Wer hat sich für das interreligiöse Gebet in Pankow zusammengefunden?

Interreligiöses Gebet in Pankow: Einheit in Krisenzeiten

20/09/2021

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Die globale Pandemie hat die Welt in einen Ausnahmezustand versetzt, der weitreichende Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens hat – von der Gesundheit über die Wirtschaft bis hin zum sozialen Miteinander. Besonders spürbar sind diese Konsequenzen auch für Glaubensgemeinschaften. Das gemeinsame Gebet im Gotteshaus, das persönliche Treffen, der Austausch und die damit verbundene tiefe Gottverbundenheit, die für viele Menschen eine zentrale Säule ihres Glaubens und ihres sozialen Lebens darstellt, sind plötzlich nicht mehr in gewohnter Form möglich. Krisenzeiten, die traditionell durch gemeinschaftliches Gebet und gegenseitige Unterstützung bewältigt wurden, müssen nun größtenteils in Isolation durchgestanden werden. Dies schafft nicht nur eine spirituelle Leere, sondern auch eine immense soziale Distanz, die den Menschen in einer ohnehin schon belastenden Situation zusätzlichen Halt entzieht.

Wer hat sich für das interreligiöse Gebet in Pankow zusammengefunden?
Wir haben uns mit unseren Partnergemeinden in Pankow ausgetauscht und ein neues Format herausgebracht: wir möchten ein interreligiöses Gebet für diese besondere herausfordernde Situation stattfinden lassen. Dafür haben sich Imam Dr. Khaled Al-Seddiq, Pfarrer Eike Thies und Rabbiner-Student Josh Weiner zusammengefunden.

Gerade in solchen herausfordernden Phasen wird der Wert des Zusammenhalts umso deutlicher. Wo der gemeinschaftliche Gottesdienst zum Einzelgebet wird und die kollektive Stärke vermisst wird, suchen Menschen nach neuen Wegen, um sich zu verbinden und spirituelle Unterstützung zu finden. Als Antwort auf diese tiefgreifenden Veränderungen und das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Hoffnung haben sich führende Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen in Berlin-Pankow zu einer bemerkenswerten Initiative zusammengeschlossen. Sie möchten ein Zeichen setzen: ein interreligiöses Gebet, das über die Grenzen einzelner Konfessionen hinausgeht und die Kraft des gemeinsamen Glaubens in den Vordergrund rückt.

Inhaltsverzeichnis

Die Herausforderung der Pandemie für Glaubensgemeinschaften

Die Pandemie hat die Art und Weise, wie Glauben praktiziert wird, fundamental verändert. Kirchliche Gemeinden, Moscheen und Synagogen mussten ihre Türen schließen oder strenge Auflagen für den Besuch einführen. Das gemeinsame Singen, das Händeschütteln zur Begrüßung, die Nähe im Gebet – all das, was das Gemeinschaftsgefühl so stark prägt, ist plötzlich nicht mehr möglich. Viele Gläubige empfinden dies als einen schmerzhaften Verlust. Die spirituelle Unterstützung, die sie sonst in der Gemeinde gefunden haben, muss nun oft allein gesucht werden. Dies kann zu Gefühlen der Isolation und spirituellen Not führen. Die Sorge um Angehörige, die Angst vor Krankheit und die wirtschaftlichen Unsicherheiten belasten die Menschen zusätzlich. In dieser Lage ist es von entscheidender Bedeutung, dass Glaubensgemeinschaften Wege finden, ihren Mitgliedern weiterhin beizustehen und eine Botschaft der Hoffnung und des Zusammenhalts zu vermitteln.

Eine neue Form des Miteinanders: Das interreligiöse Gebet

In dieser besonderen Zeit haben sich die Partnergemeinden in Pankow ausgetauscht und ein innovatives Format ins Leben gerufen: ein interreligiöses Gebet. Diese Initiative ist ein starkes Statement für die Einheit und Solidarität über Glaubensgrenzen hinweg. Muslime, Christen und Juden kommen zusammen, um gemeinsam Gebete zu sprechen und einen Appell an die gesamte Gesellschaft zu richten: den sozialen und zwischenmenschlichen Zusammenhalt in Krisenzeiten nicht zu unterschätzen. Es ist ein Ausdruck der Überzeugung, dass der Glaube, unabhängig von seiner spezifischen Ausprägung, eine Quelle der Stärke und des Trostes sein kann, wenn Menschen sich in Notlagen finden. Das gemeinsame Gebet symbolisiert die Erkenntnis, dass trotz aller Unterschiede im Glauben eine gemeinsame Basis der Menschlichkeit und des Mitgefühls existiert.

