05/07/2026
Der Adhan, der öffentliche Gebetsruf im Islam, ist weit mehr als nur eine akustische Ankündigung der Gebetszeit. Er ist eine tiefgreifende spirituelle Botschaft, die fünfmal täglich die Gläubigen dazu aufruft, sich dem Ritualgebet zuzuwenden. Übersetzt bedeutet Adhan schlicht „Ankündigung“, doch linguistisch wurzelt das Wort im arabischen ‚adhina‘, was ursprünglich „zuhören und informiert sein“ meint. Diese doppelte Bedeutung spiegelt das Wesen des Adhan wider: Er ist eine klare Aufforderung zum Hören und zur Besinnung, eine Einladung, sich der Gegenwart Allahs bewusst zu werden und sich dem Gebet zu widmen. Traditionell in arabischer Sprache ausgerufen, markiert er das Eintreten der Gebetszeit und dient als spiritueller Kompass, der die Gläubigen zum gemeinsamen Gebet und zur Gemeinschaft zusammenführt.

- Die historischen Wurzeln des Adhan
- Der Muezzin: Die Stimme des Gebets
- Die tiefere Bedeutung des Adhan
- Adhan: Verpflichtung oder Empfehlung?
- Gemeinschaftliches Gebet im Islam
- Moscheen und der Adhan in Deutschland
- Die Moschee als sozialer Treffpunkt
- Vergleich: Adhan und Iqama
- Häufig gestellte Fragen zum Adhan
Die historischen Wurzeln des Adhan
Die Geschichte des Adhan reicht weit zurück bis in die Anfänge des Islam. Der erste Gebetsruf wird der Zeit um 623 n.d.H. (nach der Hidschra) zugeordnet, also kurz nach der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Doch selbst über diesen historischen Ursprung gibt es unterschiedliche Überlieferungen, die die Vielfalt und Tiefe der islamischen Traditionen widerspiegeln.
Schiitische Überlieferung
Gemäß der schiitischen Tradition erfolgte der erste Gebetsruf durch Bilal al-Habaschi, einem freigelassenen abessinischen Sklaven und einem der engsten Vertrauten des Propheten Mohammed. Es wird berichtet, dass der Engel Gabriel im Auftrag Allahs mit dem Gebetsruf zum Propheten kam. Daraufhin beauftragte der Prophet seinen loyalen Gefährten Bilal, diesen Ruf auszuführen, und ernannte ihn somit zum ersten Muezzin des Islam. Dies unterstreicht die göttliche Herkunft und die unmittelbare Verbindung zum Propheten als Quelle dieser wichtigen religiösen Praxis.
Sunnitische Überlieferung
Die sunnitische Geschichtsschreibung hingegen stellt den Hintergrund etwas anders dar. Hier wird erzählt, dass eine nicht näher bestimmte Person dem Propheten Mohammed von einem Traum berichtete. In diesem Traum sei dieser Person der genaue Wortlaut des Gebetsrufes gelehrt worden. Da der Prophet ohnehin über eine geeignete Methode nachdachte, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen – als Alternative zum Horn der Juden und zum Glockengeläut der Christen –, befürwortete er diesen überlieferten Aufruf zum Ritualgebet. Diese Überlieferung betont die menschliche Erfahrung und die pragmatische Notwendigkeit, die zur Etablierung des Adhan führte, ohne jedoch seine göttliche Billigung zu schmälern.
Der Muezzin: Die Stimme des Gebets
Der Adhan wird vom Muezzin ausgerufen, einer Person, die für diese wichtige Aufgabe ausgewählt wird. Traditionell steht der Muezzin in großen Moscheen auf dem Minarett, einem Turm, der eigens für diesen Zweck errichtet wurde. In kleineren Moscheen oder Gebetsräumen kann der Ruf auch vom Eingang aus oder von der Gebäudeseite erfolgen. Heutzutage geschieht dies oft über Lautsprecher, um den Klang des Adhan über den Stadtlärm zu erheben und möglichst viele Menschen zu erreichen.
