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Hämorrhoiden: Ursachen, Behandlung & Hausmittel

22/01/2024

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Das unangenehme Gefühl von Juckreiz, Brennen und gelegentlichen Blutungen im Analbereich kann für viele Menschen zunächst peinlich sein. Hämorrhoiden haben leider oft einen schlechten Ruf und sind mit einem Gefühl der Scham verbunden. Doch es gibt absolut keinen Grund, sich dafür zu schämen! Dieses Leiden ist weit verbreitet und betrifft Millionen von Menschen in Deutschland. Viel wichtiger ist es, das Problem aktiv anzugehen und die Beschwerden zu lindern.

Was kann man gegen vergrößerte Hämorrhoiden tun?
Es gibt viele Tipps, was man tun kann, um Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden zu lindern – etwa Verstopfungen vermeiden, Sitzbäder nehmen oder spezielle Salben verwenden. Auch wenn manche Mittel die Beschwerden lindern können: Meist bilden sich vergrößerte Hämorrhoiden nicht von selbst zurück.

Bevor wir uns den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten widmen, ist es wichtig zu verstehen, was Hämorrhoiden eigentlich sind und wie sie entstehen. Im Grunde sind Hämorrhoiden keine Krankheit im herkömmlichen Sinne, sondern ein ganz normaler, anatomischer Bestandteil des menschlichen Körpers. Medizinisch gesehen bezeichnen Hämorrhoiden die Gefäßpolster unter der Analschleimhaut, die zusammen mit dem Schließmuskel dafür sorgen, dass der After im Alltag dicht geschlossen bleibt. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Feinkontinenz.

Wenn jedoch umgangssprachlich davon die Rede ist, dass man „Hämorrhoiden hat“, sind damit krankhafte Veränderungen dieser Gefäßpolster gemeint. Wenn sie sich vergrößern, entzünden oder sogar aus dem Anus heraustreten, können sie sehr lästig und schmerzhaft werden und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Doch keine Sorge: Es gibt zahlreiche Wege, die Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Vergrößerung zu verhindern. Viele Maßnahmen können Sie sogar von zu Hause aus ergreifen.

Inhaltsverzeichnis

Symptome des Hämorrhoidalleidens: Wann Sie aufmerksam werden sollten

Ein Hämorrhoidalleiden äußert sich in den meisten Fällen durch eine Reihe von charakteristischen Symptomen, die je nach Schweregrad variieren können. Es ist wichtig, diese Anzeichen zu erkennen, um frühzeitig handeln zu können:

  • Juckreiz: Eines der häufigsten und oft ersten Symptome ist ein hartnäckiger Juckreiz im Analbereich.
  • Brennen: Ein unangenehmes Brennen, besonders nach dem Stuhlgang, kann ebenfalls auftreten.
  • Schmerzen: Während Hämorrhoiden im Anfangsstadium oft schmerzfrei sind, können sie in fortgeschrittenen Stadien zu deutlichen Schmerzen führen, insbesondere beim Sitzen oder Stuhlgang.
  • Blutungen: Helle rote Blutspuren auf dem Toilettenpapier, im Stuhl oder in der Toilettenschüssel sind ein Alarmzeichen. Dieses Blut stammt in der Regel von den gereizten Gefäßen und ist ein häufiges Symptom.
  • Nässen und Schleimabsonderung: Durch die Reizung kann es zu einer erhöhten Schleimproduktion kommen, die zu Nässen und einem feuchten Gefühl im Analbereich führt.
  • Fremdkörpergefühl: Betroffene beschreiben oft das Gefühl, dass etwas im After steckt oder nicht vollständig entleert wurde.
  • Druckgefühl: Ein ständiger Druck im Analbereich kann ebenfalls ein Hinweis sein.
  • Schwellung oder Knoten: In fortgeschrittenen Stadien können sich vergrößerte Hämorrhoiden als tastbare Knoten oder Schwellungen außerhalb des Anus bemerkbar machen.

