Gebetszeiten in der Schweiz: Einheit durch SwissMosque

20/02/2024

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Die Suche nach den korrekten Gebetszeiten ist für Muslime weltweit ein zentrales Anliegen. Das tägliche Gebet, oder Salah, ist eine der fünf Säulen des Islam und erfordert präzise Zeitangaben, die vom Stand der Sonne abhängen. In einer globalisierten Welt, in der Muslime in verschiedenen geografischen Breiten leben, kann die Bestimmung dieser Zeiten jedoch komplex sein, insbesondere in höheren Breitengraden. Die Herausforderung besteht oft darin, eine einheitliche und verlässliche Quelle zu finden, die von einer breiten Mehrheit der Gemeinschaft akzeptiert wird und die spezifischen lokalen Gegebenheiten berücksichtigt. Genau hier setzt eine wegweisende Initiative in der Schweiz an, die darauf abzielt, diese Vielfalt zu harmonisieren und eine gemeinsame Basis für alle zu schaffen.

Die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung der Gebetszeiten in der Schweiz wurde zunehmend offensichtlich. Lange Zeit gab es unterschiedliche Kalender und Berechnungsmethoden, die zu Verwirrung und manchmal auch zu Uneinigkeit innerhalb der muslimischen Gemeinschaften führten. Besonders in kritischen Zeiten wie dem Monat Ramadan, in dem das Fastenbrechen und der Beginn des Fastens an präzise Zeiten gebunden sind, wurde der Wunsch nach einer konsistenten Lösung immer lauter. Dies führte zu einem bedeutsamen Projekt, das nicht nur technologische Innovation, sondern auch eine breite Zusammenarbeit islamischer Gelehrter und Organisationen erforderte.

Inhaltsverzeichnis

SwissMosque: Eine App für Einheit und Präzision

Die FIDS (Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz) hat in Zusammenarbeit mit ihren Dachverbänden eine innovative Lösung entwickelt, um die Gebetszeiten in der Schweiz zu vereinheitlichen: die SwissMosque App. Diese neue Anwendung ist mehr als nur ein Gebetszeitenkalender; sie ist ein Symbol für die Einheit der muslimischen Gemeinschaft in der Schweiz.

Was ist SwissMosque?

SwissMosque ist eine mobile Applikation, die entwickelt wurde, um die Gebetszeiten in der gesamten Schweiz zu vereinheitlichen. Das Hauptziel ist es, die Unterschiede in den verschiedenen Gebetszeitenkalendern der islamischen Gemeinschaften zu beseitigen. Dadurch können sich alle Muslime an denselben Zeiten orientieren, was insbesondere für die Festlegung des Fastenmonats Ramadan von großer Bedeutung ist und die muslimische Gemeinschaft in der Schweiz als eine vereinte Einheit darstellt.

Welche Gemeinschaften sind beteiligt?

Die Initiative hinter SwissMosque wird von einer breiten Basis islamischer Gemeinschaften in der Schweiz getragen. Der Imamrat, der Vorstand und der Präsidentenrat der FIDS unterstützen diesen Entscheid vollumfänglich. Darüber hinaus haben sich alle ethnisch organisierten islamischen Gemeinschaften in der Schweiz diesem Projekt angeschlossen. Dazu gehören namentlich die DAIGS, IGB, SIG und TISS, die albanische, bosnische und türkische Gemeinschaften repräsentieren. Auch die allermeisten kantonalen Dachverbände mit arabisch sprechenden Gemeinschaften tragen diesen Entscheid mit. Diese breite Unterstützung unterstreicht den Wunsch nach Harmonie und Konsistenz innerhalb der muslimischen Bevölkerung.

