Was ist der Zweck des Johannesevangeliums?

Johannes' Sicht der Gläubigen: Ewiges Leben im Licht

06/01/2024

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Das Evangelium nach Johannes bietet eine einzigartige und tiefgreifende Perspektive auf die Person Jesu Christi und die Natur des ewigen Lebens. Im Gegensatz zu den synoptischen Evangelien, die Christus oft als Menschen in verschiedenen Rollen darstellen – sei es als König Israels, als Prophet und Diener oder als Menschensohn –, konzentriert sich Johannes darauf, Gott selbst zu offenbaren, der in einem Menschen den Menschen begegnet. Es ist die Geschichte der göttlichen Offenbarung im Fleisch, die uns das ewige Leben in der Person des Sohnes Gottes zugänglich macht. Dieses Evangelium zieht das Herz jedes Gläubigen an, unabhängig von seinem Bildungsstand, da es die persönliche Beziehung zu Gott in Christus in den Mittelpunkt rückt.

Wie sieht Johannes die Gläubigen in seinem Evangelium?" + "

Inhaltsverzeichnis

Die Einzigartigkeit des Johannesevangeliums

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Eines der markantesten Merkmale des Johannesevangeliums ist das Fehlen eines Vorhangs, der Gott verbirgt. Während in den anderen Evangelien der Vorhang im Tempel erst bei Jesu Tod zerreißt, um den Zugang zu Gott zu ermöglichen (Mk 15,38), schreibt Johannes bereits in Kapitel 1,14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater), voller Gnade und Wahrheit.“ Diese direkte Offenbarung der Herrlichkeit Gottes in Christus steht im gewaltigen Gegensatz zur jüdischen Stellung, die durch den Dienst in der Stiftshütte und im Tempel gekennzeichnet war.

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Die synoptischen Evangelien stellen den Herrn als Mensch dar, wobei Matthäus Ihn als König Israels, Markus als Propheten und Diener und Lukas als Sohn des Menschen beschreibt. Die Paulusbriefe können als Fortsetzung dieser Sichtweise betrachtet werden, indem sie Christus als den verherrlichten Menschen im Himmel vorstellen, in dem wir vor Gott gesehen werden (Eph 1,6; 2,6). Johannes hingegen präsentiert Gott dem Menschen hier auf Erden, Gott offenbart im Fleisch. Sein Thema ist die Person des Sohnes Gottes auf der Erde, jedoch nicht als Sohn, der durch den Heiligen Geist in der Jungfrau Maria gezeugt wurde – dies finden wir in Lukas 1,31-35. Bei Johannes geht es um den ewigen Sohn, Gott den Sohn, den Schöpfer des Universums, der Fleisch geworden ist und in diesem Evangelium auf der Erde gesehen wird. Er erniedrigte sich so sehr, dass Er, ermüdet von der Reise, eine sündige samaritische Frau um Wasser bittet: „Gib mir zu trinken!“

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Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied ist, dass Johannes nur an vier Stellen über den Himmel spricht (Joh 3,13; 6,62; 14,2-4; 17,24). Sein Fokus liegt auf dem irdischen Dienst und der Offenbarung der göttlichen Natur Christi in dieser Welt. Obwohl Johannes der einzige Evangelist war, der die Verklärung des Herrn miterlebte, berichtet er nicht davon. Stattdessen betont er die persönliche göttliche Herrlichkeit des Herrn: „...eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater“. Alle geschichtlichen Ereignisse, die er berichtet, dienen dazu, dieses zentrale Thema der Gottheit Christi hervorzuheben.

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Vergleich: Johannes vs. Synoptische Evangelien

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MerkmalSynoptische Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas)Johannesevangelium
Fokus der Darstellung ChristiChristus als Mensch, König, Diener, MenschensohnChristus als ewiger Sohn Gottes, Gott im Fleisch
GenealogieVorhanden (Matthäus bis Abraham/David, Lukas bis Adam)Keine (beginnt mit „Im Anfang war das Wort“)
Berichtete WunderHäufig, oft als Beweise der Güte und MachtNur 8 „Zeichen“, die die göttliche Identität belegen
GleichnisseHäufig verwendet, um geistliche Wahrheiten zu lehrenKeine Gleichnisse im klassischen Sinne (eher Allegorien/bildliche Reden)
DienstgebietPrimär Galiläa, Ausnahme letzte Tage in JerusalemPrimär Judäa und Jerusalem
Anfang des DienstesNach Gefangennahme Johannes des TäufersBeginnt vor Gefangennahme Johannes des Täufers
TempelvorhangZerreißt bei Jesu TodKein "Vorhang", da Gott direkt offenbart ist
Sicht auf GläubigeOft als Teil einer größeren Gruppe/GemeinschaftAls einzelne Personen, Glieder der Familie Gottes