In vielen Fällen sind Hämorrhoiden eine chronische Krankheit bzw. können sich unbehandelt zu einer solchen entwickeln. Mediziner teilen das Leiden dabei in 4 Stadien ein, die den Schweregrad der Erkrankung beschreiben:

StadiumBeschreibungSymptome
Stadium IDie Hämorrhoiden sind vergrößert, aber noch innerhalb des Analkanals und von außen nicht sichtbar.Meist keine oder nur leichte Beschwerden wie gelegentliches Jucken oder leichte Blutungen beim Stuhlgang.
Stadium IIDie Hämorrhoiden treten während des Stuhlgangs aus dem Anus hervor, ziehen sich aber anschließend von selbst wieder zurück.Blutungen, Juckreiz und Beschwerden beim Stuhlgang kommen verstärkt vor. Der Prolaps kann schmerzhaft sein.
Stadium IIIDie Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang aus und müssen dann manuell zurückgeschoben werden.Häufigere und intensivere Blutungen, Schmerzen, Juckreiz und Schleimabsonderung sind die Regel. Der Prolaps tritt häufiger auf und kann zu stärkerem Unbehagen führen.
Stadium IVHämorrhoiden sind dauerhaft außerhalb des Anus und lassen sich nicht mehr manuell zurückschieben.Starke Schmerzen, kontinuierliche Blutungen, Juckreiz, Schleimabsonderung und mögliche Entzündungen. Erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Thrombosen und Infektionen.

Ursachen für Hämorrhoiden: Warum Sie betroffen sind

Hämorrhoiden können viele Ursachen haben, die oft mit einem erhöhten Druck im Analbereich oder einer Schwächung des Gewebes zusammenhängen. Zu den häufigsten gehören dabei:

  • Verstopfung und starkes Pressen: Dies ist eine der Hauptursachen. Häufiges und intensives Pressen beim Stuhlgang erhöht den Druck auf die Gefäße im Rektum und kann diese zur Vergrößerung bringen.
  • Chronischer Durchfall: Auch häufiger Durchfall kann die Schleimhaut reizen und die Gefäße belasten.
  • Langes Sitzen: Insbesondere langes Sitzen auf der Toilette oder generell eine sitzende Lebensweise erhöht den Druck auf die Beckenbodenregion.
  • Schwangerschaft und Geburt: Der erhöhte Druck im Bauchraum während der Schwangerschaft und das Pressen während der Geburt können Hämorrhoiden verursachen oder verschlimmern.
  • Übergewicht: Zusätzliche Pfunde üben mehr Druck auf den Beckenbereich aus, was die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen kann.
  • Ballaststoffarme Ernährung: Eine Ernährung, die zu wenig Ballaststoffe enthält, führt oft zu hartem Stuhl und Verstopfung.
  • Mangelnde Flüssigkeitszufuhr: Ähnlich wie eine ballaststoffarme Ernährung kann auch zu wenig Trinken den Stuhl verhärten.
  • Schwere körperliche Arbeit und Heben: Häufiges Heben von schweren Gegenständen erhöht den Druck im Bauchraum und somit auch im unteren Bereich des Rektums.
  • Genetische Veranlagung: Manche Menschen haben eine angeborene Bindegewebsschwäche oder schwächere Venen, was sie anfälliger für Hämorrhoiden macht.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter verlieren die Gewebe, die die Venen im Rektum stützen, an Festigkeit, was zur Vergrößerung der Hämorrhoiden beitragen kann.
  • Chronischer Husten: Auch starkes und langanhaltendes Husten kann zu einer Druckerhöhung im Bauchraum führen.
  • Herzschwäche oder Leberzirrhose: Selten können auch diese beiden Krankheiten Hämorrhoidenschwellungen auslösen, wenn sich dadurch Blut in die Blutgefäße des Bauchraums und des Darms zurückstaut.

