15/12/2024
Was bedeutet der Glaube an Christus? Diese Frage führt uns nicht nur zu einer theologischen Definition, sondern in das Herz einer radikalen Lebensveränderung. Es ist eine Einladung zu einer Existenz, die tief in göttlicher Wahrheit und Liebe verwurzelt ist. Als Gläubige sind wir berufen, unser Leben in Übereinstimmung mit dieser erhabenen Berufung zu führen, die uns zuteilwurde. Es geht darum, die immense Tragweite dessen zu verstehen, wer Christus ist und was Er für uns getan hat, und wie diese Erkenntnis unseren Alltag durchdringt und transformiert. Es ist ein Aufruf zu Wachstum, Einheit und einem Leben, das von Gerechtigkeit und Heiligkeit geprägt ist.

Die Berufung in Christus: Eine neue Existenz
Der Glaube an Christus ist weit mehr als nur ein intellektuelles Zustimmen zu bestimmten Lehrsätzen; er ist eine transformative Berufung. Wir werden aufgefordert, so zu leben, wie es dieser Berufung entspricht. Diese Berufung ist untrennbar mit der Person Christi verbunden: Derjenige, der einst zu uns herabstieg, um menschliche Gestalt anzunehmen und sich selbst hinzugeben, ist derselbe, der hoch über alle Himmel aufgestiegen ist. Seine Himmelfahrt und Erhöhung bedeuten nicht eine Entfernung von uns, sondern vielmehr, dass Er nun alles Geschaffene mit Seiner Gegenwart erfüllt. Dies unterstreicht Seine universelle Herrschaft und Seine allumfassende Präsenz in der Welt und im Leben der Gläubigen. Diese göttliche Autorität und allumfassende Präsenz bilden das Fundament unserer neuen Existenz in Ihm. Wenn wir uns dieser tiefen Wahrheit bewusst werden, verändert sich unsere Perspektive auf uns selbst, auf andere und auf die Welt um uns herum. Es ist ein Leben, das nicht mehr von irdischen Begrenzungen oder menschlichen Philosophien bestimmt wird, sondern von der transzendenten Realität Christi, der alles in allem ist.
Die Gaben Christi für Seinen Leib: Wachstum und Einheit
In Seiner Weisheit und Liebe hat Christus Seiner Gemeinde unterschiedliche Gaben gegeben, nicht um Einzelne zu erhöhen, sondern um den gesamten 'Leib Christi' aufzubauen und zu stärken. Er gab die einen als Apostel, andere als Propheten, wieder andere als Evangelisten, Hirten und Lehrer. Jede dieser Rollen hat eine spezifische Funktion, die darauf abzielt, die Gläubigen 'zum Dienst auszurüsten'. Dies ist ein entscheidender Punkt: Die Leitung und die Gabenträger in der Gemeinde sind nicht dazu da, alles selbst zu tun, sondern die Gemeinschaft zu befähigen, den Dienst Gottes gemeinsam zu erfüllen. Das ultimative Ziel dieser Ausrüstung ist der Aufbau des Leibes Christi. Dieser Aufbau ist ein dynamischer Prozess, der auf ein klares Ziel hinarbeitet: 'dass wir alle die Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes erreichen'. Es geht nicht um eine oberflächliche Harmonie, sondern um eine tiefe, geistliche Einheit, die auf einer gemeinsamen Überzeugung und einem wachsenden Verständnis von Christus basiert. Diese Einheit ist essenziell für die Gesundheit und Wirksamkeit der Gemeinde. Wenn jeder Teil des Leibes seine Funktion erfüllt und in Harmonie mit den anderen arbeitet, wird der Leib gestärkt und kann seine Mission in der Welt erfüllen.
