Was glaubt man an die katholische Kirche?

Katholischer Glaube: Fundament und Gebet

04/07/2021

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Der katholische Glaube ist ein reiches Geflecht aus Lehren, Traditionen und Gebetspraktiken, die über zwei Jahrtausende hinweg gewachsen sind. Im Zentrum dieses Glaubens steht eine tiefe Überzeugung von Gott als Schöpfer, Erlöser und Heiligem Geist. Doch was genau glauben Katholiken, und welche Rolle spielt das Gebet in diesem Glaubenssystem? Das Apostolische Glaubensbekenntnis dient hierbei als prägnante Zusammenfassung der grundlegenden Glaubenssätze und bietet einen hervorragenden Ausgangspunkt, um die Essenz des katholischen Glaubens zu verstehen und seine Bedeutung für das Gebet für Lebende und Tote zu ergründen.

Was ist das Apostolische Glaubensbekenntnis?
Apostolisches Glaubensbekenntnis - Kath. Kirche Kalkar Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn. von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. und das ewige Leben.
Inhaltsverzeichnis

Das Herz des Glaubens: Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Das Apostolische Glaubensbekenntnis, oft einfach als das „Glaubensbekenntnis“ bezeichnet, ist ein Fundament des christlichen Glaubens und wird in der katholischen Kirche regelmäßig im Gottesdienst gesprochen. Es ist eine knappe, aber umfassende Zusammenfassung der wichtigsten Glaubenswahrheiten, die sich auf die Offenbarung Gottes in Jesus Christus konzentrieren. Es ist nicht nur eine Liste von Dogmen, sondern ein Ausdruck der persönlichen und gemeinschaftlichen Zustimmung zu den Mysterien des Glaubens. Jede Zeile dieses Bekenntnisses birgt eine tiefe theologische Bedeutung und leitet die Gläubigen in ihrem Verständnis von Gott, der Welt und dem eigenen Leben.

Das Bekenntnis beginnt mit der zentralen Aussage: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“ Dieser Satz etabliert Gott als den Ursprung allen Seins, als den souveränen Herrn, der aus Liebe alles geschaffen hat. Es ist ein Bekenntnis zur Allmacht und zur Güte Gottes, der nicht nur transzendent ist, sondern sich auch in seiner Schöpfung offenbart. Dieser Glaube an Gott als Schöpfer prägt die Haltung der Ehrfurcht und des Dankes in jedem Gebet.

Jesus Christus: Unser Herr, Erlöser und Richter

Der längste Teil des Apostolischen Glaubensbekenntnisses widmet sich Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Die Aussagen über ihn sind das Herzstück des christlichen Glaubens:

  • „und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn“: Dies bekennt die göttliche Sohnschaft Jesu und seine Herrschaft über alle Dinge. Er ist nicht nur ein Prophet oder Lehrer, sondern Gott selbst, der Mensch geworden ist.
  • „empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“: Diese Zeilen betonen das Wunder der Menschwerdung, bei der Gott in Jesus Christus wahrhaft Mensch wurde, ohne die Erbsünde zu empfangen. Die Jungfrauengeburt Mariens ist ein Zeichen der einzigartigen und rein göttlichen Herkunft Jesu.
  • „gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes“: Hier wird das Leiden, der Tod und die Grablegung Jesu als historische Realität und als zentrales Heilsereignis betont. Sein Tod am Kreuz ist die höchste Form der Liebe und des Opfers für die Sünden der Menschheit. Das „Hinabsteigen in das Reich des Todes“ symbolisiert, dass Jesus auch die Toten erlöst hat, indem er die Macht des Todes durchbrach.
  • „am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“: Die Auferstehung Jesu ist die größte Hoffnung des christlichen Glaubens. Sie beweist seine Göttlichkeit und die Überwindung von Sünde und Tod. Seine Himmelfahrt und das Sitzen zur Rechten Gottes bedeuten seine Erhöhung und seine fortwährende Herrschaft als Mittler zwischen Gott und den Menschen.
  • „von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“: Diese Aussage weist auf die Wiederkunft Christi am Ende der Zeiten hin, wenn er als gerechter Richter über alle Menschen richten wird. Dieser Aspekt mahnt die Gläubigen zu einem gottgefälligen Leben und zur Vorbereitung auf dieses endgültige Gericht.

