07/08/2026
Die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche ist seit Langem ein Thema intensiver Debatten und tiefer Sehnsüchte. Während die Weltkirche über ihre Zukunft berät, rückt die Frage nach der Gleichstellung von Frauen, insbesondere im Hinblick auf das sakramentale Diakonat und das Priestertum, immer wieder in den Vordergrund. Trotz Rückschlägen und der Auslagerung wichtiger Diskussionen von der Weltsynode in Rom, setzen sich engagierte Frauen nicht nur weiterhin für ihre Berufungen ein, sondern mobilisieren eine mächtige Kraft: das Gebet. Eine von ihnen ist Brigitte Schmidt, Pastoralreferentin aus Bonn, deren persönlicher Weg und ihr unerschütterlicher Glaube Tausende inspirieren. Ihre Geschichte und ihr unermüdlicher Einsatz für die Anerkennung weiblicher Gaben zeigen, dass der Ruf nach Gerechtigkeit in der Kirche untrennbar mit dem spirituellen Leben verbunden ist.

In einer Zeit, in der Vertrauen in kirchliche Strukturen durch Erfahrungen von Machtmissbrauch und Klerikalismus erschüttert ist, suchen immer mehr Gläubige nach neuen Wegen, um ihre Spiritualität authentisch zu leben und sich für eine reformierte Kirche einzusetzen. Die Gebetsinitiative, die Brigitte Schmidt mit anderen berufenen Frauen ins Leben gerufen hat, ist ein leuchtendes Beispiel für diese spirituelle und zugleich aktivistische Haltung. Sie zeigt, dass Gebet nicht nur Trost spendet, sondern auch eine mächtige Kraft für gesellschaftlichen und kirchlichen Wandel sein kann. Es ist ein Ausdruck der Hoffnung, dass die Kirche die Zeichen der Zeit erkennt und sich dem Ruf Gottes nach voller Teilhabe aller Glieder am Leib Christi öffnet.
- Die Gebetsinitiative «Weil Gott es so will» – Ein Aufschrei der Hoffnung
- Die Kraft des Gebets und die weltweite Vernetzung
- Berufung und Widerstände: Brigitte Schmidts persönlicher Weg
- Gerechtigkeit und Würde: Warum die Kirche die Gaben der Frauen braucht
- Häufig gestellte Fragen zur Gleichstellung von Frauen in der Kirche
Die Gebetsinitiative «Weil Gott es so will» – Ein Aufschrei der Hoffnung
Die Enttäuschung war spürbar, als bekannt wurde, dass das Thema Frauendiakonat bei der zweiten Sitzung der Bischofssynode in Rom kaum eine Rolle spielen sollte, stattdessen in eine Studiengruppe ausgelagert wurde. Diese Entscheidung empfanden viele als irritierend und entsetzlich. Doch anstatt in Resignation zu verfallen, haben sich Frauen weltweit zusammengeschlossen, um dem Anliegen der Gleichstellung in der Kirche auf andere Weise Gehör zu verschaffen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Gebetsinitiative, die von der Vernetzung berufener Frauen, darunter auch Brigitte Schmidt, ins Leben gerufen wurde. Sie ist Teil einer breiteren Bewegung, zu der auch internationale Organisationen wie der Catholic Women Council und das Netzwerk Diakonat der Frau gehören, die während der Weltsynode vielfältige Aktionen und Begegnungen planten. Diese Initiativen zielten darauf ab, die Thematik auch abseits der offiziellen Agenden präsent zu halten und den Verantwortlichen in Rom die Dringlichkeit des Anliegens vor Augen zu führen.
Das Kernanliegen dieser Gebetsinitiative ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass die von Gott geschenkten Talente und Gaben vieler Frauen in der Kirche nicht genutzt werden. „Sie fehlen der Kirche überall auf der Welt, weil wir Frauen daran gehindert werden, sie einzubringen“, erklärt Brigitte Schmidt. Für die Initiatorinnen ist es eine grundlegende Frage der Gerechtigkeit und der Würde, dass die Berufungen von Frauen in der Kirche endlich anerkannt werden. Es geht darum, die Charismen der Frauen nicht länger zu missachten und zu verschwenden. Die Gebete sollen eine spirituelle Unterstützung für alle sein, die sich für die Anliegen der Frauen einsetzen, und die Synode dazu ermutigen, klare Zeichen zu setzen und Antworten auf die sogenannte „Frauenfrage“ zu finden. Es ist ein Akt des Glaubens, dass Gott selbst diesen Wandel will und die Kirche auf den Weg der umfassenden Inklusion führen wird.
