08/12/2025
Das Gebet ist die Säule des Islam und die direkte Verbindung eines Gläubigen zu seinem Schöpfer. In der islamischen Tradition nimmt das Gebet, die Salah, einen zentralen Platz ein, und kein Aspekt davon wurde so umfassend überliefert und praktiziert wie die Gebetspraktiken des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm). Insbesondere das Freitagsgebet, bekannt als Jumu'ah, ist von besonderer Bedeutung und birgt tiefe spirituelle Segnungen. Der Freitag ist für Muslime nicht nur ein Wochentag, sondern ein gesegneter Anlass, der zur Einkehr, zur Gemeinschaft und zur Erneuerung des Glaubens aufruft. Lassen Sie uns die Überlieferungen und Weisheiten des Propheten Muhammad erkunden, die uns leiten, wie wir diesen Tag ehren und das Freitagsgebet in seiner vollsten Form verrichten können.

- Der gesegnete Tag Jumu'ah: Eine göttliche Bestimmung
- Umfassende Vorbereitung: Körperliche und geistige Reinheit
- Verhalten während des Freitagsgebets: Respekt und Konzentration
- Die Rolle der Frauen im Moscheeleben
- Die besondere Stunde der Erhörung am Freitag
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Freitagsgebet
- Fazit
Der gesegnete Tag Jumu'ah: Eine göttliche Bestimmung
Der Freitag, auf Arabisch Jumu'ah, ist im Islam ein herausragender Tag. Der Heilige Qur'an selbst unterstreicht seine Wichtigkeit in Sure Al-Jumu'ah [62:9], wo es heißt:
„O ihr, die ihr geglaubt habt, wenn [der Adhan] am Tag von Jumu’ah [Freitag] zum Gebet gerufen wird, dann geht zum Gedenken an Allah und verlasst den Handel. Das ist besser für dich, wenn du es nur wüsstest.“
Dieser Vers ist eine klare Anweisung an die Gläubigen, alle weltlichen Geschäfte ruhen zu lassen, sobald der Gebetsruf für das Freitagsgebet ertönt, und sich ganz dem Gedenken Allahs zu widmen. Dies zeigt die Priorität des Gottesdienstes über materielle Bestrebungen an diesem besonderen Tag.
Die Einzigartigkeit des Freitags wird auch in den Hadithen des Propheten Muhammad deutlich. Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Wir sind die Letzten, aber die Ersten am Tage der Auferstehung.“ Diese Aussage, die in Hadith Nr. 0876 und 0896 von Sahih Al-Bucharyy festgehalten ist, verdeutlicht die besondere Stellung der muslimischen Umma. Während andere Völker ihre Offenbarungen (Thora und Evangelium) vor den Muslimen erhielten, wurde den Muslimen durch Allahs Rechtleitung der Freitag als ihr gesegneter Tag gegeben, über den sich frühere Gemeinschaften uneinig waren. Dies hebt die Vollkommenheit und Klarheit der islamischen Botschaft hervor.
Der Freitag ist somit nicht nur ein gewöhnlicher Wochentag, sondern ein Tag, der von Allah selbst für die muslimische Gemeinschaft bestimmt wurde. Im Gegensatz zu den Juden, die den Sabbat (Samstag) einhielten, und den Christen, die später den Sonntag als Ruhetag wählten, erhielten die Muslime den Freitag als Tag der feierlichen Versammlung und des besonderen Gottesdienstes. Es ist bemerkenswert, dass die Einhaltung des Sonntags im Christentum erst im Jahre 321 n. Chr. durch Kaiser Konstantin, der selbst noch kein Christ war, als feierlicher Tag der Sonne festgelegt wurde, und später im Jahre 365 n. Chr. durch die Synode von Laodizea bekräftigt wurde. Dies steht im Kontrast zur direkten göttlichen Bestimmung des Freitags im Islam. Die Frage, wie Menschen etwas heiligen können, was Allah nicht geheiligt hat, und ein göttliches Gebot durch einen Brauch ersetzen, wird durch diese historische Perspektive unterstrichen.
