Was ist die zweitheiligste Moschee im Islam?

Gebetszeiten in einer Türkischen Moschee

15/09/2022

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Das Gebet, im Islam als Salat bekannt, ist eine der fünf Säulen des Islam und bildet den Kern der muslimischen Anbetung. Für Muslime weltweit ist es eine direkte Verbindung zu Allah, eine Zeit der Besinnung, des Dankes und der Bitte um Führung. Die Frage, wie oft in einer türkischen Moschee gebetet wird, zielt auf eine universelle Praxis ab, die jedoch in jeder Moschee, unabhängig von ihrer geografischen Lage, gleich ist, da sie den islamischen Vorschriften folgt. Eine türkische Moschee, wie jede andere Moschee auch, ist ein Ort, an dem die fünf täglichen Pflichtgebete verrichtet werden.

Wie viele Gebete muss man in einer türkischen Moschee verrichten?

Diese fünf Gebete sind zu festen Zeiten über den Tag verteilt und strukturieren den Alltag eines gläubigen Muslims. Sie dienen nicht nur der spirituellen Reinigung, sondern auch der Disziplin und der Erinnerung an die Präsenz Gottes im Leben. Jedes Gebet hat seine eigene Bedeutung, seine spezifischen Gebetszeiten und eine festgelegte Anzahl von Gebetseinheiten, den sogenannten Rak'ah.

Inhaltsverzeichnis

Die Fünf Täglichen Pflichtgebete (Salat)

Im Islam sind fünf Gebete pro Tag verpflichtend für jeden erwachsenen Muslim, der bei klarem Verstand ist. Diese Gebete werden zu bestimmten Zeiten verrichtet, die sich nach dem Stand der Sonne richten. Obwohl sie überall verrichtet werden können – sei es zu Hause, am Arbeitsplatz oder im Freien – ist das gemeinsame Gebet in der Moschee, die Jama'ah, besonders verdienstvoll und wird stark empfohlen, insbesondere für Männer.

  • Fadschr (Morgengebet): Dieses Gebet wird vor Sonnenaufgang, in der Morgendämmerung, verrichtet. Es ist das erste Gebet des Tages und eine Zeit des Erwachens und der Besinnung, bevor der Trubel des Tages beginnt. Es besteht aus zwei Rak'ah.
  • Dhuhr (Mittagsgebet): Verrichtet, wenn die Sonne ihren höchsten Punkt überschritten hat und beginnt, sich zu neigen. Es markiert die Mitte des Tages und ist eine Pause von den weltlichen Aktivitäten. Es besteht aus vier Rak'ah.
  • Asr (Nachmittagsgebet): Dieses Gebet findet am späten Nachmittag statt, bevor die Sonne untergeht. Es ist eine Erinnerung an die Vergänglichkeit des Tages und des Lebens. Es besteht aus vier Rak'ah.
  • Maghrib (Abendgebet): Wird direkt nach Sonnenuntergang verrichtet. Es ist das kürzeste der fünf Gebete in Bezug auf die Rak'ah-Anzahl und symbolisiert den Übergang vom Tag zur Nacht. Es besteht aus drei Rak'ah.
  • Ischa (Nachtgebet): Das letzte Gebet des Tages, verrichtet nach Einbruch der Dunkelheit und vor Mitternacht. Es schließt den Tag ab und bietet eine letzte Gelegenheit zur Anbetung und zum Dank vor dem Schlafengehen. Es besteht aus vier Rak'ah.

Die genauen Gebetszeiten variieren täglich und je nach geografischem Standort, da sie an den Sonnenstand gebunden sind. In jeder Moschee werden diese Zeiten auf einem Gebetszeitenplan (Takvim) angezeigt, der oft auch online oder über Apps verfügbar ist.

Der Ruf zum Gebet (Adhan) und die Rolle des Muezzin

Fünfmal am Tag ertönt von den Minaretten der Moscheen der Adhan, der Gebetsruf, der die Muslime zur Verrichtung des Gebets aufruft. Dieser melodische Ruf, der oft von einem Muezzin gesungen wird, ist ein integraler Bestandteil des islamischen Lebens und kündigt den Beginn der jeweiligen Gebetszeit an. Der Adhan ist nicht nur eine Einladung, sondern auch eine feierliche Verkündigung des islamischen Glaubensbekenntnisses. Nach dem Adhan wird eine zweite, kürzere Form des Rufes, die Iqamah, unmittelbar vor Beginn des Gemeinschaftsgebets gesprochen, um anzuzeigen, dass das Gebet nun beginnt.

Vorbereitung auf das Gebet: Wudu und Absicht (Niyyah)

Bevor ein Muslim das Gebet verrichtet, ist die rituelle Reinheit von größter Bedeutung. Dies wird durch die Gebetswaschung, den Wudu, erreicht. Wudu beinhaltet das Waschen von Gesicht, Händen und Armen bis zu den Ellbogen, das Bestreichen des Kopfes und das Waschen der Füße bis zu den Knöcheln mit sauberem Wasser. Diese Waschung ist nicht nur eine körperliche Reinigung, sondern auch eine spirituelle Vorbereitung auf die Begegnung mit Allah. Sollte kein Wasser verfügbar sein oder die Anwendung von Wasser aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein, gibt es die trockene Waschung, Tayammum, mit reinem Staub oder Erde.