Die Kraft des Gebets und die weltweite Vernetzung
Die Gebetsinitiative ist mehr als nur eine Sammlung von Fürbitten; sie ist ein Ausdruck tiefer Spiritualität und Vernetzung, die Grenzen überschreitet. Für jeden Tag der Weltsynode wurden Impulse für die eigene Meditation und Gebete gesammelt. Diese Sammlung enthält berührende Texte, wie das „Schritt-für-Schritt-Gebet“ der Benediktinerinnen aus dem Kloster Fahr, das durch seine Einfachheit und Tiefe besticht, sowie sehr persönliche Gebetstexte, die von Frauen aus der Vernetzung formuliert wurden. Diese Texte spiegeln die vielfältigen Hoffnungen, Sorgen und Gebetsanliegen der Beteiligten wider und schaffen eine persönliche Verbindung zu den Betenden. Darüber hinaus stellt die Gebetssammlung bedeutende Frauen der Bibel und der Kirchengeschichte vor, die wie die heutigen Aktivistinnen aus dem Glauben und dem Gebet gelebt haben. Diese historischen Bezüge stärken das Bewusstsein für eine lange Tradition weiblicher Spiritualität und Führung in der Kirche, die oft übersehen oder marginalisiert wurde.
Die Verbreitung dieser Gebetssammlung reicht weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Viele Ordensgemeinschaften, katholische Frauenverbände in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol, „Maria 2.0“-Gruppen und zahlreiche Einzelpersonen sind Teil dieser großen Gebetsgemeinschaft geworden. Die positiven Rückmeldungen und die große Dankbarkeit, die die Initiatorinnen erfahren haben, zeugen von der tiefen Resonanz dieser Aktion und dem Bedürfnis nach einer solchen spirituellen Unterstützung. Eine Theologieprofessorin aus Vicenza hat die Gebete sogar ins Italienische übersetzt, sodass sie auch in Rom und darüber hinaus gelesen werden können. Dies unterstreicht den internationalen und ökumenischen Charakter der Bewegung, die zeigt, wie das gemeinsame Gebet Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammenführen kann. Alle, sowohl Frauen als auch Männer, sind eingeladen, sich dieser Gebetsinitiative täglich, insbesondere um 18 Uhr, anzuschließen. Das Band des Gebetes, so die Überzeugung, stärkt und verbindet die Beteiligten und unterstützt die Synode bei der Suche nach gerechten Lösungen, die dem Evangelium und der Würde aller Menschen gerecht werden.
Berufung und Widerstände: Brigitte Schmidts persönlicher Weg
Brigitte Schmidts Engagement ist tief in ihren persönlichen Erfahrungen verwurzelt, die sie über Jahrzehnte in der Kirche gesammelt hat. Über 37 Jahre lang arbeitete sie mit großem Engagement als Pastoralreferentin im Erzbistum Köln und war eine Pionierin in diesem Beruf, die sich mit Leidenschaft für die Gemeinden einsetzte. Sie erlebte sowohl erfüllende Zeiten im Gemeindedienst, in denen sie ihre Gaben voll einbringen konnte, als auch schmerzhafte und belastende Erfahrungen mit der männlichen Hierarchie, die ihr die Grenzen als Frau in der Kirche schmerzlich aufzeigten. Diese Erfahrungen umfassten geistlichen Machtmissbrauch und Formen des Klerikalismus, die sie tief kränkten und schließlich krank machten. Ein Jahr lang war sie arbeitsunfähig und musste ihren geliebten Beruf aufgeben – ein tiefer Einschnitt in ihr Leben und ihre berufliche Identität.
