Was passiert mit Josef in Ägypten?

Josef im Brunnen: Eine Reise nach Ägypten

30/09/2021

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Die biblische Geschichte von Josef, dem Sohn Jakobs, ist eine der dramatischsten und tiefgründigsten Erzählungen des Alten Testaments. Sie handelt von brüderlichem Neid, Verrat, Leid und schliesslich von Vergebung und göttlicher Führung. Im Zentrum dieser Erzählung steht ein Akt der Grausamkeit, der Josef in die tiefste Verzweiflung stürzte: der Moment, als seine eigenen Brüder ihn in einen Brunnen warfen.

Wie stecke ich ein Bild in den Brunnen?
Klebe hinten am Bild einen Faden oder einen Band an. Steck das Bild von Josef in das Loch und kleb das Arbeitsblatt auf ein weisses Blatt. Jetzt kannst du Josef in den Brunnen stecken und wieder raus holen.

Josef war Jakobs Lieblingssohn, was sich auch darin zeigte, dass Jakob ihm einen prächtigen, farbenfrohen Mantel schenkte. Doch nicht nur dieser Mantel, sondern auch Josefs Träume, in denen er seine Brüder und sogar seine Eltern sich vor ihm verneigen sah, schürten den Groll und die Eifersucht seiner Brüder. Diese Träume, die Josef naiv erzählte, wurden als Anmassung und Voraussage seiner zukünftigen Herrschaft über sie interpretiert und nährten den Wunsch, ihn aus dem Weg zu räumen.

Inhaltsverzeichnis

Der Verrat am Brunnen

Eines Tages, als Josefs Brüder ihre Herden in der Ferne hüteten, schickte Jakob seinen Sohn Josef, um nach ihnen zu sehen. Schon von Weitem erkannten die Brüder Josef und sahen ihre Chance gekommen, sich seiner zu entledigen. Ihre Herzen waren erfüllt von Hass und Eifersucht. Zunächst planten sie, ihn zu töten, doch Ruben, der älteste Bruder, schlug vor, ihn stattdessen in eine leere Zisterne zu werfen, in der Hoffnung, ihn später heimlich retten zu können. Diese Zisterne, oft als Brunnen übersetzt, war ein trockenes Loch, das als Wasserspeicher diente, aber zu diesem Zeitpunkt kein Wasser enthielt. Es war ein Ort der Isolation und der Dunkelheit.

Sie packten Josef, rissen ihm seinen geliebten, farbigen Mantel vom Leib – ein symbolischer Akt, der seine Entmachtung und den Verlust seiner Identität als Jakobs Lieblingssohn darstellte – und warfen ihn in den Brunnen. Dort sass Josef, allein, in der Finsternis, dem Tod nahe. Es war ein Moment tiefster Verzweiflung und des Gefühls des Verlassenseins durch seine eigene Familie. Doch das Schicksal hatte andere Pläne für ihn.

Der Verkauf und die Reise nach Ägypten

Während die Brüder assen und Josef im Brunnen schmachtete, kam eine Karawane von ismaelitischen Händlern vorbei, die auf dem Weg nach Ägypten waren. Juda, ein anderer Bruder, sah darin eine Gelegenheit, Josef loszuwerden, ohne Blut an ihren Händen zu haben. Er überzeugte seine Brüder, Josef nicht zu töten, sondern ihn zu verkaufen. So zogen sie Josef aus dem Brunnen und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an die Händler. Dieser Preis entsprach damals dem Wert eines Sklaven. Die Brüder nahmen Josefs zerrissenen Mantel, tauchten ihn in Ziegenblut und schickten ihn ihrem Vater mit der Nachricht, ein wildes Tier habe Josef getötet. Jakobs Trauer war unermesslich; er weigerte sich, sich trösten zu lassen, und glaubte, sein geliebter Sohn sei für immer verloren.

Josef wurde nach Ägypten gebracht, einem fremden Land mit einer anderen Kultur, Sprache und Religion. Er war nun ein Sklave, weit entfernt von seiner Familie und allem, was er kannte. Doch selbst in dieser scheinbar ausweglosen Lage zeigte sich Josefs Charakterstärke und seine einzigartige Begabung.

