Welche Arten von Zeiten gibt es?

Alles hat seine Zeit: Weisheit für ein erfülltes Leben

24/05/2023

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In einer Welt, die sich oft rastlos anfühlt, in der wir ständig nach dem nächsten Ziel jagen und das Gefühl haben, die Zeit zerrinnt uns durch die Finger, bietet uns ein uralter Text eine überraschende Perspektive: Das Buch Kohelet (Prediger) aus der Bibel. Mit den berühmten Worten „Alles hat seine Zeit“ (Koh 3,1) lädt uns der Weisheitslehrer Kohelet ein, über den wahren Sinn des Lebens und die Natur der Zeit nachzudenken. Er blickt kritisch auf althergebrachte Weisheiten und hinterfragt, was uns wirklich glücklich macht. Ist es Frömmigkeit, Reichtum oder Wissen? Oder liegt der Schlüssel zu einem erfüllten Leben vielleicht in der Akzeptanz der Zyklen, die das Dasein prägen, und in der Offenheit für ein größeres Geschenk?

Inhaltsverzeichnis

Kohelet und die Suche nach dem wahren Sinn

Der Weisheitslehrer Kohelet war ein scharfer Beobachter seiner Zeit und des menschlichen Daseins. Er stellte die gängige Annahme infrage, dass frommen Menschen immer Gutes widerfährt. Die alte Lehre besagte: Befolge die Gebote, und du wirst ein langes, glückliches Leben führen. Doch die Realität zeigte Kohelet etwas anderes. Auch die Frommen erlebten Schicksalsschläge, Krankheit und Leid. Waren sie dann nicht fromm genug? Oder musste man die Suche nach dem Sinn des Lebens auf eine neue Grundlage stellen?

Ähnlich kritisch betrachtete Kohelet die Vorstellung, dass Reichtum und Bildung eine Garantie für Glück seien. Er sah, wie vergänglich materieller Besitz ist und dass selbst derjenige, der sich alles leisten kann, nicht automatisch glücklich ist. Auch die Beschäftigung mit Wissen und Gelehrsamkeit führte oft zu mehr Sorgen als zu Freude. „Wozu dann das alles?“, fragt Kohelet. Er bezeichnet vieles, wonach die Menschen streben, als „Windhauch“ – sinnlos, flüchtig, ohne Bestand. Doch diese Erkenntnis führt ihn nicht zur völligen Resignation, sondern zu einer tieferen Einsicht: Es gibt zwar viel „Windhauch“ in der Welt, aber es gibt auch etwas, das bleibt. Das Leben ist nicht sinnlos, aber die Menschen beschäftigen sich oft mit den falschen Dingen. Es geht darum, das zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Dann wird das Leben ein erfülltes Leben, weil Gott uns aus seiner Fülle das schenken will, was uns zu einem solchen Leben fehlt. Nicht durch unablässige Mühe, sondern durch die Offenheit für den schenkenden Gott finden wir zu einem erfüllten Leben.

Was ist eine Gabe Gottes?
Eine Gabe Gottes ist etwas, das Gott tut und weder Anfang noch Ende hat. Man kann daran nichts hinzufügen oder wegnehmen. Gott holt wieder hervor, was vergangen ist. Die Zeit ist was sie ist. Sie bringt uns, was sie bringt. Und sie nimmt uns, was sie nimmt.

Der ewige Tanz des Lebens: Leid und Freude

Kohelet gibt uns in seinem berühmten Gedicht eine tiefgründige Antwort auf die Frage nach den leidvollen und frohen Momenten im Leben: „Für alles gibt es eine bestimmte Zeit: Eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.“ (Koh 3,2-8)

Diese Verse zeigen uns, dass Leid und Freude, Aufbau und Zerstörung, Geburt und Tod, sich im Leben abwechseln. Wir können diesem Wechsel des Geschicks nicht entkommen. Fromme und weniger fromme Menschen sind in gleicher Weise an dieses Auf und Ab gebunden. Es sind keine Belohnungen oder Strafen, sondern ganz natürliche Abläufe, denen wir uns stellen müssen. Kohelet möchte uns weg vom Schwarz-Weiß-Denken führen und uns die Augen für die Komplexität des Lebens öffnen. Es gibt keine einfachen Antworten auf die großen Fragen des Lebens, und wir müssen manche Fragen als solche stehen lassen. Dennoch können wir ein erfülltes Leben führen, auch wenn wir nicht alle Antworten kennen.

