Was ist die keltische Mythologie?

Keltische Mythen: Regionale Vielfalt und ihre Geheimnisse

18/03/2022

Rating: 4.89 (6174 votes)

Die Kelten – ein Volk, das vor Jahrtausenden weite Teile Mitteleuropas besiedelte und bis heute als besonders kampflustig, tapfer und zugleich geheimnisumwoben gilt. Ihre Präsenz reichte von Westfrankreich bis Böhmen, von Irland bis Kleinasien. Orte wie der gewaltige Ringwall in Otzenhausen, eine der größten keltischen Festungen überhaupt, zeugen noch heute von ihrer beeindruckenden Baukunst und strategischen Bedeutung. Doch nicht nur ihre kriegerischen Erfolge, sondern vor allem ihre tiefgründige Weltanschauung und ihre enge Verbindung zur Natur und zur Anderswelt faszinieren uns bis heute. Dieser Artikel beleuchtet die Ursprünge der Kelten, ihre vielfältige Götterwelt und insbesondere die oft übersehenen Unterschiede zwischen ihren regionalen Mythen.

Was ist der Unterschied zwischen keltischen und regionalen Mythen?
Im keltischen Raum gab es keine einheitliche Mythologie, wodurch die Gottheiten stark von der jeweiligen Region abhängen. Die verschiedenen regionalen Mythen unterscheiden sich teils stark voneinander, teilweise sind jedoch auch eindeutige Parallelen zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis

Wer waren die Kelten? Ein Überblick

Der Begriff „Kelten“ leitet sich vom griechischen Wort „keltoi“ ab, was „die Tapferen“ bedeutet und um 450 v. Chr. erstmals von Herodot verwendet wurde. Die ersten Kelten siedelten vermutlich nördlich der Alpen, zwischen Westfrankreich und Böhmen. Obwohl der genaue Beginn des Keltentums schwer zu definieren ist, wird er meist um 800 v. Chr. angesetzt. Die Blütezeit erlebten die Kelten jedoch zwischen 450 v. Chr. und Christi Geburt, als ihre Expansion sie bis nach Südostengland, Spanien, Kroatien, Oberitalien und sogar Kleinasien führte.

Die keltischen Stämme waren nie zentral organisiert. Es gab keinen gemeinsamen Führer oder Staat; stattdessen verteilten sie sich auf zahlreiche unabhängige Stämme, die lediglich durch eine gemeinsame Sprache und kulturelle Ähnlichkeiten verbunden waren. In Gallien fasste Caesar sie als Gallier zusammen, während in Süddeutschland und der Schweiz Stämme wie die Sequanen, Helvetier und Rauriker lebten. Im St. Wendeler Land siedelten beispielsweise die Treverer, die zwischen 400 und 500 v. Chr. den Ringwall in Otzenhausen errichteten. Einige Stämme siedelten auf die britischen Inseln über, wo sie Sprache und Kultur der dortigen Einwohner nachhaltig prägten.

Die Herausforderung der Überlieferung keltischer Mythologie

Die Rekonstruktion der keltischen Mythologie ist eine detektivische Aufgabe, da aus der Antike nur sehr wenige direkte schriftliche Quellen überliefert sind. Die Kelten gaben ihr religiöses Wissen fast ausschließlich mündlich von Generation zu Generation weiter. Es war innerhalb der geistigen Elite, der Druiden, nicht üblich, dieses Wissen schriftlich festzuhalten, da es meist nur deren Adepten zugänglich gemacht wurde.

Wir sind daher hauptsächlich auf Berichte antiker griechischer und römischer Autoren angewiesen. Diese sind jedoch stark von deren eigenem Götterbild geprägt und setzen keltische Gottheiten häufig mit griechischen oder römischen Pendants gleich oder passen sie an diese an. Spätere Aufzeichnungen stammen aus dem frühen Mittelalter von irischen und britannischen Mönchen. Obwohl diese Manuskripte oft auf alten Mythen basieren, sind sie durch die christliche Perspektive der Autoren mitunter verzerrt. Dies erschwert eine eindeutige Rekonstruktion des ursprünglichen keltischen Glaubens erheblich.

Direkte Quellen der Kelten selbst sind Inschriften auf Weihesteinen und Fluchtafeln sowie archäologische Funde von Kultplätzen, Hainen und Gräbern. Das Götterbild lässt sich zudem durch spätere Bräuche und Volkssagen der Inselkelten sowie die Sprachwissenschaft rekonstruieren.

Was sind die Druiden in der keltischen Religion?
Die Druiden beschäftigen sich mit Natur- und Moralphilosophie. Die Barden sind Sänger und Dichter, die Vaten Priester und Naturphilosophen, und die Druiden werden latinisiert druides genannt.

