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Die Salbung Jesu: Ein Akt Ewiger Hingabe

08/09/2021

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Die biblische Erzählung ist reich an Momenten, die auf den ersten Blick rätselhaft erscheinen mögen, doch bei näherer Betrachtung eine tiefgreifende Bedeutung offenbaren. Eine dieser Geschichten ist die Salbung Jesu in Bethanien, wie sie im Matthäusevangelium, Kapitel 26, Verse 6 bis 13, geschildert wird. Es ist eine Szene, die sich durch ungewöhnliche Umstände, menschliche Reaktionen und eine prophetische Deutung auszeichnet. Sie spricht von Werten, die über den materiellen Reichtum hinausgehen, und von einer Hingabe, die bis heute inspiriert.

Was passiert nach Matthäus?
Nach Matthäus reagiert die Umgebung Jesu mitleidslos. Bis zum Schluss wird er verspottet und erniedrigt – und erleidet alles ohne Widerstand. Das macht die schreckliche Geschichte für die Zuhörenden noch unerträglicher. Jesus schreit seine Verlassenheit heraus. Eine große Spannung ist zu spüren, die sich mit dem Tod Jesu gleichsam entlädt.

In einer Zeit, in der soziale Konventionen und Rituale das tägliche Leben stark prägten, durchbricht eine Frau in Bethanien bei einem Gastmahl im Hause Simons, des Aussätzigen, alle Erwartungen. Normalerweise war es für eine Frau nicht üblich, unaufgefordert bei einem solchen Anlass zu erscheinen, geschweige denn eine öffentliche Handlung wie eine Salbung während des Essens vorzunehmen. Salbungen waren zwar bekannt, aber meist vor den Mahlzeiten oder als Teil von Begräbnisritualen. Was diese Handlung jedoch noch ungewöhnlicher machte, war die Wahl des Öls: reines Nardenöl, ein kostbares Elixier, dessen Wert dem Jahreslohn eines Arbeiters entsprechen konnte. Diese Tat, die von vielen als reine Verschwendung angesehen wurde, enthielt eine Botschaft, die Jesus selbst als „gutes Werk“ lobte – ein Werk, das für immer in Erinnerung bleiben sollte.

Inhaltsverzeichnis

Die Bühne für ein außergewöhnliches Ereignis

Die Szene spielt sich in Bethanien ab, einem kleinen Dorf nahe Jerusalem, im Haus Simons, der als „der Aussätzige“ bekannt war. Die Anwesenheit Jesu in diesem Haus ist bereits ein Zeichen seiner Bereitschaft, soziale Grenzen zu überschreiten und mit Ausgestoßenen Gemeinschaft zu pflegen. Während des Essens tritt eine Frau mit einem Alabastergefäß voller kostbaren Salböls an Jesus heran. Alabastergefäße waren oft versiegelt, und das Brechen des Gefäßes, um das Öl auszuschütten, symbolisierte einen Akt der Endgültigkeit und des vollständigen Gebens. Sie gießt das Öl über sein Haupt – eine Geste, die in der damaligen Zeit vielfältige Bedeutungen hatte.

Die Salbung des Kopfes war traditionell Königen und Priestern vorbehalten, um ihre göttliche Einsetzung und ihren besonderen Status zu kennzeichnen. Doch in diesem Fall geschieht die Salbung nicht im Rahmen einer feierlichen Krönung, sondern in einer intimen, privaten Atmosphäre, kurz vor Jesu Passion. Die Frau, deren Name im Matthäusevangelium nicht genannt wird, handelt aus einer tiefen inneren Überzeugung heraus, die ihre Handlungen leitet.

Die Empörung der Jünger: Ein Missverständnis von Wert und Hingabe

Die Reaktion der Jünger auf diesen Akt ist scharf und verständlich aus ihrer Perspektive. Sie sehen in der Handlung der Frau eine „große Verschwendung“. Ihre Empörung ist lautstark: „Wozu diese Verschwendung? Dieses Öl hätte man teuer verkaufen und den Erlös den Armen geben können!“ (Matthäus 26,8-9). Aus einer rein wirtschaftlichen Sichtweise hatten sie Recht. Das Nardenöl war extrem teuer, und der Verkaufserlös hätte zweifellos vielen Bedürftigen geholfen. Ihr Denken war pragmatisch und auf soziale Gerechtigkeit ausgerichtet – ein lobenswertes Anliegen an sich.

Doch Jesus sieht tiefer. Er weist die Vorwürfe zurück und nimmt die Frau in Schutz. Seine Antwort beleuchtet eine fundamentale Differenz in der Bewertung von Handlungen und Werten:

„Warum bekümmert ihr die Frau? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. Indem sie dieses Öl auf meinen Leib goss, hat sie mich für mein Begräbnis gesalbt. Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt gepredigt wird, da wird man auch von dem erzählen, was diese Frau getan hat, zu ihrem Gedächtnis.“ (Matthäus 26,10-13)

Diese Worte Jesu sind zentral für das Verständnis der gesamten Begebenheit. Sie offenbaren, dass wahre Hingabe und Liebe nicht nach materiellen Maßstäben zu beurteilen sind. Was aus weltlicher Sicht als Verschwendung erschien, war in den Augen Jesu ein Akt von unschätzbarem Wert.

