschütterung der Unterwelt: Jesu Sieg über den Tod
Doch dann geschah etwas Außergewöhnliches, das die Welt in ihren Grundfesten erschütterte. Ein gewaltiges Erdbeben entstand, und ein Engel mit einem himmlisch-weißen Gewand erschien. Plötzlich war das Grab offen, der massive Stein weggewälzt. Ein Erdbeben hatte es bereits bei Jesu Tod gegeben, und Matthäus verbindet diese beiden Ereignisse bewusst. Mit seinem Tod und seiner Auferstehung bringt Jesus die Unterwelt ins Wanken. Nach altem jüdischem und antikem Glauben war die Unterwelt der Ort der Toten, das Totenreich, aus dem es kein Entrinnen gab. Auch Jesus musste diesen Weg der Verstorbenen gehen, einen Weg, der für uns Menschen im Dunkeln liegt und von dem noch niemand zurückgekehrt ist. Doch Jesu Eintritt erschüttert die Festung des Todes. Er reißt die Tore des Hades heraus, er öffnet einen Weg, auf dem die Gefangenen diesen schaurigen Ort verlassen können. Von jetzt an ist der Weg der Verstorbenen keine Sackgasse mehr; die Unterwelt kann die Toten nicht länger gefangen halten. Es wird ein Durchgang frei in die lichte Weite der Auferstehung. Jesus ist als Erster diesen Weg gegangen, und er nimmt alle mit, die hier so lange ausharren mussten. Ab sofort ist der Tod der Durchgang zu neuem Leben.
Diesseits und Jenseits: Eine untrennbare Verbindung
Was der Engel zu den Frauen sagt, ist unfassbar: „Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden.“ Obwohl das Grab verschlossen und bewacht war, hat Jesus es verlassen. Er ist auferstanden! Noch wissen die Frauen nicht so recht, was das bedeutet. Sie empfinden Furcht und Freude zugleich, ein heiliger Schauder hat sie ergriffen angesichts der Macht Gottes, die hier am Wirken ist. Doch der Engel nimmt ihnen die Furcht und sendet sie zu den Aposteln. Als sich die beiden Frauen in aller Eile auf den Weg zu den Aposteln machen, kommt ihnen Jesus selbst entgegen. Sie fallen ihm zu Füßen, und Jesus lässt sich von ihnen berühren. Der Auferstandene ist keine Fata Morgana, keine Sinnestäuschung. Er ist konkret gegenwärtig. Jesu Auferstehung ist ein reales, von Gott gewirktes Geschehen. Jesus hat den Tod besiegt, aber nicht nur für sich, sondern für alle Menschen. Das wird bei Matthäus auch dadurch deutlich, dass er bei Jesu Kreuzigung davon berichtet, dass viele Verstorbene plötzlich in der Stadt erschienen sind. Diese Sichtbarkeit der Auferstehung verwundert uns. Ja, wir glauben an die Auferstehung, aber doch stellen wir es uns eher als ein verborgenes Ereignis vor, etwas Jenseitiges, das mit dieser Welt nichts mehr zu tun hat. Doch gibt es diese strenge Trennung von Diesseits und Jenseits wirklich? Ist nicht das Reich Gottes mitten unter uns? Ist es nicht ein Reich, das sowohl aus den lebenden Gläubigen als auch aus den Verstorbenen besteht? Die Menschen früherer Zeiten wussten darum. Die Statuen der Heiligen in den Kirchen des Mittelalters sind keine toten Gestalten, sondern sie zeigen uns die konkrete Anwesenheit der Heiligen inmitten der versammelten Gemeinde. Diesseits und Jenseits sind auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden, und diese Verbindung ist konkret erfahrbar. So wie die Frauen Jesus berühren konnten, so kann auch für uns die jenseitige Welt konkret erfahrbar werden. Gewiss, das ist etwas Besonderes, aber es ist nichts Außergewöhnliches.