Keltische Mythologie: Sammelbegriff und regionale Vielfalt

Keltische Mythologie ist eine Sammelbezeichnung für die sagenhaften profanen und religiösen Erzählungen der Kelten, die von der Zeit vor ihrer Christianisierung bis ins christliche Mittelalter reichen. Ein zentraler Punkt ist das Verständnis, dass es keine einheitliche keltische Mythologie gab, sondern eine Vielzahl regionaler Mythen, die sich teils stark voneinander unterschieden, aber auch eindeutige Parallelen aufwiesen.

Fremde Einflüsse und Wechselwirkungen

Die keltische Mythologie war keineswegs isoliert. Die wechselseitige Beeinflussung germanischer und keltischer Mythologie ist unbestreitbar und begann bereits im 6./5. Jahrhundert v. Chr., da Germanen und Kelten zur Zeit der Römerherrschaft im Rheinland schon jahrhundertelang Nachbarn waren. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Ähnlichkeit zwischen dem germanischen Gott Thor/Donar, dem „Donnerer“ und Wettergott, und dem keltischen Taranis, dem Gott des Himmels, des Wetters und des Donners. Solche Überschneidungen und Ähnlichkeiten finden sich bei vielen Göttern und Sagengestalten, was die Komplexität der Rekonstruktion erhöht.

Regionale Mythologien: Festland vs. Inselkelten

Hier liegt der Kern des Unterschieds zwischen keltischen und regionalen Mythen: Die Mythologie der Festlandkelten ist weitestgehend verschollen. Im Gegensatz dazu ist die schriftlich überlieferte britannische Mythologie besser erhalten, wobei die frühe Artussage besonders hervorzuheben ist. Ein besonderer Glücksfall ist jedoch der reiche Sagenschatz der irischen Mythologie. Hauptsächlich von irischen, christlichen Mönchen niedergeschrieben, hat er die keltische Mythologie gut bewahrt. Diese Mönche entstammten vermutlich selbst noch den alten Druiden- und Bardengeschlechtern, und die Veränderungen der Überlieferungen aus christlicher Sicht sind erstaunlich zurückhaltend verfasst, sodass alte Legenden weitestgehend in traditioneller Form bewahrt wurden.

Dies führt zu einer klaren Unterscheidung:

MerkmalMythologie der FestlandkeltenMythologie der Inselkelten (Irland/Britannien)
QuellenlageSehr gering, hauptsächlich archäologische Funde, römische/griechische Berichte (oft verzerrt).Deutlich besser, v.a. durch mittelalterliche Manuskripte irischer Mönche; auch Artussagen.
ErhaltungsgradWeitestgehend verschollen; nur fragmentarische Rekonstruktion möglich.Gut erhalten; viele Sagen und Götternamen überliefert, wenn auch mit christlichen Einflüssen.
CharakteristikaGötter oft mit römischen/griechischen Gottheiten gleichgesetzt; Polytheismus mit vielen lokalen Göttern.Reichhaltiger Sagenschatz, detailliertere Geschichten über Götter, Helden und die Anderswelt; Tier- und Pflanzenmythologie stark ausgeprägt.
Bekannte BeispieleTaranis (oft mit Jupiter/Thor gleichgesetzt), Esus, Teutates, Belinus.Dagda, Morrígan, Brigit, Lugh, Angus Óg; Artussagen, Ulster-Zyklus.
RekonstruktionSehr schwierig, oft spekulativ.Machbarer, aber Vorsicht bei christlichen Verzerrungen geboten.

Der keltische Götterhimmel: Ein vielgestaltiges Pantheon

Archäologische und philologische Zeugnisse belegen, dass die Kelten Polytheisten waren, also eine Vielzahl verschiedener Götter verehrten. Vermutlich verehrten sie zahlreiche lokale und regionale sowie einige überregional verbreitete Gottheiten. Die Namen dieser Götter sind direkt durch Inschriften sowie indirekt durch zahlreiche Mythen und Volkssagen sowie durch griechische und römische Autoren überliefert. Man geht heute davon aus, dass die keltischen Stämme der verschiedenen Siedlungsgebiete insgesamt über 400 verschiedene Gottheiten benannten. Die tatsächliche Zahl könnte sogar noch höher liegen, da einige Götter möglicherweise nie schriftlich erwähnt wurden oder Aufzeichnungen verloren gingen.