Jesu Deutung: Salbung für den Tod und königliche Würde

Jesu Erklärung enthüllt die tiefere, prophetische Bedeutung der Salbung. Er deutet die Handlung der Frau als eine Salbung für sein bevorstehendes Begräbnis. Dies ist ein entscheidender Hinweis auf seinen nahenden Tod und die Passion, auf die er seine Jünger nach und nach vorbereitet. Die Salbung wird somit zu einem Abschiedsritual, das seine Jünger mit der harten Realität seines Schicksals konfrontiert. Es ist die letzte königliche Salbung – nicht für einen irdischen Thron, sondern für den Weg zum Kreuz.

Die Salbung von Königen war in Israel ein Zeichen der göttlichen Erwählung. David und Salomo wurden gesalbt, um ihre Herrschaft zu legitimieren. Dass Jesus gesalbt wurde, unterstreicht seine Identität als der Messias, der „Gesalbte“. Doch seine Königsherrschaft ist nicht von dieser Welt; sie manifestiert sich nicht in Macht und Prunk, sondern in Dienst und Opfer. Die Salbung durch die Frau in Bethanien ist somit eine Anerkennung seiner königlichen Würde und gleichzeitig eine Vorbereitung auf seinen königlichen Tod, der die wahre Natur seines Reiches offenbaren wird.

Die Geschichte der Salbung Jesu markiert auch einen Übergang: Während der Einzug Jesu in Jerusalem von Jubel und Hoffnungen auf einen politischen Messias geprägt war, weicht diese Stimmung nun einer ernsten Nachdenklichkeit. Jesus bereitet seine Jüngerschaft auf das Unvermeidliche vor – seinen Tod und seine Auferstehung.

„Nichts ist vergeudet“: Eine zeitlose Botschaft

Das Konzept, dass „nichts vergeudet“ ist, wenn es aus reiner Hingabe für Gott geschieht, ist eine Kernbotschaft dieser Geschichte. Die Jünger sahen den materiellen Wert des Öls, Jesus sah den Wert der Liebe und der prophetischen Handlung. In einer Welt, die oft auf Effizienz und messbaren Erfolg ausgerichtet ist, lehrt uns diese Erzählung, dass wahre Opfer und Akte der Anbetung, die aus einem reinen Herzen kommen, einen unermesslichen, ewigen Wert haben.

Was passiert nach Matthäus?
Nach Matthäus reagiert die Umgebung Jesu mitleidslos. Bis zum Schluss wird er verspottet und erniedrigt – und erleidet alles ohne Widerstand. Das macht die schreckliche Geschichte für die Zuhörenden noch unerträglicher. Jesus schreit seine Verlassenheit heraus. Eine große Spannung ist zu spüren, die sich mit dem Tod Jesu gleichsam entlädt.

Die Frau gab das Kostbarste, was sie besaß, nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe. Ihr Akt war eine Manifestation von Treue und Verehrung, die Jesus als vorbildlich empfand. Ihr Name mag in der Matthäusversion unerwähnt bleiben, doch ihre Tat wird für alle Zeiten im Evangelium verkündet. Dies unterstreicht, dass es nicht um den Ruhm der Person geht, sondern um die Reinheit der Absicht und die Wirkung der Handlung im göttlichen Plan.

Vergleichstabelle: Weltliche Sicht vs. Jesu Sicht

Um die unterschiedlichen Perspektiven besser zu verstehen, betrachten wir eine Gegenüberstellung:

MerkmalSicht der Jünger (Weltlich)Sicht Jesu (Geistlich)
Wert des ÖlsHoher materieller Wert, hätte verkauft werden sollen.Symbol für unbezahlbare Hingabe und Liebe.
Die Handlung der FrauVerschwendung, Unangemessenheit.Ein "gutes Werk", prophetische Vorbereitung.
Auswirkung für ArmeVerlorene Möglichkeit, ihnen zu helfen.Arme sind immer da, aber Jesus nicht immer physisch.
ErgebnisVerlust von Ressourcen.Ewige Erinnerung und spirituelle Bedeutung.
MotivationUnüberlegter, emotionaler Akt.Tiefe Verehrung und prophetisches Verständnis.

Das Königliche Salben: Eine praktische Reflexion

Die Idee des königlichen Salbens hat auch heute noch Relevanz. Es geht nicht darum, physische Könige zu salben, sondern die Königlichkeit Jesu in unserem Leben anzuerkennen und ihn in allen Bereichen zu ehren. Dies kann durch Akte der Hingabe geschehen, die für die Welt vielleicht unverständlich sind, aber im Herzen Gottes einen tiefen Sinn ergeben. Es geht darum, das Kostbarste, was wir haben – unsere Zeit, unsere Talente, unsere Ressourcen, ja unser ganzes Leben – ihm zu Opfer zu bringen.