Reife im Glauben: Standhaftigkeit gegen Irrlehren
Das Endziel des Wachstums und der Einheit ist die Reife. Wir sind dazu berufen, 'zu mündigen Christen heranzureifen und in die ganze Fülle hineinzuwachsen, die Christus in sich trägt'. Dies bedeutet, dass wir nicht ewig geistliche Kleinkinder bleiben sollen, die von jedem Wind einer neuen Lehre hin- und hergeworfen werden. Eine solche Unreife macht uns anfällig für Täuschungen und Manipulationen. Die Welt ist voll von 'falschem Spiel von Menschen, die andere hinterlistig in die Irre führen'. Ohne eine solide Grundlage im Glauben und eine reife Erkenntnis Christi sind wir leichte Beute für solche Irreführungen. Reife bedeutet, fest im Glauben zu stehen, die Wahrheit von der Lüge unterscheiden zu können und sich nicht von wechselnden Meinungen oder verführerischen Argumenten vom Weg abbringen zu lassen. Es ist ein Zustand der geistlichen Stabilität, der uns befähigt, in Liebe wahrhaftig zu sein und in jeder Hinsicht zu Christus, unserem Haupt, hinzuwachsen. Von Ihm, als dem Haupt, wird der ganze Leib zusammengefügt und durch verbindende Glieder zusammengehalten. Jedes einzelne Glied trägt in der ihm zugemessenen Kraft zum Wachstum des Ganzen bei. So baut sich der Leib Christi durch Liebe auf, ein fundamentaler Pfeiler unseres Glaubens und unserer Gemeinschaft.
Der Bruch mit dem alten Leben: Vom Dunkel zum Licht
Die Berufung in Christus erfordert einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit. Es ist eine deutliche Ermahnung: 'Ihr dürft nicht mehr so leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen.' Die Beschreibung dieses 'alten' Lebens ist ernüchternd: 'Ihr Leben und Denken ist von Nichtigkeiten bestimmt, und in ihrem Verstand ist es finster, weil sie vom Leben mit Gott ausgeschlossen sind.' Diese Entfremdung von Gott resultiert aus Unwissenheit und einem 'verstockten Herzen'. Ein solches Herz ist 'abgestumpft' und gibt sich 'ungezügelten Lüsten' hin, ist 'unersättlich in sexueller Unmoral und Habgier'. Dies ist ein Zustand der geistlichen Leere und moralischen Verblendung, der zu Selbstzerstörung führt. Es ist wichtig zu erkennen, dass dieses alte Leben nicht nur aus äußeren Sünden besteht, sondern aus einer inneren Haltung des Herzens und des Verstandes, die von Gott getrennt ist. Die Erkenntnis Christi bedeutet, diesen Zustand zu verlassen und sich von den Fesseln der Sünde und der Finsternis zu befreien. Es ist ein notwendiger Schritt, um das neue Leben in seiner ganzen Fülle zu erfahren.
Das Anziehen des neuen Menschen: Gerechtigkeit und Heiligkeit
Im Gegensatz zum alten, verdorbenen Leben steht das neue Leben in Christus. 'Ihr habt gelernt, dass so etwas mit Christus nichts zu tun hat.' Die wahre Erkenntnis Jesu beinhaltet eine grundlegende Veränderung. Es bedeutet, 'in Hinsicht auf euer früheres Leben den alten Menschen abgelegt zu haben'. Dieser 'alte Mensch' ist geprägt von Verblendung und Begierden, die ihn zugrunde richten. Die Ablegung des alten Menschen ist jedoch nur der erste Schritt. Der nächste ist die aktive Annahme des neuen Menschen: 'Ihr dagegen werdet im Geist und im Denken erneuert, da ihr ja den neuen Menschen angezogen habt, den Gott nach seinem Bild erschuf und der von wirklicher Gerechtigkeit und Heiligkeit bestimmt ist.' Diese Erneuerung ist eine innere Transformation, die den Verstand und den Geist betrifft. Der neue Mensch ist nach Gottes Bild geschaffen, was bedeutet, dass er die Eigenschaften Gottes widerspiegelt: Gerechtigkeit und Heiligkeit. Dies ist keine menschliche Leistung, sondern ein Geschenk und eine kontinuierliche Arbeit des Heiligen Geistes im Gläubigen. Es ist ein Prozess des Wachsens in Charakter und Verhalten, der sich in allen Lebensbereichen zeigt.
