15/07/2026
Die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main ist ein lebendiges Zentrum jüdischen Lebens, das seinen Mitgliedern vielfältige Unterstützung und Dienstleistungen bietet. Ein zentraler Bestandteil des Gemeindelebens ist die Feier von Simches – freudigen Anlässen wie Bar Mitzwas, Bat Mitzwas, Hochzeiten oder anderen besonderen Ereignissen – die oft mit einem Kiddusch in der Synagoge verbunden sind. Um den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Gemeindemitglieder noch besser gerecht zu werden, hat das Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main kürzlich einen neuen, umfassenden Rahmen für die Gestaltung von Kidduschim eingeführt. Diese Neuerung zielt darauf ab, die Durchführung eines Kidduschs zu erleichtern, die Kosten zu senken und gleichzeitig mehr Raum für individuelle Gestaltung zu bieten. Dieser Artikel beleuchtet die Details dieser neuen Regelungen und erklärt, wie Gemeindemitglieder diese nutzen können, um ihre Feierlichkeiten noch bedeutungsvoller zu gestalten.

- Die zentrale Rolle des Rabbinats der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Der neue Kiddusch-Rahmen: Mehr Flexibilität und geringere Kosten
- Detaillierte Regelungen für den Kiddusch in der Westend-Synagoge
- Kiddusch im Stibl und im Baumweg
- Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Kiddusch in Frankfurt
- Warum wurden die Kiddusch-Regeln geändert?
- Wen kontaktiere ich zuerst, wenn ich einen Kiddusch geben möchte?
- Kann ich eigene Speisen oder Getränke mitbringen?
- Was ist Kiddusch-Sharing?
- Welche Kosten trage ich als Kiddusch-Geber in der Westend-Synagoge?
- Gibt es einen Unterschied bei den Kosten für Kiddusch in anderen Synagogen?
- Muss ich eigenes Geschirr mitbringen, wenn ich eigene Getränke habe?
- Zusammenfassung und weitere Auskünfte
Die zentrale Rolle des Rabbinats der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main
Das Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main ist die erste Anlaufstelle für alle religiösen Fragen und Angelegenheiten. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Koordination und Begleitung wichtiger Lebensereignisse und religiöser Praktiken innerhalb der Gemeinde. Insbesondere im Kontext der neuen Kiddusch-Regelungen fungiert das Rabbinat als zentrale Schnittstelle. Bevor Sie einen Kiddusch planen, ist es unerlässlich, sich vorab mit dem Rabbinat in Verbindung zu setzen. Dies dient dazu, sicherzustellen, dass an dem betreffenden Schabbat nicht bereits ein anderer Kiddusch geplant ist, und ermöglicht eine reibungslose Koordination. Das Rabbinat verweist Sie anschließend an Sohar’s Catering, den exklusiven Partner für die Planung und Abstimmung Ihres Kidduschs. Nach der Vereinbarung mit Sohar’s Catering muss die getroffene Absprache über den Umfang des Kidduschs wieder an das Rabbinat zurückgemeldet werden, um die offizielle Genehmigung und Koordination abzuschließen. Diese strukturierte Vorgehensweise gewährleistet, dass alle Kidduschim den religiösen Vorschriften entsprechen und der Ablauf für alle Beteiligten transparent und effizient ist.
Der neue Kiddusch-Rahmen: Mehr Flexibilität und geringere Kosten
Die Einführung des neuen Kiddusch-Rahmens ist eine direkte Antwort auf die Rückmeldungen und Bedürfnisse der Gemeindemitglieder. Das Hauptziel dieser Neuregelungen ist es, die Mitzwa des Gebens eines Kidduschs für alle Mitglieder leichter realisierbar zu machen. Dies wird durch zwei wesentliche Neuerungen erreicht: die Individualisierung der Speisen und Getränke sowie eine deutliche Preissenkung. Diese Aspekte umfassen im Detail:
- Kiddusch-Bestellung: Klare Richtlinien für die Initialisierung und Abwicklung.
- Auswahl der Getränke und Speisen: Mehr Optionen und Flexibilität.
- Individualisierung: Die Möglichkeit, dem Kiddusch eine persönliche Note zu verleihen.
Eine weitere begrüßenswerte Möglichkeit, die das Rabbinat anbietet, ist das sogenannte Kiddusch-Sharing. Wenn Sie Interesse haben, den Kiddusch gemeinsam mit einem anderen Gemeindemitglied zu geben, können Sie sich ebenfalls an das Rabbinat wenden, um nähere Auskünfte und Unterstützung bei der Koordination zu erhalten. Dies fördert den Gemeinschaftssinn und kann die finanzielle Belastung für Einzelne weiter reduzieren.