Besondere Funktionen der App

Die SwissMosque App bietet eine Reihe von praktischen Funktionen, die den Alltag der Muslime erleichtern:

  • Moschee-spezifische Gebetszeiten: Benutzer können die Gebetszeiten spezifisch für ihre Moschee oder für Moscheen in verschiedenen Orten abfragen. So ist es möglich, genau zu sehen, wann das Morgengebet (Fajr), das Isha-Gebet oder auch das Freitagsgebet (Jumu'ah) in der eigenen Moschee verrichtet wird.
  • Routenplaner: Eine integrierte Funktion ermöglicht es, Moscheen in verschiedenen anderen Städten zu finden und dorthin zu navigieren. Dies ist besonders nützlich für Reisende.
  • Mitteilungsfunktion: Moscheen oder Dachverbände können spezifische Informationen und Mitteilungen direkt an die Mitglieder der angeschlossenen Moscheen senden. Dies fördert die Kommunikation und den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft.

Ist die App kostenlos?

Ja, der Gebrauch der SwissMosque App ist kostenlos. Sie kann in den gängigen App-Stores heruntergeladen werden, was ihre Zugänglichkeit für alle Muslime in der Schweiz gewährleistet.

Warum eine neue App, wenn es bereits andere gibt?

Die Entwicklung der SwissMosque App war eine bewusste Entscheidung, die auf den Erfahrungen anderer europäischer Länder basiert, in denen nationale Beschlüsse für vereinheitlichte Gebetszeiten erfolgreich umgesetzt wurden. Es war ein entscheidender Schritt für die islamischen Gemeinschaften in der Schweiz, sich zu einigen und die Existenz unterschiedlicher Gebetszeiten in derselben Ortschaft zu beenden. Diese Vereinheitlichung ist, wie bereits erwähnt, besonders wichtig für den Monat Ramadan und sendet ein starkes Signal der Einheit der Muslime und Musliminnen in der Schweiz.

Die präzise Berechnung der Gebetszeiten

Die Genauigkeit der Gebetszeiten ist von höchster Bedeutung. Die Methode, die der SwissMosque App zugrunde liegt, ist das Ergebnis umfangreicher wissenschaftlicher Arbeit und internationaler Konsultationen. Sie berücksichtigt die Besonderheiten höherer Breitengrade, in denen die astronomischen Bedingungen extrem sein können.

Grundlagen der Kalkulationsmethode

Das Projekt der Gebetszeiten in höheren Breitengraden basiert auf Berechnungen, die eine Schätzung der Isha- und Fajr-Zeiten gemäß einem Drittel der Nacht vornehmen. Die Schätzung der Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten erfolgt unter der Annahme einer Mindestdauer von Tag und Nacht von 5 Stunden. Dies ist entscheidend, um die Gebetszeiten auch in Regionen mit sehr langen oder sehr kurzen Tagen und Nächten konsistent zu halten.

Spezifische Berechnungen für jede Gebetszeit

Die Gebetszeiten werden wie folgt berechnet:

  • Dhuhr (Mittagsgebet): An Tagen, an denen die Sonne aufgeht, wird die Dhuhr-Zeit berechnet, indem fünf Minuten zur Mittagszeit hinzugefügt werden, wenn die Sonne direkt über dem Kopf steht. An Tagen, an denen die Sonne nicht aufgeht (z.B. in extremen nördlichen oder südlichen Breiten), wird die Dhuhr-Zeit berechnet, indem fünf Minuten zu der Zeit hinzugefügt werden, zu der die Sonne in ihrem täglichen Zyklus den Meridian passiert.
  • Asr (Nachmittagsgebet): Die Asr-Zeit wird gemäß der gängigen Meinung berechnet: wenn der Schatten eines Objekts so lang ist wie das Objekt selbst, abzüglich des Schattens, der entsteht, wenn die Sonne am höchsten Punkt steht. Solange das Zeichen für die Asr-Zeit vorhanden ist, wird sie in Echtzeit praktiziert. Wenn kein Zeichen für die Asr-Zeit vorhanden ist, wird die Dhuhr-Zeit auch als Asr-Zeit betrachtet.
  • Sonnenaufgang und Sonnenuntergang: Solange die Tages- oder Nachtzeit mehr als 5 Stunden beträgt, werden die tatsächlichen Zeiten verwendet. Wenn die Tages- oder Nachtzeit weniger als 5 Stunden beträgt, werden die Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten nach dem Prinzip geschätzt, dass die Tages- oder Nachtzeiten nicht weniger als 5 Stunden betragen dürfen.
  • Fajr (Morgengebet): Die tatsächliche Fajr-Zeit wird als die Zeit genommen, zu der die Sonne 18 Grad unter dem Horizont vor Sonnenaufgang steht. Wenn die tatsächliche Fajr-Zeit früher ist als die bestimmte Fajr-Zeit, wird die bestimmte Fajr-Zeit verwendet. Die bestimmte Fajr-Zeit wird als die Zeit genommen, die sich ergibt, wenn die Summe aus einem Drittel der Nacht und zwei Sechzehnteln der Nacht von der Sonnenaufgangszeit abgezogen wird. In Perioden, in denen die tatsächliche Fajr-Zeit nicht auftritt, wird das Verhältnis von einem Drittel der religiösen Nacht zur astronomischen Nacht am Tag des letzten Fajr-Ereignisses ermittelt. Die durch dieses Verhältnis erhaltene Zeit wird zur Maghrib-Zeit hinzugefügt, um die Isha-Zeit zu finden. Die Fajr-Zeit wird durch Hinzufügen einer Differenz von 2 Grad zur oben berechneten Zeit und Subtraktion vom Sonnenaufgang erhalten.
  • Isha (Nachtgebet): Die tatsächliche Isha-Zeit wird als die Zeit genommen, zu der die Sonne 16 Grad unter dem Horizont nach Sonnenuntergang steht. Wenn die tatsächliche Isha-Zeit nach einem Drittel der Nacht liegt, wird sie durch Hinzufügen eines Drittels der Nacht zur Maghrib-Zeit bestimmt. Andernfalls wird die tatsächliche Isha-Zeit genommen.

Um abnormale Situationen beim Übergang von tatsächlichen zu bestimmten Zeiten zu vermeiden, wird ein allmählicher Übergang angewendet. Die Praxis der bestimmten Isha-Zeit beginnt 20 Minuten vor der berechneten bestimmten Isha-Zeit, die gemäß einem Drittel der religiösen Nacht berechnet wird, und 20 Minuten nach der bestimmten Fajr-Zeit, die ebenfalls gemäß einem Drittel der religiösen Nacht berechnet wird. An Orten, an denen die Fajr-Zeit das ganze Jahr über auftritt, erfolgt die Berechnung des allmählichen Übergangs für Fajr- und Isha-Zeiten unter Berücksichtigung des Datums des 21. Juni. Das bedeutet, die bestimmte Isha-Zeit beginnt 20 Minuten vor der berechneten bestimmten Isha-Zeit vom 21. Juni, und 20 Minuten nach der berechneten Fajr-Zeit vom 21. Juni. Die Breitengradgrenze, ab der die bestimmten Zeiten angewendet werden, wurde nach Untersuchungen auf 44,5 Grad festgelegt.

Tamkin-Perioden und ihre Bedeutung

Zusätzlich zu den Kernberechnungen werden sogenannte Tamkin-Perioden angewendet. Dies sind kleine Zeitspannen, die hinzugefügt oder abgezogen werden, um eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die Gebetszeiten nicht verfrüht oder verspätet beginnen. Die im Kalender verwendeten Tamkin-Perioden sind wie folgt:

GebetszeitTamkin-Periode (Minuten)
Maghrib7
Isha0
Fajr0
Sonnenaufgang7
Dhuhr5
Asr4

Internationale Zusammenarbeit und wissenschaftliche Fundierung

Die Entwicklung dieser präzisen und vereinheitlichten Gebetszeiten ist nicht das Ergebnis einer einzelnen Institution, sondern einer breiten internationalen Zusammenarbeit. Die Grundlage bildete der Internationale Kongress für Gebetszeiten im Jahr 2021, bei dem wichtige Entscheidungen getroffen wurden, die zur Veröffentlichung der Gebetszeiten auf der Website swissmosque.ch und in der mobilen Anwendung führten.