Die Kelten betrachteten ihre Götter als anthropomorph, das heißt, sie schrieben ihnen menschliche Züge und Verhaltensweisen zu. Die Gottheiten wurden in männlich und weiblich und teils sogar in Götterfamilien eingeteilt. Im gesamten keltischen Verbreitungsgebiet nahmen Muttergottheiten eine wichtige Rolle ein, eindeutige Vatergötter lassen sich hingegen kaum benennen. Besonders wichtige Positionen nahmen Kriegs-, Handwerks- und Totengottheiten ein.

Göttliche Archetypen der Kelten

Obwohl die meisten keltischen Stämme ihre eigenen, lokal oder regional verbreiteten Gottheiten verehrten, lassen sich anhand von Sagen, antiken Texten und Inschriften einige sogenannte göttliche Archetypen ausmachen. Diese waren im gesamten Verbreitungsgebiet der keltischen Kultur verbreitet. Obwohl diese Gottheiten häufig unter verschiedenen Namen bekannt waren, nahmen sie sehr ähnliche Stellungen ein und wurden den gleichen oder ähnlichen Funktionen und Eigenschaften zugewiesen.

Wann erschienen die keltischen Völker erstmals in der Geschichte?
Die Keltischen Völker, die von den Griechen Keltoi oder Galatei und später von den Römern Gallier genannt wurden, erschienen um 700 v. Chr. auf dem Schauplatz der Geschichte. Keltische Mythologie Vorwort Der keltische Gott Dagda (Gundestrup Gauldron, 100 v. Chr.)
  • Belinus oder Belenus: Häufig mit dem griechischen oder römischen Apollon gleichgesetzt, verehrt in Italien, Frankreich, Britannien und Thrakien.
  • Lugh: Ein besonders verbreiteter Handwerksgott, der vermutlich sowohl auf dem Festland als auch auf den Inseln verehrt wurde. Er trägt den Beinamen „der Vielgegabte“ und gilt als einer der drei göttlichen Schuster.
  • Dagda: Der „Gute Gott“ der irischen Mythologie, oft als Vatergottheit angesehen. Er besitzt einen unerschöpflichen Kessel, eine gewaltige Eisenkeule und eine Harfe, mit der er Melodien des Schlafens, Lachens und Jammers spielen kann.
  • Morrígan: Eine mächtige irische Kriegsgöttin, die oft in einer Dreiheit mit Badb und Macha auftritt. Sie ist mit prophetischen Fähigkeiten ausgestattet und kann sich in Tiergestalt in Schlachten einmischen.
  • Brigit: Die Schutzherrin der Dichter, eine der bedeutendsten Göttinnen im irischen Pantheon, Tochter des Dagda.

Weibliche keltische Götter

Muttergottheiten waren im gesamten Siedlungsgebiet der Kelten bekannt und wurden häufig in Form von Figuren, sogenannten Matres, Matrae und Matronae, verehrt. Sie nahmen die Rolle von Heil-, Fruchtbarkeits- und Lokalgottheiten ein, deren Ursprünge vermutlich bis in die vorkeltische Zeit zurückgehen. Muttergottheiten wurden in keltischer Zeit meist in Form von Triaden, den sogenannten Matronae, dargestellt, die manchmal die Frau in ihren drei Lebensaltern symbolisieren. Die keltischen Göttinnen nahmen überwiegend die Rolle von Stammes- und Schutzgöttinnen ein; einige keltische Stämme verehrten auch Schlachten- und Kriegsgöttinnen. Insbesondere die keltische Göttin Ana oder Danu/Dana wird häufig als Muttergöttin und Göttin der Natur angesehen.

Der keltische Göttervater und Todesgötter

Für die Kelten lässt sich kein eindeutiger Göttervater oder Vatergott im Sinne einer klassischen Hierarchie bestimmen. Julius Caesar hielt in seinen Aufzeichnungen fest, dass die Kelten der Ansicht waren, sie stammten von Dis Pater ab, der als Todesgott und Herrscher der Unterwelt galt. Die keltischen Druiden glaubten, dass der Tod der Beginn des neuen Lebens sei. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass Todesgötter gleichzeitig als Fruchtbarkeitsgötter angesehen und als Vater der Kelten verehrt wurden. In einigen Aufzeichnungen wird Dis Pater mit dem keltischen Taranis oder mit Sucellus gleichgesetzt. Eine weitere keltische Hauptgottheit, die mancherorts als Vater des Volkes verehrt wurde, ist Teutates. In Irland wird der Todes- und Fruchtbarkeitsgott Dagda als Vatergottheit angesehen.

Keltische Todesgötter im engeren Sinne überschneiden sich teilweise mit den Vatergottheiten. Dazu zählen beispielsweise der irische Donn, dessen Sitz am Totenberg Cnoc Fírinne oder auf der Toteninsel Tech nDuinn angenommen wird. Weitere Gottheiten, die als Todesgötter betrachtet werden können, sind der einäugige Goll mac Duilb sowie Tigernmas.