Detaillierte Regelungen für den Kiddusch in der Westend-Synagoge
Die Westend-Synagoge, als eine der zentralen Gebetsstätten der Gemeinde, hat spezifische Regelungen für die Durchführung eines Kidduschs, die auf die Größe und die Bedürfnisse der dort betenden Gemeinde zugeschnitten sind.
a) Kiddusch-Bestellung und Kostenstruktur
Für die Mitpallelim (Mitbetenden) in der Westend-Synagoge trägt die Kiddusch-Bestellerin oder der Kiddusch-Besteller einen einmaligen Betrag von 500,00 Euro. Dieser Betrag deckt alle Kosten für den Grundkiddusch, der von Sohar’s Catering bereitgestellt wird. Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Neuerung ist, dass die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main den Betrag trägt, der über diese 500,00 Euro hinausgeht, sofern es sich um den normalen Kiddusch von Sohar’s Catering (Basistarif) für die Mitpallelim handelt. Sollte die individuelle Kiddusch-Bestellung jedoch über diesen Basistarif hinausgehen – etwa durch die Wahl exklusiverer Speisen oder eine größere Vielfalt –, so werden die anfänglichen 500,00 Euro entsprechend um den Betrag angepasst, der über den Basistarif hinausgeht.
Es ist wichtig zu beachten, dass eigene Gäste, die zusätzlich zur Grundpersonenzahl der Mitpallelim (derzeit 100 Erwachsene und 40 Kinder) am Kiddusch teilnehmen, weiterhin vom Kiddusch-Geber selbst getragen werden. Die Kosten hierfür richten sich nach der Anzahl der zusätzlichen Gäste und der spezifischen Kiddusch-Wahl über Sohar’s Catering. Dies ermöglicht es den Gebern, ihre privaten Feierlichkeiten flexibel und nach ihren Vorstellungen zu gestalten, während die Grundversorgung für die Gemeindemitglieder durch die neue Kostenstruktur unterstützt wird.
b) Der Kiddusch-Rahmen: Getränke und Geschirr
Ein weiterer bedeutender Vorteil der neuen Regelungen ist die Flexibilität bei der Bereitstellung von Getränken. Für mitgebrachte koschere Getränke wird von Sohar’s Catering kein Korkgeld verlangt. Auch fallen keine zusätzlichen Kosten für diese mitgebrachten Getränke an, es sei denn, es werden Gläser, Geschirr oder Ähnliches von Sohar’s Catering bereitgestellt. Es ist jedoch zu beachten, dass Sohar’s Catering nicht verpflichtet ist, Gläser, Geschirr oder Service für die mitgebrachten koscheren Getränke zu erbringen. Daher ist es ratsam, nach Rücksprache mit dem Rabbinat, eigenes Geschirr und Gläser mitzubringen. Hierbei wird die Verwendung von Einweggeschirr ausdrücklich empfohlen, um den Aufwand zu minimieren und die Einhaltung der Kaschrut-Vorschriften zu vereinfachen.
c) Individualisierung des Kidduschs
Der neue Kiddusch-Rahmen legt großen Wert auf die Individualisierung. Gemeindemitglieder haben nun die Möglichkeit, ihren Kiddusch ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Dies beinhaltet die Bereitstellung von mitgebrachten koscheren Getränken aller Art sowie Snacks, Kuchen, Früchten und vielem mehr. Wichtig ist hierbei, dass alle mitgebrachten Produkte koscher sein und vom Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main freigegeben werden müssen. Dies stellt sicher, dass alle Speisen und Getränke den strengen Vorgaben für die Westend-Synagoge entsprechen. Jede Kiddusch-Geberin oder jeder Kiddusch-Geber kann den Kiddusch über die bereits vorhandenen koscheren Auswahlmöglichkeiten hinaus – sei es durch alkoholische und nicht-alkoholische Getränke oder die Bereitstellung von Snacks, Kuchen, Früchten und einer Candy-Bar – auf eigene Kosten weiter individualisieren. Diese Flexibilität erlaubt es, den Kiddusch zu einem wirklich persönlichen und unvergesslichen Teil der Simche zu machen.
Kiddusch im Stibl und im Baumweg
Neben der Westend-Synagoge gibt es auch die Möglichkeit, einen Kiddusch im Stibl und in der Baumweg-Synagoge zu geben. Für diese Standorte beläuft sich der Basisbetrag für einen zu gebenden Kiddusch auf 180,00 Euro für die Mitpallelim. Die Ausgestaltung des Kidduschs richtet sich grundsätzlich nach den Regelungen, die für die Westend-Synagoge gelten. Es ist jedoch wichtig, dass die spezifischen Vorgaben für die Baumweg-Synagoge direkt mit dem Rabbinat besprochen werden, um sicherzustellen, dass alle Besonderheiten und örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Dies unterstreicht die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit mit dem Rabbinat, unabhängig vom gewählten Standort für Ihren Kiddusch.
