Was ist das Johannes-Evangelium?

Der ewigreiche Gott: Heimat für Herz und Seele

07/08/2024

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In einer Welt, die sich oft rastlos und suchend anfühlt, stellt sich die grundlegende Frage nach dem Sinn, nach einem Ort des Ankommens und nach einer Quelle des ewigen Friedens. Die Sehnsucht nach Heimat und Geborgenheit ist tief in der menschlichen Seele verankert. Doch wo findet man diese Heimat wirklich? Die Antwort führt uns zu einem Verständnis des ewigreichen Gottes, der Kirche als seine erweiterte Familie und dem Gottesdienst als einem heiligen Raum der Begegnung.

Was sagt der Bibel über den ewigreichen Gott?
2) Der ewigreiche Gott / woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz / und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad / erhalten fort und fort und uns aus aller Not / erlösen hier und dort. Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke.
Inhaltsverzeichnis

Der ewigreiche Gott: Eine unendliche Quelle der Gnade und des Friedens

Wenn wir von dem "ewigreichen Gott" sprechen, meinen wir nicht nur materiellen Reichtum, sondern eine Fülle von Qualitäten, die unser menschliches Verständnis übersteigen. Es ist die unendliche Tiefe seiner Liebe, die unerschöpfliche Quelle seiner Gnade und die unvergängliche Natur seines Friedens. Die Bibel offenbart uns einen Gott, der sich nicht nur um unser äußeres Wohl kümmert, sondern zutiefst daran interessiert ist, uns ein immer fröhliches Herz und edlen Frieden zu schenken. Er verspricht, uns in seiner Gnade fort und fort zu erhalten und uns aus aller Not, hier und dort, zu erlösen.

Diese Vorstellung von Gottes Reichtum ist zutiefst tröstlich. Sie bedeutet, dass wir in jeder Lebenslage, sei es in Freude oder Leid, in Fülle oder Mangel, auf seine bedingungslose Unterstützung zählen können. Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott – diese einfache Wahrheit ist ein Leitstern für unser Leben. Sie erinnert uns daran, dass Gottes Präsenz nicht an bestimmte Orte oder Umstände gebunden ist, sondern in den Akten der Nächstenliebe und des Mitgefühls sichtbar wird. Wenn wir singen: "Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke", drücken wir unsere Ehrfurcht vor dieser unermesslichen Größe und Güte aus, die alle unsere Erwartungen übertrifft.

Gott kümmert sich um den ganzen Menschen

Ein zentraler Aspekt der göttlichen Fürsorge, der oft übersehen wird, ist Gottes ganzheitlicher Blick auf den Menschen. Es geht Ihm nicht nur um unsere spirituelle Seite, sondern um unser gesamtes Sein – um Leib, Seele und Geist, mit allem Äußeren und Inneren. Jesus hat dies immer wieder in seinem Wirken gezeigt, sei es durch Heilungen, die Versorgung mit Nahrung oder die Zusage von Vergebung und neuem Leben. Für Gott ist es entscheidend, dass der ganze Mensch heil ist. Das schließt unsere physische Gesundheit, unsere emotionale Stabilität, unsere geistige Klarheit und unsere spirituelle Verbundenheit ein.

Diese umfassende Fürsorge bedeutet, dass wir uns nicht nur um unsere "spirituelle Fitness" kümmern müssen, sondern auch um unser körperliches Wohlbefinden und unsere sozialen Beziehungen. Wenn wir uns krank fühlen, ist es Gott nicht gleichgültig. Wenn wir Not leiden, ist es ihm nicht egal. Er möchte, dass wir satt und versorgt sind, dass wir Heilung erfahren, wo sie nötig ist. Dieses Verständnis erweitert unsere Perspektive auf den Glauben und macht deutlich, dass Gott in jeden Bereich unseres Lebens hineinwirkt und uns dort begegnen möchte, wo wir uns gerade befinden.