Josefs Aufstieg in Ägypten

In Ägypten wurde Josef an Potifar verkauft, einen hohen Beamten des Pharaos und Hauptmann der Leibwache. Trotz seiner Situation als Sklave zeichnete sich Josef durch seine Fähigkeiten, seine Integrität und seinen Fleiss aus. Der Herr war mit Josef, und alles, was er tat, gelang ihm. Potifar erkannte dies schnell und setzte Josef über sein gesamtes Haus ein. Josef wurde der Verwalter von Potifars Besitz, und alles, was Potifar besass, war in Josefs Händen. Er vertraute Josef blindlings, so dass er sich um nichts mehr kümmern musste ausser um seine Mahlzeiten.

Doch Josefs Erfolg war nicht ohne Schattenseiten. Potifars Frau begehrte ihn und versuchte wiederholt, ihn zu verführen. Josef widerstand ihr standhaft, aus Respekt vor Potifar und aus Furcht vor Gott. Als sie ihn eines Tages packte, floh er und liess seinen Mantel in ihrer Hand zurück. Aus Rache und um ihr Gesicht zu wahren, beschuldigte Potifars Frau Josef fälschlicherweise der versuchten Vergewaltigung. Potifar glaubte seiner Frau und liess Josef ins Gefängnis werfen, wo die Gefangenen des Königs festgehalten wurden.

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Vom Gefängnis zur Macht

Auch im Gefängnis bewies Josef seine besonderen Gaben. Der Gefängnisaufseher erkannte seine Fähigkeiten und übertrug ihm die Aufsicht über die anderen Gefangenen. Dort traf Josef auf den königlichen Mundschenk und den Bäcker, die beide Träume hatten, die sie nicht deuten konnten. Josef deutete ihre Träume korrekt: Der Mundschenk würde wieder in sein Amt eingesetzt werden, der Bäcker jedoch hingerichtet werden. Josefs Prophezeiungen trafen ein, doch der Mundschenk vergass Josef, sobald er wieder in Freiheit war.

Zwei Jahre später hatte der Pharao selbst beunruhigende Träume: Sieben fette Kühe wurden von sieben mageren Kühen gefressen, und sieben volle Ähren wurden von sieben leeren Ähren verschlungen. Niemand in Ägypten konnte diese Träume deuten. Da erinnerte sich der Mundschenk an Josef im Gefängnis und berichtete dem Pharao von Josefs Gabe. Josef wurde eilig aus dem Gefängnis geholt und vor den Pharao gebracht.

Josef erklärte dem Pharao, dass seine Träume eine einzige Botschaft enthielten: Es würden sieben Jahre des Überflusses folgen, gefolgt von sieben Jahren einer schweren Hungersnot. Er riet dem Pharao, einen klugen und weisen Mann zu ernennen, der während der Jahre des Überflusses Vorräte sammeln und lagern sollte, um das Land in den Jahren der Hungersnot zu versorgen. Der Pharao war von Josefs Weisheit so beeindruckt, dass er ihn zum Verwalter über ganz Ägypten ernannte – dem zweitmächtigsten Mann im Land nach dem Pharao selbst. Josef erhielt einen Siegelring, feine Leinenkleidung und eine goldene Kette. Er heiratete Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, und bekam zwei Söhne, Manasse und Ephraim.

Die Hungersnot und die Wiedervereinigung

Wie von Josef vorhergesagt, kamen nach sieben Jahren des Überflusses die sieben Jahre der Hungersnot über das Land. Die Hungersnot war so gross, dass Menschen aus allen Ländern nach Ägypten kamen, um Getreide zu kaufen, denn nur dort gab es Nahrung, dank Josefs vorausschauender Planung. Auch Josefs Brüder, die ihn einst verkauft hatten, mussten nach Ägypten reisen, um Getreide zu kaufen, da auch in Kanaan die Hungersnot herrschte.

