10/06/2022
Nach dem inspirierenden Taufgespräch mit dem Pfarrer liegt nun eine Fülle von Aufgaben vor Ihnen, die es zu bewältigen gilt. Ganz oben auf der Liste steht oft die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes – eine Aufgabe, die ebenso viel Freude wie Überlegung erfordert. Die Auswahl der Lieder, das Klären der musikalischen Begleitung und das Erstellen von Liedblättern sind entscheidende Schritte, um diesem besonderen Anlass einen würdigen und herzlichen Rahmen zu verleihen. Doch welche Lieder passen am besten? Das Evangelische Gesangbuch und das Liederheft "Kommt atmet auf" bieten eine reiche Auswahl, doch die persönliche Note macht den Unterschied.

Die Musik ist weit mehr als nur eine Begleitung; sie ist ein Ausdruck von Freude, Hoffnung und Gebet. Sie trägt die Emotionen des Tages, verbindet die Anwesenden und schafft eine Atmosphäre der Besinnung und des Feierns. Die richtige Liedauswahl kann die Botschaft der Taufe vertiefen und den Moment für alle Beteiligten unvergesslich machen. Es geht darum, eine Balance zu finden zwischen traditionellen Melodien, die Generationen verbunden haben, und modernen Klängen, die Ihre persönlichen Gefühle widerspiegeln.
Die musikalische Gestaltung der Taufe: Eine Herzensangelegenheit
Die Wahl der Musik für die Taufe ist ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung. Sie prägt die Stimmung des Gottesdienstes und bietet die Möglichkeit, persönliche Akzente zu setzen. Überlegen Sie zunächst, welche Rolle Musik in Ihrer Familie spielt und wie musikalisch Ihre Gäste sind. Gibt es vielleicht einen talentierten Organisten im Freundeskreis oder andere Musiker, die gerne einen Beitrag leisten würden? Die Einbeziehung von Familie und Freunden kann nicht nur entlastend wirken, sondern dem Gottesdienst auch eine sehr persönliche und intime Note verleihen.
Für gewöhnlich stehen Ihnen die erfahrenen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker der Gemeinde zur Seite. Sie sind Experten im Bereich des kirchlichen Liedguts und können wertvolle Empfehlungen geben. Es ist ratsam, außergewöhnliche Liedwünsche oder die Einbindung ortsfremder Musiker frühzeitig mit ihnen zu besprechen. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer sind erstaunlich offen für Musikwünsche, die nicht ausschließlich dem christlichen Liedgut entsprechen. Wenn Sie ein Lied von Silbermond oder Reinhard Mey lieben und es einen besonderen Bezug zu Ihrem Kind oder Ihrer Familie hat, scheuen Sie sich nicht, dies anzusprechen. Oft kann solche Musik über eine Anlage eingespielt werden und verleiht der Feier eine einzigartige, sehr persönliche Dimension.
Bei der Auswahl der anderen Lieder sollte stets auf eine leichte Singbarkeit geachtet werden. Nicht alle Gottesdienstbesucher sind geübte Chorsänger, und es ist wichtig, dass sich jeder eingeladen fühlt mitzusingen. Manchmal hat die Familie eine besondere Geschichte oder Erinnerung, die mit einem bestimmten Lied verbunden ist. Solche Lieder sollten unbedingt im Gottesdienst vorkommen, da sie eine tiefe emotionale Bedeutung tragen. Gibt es keine spezifischen Vorlieben, empfiehlt sich eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Kirchenliedern. Dies spricht verschiedene Generationen an und bietet sowohl vertraute Klänge als auch neue Impulse.
Ein weiterer praktischer Aspekt ist das Liedblatt. Werden ausschließlich Lieder aus dem Gesangbuch gewählt, ist ein separates Liedblatt nicht zwingend notwendig. Dennoch entscheiden sich viele Eltern dafür, ein Liedblatt zu gestalten oder von Freunden gestalten zu lassen. Es ist nicht nur eine praktische Hilfe für die Gäste, sondern auch eine wunderbare Erinnerung an die Taufe, die man später gerne wieder in die Hand nimmt.
Vorschläge für Tauflieder
Hier finden Sie eine Auswahl an Liedern, die sich für eine Taufe eignen, unterteilt in traditionelle und modernere Stücke:
Traditionelle Kirchenlieder:
- "Möge die Straße uns zusammenführen" (Irischer Segen)
- "Von guten Mächten wunderbar geborgen" (Dietrich Bonhoeffer)
- "Lobe den Herren, den allmächtigen König"
- "Geh aus, mein Herz, und suche Freud"
- "Ins Wasser fällt ein Stein"
- "Nun danket alle Gott"
- "Du bist das Licht der Welt"
Moderne und Kindgerechte Lieder:
- "Kindermutmachlied" (Rolf Zuckowski)
- "Du bist du" (Jörg Swoboda)
- "Vergiss es nie (Du bist Du)" (Jürgen Werth)
- "Ein Segen sein" (Martin Pepper)
- "Danke für diesen guten Morgen"
- "Gott hält die ganze Welt in seiner Hand"
Die Auswahl sollte sorgfältig getroffen werden, um die Botschaft und die Atmosphäre der Taufe optimal zu unterstützen. Denken Sie daran, dass die Melodie und der Text gleichermaßen wichtig sind, um eine tiefgehende Wirkung zu erzielen.