Die Sehnsucht nach Heimat: Warum die Kirche so wichtig ist

Das Leben gleicht oft einer Reise, einem ständigen Unterwegssein. Wir sind neugierig, wollen sehen und gesehen werden, sehnen uns nach leichtem Gepäck. Doch wohin, wenn man müde wird? Wo kann man Station machen, ankommen und sich wohlfühlen? Die tiefste Sehnsucht des Menschen ist die nach Heimat.

Was ist ein Gottesdienst?
Dies wird zum Beginn des Gottesdienstes dargestellt: Alles, was belastet und trennt, kann in dieser Stunde vor Gott abgelegt werden. Modernere Gottesdienste bevorzugen heute oft das Eingangsgebet. In einfacher Sprache und mit Impulsen und Elementen der Stille geben sie dem Einzelnen Gelegenheit, vor Gott zur Besinnung zu kommen.

Jesus Christus selbst lädt uns ein, diesen Ort der Ruhe zu finden: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken" (Matthäus 11,28). Dieses Versprechen ist der Kern dessen, was die Kirche für viele Menschen bedeutet: ein Ort des Ankommens, der Erquickung und der Geborgenheit.

Unterwegs sein und Angekommen sein: Eine göttliche Balance

Das Leben spielt sich zwischen den Polen des Unterwegsseins und des Angekommenseins ab. Wer nicht unterwegs ist, verpasst das Leben; wer keine Heimat hat, hat keine Wurzeln. Die Band Silbermond besingt das Phänomen des "leichten Gepäcks" – das Loslassen von Ballast, von Dingen, die wir nicht wirklich brauchen. Dies resoniert stark mit Jesu Lehre, sich nicht zu sorgen, sondern auf Gottes Fürsorge zu vertrauen, so wie er die Lilien auf dem Feld und die Vögel am Himmel versorgt.

Doch das Unterwegssein allein ist keine leichte Übung. Es erfordert Mut zum Aufbruch. Und die Frage bleibt: Wo ist man dann zuhause? Wo finden Wurzeln Halt und Nahrung? Heinz Rudolf Kunze singt von der Erfahrung, nirgendwo wirklich hinzugehören, ein "Vertriebener" zu sein, dessen Geschäft das Überleben und Entfernen ist. Eine schaurige Vorstellung, überall begraben zu sein, ohne festen Ort. Wie findet man Frieden zwischen Sehnsucht und Sicherheit?

Unterwegs sein vs. Angekommen sein in der Kirche
Aspekt des LebensUnterwegs sein (Kirche als Wegbegleiter)Angekommen sein (Kirche als Heimat)
ZielEntdecken, Lernen, WachsenRuhe, Geborgenheit, Zugehörigkeit
GepäckLeichtes Gepäck, Loslassen von BallastLasten ablegen, Versorgung finden
Beziehung zu GottSuche, Neugier, VertrauenAnkommen bei Gott, Vergebung erfahren
GemeinschaftBegegnung, neue Menschen kennenlernenFamilie, tiefe Wurzeln schlagen
OrtÜberall, wo Gottes Geist wirktGottes Haus, Gottes Familie

Die Kirche als Gottes Familie und Bürger des Himmels

Die Antwort auf die Suche nach Heimat findet sich in der Kirche – aber nicht als starres Gebäude oder exklusiver Club, sondern als lebendige Gemeinschaft. Paulus schreibt im Brief an die Epheser (Kapitel 2, ab Vers 17) eine tiefgreifende Wahrheit: "Er ist ´in diese Welt` gekommen und hat Frieden verkündet – Frieden für euch, die ihr fern von Gott wart, und Frieden für die, die das Vorrecht hatten, in seiner Nähe zu sein. Denn dank Jesus Christus haben wir alle – Juden wie Nichtjuden – durch ein und denselben Geist freien Zutritt zum Vater. Ihr seid jetzt also nicht länger Fremde ohne Bürgerrecht, sondern seid – zusammen mit allen anderen, die zu seinem heiligem Volk gehören – Bürger des Himmels; ihr gehört zu Gottes Haus, zu Gottes Familie."