Die Bedeutung des interreligiösen Dialogs in Krisenzeiten

Der interreligiöse Dialog ist mehr als nur ein Austausch von Worten; er ist eine Brücke des Verständnisses und des Respekts. In Zeiten der Pandemie, in der Ängste geschürt und Spaltungen oft verstärkt werden, ist dieser Dialog wichtiger denn je. Er zeigt, dass Menschen unterschiedlicher Hintergründe gemeinsam für ein höheres Ziel eintreten können – in diesem Fall für die Linderung der Not und die Stärkung des Zusammenhalts. Es geht darum, Vorurteile abzubauen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und voneinander zu lernen. Wenn religiöse Führer zusammenkommen, senden sie eine Botschaft der Einheit und des Friedens an ihre jeweiligen Gemeinden und darüber hinaus an die gesamte Gesellschaft. Dies kann dazu beitragen, soziale Spannungen zu reduzieren und ein Klima der gegenseitigen Unterstützung zu fördern.

Die Köpfe hinter der Initiative: Imam, Pfarrer und Rabbiner-Student

Dieses besondere interreligiöse Gebet wird von drei herausragenden Persönlichkeiten getragen, die sich seit Langem für den Dialog und das Miteinander einsetzen. Ihre Beteiligung unterstreicht die Ernsthaftigkeit und das Engagement dieser Initiative:

  • Imam Dr. Khaled Al-Seddiq: Er ist der Imam des Interkulturellen Zentrums für Dialog und Bildung e.V. (IZDB) in Berlin-Wedding. Seit vielen Jahren begleitet er eine große muslimische Gemeinschaft und legt neben seinen Hauptaufgaben in der Moschee großen Wert auf Austausch, Wissensvermittlung und den Dialog der Religionen. Dr. Al-Seddiq ist fest davon überzeugt, dass ein tieferes Verständnis füreinander durch den interreligiösen Austausch gefördert wird. Seine Arbeit im IZDB ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Brücken zwischen Kulturen und Religionen gebaut werden können, um ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen. Er bringt die Perspektive des Islam in den Dialog ein und zeigt, dass Muslime aktiv an der Gestaltung einer friedlichen und inklusiven Gesellschaft mitwirken.
  • Pfarrer Eike Thies: Als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Martin Luther in Berlin-Pankow ist Eike Thies ein engagierter Verfechter des interreligiösen Austauschs. Gemeinsam mit der Gemeinde Niederschönhausen und dem IZDB hat er die Dialogplattform „Dialog der Religionen“ gegründet. Pfarrer Thies ist tief davon überzeugt, dass wir gerade durch die Begegnung mit dem „ganz Anderen“ etwas Neues über uns selbst lernen können. Seine Offenheit und sein Engagement für den Dialog der Religionen sind beispielhaft. Er repräsentiert die christliche Stimme in dieser Initiative und trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und gemeinsame Werte hervorzuheben, die alle Religionen verbinden.
  • Rabbiner-Student Josh Weiner: Josh Weiner ist in Jerusalem und London aufgewachsen, was ihm eine einzigartige interkulturelle Perspektive verleiht. Er befindet sich im fünften (und letzten) Jahr seiner rabbinischen Ausbildung am Zacharias-Frankel-College. Neben seinem Studium unterrichtet und organisiert er Aktivitäten für junge jüdische Erwachsene in Berlin. Seine Teilnahme an diesem interreligiösen Gebet ist ein starkes Zeichen für die Zukunft des interreligiösen Dialogs und zeigt, dass auch die jüngere Generation bereit ist, sich aktiv für Verständnis und Zusammenarbeit einzusetzen. Er bringt die jüdische Tradition und Perspektive in diesen bedeutsamen Austausch ein.

Die Zusammenarbeit dieser drei Persönlichkeiten ist ein kraftvolles Symbol für die Möglichkeit des Friedens und der Verständigung in einer oft gespaltenen Welt. Sie demonstrieren, dass Unterschiede nicht trennen müssen, sondern eine Quelle des Reichtums und der gegenseitigen Bereicherung sein können.

Praktische Informationen zum interreligiösen Gebet

Das interreligiöse Gebet findet am Freitag, den 15. Mai 2020, um 16:00 Uhr im großen Gebetsraum des IZDBs statt. Vor dem gemeinsamen Gebet werden die Gemeindevertreter die aktuelle Lage ihrer jeweiligen Gemeinde schildern und darüber sprechen, wie sie persönlich und ihre Gemeinschaften mit der herausfordernden Situation umgehen. Dies bietet eine wertvolle Gelegenheit, Einblicke in die Erfahrungen anderer Glaubensgemeinschaften zu gewinnen und Empathie zu entwickeln.

