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Das Allumfassende Gebet: Weg zu innerem Frieden

19/03/2026

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In einer Welt, die oft von Hektik und Oberflächlichkeit geprägt ist, suchen viele Menschen nach Wegen zu tieferer Bedeutung, innerem Frieden und spiritueller Erfüllung. Yoga, weit mehr als nur körperliche Übungen, bietet einen umfassenden Pfad zu dieser Einheit und Selbstverwirklichung. Ein integraler Bestandteil dieses Weges ist das Gebet, eine Praxis, die das Herz öffnet und eine Verbindung zum Göttlichen herstellt. Unter den vielen spirituellen Texten nimmt das „Allumfassende Gebet“ von Swami Sivananda eine besondere Stellung ein. Es ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Worten, sondern ein kraftvolles Werkzeug, das in den Yoga Vidya Seminarhäusern und -zentren täglich rezitiert wird und als Morgen- und Abendgebet für alle Yoga-Aspiranten dient.

Was ist Yoga und Wie funktioniert es?
Mit yogischen Praktiken wie Meditation, Hatha - und Kundalini-Yoga, Kirtansingen und Beten kann man Herz und Seele reinigen, zu Gott erheben, um sich von Selbstsucht, Gier, Zorn und Hass – wie es in dem allumfassenden Gebet so schön heißt – zu befreien.

Dieses Gebet ist eine Hingabe an das Göttliche in all seinen Formen und jenseits aller Formen. Es ist eine Einladung, das eigene Herz mit göttlichen Tugenden zu füllen und sich von hinderlichen Eigenschaften zu befreien. Doch was genau macht dieses Gebet so „allumfassend“, und wie kann es uns auf unserem spirituellen Weg unterstützen?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Yoga und wie passt das Gebet dazu?

Yoga ist ein umfassendes System zur Harmonisierung von Körper, Geist und Seele, dessen Ziel die Erfahrung von Einheit ist – die Einheit mit dem eigenen wahren Selbst und die Einheit mit dem Göttlichen. Es geht darum, das Bewusstsein zu erweitern und die Schleier der Illusion zu lüften, die uns von unserer wahren Natur trennen. Während Hatha Yoga oft mit körperlichen Haltungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayama) in Verbindung gebracht wird, um den Körper zu reinigen und zu stärken, umfassen die umfassenderen Yogawege auch Praktiken wie Meditation, positives Denken und Handeln, und eben auch das Gebet.

Gebet im Yoga ist nicht nur ein Bitten, sondern eine Form der Hingabe und der bewussten Ausrichtung auf das Höhere. Es hilft, den Geist zu zentrieren, Dankbarkeit zu kultivieren und eine tiefere Verbindung zu einer universellen Kraft aufzubauen. Das Allumfassende Gebet von Swami Sivananda ist hier ein leuchtendes Beispiel, da es die Essenz dieser spirituellen Ausrichtung einfängt. Es bereitet den Geist auf die Meditation vor, hilft, den Tag bewusst zu beginnen und abzuschließen, und fördert eine Haltung der Demut und des Dienens.

Swami Sivananda: Der Visionär und sein „Universal Prayer“

Swami Sivananda, ein selbstverwirklichter Meister des Yoga, ist der Verfasser des „Allumfassenden Gebets“, im Englischen bekannt als „Universal Prayer“. Es wird angenommen, dass er dieses Gebet unter göttlicher Inspiration geschrieben hat, was seine tiefe Weisheit und universelle Anziehungskraft erklärt. Sivananda hat durch seine Lehren und Schriften unzählige Menschen inspiriert und einen umfassenden Yoga-Pfad aufgezeigt, der alle Aspekte des menschlichen Seins berührt.