Der Heilige Geist, die Kirche und die Gemeinschaft der Heiligen

Nach dem Bekenntnis zu Vater und Sohn wendet sich das Glaubensbekenntnis dem Heiligen Geist und den daraus resultierenden Auswirkungen für die Gläubigen zu:

  • „Ich glaube an den Heiligen Geist“: Der Heilige Geist ist die dritte Person der Dreifaltigkeit, die im Leben der Kirche und der Gläubigen wirkt. Er ist der Beistand, der Tröster und der Geber des Lebens, der die Kirche belebt und die Gläubigen zur Heiligkeit führt.
  • „die heilige katholische Kirche“: Dies ist ein Bekenntnis zur Kirche, die von Christus selbst gegründet wurde, um sein Heilswerk fortzusetzen. Sie wird als „heilig“ bezeichnet, weil sie von Gott berufen und geheiligt ist, und als „katholisch“ (was „allumfassend“ bedeutet), weil sie für alle Menschen zu allen Zeiten bestimmt ist.
  • „Gemeinschaft der Heiligen“: Dieser Begriff ist von zentraler Bedeutung für das Verständnis des Gebets für Lebende und Tote. Er besagt, dass alle Gläubigen – die auf Erden leben (pilgernde Kirche), die im Fegefeuer geläutert werden (leidende Kirche) und die bereits im Himmel sind (triumphierende Kirche) – durch Christus miteinander verbunden sind. Sie bilden eine einzige spirituelle Familie, die sich gegenseitig im Gebet unterstützen kann.

Vergebung, Auferstehung und Ewiges Leben

Die letzten Artikel des Glaubensbekenntnisses fassen die letztendlichen Hoffnungen und Ziele des christlichen Glaubens zusammen:

  • Vergebung der Sünden“: Durch das Opfer Christi am Kreuz ist die Vergebung der Sünden für alle Menschen möglich. Dieses Bekenntnis unterstreicht die Barmherzigkeit Gottes und die Notwendigkeit der Reue und des Sakraments der Versöhnung.
  • Auferstehung der Toten“: Diese Aussage bekräftigt die Hoffnung, dass nicht nur Christus auferstanden ist, sondern auch alle Menschen am Ende der Zeiten leiblich auferweckt werden, um vor Gott zu treten und das ewige Leben zu empfangen.
  • „und das ewige Leben. Amen.“: Das ewige Leben ist das ultimative Ziel des Glaubens – die vollkommene Gemeinschaft mit Gott in Himmel. Es ist eine Existenz jenseits von Leid und Tod, erfüllt von Gottes Liebe und Herrlichkeit. Das „Amen“ besiegelt das Bekenntnis mit der Bedeutung „So ist es“ oder „Wahrlich“.

Die Bedeutung des Gebets für Lebende und Tote

Die oben genannten Glaubenssätze, insbesondere die „Gemeinschaft der Heiligen“, die „Vergebung der Sünden“ und die „Auferstehung der Toten“ mit dem „ewigen Leben“, bilden die theologische Grundlage für das Gebet für Lebende und Tote in der katholischen Kirche. Wenn alle Gläubigen durch Christus vereint sind, dann können sie auch füreinander eintreten.

Gebet für die Lebenden

Das Gebet für die Lebenden ist ein Ausdruck christlicher Nächstenliebe und Solidarität. Katholiken beten für die Gesundheit, das Wohlergehen, die Bekehrung und den geistlichen Fortschritt ihrer Mitmenschen. Dies kann im persönlichen Gebet geschehen, in Fürbitten während des Gottesdienstes oder durch spezifische Gebetsanliegen. Die Überzeugung ist, dass Gott auf Gebete hört und durch sie wirkt, um Gnaden zu schenken und Menschen zu stärken. Es ist ein Ausdruck der Hoffnung, dass Gott jedem Menschen auf seinem Lebensweg beisteht und ihn zu sich führt.