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Christus als ewiger Sohn und Schöpfer

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Da der ewige Gott und Schöpfer des Himmels und der Erde kein Geschlechtsregister haben kann, beginnt Johannes nicht mit der Geburt in Bethlehem oder einer Abstammungslinie. Stattdessen setzt er am fernsten denkbaren Punkt an: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ (Joh 1,1). Das Wort wurde nicht erschaffen; es ist von Ewigkeit her und hat keinen Anfang. Dies unterstreicht die präexistente Gottheit Christi. Daher verzichtet Johannes auf Berichte über die Geburt Jesu, seine Beschneidung, die Weissagung Simeons, seine Taufe durch Johannes den Täufer oder die Versuchung in der Wüste. Auch der Seelenkampf in Gethsemane wird nicht erwähnt, obwohl Johannes als einziger der Evangelistenschreiber anwesend war.

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Johannes berichtet nur von acht Wundern des Herrn, sieben vor seiner Kreuzigung und eines nach seiner Auferstehung. Interessanterweise nennt er diese nicht „Wunder“, sondern „Zeichen“. Diese Zeichen waren nicht primär Beweise der Güte des Herrn, sondern vielmehr Belege dafür, dass Er der vom Vater gesandte Sohn war und somit göttliche Autorität besaß. Nur zwei dieser Zeichen (die Speisung der Fünftausend und das Wandeln auf dem See) finden sich auch in den anderen Evangelien (Joh 6,5-21).

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Auch der Ausdruck „Gleichnis“ kommt im Johannesevangelium nicht vor. Das in Johannes 10,6 mit „Gleichnis“ übersetzte griechische Wort könnte besser mit „Allegorie“ oder „bildlicher Rede“ wiedergegeben werden. Zudem finden wir nicht den Titel „Apostel“, sondern durchweg nur „Jünger“, was die persönliche Nachfolge und Beziehung betont.

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Die universelle Dimension des Heils

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Im Johannesevangelium wird der Herr in den Gedanken der Menschen von Anfang an verworfen (Joh 1,11). Er nimmt den Platz eines Fremdlings ein, und dies ist auch der Platz, der uns, die wir zu seiner Versammlung gehören, zukommt. Doch spricht Johannes in seinem Evangelium nie von der Versammlung als Leib Christi oder als Haus Gottes. Er sieht die Gläubigen immer als einzelne Personen, als Glieder der Familie Gottes.

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Die Darstellung des Herrn als des Verworfenen beginnt bei Johannes dort, wo die anderen Evangelien enden. Johannes fühlt sich so sehr außerhalb des jüdischen Systems, dass er für Orte in Judäa griechische Namen verwendet und die hebräische Übersetzung hinzufügt (Joh 19,13.17). Er verdeutlicht sogar das bekannteste jüdische Fest (Joh 6,4) und übersetzt den Titel „Messias“ (Joh 1,41). Dies alles deutet auf den universellen, weltumfassenden Charakter des Evangeliums hin.

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Der häufige Gebrauch des Wortes „Welt“ (griechisch: „kosmos“) ist hierbei besonders aufschlussreich. Johannes verwendet es in seinen Schriften etwa achtzigmal, während es in den anderen Evangelien zusammen nur fünfzehnmal vorkommt. „Kosmos“ bedeutet „Weltall“, die ganze Schöpfung Gottes. Da aber Satan beim Fall die himmlischen Örter und der Mensch beim Fall die Erde in die Entfremdung von Gott hineingezogen hat, deutet Gottes Wort damit auch das sittliche System an, das in der Welt herrscht. Der Zweck des Kommens des Herrn auf die Erde war, die ganze Schöpfung zu Gott zurückzubringen (Joh 1,29; Kol 1,19.20). Wenn der Schöpfer selbst zeigt, dass Er die einzige Quelle des Segens für jedes menschliche Geschöpf ist, dann kann das nicht auf die Juden allein beschränkt bleiben; dann erstreckt sich das bis zu jedem Menschen auf der ganzen Erde.

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Die erhabene Vollendung des Werkes Christi

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Im Johannesevangelium wird uns das Werk des Herrn mit einer ruhigen Erhabenheit geschildert. Wir finden hier nicht den Ausruf: „Ich habe eine Taufe, mit der ich getauft werden muss, und wie bin ich beengt, bis sie vollbracht ist!“ (Lk 12,50). Auch fehlen die drei Stunden der Finsternis und der Ausruf: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,45-46). Stattdessen betont Johannes die Souveränität Christi: „Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Gewalt es zu lassen, und habe Gewalt es wiederzunehmen.“ (Joh 10,17.18).

