Familiengottesdienst: Beten, Feiern, Erleben

12/01/2022

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Der Gottesdienst ist seit jeher ein zentraler Ort der Begegnung, des Gebets und der Gemeinschaft für Gläubige. Doch wie kann dieser Ort auch für die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft, für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter, zu einem lebendigen und ansprechenden Erlebnis werden? Hier setzt der Familiengottesdienst an. Er ist nicht nur eine vereinfachte Form des traditionellen Gottesdienstes, sondern eine speziell konzipierte Feier, die darauf abzielt, Gebet und Feiern auf eine Weise zu verbinden, die für Kinder verständlich, erfahrbar und begeisternd ist. Es geht darum, den Glauben nicht nur zu hören, sondern ihn mit allen Sinnen zu erleben, zu singen, zu lachen und gemeinsam zu feiern. Dieses besondere Format lädt Familien ein, ihren Glauben gemeinsam zu leben und zu vertiefen, und bietet Raum für eigene Ideen, Gebete und Liedwünsche, oft unter Nutzung bewährter Ressourcen wie dem katholischen Gotteslob mit seinem Eigenteil Ro.

Wie feiert man einen Gottesdienst mit der Familie?
Zu Beginn des Gottesdienstes mit der Familie kann die Osterkerze angezündet werden. Diese Aufgabe kann abwechselnd ein Familienmitglied übernehmen. Neben der Kerze können auch ein Kreuz und die Bibel eine gestaltete Mitte bilden. Gott, unser Vater, dein Sohn hat den Tod besiegt und ist auferstanden.
Inhaltsverzeichnis

Was macht einen Familiengottesdienst so besonders?

Ein Familiengottesdienst unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von einem „normalen“ Sonntagsgottesdienst. Er ist bewusst auf die Bedürfnisse und die Aufnahmefähigkeit von Kindern zugeschnitten, ohne dabei die Erwachsenen zu vernachlässigen. Das Ziel ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich Kinder willkommen fühlen, aktiv teilnehmen können und der Glaube als etwas Positives und Lebensnahes erfahren wird. Dies gelingt durch:

  • Eine kindgerechte Sprache und Bildsprache bei den Lesungen und der Predigt (Ansprache).
  • Interaktive Elemente, die zum Mitmachen anregen, wie kleine Rollenspiele, Bewegungen oder das gemeinsame Gestalten.
  • Kürzere Dauer, um der Aufmerksamkeitsspanne der Kinder gerecht zu werden.
  • Besondere Liedauswahl, oft aus dem Gotteslob, die Kinder leicht mitsingen können und die mit Bewegungen verbunden werden können.
  • Oftmals eine lockere, entspannte Atmosphäre, die Raum für kindliche Äußerungen lässt.

Es geht nicht darum, den Gottesdienst zu „verwässern“, sondern ihn in seiner Botschaft so aufzubereiten, dass er für alle Altersgruppen zugänglich und tiefgründig ist. Die Freude am gemeinsamen Feiern steht dabei im Vordergrund und schafft eine Brücke zum Glauben, die Kinder ein Leben lang tragen kann.

Die Verbindung von Gebet und Feier im Familiengottesdienst

Das Herzstück des Familiengottesdienstes ist die harmonische Verbindung von Gebet und Feier. Gebet wird hier nicht nur als stilles Sprechen verstanden, sondern als ein lebendiger Dialog mit Gott, der sich in vielfältigen Formen ausdrückt. Dies kann geschehen durch:

  • Gemeinsame Gebete: Kurze, eingängige Gebete, die auch von Kindern leicht nachgesprochen werden können.
  • Kreative Gebetsformen: Gebete, die mit Symbolen, Gesten oder Bildern verbunden sind, um die Vorstellungskraft der Kinder anzusprechen.
  • Lieder als Gebet: Viele Lieder aus dem Gotteslob sind Gebete in musikalischer Form und ermöglichen es Kindern, ihre Gefühle und Gedanken auszudrücken.
  • Stille Momente: Kurze Phasen der Stille, die Kindern helfen, zur Ruhe zu kommen und eine innere Verbindung zu spüren.

Die Feierkomponente hingegen bringt die Lebensfreude und die Dankbarkeit zum Ausdruck. Sie manifestiert sich in:

  • Fröhlichen Liedern: Oft mit Instrumenten begleitet, die zum Klatschen, Tanzen oder Bewegen einladen.
  • Ritualen: Wiederkehrende Elemente, die Kindern Sicherheit geben und ihnen helfen, den Ablauf zu verstehen und mitzugestalten.
  • Geschichten und Erzählungen: Biblische Geschichten werden lebendig erzählt und auf den Alltag der Kinder übertragen.
  • Gemeinschaftliche Aktionen: Kleine Projekte oder Bastelarbeiten, die während oder nach dem Gottesdienst stattfinden und das Thema vertiefen.