Der Adhan in Deutschland
In Deutschland muss sich der Adhan an das Bundes-Immissionsschutzgesetz halten, das den Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Lärm regelt. Dies führt immer wieder zu Diskussionen und Kontroversen, weshalb die Umsetzung des Gebetsrufes regional stark variieren kann. In vielen westlichen Ländern wird der Adhan daher oft so ausgerufen, dass er hauptsächlich innerhalb der Moschee hörbar ist, um die Nachbarschaft nicht zu stören. Dies ist ein Zeichen des Respekts vor den Gesetzen und der Bevölkerung des jeweiligen Landes, ohne die spirituelle Bedeutung des Rufes zu mindern.
Adhan und Iqama: Zwei wichtige Rufe
Es ist wichtig, zwischen dem Adhan und dem Iqama zu unterscheiden. Der Adhan ruft die Gläubigen zum Ort des Gebetes, zur Moschee oder zum Gebetsraum. Kurz vor dem eigentlichen Beginn des Gebetes erklingt dann der Iqama, der direkte Gebetsaufruf innerhalb der Moschee. Der Iqama gleicht dem Adhan in seinem Wortlaut, jedoch mit einer zusätzlichen Zeile, die die unmittelbare Bereitschaft zum Gebet signalisiert. Während der Adhan eine allgemeine Einladung ist, ist der Iqama der Startschuss für das gemeinsame Ritual.
Die tiefere Bedeutung des Adhan
Der Adhan ist ein melodischer Singsang, dessen musikalische Betonung variieren kann, da sie nicht streng festgelegt ist. Seine wahre Kraft liegt jedoch in den bedeutungsvollen Worten, die er verkündet. Er ist nicht nur eine Ankündigung, sondern eine umfassende theologische Aussage, die die Grundpfeiler des Islam zusammenfasst.
Die Botschaft des Erfolgs
Die zentralen Worte des Adhan, „ḥayya ʿala ṣ-ṣalāh – ḥayya ʿala l-falāḥ“, bedeuten „Eilt herbei zum Gebet. Eilt herbei zum Erfolg.“ Diese einfache, aber tiefgründige Botschaft erreicht täglich Milliarden von Menschen weltweit zu verschiedenen Zeiten. Sie erinnert die Muslime daran, dass der wahre Erfolg nicht allein in weltlichen Angelegenheiten liegt, sondern im Gebet und in der Hingabe an Allah zu finden ist. Sobald diese Worte erklingen, wird von Muslimen erwartet, ihre weltlichen Angelegenheiten beiseitezulassen und sich auf das Gebet vorzubereiten. Dieses Opfer von Zeit und Mühe stärkt die Hingabe und Standhaftigkeit eines Muslims und führt zu innerem Wohlbefinden und Zufriedenheit.
Der Adhan als umfassende Einführung in den Islam
Der Adhan dient als klares Beispiel für die Vollständigkeit des Islam als Religion. Er ist einzigartig darin, die menschliche Stimme zu nutzen, um Menschen zum Gottesdienst zu rufen, anstatt auf nicht-erklärende Instrumente wie Glocken oder Hörner zurückzugreifen, deren Bedeutung ohne Vorkenntnis nicht erfasst werden kann. Jede Person, die den Adhan hört und Arabisch versteht, kann die Bedeutung der Worte leicht verstehen, unabhängig von ihrem Glauben. Die verschiedenen Sätze des Adhan sind nicht nur bedeutungsvoll, sondern dienen auch dem Zweck der gesamten Handlung:
- „Allāhu akbar“ (Allah ist der Größte): Dies sind die ersten Worte, die der Muezzin viermal ausspricht. Sie ziehen die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf sich und betonen die Großartigkeit Allahs als Schöpfer und Gewährer von allem, was der Mensch wahrnehmen kann und darüber hinaus. Die Wiederholung verstärkt diese grundlegende Aussage.