Die genaue Zeit für das Freitagsgebet ist von entscheidender Bedeutung. Anas Ibn Malik (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) das Gebet zum Freitag (Dschumu`ah) verrichtete, wenn die Sonne abwärts ging. Dies bedeutet, dass das Gebet nach dem Zenit der Sonne, also am Mittag, beginnt. In der Praxis bedeutet dies, dass die Gebetszeiten je nach Jahreszeit leicht variieren können, um dem Sonnenstand gerecht zu werden.
Zum Beispiel findet das Freitagsgebet in der Aa-Salam Moschee im Sommer (April-Oktober) um 14:00 Uhr statt, während es in der Winterzeit (November-März) bereits um 13:30 Uhr beginnt. Diese Anpassungen sind wichtig, um die Gebetszeiten gemäß der Sunnah des Propheten einzuhalten, die sich nach dem Lauf der Sonne richten.
Umfassende Vorbereitung: Körperliche und geistige Reinheit
Die Vorbereitung auf das Freitagsgebet ist ebenso wichtig wie das Gebet selbst. Der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) legte großen Wert auf körperliche und geistige Reinheit vor dem Besuch der Moschee am Freitag.
Die Pflicht des Ghusl (Ganzkörperwaschung)
Eines der wichtigsten Gebote vor dem Freitagsgebet ist die Ganzkörperwaschung, das Ghusl. `Abdullah Ibn `Umar (Allahs Wohlgefallen auf beiden) berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Wenn jemand von euch zum Freitagsgebet kommt, soll er vorher eine Gesamtwaschung seines Körpers (Ghusl) vorgenommen haben“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0877). Abu Sa`id Al-Chudryy (Allahs Wohlgefallen auf ihm) bestätigte dies und berichtete, dass der Prophet sagte: „Die Gesamtwaschung des Körpers (Ghusl) am Freitag ist jedem Volljährigen Pflicht!“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0879).
Es ist wichtig zu verstehen, dass der islamische Tag nicht um Mitternacht beginnt, sondern nach Sonnenuntergang des vorangegangenen Tages. Das bedeutet, dass der Freitag bereits am Donnerstagabend beginnt. Viele Muslime führen das Ghusl daher schon am Donnerstagabend durch. Salman Al-Farisyy (Allahs Wohlgefallen auf ihm) überlieferte, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Keiner von euch wird sich am Freitag einer Gesamtwaschung seines Körpers unterziehen, sich soweit reinigen, wie dies ihm nur möglich ist, sich von seinem (duftenden) Öl pflegen oder sich von dem Duft seines Hauses parfümieren*, alsdann hinausgehen und (auf dem Weg) nicht zwischen zwei Personen laufen (um sie voneinander zu trennen), dann beten, was ihm zur Pflicht gemacht ist, und zuhören, wenn der Imam spricht, ohne dass ihm (jede Sünde) vergeben wird, die zwischen diesem und dem vergangenen Freitag zurückliegt“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0883). Dies verdeutlicht die umfassende Vorbereitung, die zur Vergebung von Sünden führen kann.
Die Bedeutung des Siwak und Parfüms
Neben dem Ghusl betonte der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) auch die Wichtigkeit der Mundhygiene und des angenehmen Geruchs. `Amr Ibn Sulaim Al-Ansaryy berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Die Gesamtwaschung des Körpers (Ghusl) am Freitag ist jedem Volljährigen Pflicht ferner (ist es ihm Pflicht), dass er seine Zähne putzt und Parfüm berührt*, wenn er welches hat!“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0880). Das „Berühren“ von Parfüm bedeutet hier, eine Mäßigung bei der Nutzung, um wohlzuriechen, ohne andere zu belästigen.