Vorbeugung: Hämorrhoiden vermeiden durch Lebensstiländerung

Beim Betrachten der häufigen Ursachen für Hämorrhoiden fällt auf, dass man viele Faktoren, die zu dem Leiden beitragen können, mit Umstellungen der Lebensweise beseitigen oder zumindest deutlich reduzieren kann. Vorbeugung ist hier das Schlüsselwort. Einige Beispiele:

  • Ernährung anpassen: Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung ist entscheidend. Essen Sie viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte (wie Vollkornbrot) und Hülsenfrüchte. Ballaststoffe quellen im Darm auf und machen den Stuhl weicher und voluminöser, was den Stuhlgang erleichtert und unnötiges Pressen vermeidet.
  • Ausreichend trinken: Achten Sie darauf, täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken. Nur so können die Ballaststoffe im Darm optimal aufquellen und ihre Wirkung entfalten. Ohne genügend Flüssigkeit können Ballaststoffe das Problem der Verstopfung sogar verstärken.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität regt die Darmtätigkeit an und hilft, Verstopfung vorzubeugen. Spaziergänge, Schwimmen oder Radfahren können hier schon viel bewirken.
  • Richtiger Toilettengang: Gehen Sie erst zur Toilette, wenn Sie wirklich müssen, und vermeiden Sie langes Sitzen und starkes Pressen. Ein Toilettenhocker, der die Füße höher lagert und die Haltung beim Stuhlgang optimiert, kann helfen, den Druck auf die Analregion zu reduzieren.
  • Gute Analhygiene: Reinigen Sie die Analregion nach dem Stuhlgang sanft mit weichem Toilettenpapier und warmem, klarem Wasser. Experten raten von feuchtem Toilettenpapier und Seifen ab, da diese oft reizende Stoffe enthalten und Allergien auslösen können.

Wann ist ein Arztbesuch unerlässlich?

Wenn man nur sehr selten unter Hämorrhoiden leidet und keine Schmerzen dabei verspürt, sind sie zunächst einmal eher ungefährlich. Dennoch lohnt sich bei jeder Auffälligkeit, insbesondere bei Blutungen, ein Gang zum Arzt. Ein frühzeitiger Arztbesuch ist aus mehreren Gründen ratsam:

  • Einerseits kann der Arzt Ihnen präzise Hinweise geben, wie Sie das Leiden langfristig reduzieren können. In fortgeschrittenen Fällen kann er auch eine medikamentöse oder sogar chirurgische Behandlung in Betracht ziehen.
  • Andererseits kann nur ein Arzt eine seriöse und eindeutige Diagnose stellen. Die Selbstdiagnose „Hämorrhoiden“ trifft nicht immer zu. In manchen Fällen sind es auch andere Leiden mit ähnlichen Symptomen. So wird eine Analfissur (ein kleiner Riss in der Analschleimhaut) oftmals fälschlicherweise als Hämorrhoiden wahrgenommen.
  • Noch wichtiger: Auch schwere Erkrankungen wie Darmtumore können unter Umständen ähnliche Begleiterscheinungen wie Hämorrhoiden haben. Deshalb ist es immer ratsam, bei anhaltenden oder wiederkehrenden Symptomen kompetenten medizinischen Rat einzuholen, um ernsthafte Ursachen auszuschließen.

Diagnose: Wie der Arzt Hämorrhoiden feststellt

Um ein Hämorrhoidalleiden zu diagnostizieren und andere Erkrankungen auszuschließen, stehen dem Arzt verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Anamnese und Tastuntersuchung: Zunächst wird der Arzt ausführlich nach Ihren Symptomen und Ihrer Krankengeschichte fragen. Anschließend folgt eine vorsichtige Tastuntersuchung des Analkanals, um mögliche Schwellungen oder Knoten zu ertasten.
  • Proktoskopie: Dies ist die Standarduntersuchung bei Hämorrhoiden. Dabei wird ein kurzes, starres Endoskop (Proktoskop) in den Analkanal eingeführt, um die Schleimhaut und die Hämorrhoiden direkt zu betrachten. Die Proktoskopie untersucht den Analkanal bis etwa 10-15 cm Tiefe. Die Prozedur ist meist schmerzfrei und erfordert selten eine Betäubung.
  • Rektoskopie: Auch Mastdarmspiegelung genannt, untersucht diese Methode die letzten 20-30 Zentimeter des Enddarms. Hierfür wird ebenfalls ein starres Endoskop verwendet, das zusätzlich Luft einleiten kann, um den Darm zu entfalten und die Schleimhaut besser darzustellen. Vor der Untersuchung wird der Enddarm in der Regel mit einem Einlauf gereinigt.
  • Koloskopie (Dickdarmspiegelung): Bringen die Enddarmuntersuchungen keinen klaren Befund oder besteht der Verdacht auf eine andere Erkrankung, wird oft zur Sicherheit eine Koloskopie empfohlen. Diese Untersuchung ermöglicht es, den gesamten Dickdarm zu inspizieren und schwere Erkrankungen wie Darmkrebs auszuschließen. Hierfür ist eine aufwändigere Vorbereitung nötig, inklusive Ernährungseinschränkungen und Abführmitteln am Vortag.