Man könnte sich vorstellen, wie Kinder, die diese Geschichte hören, ein Fläschchen mit wohlriechendem Öl herumreichen. Sie könnten den Geruch wahrnehmen, etwas davon auf ihren Handrücken spüren. Dies würde ihnen helfen, die Sinnlichkeit und den Wert des Öls zu erfassen. Die Erklärung, dass Könige gesalbt und nicht gekrönt wurden, oder die damaligen Begräbnisrituale, zu denen die Salbung gehörte, vertiefen das Verständnis. Wenn Kinder dabei einen "Königsmantel" tragen, wird die königliche Dimension der Salbung Jesu noch greifbarer und unvergesslicher.

Häufig gestellte Fragen zur Salbung in Bethanien

Wer war die Frau, die Jesus salbte?

Im Matthäusevangelium (und auch im Markusevangelium) wird die Frau nicht namentlich genannt; es heißt lediglich „eine Frau“. Im Johannesevangelium (Johannes 12,1-8) wird eine ähnliche Begebenheit beschrieben, bei der Maria, die Schwester von Lazarus und Martha, Jesus salbt. Die theologische Bedeutung der Handlung ist in allen Evangelien ähnlich, die Identität der Frau ist für die Kernbotschaft weniger entscheidend als ihr Akt der Hingabe.

Warum war das Öl so wertvoll?

Das verwendete Öl war Nardenöl, ein kostbares, aromatisches Öl, das aus der Nardenpflanze gewonnen wurde, die hauptsächlich im Himalaya-Gebiet wuchs. Sein hoher Wert rührte von seiner Seltenheit, dem aufwendigen Gewinnungsprozess und dem weiten Transportweg her. Es war ein Luxusartikel, der oft für besondere Anlässe oder zur Beisetzung hochrangiger Persönlichkeiten verwendet wurde.

Was bedeutet es, dass Jesus der „Messias“ ist?

Der Begriff „Messias“ kommt aus dem Hebräischen (מָשִׁיחַ, Mashiah) und bedeutet „der Gesalbte“. Im Griechischen entspricht dem das Wort „Christus“ (Χριστός, Christos). Im Alten Testament wurden Könige, Priester und manchmal auch Propheten gesalbt, um ihre besondere Erwählung und Beauftragung durch Gott zu symbolisieren. Dass Jesus der Messias ist, bedeutet, dass er der von Gott gesandte, gesalbte König und Retter ist, dessen Kommen die Propheten Israels vorausgesagt hatten.

Warum wurde Jesus für sein Begräbnis gesalbt?

Die Salbung Jesu für sein Begräbnis war eine prophetische Handlung. In der damaligen Zeit war es üblich, Leichname vor der Beisetzung mit wohlriechenden Ölen und Gewürzen zu salben, um den Verwesungsprozess zu verlangsamen und den Geruch zu mildern. Da Jesus unmittelbar nach seiner Kreuzigung beigesetzt wurde und keine Zeit für eine ordnungsgemäße Salbung blieb, diente die Handlung der Frau als eine vorausschauende Salbung. Es war eine Vorbereitung auf sein Opfer und seinen Tod, die die Jünger noch nicht vollständig verstanden, Jesus aber bereits ankündigte.

Was können wir aus dieser Geschichte für unser eigenes Leben lernen?

Die Geschichte der Salbung Jesu lehrt uns mehrere wichtige Lektionen: Erstens, dass wahre Hingabe und Liebe oft über materiellen Wert hinausgehen und im Herzen Gottes unschätzbar sind. Zweitens, dass es wichtig ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen und auf Gottes Führung zu achten, auch wenn sie unkonventionell erscheinen mag. Drittens, dass Akte der Anbetung und des Opfers, die aus reinem Herzen kommen, eine ewige Bedeutung haben und von Gott gewürdigt werden, selbst wenn sie von anderen missverstanden oder kritisiert werden. Es ermutigt uns, großzügig und bedingungslos zu geben, im Vertrauen darauf, dass nichts, was für Gott getan wird, wirklich vergeudet ist.

Fazit: Eine bleibende Erinnerung an Hingabe und Bedeutung

Die Salbung Jesu in Bethanien ist weit mehr als nur eine Anekdote am Rande der Passionsgeschichte. Sie ist ein kraftvolles Zeugnis von prophetischer Einsicht, unbedingter Anbetung und der tiefen Bedeutung von Jesu bevorstehendem Tod. Die Frau, die diesen Akt vollzog, wurde zur Heldin einer Geschichte, die bis heute erzählt wird – nicht wegen ihres Namens oder ihres Reichtums, sondern wegen ihres Herzens. Ihr Akt der Liebe und des Glaubens überwand alle sozialen Konventionen und materiellen Bedenken und zeigte auf eindringliche Weise, dass wahre Wertschätzung und Hingabe für den Messias niemals vergeudet sind, sondern für die Ewigkeit Bestand haben.

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