25/06/2023
Im Herzen Münchens, auf dem Marienplatz, erhebt sich ein Monument von unschätzbarem Wert und tiefer spiritueller Bedeutung: die Mariensäule. Sie ist nicht nur ein prächtiges Kunstwerk, sondern vielmehr ein lebendiges Zeugnis der jahrhundertealten Verehrung Mariens in Bayern und der unerschütterlichen Überzeugung ihrer Schutzmacht. Seit unvordenklichen Zeiten ist das bayerische Land unter den Schutz der gnadenreichen Himmelskönigin gestellt, und die Mariensäule ist das sichtbarste und ergreifendste Zeichen dieser tiefen Verbundenheit. Sie erzählt die Geschichte eines Volkes und seiner Fürsten, die in Freud und Leid, in Frieden und Krieg, stets die kindlich vertrauende Zuflucht zu Maria, der „Hilfe der Christen“, nahmen und in ihr die mächtige Fürsprecherin vor Gott erblickten.

Die Säule verkörpert nicht nur die Dankbarkeit für vergangene Rettungen, sondern auch die fortwährende Bitte um Beistand in allen Lebenslagen. Jeder Blick auf die goldene Marienstatue, die über der Stadt thront, erinnert die Münchner und alle Bayern daran, dass sie unter dem barmherzigen Auge der Gottesmutter stehen. Dieses Denkmal ist weit mehr als Stein und Bronze; es ist ein Anker des Glaubens, ein Ort der Besinnung und ein ständiges Symbol der Hoffnung für Generationen.
Die Historische Genesis der Mariensäule
Die Errichtung der Mariensäule im Jahr 1638 durch den großen Kurfürsten Maximilian I. ist untrennbar mit den Wirren und Triumphen seiner Zeit verbunden. Sie entstand als ein monumentales Zeichen des Dankes und der Weihe, inmitten einer Epoche, die von blutigen Konflikten und tiefgreifenden Umwälzungen geprägt war. Hauptsächlich wurde die Säule zum Gedächtnis an seinen entscheidenden Sieg in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag am 7. November 1630 errichtet, ein Wendepunkt im Dreißigjährigen Krieg, der die Machtverhältnisse in Europa neu ordnete und Bayern eine zentrale Rolle zukommen ließ. Doch die Motivation Maximilians reichte weit über militärischen Erfolg hinaus. Sie umfasste auch den Dank für die empfangene Kurwürde, die seine Position als einer der einflussreichsten Fürsten des Heiligen Römischen Reiches festigte, und vor allem die inständige Bitte um Abwendung weiterer Kriegsgefahren vom Lande Bayern.
Mit diesem prächtigen Bauwerk auf dem Hauptplatz Münchens knüpfte Maximilian I. eine tiefe, dauerhafte Verbindung zwischen der Verehrung der Gottesmutter und dem bayerischen Volk. Die Inschrift an der Säule selbst spricht Bände über die Frömmigkeit des Kurfürsten: Er schenkte sich und sein Land, seine Familie und alle seine Landeskinder der heiligen Landes-Patronin und empfahl sie ihrem huldvollen Schutz. Dies war keine bloße Geste, sondern ein tiefes Bekenntnis des Vertrauens in die himmlische Fürbitte Mariens, die als „Patrona Bavariae“ – die Schutzherrin Bayerns – anerkannt wurde. Seitdem ist die Mariensäule das zentrale Symbol dieser Schutzpatronin, ein Ort, an dem die Bayern und insbesondere die Münchner ihre tiefe Liebe und Verehrung zur Mutter des Herrn in ihrem Herzen ausdrücken konnten und können. Sie wurde zum Brennpunkt einer Volksfrömmigkeit, die sich über Jahrhunderte hielt und bis heute lebendig ist.
Chronik der Gnaden: Marias Fürbitte in Zeiten der Not
Die Geschichte der Mariensäule ist gespickt mit Erzählungen von wundersamen Beweisen der göttlichen Huld, die durch Marias mütterliche Fürbitten erfleht wurden. Diese Ereignisse zeugen von der tiefen Überzeugung der Münchner, dass Maria, die unbefleckt empfangene Gottesmutter, mit barmherzigen Augen über die Stadt und das ganze Land herabschaut.
