19/05/2022
Osho, ursprünglich Chandra Mohan Jain, war ein weltbekannter spiritueller Lehrer aus Indien, der die Osho-Bewegung begründete und Millionen von Menschen weltweit inspirierte. Von einigen als „lebender Buddha“ oder „erleuchteter Meister“ gepriesen, von anderen kritisiert, bleibt seine Lehre bis heute Gegenstand intensiver Diskussion. Doch jenseits der Kontroversen liegt eine tiefe Weisheit, die darauf abzielt, das menschliche Bewusstsein zu erwecken und ein Leben voller Authentizität und Freude zu ermöglichen. Dieser Artikel beleuchtet Oshos Leben, seine zentralen Lehren und die bleibende Relevanz seiner Botschaft.
Wer war Osho? Eine biografische Reise
Oshos Lebensweg war ebenso unkonventionell wie seine Lehren. Geboren am 11. Dezember 1931 in Kuchwada, Madhya Pradesh, in eine Jain-Familie, zeigte sich Rajneesh Chandra Mohan, wie er ursprünglich hieß, schon früh als unabhängiges und rebellisches Kind. Er hinterfragte alle sozialen, religiösen und philosophischen Glaubenssätze. Geschichten aus seiner Jugend beschreiben ihn als jemanden, der die Stille liebte und oft unter einem Bodhi-Baum oder auf einem muslimischen Friedhof Frieden suchte. Diese intensive Suche kulminierte am 21. März 1953, im Alter von 21 Jahren, in seiner Erleuchtung – dem Erreichen der höchsten Bewusstseinsstufe der Selbsterkenntnis.
Studium und Lehrtätigkeit
Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1951 studierte Rajneesh Philosophie und erwarb 1956 seinen Master-Abschluss mit Auszeichnung an der University of Sagar. Er wurde Dozent für Philosophie, zunächst am Sanskrit College in Raipur und ab 1958 an der Universität von Jabalpur, wo er bis 1966 lehrte. In dieser Zeit war er bereits ein kraftvoller und leidenschaftlicher Redner. Er reiste viel durch Indien, sprach vor riesigem Publikum und forderte orthodoxe religiöse Führer heraus. Nach neun Jahren des Lehrens verließ er die Universität, um sich vollkommen der Erweckung des menschlichen Bewusstseins zu widmen. Er hielt regelmäßig Ansprachen vor Zehntausenden von Menschen in indischen Großstädten und leitete intensive zehntägige Meditations-Camps.
Oshos revolutionäre Lehren und Praktiken
Oshos Botschaft ist keine starre Doktrin, sondern eine „Alchemie“, eine Wissenschaft der Transformation. Er lud Menschen ein, ihr derzeitiges Sein abzulegen und in etwas Neues hineingeboren zu werden – ein riskantes Unterfangen, das Mut erforderte.
Die Dynamische Meditation: Ein Weg zur Reinigung
Am 14. April 1970 führte Osho seine revolutionäre Meditationstechnik ein: die Dynamische Meditation. Diese Methode beginnt mit einer Reihe hemmungsloser Techniken, die auf seelische Läuterung abzielen, gefolgt von einer Phase der Stille. Das Konzept „Dynamik“ bezieht sich auf die Anstrengung, die gesamte Energie in Bewegung zu setzen, sodass nichts statisch bleibt. Alle eingefrorenen Energieanteile schmelzen und fließen, wodurch der Meditierende dynamisch wird. Diese Technik wurde als bedeutende mentale Hygiene angesehen, die helfen sollte, Depressionen und persönliche Begrenzungen zu überwinden und einen leeren Geist für die Erleuchtung zu fördern.
Neo-Sannyas: Eine neue Form des spirituellen Lebens
Osho begann, seine Anhänger in „Neo-Sannyas“ einzuweihen, was einen Weg der Selbsterforschung und Meditation bedeutete. Im Gegensatz zur traditionellen östlichen Auffassung von Sannyas, die oft das Aufgeben der Welt beinhaltet, betonte Osho, dass man nicht die materielle Welt aufgeben muss, sondern die Vergangenheit, Konditionierungen und übernommene Glaubenssysteme. Für ihn war Sannyas eine radikale Erweiterung des östlichen Standpunktes, eine Einladung zur Freiheit, nicht zur Entsagung. Seine Anhänger, die oft aus dem „Human Potential Movement“ im Westen kamen, suchten bei ihm den nächsten Schritt in ihrem inneren Wachstum. Gemeinsam mit ihnen probierte er neue, originelle Meditationstechniken aus, die östliche Weisheit mit westlicher Wissenschaft verbanden.