| Merkmal | Alter Mensch (ohne Christus) | Neuer Mensch (in Christus) |
|---|---|---|
| Denken/Verstand | Von Nichtigkeiten bestimmt, finster, von Gott ausgeschlossen | Im Geist und Denken erneuert, von Wahrheit bestimmt |
| Herz | Verstockt, abgestumpft | Nach Gottes Bild geschaffen, von Gerechtigkeit & Heiligkeit bestimmt |
| Verhalten | Ungezügelte Lüste, sexuelle Unmoral, Habgier, Lügen, Zorn, Diebstahl, hässliche Worte | Freundlichkeit, Geduld, Liebe, Wahrheit, Arbeitsamkeit, Wohltätigkeit, gute Worte |
| Zustand | In Unwissenheit befangen, zugrunde gerichtet durch Begierden | Mündig, in Fülle wachsend, stabil, ein Glied des Leibes Christi |
| Quelle | Eigenes Ich, weltliche Einflüsse | Christus, Heiliger Geist |
Praktische Auswirkung des Glaubens: Leben in Liebe und Wahrheit
Der Glaube an Christus ist nicht abstrakt; er manifestiert sich in unserem täglichen Verhalten und unseren Beziehungen. Die Schriften geben klare Anweisungen, wie dieses neue Leben aussehen soll. Zuerst werden wir ermahnt, 'uns der eigenen Niedrigkeit bewusst' zu sein und 'den anderen freundlich' zu begegnen. Dies ist eine Haltung der Demut und des Respekts, die der Selbstzentrierung des alten Menschen entgegenwirkt. Weiterhin sollen wir 'Geduld miteinander' haben und 'einander in Liebe ertragen'. Dies ist besonders wichtig in einer Gemeinschaft, in der Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Persönlichkeiten zusammenkommen. Liebe ist das Bindemittel, das uns zusammenhält und uns befähigt, über die Schwächen des anderen hinwegzusehen.
Ein weiteres zentrales Gebot ist die Wahrheit: 'Als Menschen, die das Lügen abgelegt haben, müsst ihr einander die Wahrheit sagen.' Dies ist fundamental für Vertrauen und Integrität innerhalb des Leibes Christi. Unsere Worte haben Gewicht, und die Wahrheit schafft eine Basis für echte Gemeinschaft.
Auch der Umgang mit Emotionen wird angesprochen: 'Versündigt euch nicht, wenn ihr zornig werdet! Die Sonne darf über eurem Zorn nicht untergehen!' Zorn an sich ist keine Sünde, aber die Art und Weise, wie wir damit umgehen, kann sündhaft sein. Es ist eine Aufforderung, Zorn schnell zu verarbeiten und nicht Raum für Bitterkeit oder destruktive Handlungen zu geben. Denn, so die Warnung, wir sollen 'dem Teufel keinen Raum' geben. Unverarbeiteter Zorn, Lügen und andere Sünden öffnen dem Bösen Tür und Tor in unserem Leben.
Die Transformation betrifft auch unsere Arbeitsmoral und Großzügigkeit: 'Wer ein Dieb war, soll nicht mehr stehlen, sondern hart arbeiten und mit eigenen Händen seinen Lebensunterhalt verdienen, damit er Notleidenden davon abgeben kann.' Dies ist ein radikaler Wandel von der Selbstsucht zur Proaktivität und Nächstenliebe. Es geht nicht nur darum, schlechte Gewohnheiten abzulegen, sondern gute, gottgefällige Gewohnheiten anzunehmen, die anderen dienen.
Schließlich unsere Worte: 'Lasst kein hässliches Wort über eure Lippen kommen, sondern habt da, wo es nötig ist, ein gutes Wort, das weiterhilft und allen wohltut.' Unsere Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Sie kann aufbauen oder zerstören. Das neue Leben in Christus bedeutet, unsere Worte bewusst zu wählen, um Segen zu verbreiten und andere zu ermutigen. Diese praktischen Anweisungen zeigen, dass der Glaube an Christus eine ganzheitliche Transformation ist, die jeden Bereich unseres Lebens betrifft.
