Warum ist der Jesus in den Himmel zurückgekehrt?

Die Kirche in der Bibel: Fundament & Auftrag

28/06/2022

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Wenn wir heute von „der Kirche“ sprechen, denken viele Menschen zuerst an ein imposantes Gebäude mit Glockenturm, an eine Institution mit langer Geschichte oder an eine Organisation mit bestimmten Regeln und Traditionen. Doch was sagt die Bibel, das grundlegende Zeugnis unseres Glaubens, wirklich über die Kirche? Die biblische Perspektive ist oft überraschend und weit umfassender als unsere modernen Vorstellungen. Sie offenbart die Kirche nicht primär als eine menschliche Einrichtung, sondern als eine göttlich initiierte und geführte Gemeinschaft, die eine zentrale Rolle im Heilsplan Gottes spielt.

Was sagt die Bibel über den Heiligen Geist?
Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen. Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen, dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.

Das griechische Wort, das im Neuen Testament für Kirche verwendet wird, ist „ekklesia“. Es bedeutet wörtlich „die Herausgerufenen“ oder „die Versammlung“. Es beschreibt nicht einen Ort, sondern eine Gruppe von Menschen, die durch ihren Glauben an Jesus Christus zusammengehören. Es ist eine Gemeinschaft von Gläubigen, die von Gott aus der Welt herausgerufen wurden, um zu Ihm zu gehören und Seinen Willen zu tun. Die Kirche ist somit kein statisches Gebilde, sondern eine lebendige, dynamische Einheit, die durch den Heiligen Geist belebt wird und einen klaren Auftrag in der Welt hat.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Kirche biblisch gesehen?

Die Bibel verwendet verschiedene Bilder und Metaphern, um die Natur und Identität der Kirche zu beschreiben. Diese Bilder helfen uns, die Vielschichtigkeit und Tiefe dieses göttlichen Konzepts zu verstehen:

  • Der Leib Christi: Dies ist vielleicht das prominenteste und tiefgründigste Bild. Der Apostel Paulus beschreibt die Kirche als den Leib Christi, mit Christus selbst als dem Haupt (Epheser 1,22-23; Kolosser 1,18). Jedes einzelne Mitglied der Kirche ist wie ein Glied dieses Leibes, das eine einzigartige Funktion und Bedeutung hat (Römer 12,4-5; 1 Korinther 12,12-27). So wie ein menschlicher Körper viele Glieder hat, die zusammenarbeiten, um zu funktionieren, so besteht auch die Kirche aus vielen Gläubigen, die in Einheit agieren, um Christi Werk auf Erden fortzusetzen. Dieses Bild betont die innige Verbindung der Gläubigen untereinander und ihre direkte Abhängigkeit von Christus. Es bedeutet auch, dass die Kirche die sichtbare Präsenz Christi in der Welt ist.

  • Das Volk Gottes: Die Kirche ist die Fortsetzung und Erfüllung des Bundesvolkes Gottes aus dem Alten Testament. Während Israel das auserwählte Volk war, das Gott sich erwählt hatte, um durch sie die Welt zu segnen, ist die Kirche nun das neue Volk Gottes, bestehend aus Juden und Heiden, die durch Glauben an Christus zu Erben der Verheißungen geworden sind (1 Petrus 2,9-10; Galater 3,28-29). Sie sind „ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Eigentum“, dazu berufen, die Herrlichkeit dessen zu verkünden, der sie aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht berufen hat.

  • Der Tempel des Heiligen Geistes: Die Bibel lehrt, dass die Kirche der Ort ist, an dem der Heilige Geist wohnt. Nicht in einem physischen Gebäude, sondern in der Gemeinschaft der Gläubigen selbst (1 Korinther 3,16; Epheser 2,20-22). Die Gläubigen sind „lebendige Steine“, die zu einem geistlichen Haus aufgebaut werden, in dem Gott durch Seinen Geist präsent ist und angebetet wird. Dies unterstreicht die Heiligkeit der Kirche und ihre Rolle als Ort der göttlichen Gegenwart und Offenbarung.