Behandlungsmöglichkeiten: Von Hausmitteln bis zur Operation

Wenn man Symptome von Hämorrhoiden verspürt, möchte man, dass das Leiden so schnell wie möglich gelindert wird. Dabei kann man auch zu Hause etwas gegen die gereizten Gefäße tun. Bei hartnäckigeren oder fortgeschrittenen Beschwerden ist jedoch eine ärztliche Behandlung unumgänglich.

Was ist die Botschaft von Hämorrhoiden?
Welche Botschaft Hämorrhoiden überbringen sollen, erfährst Du in diesem Beitrag über ihre seelische und spirituelle Bedeutung. Hämorrhoiden entstehen durch Belastungen in Form von unbewusstem, nicht zu bewältigendem Druck. Sie symbolisieren unsere Verknotungen und Verstrickungen, auf denen wir lieber sitzen, als sie aufzulösen.

Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Erste Hilfe für zu Hause

Viele Menschen schwören auf bewährte Hausmittel zur Linderung von Hämorrhoiden-Beschwerden. Diese können die Symptome wie Juckreiz und Brennen oft effektiv lindern, sind aber keine Dauerlösung für die eigentliche Ursache.

  • Ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit: Wie bereits erwähnt, ist dies nicht nur eine Präventionsmaßnahme, sondern auch ein wichtiges Hausmittel zur Linderung. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse erleichtern den Stuhlgang und reduzieren das Pressen. Denken Sie daran, ausreichend zu trinken, damit die Ballaststoffe im Darm aufquellen können.
  • Knoblauch-Einlauf: Knoblauch wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Ein Einlauf mit warmem Wasser, angereichert mit etwas gepresstem Knoblauch, kann direkt auf die Hämorrhoiden wirken. Hierfür führen Sie warmes Wasser mit einer Einlaufpumpe oder -spritze in den After ein, nachdem Sie es mit dem Knoblauch angereichert haben.
  • Sitzbäder: Warme Sitzbäder mit Zusätzen wie Eichenrinde, Kamille oder Hamamelis können entzündungshemmend wirken und Schmerzen sowie Juckreiz lindern. Die Wärme entspannt zudem die Muskulatur im Analbereich.
  • Kühlende Kompressen: Kalte Kompressen oder Eisbeutel (in ein Tuch gewickelt) können Schwellungen reduzieren und akute Schmerzen sowie Juckreiz lindern.
  • Aloe Vera: Das Gel der Aloe Vera Pflanze wirkt kühlend und entzündungshemmend. Es kann äußerlich auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.
  • Kartoffelscheiben: Rohe Kartoffelscheiben sollen auf die Hämorrhoiden gelegt werden. Die Stärke der Kartoffel soll eine entzündungshemmende Wirkung haben und Schwellungen reduzieren.
  • Apfelessig: Mit Apfelessig getränkte Wattepads können äußerlich angewendet werden, um Juckreiz zu lindern und eine desinfizierende Wirkung zu erzielen.

Hinweis: Die gesundheitlichen Tipps auf dieser Seite können nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Ziehen Sie bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Ihren Arzt zu Rate.

Medikamentöse und topische Behandlungen

Bei leichten Symptomen wie Juckreiz, Brennen oder Schwellungen können rezeptfreie Salben, Cremes, Zäpfchen oder Analtampons aus der Apotheke eingesetzt werden. Diese Produkte enthalten oft:

  • Entzündungshemmende Wirkstoffe: Z.B. Kortison-Derivate, die Schwellungen und Rötungen mindern.
  • Örtlich betäubende Substanzen: Z.B. Lidocain, die den Schmerz und Juckreiz schnell lindern.
  • Gefäßverengende Wirkstoffe: Die helfen, die Gefäße zu kontrahieren.