Bemerkenswert ist, wie wichtige und weniger wichtige Dinge hier nebeneinanderstehen: Geburt und Tod, Krieg und Frieden, aber auch das Steinewerfen und Steinesammeln. Manche Dinge sind offensichtlich vergänglich, wie das Pflanzen, das auf Wachstum wartet, oder eine Umarmung, die irgendwann gelöst werden muss. Doch bei anderen fällt es uns schwerer, den Wechsel geschehen zu lassen. Wir möchten Freude festhalten, obwohl wir wissen, dass sie vergeht. Und mitten im Leid glauben wir oft nicht, dass es ein Ende haben wird. Doch Kohelet lehrt uns: Auch das Leid wird vorübergehen, ebenso wie Hass der Liebe weichen kann.

Ein passendes Bild hierfür ist der Tropfstein. Er wächst in zehn Jahren nur etwa einen Millimeter. Nach den Maßstäben unserer schnelllebigen Zeit erscheint das Wachstum kaum existent. Doch wenn wir eine Tropfsteinhöhle besuchen, sehen wir, welch imposante Gebilde durch dieses langsame, stetige Wachstum über Jahrhunderte entstehen können. Das kurze, begrenzte menschliche Leben kann nicht der Maßstab für alles sein. Früher hielten sich die Menschen für den Mittelpunkt der Welt. Heute wissen wir, dass die Zeit menschlichen Lebens nur ein Augenblick in den Jahrmillionen der Weltgeschichte ist. Diese Erkenntnis sollte uns demütig machen und uns helfen, uns auf das zu beschränken, was wir wirklich nötig haben, anstatt eitlen Dingen nachzujagen und unseren Planeten zu zerstören.

Die subjektive Natur der Zeit

Warum vergehen zwei Stunden Spaß mit Freunden wie im Fluge, während 15 Minuten im kalten Regen auf den Zug wartend scheinbar kein Ende nehmen? Objektiv gesehen bleibt die Zeit gleich. Eine Stunde heute ist genauso lang wie eine Stunde gestern. Doch aus subjektiver Sicht verändert und formt sich die Zeit, je nachdem, was wir gerade tun und vor allem, wie wir uns dabei fühlen. Unsere Emotionen sind mächtige Gestalter unserer Zeitwahrnehmung.

Zeitwahrnehmung im Lebenslauf
LebensphaseGefühlte ZeitBeispiel
KindheitSehr langsamDie 24 Tage bis Weihnachten sind eine gefühlte Ewigkeit.
TeenagerLangsam, ungeduldigWarten auf das Erwachsensein und die eigene Freiheit.
Junger ErwachsenerLangsam, endlosStudium oder Ausbildung scheinen nie zu enden.
Fortgeschrittenes AlterSehr schnellDie Tage sind zu kurz, die Jahre vergehen wie im Flug.

Mit fortschreitendem Alter ändert sich unsere Beziehung zur Zeit drastisch. Plötzlich wollen wir nicht mehr, dass die Zeit schneller vergeht; ganz im Gegenteil, wir würden sie am liebsten aufhalten! Die Zukunft ist heute, und all unsere großen Ziele und Träume gilt es im Jetzt zu realisieren. Ist die Zeit unser Freund oder Feind? Diese Frage lädt uns ein, unsere Perspektive zu überdenken.

Die Figur Alice aus dem Film „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ fasst dies wunderbar zusammen: „Ich habe immer gedacht, die Zeit wäre ein Dieb, der mir alles stiehlt was ich liebe, aber jetzt weiß ich, dass sie gibt, bevor sie nimmt. Und jeder Tag ist ein Geschenk; jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde.“ Diese Einsicht ist transformativ. Sie verschiebt den Fokus von der Angst vor dem Verlust hin zur Dankbarkeit für das Gegebene. Anstatt zu fragen „Wie viel Zeit bleibt mir noch?“, sollten wir uns fragen: „Was kann ich mit der mir gegebenen Zeit tun?“. Es geht nicht um Quantität, sondern um die Qualität unseres Erlebens und Handelns.

Was bedeutet das Gebet für die Ernte?
Gebet: Herr, ich weiß, dass die Zeit des Säens notwendig ist, um zu ernten. Deshalb bin ich voller Erwartung, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass nichts passiert. Ich werde dir weiter gehorchen und vertrauen, denn du wirst die Ernte zum richtigen Zeitpunkt hervorbringen.