Neben der körperlichen Reinheit ist auch die innere Absicht, die Niyyah, unerlässlich. Bevor das Gebet beginnt, muss der Betende die aufrichtige Absicht haben, das Gebet für Allah zu verrichten. Diese Absicht ist ein Akt des Herzens und muss nicht laut ausgesprochen werden, obwohl viele Muslime dies tun, um sich selbst zu verdeutlichen, welches Gebet sie verrichten und wofür.

Gebetshaltungen und ihre Bedeutung

Das islamische Gebet ist eine Reihe von körperlichen Haltungen, die jeweils eine tiefe spirituelle Bedeutung tragen und die Demut und Unterwerfung unter Allah symbolisieren. Jede Rak'ah besteht aus einer Abfolge dieser Haltungen:

  1. Qiyam (Stehen): Der Betende steht aufrecht und rezitiert Sure Al-Fatiha und weitere Verse aus dem Koran. Dies symbolisiert die Erhebung zu Allah und die Konzentration auf Seine Worte.
  2. Ruku' (Verbeugung): Der Betende verbeugt sich von der Taille aus, mit den Händen auf den Knien. Dies drückt Ehrerbietung und Demut aus.
  3. Sujud (Niederwerfung/Prostration): Dies ist die wichtigste Haltung, bei der der Betende mit Stirn, Nase, Handflächen, Knien und Zehen den Boden berührt. Es ist der Höhepunkt der Demut und der Nähe zu Allah, da der Betende seine höchste Stelle (das Gesicht) auf den niedrigsten Punkt (den Boden) legt, um seine absolute Unterwerfung zu zeigen.
  4. Julus (Sitzen): Zwischen den beiden Niederwerfungen und am Ende des Gebets sitzt der Betende auf seinen Fersen, um Dua (Bittgebete) zu sprechen und das Taschahhud (Glaubensbekenntnis) zu rezitieren.

Die Präzision und die Wiederholung dieser Bewegungen fördern nicht nur Disziplin, sondern auch die körperliche und geistige Konzentration auf die spirituelle Verbindung.

Zusätzliche Gebete: Sunnah und Nafl

Neben den fünf obligatorischen Gebeten gibt es auch freiwillige Gebete, die Muslime verrichten können, um zusätzliche Belohnung zu erhalten und ihre Nähe zu Allah zu vertiefen. Diese werden in zwei Kategorien unterteilt:

  • Sunnah-Gebete: Dies sind Gebete, die vom Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) regelmäßig verrichtet wurden und die vor oder nach den Pflichtgebeten gebetet werden. Sie sind zwar nicht verpflichtend, aber stark empfohlen und vervollständigen die Pflichtgebete. Zum Beispiel gibt es vor dem Fadschr-Gebet zwei Sunnah-Rak'ah, und nach Dhuhr, Maghrib und Ischa gibt es ebenfalls Sunnah-Gebete.
  • Nafl-Gebete: Dies sind völlig freiwillige Gebete, die zu jeder Zeit (außer zu den verbotenen Zeiten, wie direkt bei Sonnenaufgang oder -untergang) verrichtet werden können. Beispiele hierfür sind das Tahajjud-Gebet in der Nacht oder das Duha-Gebet am Vormittag. Sie dienen der persönlichen Anbetung und der Vertiefung der Spiritualität.

Besondere Gebete: Freitagsgebet (Jummah) und Festgebete (Eid)

Ein besonders wichtiges Gemeinschaftsgebet ist das Freitagsgebet (Jummah). Es ersetzt das Dhuhr-Gebet am Freitag und ist für muslimische Männer verpflichtend, in der Moschee im Gemeinschaftsgebet verrichtet zu werden. Es beinhaltet eine Predigt (Khutbah), die der Imam hält und die aktuelle Themen aufgreift, Ratschläge gibt und die Gemeinschaft stärkt.

Darüber hinaus gibt es die Festgebete (Eid-Gebete), die zweimal im Jahr verrichtet werden: zum Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens nach Ramadan) und zum Eid al-Adha (Opferfest). Diese Gebete werden in großen Versammlungen in Moscheen oder auf offenen Gebetsplätzen verrichtet und sind von großer Freude und Dankbarkeit geprägt.

Tabelle: Übersicht der täglichen Pflichtgebete

Gebet (Deutsch)Gebet (Arabisch)GebetszeitPflicht-Rak'ahEmpfohlene Sunnah-Rak'ah
MorgengebetFadschrVor Sonnenaufgang22 (vorher)
MittagsgebetDhuhrNach Zenit der Sonne42 (vorher), 2 (nachher)
NachmittagsgebetAsrSpäter Nachmittag44 (vorher, optional)
AbendgebetMaghribNach Sonnenuntergang32 (nachher)
NachtgebetIschaNach Einbruch der Dunkelheit42 (nachher)

Häufig gestellte Fragen zum Gebet in der Moschee

Muss man immer in der Moschee beten?