Der Internationale Gebetszeiten-Kongress 2021

Um Konflikte bezüglich der Kalender in höheren Breitengraden zu beseitigen und eine gemeinsame Praxis für Gebetszeiten zu entwickeln, wurden 2017 Studien unter Berücksichtigung individueller und institutioneller Anforderungen begonnen. Im Jahr 2018 wurde ein wissenschaftliches Komitee aus islamischen Gelehrten und Astronomen gebildet, um die Vorbereitungen für den Kongress zu treffen. Nach sieben vorbereitenden Treffen, bei denen die dem wissenschaftlichen Komitee vorgelegten Kalendervorschläge bewertet wurden, fand der Internationale Gebetszeiten-Kongress am 26. und 27. September 2021 statt.

Das wissenschaftliche Komitee

Das wissenschaftliche Komitee, das an der Bestimmung dieser Kalkulationsmethode beteiligt war, setzte sich aus hochrangigen islamischen Gelehrten und Astronomen zusammen. Ihre Expertise war entscheidend für die wissenschaftliche Fundierung der Gebetszeiten. Zu den Mitgliedern gehörten:

  • Prof. Dr. Abdurrahman HAÇKALI, Präsident des Hohen Rates für Religiöse Angelegenheiten
  • Dr. Ekrem KELEŞ, Ehemaliger Präsident des Hohen Rates für Religiöse Angelegenheiten
  • Prof. Dr. Ali Muhyiddin al-KARADAGI, Stellvertretender Vorsitzender der Europäischen Fatwa-Versammlung
  • Dr. Üneys KARKAH, Professor für Fiqh am Europäischen Institut für Geisteswissenschaften
  • Halid HANEFI, Vorsitzender des Deutschen Fatwa-Rates
  • Abdullah MANSUR, Vorsitzender der Europäischen Islamischen Föderation
  • Al-Hammar al-BAKKALI, Vorsitzender der Niederländischen Imame-Vereinigung
  • Celil YALINKILIÇ, stellvertretender Vorsitzender der IGMG und Vorsitzender des Irshad-Rates
  • İlhan Bilgü, Sekretär des Religiösen Beirats der IGMG
  • Dr. Mustafa Bülent DADAŞ, Ehemaliger Vizepräsident des Hohen Rates für Religiöse Angelegenheiten

Beteiligte Organisationen und Persönlichkeiten

Zum Kongress wurden neben Gemeindeleitern und Meinungsführern aus Regionen, die als hohe Breitengrade gelten, insbesondere in Europa, auch viele im islamischen Raum aktive Persönlichkeiten eingeladen, die in diesem Bereich tätig sind. Bei dem Treffen waren unter anderem vertreten:

  • Präsidium für Religiöse Angelegenheiten der Türkei
  • Europäischer Fatwa- und Forschungsrat
  • Europäische Milli Görüş Organisation
  • Union der Weltmuslimischen Gelehrten
  • Deutschland Aachen Bilal Masjid Organisation
  • Pariser Moschee Organisation
  • Norwegische Muslime Union
  • Kasan Muslime
  • Französischer Scharia-Rat
  • Dänische Islamische Union
  • Schwedische Masjids Union
  • Islamisches Zentrum Göteborg
  • Niederländische Imame Vereinigung

Führende Persönlichkeiten der islamischen Welt, die an dem Treffen teilnahmen, waren unter anderem:

  • Prof. Dr. Abdurrahman Hakkali (Präsident des Hohen Rates für Religiöse Angelegenheiten)
  • Dr. Ekrem Keleş (Ehemaliger Präsident des Hohen Rates für Religiöse Angelegenheiten)
  • Assoc. Dr. Mustafa Bülent Dadaş (Vizepräsident des Hohen Rates für Religiöse Angelegenheiten)
  • Prof. Dr. Ali Muhyiddin Karadağî (Generalsekretär der Union der Weltmuslimischen Gelehrten)
  • Dr. Hüseyin Halave (Generalsekretär des Europäischen Fatwa- und Forschungsrates)
  • Prof. Dr. Abdullah Cüdey (Ehemaliger Vorsitzender des Europäischen Fatwa- und Forschungsrates)
  • Dr. Unays Kargah (Mitglied des Europäischen Fatwa- und Forschungsrates)
  • Dr. Khaled Hanefi (Mitglied des Europäischen Fatwa- und Forschungsrates)
  • Celil YALINKILIÇ, (stellvertretender Vorsitzender der IGMG und Vorsitzender des Irshad-Rates)
  • Sheikh al-Bakkali al-Hammar (Vorsitzender der Niederländischen Imame Vereinigung)
  • Dr. Mohammed Fuad al-Brazi (Vorsitzender der Dänischen Islamischen Union)
  • Prof. Dr. Ahmed Caballah (Stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Fatwa- und Forschungsrates)
  • Sheikh Salim al-Sheikh (Ehemaliger Minister für Awqaf in Libyen)
  • Dr. Kemal Amara (Vertreter der Norwegischen Islamischen Union)
  • Sheikh Izzettin Uveyr (Vertreter der Pariser Moschee)
  • Dr. İsmail Mustafavî (Vertreter des französischen Ittihâdü’l-Munazzamat Kalenders)
  • Dr. Mansur Mansur (Direktor des Islamischen Zentrums Aachen)
  • Dr. Muhammed Selim el-Buğa (Vertreter des Aachener Bilal Masjid Kalenders)
  • Dr. Muhammed Nacih (Stellvertretender Vorsitzender des Französischen Scharia-Rates)
  • Dr. Suheyb Hasan (Stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Fatwa- und Forschungsrates)
  • Dr. Khalid ed-Dîb (Präsident der Schwedischen Imame Vereinigung)
  • Prof. Dr. Mustafa Turki (Imam des Islamischen Zentrums)
  • Dr. Mustafa BAHADIROĞLU (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Samarkand-Stiftung)
  • Dr. Taha Âmir (Leiter des Deutschen Rates der Gelehrten und Prediger)
  • Dr. Casir Avde (Mitglied des Europäischen Fatwa- und Forschungsrates (Kanada))
  • Dr. Fuad Alevi (Präsident der Pariser Vereinigung für Kritisches Denken)
  • Dr. İlyas Ganif (Generalsekretär der Versammlung der Religiösen Verwaltungsgelehrten der Muslime Russlands)
  • Dr. Salahaddin Ibra (Vorsitzender der Union der Albanischen Muslime)
  • Dr. Semir Rufai (Meinungsführer in Helsingborg)
  • Sheikh Tahir Ebu Cebel (Vertreter der Schwedischen Familienheim-Gesellschaft)
  • Dr. Enver en-Nehmi (Mitglied der Italienischen Imame-Kommission)

Die auf der Website veröffentlichten Gebetszeiten wurden gemäß dem Kalenderprojekt erstellt, das im Rahmen der auf dem Treffen in Straßburg im Jahr 2019 festgelegten Prinzipien angenommen wurde.

Häufig gestellte Fragen zur SwissMosque App (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zur SwissMosque App und den vereinheitlichten Gebetszeiten.

Was ist die neue Anwendung SwissMosque genau?

Die FIDS hat gemeinsam mit ihren Dachverbänden beschlossen, die Gebetszeiten in der Schweiz zu vereinheitlichen. Es war wichtig, dass sich die islamischen Gemeinschaften einigen konnten und nicht mehr unterschiedliche Gebetszeiten in der gleichen Ortschaft haben. Mit der neuen App werden Zeitunterschiede in den verschiedenen Gebetszeitenkalendern der islamischen Gemeinschaften beseitigt, und alle können sich an den gleichen Zeiten orientieren. Die App SwissMosque wird diese vereinheitlichten Gebetszeiten anzeigen.