Der Ashram in Puna: Zentrum der Transformation
Von 1974 bis 1981 war Oshos Ashram in Puna ein lebendiges Zentrum der Transformation. Jeden Morgen hielt er 90-minütige Vorträge, abwechselnd in Hindi und Englisch, die Einblicke in die großen spirituellen Wege wie Yoga, Zen, Taoismus, Tantra und Sufismus gaben. Er sprach über Mystiker wie Gautama Buddha, Jesus und Laotse. Diese Vorträge wurden in über 600 Büchern gesammelt und in 50 Sprachen übersetzt. Abends beantwortete er Fragen zu persönlichen Belangen wie Liebe, Eifersucht und Meditation. Die Kommune bot eine breite Vielfalt an Therapiegruppen, die östliche Meditationstechniken mit westlicher Psychotherapie verbanden und sich um 1980 den Ruf als „feinstes Therapiezentrum der Welt für Wachstum“ erwarb.
Kernbotschaften von Osho: Feiern und Verstehen
Oshos Lehre umfasste Elemente aus Hinduismus, Jainismus, Zen, Buddhismus, Taoismus, Christentum, antiker griechischer Philosophie und humanistischer Psychologie. Seine Botschaft ging darüber hinaus, wie man ein ganzes, verbundenes, authentisches Wesen sein kann, das das Leben andauernd und in der Tiefe feiert.
Die Botschaft der Alchemie: Transformation des Seins
Osho sah seine Botschaft nicht als starre Philosophie, sondern als eine „Alchemie“, eine „Wissenschaft der Transformation“. Er lud dazu ein, das eigene Sein abzulegen und in etwas Neues hineingeboren zu werden – eine Vorstellung, die Mut erforderte, da das Ergebnis noch nicht vorstellbar war. Er sprach aus eigener direkter Erfahrung und interpretierte die Entdeckungen früherer Mystiker im Licht dieser Erfahrung, was ihn zu einem perfekten Beispiel der nicht-dualen Natur der Erleuchtungserfahrung machte.
Verhaftungslosigkeit: Leben und Tod umarmen
In seinen Diskursen betonte Osho die Verhaftungslosigkeit. Wenn Zen-Leute sagen, sie hätten die Welt verlassen, meinen sie damit, die Anhaftung an Handlungen losgelassen zu haben. Der Tod ist für Osho kein Ende, sondern ein Teil des Lebens, dessen ultimatives Aufblühen. „Das größte Mysterium des Lebens ist nicht so sehr das Leben, sondern der Tod“, sagte er. Die Angst vor dem Tod führt zur Angst vor der Liebe, denn Liebende „sterben ineinander“. Nur wer bereit ist, für den anderen zu sterben, kann wirklich lieben. Er ermutigte seine Zuhörer, keine Angst vor der Liebe zu haben und den Tod als ebenso göttlich wie das Altern zu akzeptieren. Schöpfung und Zerstörung gleichen sich aus, und das gesamte Spiel des Lebens setzt sich durch diese beiden Kräfte fort.
Das Leben feiern: Eine Haltung der Freude
Osho teilte die Ansicht von Walt Whitman: „Ich feiere mich selbst, ich besinge mich selbst.“ Für ihn ist Perfektion kein Ziel, das erreicht werden muss, sondern eine Realität, die nur erkannt werden kann. Es geht darum, sich dessen bewusst zu werden, was bereits da ist, und zu spüren, dass man bereits perfekt ist. Ein unruhiger Geist ist die Wurzel allen Elends, der uns in permanenter Angst vor dem Verpassen eines Ziels hält und uns nach einem unerreichbaren „Morgen“ streben lässt. Osho betonte, dass es keinen „morgigen Tag“ außer in unseren Gedanken gibt und dass das Glück im Hier und Jetzt liegt. Er wollte eine Religiosität, die lacht, glückselig ist, tanzt und feiert. Sogar wenn man in die Hölle geworfen wurde, sollte man lachen, denn Lachen verwandelt die Hölle in den Himmel.