Nein, die fünf täglichen Pflichtgebete können überall verrichtet werden, solange der Ort sauber ist. Für Männer wird das Gebet in der Moschee im Gemeinschaftsgebet (Jama'ah) jedoch dringend empfohlen und ist für das Freitagsgebet verpflichtend. Frauen können wählen, ob sie zu Hause oder in der Moschee beten. Das Gebet in der Moschee bietet den Vorteil der Gemeinschaft, des gemeinsamen Hörens des Adhan und der Predigten, sowie der Stärkung des Zusammenhalts unter den Muslimen.

Können Frauen in der Moschee beten?

Ja, Frauen sind herzlich willkommen, in der Moschee zu beten. In den meisten Moscheen gibt es spezielle, oft separate Bereiche für Frauen, um ihnen Privatsphäre und Komfort während des Gebets zu gewährleisten. Die Trennung dient dazu, die Konzentration während des Gebets zu fördern und Ablenkungen zu minimieren. Frauen sind nicht verpflichtet, das Freitagsgebet in der Moschee zu verrichten, können dies aber tun, wenn sie möchten.

Was passiert, wenn man eine Gebetszeit verpasst?

Sollte ein Muslim unabsichtlich oder aus einem triftigen Grund (z.B. Schlaf, Vergessenheit, Krankheit, Reise) eine Gebetszeit verpassen, so ist es seine Pflicht, das verpasste Gebet (Qada-Gebet) nachzuholen, sobald er sich erinnert oder die Möglichkeit dazu hat. Dies sollte so schnell wie möglich geschehen, ohne unnötige Verzögerung. Das absichtliche Verpassen von Gebeten ohne triftigen Grund ist jedoch eine schwerwiegende Sünde im Islam und sollte vermieden werden.

Gibt es Unterschiede bei den Gebeten zwischen verschiedenen islamischen Strömungen?

Die grundlegenden fünf täglichen Pflichtgebete und ihre Rak'ah-Anzahl sind im sunnitischen und schiitischen Islam weitgehend gleich. Es gibt jedoch geringfügige Unterschiede in den Details der Gebetsverrichtung, wie z.B. die Position der Hände während des Gebets (über dem Nabel, unter dem Nabel oder an der Seite), die genaue Formulierung einiger Bittgebete oder die Zeiten für das Zusammenfassen von Gebeten (insbesondere bei den Schiiten, die Dhuhr und Asr sowie Maghrib und Ischa zusammenlegen können). Eine türkische Moschee folgt in der Regel den sunnitischen Traditionen der Hanafi-Rechtsschule, die die größte Rechtsschule im sunnitischen Islam ist.

Was ist das Freitagsgebet (Jummah)?

Das Freitagsgebet ist ein wöchentliches Pflichtgebet für muslimische Männer, das das Dhuhr-Gebet am Freitag ersetzt. Es wird in der Moschee im Gemeinschaftsgebet verrichtet und beinhaltet eine Predigt (Khutbah) des Imams, die wichtige religiöse und soziale Themen behandelt. Es ist ein zentraler Treffpunkt für die muslimische Gemeinschaft und stärkt den Zusammenhalt und das Bewusstsein für religiöse Pflichten. Frauen sind nicht verpflichtet, daran teilzunehmen, können dies aber tun.

Die spirituelle Bedeutung des Gebets

Das Gebet ist weit mehr als nur eine Reihe von Ritualen; es ist eine spirituelle Reise und eine Quelle der Kraft für Muslime. Es dient als ständige Erinnerung an Allah und Seine Allmacht, fördert die Demut und Dankbarkeit und bietet Trost und Orientierung im Alltag. Durch das Gebet reinigt der Muslim nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Seele, erneuert seinen Glauben und stärkt seine Verbindung zum Schöpfer. Es ist eine Gelegenheit, Sünden zu bereuen, um Vergebung zu bitten und seine tiefsten Wünsche und Bitten an Allah zu richten. Die Wiederholung und Disziplin des Gebets helfen, einen Rhythmus im Leben zu etablieren, der auf Spiritualität und Gottesbewusstsein ausgerichtet ist.

In der Moschee wird diese individuelle spirituelle Reise zu einem kollektiven Erlebnis. Die gemeinsame Ausführung des Gebets stärkt die Einheit der muslimischen Gemeinschaft (Ummah), fördert gegenseitigen Respekt und Solidarität. Wenn Hunderte oder Tausende von Gläubigen Seite an Seite stehen, sich beugen und niederwerfen, richten sie ihre Herzen und Gesichter in dieselbe Richtung, die Qibla (die Kaaba in Mekka), und demonstrieren eine tiefe Verbundenheit im Glauben, die über alle nationalen oder kulturellen Grenzen hinausgeht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in einer türkischen Moschee, wie in jeder anderen Moschee weltweit, fünf tägliche Pflichtgebete verrichtet werden, ergänzt durch freiwillige Gebete und besondere Anlässe wie das Freitags- und die Festgebete. Diese Gebete sind nicht nur eine spirituelle Pflicht, sondern auch ein Weg zu innerem Frieden, Disziplin und einer tieferen Verbindung zu Gott und der Gemeinschaft.

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