Auch Hector aus Francois Lelords „Hector und die Entdeckung der Zeit“ lehrt uns eine wichtige Lektion: Um das Verrinnen der Zeit gut zu verkraften, muss man Glück haben – und ein bisschen Philosoph sein. Das Glück besteht darin, die Lust an bestimmten Dingen genau zu der Zeit zu verlieren, in der man auch die Fähigkeit zu ihrer Ausführung verliert. Wer früher leidenschaftlich Tennis gespielt hat, verliert vielleicht die Lust daran, wenn die Knie schmerzen. Man erinnert sich gern an die Zeit, aber man trauert ihr nicht nach. Es ist eine Form der Akzeptanz und Anpassung an die natürlichen Veränderungen des Lebens, die uns inneren Frieden schenken kann.

Säen und Ernten: Eine göttliche Zeitlinie

Das Konzept von „Alles hat seine Zeit“ findet sich auch in der Metapher vom Säen und Ernten. Es erinnert uns daran, dass wir nicht alle gleichzeitig in derselben Lebensphase sind. Mancher freut sich bereits an seiner Ernte, während ein anderer noch mit dem Säen beschäftigt ist. Doch derjenige, der erntet, musste ebenfalls eine Zeit des Säens durchleben. Spirituell bedeutet „Säen“ das Erkennen und Befolgen des Willens Gottes. Jedes Mal, wenn wir uns für Gottes Willen statt für unseren eigenen entscheiden, säen wir eine gute Saat aus. Daraus wird in unserem Leben eine Ernte hervorkommen.

Zwischen Saat und Ernte liegt eine oft unterschätzte Phase: die Zeit des Wartens. Die Wurzeln wachsen nach unten, graben sich in den Boden – ein unsichtbarer Prozess, der seine Zeit braucht. Oberhalb der Erde ist oft nichts zu sehen. Nachdem wir im Gehorsam gepflanzt haben, scheint es uns manchmal, als würde nichts passieren. Doch tief im Inneren geschieht alles Mögliche, das wir nicht wahrnehmen. Schließlich bricht die Saat mit einem wunderbaren grünen Sprössling durch die Oberfläche. Genauso wird unsere Saat des Gehorsams letztlich eine großartige Ernte der Dinge hervorbringen, die Gott für unser Leben geplant hat. Diese Geduld und dieses Vertrauen sind entscheidend.

Gebet für die Ernte

Im Vertrauen auf Gottes Zeitplan können wir beten:

Herr, ich weiß, dass die Zeit des Säens notwendig ist, um zu ernten. Deshalb bin ich voller Erwartung, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass nichts passiert. Ich werde dir weiter gehorchen und vertrauen, denn du wirst die Ernte zum richtigen Zeitpunkt hervorbringen. Amen.

Die Zeit als Gabe Gottes

Der Weisheitslehrer Kohelet fasst seine Erkenntnisse über die Zeit und das menschliche Streben in den folgenden Versen zusammen:

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; erkranken hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.“ (Koh 3,1-15, Lutherbibel)

Diese Passage ist ein Kernstück von Kohelets Botschaft. Sie betont die menschliche Begrenzung: Trotz aller Mühe haben wir keinen wirklichen „Gewinn“ im Sinne von bleibendem Besitz oder absoluter Kontrolle über unser Schicksal. Doch das ist keine Botschaft der Hoffnungslosigkeit, sondern der Befreiung. Gott hat „alles schön gemacht zu seiner Zeit“ und die „Ewigkeit in unser Herz gelegt“. Das bedeutet, dass es einen tieferen Sinn und eine größere Ordnung gibt, die wir mit unserem begrenzten Verstand nicht vollständig erfassen können. Die wahre Erkenntnis ist, dass es nichts Besseres gibt, als fröhlich zu sein und das Leben zu genießen, denn dies ist eine „Gabe Gottes“. Essen, Trinken und guten Mutes sein bei all unserem Mühen – das ist wahres Glück, das von Gott kommt und nicht von äußeren Umständen abhängt. Was Gott tut, besteht für ewig; es ist vollkommen und unveränderlich. Dies gibt uns eine tiefe Geborgenheit in der Erkenntnis, dass wir in einem größeren, göttlichen Plan eingebettet sind.

Die Zeit ist, was sie ist. Sie bringt uns, was sie bringt. Und sie nimmt uns, was sie nimmt. Diese einfache Wahrheit, von Tanja Törnroos formuliert, spiegelt die Akzeptanz wider, die Kohelet uns lehrt. Anstatt gegen das Vergehen der Zeit anzukämpfen, können wir sie als Chance begreifen. Altern mag nicht immer begeistern, doch es ist ein Privileg, neue Erfahrungen zu sammeln, Lebensweisheiten zu erwerben und zu sehen, wie Träume sich verwirklichen. Die Zeit steht nicht still, und gerade in dieser Bewegung liegt die Möglichkeit zu Wachstum und Erfüllung. Indem wir uns auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist, und unser Leben als Geschenk sehen, das auch für andere ein Geschenk sein will, finden wir zu einem wirklich glücklichen und erfüllten Leben.