Die Frauen sind überwältigt von der Begegnung mit dem Auferstandenen. Wie sehr sollte auch uns die Erfahrung der Auferstehung treffen! Wenn Jesus vom Tod erstanden ist, dann ist nichts mehr endgültig, nichts kann uns letztlich Schaden zufügen. In allem besteht die Hoffnung auf eine Wende zum Positiven. Wir brauchen nichts mehr zu fürchten, denn Gott kann alles Leid in Freude, jeden Tod in Leben verwandeln. Lassen wir uns von Gottes Kraft ergreifen und werden wir zu Zeugen des Auferstandenen. Auch wenn wir uns schwach und klein fühlen: Gott kann in uns und durch uns wirken. Werden wir zu Boten der Freude in der Welt.
Aus der Hoffnung der Auferstehung zu leben, das kann konkret bedeuten, nie endgültig einen Schlussstrich in unserer Beziehung zu anderen Menschen zu ziehen. Es liegt an uns, zu vergeben, neu die Hand zu reichen, einen neuen Anfang zu machen. Und was für das Leben jedes Einzelnen gilt, das gilt noch viel mehr für die ganze Kirche. Wie hat sich die Gemeinschaft der Glaubenden im Laufe der Zeit immer mehr aufgespaltet in einzelne Gruppen, die oft einander Feind sind, die es nicht schaffen, das Fest der Auferstehung des Herrn in gemeinsamer Freude zu feiern. Solange es nicht wieder die Einheit der an Christus Glaubenden in Frieden und Eintracht gibt, werden sich die Christen schwertun, die Botschaft des Auferstandenen den Menschen zu verkünden. Solange Christen in Zorn und Verbitterung ihren Glauben leben, wird das Licht dieses Festtages nicht im vollen Glanz erstrahlen. Lassen wir uns überwältigen von der Erfahrung der Auferstehung, vom Sieg des Lebens über den Tod und vom Triumph des Lichtes über die Finsternis. Werden wir Boten des Auferstandenen, indem wir seine Liebe den Menschen durch unser Leben zeigen.
Prosper Monier fasst diese tiefgreifende Begegnung mit dem Auferstandenen in berührenden Worten zusammen: „Herr, gern schaue ich auf dich und höre dir zu am Ostermorgen: Wie du deiner lieben Mutter Maria erscheinst, die dein Tod am tiefsten betrübt hat, die am meisten an dein Leben glaubte und am meisten geliebt hat. Wie du liebevoll Maria aus Magdala ansprichst: 'Maria!' Wie vertraut du dich auf dem Weg nach Emmaus mit zweien deiner Jünger unterhältst, wie du dich mit ihnen niederlässt und bei ihnen bleibst, bis ihr Herz brennt und ihnen die Augen aufgehen. Wie du immer wieder zu deinen Aposteln kommst, mit ihnen Mahl hältst und sie auf ihre Sendung vorbereitest. Wie du am Ufer des Sees auf einem kleinen Feuer Brot und gegrillten Fisch bereitest für Petrus, Johannes und fünf andere: wie ein Freund, der mit seinen Freunden zusammen ist. Herr, du bist doch immer derselbe! Du erfüllst unser Herz! Ich liebe dich.“
Markus: Unerwartete Wendungen und neue Anfänge
Am Ostermorgen, als endlich die Sabbatruhe vorüber ist, brechen im Markusevangelium drei Frauen in aller Frühe auf und machen sich auf den Weg zum Grab Jesu. Sie haben Jesu Tod am Kreuz miterlebt und beobachtet, wohin der Leichnam Jesu gelegt wurde. Nun haben sie in aller Eile Salböl gekauft und wollen damit dem Leichnam Jesu die letzte Ehre erweisen. Es ist ungewöhnlich, dass dies erst so viele Stunden nach Jesu Tod geschieht, aber sein Tod kam so überraschend und war wohl so schockierend, dass sie dafür vorher keine Gelegenheit fanden. Außerdem war ja zunächst unklar, wo und wie Jesus überhaupt begraben würde. Erst als Joseph von Arimathäa zu Pilatus ging, zeichnete sich eine Lösung ab; da war es aber schon spät abends, kurz vor Beginn der Sabbatruhe.
Markus betont, dass es nach der Sabbatruhe der frühestmögliche Zeitpunkt ist, an dem die Frauen zum Grab gehen, um den Leichnam Jesu zu salben. Sie müssen sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet haben, vielleicht haben sie sogar die ganze Nacht hindurch gewacht, damit sie den ersten Sonnenstrahl nicht verpassen, der ihnen erlaubt, die Sabbatruhe zu beenden.