Diese tiefe Krise war jedoch ein Wendepunkt in ihrem Leben. Erst durch das Durchleiden dieser Krise, die sie an den Rand ihrer Belastbarkeit brachte, konnte Brigitte Schmidt die Angst abschütteln und mutig zu ihrer priesterlichen Berufung stehen. Sie spürt, wie zahlreiche andere Frauen weltweit, eine klare Berufung zur Priesterin, die sie nicht länger verleugnen kann. Dieser Mut ist für Frauen, die dieses katholische Tabu brechen wollen, unerlässlich, denn er erfordert das Überwinden tief verwurzelter Normen und Erwartungen. „Gott hat mich auf diesem Weg in die innere Freiheit geführt, es heute so sagen zu können: Ich bin eine priesterliche Frau und ich bin Ehefrau, Mutter, Oma. All das bin ich mit ganzem Herzen, denn Liebe wird im Teilen nicht weniger, sondern mehr“, sagt sie. Ihre Geschichte ist ein ergreifendes Zeugnis dafür, wie persönliche Leidenserfahrungen zu einer Quelle der Stärke und des Engagements für eine größere Sache werden können, und wie Glaube auch in den dunkelsten Stunden neue Wege eröffnen kann. Sie begleitete auch drei Jahre lang intensiv den dritten Diakonatskreis der Frauen, der in diesem Jahr seinen Abschluss fand, was ihre tiefe Verbundenheit mit den Anliegen berufener Frauen unterstreicht und ihre Rolle als geistliche Begleiterin festigt.
Gerechtigkeit und Würde: Warum die Kirche die Gaben der Frauen braucht
Die stetige Weigerung der katholischen Kirche, die vollen sakramentalen Rollen von Frauen anzuerkennen, wird von vielen als eine Selbstverarmung betrachtet. Brigitte Schmidt betet jeden Tag darum, dass die Kirche diese Einsicht gewinnt: „Ich bete jeden Tag darum, dass die Kirche endlich zur Einsicht kommt, dass sie sich selbst arm macht, weil sie die gottgeschenkten Gaben der Frauen nicht würdigt und ihnen keinen Entfaltungsraum gibt.“ Diese Gaben und Talente, die Frauen von Gott geschenkt wurden, sind nach ihrer Überzeugung viel zu kostbar, um ungenutzt zu bleiben. Sie fehlen in allen Bereichen der kirchlichen Arbeit, von der Seelsorge über die Verwaltung bis hin zur theologischen Reflexion und der Verkündigung des Evangeliums.
Die Anerkennung der Berufungen von Frauen ist nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung im weltlichen Sinne, sondern eine theologische Notwendigkeit und eine Frage der Glaubwürdigkeit der Kirche in der heutigen Welt. Es geht um die Würde der menschlichen Person, die nach christlichem Verständnis Ebenbild Gottes ist, unabhängig vom Geschlecht. Wenn Gott Frauen Gaben und Charismen für den Dienst in der Kirche schenkt – seien es prophetische, lehrende, leitende oder sakramentale Gaben –, dann ist es die Aufgabe der Kirche, diese Gaben zu erkennen, zu fördern und ihnen Raum zur Entfaltung zu geben. Eine Kirche, die dies nicht tut, schränkt nicht nur ihre eigene missionarische Kraft und ihre Fähigkeit zur Evangelisierung ein, sondern handelt auch gegen den Geist, der „weht, wo er will“ (Joh 3,8). Die Gebetsinitiative und die Stimmen wie die von Brigitte Schmidt sind ein kraftvoller Ausdruck des Glaubens, dass Gott Frauen in den Dienst der Kirche beruft, und dass die Kirche diesen Ruf hören und annehmen muss, um ihrer eigenen Sendung gerecht zu werden und als glaubwürdige Gemeinschaft in der Welt zu bestehen und ein Zeichen der Hoffnung für alle Menschen zu sein.
| Aktuelle Situation (Auslagerung des Themas) | Gewünschte Situation (Anerkennung der Frauenberufungen) |
|---|---|
| Irritation und Entsetzen bei Befürwortern des Frauendiakonats. | Stärkung des Vertrauens und der Bindung von Frauen an die Kirche. |
| Gefühl der Missachtung weiblicher Gaben und Charismen. | Volle Entfaltung und Nutzung aller gottgeschenkten Talente. |
| Verlust von Potenzial und Innovationskraft für die Kirche. | Bereicherung der Seelsorge und theologischen Reflexion durch weibliche Perspektiven. |
| Empfinden von Ungerechtigkeit und fehlender Würdigung. | Gerechte Anerkennung der Berufungen und Würde von Frauen. |
| Schaden für die Glaubwürdigkeit der Kirche in Bezug auf Gleichberechtigung. | Gestärkte Glaubwürdigkeit und Anpassung an zeitgemäße Werte. |
| Die Kirche macht sich selbst arm. | Die Kirche lebt die Fülle ihrer Charismen. |
Häufig gestellte Fragen zur Gleichstellung von Frauen in der Kirche
- Warum wird trotz der Auslagerung des Themas Frauendiakonat weiter gebetet?