Die Pest von 1680
Ein besonders eindringliches Beispiel für Marias Schutz ereignete sich im Jahr 1680, als die verheerende Pest viele tausend Menschen in Münchens Nachbarschaft dahinraffte. Die Angst und Verzweiflung griffen um sich, doch die Einwohner Münchens eilten nicht in Panik, sondern in kindlichem Vertrauen zur Mariensäule. Dort wurden öffentliche Andachten abgehalten, und in einer kollektiven Geste der Hingabe gründete man eine marianische Bruderschaft zur Förderung der Andacht zur heiligen Muttergottes. Das Ergebnis war nach Überlieferung frappierend: Das Übel wurde glücklich von der Stadt abgewendet, und München blieb von der Seuche verschont, während die umliegenden Gebiete schwer litten. Dies wurde als direkter Beweis für Marias mächtige Fürsprache wahrgenommen.
Max Emanuels Gebet vor Wien (1683)
Drei Jahre später, im Jahr 1683, stand Europa erneut vor einer gewaltigen Bedrohung. Kurfürst Max Emanuel wollte mit seinem Kriegsheer nach Wien ziehen, um diese Stadt aus der Gewalt der belagernden Türken zu befreien. Vor diesem entscheidenden Feldzug warf er sich mit seinen Streitern vor der Mariensäule auf die Knie. Er flehte zu derjenigen, die, nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift, „schrecklich ist wie ein bewaffnetes Kriegsheer“ (Hohelied 6,4), um Hilfe und Beistand. Sein Gebet und der Glaube an Marias Beistand wurden, so die Überzeugung, reich belohnt. Viele Siege über den seither so gewaltigen Erbfeind des Christentums waren die Frucht seines Gebetes, und Wien wurde erfolgreich befreit.
Schutz vor Krieg (1704)
Im Jahr 1704, während des Spanischen Erbfolgekrieges, wurden viele Ortschaften um München herum durch die Flammen des Krieges verzehrt. Die Stadt selbst schien in unmittelbarer Gefahr zu schweben. Doch wieder nahm München seine Zuflucht zur Mariensäule. Das gesamte kurfürstliche Regentenhaus beteiligte sich an den feierlichen Bittgängen, die zu diesem Muttergottesbild unternommen wurden. In einer beeindruckenden Demonstration des kollektiven Glaubens und der Hingabe wurde Maria um Schutz angefleht. Und wie schon so oft zuvor, blieb die Stadt von dem angedrohten Übel befreit, während ringsum Zerstörung herrschte. Diese wiederholten „Wunder“ festigten den Ruf der Mariensäule als unerschütterlichen Schutzwall der Stadt.
Kaiser Albrechts Dank (1744)
Am 23. Oktober 1744 zog der bayerische Kurfürst und deutsche Kaiser Albrecht VII. durch das Neuhauser Tor in München ein. Seine erste Station war die Mariensäule. Mit seiner Generalität stieg er vom Pferd und wohnte, auf den Knien liegend, einem feierlichen „Te Deum“ bei, das er an der Mariensäule singen ließ. Der Grund für diese tiefe Geste der Dankbarkeit war die Befreiung Münchens von der Besetzung durch die Österreicher, die sein tapferes Heer mit der Hilfe der Patronin des Landes erreicht hatte. Die Mariensäule war somit nicht nur ein Ort der Bitte, sondern auch des öffentlichen Dankes für Marias mächtige Fürsprache in Kriegszeiten.
Cholera-Epidemie von 1854
Auch in jüngerer Zeit, im Jahr 1854, als die Cholera in der Stadt zu wüten begann, erinnerte sich Münchens Bewohner der Sitte ihrer Väter. Sie eilten zur Mariensäule und flehten zur „Patrona Bavariae“ um Hilfe. Das plötzliche Nachlassen der verheerenden Seuche – nach dem am 28. August an der Bildsäule abgehaltenen Bittamt – gab eine neue Kunde und Bürgschaft, dass Maria mit barmherzigen Augen ihre pflegebefohlenen Bayern und insbesondere die Münchner ansieht. Diese Ereignisse bestärkten den tiefen Glauben der Bevölkerung an die schützende Hand Mariens.
