Wie kann man als Christ in der Moschee beten?

Besuch der Prophetenmoschee: Ein spiritueller Leitfaden

08/01/2022

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Die Prophetenmoschee (Masjid an-Nabawi) in Madinah ist ein Ort von unermesslicher spiritueller Bedeutung für Muslime weltweit. Sie ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern ein lebendiges Zeugnis der Geschichte des Islams und des Lebens des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm). Ein Besuch dieses heiligen Ortes ist zu jeder Jahreszeit eine tief bewegende Erfahrung, sei es vor oder nach der Pilgerfahrt Haddsch. Die Atmosphäre der Verehrung, des Friedens und der Gnade, die in den Mauern dieser Moschee herrscht, zieht Gläubige aus allen Teilen der Welt an, um die Nähe zu ihrem geliebten Propheten zu suchen und die besonderen Segnungen dieses Ortes zu empfangen.

Was sagt der Koran über das Beten?
Ganz wichtig ist es ihnen vor allem, mit dem Herzen und mit den Gedanken bei der Sache zu sein und die Nähe und das Vertrauen zu Allah zu spüren. Auch im Koran steht an vielen Stellen, dass sich die Menschen neben dem Beten auch mit Herz und Verstand für Gutes einsetzen sollen (Sure 2:177 und Sure 2:262-265).
Inhaltsverzeichnis

Die unvergleichliche Bedeutung der Prophetenmoschee

Die Prophetenmoschee nimmt einen einzigartigen Platz im Herzen jedes Muslims ein. Sie ist eine der drei Moscheen, für die eine Reise mit der Absicht der Anbetung empfohlen wird. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte: „Macht euch nicht auf die Reise (zwecks Anbetung) außer zu drei Moscheen: Meiner Moschee, der Harâm-Moschee (in Makka) und der Aqsâ-Moschee (in Jerusalem)!“ Dieser Hadith unterstreicht die erhabene Stellung dieser Gotteshäuser im Islam. Die Belohnung für Gebete in der Prophetenmoschee ist außerordentlich hoch, was sie zu einem Ziel für Gläubige macht, die ihre spirituellen Verdienste maximieren möchten.

Nach einer Überlieferung von Abû Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte der Prophet: „Ein Gebet in meiner Moschee ist besser als tausend Gebete in jeder anderen Moschee, außer der Harâm-Moschee.“ Diese Aussage verdeutlicht die immense spirituelle Potenz, die diesem Ort innewohnt. Ein einziger Gebetsakt hier kann die Belohnung tausender Gebete an anderen Orten übertreffen, was die Gläubigen dazu anspornt, die Zeit ihres Besuchs optimal zu nutzen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der Besuch der Prophetenmoschee keine Bedingung für die Gültigkeit des Haddsch ist, wie manche Muslime fälschlicherweise annehmen. Der Haddsch ist eine eigenständige Säule des Islams, deren Rituale in Mekka stattfinden. Der Besuch Madinahs und der Prophetenmoschee ist eine Sunnah (empfohlene Praxis) und eine Quelle großer Segnungen, aber keine Pflicht für die Pilgerfahrt selbst.

Vergleich der Gebetsbelohnungen

Um die herausragende Stellung der Prophetenmoschee besser zu verstehen, kann die Belohnung für Gebete an verschiedenen heiligen Stätten verglichen werden:

MoscheeBelohnung für ein Gebet (im Vergleich)Zusätzliche Bemerkungen
Al-Masjid al-Harâm (Mekka)100.000 GebeteDie höchste Belohnung im Islam, Ort der Kaaba und des Haddsch.
Al-Masjid an-Nabawi (Madinah)1.000 GebeteZweithöchste Belohnung, Ruhestätte des Propheten Muhammad.
Al-Masjid al-Aqsa (Jerusalem)250 oder 500 Gebete (unterschiedliche Ansichten)Dritthöchste Belohnung, erste Qibla der Muslime.
Andere Moscheen1 GebetNormale Belohnung für ein Gebet.

Diese Tabelle zeigt eindrücklich die multiplizierte Belohnung, die ein Muslim durch seine Gebete an diesen heiligen Orten erlangen kann, wobei die Prophetenmoschee eine zentrale Rolle spielt.