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Der Charakter des Sünd- und Schuldopfers, wie er zum Beispiel bei Matthäus zu finden ist, weicht bei Johannes dem des Brandopfers. Johannes spricht nicht von Vergebung von Sünden, außer als einer den Jüngern anvertrauten administrativen Vergebung für diese Erde (Joh 20,23). Der Herr vollbringt hier das Werk, um Gott zu verherrlichen, damit Gott, der durch den Menschen verunehrt ist, durch den Sohn des Menschen verherrlicht werde (Joh 13,31), so dass Er seine Liebe frei seinen Geschöpfen offenbaren kann. Nun kann Gott sagen: „...damit jeder, der an Ihn (den Sohn) glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh 3,16).

Was ist das Johannes-Evangelium?
Das Johannes-Evangelium wurde von dem Apostel Johannes (vgl. Joh 21,20-24) etwa 85-90 n. Chr. verfaßt, vermutlich in Ephesus. Als Augenzeuge der göttlichen Herrlichkeit Jesu wurde er vom Heiligen Geist geleitet, Jesus Christus besonders als den Sohn Gottes zu offenbaren und als den, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.
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Die Verherrlichung Gottes, wie sie im Brandopfer gesehen wird, wird in Johannes 13,31 und 17,4-5 deutlich. Der Herr sagte zum Vater: „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun sollte. Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“ (Joh 17,4-5). Dies ist die Grundlage der Sicherheit unseres Heils und der Vollkommenheit unserer Stellung als „begnadigt in dem Geliebten“ (Eph 1,6). Aufgrund dessen haben wir ewiges Leben empfangen, den Herrn Jesus selbst als unser Leben (1Joh 5,13.20). Wir haben Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn und wandeln im Licht, wie Gott im Licht ist, und zwar aufgrund des kostbaren Blutes des Brandopfers, das in der Gegenwart Gottes im Licht ist.

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Die Struktur des Johannesevangeliums: Eine Reise durch die Offenbarung

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Das Johannesevangelium ist sorgfältig strukturiert und dient einem zweifachen Zweck, wie in Kapitel 20,31 erwähnt: „damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr glaubend Leben habt in seinem Namen.“

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Erste Einteilung: Das Zeugnis für Christus

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In Verbindung mit dem ersten Punkt – dem Glauben, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes – nennt der Herr in Kapitel 5,33-37 drei Zeugnisse für das, was Er ist:

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  1. Das Zeugnis Johannes des Täufers (Kapitel 1,19-37 und 3,26-31): Johannes der Täufer bezeugt, dass Jesus das Lamm Gottes, der Sohn Gottes und der Christus ist. Er ist der Vorläufer, der den Weg bereitet und auf den hinweist, der nach ihm kommt.
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  3. Das Zeugnis des Herrn Jesus selbst, bestätigt durch Seine Werke (Kapitel 3-10):" + "
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    • Kapitel 3: Er ist der eingeborene Sohn Gottes.
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    • Kapitel 4: Er ist der Christus, der die tiefsten Bedürfnisse der Seele stillt (Samariterin).
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    • Kapitel 5: Er ist der Sohn Gottes, der lebendig macht, wen Er will, und der die Toten auferwecken wird (Heilung am Teich Bethesda).
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    • Kapitel 6: Er ist der Sohn des Menschen, das wahre Brot aus dem Himmel, das der Welt das Leben gibt (Speisung der Fünftausend, Rede vom Brot des Lebens).
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    • Kapitel 7: Er wird den Heiligen Geist jedem geben, der an Ihn glaubt.
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    • Kapitel 8: Sein Wort bezeugt, dass Er das Licht der Welt ist.
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    • Kapitel 9: Sein Werk (Heilung des Blindgeborenen) bezeugt dies ebenfalls.
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    • Kapitel 10: Er ist der gute Hirte, der sein Leben für die Schafe lässt.
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  5. Das Zeugnis des Vaters (Kapitel 11-12):" + "
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    • Kapitel 11: Der Vater bezeugt Ihn als den Sohn Gottes in der Kraft der Auferstehung (Auferweckung des Lazarus, Röm 1,4).
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    • Kapitel 12: Beim Einzug in Jerusalem zeigt Gott, dass Er der Sohn Davids, der König Israels ist, und bei der Frage der Griechen, dass Er der Sohn des Menschen ist, der sterben muss, um Frucht zu bringen.
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Nachdem das Zeugnis gegenüber der Welt vollendet ist, sehen wir in den Kapiteln 13-17, wie der Herr in der Nacht vor seinem Sterben allein mit seinen Jüngern ist. Er offenbart ihnen, dass Er sie verlassen wird, aber der Tröster, der Heilige Geist, kommen wird, um bei ihnen zu bleiben. Er zeigt ihnen, dass Er weiterhin um sie bemüht sein und ihnen die Füße waschen (Kap. 13) und den Vater für sie bitten wird (Kap. 17). Danach wird Er für sie wiederkommen, um sie in das Haus des Vaters einzuführen (Kap. 14). Schließlich folgt der Bericht von seiner Gefangennahme, Kreuzigung und Auferstehung und wie Er den Seinen erscheint.