Welche Arten von Zeiten gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Zeiten, wie es in der Bibel heißt: 'eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,'.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was bedeutet „Alles hat seine Zeit“ im Buch Kohelet?

„Alles hat seine Zeit“ bedeutet, dass das Leben aus verschiedenen Phasen und Zyklen besteht, die alle ihren natürlichen Platz haben. Kohelet listet Paare von Gegensätzen (Geburt/Tod, Weinen/Lachen) auf, um zu zeigen, dass sowohl positive als auch negative Ereignisse Teil des menschlichen Daseins sind und dass wir diese Zyklen akzeptieren sollten, anstatt sie als Belohnung oder Strafe zu sehen. Es ist eine Aufforderung zur Gelassenheit und zum Vertrauen in den göttlichen Plan.

Wie unterscheidet sich die objektive von der subjektiven Zeitwahrnehmung?

Objektive Zeit ist konstant und messbar (z.B. eine Stunde ist immer 60 Minuten). Subjektive Zeit hingegen ist unsere persönliche, gefühlte Dauer von Zeit, die stark von unseren Emotionen und Aktivitäten beeinflusst wird. Angenehme Erlebnisse lassen die Zeit schnell vergehen, während unerfreuliche Wartezeiten sich endlos anfühlen können. Diese Diskrepanz zeigt, wie wichtig unsere innere Haltung zur Zeit ist.

Was ist die „Zeit des Säens“ im spirituellen Sinne?

Die „Zeit des Säens“ steht im spirituellen Sinne für die Phase, in der wir im Gehorsam gegenüber Gottes Willen handeln und investieren, auch wenn die Ergebnisse noch nicht sichtbar sind. Es ist eine Zeit des Glaubens, der Geduld und der unsichtbaren Arbeit, die unter der Oberfläche stattfindet. Sie ist notwendig, um später die „Ernte“ – die Früchte unseres Gehorsams und Gottes Segnungen – einzufahren.

Wie kann ich ein erfülltes Leben führen, wenn ich nicht alle Antworten habe?

Kohelet lehrt uns, dass es keine einfachen Antworten auf die großen Fragen des Lebens gibt und wir manche Fragen einfach stehen lassen müssen. Ein erfülltes Leben findet sich nicht im vollständigen Verstehen, sondern in der Akzeptanz der Lebenszyklen, der Freude an den kleinen Dingen und der Offenheit für Gottes Gaben. Es geht darum, im Hier und Jetzt präsent zu sein und das Leben als Geschenk zu sehen, das wir mit gutem Mut annehmen.

Ist Zeit unser Freund oder Feind?

Die Zeit ist weder Freund noch Feind, sondern eine neutrale Kraft, die uns gegeben ist. Unsere Perspektive macht den Unterschied. Wenn wir sie als Dieb sehen, der uns alles nimmt, wird sie zum Feind. Wenn wir sie jedoch als Geschenk betrachten, das uns täglich neue Möglichkeiten und Erfahrungen schenkt, wird sie zu einem wertvollen Verbündeten auf unserem Lebensweg. Es liegt an uns, wie wir die uns gegebene Zeit nutzen und schätzen.

Fazit: Die Zeit umarmen als Geschenk

Kohelets Weisheit über die Zeit ist zeitlos und tiefgründig. Sie lehrt uns, die Zyklen des Lebens – Freud und Leid, Aufbau und Zerstörung, Säen und Ernten – mit Akzeptanz und Vertrauen zu umarmen. In einer Welt, die uns oft dazu verleitet, nach flüchtigen Dingen zu jagen, erinnert uns Kohelet daran, dass wahre Erfüllung in der Erkenntnis liegt, dass „alles schön gemacht zu seiner Zeit“ ist und dass das Glück im Leben eine „Gabe Gottes“ ist. Es geht nicht darum, die Zeit zu kontrollieren oder ihr zu entfliehen, sondern darum, sie bewusst zu erleben, Dankbarkeit für jeden Augenblick zu empfinden und im Vertrauen auf einen größeren Plan zu leben. Wenn wir die Zeit als das Geschenk ansehen, das sie ist, können wir ein Leben führen, das nicht nur uns selbst, sondern auch anderen zum Segen wird.

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