Pflege und Erhalt: Restaurierungen und Symbolik
Die Mariensäule wurde im Laufe der Jahrhunderte sorgsam gepflegt und restauriert, um ihre Schönheit und symbolische Kraft zu bewahren. Bereits im Jahr 1738, anlässlich des hundertjährigen Bestehens, wurde sie mit größter Pracht und Feierlichkeit begangen und zugleich sorgsamst restauriert. Eine weitere Restaurierung erfolgte im Jahr 1820. Im selben Jahr, als die Cholera-Epidemie die Stadt heimsuchte (1854), bildete sich ein permanenter Verein unter dem Titel „Bürgerbund zur Schutzpatronin Bayerns“. Dieser Verein trug im folgenden Jahr, vom 27. Juni bis 28. August, auf eigene Kosten die Renovierung der Säule und ließ sie im Jahr 1857 mit einer Blumenanlage und einem zierlichen, auf einer Steinstufe ruhenden eisernen Gitter umgeben. Diese Initiativen zeigen die tiefe Verbundenheit der Bürger mit ihrem Wahrzeichen und ihrer Schutzpatronin.
Das Standbild Mariens und seine verborgenen Schätze
Auf der schlanken, mit Schwellung versehenen Säule, über einem reich vergoldeten Kapitell, erhebt sich unmittelbar das Standbild der Mutter des göttlichen Heilandes. Die Statue, aus Erz gegossen und ebenfalls vergoldet, zeigt Maria mit dem Jesuskind in der einen und dem Zepter in der anderen Hand, eingebettet zwischen den Hörnern des Halbmondes – ein traditionelles Attribut der Immaculata. Ihr Haupt schmückt eine prächtige Krone, die nicht nur Schönheit, sondern auch eine besondere Bedeutung birgt. Unter dieser Krone befindet sich eine kleine silberne Kapsel. Diese Kapsel wurde Kurfürst Maximilian I. bei der Einweihung der Säule dem hochwürdigsten Bischof Vitus Adam zur Hinterlegung oberhalb des Hauptes der Gebenedeiten des Herrn übergeben.
Der Inhalt dieser Kapsel ist von unschätzbarem Reliquienwert: Sie enthält einen Dorn aus der Dornenkrone Jesu Christi, ein Fragment des Leidensweges unseres Erlösers. Des Weiteren beherbergt sie Reliquien von bedeutenden Heiligen: Johannes dem Täufer, St. Jakobus dem Älteren, St. Bartholomäus, St. Simon und St. Arsacius und St. Quirinus. Bei der letzten großen Restauration im Jahr 1855 wurden dieser Sammlung noch weitere kostbare Reliquien hinzugefügt: vom Kreuz des Welterlösers, von den heiligen Aposteln sowie von den bayerischen Heiligen Corbinian, Benno und Sebastian. Diese Reliquien verleihen der Mariensäule nicht nur eine historische, sondern auch eine tiefe spirituelle Dimension, die sie zu einem Ort der besonderen Verehrung macht.
Die Symbolik der vier Engel: Schutz vor Leib und Seele
Doch nicht allein in Nöten des Leibes, sondern namentlich auch in den Gefahren der Seele ist uns Maria eine mächtige Schutzfrau. Dies ist sehr sinnreich ausgedrückt durch die in Erz gegossenen vier geharnischten Engel, die auf dem Piedestal der Säule an den vier Ecken aufgestellt sind und gegen eine Schlange, einen Basilisken, einen Löwen und einen Drachen ankämpfen. Diese Ungeheuer sind nicht nur symbolische Darstellungen der größten Gefahren des Leibes – wie Pest, Hunger und Krieg, die das bayerische Land oft heimsuchten –, sondern auch der Feinde unserer Seele, insbesondere der Schlange, die von Anbeginn auf das Verderben des Menschen sann.
Die Darstellungen greifen auf Worte des königlichen Psalmisten zurück: „Du wirst über Nattern und Basilisken wandeln, du wirst Löwen und Drachen zertreten!“ (Psalm 91,13). Diese Worte gelten in eigenster Weise von der jungfräulichen Gottesmutter, von der Gott selbst im Paradies vorausverkündete, „dass sie der Schlange den Kopf zertreten werde“ (Genesis 3,15). So nehmen Gläubige mit kindlichem Vertrauen auch in allen geistigen Nöten und Versuchungen, in allen Gefahren der Seele ihre Zuflucht zu Maria. Die Engel symbolisieren Marias Schutz und die Hoffnung, dass sie uns mit ihrem mütterlichen Beistand zur Seite steht und mit ihrem mächtigen Arm die Feinde unseres Seelenheils abwehrt. Sie ist die unbesiegbare Kämpferin gegen das Böse, die uns im geistigen Kampf beisteht.