- „Ašhadu allā ilāha illallāh“ (Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allah): Dieser Teil behandelt die grundlegendste Glaubensvorstellung des Islam: den Monotheismus. Der Glaube an den einen Gott und Seine unvergleichlichen Qualitäten ist die Grundlage des Glaubens im Islam und ermöglicht vollständige Erlösung durch feste Überzeugung.
- „Ašhadu anna muḥammada r-rasūlullāh“ (Ich bezeuge, dass Muhammad Allahs Gesandter ist): Dies ist der zweite wichtige Bestandteil des Glaubens. Der Heilige Prophet Muhammad ist gemäß islamischem Glauben die größte Manifestation der Eigenschaften Allahs und das vortrefflichste Vorbild für Suchende nach Gottesnähe. Er empfing die endgültige Offenbarung in Form des Heiligen Qur’an und erläuterte dessen Lehren durch sein Leben.
- „ḥayya ʿala ṣ-ṣalāh – ḥayya ʿala l-falāḥ“ (Eilt herbei zum Gebet. Eilt herbei zum Erfolg.): Wie bereits erwähnt, ist dies der zentrale Aufruf, alle weltlichen Angelegenheiten beiseite zu legen und sich dem Gebet zuzuwenden, um wahren Erfolg zu finden.
- „Allāhu akbar, Allāhu akbar. Lā ilāha illallāh.“ (Allah ist der Größte, Allah ist der Größte. Niemand ist anbetungswürdig außer Allah.): Diese abschließenden Worte des Adhan erinnern sowohl den Muezzin als auch die Zuhörer an die herrlichste Wahrheit auf Erden: die Existenz Allahs, des Allmächtigen, als des Höchsten und einzig Anbetungswürdigen.
Hadhrat Khalifatul Masih II., das zweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, fasste die Bedeutung des Adhan treffend zusammen: „Zusätzlich zu den vielfältigen Überlegenheiten, die der Islam gegenüber allen anderen Religionen besitzt, denn alle seine Lehren basieren auf Vernunft und haben tiefgründige Bedeutung, beansprucht er wohl mit Fug und Recht eine weitere Exzellenz: die Art des Gebetsrufes. Während die Mittel, mit denen andere Religionen ihre Anhänger zum Gebet aufrufen, ihrer Wirklichkeit oder Bedeutung beraubt sind, stellt der islamische Gebetsruf, der fünf Mal am Tag der Welt verkündet wird, das Wesen und den Kern der gesamten Lehre des Islam dar.“
Adhan: Verpflichtung oder Empfehlung?
Interessanterweise existiert in keiner muslimischen Rechtsschule eine unabdingbare individuelle Verpflichtung zum Gebetsruf, und er ist auch keine Voraussetzung für die Gültigkeit des Ritualgebets. Überwiegend wird der Adhan als eine starke Empfehlung betrachtet, eine ehrenvolle Praxis, die große Belohnung mit sich bringt, aber nicht zwingend ist. Bei den hanbalitischen und malikitischen Rechtsschulen gibt es zwar einige Nuancen, die den Adhan unter bestimmten Umständen als Verpflichtung betrachten können, doch dies sind Ausnahmen. Da er hauptsächlich als Empfehlung gilt, soll er niemals in einer mehrheitlich nichtmuslimischen Gesellschaft gegen den Willen der Bevölkerung erfolgen. Aus diesem Grund ertönt der Adhan bis auf wenige Ausnahmen überwiegend nur in Ländern mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung. Bei allen Rechtsschulen beinhaltet er jedoch immer das Glaubensbekenntnis sowie die Größenpreisung Allahs.
Gemeinschaftliches Gebet im Islam
Die Gemeinschaft nimmt bei Muslimen einen sehr hohen Stellenwert ein. Daher beten sie meistens mit anderen zusammen und finden sich dafür in der Moschee oder in islamischen Gebetsräumen ein. Dort stehen sie oft Schulter an Schulter in engen Reihen hintereinander, den Blick stets gen Mekka, der Gebetsrichtung (Qibla), gerichtet. Während der Gebetszeiten betet der Imam laut die entsprechenden Suren oder Abschnitte aus dem Koran vor und verrichtet die verschiedenen Körperhaltungen, denen die Gläubigen nachfolgen.