  • Die Braut Christi: Dieses intime Bild betont die tiefe Liebe und Hingabe zwischen Christus und Seiner Kirche (Epheser 5,25-27; Offenbarung 21,2). Wie ein Bräutigam seine Braut liebt und sich für sie hingibt, so hat Christus sich für die Kirche geopfert, um sie heilig und makellos zu machen. Dieses Bild spricht von der Reinheit, Schönheit und der endgültigen Vereinigung der Kirche mit Christus in der Ewigkeit.

Die Gründung der Kirche: Christus als Eckstein

Die Gründung der Kirche ist untrennbar mit dem Wirken Jesu Christi verbunden. Er selbst sprach davon: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“ (Matthäus 16,18). Dieser Felsen wird oft als Petrus' Bekenntnis zu Jesus als dem Messias und Sohn Gottes verstanden, auf dem die gesamte Kirche gegründet ist. Jesus ist der eigentliche Eckstein, auf dem das Fundament der Apostel und Propheten ruht (Epheser 2,20).

Der offizielle Beginn der Kirche, wie wir sie heute kennen, wird allgemein als der Tag des Pfingstfestes im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte angesehen. Nach der Himmelfahrt Jesu empfingen die Jünger den verheißenen Heiligen Geist, der sie befähigte, in verschiedenen Sprachen zu sprechen und das Evangelium mutig zu verkünden. Tausende kamen an diesem Tag zum Glauben, wurden getauft und schlossen sich der Gemeinschaft an. Dies war die Geburtsstunde der weltweiten Kirche, die sich seitdem über alle Kulturen und Nationen ausgebreitet hat.

Die Aufgaben und der Auftrag der Kirche

Die biblische Kirche ist nicht dazu da, sich selbst zu genügen. Sie hat einen klaren göttlichen Auftrag, der sich in verschiedenen Bereichen manifestiert:

  • Anbetung und Lobpreis (Adoration): Die primäre Aufgabe der Kirche ist es, Gott anzubeten und zu verherrlichen. Dies geschieht durch Gebet, Lobgesang, Hören auf Sein Wort und die Feier der Sakramente (Apostelgeschichte 2,42; Hebräer 13,15). Die Kirche ist der Ort, an dem Gläubige zusammenkommen, um Gott die Ehre zu erweisen, die Ihm gebührt.

  • Gemeinschaft (Koinonia): Die Kirche ist ein Ort der tiefen Gemeinschaft unter den Gläubigen. Sie teilen ihr Leben, unterstützen einander, ermutigen sich gegenseitig und tragen die Lasten des anderen (Apostelgeschichte 2,42-47; Römer 12,9-13; Galater 6,2). Diese Gemeinschaft ist ein Zeugnis für die Welt von der Liebe Christi.

  • Jüngerschaft und Lehre (Didache): Die Kirche ist berufen, Gläubige in ihrem Glauben zu erbauen und zu unterweisen. Dies geschieht durch das Lehren des Wortes Gottes, durch Ermahnung und Ermutigung (Matthäus 28,19-20; Apostelgeschichte 2,42; Kolosser 3,16). Das Ziel ist es, die Gläubigen zu reifen Nachfolgern Christi zu formen, die in der Lage sind, andere zu lehren und zu dienen.

  • Evangelisation und Mission (Kerygma): Die Kirche hat den Auftrag, das Evangelium von Jesus Christus in die ganze Welt zu tragen (Matthäus 28,19-20; Apostelgeschichte 1,8). Dies beinhaltet die Verkündigung der guten Nachricht, Menschen zur Umkehr und zum Glauben einzuladen und sie zu Jüngern zu machen. Die Kirche ist der primäre Kanal, durch den Gott Seine Botschaft der Erlösung in die Welt trägt.

  • Dienst (Diakonia): Die Kirche ist auch berufen, der Welt in praktischer Liebe zu dienen. Dies umfasst die Fürsorge für die Armen, Kranken, Witwen und Waisen (Jakobus 1,27; Matthäus 25,31-46). Es geht darum, die Liebe Christi nicht nur in Worten, sondern auch in Taten zu zeigen. Die Fürbitten, die wir in unseren Gottesdiensten sprechen, sind ein Ausdruck dieses Dienstes: „Lasst uns beten zu Gott, der uns zusagt „Du bist wertvoll“ und dem wir voll Freude dienen: Für alle, die einen Dienst in unserer Gemeinde und damit unserer Kirche übernehmen.“ Dies zeigt, wie das Gebet und der praktische Dienst untrennbar miteinander verbunden sind im Herzen der Kirche.