Einsamkeit sah er als soziale Krankheit. Man sollte in der Lage sein, allein zu leben, da eine Person, die dies kann, voller innerer Lieder ist, die sie singen muss. Meditation gibt Zugang zu diesem inneren Schatz, der dann in Liebe geteilt werden kann. Wahre Liebe ist keine Flucht vor der Einsamkeit, sondern die Umwandlung von Einsamkeit in „All-ein-Sein“. Liebe stärkt die Freiheit, und alles, was die Freiheit zerstört, ist keine Liebe. Liebe und Freiheit gehören zusammen, wie zwei Flügel eines Vogels. Liebe ist nicht nur eine Verantwortung, sondern Verantwortung selbst, kreativ und natürlich, die tiefste Sehnsucht des Menschen.
„Ja zum Leben sagen“: Die Essenz der Akzeptanz
Osho bat seine Schüler, damit anzufangen, „Ja“ zu denken. Das einfache Wort „Ja“ enthält für ihn alle Religionen und Gebete der Welt. Eine wahrhaft religiöse Person sagt „Ja“ zum Leben, weil das Leben Gott ist. Sie sagt „Ja“ zur Erde, weil die Erde Teil des Himmels ist, und „Ja“ zum Körper, weil er der Tempel der Seele ist. Sein „Ja“ bringt Transzendenz, einen egolosen Zustand und Gedankenlosigkeit. „Meine Rebellion basiert auf dem Ja“, erklärte er. Er forderte seine Anhänger auf, so intensiv wie möglich zu tanzen, zu singen, zu lieben und zu leben. Er sah das Leben als ein Fest, nicht als Arbeit oder Pflicht, und kritisierte, dass Unterhaltung als passiver Ersatz für echtes Feiern dient. Glück entsteht spontan, es ist unsere Natur, und Dankbarkeit ist der Magnet, der es anzieht.
Oshos Ansichten zu Körper, Geist und Sexualität
Meditation und Sexualität: Tantrische Perspektiven
Osho vertrat die Ansicht, dass Geschlechtsverkehr eine Form der Meditation sein kann. Im meditativen tantrischen Sex kultiviert man Entspannung und erfährt die Vereinigung von männlicher und weiblicher Energie. Der physische Akt wird als Mittel zu innerem Frieden und zur Verwirklichung innerer Einheit mit dem Kosmos gesehen. Wenn Sex richtig und meditativ eingesetzt wird, kann er „eine Tür zum Göttlichen“ und „eine Begegnung deines Selbst durch den anderen“ sein. Sex sollte voll akzeptiert und erfahren, nicht unterdrückt werden. Wie andere Tantralehrer glaubte Osho, dass Askese oder Selbstablehnung eine Art der Selbstverstümmelung ist. Er betonte, wie wichtig es ist, den eigenen Körper zu entdecken und zu genießen. Sein Bestreben war es, die materielle Welt des Westens mit der Spiritualität des Ostens zu verbinden. „Ich unterrichte sensuelle Religion“, sagte er, „ich möchte, dass Buddha Gautama und der Grieche Zorba näher und näher zueinander kommen…. Meine Schüler sollen Buddha Zorba sein. Der Mensch ist Körper und Seele zusammen. Beide müssen zufrieden gestellt werden.“
Körper-Geist-Balance und Hypnose
Osho kombinierte westliche psychologische Techniken mit östlichen meditativen Praktiken, darunter Gruppentherapie, Kunsttherapie, Encountergruppen und Hypnotherapie. Sein Ansatz zur Körper-Geist-Balance sah den Körper als eine wunderbare Quelle der Weisheit, die ständig hilfreiche Botschaften sendet, von Kopfschmerzen bis zu chronischen Schmerzen. Die meisten dieser Symptome sind psychologischen Ursprungs und werden unbewusst produziert. Der „Beschützer“ im unbewussten Geist produziert körperliche Symptome aus gutem Grund. Man sollte die Botschaft dahinter erfragen und den „Beschützer“ bitten, einen gesünderen Weg zur Vermittlung der Botschaft zu finden. Hypnose, die Osho auch in seinem International Meditation Resort in Puna anbot, sah er als „absichtlichen Schlaf“, der den Körper bei der Regeneration unterstützt, den Geist beruhigt und das Herz reinigt. Sie hilft, den bewussten Geist zur Ruhe zu bringen, sodass Unbewusstes zum Vorschein kommen kann, was zur Auflösung negativer Verhaltensmuster und zur Linderung von Phobien und Ängsten führen kann.