Die Bedeutung der Taufe: Ein Bund fürs Leben
Die Taufe ist weit mehr als eine schöne Familienfeier; sie ist ein sakramentales Ereignis, das tiefe theologische Bedeutung trägt. Sie symbolisiert den Eintritt des Täuflings in die christliche Gemeinschaft, die Aufnahme in die Familie Gottes und die Zusage seiner bedingungslosen Liebe und Begleitung. Durch das Wasser der Taufe wird die Reinigung von Schuld und die Schenkung eines neuen Lebens in Christus symbolisiert. Es ist ein Akt des Glaubens, der Hoffnung und der Zuversicht in Gottes Fürsorge.

Die Taufe ist ein sichtbares Zeichen der unsichtbaren Gnade Gottes. Sie erinnert uns daran, dass jedes Leben ein Geschenk ist und dass wir von Anfang an von Gott geliebt und angenommen sind. Für die Eltern ist es eine öffentliche Bekundung ihres Glaubens und ihres Wunsches, ihr Kind im christlichen Glauben zu erziehen. Für die Taufpaten ist es die Übernahme einer verantwortungsvollen Rolle, das Kind auf seinem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten und zu unterstützen.
Wichtige Symbole der Taufe sind:
- Das Wasser: Symbolisiert Reinigung, neues Leben und die Verbundenheit mit Gott.
- Das Licht (Taufkerze): Steht für Christus als das Licht der Welt und die Erleuchtung des Täuflings.
- Das Kreuz: Erinnerung an Tod und Auferstehung Jesu und die Zugehörigkeit zu ihm.
- Das Taufkleid: Symbol der Reinheit und des neuen Lebens.
Diese Symbole tragen dazu bei, die Tiefe und den Ernst des Sakraments zu verdeutlichen und gleichzeitig die Freude über das neue Leben zu feiern.
Dankbarkeit ausdrücken: Worte, die von Herzen kommen
Die Geburt eines Kindes und seine Taufe sind Anlässe für tiefe Dankbarkeit. Diese Dankbarkeit findet ihren Ausdruck nicht nur in Gebeten und Liedern, sondern auch in den stillen Momenten der Besinnung. Das Gedicht "Danke für dieses neue Leben" fängt diese Gefühle wunderbar ein:
Danke für dieses neue Leben, danke für jedes kleine Kind. Danke, dass seine lieben Eltern froh und glücklich sind. Danke im Kreise aller Kinder, danke, dass wir zusammen sind, danke, wir danken mit den Eltern für dies` kleine Kind. Danke, mein Gott, für deine Nähe, danke, für jedes gute Wort. Danke, dass deine Hand uns leiten will an jedem Ort.
Diese Zeilen spiegeln die vielfältigen Dimensionen der Dankbarkeit wider: Dankbarkeit für das Kind selbst, für die Freude, die es den Eltern bringt, für die Gemeinschaft, die zusammenkommt, und nicht zuletzt Dankbarkeit gegenüber Gott für seine Nähe und Führung. Es ist eine Erinnerung daran, dass wir nicht allein sind und dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Dankbarkeit auszudrücken, stärkt nicht nur die eigene Seele, sondern auch die Gemeinschaft. Ob in Form eines persönlichen Gebets, eines ausgesprochenen Dankes an die Anwesenden oder durch die Gestaltung eines Dankesliedes – jede Geste zählt. Es ist eine Gelegenheit, innezuhalten und sich der Wunder des Lebens bewusst zu werden.
Wege, Dankbarkeit zu zeigen
- Persönliche Worte: Eine kurze, herzliche Ansprache an die Gäste am Ende des Gottesdienstes oder beim anschließenden Beisammensein.
- Dankeskarten: Nach der Taufe versendete Karten mit einem Foto des Kindes und einem persönlichen Dankestext.
- Spende: Eine Spende an eine karitative Organisation im Namen des Kindes als Ausdruck der Dankbarkeit und des Teilens des Segens.
- Gemeinschaftliches Essen: Ein gemeinsames Essen nach der Taufe bietet Raum für Austausch und Dankbarkeit in entspannter Atmosphäre.
- Gebet: Das persönliche oder gemeinsame Gebet der Dankbarkeit, das die Freude und den Segen des Tages vor Gott trägt.