Welche Gemeinschaften betrifft das?

Der Imamrat, der Vorstand und der Präsidentenrat der FIDS tragen diesen Entscheid mit. Alle ethnisch organisierten islamischen Gemeinschaften in der Schweiz unterstützen diesen Entscheid, namentlich die DAIGS, IGB, SIG und TISS mit albanischen, bosnischen und türkischen Gemeinschaften. Die allermeisten kantonalen Dachverbände mit arabisch sprechenden Gemeinschaften tragen diesen Entscheid auch mit.

Was ist speziell an der SwissMosque App?

Die Gebetszeiten können spezifisch pro Moschee in den verschiedenen Orten angefragt werden. Man kann z.B. sehen, wann das Morgengebet, das Isha-Gebet oder auch das Freitagsgebet in der eigenen Moschee verrichtet wird. Zudem kann man anhand des Routenplaners Moscheen in verschiedenen anderen Städten finden. Eine sehr gute Möglichkeit ist, dass die Moschee oder der eigene Dachverband Mitteilungen und spezifische Informationen an die Mitglieder der angeschlossenen Moscheen senden kann.

Ist diese App kostenpflichtig?

Nein, der Gebrauch dieser App ist kostenlos und kann in den App-Stores heruntergeladen werden.

Weshalb wurde diese App entwickelt, es gibt doch schon andere solche?

In gewissen Ländern in Europa wurden solche nationalen Beschlüsse für vereinheitlichte Gebetszeiten bereits gefällt und funktionieren gut. Es ist wichtig, dass sich die islamischen Gemeinschaften in der Schweiz einigen konnten und nun nicht mehr unterschiedliche Gebetszeiten in der genau gleichen Ortschaft haben. Dies ist speziell wichtig für den Monat Ramadan und zeigt, dass die Muslime und Musliminnen in der Schweiz eine vereinte Gemeinschaft sind.

Wie ist die Kalkulationsmethode?

Die Kalkulationsmethode basiert auf der Schätzung der Isha- und Fajr-Zeiten gemäß einem Drittel der Nacht und der Schätzung von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gemäß einer Mindestdauer von Tag und Nacht von 5 Stunden. Spezifische Berechnungen für Dhuhr, Asr, Fajr und Isha sowie Tamkin-Perioden werden angewendet, um präzise und konsistente Zeiten zu gewährleisten, insbesondere in höheren Breitengraden. Ein allmählicher Übergang zwischen tatsächlichen und bestimmten Zeiten wird angewendet, um abrupte Änderungen zu vermeiden.

Wer war beteiligt an der Bestimmung dieser Kalkulationsmethode?

Die Kalkulationsmethode wurde im Rahmen des Internationalen Gebetszeiten-Kongresses 2021 bestimmt, an dem ein wissenschaftliches Komitee aus islamischen Gelehrten und Astronomen sowie zahlreiche Vertreter und führende Persönlichkeiten islamischer Organisationen aus Europa und der Welt teilnahmen. Die Prinzipien wurden bereits 2019 in Straßburg festgelegt.

Die SwissMosque App stellt einen bedeutenden Fortschritt für die muslimische Gemeinschaft in der Schweiz dar. Sie bietet nicht nur eine präzise und vereinheitlichte Quelle für Gebetszeiten, sondern fördert auch die Einheit und den Zusammenhalt unter den Muslimen. Durch die transparente und wissenschaftlich fundierte Berechnungsmethode sowie die breite Unterstützung durch islamische Organisationen ist SwissMosque ein verlässliches Werkzeug, das den Alltag der Gläubigen erleichtert und ihnen hilft, ihre religiösen Pflichten mit Vertrauen zu erfüllen.

Welche Gebetszeiten gibt es in Basel?
14. März 2025 - 02:17 Die Gebetszeiten in Basel sind heute Fajr 05:02, Dhuhr 12:39, Asr 15:52, Maghrib 18:34 und Isha 20:11. Aktuelle Gebetszeiten auf IslamPrayerTimes.

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