Das Gedicht auf die Mariensäule von Dr. J. B. Rousseau
Die Mariensäule hat nicht nur historische und religiöse Bedeutung, sondern inspirierte auch Künstler und Dichter. Im „Münchner Sonntagsblatt“ für das Jahr 1864 befindet sich von dem rühmlichst bekannten deutschen Dichter Dr. J. B. Rousseau ein gemütliches Gedicht auf die Mariensäule. Dieses Gedicht fängt die Essenz der Verehrung und die Atmosphäre des Ortes auf poetische Weise ein. Es lautet:
Auf jenes Platzes Mitte,
Der nach Maria benannt,
Ward ihr nach heiliger Sitte
Ein Denkmal durch fürstliche Hand.
Als Himmelsköniginne,
Den Heiland uns bringend, thront
Das Urbild der göttlichen Minne
Ob dem sie verklärenden Mond.
In wilden Kriegszeiten,
Die Jammer und Elend gebracht,
Erhob der Hochbenedeiten
Ein Kurfürst dies Erzbild voll Pracht;
Und in der Gegenwart Tagen
Sollt es verherrlicht und neu
Als Schutzgeist des Vaterlands ragen
Durch Münchener Bürgertreu.
Ein König, dem's beschieden,
Nach des Herzens Wunsch: "sich zu sehn
Mit seinem Volk im Frieden,"
Hieß dieser Säule Entstehn
Verew`gen in edlem Metalle,
Dass Ihrer, die himmlisch-hehr,
Gedächten die Gläubigen alle
Auch im lärmenden Tagesverkehr.
Ob linde Weste kosen,
Ob's stürmt und schneit und reift:
Du findest täglich Rosen
An dieser Stätte gehäuft.
Durch sinnige Blumenkränze
Ist sie zum Gartenbeet,
Zu einem beständigen Lenze
Geweiht durch Pietät.
Der wankende Greis und der Knabe,
Die Jungfrau hold wie der Mai,
Das Mütterchen an dem Stabe,
Sie treten stündlich herbei:
Und heben zum heiligen Bilde
Die Blicke, die Herzen, den Geist,
Das ihnen voll himmlischer Milde
Der Bitte Gewährung verheißt.
Die Frommsinn im Herzen tragen,
Und die der Reinsten der Frau'n
In guten und schlimmen Tagen
Ihr Inneres gläubig vertraun;
Und Alle, die grambeladen
Ausschütten das brechende Herz
Vor Ihr, der Mutter der Gnaden,
Der Trösterin in Trübsal und Schmerz:
Sieh, wie sie zwischen den Kränzen,
Wenn kaum das Frühlicht graut,
Bis Abends die Lämplein erglänzen,
Hier flehn zu der himmlischen Braut;
Wie barhaupt sie und kniend,
Emporgehoben den Arm,
In seliger Andacht erglühend,
Aufweinen in Kummer und Harm!
Wer hier in Weihestunden
Das Nichtige hat durchblickt,
Der Wahrheit Macht empfunden,
Wen heilige Schönheit entzückt;
Der wird sein Lebtag ringen,
Hoch über Wahn und Spott,
In allen sich wirrenden Dingen
Den Frieden zu finden in Gott.
O blick aus Himmelsbläue,
Maria, segnend herab
Aufs Volk, das kernige, treue,
Das Dir sich fromm ergab;
Beschütze das Haus der Speyern,
Und deine hilfreiche Näh
Verbleibe dem ganzen Bayern,
Patrona Bavariae!