Ankunft und Eintritt: Schritte der Ehrerbietung

Die Reise nach Madinah, der Stadt des Propheten, ist bereits ein Akt der Anbetung. Wenn ein Muslim mit der Absicht reist, die Prophetenmoschee zu besuchen, sollte er auf dem Weg dorthin stets Segen und Frieden für den Propheten wünschen. Dies ist eine Geste der Liebe und Ehrerbietung für den Gesandten Allahs. Der Reisende sollte die erhabene Atmosphäre der Tugend von Madinah in sich aufnehmen und sich bewusst sein, dass es nach Mekka der zweitbeste Ort auf Erden ist – gemäß einigen Gelehrten – oder sogar der beste – gemäß anderer Gelehrter. Diese Erkenntnis vertieft die spirituelle Erfahrung und die Wertschätzung für die heilige Stadt.

Wenn der Besucher am Tor der Prophetenmoschee ankommt, sollte er mit seinem rechten Fuß eintreten, als Zeichen des Respekts und der Sitte des Propheten. Gleichzeitig sollte er das empfohlene Bittgebet sprechen, das für den Eintritt in jede Moschee gilt:

„Bismillâh wa-s-salâtu wa-s-salâmu 'ala rasûlillâh, a'ûthu billâhi-l-'Azîm wa bi-wadschhihi-l-karîm wa sultânihi-l-qadîm min as-schaitâni-r-radschîm, Allâhumma iftah lî abwâba rahmatik.“

Dies bedeutet: „Im Namen Allâhs, und Frieden und Segen auf den Gesandten Allâhs! Ich suche Zuflucht bei Allâh dem Allmächtigen und bei Seinem Ehrenwerten Antlitz, und bei Seiner Ewigen Souveränität vor dem verfluchten Satan. O Allâh, öffne die Tore Deiner Gnade für mich!“ Dieses Bittgebet ist ein Ausdruck der Demut und der Bitte um göttliche Gnade beim Betreten des Hauses Allahs.

Gebet und Segen in Ar-Rawdah As-Scharifa

Nach dem Betreten der Moschee sollte der Besucher zwei Rak'as (Gebetseinheiten) als Tahiyyat Al-Masjid (Ehrerbietungsgebet für die Moschee) verrichten. Dies ist eine Sunnah, die beim Betreten einer Moschee ausgeführt werden sollte, bevor man sich setzt. Vorzugsweise sollte dieses Gebet in Ar-Rawdah As-Scharifa verrichtet werden, einem auserwählten und gesegneten Teil der Moschee. Es ist jedoch wichtig, dabei Anderen keinen Schaden zuzufügen oder sie zu behindern, da dieser Bereich oft sehr überfüllt ist.

Ar-Rawdah As-Scharifa liegt zwischen dem Rednerpodest (Minbar) des Propheten und seinem Zimmer. Dies ist ein Bereich von immenser Bedeutung, denn der Prophet sagte: „Zwischen meinem Haus und meinem Rednerpodest ist einer der Gärten des Paradieses; und mein Rednerpodest übersieht meinen Haud (Becken oder Wasserquelle).“ Diese Überlieferung macht Ar-Rawdah zu einem Stück Paradies auf Erden, einem Ort, an dem Bittgebete besonders erhört werden. In diesem gesegneten Bereich kann ein Muslim Allâh bitten, ihm zu gewähren, was immer er an Gutem im Diesseits und im Jenseits möchte. Es ist ein Ort der tiefen Spiritualität und der innigen Verbindung zu Allah.

Darüber hinaus sollten der Besucher und jeder andere Muslim sein Bestes geben, um die Pflichtgebete in den ersten Reihen zu verrichten. Das Gebet in den vordersten Reihen einer Moschee ist mit besonderen Belohnungen verbunden und spiegelt die Eifer und Hingabe des Gläubigen wider.

Der Besuch der edlen Gräber

Nach dem Gebet ist es eine Sunnah, das Grab des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) und die Gräber seiner beiden engen Gefährten, Abû Bakr und Umar, zu besuchen. Dies ist ein Moment der tiefen Ehrerbietung und des Respekts.