Kontroversen und Herausforderungen
Oshos Leben war nicht frei von Kontroversen, die vor allem in den 1980er Jahren in den USA ihren Höhepunkt erreichten.
Der Umzug in die USA: Rajneeshpuram
Aufgrund gesundheitlicher Probleme reiste Osho 1981 in die Vereinigten Staaten. Dort erwarben seine Anhänger eine riesige Ranch in Oregon, um eine selbstversorgende, utopisch ausgerichtete Farm zu gründen, die später als Rajneeshpuram bekannt wurde. Innerhalb weniger Jahre bauten Tausende von Sannyasins eine kleine Stadt mit Infrastruktur für bis zu 5.000 Bewohner. Jährliche Sommerfestivals zogen bis zu 15.000 Besucher an, und Rajneeshpuram wurde zur größten spirituellen Kommune in Amerika.
Konflikte und Kriminalität
Die rapide Expansion der Kommune führte zu erheblichen Konflikten mit den lokalen Behörden und Anwohnern, die sich an den religiösen und kulturellen Unterschieden störten. Baupläne wurden abgelehnt, und es kam zu gewalttätigen Zwischenfällen. Die Sannyasins versuchten, die Kontrolle über die lokale Politik zu erlangen, indem sie Obdachlose aus dem ganzen Land zur Wahlregistrierung nach Rajneeshpuram holten – ein Plan, der scheiterte. Die Eskalation erreichte einen Höhepunkt, als die engsten Helfer Oshos, insbesondere seine damalige persönliche Sekretärin Ma Anand Sheela, in kriminelle Handlungen verwickelt wurden, darunter versuchter Mord, Brandstiftung und der berüchtigte Salmonellen-Angriff auf Restaurants in Dalles, bei dem über 750 Menschen erkrankten. Die „Peace Force“ genannte bewaffnete Einheit der Rajneeshees trug zusätzlich zur angespannten Lage bei.
Anklage und Ausweisung
Als Sheela und ihre Gruppe 1985 die Ranch verließen, übernahm Osho wieder die Führung und distanzierte sich von den Handlungen Sheelas. Dennoch wurde Osho am 23. Oktober 1985 selbst wegen illegaler Einwanderung und Scheinehen angeklagt. Er wurde in Charlotte, N.C., verhaftet und schließlich in zwei Anklagepunkten für schuldig befunden, mit einer Geldstrafe von 400.000 Dollar belegt und nach Indien abgeschoben. Seine anschließende „Welttournee“ war von weiteren Ausweisungen geprägt: 17 Länder verweigerten ihm die Einreise oder schickten ihn zurück, was seine globale Präsenz weiter erschwerte.
Oshos Transformation und Vermächtnis
Vom Bhagwan zum Osho
Nach seiner Rückkehr nach Indien im Jahr 1986 legte Osho 1989 den Namen „Bhagwan“ ab und ließ sich nur noch „Rajneesh“ nennen. Auf Bitten seiner Schüler akzeptierte er schließlich den Namen „Osho“. Er erklärte, der Name stamme von William James’ Wort „oceanic“, was „sich auflösen im Ozean“ bedeute. Historisch gesehen bedeutete „Osho“ im Fernen Osten auch „Der Gesegnete, auf den es Blumen vom Himmel regnet.“ Dies markierte eine bewusste Distanzierung von seiner Vergangenheit und den Kontroversen, die mit dem Namen Bhagwan verbunden waren. Er führte die „Osho White Robe Brotherhood“ ein, bei der alle Teilnehmer an den Abend-Darshans weiße Roben trugen, um die Einheit und Gleichheit zu betonen.
Die letzten Jahre und sein Tod
In den letzten Jahren seines Lebens litt Osho unter gesundheitlichen Problemen, die er auf eine angebliche Vergiftung zurückführte. Im März 1989 zog er sich eine Ruhepause. Obwohl sich sein Zustand im Juli 1989 kurzzeitig besserte und er wieder tägliche „Darshans“ gab, verschlechterte sich seine Gesundheit im Januar 1990 rapide. Osho verstarb am 19. Januar 1990. Sein Samadhi-Denkmal im Chuang Tzu Auditorium trägt die Inschrift: „Nie geboren, nie verstorben, nur den Planeten Erde vom 11. Dezember 1931 bis 19. Januar 1990 besucht.“
Ein komplexes Erbe
Osho hinterließ ein immenses Erbe von über 650 Büchern und 64 Millionen gedruckten Worten. Seine Botschaften, die sich auf Authentizität, das Feiern des Lebens und die Entdeckung des wahren Selbst konzentrieren, inspirieren weiterhin Millionen. Obwohl er als „betrügerischster Guru“ kritisiert wurde und in zwielichtige Kontroversen verwickelt war, bleibt seine Fähigkeit, östliche Religionen und Meditation mit strahlender Klarheit zu erklären, unbestreitbar. Oshos Meditationscamps und Publikationen wie die „Osho Times“ und „Osho World“ führen weiterhin Menschen zur Bewusstseinserweiterung an.