Die fünf täglichen Ritualgebete sind für einen erwachsenen Muslim eine religiöse Pflicht und eine täglich wiederkehrende innere Läuterung. Die festen Gebetszeiten am Tag einzuhalten, lässt sich nicht immer mit der Arbeit, Schule, Ausbildung oder Studium vereinbaren. Daher können die Gebete auch an anderen Orten erfolgen. Auch dort wird die Richtung Mekka beachtet und zu Allah gesprochen. Im Internet gibt es heutzutage Portale, die die Gebetsrichtung anhand der jeweiligen Ortsangabe ausrechnen und Pläne erstellen, damit jeder Muslim sicher sein kann, in die richtige Richtung zu beten, falls er gerade keine Moschee besuchen kann.

Moscheen und der Adhan in Deutschland
Über die genaue Anzahl der Moscheen und islamischen Gebetsräume in Deutschland gibt es keine exakten statistischen Daten. Dies hat einen simplen juristischen Hintergrund: Für Religionsgemeinschaften gibt es laut der deutschen Verfassung keine Registrierungspflicht. Solange diese nicht Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, werden sie nicht registriert, ähnlich wie buddhistische Tempel in Deutschland. Die Moscheen in Deutschland registrieren sich nach dem Vereinsrecht. Dabei entscheiden sie selbst, ob sie komplett selbständig bleiben oder sich einem größeren Verband anschließen. Dies erklärt, warum die Anzahl der Moscheen in Deutschland nur geschätzt werden kann.
Laut einer Schätzung der Zeitung ‚Die Zeit‘ aus dem Jahr 2016 gibt es in Deutschland rund 2750 Moscheen. Viele davon liegen in Hinterhöfen und sind nicht öffentlich sichtbar. Da der Islam weniger hierarchisch organisiert ist als andere Religionen, können beispielsweise gläubige Freunde zusammen einen Gebetsraum einrichten. Dieser ist dann nicht öffentlich sichtbar und wird höchstwahrscheinlich statistisch nicht erfasst. Diese Flexibilität spiegelt die dezentrale Natur des islamischen Gebets wider, das nicht zwangsläufig an ein offizielles Gebäude gebunden ist.
Die Moschee als sozialer Treffpunkt
Die Bedeutung des Wortes Moschee kommt vom arabischen ‚masdschid‘ und bedeutet ‚Ort der Niederwerfung‘. Doch eine Moschee ist weit mehr als nur der Ort der täglichen fünf islamischen Ritualgebete. Hier findet darüber hinaus lebenspraktische und politische Wertevermittlung im Sinne des Islam statt. Für viele ist die Moschee auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Obwohl die Ritualgebete grundsätzlich nicht an die Moscheen gebunden sind und auch an anderen Orten durchgeführt werden können, wird durch den Moscheebesuch die Zugehörigkeit zur muslimischen Gesellschaft ausgedrückt. Eine wichtige Ausnahme bildet das Freitagsgebet (Jumu'ah), das nur in einer Moschee durchgeführt Gültigkeit besitzt und eine besondere Bedeutung für die Gemeinschaft hat.
Beispiele großer Moscheen in Deutschland
Zu den größten und bekanntesten Moscheen in Deutschland gehören die Zentralmoschee in Köln sowie die Merkez-Moschee in Duisburg.
- Zentralmoschee in Köln: Die 2018 eingeweihte Zentralmoschee des DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) im Kölner Stadtteil Ehrenfeld bietet 1200 sunnitischen Gläubigen Platz. Diese Moschee besitzt zwei Minarette mit jeweils einer Höhe von 55 Metern. Sie ist ein moderner und imposanter Bau aus viel Glas und Stahl und beherbergt zusätzlich eine Bibliothek sowie Seminar- und Schulungsräume, was ihre Rolle als umfassendes Gemeindezentrum unterstreicht.