Der Besucher sollte stehend zum edlen Grab gerichtet sein und in seinem Herzen die Großartigkeit und den erhabenen Status desjenigen fühlen, den er besucht. Es ist ein Moment der Besinnung auf das Vermächtnis des Propheten und seinen unermüdlichen Einsatz für den Islam. Dann sollte er seine Grüße des Salâm (Frieden) aussprechen:

„Assalâmu 'alaika yâ rasûlallâh warahmatullâhi wabarakâtuh.“

Dies bedeutet: „Friede sowie Barmherzigkeit und Segen Allâhs seien mit dir, o Gesandter Allâhs!“

Danach sollte er Bittgebete für den Propheten sprechen, mit irgendeiner überlieferten Formel. Ein Beispiel hierfür ist:

„Allâhumma salli 'ala Muhammad, wa 'ala âli Muhammad, kama sallaita 'ala Ibrâhîma wa 'ala âli Ibrâhîm, innaka Hamîdum Madschîd. Allâhumma bârik 'ala Muhammad, wa 'ala âli Muhammad, kama bârakta 'ala Ibrâhîma wa 'ala âli Ibrâhîm, innaka Hamîdum Madschîd.“

Dies bedeutet: „O Allâh, halte Muhammad und die Familie von Muhammad in Ehren, so wie Du Gebete auf Abraham und die Familie von Abraham in Ehren hältst! Du bist Gepriesen und Glorreich. O Allâh, segne Muhammad und die Familie von Muhammad, so wie Du Abraham gesegnet hast und die Familie von Abraham. Du bist Gepriesen und Glorreich.“

Es wäre nicht schlimm, wenn er Folgendes hinzufügt: „Ich bezeuge, dass du die Botschaft übermittelt hast, die Umma beraten hast und dich für Allâhs Sache so bemüht hast, wie Er es verdient.“ Denn all dies sind geeignete Beschreibungen des Propheten (Friede sei mit ihm), die seine unermüdliche Anstrengung und seinen Beitrag zur Menschheit würdigen.

Anschließend sollte sich der Besucher etwas nach rechts bewegen, um seinen Salâm an Abû Bakr auszurichten, indem er sagt: „Friede sei mit dir, o Abû Bakr, auserwählter Freund des Gesandten Allâhs!“ Abû Bakr war der erste Kalif des Islams und ein enger und treuer Gefährte des Propheten.

Danach sollte er sich erneut etwas nach rechts bewegen, um seinen Salâm an Umar ibn Al-Chattâb auszurichten und zu sagen: „Friede sei mit dir, o Umar, mit dem Allâh den Islâm siegreich machte! Möge Allâh dich reichlich belohnen, im Namen der Umma Seines Propheten!“ Umar war der zweite Kalif und eine Schlüsselfigur in der Ausbreitung des Islams.

Wichtige Verhaltensregeln und Verbote

Während des Besuchs der Prophetenmoschee und insbesondere vor den Gräbern ist es von größter Bedeutung, die angemessene Etikette und den Respekt zu wahren. Es ist für den Besucher unerwünscht, seine Stimme für den Salâm vor dem Grab zu laut zu erheben. Dies ist eine Frage der Höflichkeit, die dem Propheten gebührt. Allâh der Allmächtige sagt im Quran:

„O ihr, die den Glauben verinnerlichen! Erhebt eure Stimmen nicht über die Stimme des Propheten! Und erhebt eure Stimme beim Reden mit ihm nicht zu sehr wie das Erheben der Stimme unter euch zueinander, so dass eure Werke misslingen und es ist euch nicht bewusst!“ (Sûra 49:2).

Diese Qur'anverse lehren uns die tiefe Ehrerbietung, die dem Propheten gebührt, selbst nach seinem Tod. Eine laute Stimme oder ein respektloses Verhalten kann die Belohnung für die eigenen Taten schmälern. Es geht darum, eine Atmosphäre der Ruhe und des Respekts zu bewahren, die dem heiligen Ort und der Stellung des Propheten angemessen ist.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist, dass es dem Besucher nicht erlaubt ist, den Propheten (Friede sei mit ihm) direkt um die Erfüllung seiner Bedürfnisse oder die Minderung seiner Schwierigkeiten zu bitten. Solche Bittgebete sollten ausschließlich an Allâh, den Allmächtigen, gerichtet werden. Nur Allah ist derjenige, der die Macht hat, Bedürfnisse zu erfüllen und Schwierigkeiten zu lindern. Der Prophet ist der Gesandte Allahs, aber nicht derjenige, der direkt angebetet oder um Hilfe gebeten wird.