- Obwohl das Thema Frauendiakonat von der Bischofssynode in eine Studiengruppe ausgelagert wurde, setzen die Initiatorinnen der Gebetsinitiative, wie Brigitte Schmidt, auf die Kraft des Gebets, um weiterhin Aufmerksamkeit für die Gleichstellung von Frauen in der Kirche zu schaffen. Sie möchten, dass die Charismen und Gaben der Frauen nicht länger missachtet und verschwendet werden und die Kirche zur Einsicht kommt, sich selbst zu verarmen, wenn sie diese Potenziale nicht nutzt. Das Gebet dient als spirituelle Unterstützung, als Ausdruck unerschütterlichen Glaubens und als Zeichen der Hoffnung auf einen notwendigen Wandel.
- Wer beteiligt sich an dieser Gebetsinitiative?
- Die Gebetsinitiative ist breit vernetzt und umfasst eine vielfältige Gemeinschaft von Gläubigen. Neben Einzelpersonen beteiligen sich zahlreiche Ordensgemeinschaften, katholische Frauenverbände in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol sowie „Maria 2.0“-Gruppen. Es haben sich sogar feste Gebetsgruppen gebildet, die sich regelmäßig treffen. Die Gebete wurden ins Italienische übersetzt, um eine noch größere Reichweite zu erzielen und die Gebetsgemeinschaft auch international zu stärken. Alle, unabhängig von Geschlecht oder Rolle in der Kirche, sind herzlich eingeladen, sich anzuschließen.
- Wofür betet Brigitte Schmidt persönlich?
- Brigitte Schmidt betet täglich dafür, dass die Kirche die gottgeschenkten Gaben der Frauen würdigt und ihnen Entfaltungsraum gibt. Aus ihrer eigenen Erfahrung der Berufung zur Priesterin und den tiefgreifenden Widerständen, die sie als Pastoralreferentin erlebt hat, ist es ihr ein zentrales Anliegen, dass die Kirche erkennt, wie sie sich selbst schwächt, indem sie weibliche Talente und Berufungen nicht anerkennt und fördert. Sie sieht dies nicht nur als eine Frage der Gerechtigkeit und Würde, sondern als eine Notwendigkeit für die Vitalität und Zukunft der Kirche selbst.
- Welche Rolle spielen persönliche Erfahrungen in dieser Bewegung?
- Persönliche Erfahrungen, wie die von Brigitte Schmidt mit geistlichem Machtmissbrauch und Klerikalismus, sind oft der tiefste Antrieb und die Motivation für ein solch engagiertes Handeln. Ihre persönliche Krise führte dazu, dass sie mutig zu ihrer priesterlichen Berufung stehen konnte, was ein starkes Zeugnis für andere Frauen ist. Diese persönlichen Geschichten, die oft von Leid, Enttäuschung und dem Überwinden von Widerständen geprägt sind, verleihen der Bewegung Authentizität und Dringlichkeit. Sie zeigen auf, wie wichtig es ist, dass die Kirche die gelebten Erfahrungen und die tiefen Berufungen ihrer weiblichen Mitglieder ernst nimmt und ihnen Raum zur Entfaltung gibt, um eine wahrhaft inklusive und lebendige Gemeinschaft zu sein.
Die Gebetsinitiative und das unermüdliche Engagement von Frauen wie Brigitte Schmidt sind ein starkes Zeugnis dafür, dass der Ruf nach Gleichstellung in der katholischen Kirche nicht verstummen wird. Es ist ein Ruf, der aus tiefer Spiritualität und dem Glauben an eine gerechtere, dienende und vom Geist erfüllte Kirche erwächst. Diese Bewegung erinnert daran, dass Gebet nicht nur Trost spendet, sondern auch eine transformative Kraft besitzt, die Herzen und Strukturen bewegen kann. Mögen diese Gebete und Bemühungen dazu beitragen, dass die Kirche die gottgeschenkten Gaben aller ihrer Mitglieder, Frauen und Männer gleichermaßen, vollumfänglich anerkennt und nutzt, um ihre missionarische Aufgabe in der Welt glaubwürdig und mit voller Kraft zu erfüllen.
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