Praktische Tipps für eine gelungene Taufe
Die Planung einer Taufe kann überwältigend erscheinen, aber mit einigen praktischen Tipps wird sie zu einem freudigen Erlebnis. Eine gute Vorbereitung nimmt den Stress und ermöglicht es Ihnen, den Tag in vollen Zügen zu genießen.
Zeitplan und Organisation
- Frühzeitige Kontaktaufnahme: Setzen Sie sich so früh wie möglich mit Ihrer Kirchengemeinde in Verbindung, um einen Termin für das Taufgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren.
- Taufgespräch nutzen: Bereiten Sie Fragen vor. Besprechen Sie den Ablauf, Liedwünsche, die Rolle der Paten und eventuelle persönliche Beiträge.
- Paten auswählen: Wählen Sie Paten, die nicht nur eine emotionale Bindung zum Kind haben, sondern auch bereit sind, ihre Rolle im christlichen Sinne auszufüllen.
- Gästeliste und Einladungen: Erstellen Sie eine Gästeliste und versenden Sie die Einladungen rechtzeitig, idealerweise sechs bis acht Wochen vor der Taufe.
- Liedblätter gestalten: Wenn Sie Liedblätter wünschen, beginnen Sie frühzeitig mit der Gestaltung und dem Druck.
- Feier nach der Taufe: Planen Sie, wo und wie Sie nach dem Gottesdienst feiern möchten. Ob im kleinen Kreis zu Hause oder in einem Restaurant – wichtig ist eine entspannte Atmosphäre.
Vergleichstabelle: Traditionelle vs. Moderne Tauflieder
| Merkmal | Traditionelle Tauflieder | Moderne Tauflieder |
|---|---|---|
| Herkunft | Evangelisches Gesangbuch, alte Kirchenlieder | "Kommt atmet auf", christliche Popmusik, säkulare Lieder |
| Textinhalte | Oft biblisch, theologisch tiefgründig, Segen, Schutz Gottes | Persönliche Segenswünsche, Lebensfreude, Mut, moderne Sprache |
| Melodie | Oft bekannt, leicht singbar für Gemeinde, feierlich | Eingängig, oft rhythmischer, kann auch als Solo vorgetragen werden |
| Einsatz | Geeignet für Gemeinden, die Wert auf Tradition legen | Spricht jüngere Generationen an, schafft persönliche Atmosphäre |
| Begleitung | Orgel, Klavier | Klavier, Gitarre, Band, Einspielungen über Anlage |
| Vorteile | Vertrautheit, Gemeinschaftsgefühl, liturgisch passend | Persönliche Note, emotionale Tiefe, breitere Akzeptanz bei Nicht-Kirchengängern |
Häufig gestellte Fragen zur Taufe
- Muss es immer Kirchenmusik sein?
- Nein, viele Pfarrer sind offen für persönliche Musikwünsche, auch aus dem säkularen Bereich, solange sie zum feierlichen Anlass passen. Sprechen Sie dies im Taufgespräch an.
- Wer wählt die Lieder aus?
- In der Regel wählen die Eltern die Lieder in Absprache mit dem Pfarrer und gegebenenfalls dem Kirchenmusiker aus. Es ist eine gemeinsame Entscheidung, die die Wünsche der Familie berücksichtigt.
- Können wir eigene Texte oder Gebete einbringen?
- Ja, oft ist es möglich, persönliche Fürbitten, Danksagungen oder Segenswünsche in den Gottesdienst einzubringen. Klären Sie dies im Taufgespräch mit dem Pfarrer.
- Was tun, wenn niemand singen kann oder möchte?
- Das ist kein Problem. Der Kirchenmusiker kann die Lieder spielen, und oft singt die Gemeinde mit. Alternativ können Sie Solisten oder kleine Ensembles beauftragen oder Musik über eine Anlage einspielen lassen.
- Wie bedankt man sich nach der Taufe bei den Gästen und Helfern?
- Eine persönliche Danksagung am Ende der Feier, individuelle Dankeskarten mit einem Foto des Kindes oder ein kleines Gastgeschenk sind schöne Möglichkeiten, Ihre Wertschätzung auszudrücken.
- Muss das Kind während der Taufe ein bestimmtes Alter haben?
- Nein, es gibt keine Altersgrenze für die Taufe. Viele Eltern lassen ihre Kinder im Säuglingsalter taufen, aber auch ältere Kinder oder Erwachsene können getauft werden.
Die Taufe ist ein Fest des Lebens, der Liebe und des Glaubens. Indem Sie die Musik sorgfältig auswählen und Ihre Dankbarkeit auf vielfältige Weise ausdrücken, schaffen Sie einen Rahmen, der nicht nur dem Täufling, sondern auch allen Anwesenden lange in Erinnerung bleiben wird. Es ist ein Tag, an dem die Freude über ein neues Leben gefeiert und die Gewissheit der göttlichen Fürsorge bestärkt wird. Genießen Sie jeden Moment dieser besonderen Feier!
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