Ebenso ist es dem Besucher nicht erlaubt, sich während der Bittgebete dem Grab zuzuwenden. Dies widerspricht der Praxis der rechtschaffenen Altvorderen (Salaf as-Salih). Stattdessen sollte er sich in Richtung der Qibla (Gebetsrichtung, die zur Kaaba in Mekka zeigt) wenden, Allâh den Allmächtigen preisen, Ihn verherrlichen und danach bitten, was er für sich selbst, seine Eltern, Verwandten, Scheiche und alle Muslime möchte. Die Ausrichtung zur Qibla bei der Du'a ist ein fundamentaler Aspekt der islamischen Anbetung, der die Einheit und die alleinige Verehrung Allahs betont.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der Besuch der Prophetenmoschee eine Pflicht für den Haddsch?

Nein, der Besuch der Prophetenmoschee ist keine Bedingung für die Gültigkeit des Haddsch. Der Haddsch ist eine eigenständige Säule des Islams, deren Rituale in Mekka stattfinden. Der Besuch Madinahs und der Prophetenmoschee ist eine empfohlene Sunnah und eine Quelle großer Segnungen, aber keine Pflicht für die Pilgerfahrt selbst.

Darf ich den Propheten Muhammad direkt um Hilfe oder die Erfüllung meiner Bedürfnisse bitten, wenn ich sein Grab besuche?

Nein, es ist nicht erlaubt, den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) direkt um die Erfüllung persönlicher Bedürfnisse oder die Minderung von Schwierigkeiten zu bitten. Bittgebete (Du'a) sollten ausschließlich an Allâh, den Allmächtigen, gerichtet werden, da nur Er die Macht und Fähigkeit dazu besitzt. Der Prophet ist der Gesandte und Diener Allahs, und seine Anbetung ist verboten.

Wo ist der beste Ort zum Beten innerhalb der Prophetenmoschee?

Der beste Ort zum Beten innerhalb der Prophetenmoschee ist Ar-Rawdah As-Scharifa, der Bereich zwischen dem Rednerpodest (Minbar) des Propheten und seinem Zimmer. Dieser Bereich wird als einer der Gärten des Paradieses beschrieben, und Bittgebete, die hier gesprochen werden, haben eine besondere Bedeutung. Es ist jedoch wichtig, dabei Andere nicht zu behindern, da dieser Bereich oft sehr überfüllt ist.

Darf ich meine Stimme laut erheben, wenn ich am Grab des Propheten Salâm spreche?

Nein, es ist unerwünscht und gilt als respektlos, die Stimme vor dem Grab des Propheten zu laut zu erheben. Der Qur'an lehrt uns, unsere Stimmen nicht über die Stimme des Propheten zu erheben, selbst nach seinem Tod. Man sollte in angemessener, respektvoller Lautstärke sprechen.

In welche Richtung sollte ich mich wenden, wenn ich persönliche Bittgebete (Du'a) in der Prophetenmoschee spreche?

Wenn Sie persönliche Bittgebete (Du'a) sprechen, sollten Sie sich in Richtung der Qibla (Gebetsrichtung zur Kaaba in Mekka) wenden, nicht zum Grab des Propheten. Dies ist die korrekte Praxis und entspricht der Sunnah der rechtschaffenen Altvorderen. Lobpreisen Sie Allah, verherrlichen Sie Ihn und bitten Sie Ihn dann um das, was Sie für sich selbst, Ihre Familie und alle Muslime wünschen.

Fazit: Eine Reise voller Segen und Bewusstsein

Der Besuch der Prophetenmoschee in Madinah ist weit mehr als nur eine touristische Reise; es ist eine spirituelle Pilgerreise, die das Herz erneuert und den Glauben stärkt. Indem man die empfohlenen Verhaltensweisen und Etiketten befolgt, kann man die Segnungen dieses heiligen Ortes in vollem Umfang erfahren. Von der demütigen Ankunft über das Gebet in Ar-Rawdah As-Scharifa bis hin zum respektvollen Besuch der Gräber und der korrekten Ausrichtung der Bittgebete – jeder Schritt ist eine Gelegenheit, sich Allah und Seinem Gesandten zu nähern. Möge Allah allen Muslimen die Möglichkeit geben, diesen gesegneten Ort zu besuchen und die unermesslichen spirituellen Vorteile zu erlangen, die er bietet.

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