Diese Maßnahmen können kurzfristig die Symptome lindern, eignen sich jedoch nicht als Dauertherapie, da sie die eigentliche Ursache nicht beseitigen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, welches Produkt für Ihre Beschwerden am besten geeignet ist.

Ärztliche Behandlung: Verfahren je nach Stadium

Ist die Erkrankung hartnäckig oder bereits fortgeschritten, bleibt nur der Gang in die Arztpraxis. Dort wird je nach Stadium der Hämorrhoiden und den individuellen Vorerkrankungen des Betroffenen eine geeignete Therapie ausgewählt. Eine umfassende Beratung ist essenziell, um die beste Option zu bestimmen und über die Vorteile sowie mögliche Risiken aufzuklären.

Was sind Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden sind die Gefäßpolster unter der Analschleimhaut. Zusammen mit dem Schließmuskel sorgen sie dafür, dass der After im Alltag geschlossen bleibt. Wenn man aber davon spricht, dass man “Hämorrhoiden hat”, dann sind krankhafte Veränderungen dieser Gefäßpolster gemeint.

Hämorrhoiden im 1. und 2. Stadium: Minimalinvasive Verfahren

Für Hämorrhoiden im Anfangs- und mittleren Stadium gibt es verschiedene minimalinvasive Behandlungsoptionen, die meist ambulant durchgeführt werden können:

VerfahrenBeschreibungAnmerkungen
Sklerosierung (Verödung)Ein Wirkstoff wird in die vergrößerten Gefäßpolster gespritzt, der das Gewebe verödet und schrumpfen lässt.Üblicherweise schmerzlos. Oft sind mehrere Sitzungen notwendig. Nur bei leichter Vergrößerung geeignet.
GummibandligaturEin kleiner Gummiring wird über das vergrößerte Gewebe gestreift. Das abgebundene Gewebe stirbt ab und fällt nach einigen Tagen ab.Überwiegend schmerzlos. Nicht geeignet für Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen.
Rekto-Anal-Repair (RAR) / RaffenDas Hämorrhoidalpolster wird umstochen und gerafft, was zu einem Lifting-Effekt führt und das Gewebe wieder anhebt.Operativ mit Rückenmarks- oder Vollnarkose. Verursacht relativ geringe Schmerzen, da nur kleine Einschnitte erfolgen.
Doppler-gesteuerte Hämorrhoidalarterien-Ligatur (HAL)Die zuführenden Arterien der Hämorrhoiden werden per Naht verschlossen, um die Blutzufuhr zu verringern. Dadurch schwellen die Gefäßpolster ab.Operation mit kleinen Einschnitten unter Rückenmarks- oder Vollnarkose.

Seltene Verfahren wie die Vereisung (Kryotherapie) und Infrarot-Behandlung der Gefäßpolster finden bei der Hämorrhoiden-Behandlung heutzutage einen geringeren Stellenwert.

Hämorrhoiden im 3. und 4. Stadium: Chirurgische Eingriffe

Ist die Erkrankung fortgeschritten und das Hämorrhoidalleiden im 3. oder 4. Stadium, hilft oft nur ein größerer operativer Eingriff. Dabei stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die in der Regel einen kurzen Krankenhausaufenthalt erfordern. Die vergrößerten Hämorrhoiden werden unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose entfernt. In schwerwiegenden Fällen kann es notwendig sein, die normale Anatomie des Analkanals wiederherzustellen.

  • Stapler-Methode (nach Longo): Ein spezielles Klammernahtgerät entfernt einen Ring überschüssigen Gewebes und fügt die Schnittränder mit Klammern zusammen. Vorteile sind die oft kurze Operationsdauer, meist geringe Schmerzen und eine schnelle Heilung. Das Verfahren eignet sich insbesondere bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden an mehreren Stellen.
  • Rekonstruktionsoperationen (konventionelle Hämorrhoidektomie): Bei diesen Operationen werden die stark vergrößerten Hämorrhoiden herausgeschnitten und der Analkanal rekonstruiert. Diese Eingriffe eignen sich bei sehr großen oder dauerhaft prolabierten Hämorrhoiden in einem einzelnen Segment und sind oft die effektivste Methode zur dauerhaften Beseitigung schwerer Beschwerden.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Thema Hämorrhoiden

Was ist die Botschaft von Hämorrhoiden?