Struktur und Führung in der frühen Kirche

Die biblische Kirche hatte von Anfang an eine gewisse Struktur, die dem Wachstum und der Ordnung diente, aber immer flexibel genug war, um dem Wirken des Heiligen Geistes Raum zu geben. Es gab keine starre Hierarchie wie in manchen modernen Kirchen, sondern eine Dienststruktur, die auf geistlicher Reife und Gaben basierte:

  • Apostel: Die Apostel waren die von Christus selbst berufenen Gründer und Fundamentbauer der Kirche. Ihre Autorität war einzigartig und unübertragbar, da sie Augenzeugen der Auferstehung waren und direkte Offenbarung von Christus empfingen. Sie legten das theologische Fundament der Kirche (Epheser 2,20).

  • Älteste (Presbyter/Episkopen): Dies waren reife, geistlich qualifizierte Männer, die die Gemeinden leiteten, lehrten und für das geistliche Wohlergehen der Herde sorgten (Apostelgeschichte 14,23; Titus 1,5-9; 1 Petrus 5,1-3). Der Begriff „Episkopos“ (Aufseher/Bischof) wird oft synonym mit „Presbyter“ (Ältester) verwendet und betont die Aufsichtsfunktion.

  • Diakone: Diakone waren Männer und Frauen, die für praktische Dienste in der Gemeinde eingesetzt wurden, um die Ältesten von administrativen Aufgaben zu entlasten, damit diese sich auf Gebet und Wort konzentrieren konnten (Apostelgeschichte 6,1-6; 1 Timotheus 3,8-13). Ihr Dienst war entscheidend für die Fürsorge und Einheit der Gemeinde.

  • Geistesgaben: Darüber hinaus funktionierte die Kirche durch die vielfältigen Geistesgaben, die jedem Gläubigen vom Heiligen Geist verliehen wurden (1 Korinther 12; Römer 12; Epheser 4). Jeder Gläubige hatte eine Rolle und einen Beitrag zu leisten, und die Gaben dienten dem Aufbau des Leibes Christi.

Einheit und Vielfalt in der Kirche

Obwohl die Kirche aus vielen Gliedern und verschiedenen Menschen besteht, betont die Bibel ihre fundamentale Einheit. Es gibt „einen Leib und einen Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen“ (Epheser 4,4-6). Diese Einheit ist nicht Uniformität, sondern eine Einheit in der Vielfalt, die die Herrlichkeit Gottes widerspiegelt.

Herausforderungen wie Spaltungen, Irrlehren und Verfolgung waren von Anfang an Teil der Kirchengeschichte und werden es bis zur Wiederkunft Christi bleiben. Dennoch ist die Kirche berufen, sich um Reinheit im Glauben und in der Lehre zu bemühen und die Einheit im Geist zu bewahren.

Die Kirche als Zeugnis in der Welt

Die Kirche ist nicht nur ein Ort der Anbetung und Gemeinschaft, sondern auch ein leuchtendes Zeugnis für die Welt. Durch ihre Liebe zueinander, ihren Dienst an den Bedürftigen und ihre Verkündigung des Evangeliums soll sie die Herrlichkeit Gottes sichtbar machen. Sie ist das „Licht der Welt“ und das „Salz der Erde“ (Matthäus 5,13-16). Die Art und Weise, wie Gläubige miteinander umgehen und wie sie sich in der Welt verhalten, spricht Bände über die Realität ihres Glaubens.