Das leere Grab und die Macht des Glaubens
Doch am Grab ist alles so sonderbar. Sie müssen erkennen, dass alles anders läuft, als sie es erwartet hatten – und das gleich dreimal. Die erste Sorge der Frauen war, wie sie in das Grab kommen können. Der Stein, der es verschloss, war so schwer, dass sie es selbst zu dritt nicht geschafft hätten. Doch als sie ans Grab kommen, sehen sie, dass der Stein bereits weggewälzt ist. Sind auch wir bereit für die Überraschungen in unserem Leben? Vertrauen wir darauf, dass der Gott, der die Toten lebendig machen kann, auch so kleines vermag, wie einen Stein aus dem Weg zu räumen, der uns den Weg in eine erfüllte Zukunft verschließt? Vertrauen wir darauf, dass Gott uns eine Tür öffnen kann, einen Ausweg, den wir nicht erwartet hätten? Was versperrt mir den Weg? Woran hänge ich fest, wo komme ich nicht weiter? Herr, befreie mich von den Steinen, die mir den Weg versperren und zeige mir das Ziel, das vor mir liegt, wenn ich auf dich vertraue. Die Frauen kamen zum Grab, um dort dem Leichnam Jesu die letzte Ehre zu erweisen. Doch der Leichnam Jesu ist weg, das Grab ist leer. Stattdessen sitzt da ein Engel, der bereits auf sie zu warten scheint. Diese Begegnung erschreckt sie. Damit haben sie nicht gerechnet, und einem Engel begegnet man ja nicht alle Tage. Jesus ist nicht mehr da, der Engel sagt ihnen, dass er auferstanden ist. Sie verstehen nicht, was das zu bedeuten hat.
Diese Botschaft des Engels aber ist das Entscheidende, das Markus jedem Leser seines Evangeliums ans Herz legt. Das Grab Jesu ist leer. Der Gekreuzigte ist Auferstanden. Das bedeutet: Er lebt! Der Tod ist überwunden, er hat keine Macht mehr über die Menschen. Alle Bosheiten und Anfeindungen der Menschen, alle Drohungen und Hinrichtungen können den Glauben an diesen Jesus nicht erschüttern. Jesus lebt, und jeder, der glaubt, lebt mit ihm. Alles Irdische ist vergänglich, alle irdische Macht begrenzt. Die Kraft des Glaubens aber ist unbegrenzt, und Gott ist ewig. Wer sich an ihn hält, braucht sich nicht zu fürchten, nicht einmal vor dem Tod. Ein Gebet der Ostkirche bringt dies eindrucksvoll zum Ausdruck:
Christus ist von den Toten erweckt,
der Erstling der Entschlafenen.
Der Erstgeborene der Schöpfung,
der Schöpfer all dessen, was ist,
hat die verdorbene Natur unseres Geschlechts
in sich erneuert.
Nicht mehr der Tod übt die Herrschaft aus,
sondern der Gebieter über das All
hat seine Macht vernichtet.
Die Auferstehung: Eine Botschaft für die gesamte Schöpfung und unser persönliches Leben
An Ostern geht es nicht nur um den Menschen, sondern um die ganze Schöpfung. Die Schöpfung wird durch den Menschen geheiligt, denn sie ist dem Menschen anvertraut. Das Urbild der Schöpfung ist ein vertrautes Verhältnis zwischen Gott, Mensch und Natur. Durch die Auferstehung Jesu wird dieses Urbild der Schöpfung wiederhergestellt. Das leere Grab und der Auferstandene – das ist nicht nur etwas, das sich vor langer Zeit ereignet hat. Jesu Auferstehung betrifft auch konkret mein Leben heute. Glaube ich daran, dass Gott uns in Jesus Christus neues Leben geschenkt hat? Bin ich bereit, mich auf dieses neue Leben einzulassen? Bin ich bereit für die Veränderungen, die Jesu Auferstehung auch für mein Leben bedeuten kann?