Aus psychosomatischer Sicht können Hämorrhoiden als ein „blutiger Konflikt ums Loslassen und Festhalten“ interpretiert werden. Sie fühlen sich oft an wie ein Fremdkörper, den wir dringend loslassen müssen, obwohl sie eigentlich ein wichtiger Teil von uns sind. Dieses Thema kann sich oft in unserer gegenwärtigen Lebenssituation widerspiegeln. Wenn die Schleimhaut blutet, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass „eigenes Blut“, sprich unsere Familie, beteiligt ist. Die Frage lautet dann: Gibt es jemanden innerhalb Ihrer Familie, den/die Sie momentan ablehnen, obwohl er/sie immer ein Teil von Ihnen sein wird?

Was kann man gegen vergrößerte Hämorrhoiden tun?

Es gibt viele Tipps, um Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden zu lindern. Dazu gehören die Vermeidung von Verstopfungen, die Einnahme von Sitzbädern oder die Verwendung spezieller Salben und Zäpfchen. Auch wenn diese Mittel die Beschwerden lindern können, bilden sich vergrößerte Hämorrhoiden meist nicht von selbst zurück. Eine Anpassung der Verdauung und des Verhaltens beim Toilettengang spielt eine wichtige Rolle.

Was ist eine Sklerosierung bei Hämorrhoiden?
Sklerosierung bei Hämorrhoiden Hierbei wird ein Gummiring über das vergrößerte Gewebe gestreift, das abgebundene Gewebe stirbt ab und fällt nach einigen Tagen ab. Das Verfahren ist überwiegend schmerzlos aber nicht geeignet für Betroffene, die blutverdünnende Medikamente einnehmen.

Bilden sich Hämorrhoiden von selbst zurück?

Leichte Schwellungen oder Reizungen der Hämorrhoiden können sich unter Umständen von selbst zurückbilden, insbesondere wenn die auslösenden Faktoren (z.B. Verstopfung) beseitigt werden. Vergrößerte Hämorrhoiden, insbesondere ab Stadium II, bilden sich jedoch in den meisten Fällen nicht von selbst zurück und erfordern oft eine gezielte Behandlung, um dauerhafte Linderung zu erzielen und Komplikationen vorzubeugen.

Sind Hämorrhoiden gefährlich?

In den meisten Fällen sind Hämorrhoiden nicht gefährlich, aber sehr unangenehm und schmerzhaft. Die größte Gefahr besteht darin, dass die Symptome mit denen ernsterer Erkrankungen wie Analfissuren, Analekzemen oder sogar Darmkrebs verwechselt werden können. Aus diesem Grund ist ein Arztbesuch bei anhaltenden Symptomen, insbesondere bei Blutungen, immer ratsam, um eine korrekte Diagnose zu erhalten und schwerwiegende Ursachen auszuschließen.

Fazit: Keine Scham, sondern handeln!

Hämorrhoiden sind alles andere als angenehm, und neben den körperlichen Schmerzen spielt oft auch die psychische Komponente eine Rolle, da Hämorrhoiden immer noch als Tabu wahrgenommen werden. Doch dafür gibt es eigentlich keinen Grund, denn die Ursachen für das Leiden sind meist überhaupt nicht peinlich und sehr häufig. Deshalb sollte man den Mut haben, zum Arzt zu gehen und eine kompetente Diagnose einzufordern, damit sich das Leid nicht verschlimmert und die richtige Behandlung eingeleitet werden kann.

Zur Linderung der Schmerzen sowie zur Bekämpfung der vergrößerten oder ausstehenden Gefäße kann man allerdings auch viele Hausmittel nutzen, die bei vielen sehr gut gegen Hämorrhoiden wirken. Kombiniert mit den modernen medizinischen Behandlungsmethoden, gibt es heute für fast jedes Stadium des Hämorrhoidalleidens effektive Lösungen. Zögern Sie nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen und Ihre Lebensqualität zurückzugewinnen!

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