Veranstaltungsort:
Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung e.V.
Drontheimer Straße 32A
13359 Berlin

Wichtige Hinweise zur Teilnahme:

Aufgrund der aktuellen Vorsichtsmaßnahmen und zur Gewährleistung der Sicherheit aller Teilnehmer ist eine Anmeldung zwingend erforderlich. Bitte senden Sie eine E-Mail mit Ihrem vollständigen Namen an [email protected]. Die Anzahl der Teilnehmer ist auf insgesamt 50 Personen begrenzt, um die Einhaltung der Abstandsregeln zu gewährleisten. Es wird dringend darum gebeten, den notwendigen Abstand einzuhalten und auf die Maskenpflicht zu achten. Sollten Sie sich kränklich fühlen oder Symptome aufweisen, bitten wir Sie, zu Hause zu bleiben und auf eine Teilnahme zu verzichten, um die Gesundheit der anderen zu schützen. Vor Ort wird zusätzlich eine Kontaktpersonenliste geführt, wie von den zuständigen Behörden empfohlen, um im Falle einer Infektion die Nachverfolgung zu ermöglichen.

Warum diese Initiative gerade jetzt so wichtig ist

In einer Zeit, in der die Nachrichten oft von Trennung, Konflikt und Leid geprägt sind, setzt das interreligiöse Gebet in Pankow ein starkes Zeichen der Hoffnung. Es erinnert uns daran, dass wir als Menschen, unabhängig von unserer Herkunft oder unserem Glauben, in grundlegenden Werten wie Mitgefühl, Solidarität und dem Wunsch nach Frieden vereint sind. Es ist ein Aufruf, über den eigenen Tellerrand zu blicken und die Gemeinsamkeiten zu stärken, die uns verbinden. Diese Art von Initiative kann dazu beitragen, Ängste abzubauen, Vorurteile zu überwinden und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu fördern, das in schwierigen Zeiten so dringend benötigt wird. Es ist ein praktisches Beispiel dafür, wie Glaube nicht nur Trost spenden, sondern auch eine treibende Kraft für positive gesellschaftliche Veränderungen sein kann.

Tabelle: Die Initiatoren des interreligiösen Gebets

NameRolle / InstitutionSchwerpunkt im Dialog
Imam Dr. Khaled Al-SeddiqImam, Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung e.V.Wissensvermittlung, Förderung des Verständnisses unter Religionen
Pfarrer Eike ThiesPfarrer, Evangelische Kirchengemeinde Martin Luther, Berlin-PankowGründung der Dialogplattform „Dialog der Religionen“, Lernen durch Begegnung mit dem „Anderen“
Rabbiner-Student Josh WeinerZacharias-Frankel-College, Jerusalem/LondonUnterstützung junger jüdischer Erwachsener, Zukunft des interreligiösen Dialogs

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer kann an dem interreligiösen Gebet teilnehmen?
Grundsätzlich ist die Veranstaltung für alle offen, die ein Zeichen des Zusammenhalts setzen möchten und sich für den interreligiösen Dialog interessieren. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen ist die Teilnehmerzahl jedoch auf 50 Personen begrenzt, und eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich.
Warum ist eine Anmeldung notwendig?
Die Anmeldung dient der Einhaltung der behördlichen Auflagen zur Kontaktnachverfolgung und zur Begrenzung der Teilnehmerzahl, um die notwendigen Abstandsregeln gewährleisten zu können. Bitte melden Sie sich mit Ihrem vollständigen Namen per E-Mail an [email protected] an.
Welche Sicherheitsmaßnahmen werden vor Ort getroffen?
Es wird dringend darum gebeten, den notwendigen Mindestabstand einzuhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Zudem wird vor Ort eine Kontaktpersonenliste geführt, um im Bedarfsfall eine schnelle Nachverfolgung von Kontakten zu ermöglichen. Personen mit Krankheitssymptomen werden gebeten, zu Hause zu bleiben.
Was ist der Zweck dieses interreligiösen Gebets?
Der Hauptzweck ist es, in einer schwierigen Zeit ein starkes Zeichen des Zusammenhalts, der Hoffnung und der Solidarität über die Grenzen der einzelnen Religionen hinweg zu setzen. Es soll dazu beitragen, Ängste abzubauen, das Verständnis füreinander zu fördern und die Bedeutung des sozialen Miteinanders in Krisen hervorzuheben.
Kann ich die Einladung zur Veranstaltung weiterleiten?
Ja, die Organisatoren freuen sich über jede Weiterleitung der Einladung. Je mehr Menschen von dieser Initiative erfahren, desto breiter kann die Botschaft des Zusammenhalts und des Dialogs verbreitet werden.
Wird das Gebet auch online übertragen?
Die bereitgestellten Informationen erwähnen keine Online-Übertragung. Es handelt sich um eine Präsenzveranstaltung mit begrenzter Teilnehmerzahl und strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Die Organisatoren freuen sich auf Ihre Teilnahme und bitten alle, gesund zu bleiben. Diese Initiative ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Glauben Menschen verbinden und in schwierigen Zeiten eine Quelle der Stärke und des Trostes sein kann.

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