Vergleich der Kostenstrukturen
Um einen besseren Überblick über die Basiskosten für Kidduschim an verschiedenen Standorten zu erhalten, dient die folgende Tabelle:
| Standort der Synagoge | Basisbetrag für Mitpallelim | Besondere Hinweise |
|---|---|---|
| Westend-Synagoge | 500,00 EUR | Gemeinde trägt Kosten über Basistarif hinaus; eigene Gäste separat. Anpassung bei Überschreitung des Basistarifs. |
| Stibl | 180,00 EUR | Ausgestaltung nach Westend-Regeln, Details mit Rabbinat zu besprechen. |
| Baumweg-Synagoge | 180,00 EUR | Ausgestaltung nach Westend-Regeln, Details mit Rabbinat zu besprechen. |
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Kiddusch in Frankfurt
Warum wurden die Kiddusch-Regeln geändert?
Die Regeln wurden geändert, um den Wünschen und Bedürfnissen der Gemeindemitglieder entgegenzukommen. Ziel ist es, die Mitzwa des Gebens eines Kidduschs durch deutliche Preissenkungen und mehr Individualisierungsmöglichkeiten leichter realisierbar zu machen.

Wen kontaktiere ich zuerst, wenn ich einen Kiddusch geben möchte?
Sie sollten sich immer zuerst mit dem Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main in Verbindung setzen, um den gewünschten Termin zu prüfen und die weiteren Schritte abzustimmen.
Kann ich eigene Speisen oder Getränke mitbringen?
Ja, Sie können eigene koschere Getränke, Snacks, Kuchen, Früchte usw. mitbringen. Diese müssen jedoch vom Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main freigegeben werden, um die Einhaltung der Kaschrut-Vorschriften zu gewährleisten.
Was ist Kiddusch-Sharing?
Kiddusch-Sharing ist die Möglichkeit, einen Kiddusch gemeinsam mit einem oder mehreren anderen Gemeindemitgliedern zu geben. Das Rabbinat kann Ihnen nähere Auskünfte dazu erteilen und bei der Koordination helfen.
Welche Kosten trage ich als Kiddusch-Geber in der Westend-Synagoge?
Sie tragen einmalig 500,00 Euro für den Grundkiddusch der Mitpallelim. Kosten, die über den Basistarif für die Mitpallelim hinausgehen, sowie die Kosten für Ihre eigenen zusätzlichen Gäste, tragen Sie selbst.
Gibt es einen Unterschied bei den Kosten für Kiddusch in anderen Synagogen?
Ja, für Kidduschim im Stibl und in der Baumweg-Synagoge beträgt der Basisbetrag für die Mitpallelim 180,00 Euro. Die Ausgestaltung folgt im Wesentlichen den Regeln der Westend-Synagoge, muss aber für den Baumweg spezifisch mit dem Rabbinat besprochen werden.
Muss ich eigenes Geschirr mitbringen, wenn ich eigene Getränke habe?
Ja, Sohar’s Catering ist nicht verpflichtet, Gläser oder Geschirr für mitgebrachte koschere Getränke bereitzustellen. Es wird empfohlen, nach Rücksprache mit dem Rabbinat, eigenes Geschirr mitzubringen, wobei Einweggeschirr empfehlenswert ist.
Zusammenfassung und weitere Auskünfte
Der neue Kiddusch-Rahmen der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main stellt eine signifikante Verbesserung dar, die darauf abzielt, die Feierlichkeiten für Gemeindemitglieder zugänglicher und individueller zu gestalten. Durch die Kombination aus finanzieller Entlastung, flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten und der klaren Koordination durch das Rabbinat wird die Durchführung einer Simche zu einem noch freudigeren und stressfreieren Erlebnis. Es ist ein Ausdruck des Engagements der Gemeinde, ihre Mitglieder in ihren wichtigsten Momenten zu unterstützen und die Traditionen auf zeitgemäße Weise zu pflegen.
Für alle weiteren Rückfragen und zur Planung Ihres Kidduschs steht Ihnen das Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main jederzeit gerne zur Verfügung. Zögern Sie nicht, Kontakt aufzunehmen, um Ihre Simche auf die bestmögliche Weise zu feiern und die Vorteile dieser neuen Regelungen voll auszuschöpfen.
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