Rousseaus Gedicht ist eine Hommage an die Mariensäule als Mittelpunkt des Münchner Lebens und des bayerischen Glaubens. Es beschreibt, wie Menschen jeden Alters und jeder Herkunft täglich zur Säule kommen, um zu beten, Trost zu finden und ihre Herzen auszuschütten. Es hebt die Rolle Marias als Trösterin in Trübsal und Schmerz hervor und betont die tiefe spirituelle Erfahrung, die man an diesem heiligen Ort machen kann. Die poetischen Zeilen unterstreichen die beständige Präsenz Marias im Leben der Gläubigen, sei es bei Sonnenschein oder Sturm, und die täglichen Zeichen der Verehrung in Form von Blumenkränzen. Das Gebet an der Mariensäule ist somit ein lebendiger Ausdruck unerschütterlicher Hingabe.
Die Mariensäule Heute: Ein lebendiges Denkmal
Die Mariensäule ist weit mehr als nur ein historisches Wahrzeichen; sie ist ein pulsierendes Zentrum des Glaubens und der bayerischen Identität. Sie erinnert uns an die tiefe, unerschütterliche Verehrung Marias, die seit Jahrhunderten das Herz Bayerns prägt. Die Geschichten von Schutz und Wundern, die sich um die Säule ranken, sind nicht nur Legenden der Vergangenheit, sondern zeugen von einer lebendigen Tradition des Vertrauens in die Fürsprache der Gottesmutter. Bis heute ist die Mariensäule ein beliebter Treffpunkt für Gläubige aus aller Welt, die hier Trost, Hoffnung und eine tiefe Verbindung zum Göttlichen suchen. Sie ist ein Ort der Stille inmitten des geschäftigen Stadtlebens, ein Anker der Spiritualität und ein ewiges Symbol der „Patrona Bavariae“, die über ihr geliebtes Bayern wacht und es beschützt.
Häufig gestellte Fragen zur Mariensäule
Was ist die Mariensäule in München?
Die Mariensäule ist ein Denkmal im Zentrum des Marienplatzes in München. Sie wurde 1638 von Kurfürst Maximilian I. errichtet und ist der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet, die als Schutzpatronin Bayerns („Patrona Bavariae“) verehrt wird. Die Säule trägt eine vergoldete Marienstatue und ist ein zentrales Symbol des katholischen Glaubens in Bayern.
Wer hat die Mariensäule gebaut und warum?
Die Mariensäule wurde von Kurfürst Maximilian I. im Jahr 1638 erbaut. Die Hauptgründe waren der Dank für den Sieg in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag (1630), die Freude über die empfangene Kurwürde und die Bitte um Abwendung weiterer Kriegsgefahren. Sie sollte Bayern und seine Bevölkerung unter den Schutz Mariens stellen.
Welche historische Bedeutung hat die Mariensäule?
Die Mariensäule hat eine immense historische Bedeutung als Zeugnis der bayerischen Frömmigkeit und der Rolle Marias in der Geschichte des Landes. Sie wird mit mehreren wundersamen Ereignissen in Verbindung gebracht, darunter die Abwendung der Pest im Jahr 1680, der Schutz Münchens vor Kriegsflammen im Jahr 1704 und die Befreiung der Stadt von österreichischer Besetzung im Jahr 1744. Sie ist ein Symbol der göttlichen Fürsorge für Bayern.
Was stellen die Engel auf dem Sockel der Mariensäule dar?
Auf dem Sockel der Mariensäule befinden sich vier bronzene Engel, die gegen eine Schlange, einen Basilisken, einen Löwen und einen Drachen kämpfen. Diese Figuren symbolisieren nicht nur die größten Gefahren für den Leib (Pest, Hunger, Krieg), sondern auch die Feinde der Seele, insbesondere den Teufel, der als Schlange dargestellt wird. Sie verweisen auf Marias Rolle als mächtige Schutzfrau gegen das Böse in physischer und spiritueller Hinsicht.
Warum ist Maria für die Bayern so wichtig?
Maria ist für die Bayern von zentraler Bedeutung, da sie seit Jahrhunderten als „Patrona Bavariae“, die Schutzpatronin Bayerns, verehrt wird. Zahlreiche historische Ereignisse, bei denen die bayerische Bevölkerung in Notfällen ihre Zuflucht zu Maria nahm und sich von ihr beschützt fühlte, haben diese tiefe Verbundenheit gefestigt. Die Mariensäule ist der sichtbarste Ausdruck dieser tiefen und beständigen Verehrung.
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