Das „Allumfassende Gebet“ ist ein Meisterwerk der Einfachheit und Tiefe. Es ist ein Ausdruck der tiefsten Sehnsucht der Seele nach Verbindung, Reinheit und Erleuchtung. Hier ist der vollständige Text, wie er in vielen Yoga-Zentren täglich gesprochen oder gesungen wird:

Oh anbetungswürdiger Gott
voll Barmherzigkeit und Liebe,
Gruß Dir, in Demut gebeugt.
Sein ist Dein Wesen, Wissen und Seligkeit.
Allgegenwärtig bist Du, allmächtig, allwissend.
Im Innern aller Wesen wohnst Du.
Gib uns ein verstehendes Herz,
die rechte Einsicht, ausgeglichenes Gemüt,
Vertrauen, Hingebung und Weisheit.
Lege in uns geistige Kraft,
Versuchungen zu widerstehen,
und Denken und Wollen zu beherrschen.
Befreie uns von Selbstsucht, Gier, Zorn und Hass.
Erfülle unser Herz mit göttlichen Tugenden.
Lass uns Dich erschauen in all den Namen und Gestalten.
Lass uns Dir dienen in all den Namen und Gestalten.
Lass uns allezeit Deiner gedenken.
Lass uns stets Deine Herrlichkeit singen.
Lass Deinen Namen stets auf unseren Lippen sein.
Lass uns in Dir bleiben allezeit.

Die tiefgreifende Botschaft des Allumfassenden Gebets

Dieses Gebet ist reich an Versen, die tiefe spirituelle Wahrheiten offenbaren und den Aspiranten auf seinem Weg leiten. Es beginnt mit einer Anbetung des Göttlichen als Verkörperung von Barmherzigkeit und Liebe, als das Sein, Wissen und die Seligkeit selbst (Sat-Chit-Ananda). Es betont die Allgegenwart, Allmacht und Allwissenheit Gottes, der im Inneren aller Wesen wohnt – ein Verweis auf den Atman, den göttlichen Funken in jedem von uns.

Ein zentraler Teil des Gebets ist die Bitte um Entwicklung positiver Tugenden wie ein „verstehendes Herz, die rechte Einsicht, ausgeglichenes Gemüt, Vertrauen, Hingebung und Weisheit“. Gleichzeitig bittet es um „geistige Kraft, Versuchungen zu widerstehen und Denken und Wollen zu beherrschen“. Dies spiegelt die Prinzipien der Yamas und Niyamas wider, ethische Richtlinien im Yoga, die das Fundament für spirituelles Wachstum bilden.

Die Befreiung von negativen Eigenschaften: Ein wichtiger Aspekt

Eine besonders bemerkenswerte Zeile im Gebet lautet: „Befreie uns von Selbstsucht, Gier, Zorn und Hass.“ Diese Passage wirft manchmal die Frage auf, ob das Aussprechen dieser negativen Eigenschaften nicht auch Energie in diese Richtung lenken könnte. Doch da Swami Sivananda ein selbstverwirklichter Meister war und man davon ausgeht, dass er das Gebet unter göttlicher Inspiration verfasst hat, kann angenommen werden, dass diese Formulierung dazu dient, die Energien nicht zu stärken, sondern zum Guten beizutragen und die Transformation zu fördern.

Diese Zeile ist eine Einladung zur Selbstreflexion. Es ist leicht, sich selbst etwas vorzumachen und die eigenen Schwächen zu übersehen. Das Gebet fordert uns auf, uns immer wieder bewusst zu machen, ob Selbstsucht, Gier, Zorn oder Hass in unser Herz Einzug gehalten haben. Beispiele aus dem Alltag, wie der Kauf unnötiger Dinge aus Gier oder das Aufregen über andere aus Zorn, dienen als Prüfsteine. Auch das Gefühl, von anderen unverstanden zu sein, kann auf unterschwelligen Hass hinweisen. Es geht darum, eine „rosarote Brille“ abzulegen und ehrlich zu sich selbst zu sein. Echtes positives Denken entsteht nicht durch bloßes Wegreden von Problemen, sondern durch das bewusste Erkennen und Transformieren innerer Unreinheiten.

Die Wirkung des Gebets auf das Herz

Das Gebet schließt mit der Bitte, das Herz mit göttlichen Tugenden zu erfüllen und Gott in allen Namen und Gestalten zu erschauen und ihm zu dienen. Es ruft dazu auf, Gottes stets zu gedenken, seine Herrlichkeit zu singen und seinen Namen stets auf den Lippen zu haben. Dies ist eine Praxis der ständigen Erinnerung an das Göttliche, die im achten Kapitel der Bhagavad Gita als Weg zur Vereinigung mit dem Göttlichen beim Verlassen des Körpers beschrieben wird. Das beständige Wiederholen von Gottes Namen führt zu Geborgenheit und letztendlich zur Unsterblichkeit, dem Verschmelzen mit unserem Ursprung.