- Merkez-Moschee in Duisburg: Die Merkez-Moschee in Duisburg gehört ebenfalls dem Dachverband DITIB an und wurde 2008 im traditionellen osmanischen Stil erbaut. Der Gebetssaal fasst 800 Personen, auf der dazugehörigen Empore finden weitere 400 Gläubige Platz. Die Minaretthöhe beträgt 34 Meter, wobei hier auf den Adhan außerhalb des Gebäudes verzichtet wird, um den lokalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen.
Vergleich: Adhan und Iqama
Um die Unterschiede zwischen diesen beiden wichtigen Gebetsrufen zu verdeutlichen, dient die folgende Tabelle:
| Merkmal | Adhan (Gebetsruf) | Iqama (Gebetsaufruf) |
|---|---|---|
| Zweck | Ankündigung der Gebetszeit, Ruf zur Moschee | Direkter Aufruf zum Beginn des Gebets in der Moschee |
| Ort des Rufes | Traditionell vom Minarett oder außerhalb der Moschee | Innerhalb der Moschee oder des Gebetsraumes |
| Lautstärke | Laut (oft über Lautsprecher), um weite Kreise zu erreichen | Leiser, nur für die Anwesenden im Gebetsraum |
| Wortlaut | Standardformel mit Glaubensbekenntnis und Gebetsaufruf | Gleicher Wortlaut wie Adhan, aber mit einer zusätzlichen Zeile: „Qad qamati s-salat“ (Das Gebet hat begonnen) |
| Häufigkeit | Fünfmal täglich vor jedem Pflichtgebet | Einmal vor jedem Pflichtgebet, unmittelbar vor dem Beginn |
| Rechtlicher Status | Überwiegend Empfehlung, keine individuelle Pflicht für die Gültigkeit des Gebets | Empfohlen, aber ebenfalls keine zwingende Voraussetzung für die Gültigkeit des Gebets |
Häufig gestellte Fragen zum Adhan
Was ist der Adhan?
Der Adhan ist der öffentliche islamische Gebetsruf, der fünfmal täglich ausgerufen wird, um die Muslime über den Beginn der Gebetszeit zu informieren und sie zum gemeinschaftlichen Gebet einzuladen. Er bedeutet wörtlich „Ankündigung“.
Wer ruft den Adhan aus?
Der Adhan wird vom Muezzin ausgerufen, einer Person, die dafür bestimmt ist. Dies geschieht traditionell vom Minarett einer Moschee oder heutzutage oft über Lautsprecher.
Warum wird der Adhan laut gerufen?
Der Adhan soll mit lauter Stimme gerufen werden, damit er für die Muslime in der näheren und weiteren Umgebung hörbar ist und sie auf die bevorstehende Gebetszeit aufmerksam macht. In westlichen Ländern wird darauf geachtet, dass der Ruf die Nachbarschaft nicht stört und oft nur innerhalb der Moschee hörbar ist.
Ist der Adhan verpflichtend?
In den meisten islamischen Rechtsschulen ist der Adhan eine starke Empfehlung (Sunnah mu'akkadah) und keine individuelle Pflicht (Fard) für die Gültigkeit des Gebets. Es gibt jedoch einige Ausnahmen in bestimmten Rechtsschulen unter spezifischen Umständen.
Was ist der Unterschied zwischen Adhan und Iqama?
Der Adhan ist der allgemeine Ruf zum Gebet, der die Gebetszeit ankündigt und die Gläubigen zur Moschee ruft. Der Iqama ist der direkte Gebetsaufruf, der kurz vor dem eigentlichen Beginn des Gebets in der Moschee ertönt und im Wortlaut eine zusätzliche Zeile enthält, die den sofortigen Beginn des Gebets signalisiert.
Kann der Adhan in Deutschland gerufen werden?
Ja, der Adhan kann in Deutschland gerufen werden, muss sich aber an das Bundes-Immissionsschutzgesetz halten, das Lärmemissionen regelt. Dies führt oft zu regionalen Unterschieden und dazu, dass der Ruf in vielen Fällen nur innerhalb der Moschee zu hören ist, um die Bevölkerung nicht zu stören.
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