Diese Synergie aus Gebet und Feier macht den Familiengottesdienst zu einem ganzheitlichen Erlebnis, das sowohl die spirituelle als auch die emotionale Entwicklung der Kinder fördert und die familiäre Bindung stärkt.

Gestaltungselemente und Liedvorschläge aus dem Gotteslob

Die Gestaltung eines Familiengottesdienstes ist ein kreativer Prozess, der von den lokalen Gegebenheiten und den Vorlieben der Familien abhängt. Oftmals gibt es ein Vorbereitungsteam, das sich Gedanken über das Thema, die Lesungen, die Gebete und die Lieder macht. Die angegebene Information, dass die Liedvorschläge aus dem katholischen Gotteslob mit Eigenteil Ro stammen, ist hierbei sehr hilfreich. Das Gotteslob bietet eine Fülle von Liedern, die sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet sind. Es gibt spezielle Rubriken für Kinderlieder oder Lieder, die sich besonders für Familiengottesdienste eignen.

Einige Beispiele für Gestaltungselemente könnten sein:

  • Eingangslied: Ein fröhliches Lied zum Start, das die Kinder sofort zum Mitsingen animiert.
  • Begrüßung und Hinführung: Eine kurze Ansprache, die das Thema des Gottesdienstes kindgerecht einführt.
  • Biblische Erzählung: Eine kurze, lebendig erzählte Geschichte aus der Bibel, oft mit Handpuppen, Bildern oder einer kleinen Szene untermalt.
  • Gebete: Wechselgebete, Fürbitten, bei denen Kinder eigene Anliegen vorbringen können.
  • Lied zur Gabenbereitung: Ein Lied, das die Bedeutung des Teilens und Schenkens hervorhebt.
  • Kommunion / Kommunionempfang: Je nach Tradition wird dieser Teil kindgerecht gestaltet, z.B. durch eine Kindersegnung.
  • Danklied und Segen: Ein abschließendes Lied des Dankes und der Segen für die Familien.

Die Möglichkeit, die Vorlage mit eigenen Ideen, Gebeten und Liedwünschen zu ergänzen, ist ein großer Vorteil. Dies fördert die Teilhabe der Familien und macht den Gottesdienst noch persönlicher und relevanter. Eltern oder Kinder können zum Beispiel Fürbitten formulieren, ein Bild zum Thema malen oder ein Lieblingslied vorschlagen, das dann gemeinsam gesungen wird.

Familiengottesdienst vs. Traditioneller Gottesdienst: Ein Vergleich

Um die Besonderheiten des Familiengottesdienstes noch deutlicher hervorzuheben, lohnt sich ein kurzer Vergleich mit einem traditionellen Gottesdienst:

MerkmalTraditioneller GottesdienstFamiliengottesdienst
ZielgruppeErwachsene, alle AltersgruppenFamilien mit Kindern (Kindergarten- und Grundschulalter)
DauerLänger (ca. 60-90 Minuten)Kürzer (ca. 30-45 Minuten)
SpracheEher formal, theologischKindgerecht, alltagsnah, bildhaft
PartizipationEher passiv (Hören, Antworten)Aktiv (Mitsingen, Mitmachen, Bewegen)
MusikVielfältig, oft anspruchsvollere ChoräleEinfache, eingängige Lieder, oft mit Bewegungen
AtmosphäreFeierlich, andächtig, ruhigLebendig, fröhlich, manchmal lauter
BotschaftTiefe theologische ReflexionGrundlegende Glaubensbotschaften, Wertevermittlung

Dieser Vergleich zeigt, dass beide Formen ihre Berechtigung haben und unterschiedliche Bedürfnisse ansprechen. Der Familiengottesdienst ist eine wertvolle Ergänzung, um den Glauben von klein auf zu vermitteln und die Gemeinschaft der Gläubigen zu stärken.

Praktische Tipps für Eltern: So wird der Besuch zum Erlebnis

Damit der Besuch des Familiengottesdienstes für alle Beteiligten zu einem positiven Erlebnis wird, können Eltern einige Dinge beachten:

  • Vorbereitung zu Hause: Sprechen Sie mit Ihren Kindern über den Gottesdienst. Erklären Sie, was passieren wird und warum Sie hingehen. Vielleicht können Sie sogar das Thema des Gottesdienstes im Vorfeld besprechen, wenn es bekannt ist.
  • Pünktlichkeit: Kommen Sie rechtzeitig, um einen guten Platz zu finden und sich in Ruhe einzuleben, bevor der Gottesdienst beginnt.
  • Sitzplatzwahl: Wählen Sie einen Platz, von dem aus Ihre Kinder gut sehen und hören können, aber auch einen, von dem aus Sie bei Bedarf diskret den Raum verlassen können.
  • Beteiligung fördern: Ermutigen Sie Ihre Kinder zum Mitsingen, Mitsprechen und Mitmachen. Wenn es interaktive Elemente gibt, nutzen Sie diese.
  • Snacks und Getränke: Für sehr kleine Kinder kann ein kleiner, unauffälliger Snack oder eine Wasserflasche hilfreich sein, um Wartezeiten zu überbrücken.
  • Gelassenheit bewahren: Kinder sind Kinder. Es ist normal, wenn sie zappeln, flüstern oder mal eine Frage stellen. Die meisten Gemeinden sind darauf eingestellt und freuen sich über die Anwesenheit der Familien, auch wenn es mal lauter wird.
  • Nachbereitung: Sprechen Sie nach dem Gottesdienst mit Ihren Kindern darüber, was ihnen gefallen hat, was sie gelernt haben oder welche Fragen sie haben. Das vertieft das Erlebte und fördert das Gespräch über den Glauben.