Was glaubt man an die katholische Kirche?
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Gebet für die Verstorbenen

Das Gebet für die Verstorbenen ist ein einzigartiger Aspekt des katholischen Glaubens, der aus der Lehre vom Fegefeuer und der Gemeinschaft der Heiligen resultiert. Die Kirche glaubt, dass nicht alle Verstorbenen sofort nach dem Tod die vollkommene Gemeinschaft mit Gott im Himmel erreichen. Manche Seelen bedürfen einer Läuterung von Sündenresten oder zeitlichen Sündenstrafen, bevor sie in die ewige Herrlichkeit eintreten können. Dieser Zustand der Läuterung wird als Fegefeuer bezeichnet.

Gebete, Messopfer, Almosen und Ablässe, die von den Lebenden für die Verstorbenen dargebracht werden, können diesen Seelen helfen, ihre Läuterung zu beschleunigen und schneller in den Himmel zu gelangen. Es ist ein Akt der Barmherzigkeit und der Verbundenheit über den Tod hinaus, der auf der Überzeugung basiert, dass die Liebe und die Gnade Gottes auch über die Grenzen des irdischen Lebens hinausreichen. Die Gläubigen auf Erden können durch ihre Gebete den Seelen im Fegefeuer beistehen und sie auf ihrem Weg zu Gott unterstützen. Es ist eine tief empfundene Pflicht der Nächstenliebe, die Verstorbenen nicht zu vergessen und für ihr Heil zu beten.

Vergleich: Glaube als Fundament und Gebet als Ausdruck

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist das Fundament dessen, was Katholiken glauben. Das Gebet ist der Ausdruck dieses Glaubens im täglichen Leben. Die folgende Tabelle verdeutlicht, wie eng diese beiden Aspekte miteinander verbunden sind:

Glaubensartikel (Auszug)Theologische BedeutungAuswirkung auf das Gebet
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.Gott als Ursprung allen Seins, unendliche Macht und Liebe.Dankgebet für die Schöpfung; Anbetung der göttlichen Majestät; Vertrauen auf Gottes Fürsorge.
Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten, gekreuzigt, gestorben, begraben, auferstanden.Gottes Heilshandeln in der Menschwerdung, dem Leiden, Tod und der Auferstehung Christi zur Erlösung der Menschheit.Fürbitte durch Christus; Gebet der Reue und Sühne; Gebet um Nachfolge; Meditation über das Kreuz und die Auferstehung.
Ich glaube an den Heiligen Geist.Gottes Gegenwart und Wirken in der Welt und in den Gläubigen; Spender der Gnade und des Lebens.Gebet um Führung, Stärke und Inspiration des Heiligen Geistes; Gebet um die Früchte und Gaben des Geistes.
Ich glaube an die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen.Die Kirche als von Christus gegründetes Sakrament des Heils; spirituelle Verbundenheit aller Gläubigen über Zeit und Raum hinweg.Gebet für die Einheit der Kirche; Fürbitte für Priester und Bischöfe; Gebet füreinander (Lebende und Tote); Anrufung der Heiligen.
Ich glaube an die Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.Gottes Barmherzigkeit und die endgültige Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod in vollkommener Gemeinschaft mit Gott.Gebet um Vergebung der eigenen Sünden; Gebet für die Verstorbenen, um ihre Läuterung und den Eintritt ins ewige Leben; Gebet der Hoffnung auf die eigene Auferstehung.

Häufig gestellte Fragen zum Katholischen Glauben und Gebet

Was ist der Ursprung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses?