Bewahrung der Einheit: Das Band des Friedens
All diese Aspekte des neuen Lebens münden in einem übergeordneten Ziel: der Bewahrung der Einheit. 'Bemüht euch sehr darum, die Einheit, die der Geist Gottes gewirkt hat, durch das Bindemittel des Friedens zu bewahren.' Die Einheit ist keine menschliche Errungenschaft, sondern ein Werk des Heiligen Geistes. Unsere Aufgabe ist es, diese bereits existierende Einheit durch unser Handeln und unsere Haltung zu bewahren. Das 'Bindemittel des Friedens' ist dabei entscheidend. Friede bedeutet hier nicht nur die Abwesenheit von Konflikten, sondern eine aktive Haltung der Versöhnung, des Verständnisses und der Harmonie. Es erfordert bewusste Anstrengung, Demut, Geduld, Liebe und die Bereitschaft, einander zu vergeben und zu dienen. Die Einheit des Leibes Christi ist ein kraftvolles Zeugnis für die Welt und eine Voraussetzung für effektiven Dienst. Wenn wir in Frieden und Einheit zusammenleben, spiegelt sich die Liebe Christi wider und die Welt kann erkennen, dass wir Seine Jünger sind.
Häufig gestellte Fragen zum Glauben an Christus
- Was bedeutet es, den 'alten Menschen abzulegen' und den 'neuen Menschen anzuziehen'?
- Das 'Ablegen des alten Menschen' bedeutet, sich bewusst von den sündhaften Gewohnheiten, Denkweisen und Verhaltensmustern zu trennen, die unser Leben vor der Begegnung mit Christus geprägt haben. Es ist ein Akt der Buße und der Abkehr von der Sünde. Das 'Anziehen des neuen Menschen' ist der positive Gegenpol: Es bedeutet, sich bewusst für ein Leben zu entscheiden, das von Gerechtigkeit, Heiligkeit und der Liebe Christi geprägt ist, so wie Gott es ursprünglich für uns vorgesehen hat. Dies ist ein fortlaufender Prozess der Erneuerung durch den Heiligen Geist.
- Warum ist Einheit im Glauben so wichtig?
- Einheit im Glauben ist entscheidend, weil sie die Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses stärkt. Wenn Christen in Harmonie und Liebe zusammenleben, spiegelt dies die Einheit Gottes wider (Vater, Sohn und Heiliger Geist) und zeigt der Welt die Kraft der Vergebung und Transformation durch Christus. Uneinigkeit hingegen schwächt das Zeugnis und kann Menschen davon abhalten, Christus kennenzulernen. Es ist auch für den Aufbau und das Wachstum der Gemeinde unerlässlich, da jeder Teil des Leibes harmonisch zusammenarbeiten muss.
- Wie kann ich in meinem Glauben 'mündig' werden?
- Mündigkeit im Glauben erreicht man durch eine Kombination aus biblischem Studium, Gebet, Gemeinschaft mit anderen Gläubigen und dem praktischen Anwenden der gelernten Wahrheiten. Es bedeutet, tiefer in die Erkenntnis Christi hineinzuwachsen, geistliche Unterscheidungskraft zu entwickeln und sich nicht von jedem 'Wind der Lehre' umtreiben zu lassen. Es ist ein Prozess, der Zeit, Geduld und Hingabe erfordert, aber durch die Führung des Heiligen Geistes möglich ist.
- Was ist der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Menschen?
- Der alte Mensch ist von egoistischen Begierden, Unwissenheit und einer Trennung von Gott geprägt. Sein Denken ist finster, und er neigt zu Sünde und Selbstzerstörung. Der neue Mensch hingegen ist durch die Gnade Gottes erneuert, sein Denken und Geist sind auf Christus ausgerichtet. Er strebt nach Gerechtigkeit und Heiligkeit, handelt in Liebe und Wahrheit und ist ein aktiver Teil des Leibes Christi. Während der alte Mensch auf sich selbst fixiert ist, ist der neue Mensch auf Gott und den Dienst an anderen ausgerichtet.
- Wie kann ich mit Zorn umgehen, ohne zu sündigen?
- Die Bibel erkennt an, dass Zorn eine menschliche Emotion ist, aber sie warnt davor, dem Zorn Raum zu geben, der zu Sünde führen kann ('Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen'). Der Schlüssel liegt darin, Zorn schnell und auf gesunde Weise zu verarbeiten. Das bedeutet, das Problem anzusprechen, zu vergeben, wo nötig, und nicht zuzulassen, dass Bitterkeit oder Groll Wurzeln schlagen. Es kann auch bedeuten, die Ursache des Zorns zu identifizieren und sie im Gebet vor Gott zu bringen, um Heilung und Weisheit zu empfangen. Wichtig ist, dass Zorn nicht zu destruktiven Worten oder Handlungen führt.
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