Durch diese kleinen Schritte können Eltern maßgeblich dazu beitragen, dass der Familiengottesdienst zu einem festen und freudvollen Bestandteil des Familienlebens wird.

Häufig gestellte Fragen zum Familiengottesdienst

F: Ab welchem Alter ist der Familiengottesdienst geeignet?

A: Familiengottesdienste sind in der Regel für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter konzipiert, also etwa von 3 bis 10 Jahren. Jüngere Kinder sind oft auch willkommen, aber ihre Aufmerksamkeitsspanne ist noch kürzer. Ältere Kinder können ebenfalls teilnehmen, finden aber möglicherweise traditionellere Gottesdienste oder spezielle Jugendgottesdienste ansprechender.

Was sagt man zu Ostern?
sein neugeborenes Lamm. Der Schmetterling freut ich und flattert davon. Die Sonne freut sic und strahlt am Himmel. Wir Mensche freuen uns und singen. Ich freue mich. Jesus lebt. Amen Das Osternest mit Osterei, das ist mir gar nicht allerlei. Doch will ich auch noch daran denken: Zu Ostern geht ́s nicht nur ums Schenken, denn du

F: Müssen meine Kinder während des gesamten Gottesdienstes still sitzen?

A: Nein, das ist nicht das Ziel eines Familiengottesdienstes. Es ist Raum für Bewegung und kindliche Äußerungen vorgesehen. Natürlich sollte eine gewisse Grundruhe gewahrt werden, aber Zappeln, gelegentliches Flüstern oder das Aufstehen für Aktionen sind in der Regel kein Problem. Die Atmosphäre ist bewusst lockerer als in einem regulären Gottesdienst.

F: Was ist, wenn mein Kind unruhig wird oder weint?

A: Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge oder Scham. Die meisten Kirchen bieten die Möglichkeit, den Raum kurz zu verlassen, wenn ein Kind sehr unruhig wird. Oft gibt es auch spezielle Bereiche im hinteren Teil der Kirche oder einen separaten Raum, in den man sich zurückziehen kann. Kehren Sie einfach zurück, wenn sich Ihr Kind wieder beruhigt hat. Die Gemeinschaft hat Verständnis dafür.

F: Können wir unsere eigenen Lieder oder Gebete einbringen?

A: Ja, das ist oft ausdrücklich erwünscht! Viele Familiengottesdienste leben von der Kreativität und den Beiträgen der Familien. Sprechen Sie am besten im Vorfeld das Vorbereitungsteam an, wenn Sie eine Idee haben. Ob ein Lieblingslied aus dem Gotteslob, ein selbstformuliertes Gebet oder eine kleine Aktion – Ihre Beiträge bereichern den Gottesdienst.

F: Findet der Familiengottesdienst immer zur gleichen Zeit statt wie der reguläre Sonntagsgottesdienst?

A: Das variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Manchmal ist der Familiengottesdienst in den Sonntagsgottesdienst integriert, oft findet er aber auch an einem anderen Zeitpunkt statt, zum Beispiel einmal im Monat am Sonntagnachmittag oder an einem besonderen Feiertag. Informieren Sie sich am besten auf der Webseite Ihrer Kirchengemeinde oder im Pfarrbüro über die genauen Termine.

F: Ist der Familiengottesdienst nur für praktizierende Katholiken gedacht?

A: Obwohl die Liedvorschläge aus dem katholischen Gotteslob stammen, sind Familiengottesdienste in der Regel offen für alle Familien, unabhängig von ihrer Konfession oder ihrem Grad der Religionsausübung. Sie sind eine wunderbare Möglichkeit, den Glauben kennenzulernen, Gemeinschaft zu erleben und spirituelle Impulse zu erhalten. Jeder ist herzlich willkommen.

Der Familiengottesdienst ist somit weit mehr als nur eine kirchliche Pflicht. Er ist ein Angebot, den Glauben als etwas Lebendiges, Fröhliches und Gemeinschaftliches zu erfahren. Er unterstützt Familien dabei, ihre Kinder auf dem Weg des Glaubens zu begleiten und ihnen Werte und Traditionen auf eine Weise zu vermitteln, die ihre Herzen und ihren Verstand erreicht. Ein Ort, an dem Gebet und Feier eine Einheit bilden und der Grundstein für ein lebenslanges spirituelles Wachstum gelegt werden kann.

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