Das Apostolische Glaubensbekenntnis hat seine Wurzeln in den Taufbekenntnissen der frühen christlichen Gemeinden. Es entwickelte sich aus einfachen Formeln, die von den Täuflingen vor ihrer Taufe gesprochen wurden, um ihren Glauben an die Dreifaltigkeit und die Erlösung durch Christus zu bezeugen. Obwohl es nicht direkt von den Aposteln in seiner heutigen Form verfasst wurde, spiegelt es die apostolische Lehre wider und wird daher als „apostolisch“ bezeichnet. Es ist eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Zusammenfassungen des christlichen Glaubens.

Warum ist die „Gemeinschaft der Heiligen“ so wichtig für das Gebet?

Die „Gemeinschaft der Heiligen“ ist entscheidend, weil sie die spirituelle Einheit aller Gläubigen – auf Erden, im Fegefeuer und im Himmel – betont. Sie bedeutet, dass wir nicht isoliert voneinander existieren, sondern in einem mystischen Leib Christi miteinander verbunden sind. Diese Verbindung ermöglicht es uns, füreinander zu beten, und dass die Heiligen im Himmel für uns Fürsprache einlegen können. Insbesondere für das Gebet für die Verstorbenen ist sie fundamental, da sie die Möglichkeit eröffnet, den Seelen im Fegefeuer durch unsere Gebete zu helfen, ihre Läuterung zu vollenden und die ewige Seligkeit zu erlangen.

Wie kann man das Abendgebet mit geöffneten Händen beten?

Können Gebete wirklich den Verstorbenen helfen?

Ja, aus katholischer Sicht können Gebete den Verstorbenen tatsächlich helfen. Dies basiert auf der Lehre vom Fegefeuer und der Gemeinschaft der Heiligen. Die Gebete der Lebenden sind Akte der Nächstenliebe, die den Seelen im Fegefeuer die Gnade Gottes vermitteln können, um ihre Sündenstrafen zu büßen und schneller in den Himmel zu gelangen. Es ist ein Ausdruck der fortgesetzten Liebe und Verbundenheit, der über den Tod hinausreicht. Die Wirksamkeit dieser Gebete liegt in der Barmherzigkeit Gottes und der Einheit des mystischen Leibes Christi.

Gibt es andere Glaubensbekenntnisse in der katholischen Kirche?

Ja, neben dem Apostolischen Glaubensbekenntnis gibt es in der katholischen Kirche auch das Nicäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis. Dieses ist ausführlicher und entstand auf den Konzilen von Nicäa (325 n. Chr.) und Konstantinopel (381 n. Chr.), um theologische Streitigkeiten, insbesondere über die Göttlichkeit Christi und des Heiligen Geistes, zu klären. Es wird oft in feierlicheren Gottesdiensten, wie der Sonntagsmesse, gesprochen. Beide Glaubensbekenntnisse fassen dieselben grundlegenden Wahrheiten zusammen, wobei das Nicäno-Konstantinopolitanische Bekenntnis detaillierter auf bestimmte theologische Punkte eingeht.

Der katholische Glaube, wie er im Apostolischen Glaubensbekenntnis zusammengefasst ist, bietet eine umfassende Weltanschauung und eine tiefe spirituelle Heimat. Er lehrt die Liebe und Allmacht Gottes, die Erlösung durch Jesus Christus und die fortwährende Gegenwart des Heiligen Geistes. Diese Glaubenswahrheiten bilden nicht nur das Fundament für das Verständnis des Lebens und des Todes, sondern auch für die Praxis des Gebets. Ob für die Lebenden, die Stärkung und Führung benötigen, oder für die Verstorbenen, die der Läuterung bedürfen – das Gebet ist der lebendige Atem des Glaubens, der die Gläubigen in der Gemeinschaft der Heiligen verbindet und sie auf das ewige Leben ausrichtet. Es ist ein fortwährender Dialog mit Gott, der Trost, Hoffnung und Sinn in alle Lebenslagen bringt.

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