Die Frauen wollten Jesus salben, wollten dem Toten die letzte Ehre erweisen, und haben scheinbar vergessen, dass diese Salbung bereits in Betanien vollzogen wurde (Mk 14,3-9). Sie wollten den Weg mit Jesus zu einem würdigen Abschluss bringen, doch dieser Weg fängt nun ganz neu an: „Los, sagt seinen Jüngern und dem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.“ Doch die Frauen stehen erst einmal verwundert da und wissen nicht, wie es weitergeht. Sie müssen die neue Situation erst realisieren. Das dauert. Sie brauchen Zeit, um zu verstehen, was der Engel ihnen gesagt hat. Dass Jesus lebt, ist für sie keine Selbstverständlichkeit, sondern eine gänzlich unerwartete Veränderung. Auch für uns sollte die Auferstehung Jesu keine Selbstverständlichkeit sein, und wir sollten uns immer neu überwältigen lassen von der Größe dieses Ereignisses.
Die Botschaft weitertragen: Furcht überwinden und Zeugen sein
„Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich.“ (Mk 16,8) Mit diesen Worten endete ursprünglich das Markusevangelium. Ein Ende mit Schrecken, könnte man denken. Voller Furcht fliehen die Frauen vom Grab. Niemand erfährt von der Botschaft des Engels, der die Auferstehung Jesu verkündet. Warum lässt Markus sein Evangelium so enden? Die Frauen, die aus Furcht vom Grab fliehen, können doch nicht das letzte Zeichen christlicher Hoffnung sein. Allein aber die Tatsache, dass Markus sein Evangelium geschrieben hat und dass es Leser gefunden hat, zeigt, dass Flucht und Furcht nicht die letzten Ereignisse in Verbindung mit Jesu Leben waren. Die Botschaft des Auferstandenen wurde weitererzählt, und viele, die sie gehört haben, haben sie im Glauben angenommen. Die Jünger sind dem Auferstandenen in Galiläa begegnet. In Galiläa hat der Weg begonnen, den Jesus mit den Seinen gegangen ist. In Galiläa beginnt nun ein neuer Weg mit Jesus, ein Weg, den alle Menschen zu allen Zeiten mit Jesus gehen können. Auf ihrem Weg mit Jesus haben die Jünger immer mehr gelernt, wer dieser Jesus ist, und sie haben gelernt, so zu leben wie er. Nun ist der Leser aufgefordert, seinen eigenen Weg mit Jesus zu gehen. Die Fortsetzung des Evangeliums ist die Glaubensgeschichte jedes einzelnen Menschen, die Geschichte der Begegnung und Freundschaft mit Jesus. Jeder Mensch ist dazu berufen, von Jesus Zeugnis zu geben. Der Auftrag des Engels an die Frauen ist an jeden Menschen gerichtet: „Los, geh und verkünde den Menschen von Jesus Christus.“ Der Glaubende ist dabei nicht allein, sondern er steht in der Gemeinschaft aller Glaubenden. Und Jesus, der Auferstandene, ist mit ihm.
Matthäus und Markus im Vergleich: Zwei Perspektiven auf ein Wunder
| Merkmal | Matthäus | Markus |
|---|---|---|
| Anzahl der Frauen | Zwei Marias | Drei Frauen |
| Zustand des Grabes bei Ankunft | Stein noch da, Erdbeben, Engel wälzt ihn weg | Stein bereits weggewälzt |
| Begegnung mit Jesus | Jesus erscheint den Frauen auf dem Weg | Keine direkte Erscheinung Jesu an die Frauen im ursprünglichen Textende |
| Reaktion der Frauen | Furcht und große Freude; berühren Jesus | Schrecken und Entsetzen; fliehen und sagen niemandem etwas (ursprüngliches Ende) |
| Betonung der Auferstehung | Historisch belegbare Tatsache; konkrete Präsenz; Sieg über die Unterwelt | Unerwartete Veränderung; Beginn eines neuen Weges; Befreiung von Hindernissen |
| Implikation der Auferstehung | Verbindung Diesseits/Jenseits; Hoffnung auf positive Wende; universeller Sieg über den Tod | Wiederherstellung der gesamten Schöpfung; persönliche Neuorientierung; Überwindung von Furcht |
| Auftrag an die Jünger | Die Frauen werden gesandt, den Aposteln zu berichten; Jesus trifft die Apostel in Galiläa | Die Frauen sollen den Jüngern und Petrus sagen, dass Jesus ihnen nach Galiläa vorausgeht |
Häufig gestellte Fragen zur Auferstehung an Ostern
Die Auferstehung Jesu ist ein zentrales, aber auch komplexes Thema, das viele Fragen aufwirft. Hier sind Antworten auf einige der häufigsten:
- Warum gibt es unterschiedliche Berichte über die Auferstehung in den Evangelien?