Vergleichende Betrachtung: Kirche als Gebäude vs. Kirche als biblische Gemeinschaft

MerkmalKirche als Gebäude (Alltagsverständnis)Kirche als biblische Gemeinschaft (Ekklesia)
FokusPhysischer Ort, Architektur, InstitutionMenschen, Gläubige, Beziehungen
BedeutungTreffpunkt, Kultstätte, DenkmalLeib Christi, Gottes Volk, Tempel des Geistes
FunktionSchutz, Raum für Zeremonien, ÄsthetikAnbetung, Gemeinschaft, Jüngerschaft, Mission, Dienst
KernMauern, Dach, AltarGlaube an Christus, Heiliger Geist, Liebe
DauerVergänglich, kann verfallen oder umgebaut werdenEwig, wird von Christus bewahrt und vollendet
IdentitätStatisch, oft an einen Ort gebundenDynamisch, mobil, überall dort, wo Gläubige sind

Häufig gestellte Fragen zur Kirche in der Bibel

Ist die Kirche ein Gebäude?

Nein, biblisch gesehen ist die Kirche primär keine physische Struktur. Das Wort „ekklesia“ bezieht sich auf die Versammlung oder Gemeinschaft der Gläubigen, die sich versammeln können, wo immer sie wollen – in Häusern, im Freien oder in gemieteten Räumen. Gebäude dienen als Treffpunkte, sind aber nicht die Kirche selbst.

Wer ist das Haupt der Kirche?

Jesus Christus allein ist das Haupt der Kirche. Er ist der Herr über alle Dinge und hat die Kirche als Seinen Leib berufen, um Seinen Willen auf Erden auszuführen (Kolosser 1,18; Epheser 1,22-23).

Muss man in einer Kirche sein, um gerettet zu werden?

Die Erlösung ist allein durch den Glauben an Jesus Christus möglich (Epheser 2,8-9; Johannes 3,16). Die Bibel lehrt jedoch, dass Gott die Kirche als den Ort der Gemeinschaft, des Wachstums und des Dienstes für Gläubige geschaffen hat. Es ist der normale Weg, wie Christen im Glauben wachsen und ihren Auftrag erfüllen. Isolation wird nicht gefördert.

Wie soll die Kirche handeln?

Die Kirche soll in Liebe, Einheit und Heiligkeit handeln. Sie soll Gott anbeten, das Evangelium verkünden, Gläubige lehren und zurüsten, einander dienen und der Welt in praktischer Nächstenliebe begegnen. Ihre Handlungen sollen das Wesen Christi widerspiegeln (Johannes 13,34-35).

Gibt es nur eine wahre Kirche?

Ja, biblisch gesehen gibt es nur eine universale Kirche, den Leib Christi, der aus allen Gläubigen aller Zeiten und Orte besteht, die durch den Glauben an Jesus Christus erlöst sind. Die lokalen Gemeinden sind Ausdruck dieser einen universalen Kirche (Epheser 4,4-6; 1 Korinser 12,12-13).

Welche Rolle spielt die Kirche in den Endzeiten?

Die Bibel beschreibt die Kirche als die Braut Christi, die auf Seine Wiederkunft wartet. Sie wird in den Endzeiten Verfolgung erleben, aber letztendlich wird sie triumphieren und mit Christus in Ewigkeit regieren. Die Kirche ist der zentrale Ort, durch den Gottes Heilsplan auf Erden verwirklicht wird, bis Christus wiederkommt, um sie zu sich zu nehmen (Offenbarung 19,7-9; 21,2).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kirche in der Bibel weit mehr ist als eine Organisation oder ein Gebäude. Sie ist eine lebendige, geistliche Gemeinschaft, gegründet von Christus selbst, belebt durch den Heiligen Geist und berufen, Gottes Liebe, Wahrheit und Erlösung in einer gefallenen Welt zu verkündigen und zu leben. Sie ist der Leib Christi auf Erden, Sein auserwähltes Volk und der Tempel Seiner Gegenwart. Ihre Bedeutung ist von unschätzbarem Wert, denn durch sie wirkt Gott Seinen Plan bis zur Vollendung aller Dinge. Die biblische Lehre über die Kirche ruft uns dazu auf, unsere Rolle als Glieder dieses Leibes ernst zu nehmen und unseren Dienst in der Gemeinschaft mit Freude und Hingabe zu erfüllen, wissend, dass wir Teil von etwas Größerem sind, das von ewiger Bedeutung ist.

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