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Zweite Einteilung: Das ewige Leben

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In Verbindung mit dem zweiten Punkt von Kapitel 20,31 – „damit ihr glaubend Leben habt in seinem Namen“ – könnten wir die zweite Hälfte des Evangeliums als die Offenbarung des ewigen Lebens in seinen verschiedenen Facetten betrachten. Dies zeigt sich darin, wie der Herr nach seiner Auferstehung mit den Jüngern umgeht und ihnen den Heiligen Geist gibt, um ihr neues Leben zu befähigen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Johannesevangelium

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Warum unterscheidet sich das Johannesevangelium so stark von Matthäus, Markus und Lukas?

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Das Johannesevangelium wurde vermutlich später geschrieben und richtete sich an eine breitere Leserschaft, die bereits mit den grundlegenden Ereignissen des Lebens Jesu vertraut war. Johannes' Hauptanliegen war es, die Gottheit Jesu Christi zu betonen und das Konzept des ewigen Lebens durch den Glauben an Ihn zu vertiefen. Er fokussiert sich auf theologische Wahrheiten und die tiefere Bedeutung der Person Jesu, anstatt eine chronologische oder historische Biografie zu erstellen wie die Synoptiker.

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Was bedeutet „ewiges Leben“ im Johannesevangelium?

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„Ewiges Leben“ bei Johannes ist mehr als nur ein endloses Leben nach dem Tod. Es ist eine gegenwärtige Qualität des Lebens, eine Beziehung zu Gott durch Jesus Christus, die bereits hier und jetzt beginnt. Es ist das Leben, das in der Person Jesu Christi selbst zu finden ist und das der Gläubige durch den Glauben an Ihn empfängt. Es ist ein Leben in Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, ein Leben, das von Gott kommt und zu Ihm führt.

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Warum nennt Johannes die Wunder Jesu „Zeichen“?

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Johannes verwendet den Begriff „Zeichen“ (griechisch: semeion), um zu betonen, dass die Taten Jesu nicht nur erstaunliche Ereignisse waren, sondern dass sie auf eine tiefere Wahrheit hinwiesen: Sie waren Beweise für seine göttliche Identität und seine Mission als der vom Vater gesandte Messias und Sohn Gottes. Jedes Zeichen hatte eine theologische Botschaft und offenbarte einen Aspekt seiner Herrlichkeit und Macht.

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Wie sieht Johannes die Rolle des Heiligen Geistes?

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Johannes legt großen Wert auf die Rolle des Heiligen Geistes, den er als den „Tröster“ oder „Beistand“ (Paraklet) bezeichnet. Der Heilige Geist wird nach Jesu Weggang gesandt, um die Gläubigen zu lehren, sie an Jesu Worte zu erinnern, sie in alle Wahrheit zu leiten und sie zu befähigen, Zeugnis abzulegen. Er ist die göttliche Gegenwart in den Gläubigen, die das ewige Leben in ihnen aufrechterhält und sie mit Christus verbindet.

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Warum spricht Johannes nicht von der „Gemeinde“ oder „Kirche“?

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Johannes konzentriert sich in seinem Evangelium auf die individuelle Beziehung des Gläubigen zu Gott durch Christus. Er stellt die Gläubigen als „Kinder Gottes“ oder „Glieder der Familie Gottes“ dar, die eine persönliche Beziehung zum Vater und zum Sohn haben. Obwohl die Konzepte von Gemeinschaft und Einheit im Evangelium vorhanden sind (z.B. im Bild vom Weinstock und den Reben), liegt der Schwerpunkt nicht auf der institutionellen oder korporativen Form der Kirche, sondern auf der intimen, lebendigen Verbindung jedes einzelnen Gläubigen mit Gott.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Johannes die Gläubigen als diejenigen sieht, die durch den Glauben an den offenbarten Sohn Gottes das ewige Leben empfangen haben. Sie sind nicht länger an die alten Formen des Judentums gebunden, sondern haben einen direkten Zugang zu Gott gefunden, der in Christus Fleisch geworden ist. Dieses Evangelium lädt jeden ein, die Herrlichkeit des Sohnes Gottes zu schauen und durch Ihn in eine tiefe, persönliche Beziehung mit dem lebendigen Gott einzutreten.

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