Sie kamen vor Josef und verneigten sich vor ihm, ohne ihn zu erkennen. Josef jedoch erkannte sie sofort. Er testete sie auf verschiedene Weisen, beschuldigte sie der Spionage und forderte, dass sie ihren jüngsten Bruder Benjamin mitbrachten. Nach mehreren emotionalen Begegnungen und weiteren Prüfungen konnte Josef seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Er offenbarte sich seinen Brüdern: „Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt.“

Die Brüder waren entsetzt und verängstigt, doch Josef beruhigte sie. Er erklärte, dass Gott alles zum Guten gewendet habe: „Ihr habt gedacht, Böses gegen mich zu tun; aber Gott hat es zum Guten gewendet, damit er viele Menschen am Leben erhalte, wie es jetzt geschieht.“ Diese Worte zeugen von Josefs tiefem Glauben und seiner Fähigkeit zur Vergebung. Er liess seine Familie, einschliesslich seines alten Vaters Jakob, nach Ägypten holen, wo sie im fruchtbaren Land Goschen leben konnten. So wurde Josef zum Retter seiner Familie und vieler anderer Menschen.

Die Bedeutung der Geschichte Josefs

Die Geschichte Josefs ist mehr als nur eine Erzählung über Aufstieg und Fall. Sie ist eine tiefgründige Lehre über:

  • Göttliche Vorsehung: Selbst in den dunkelsten Momenten des Verrats und der Sklaverei wirkte Gott im Hintergrund, um seine Pläne zu verwirklichen.
  • Vergebung: Josefs Fähigkeit, seinen Brüdern zu vergeben, ist ein herausragendes Beispiel für die Kraft der Vergebung, die Heilung und Versöhnung ermöglicht.
  • Leid und Zweck: Josefs Leiden waren nicht sinnlos, sondern dienten dazu, ihn auf seine zukünftige Rolle vorzubereiten und letztendlich seine Familie und eine ganze Region zu retten.
  • Integrität und Treue: Josef blieb Gott und seinen Prinzipien treu, selbst unter schwierigsten Umständen, was ihm letztlich zum Erfolg verhalf.

Diese zeitlose Geschichte zeigt, wie aus einer tiefen Grube der Verzweiflung eine Quelle des Segens und der Rettung werden kann, wenn man auf Gottes Führung vertraut und die Fähigkeit zur Vergebung besitzt.

Häufig gestellte Fragen zu Josef im Brunnen und in Ägypten

Hier sind einige der am häufigsten gestellten Fragen zur Geschichte Josefs:

FrageAntwort
Wer war Josef?Josef war der elfte Sohn Jakobs und der erste Sohn von Jakobs Lieblingsfrau Rahel. Er war bekannt für seine Fähigkeit, Träume zu deuten.
Warum warfen Josefs Brüder ihn in den Brunnen?Sie waren eifersüchtig auf ihn, weil er der Lieblingssohn Jakobs war und weil er Träume hatte, in denen sie sich vor ihm verneigten. Sie wollten ihn loswerden.
Was war der Unterschied zwischen dem Plan, ihn zu töten, und dem Plan, ihn in den Brunnen zu werfen?Der ursprüngliche Plan war, ihn zu töten. Ruben schlug vor, ihn stattdessen in den Brunnen zu werfen, in der Absicht, ihn später zu retten und so seine Hände nicht mit Blut zu beflecken.
Was geschah, nachdem Josef in den Brunnen geworfen wurde?Seine Brüder verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an ismaelitische Händler, die ihn nach Ägypten brachten und dort als Sklaven verkauften.
Wie kam Josef vom Sklaven zum mächtigsten Mann Ägyptens?Durch seine Treue, seine Integrität und seine gottgegebene Fähigkeit zur Traumdeutung. Er diente Potifar, wurde fälschlicherweise inhaftiert, deutete dort die Träume des Mundschenks und Bäckers, und schliesslich die Träume des Pharaos, was zu seiner Ernennung als Verwalter Ägyptens führte.
Deutete Josef nur Träume?Nein, er war auch ein hervorragender Verwalter und Organisator, der Ägypten durch eine schwere Hungersnot führte, indem er während der Überflussjahre Vorräte sammelte.
Wie wurde Josef mit seiner Familie wiedervereint?Als die Hungersnot Kanaan erreichte, kamen seine Brüder nach Ägypten, um Getreide zu kaufen. Josef erkannte sie, testete sie und offenbarte sich ihnen schliesslich, was zur Wiedervereinigung der gesamten Familie in Ägypten führte.
Was ist die Hauptbotschaft der Geschichte Josefs?Die Geschichte lehrt uns über göttliche Vorsehung, die Kraft der Vergebung, und wie Gott selbst aus schlimmsten Umständen Gutes hervorbringen kann.

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