Oshos Namen und Perioden
| Name / Periode | Beschreibung |
|---|---|
| Chandra Mohan Jain | Geburtsname |
| Acharya Rajneesh | Früher Lehrername in Indien |
| Bhagwan Shree Rajneesh | Bekanntester Name während seiner Zeit in Puna und den USA, bis 1989 |
| Osho | Späterer, selbstgewählter Name, ab 1989 bis zu seinem Tod |
Häufig gestellte Fragen zu Osho
Was bedeutet der Name Osho?
Der Name „Osho“ wurde von Osho selbst im Jahr 1989 angenommen. Er erklärte, dass er sich von William James' Wort „oceanic“ (ozeanisch) ableitet, was so viel bedeutet wie „sich auflösen im Ozean“. Historisch gesehen bedeutete das Wort „Osho“ im Fernen Osten auch „Der Gesegnete, auf den es Blumen vom Himmel regnet.“ Es symbolisiert für ihn einen Zustand der Einheit und des Einsseins mit der Existenz.
Was ist die Dynamische Meditation?
Die Dynamische Meditation ist eine von Osho entwickelte aktive Meditationstechnik, die in fünf Phasen unterteilt ist. Sie beginnt mit intensiver, chaotischer Atmung, gefolgt von Katharsis (Ausdruck unterdrückter Emotionen durch Schreien, Springen, Tanzen), dann einem Sprung mit dem Mantra „Hoo“, einer Phase der Stille und endet mit Tanz und Feiern. Ziel ist es, Blockaden zu lösen, Energie freizusetzen und einen Zustand der Stille und Bewusstheit zu erreichen.
War Osho ein Guru des Hedonismus?
Einige Kritiker bezeichneten Osho als „Guru des Hedonismus“ aufgrund seiner liberalen Ansichten zu Sexualität und materiellem Besitz, wie seiner Sammlung von Rolls-Royce-Autos. Osho selbst lehrte eine „sinnliche Religion“ und betonte die Akzeptanz und Integration des Körpers und der weltlichen Freuden, anstatt sie zu unterdrücken. Er wollte die Spiritualität des Ostens mit der materiellen Welt des Westens verbinden und sah das Leben als Fest, nicht als Entsagung. Er forderte seine Schüler auf, „Buddha Zorba“ zu sein, also sowohl spirituell als auch lebensbejahend.
Warum wurde Osho aus den USA ausgewiesen?
Osho wurde 1985 aus den USA ausgewiesen, nachdem er wegen Einwanderungsbetrugs und der Anstiftung zu Scheinehen für seine ausländischen Anhänger angeklagt und in zwei Anklagepunkten für schuldig befunden worden war. Die Vorwürfe betrafen auch Verschwörungen, die von seiner damaligen Sekretärin Ma Anand Sheela und anderen engen Vertrauten initiiert wurden, darunter ein Bioterroranschlag mit Salmonellen und ein versuchter Mord. Obwohl Osho sich von Sheelas Handlungen distanzierte, führte der rechtliche Druck zur Ausweisung und einem zehnjährigen Einreiseverbot in die USA.
Ist Oshos Lehre heute noch relevant?
Ja, Oshos Lehre ist auch heute noch relevant und wird weltweit praktiziert. Seine Betonung von Achtsamkeit, Selbstbeobachtung, dem Feiern des Lebens und der Akzeptanz aller menschlichen Erfahrungen spricht viele Menschen an. Die von ihm entwickelten aktiven Meditationstechniken werden weiterhin in zahlreichen Zentren praktiziert. Trotz der Kontroversen um seine Person bleiben seine tiefgründigen philosophischen Analysen und seine erfrischenden Reden eine Quelle der Inspiration für diejenigen, die nach einem bewussteren und erfüllteren Leben suchen.
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