Eine persönliche Reise der Erkenntnis: Die Kraft des Gebets

Die transformative Kraft des Allumfassenden Gebets wird oft durch persönliche Erfahrungen am deutlichsten. Eine solche Erfahrung ist die von Diana Helen Fegert, die im Januar 2023 ihre Gedanken zu diesem Gebet teilte. Obwohl sie lange Zeit der Kirche und ihren Traditionen fernstand und nicht an ein traditionelles Gotteskonzept glaubte, praktizierte sie seit jungen Jahren regelmäßig Meditation und eine sanfte Form des Hatha Yoga. Ihre Religion war die Hinwendung zur Natur, wo sie ein tiefes Gefühl der Einheit erfuhr.

Während ihrer Yogalehrerausbildung, insbesondere beim Studium des Raja Yoga und der Zustände von Samprajnata Samadhi, wurde ihr bewusst, dass ihre Meditationspraxis sie längst zur Einheit geführt hatte – einem Verlassen des Gefühls der Getrenntheit. Sie hatte „Gott“ für sich gefunden, das Einssein, die Harmonie mit etwas Umfassenderem, Höherem. In diesen Momenten spürte sie Liebe, Verbundenheit und verlor das Gefühl der Angst. Ihr Geist, bereits gezähmt, fand in der Schönheit der Schöpfung noch leichter zur Stille.

Als sie zum ersten Mal im Yoga Vidya Ashram in Bad Meinberg war, begegnete sie dem Allumfassenden Gebet und dem täglichen Kirtansingen. Sie spürte die Energie von Swami Sivananda, die in all seinen Ashrams weltweit wirkt. Zurück zu Hause setzte sie diese Traditionen fort. Das Kirtansingen pflanzte einen Samen in ihr Herz, ein Gefühl, das sie zuvor selten erlebt hatte. Sie erkannte, dass es kaum etwas Erhebenderes gibt, als hingebungsvoll Mantras zu singen, auch wenn ihr anfangs nicht bewusst war, dass es gesungene Gebete waren und sie damit Gottes Namen rief.

Heute nimmt sie es sehr ernst: Sie glaubt, dass die Energie der Gottheit, die man im Gebet und beim Singen anruft, aus den himmlischen Gefilden herabsteigt, im Herzen Platz nimmt, den Menschen unterstützt, reinigt und auf positive Weise „betört“, sodass man immer wieder dem Reiz des göttlichen Namens nachkommen möchte, sobald das Herz vom „köstlichen Nektar des Himmels“ gekostet hat.

Für Diana Helen Fegert steckt im Allumfassenden Gebet viel Wahrheit und Weisheit der bei Yoga Vidya praktizierten Yogawege. Es spiegelt die Yamas und Niyamas wider, indem es den Weg aufzeigt, das niedere Selbst zu überwinden und mit göttlichen Qualitäten zu erfüllen, um letztendlich der Menschheit und Gott zu dienen. Sie ist überzeugt, dass das häufige Wiederholen des Gebets, mit Aufmerksamkeit auf Gott gerichtet, das Herz reinigt, milde macht und im Sinne des Karma Yoga mildtätig werden lässt: Gott in all den Namen und Gestalten zu sehen und ihm in all den Namen und Gestalten zu dienen. Dies ist ein langsamer, allmählicher Prozess, der zur Befreiung von Selbstsucht, Gier, Zorn und Hass führt – ein Weg zu Klarheit, Harmonie, Frieden, vollkommener Gesundheit und Liebe.

Das Allumfassende Gebet im täglichen Leben

Das Allumfassende Gebet ist mehr als nur ein Text; es ist eine lebendige Praxis. Es wird traditionell jeden Morgen und Abend gesprochen oder gesungen, um den Tag bewusst zu beginnen und abzuschließen. Diese Routine hilft, den Geist zu zentrieren, positive Absichten zu setzen und sich immer wieder an die universellen Prinzipien der Liebe und des Dienens zu erinnern. Durch die regelmäßige Wiederholung wird das Gebet zu einem Teil des Bewusstseins und kann auch in schwierigen Momenten als Anker dienen.