Der Siwak, ein weichfasriges Ästchen vom gleichnamigen Baum, war ein bevorzugtes Mittel des Propheten zur Zahnreinigung. Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Wäre es keine Härte von mir für meine Umma – oder für die Menschen – gewesen, hätte ich ihnen zur Pflicht gemacht, dass sie den Siwak vor jedem Gebet benutzen“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0887). Dies unterstreicht die Wichtigkeit der Sauberkeit und Frische im Gottesdienst.
Besondere Hinweise zur Kleidung
Obwohl der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) zur Sauberkeit und zum Tragen guter Kleidung riet, warnte er auch vor Hochmut und übermäßigem Luxus. `Umar Ibn Al-Chattab sah einmal einen seidenen Rock und fragte den Propheten, ob er ihn für den Freitag oder den Empfang von Delegationen kaufen solle. Der Prophet antwortete: „Wahrlich, derjenige, der so etwas anzieht, ist der, der keinen Anteil an der Glückseligkeit im Jenseits hat.“ Später, als `Umar einen solchen Rock vom Propheten geschenkt bekam, erklärte der Prophet: „Ich habe ihn dir nicht geschenkt, um ihn anzuziehen!“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0886). Dies lehrt uns, dass unsere äußere Erscheinung zwar gepflegt sein sollte, aber nicht zu weltlicher Prahlerei führen darf, und dass das Jenseits Vorrang vor den Annehmlichkeiten dieser Welt hat.
Der Besuch der Moschee am Freitag erfordert bestimmte Verhaltensregeln, um die Heiligkeit des Ortes und die Konzentration auf das Gebet zu wahren.
Die Predigt (Chutba) und ihre Bedeutung
Die Predigt des Imams ist ein integraler Bestandteil des Freitagsgebets. `Abdullah berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) die Predigt in zwei Abschnitten hielt, indem er sich zwischen den beiden kurz hinsetzte (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0928). Dies ist die Sunnah, die bis heute praktiziert wird.
Während der Predigt ist es von größter Wichtigkeit, still zu sein und aufmerksam zuzuhören. Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Wenn du (in der Moschee) am Freitag zu deinem Gefährten „hör zu“ sagst, während der Imam die Predigt hält, dann hast du damit nur sinnloses Gerede* gemacht“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0934). Das arabische Wort „Lagu“ (sinnloses Gerede) kann dazu führen, dass das Freitagsgebet hinfällig wird. Dies unterstreicht die Notwendigkeit absoluter Stille und Konzentration während der Chutba.
Verhalten beim Betreten der Moschee
Es ist auch nicht erlaubt, andere Personen von ihrem Platz aufzufordern, aufzustehen, um sich selbst hinzusetzen. Ibn `Umar (Allahs Wohlgefallen auf beiden) berichtete: „Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) verbot es, dass der eine von uns seinen Glaubensbruder auffordert, von seinem Platz (in der Moschee) aufzustehen, damit er sich dort hinsetzen kann“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0911). Diese Regel gilt nicht nur am Freitag, sondern zu jeder Zeit in der Moschee.
Sollte jemand die Moschee betreten, während der Imam bereits die Predigt hält, so sollte er dennoch zwei Rak'a beten, bevor er sich hinsetzt. Dschabir Ibn `Abdullah berichtete, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) einen Mann fragte, der während seiner Predigt eintrat, ob er gebetet habe. Als der Mann verneinte, sagte der Prophet: „Steh auf und verrichte die (zwei) Rak`a“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0930 und 0931).
Die Rolle der Frauen im Moscheeleben
Die Frage der Teilnahme von Frauen am Moscheeleben ist ebenfalls in den Hadithen des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) klar geregelt. Ibn `Umar berichtete, dass der Prophet sagte: „Erlaubt den Frauen, dass sie in der Nacht in die Moscheen gehen“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0899). Eine Überlieferung über `Umars Frau unterstreicht dies weiter: Sie pflegte das Morgengebet und das Nachtgebet mit der Gemeinschaft in der Moschee zu verrichten. Als ihr dies vorgehalten wurde, erwiderte sie, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) gesagt habe: „Verbietet den Dienerinnen Allahs nicht, dass sie in die Moscheen Allahs gehen!“ (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0900). Dies zeigt, dass Frauen das Recht haben, die Moschee zu besuchen und am Gemeinschaftsgebet teilzunehmen, sofern sie die islamischen Kleidungs- und Verhaltensregeln einhalten.