Handwerks-, Kriegs- und Tiergötter

Die Kelten verehrten eine große Zahl an Handwerksgottheiten, was auf die große Bedeutung des Handwerks hindeutet. Einige der keltischen Schmiedegötter wurden vermutlich sogar gleichzeitig als Heilgötter verehrt.

Als kampffreudiges Volk spielten Schlachten- und Kriegsgötter eine große Rolle. In Britannien wurden Kriegsgötter beinahe immer mit Hornschmuck auf dem Kopf beschrieben. Verbreitete keltische Kriegsgottheiten waren in Irland die Göttinnen Morrígan, Nemain und Ernmas sowie der Gott Badb/Bodb; in Britannien die Göttin Andraste und auf dem Festland die Göttin Nemetona und der Gott Esus, der häufig mit Mars gleichgesetzt wurde.

Wie glauben die Kelten an die Unvergänglichkeit der Welt?
Cäsar etwa, der sich ja während seines gallischen Kriegs in keltischen Gebieten aufhielt, erwähnt die Existenz einer keltischen Schöpfungsgeschichte. Und der um die Zeitenwende lebende Geograf Strabo erzählt, dass die Kelten an die Unvergänglichkeit der Welt glauben. Weitere Informationen ergeben sich aus der keltischen Sagenwelt.

Ob es tatsächliche keltische Tiergottheiten gab oder ob einigen Gottheiten lediglich tierähnliche Attribute zugeordnet wurden, ist in der Forschung umstritten. Bei Fruchtbarkeitsritualen wurden häufig Tiermasken getragen, was auf die Verbindung von Tieren und Göttern hindeutet. Der keltische Gott Cernunnos wird beispielsweise häufig mit einem Hirschgeweih dargestellt. Jagdgöttinnen wie Artio und Andarta weisen eine Verbindung zu Bären auf, Arduinna wird reitend auf einem Eber dargestellt, und der irische Kriegsgott Badb/Bodb wird häufig mit der Krähe in Verbindung gebracht. Die walisische Rhiannon und die gallische Epona werden oft als Pferdegöttinnen verstanden.

Pflanzenmythologie und der Kesselkult

Tiere und Pflanzen spielten in der keltischen Mythologie eine wichtige Rolle. Die Eichenmistel galt als heiligste Pflanze der Druiden und wurde unter bestimmten Vorschriften geerntet. Die Eiche selbst war ebenfalls heilig und Eichenlaub diente als Kopfschmuck bei Opferhandlungen und Zeremonien.

Der Kessel spielte bei den Kelten eine wichtige Rolle als mythisches Gerät. Im festlandskeltischen Bereich sind Kessel als Grabbeigaben häufig archäologisch nachweisbar. In der frühmittelalterlichen Literatur der Inselkelten ist ein Kessel mit wunderbaren Eigenschaften ein immer wiederkehrendes Motiv. Man unterscheidet drei Arten von Wunderkesseln: den Kessel des Reichtums und der Fülle, den Kessel als Beutestück aus der Anderswelt und den Kessel der Heilung oder Wiedergeburt. So besitzt der „Gute Gott“ Dagda einen Kessel, der unerschöpflich Speisen spendet. Der Heilige Gral aus den mittelalterlichen Sagen um König Artus steht wohl in enger Verbindung mit diesen alten keltischen Vorstellungen von wundertätigen Kesseln.

Keltische Symbole: Zeitlose Bedeutungen

Keltische Symbole begegnen uns auch heute noch im Alltag und gelten als machtvolle Zeichen. Sie können getragen werden, um ihre Kraft in das Leben zu integrieren. Hier sind einige der bekanntesten:

  • Die Triqueta: Bildet ein Dreieck, dessen Spitzen durch gebogene Linien verbunden sind. Sie symbolisiert die Zahl Drei (Körper, Seele, Geist) und die Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
  • Der keltische Knoten: Hat weder einen Anfang noch ein Ende und ist daher ein Symbol für echte Liebe, Freundschaft und ewige Verbundenheit. Er wird auch als Zeichen der Endlosigkeit und Wiedergeburt betrachtet.
  • Das keltische Kreuz: Auch als irisches Kreuz bekannt, ist es kunstvoll verziert und besitzt einen Ring in der Mitte, der die Balken verbindet. Es symbolisiert den Glauben an höhere Mächte und hat eine Schutzfunktion.
  • Der Baum des Lebens: Symbolisiert Wachstum und Hoffnung. In der keltischen Mythologie gilt er als Verbindung zwischen Erde und Himmel und erinnert an die eigenen Wurzeln, aber auch an Fortschritt, Weisheit und Tradition.
  • Die keltische Spirale (Triskele): Steht wie der keltische Knoten für Unendlichkeit und gilt als Symbol für den Weg des Lebens. Sie soll daran erinnern, dass in jedem Ende auch ein Anfang liegt, und ihren Träger vor Sorgen, Ängsten und Unglück bewahren.