Die Praxis ist einfach: Finden Sie einen ruhigen Moment, sei es am Morgen beim Erwachen oder am Abend vor dem Schlafengehen. Sprechen oder singen Sie das Gebet in Demut und mit voller Aufmerksamkeit auf seine Bedeutung. Lassen Sie die Worte in Ihr Herz sinken und erlauben Sie ihnen, Ihre Gedanken und Gefühle zu reinigen und zu erheben. Es ist eine einfache, aber tiefgreifende Methode, um spirituell zu wachsen und sich mit dem Göttlichen zu verbinden.

Vorteile der regelmäßigen Praxis

Die regelmäßige Praxis des Allumfassenden Gebets kann zahlreiche Vorteile mit sich bringen:

  • Herzreinigung: Es hilft, negative Emotionen wie Selbstsucht, Gier, Zorn und Hass zu erkennen und aufzulösen.
  • Geistige Klarheit: Fördert ein ausgeglichenes Gemüt und die rechte Einsicht.
  • Stärkung der Tugenden: Kultiviert Vertrauen, Hingabe, Weisheit und die Fähigkeit, Versuchungen zu widerstehen.
  • Verbindung zum Göttlichen: Vertieft das Gefühl der Einheit und Verbundenheit mit dem Universum.
  • Innerer Frieden: Führt zu einem Zustand von Harmonie und Gelassenheit.
  • Spirituelles Wachstum: Beschleunigt den Weg zur Selbstverwirklichung und Erleuchtung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Allumfassenden Gebet

FrageAntwort
Was ist das Allumfassende Gebet?Es ist ein traditionelles Gebet von Swami Sivananda, das sich an das Göttliche in allen Namen und Gestalten richtet und in Yoga Vidya Zentren täglich gesungen oder gesprochen wird.
Wer hat das Gebet verfasst?Es wurde von Swami Sivananda, einem selbstverwirklichten Meister, verfasst. Man geht davon aus, dass er dabei göttlich inspiriert war.
Warum wird es „allumfassend“ genannt?Es richtet sich an das Göttliche in allen Namen und Gestalten – und jenseits aller Namen und Gestalten –, was seine universelle Anwendbarkeit und Botschaft unterstreicht.
Wie hilft das Gebet bei der spirituellen Entwicklung?Es fördert die Selbstreflexion, hilft, negative Eigenschaften zu erkennen und zu überwinden, und erfüllt das Herz mit göttlichen Tugenden wie Vertrauen, Hingebung und Weisheit. Es reinigt das Herz und führt zur Einheit.
Stärkt das Gebet negative Eigenschaften, wenn man sie benennt?Nein, da es von einem göttlich inspirierten Meister verfasst wurde, wird angenommen, dass die Nennung von Selbstsucht, Gier, Zorn und Hass dazu dient, diese Energien nicht zu stärken, sondern zu transformieren und zu überwinden. Es ist eine Aufforderung zur Introspektion und Befreiung.
Kann ich das Gebet in meinen Alltag integrieren?Ja, es eignet sich hervorragend als Morgengebet und Abendgebet und kann so den Tag bewusst beginnen und beenden. Es wird in vielen Yoga-Ashrams weltweit praktiziert.
Gibt es weitere Ressourcen zum Gebet?Ja, es gibt Videos und MP3s zum Allumfassenden Gebet. Der volle Text und weitere Informationen sind oft in Yoga Vidya Kirtanheften (Nummer 802) und auf zugehörigen Websites zu finden.

Schlussgedanken

Das Allumfassende Gebet von Swami Sivananda ist ein wahrhaft wunderbares, wohlklingendes und tiefgründiges Gebet. Es ist ein Aufruf, immer tiefer in seine Bedeutung einzutauchen und die großen Lehren der Yogawege darin zu erkennen. Durch seine Praxis können wir Herz und Seele reinigen, uns von hinderlichen Emotionen befreien und uns zu Gott erheben. Es ist ein Weg zu Klarheit, Harmonie, Frieden und Liebe – der wahre Weg des Yoga. Mögen wir alle die Gelegenheit nutzen, dieses heilige Gebet zu praktizieren und uns auf diese Weise mit unserem wahren Selbst zu verbinden, jenem Selbst, das in Güte und Frieden, in Harmonie und Mildtätigkeit mit allem anderen im Kosmos verbunden ist.

Om Bolo Sadguru Sivananda Maharaj Ji Ki! Wir grüßen und danken Swami Sivananda für dieses unschätzbare Geschenk an die Menschheit.

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