Die Evangelien wurden von verschiedenen Autoren für unterschiedliche Zielgruppen und mit verschiedenen theologischen Schwerpunkten verfasst. Matthäus betont die historische Belegbarkeit und die universelle Bedeutung des Sieges über den Tod, während Markus die unerwartete Natur des Geschehens und den Aufruf zum neuen Beginn hervorhebt. Diese Unterschiede sind keine Widersprüche, sondern ergänzen sich und bieten ein facettenreiches Bild des unfassbaren Ereignisses. Sie zeigen, wie unterschiedlich Menschen dasselbe wundersame Ereignis erfahren und weitererzählen können. - Was bedeutet die Auferstehung Jesu für mein persönliches Leben heute?
Die Auferstehung bedeutet, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und dass es eine Hoffnung gibt, die über alle irdischen Grenzen hinausgeht. Für Ihr persönliches Leben bedeutet dies, dass Sie in jeder Situation, sei sie noch so schwierig, auf eine positive Wende hoffen können. Es befreit von der Furcht vor dem Tod und lädt ein, ein Leben in Freude, Vergebung und unendlicher Möglichkeit zu führen, da Gott fähig ist, alles Leid in Freude und jeden Tod in neues Leben zu verwandeln. - War die Auferstehung ein rein spirituelles oder auch ein körperliches Ereignis?
Die Evangelien beschreiben die Auferstehung als ein konkretes, körperliches Ereignis. Die Frauen konnten Jesus berühren, er aß mit seinen Jüngern. Der Auferstandene war keine bloße Erscheinung, sondern real und greifbar, wenn auch in einer veränderten, verherrlichten Form. Dies unterstreicht, dass die Erlösung nicht nur den Geist, sondern den ganzen Menschen und die gesamte Schöpfung betrifft. - Wie kann ich die Botschaft der Auferstehung in meinem Alltag leben?
Indem Sie die Hoffnung und Furchtlosigkeit, die die Auferstehung mit sich bringt, in Ihr Handeln integrieren. Das bedeutet, Beziehungen nicht aufzugeben, Vergebung zu praktizieren, immer wieder neu anzufangen und die Liebe Gottes durch Ihr eigenes Leben sichtbar zu machen. Es ist ein Aufruf, selbst zu einem Boten der Freude und Hoffnung in der Welt zu werden, wissend, dass Jesus, der Auferstandene, stets mit Ihnen ist.
Die Bedeutung für unser Leben heute
Die Auferstehung Jesu, wie sie uns Matthäus und Markus überliefern, ist weit mehr als eine alte Geschichte. Sie ist eine lebendige Botschaft, die uns heute noch zutiefst berührt und herausfordert. Sie erinnert uns daran, dass selbst in den dunkelsten Stunden die Hoffnung auf Licht und Leben besteht. Sie fordert uns auf, die Steine aus dem Weg zu räumen, die uns am Voranschreiten hindern, und uns für unerwartete Wunder in unserem Leben zu öffnen. Ob wir die Auferstehung als belegbare Tatsache oder als unerwartete Wendung betrachten, die Essenz bleibt dieselbe: Der Tod ist besiegt, und Gott hat einen neuen Weg für uns alle eröffnet. Lassen wir uns von dieser göttlichen Kraft ergreifen und werden wir zu mutigen Zeugen dieser unermesslichen Liebe, die die Welt verändert hat und weiterhin verändert. Das Osterfest ist eine Einladung, unsere Furcht abzulegen und in der Gewissheit zu leben, dass Jesus Christus, der Auferstandene, uns auf unserem Weg begleitet und unser Herz erfüllt.
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