Häufig gestellte Fragen zu keltischen Mythen

Wie viele keltische Götter gab es?

Aufgrund der regionalen Unterschiede und der schlechten Quellenlage ist die genaue Zahl unbekannt, aber man geht davon aus, dass die keltischen Stämme insgesamt über 400 verschiedene Gottheiten benannten. Die tatsächliche Zahl könnte noch höher sein.

Hatten die Kelten einen Göttervater?

Es gab keinen eindeutigen Göttervater im Sinne einer klassischen Hierarchie. Julius Caesar erwähnte Dis Pater als einen von den Kelten verehrten Urahn. In verschiedenen Regionen wurden Gottheiten wie Taranis, Sucellus oder Teutates als Vaterfiguren oder Hauptgottheiten angesehen, in Irland der Dagda.

Wie stellten sich die Kelten die Schöpfung vor?

Eine keltische Kosmogonie ist uns nicht überliefert. Antike Autoren deuten jedoch an, dass die Kelten an die Unvergänglichkeit der Welt glaubten. Die Forschung muss hier detektivische Kombinationsgabe anwenden, um das Weltbild zu rekonstruieren.

Was machten die Mönche?
Die Mönche zogen als Pilger für Christus (peregrinari pro Christo) in kleinen Gruppen auf Mission, führten ein streng asketisches Leben und stellten den Einzelnen in ihren Aktivitäten in den Vordergrund, ihre Tätigkeit war jedoch nicht systematisch. Dies galt auch für die spätere Angelsächsische Mission.

Fürchteten die Kelten wirklich, dass der Himmel einstürzt?

Ja, in den Schriften griechischer Geschichtsschreiber wie Strabo und Arrianus wird eine Begebenheit mit Alexander dem Großen überliefert, bei der keltische Gesandte angaben, nichts zu fürchten, außer dass der Himmel über ihnen einstürzen würde. Ähnliche Andeutungen in der irischen Literatur lassen dies als Teil ihrer Vorstellung vom Ende der Welt vermuten.

Was ist die Anderswelt in der keltischen Mythologie?

Die Anderswelt ist eine übernatürliche Dimension, die oft als Sitz von Göttern, Feen und Geistern angesehen wird. Sie kann durch Höhlen, Seen oder Inseln erreicht werden und ist ein Ort des Überflusses, der Heilung und der Wiedergeburt. Zu Festen wie Samhain galten die Tore zur Anderswelt als offen.

Wann erschienen die keltischen Völker erstmals in der Geschichte?

Die keltischen Völker, die von den Griechen Keltoi oder Galatei und später von den Römern Gallier genannt wurden, erschienen bereits um 700 v. Chr. auf der Bühne der Geschichte.

War die Welt der Kelten brutal?

Die keltische Welt war hart und kriegerisch geprägt, wie viele Sagen und historische Berichte zeigen. Zugleich war sie aber auch humorvoll und vom Schein des Mysteriösen und des Anderweltlichen umgeben, was eine reiche Kultur hervorbrachte.

Die geheimnisvolle Götterwelt der Kelten

Die Kelten waren ein faszinierendes Volk, das sich aus unzähligen, unabhängigen Stämmen zusammensetzte. Bis heute ranken sich unzählige Mythen und Geheimnisse rund um die Kelten und deren Bräuche und Weltanschauung. Da aus der altkeltischen Zeit nur sehr wenige Aufzeichnungen überliefert sind, lässt sich deren Götterbild und deren kultisches Leben leider nicht genau rekonstruieren. Besonders die Unterschiede zwischen den regionalen Ausprägungen, insbesondere zwischen den verloren geglaubten Festlandmythen und den besser erhaltenen Inselmythen, machen die keltische Mythologie zu einem spannenden, aber auch herausfordernden Forschungsfeld. So bleiben die Kelten selbst bei genauerem Hinsehen geheimnisumwoben und mysteriös, doch ihr Erbe bereichert unsere Welt um viele Geschichten und Symbole, die bis heute ihre Wirkung entfalten.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Keltische Mythen: Regionale Vielfalt und ihre Geheimnisse kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Religion besuchen.

Go up