Die besondere Stunde der Erhörung am Freitag
Ein weiterer großer Segen des Freitags ist die Existenz einer besonderen Zeitspanne, in der Bittgebete erhört werden. Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Es gibt im Verlauf dieses Tages eine Zeitspanne, in welcher sich kein muslimischer Diener im Gebet befindet und Allah um etwas bittet, ohne dass Allah ihm das gibt, worum er bittet.“ Und der Prophet gab mit seiner Hand ein Zeichen, um zu zeigen, wie kurz auch diese Zeitspanne sein mag (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0935). Die genaue Zeit dieser Stunde ist nicht explizit genannt, was die Gläubigen dazu anregen soll, den gesamten Tag über eifrig im Gebet und Bittgebet zu sein, in der Hoffnung, diese gesegnete Stunde zu treffen.
Wann genau findet das Freitagsgebet statt?
Das Freitagsgebet wird nach dem Zenit der Sonne verrichtet, also zur Mittagszeit. Die genauen Zeiten können je nach Jahreszeit und geografischer Lage variieren, da sie sich nach dem Sonnenstand richten.
Ist Ghusl (Ganzkörperwaschung) am Freitag Pflicht?
Ja, die Ganzkörperwaschung (Ghusl) am Freitag ist für jeden volljährigen Muslim eine Pflicht, der am Freitagsgebet teilnimmt. Sie kann bereits am Donnerstagabend nach Sonnenuntergang durchgeführt werden, da der islamische Tag dann beginnt.
Dürfen Frauen am Freitagsgebet in der Moschee teilnehmen?
Ja, der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) erlaubte Frauen ausdrücklich, die Moscheen zu besuchen und am Gemeinschaftsgebet teilzunehmen. Es ist den Männern verboten, die Frauen daran zu hindern.
Was ist der Siwak und warum ist er wichtig?
Der Siwak ist ein natürliches Zahnbürstchen aus einem Baum, das der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) zur Mund- und Zahnreinigung benutzte. Er empfahl seine Verwendung vor jedem Gebet, aufgrund seiner reinigenden Wirkung und seines angenehmen Duftes.
Was sollte man während der Freitagsansprache (Chutba) vermeiden?
Während der Predigt ist absolute Stille und Konzentration geboten. Jegliches Sprechen, selbst ein „Hör zu“ zu einem anderen, kann das Gebet ungültig machen. Es ist wichtig, dem Imam aufmerksam zuzuhören.
Gibt es eine besondere Zeit am Freitag für Bittgebete?
Ja, der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) erwähnte eine kurze Zeitspanne am Freitag, in der kein muslimischer Diener Allah um etwas bittet, ohne dass Allah ihm das Gewünschte gibt. Die genaue Zeit ist nicht festgelegt, um die Gläubigen anzuspornen, den gesamten Tag über zu beten.
Fazit
Das Freitagsgebet und die damit verbundenen Praktiken sind ein tiefgreifendes Beispiel für die umfassende Führung des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) in allen Lebensbereichen. Von der rituellen Reinheit und der Vorbereitung des Körpers und Geistes bis hin zur Etikette in der Moschee und der Bedeutung der Predigt – jede Anweisung dient dazu, die spirituelle Erfahrung zu vertiefen und die Gemeinschaft zu stärken. Die Lehren des Propheten sind zeitlos und bieten uns einen klaren Weg, wie wir diesen gesegneten Tag ehren und die unzähligen Segnungen erlangen können, die Allah für diejenigen bereithält, die Seine Gebote befolgen und der Sunnah Seines geliebten Gesandten folgen. Möge Allah uns allen die Fähigkeit geben, diese wertvollen Lehren in unserem Leben umzusetzen und die Früchte des Freitagsgebets zu ernten.
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