Dies ist keine banale Aussage. Sie bedeutet, dass wir nicht länger anonyme Mieter des Lebens sind, sondern vollwertige Mitglieder einer göttlichen Familie. Die Kirche ist der Ort, an dem die Grenzen zwischen Menschen nicht verfestigt, sondern aufgehoben werden. Bürgerrecht in Gottes Himmel zu haben – das ist die größte Vorstellung von Heimat, die man sich machen kann. Es ist die Teilhabe an der Grenzenlosigkeit des Lebens, die Gott für uns bereithält. Es ist die Gewissheit, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die von der Geburt bis zum Tod begleitet.

Dietrich Bonhoeffer, ein Theologe, der die Bedeutung der Kirche zutiefst verstand, schrieb über das Wort "Kirche", das bei Katholiken Liebe und tiefe religiöse Empfindungen auslöse, während es bei Evangelischen oft als banal oder gleichgültig wahrgenommen werde. Er mahnte: "Weh uns, wenn uns das Wort – das Wort von der Kirche – nicht in Bälde wieder wichtig, ja, ein Anliegen unseres Lebens wird." Bonhoeffer sah in der Kirche nicht nur eine Institution, sondern die "Herrlichkeit" und "Größe" Gottes, die sich in einer Gemeinschaft manifestiert, die Heimat für jeden ist, der nach Gott sucht.

Hier, in der Gemeinschaft der Heiligen, ist jeder willkommen, auch mit kleinem Gepäck. Der Geist Gottes vereint alle und gewährt in der Taufe freien Zutritt – kein Einkauf, keine Miete, nur die Gnade. Die Kirche ist kein Haus des Chaos, sondern ein Bauwerk, dessen Fundament die Worte der Propheten und Apostel sind und dessen Eckstein Jesus Christus selbst ist. Er hält alles zusammen und lässt uns die Nähe Gottes erfahren. Diese Nähe ist der Garant dafür, dass Gott nichts fremd ist, was zu unserem Leben gehört. Egal, welche Lasten wir tragen oder ob wir Ballast abwerfen konnten: Christus empfängt uns mit offenen Armen. Hier finden Nahe und Ferne Frieden. Hier bleibt das Leben nicht stehen, denn das Gebäude besteht aus lebendigen Bausteinen, aus Bewegung. Kirche ist der Ort, an dem beides zusammenkommt: Unterwegs sein und angekommen sein.

Warum ist Jesus in die Welt gesandt?
Er ist in die Welt gesandt, um die Herrlichkeit Gottes sichtbar zu machen und den Menschen den Weg zum Vater zu eröffnen. Diese Sendung Jesu ist als Grundthema in allen Erzählungen zu finden. Joh 6,60-69 gehört zum Erzählkomplex der sogenannten „Brotrede“.

Gottes Kirche ist größer als jede "Privat-Kirche" mit ihren selbst auferlegten Hausordnungen. Hier gilt das Evangelium, Gottes bedingungslose Liebe, die sich auf alle teilt. Sie hält seine Mitbewohner in ständiger Bewegung, schafft täglich Neues, macht Fremde zu Mitbürgern und holt immer neue Menschen in Gottes Haus, in seine Nähe. Wer keine Heimat hat, hat keine Wurzeln, spricht keinen Dialekt, ist überall begraben. In der Kirche finden wir beides: das Unterwegssein in Gottes Welt und das Angekommensein in seinem Tempel. Eine Heimat, die überall zu finden ist, denn Gottes Geist wirkt überall.

Der Gottesdienst: Ankommen und Auftanken in Gottes Gegenwart

Der Gottesdienst ist der zentrale Ort, an dem die Kirche als Gemeinschaft zusammenkommt und die Gegenwart Gottes auf besondere Weise erfährt. Er ist weit mehr als eine formale Versammlung; er ist ein heiliger Raum, in dem das, was uns in der Woche beschäftigt hat – unsere Freuden, Sorgen, Erfolge, unser Streit – Platz findet und vor Gott entfaltet werden kann.

Die Dramaturgie des Ankommens

Jeder Gottesdienst beginnt mit einem bewussten Ankommen. Die Stille zu Beginn gibt Raum, um zur Ruhe zu kommen, Gedanken zu ordnen und Atem zu holen. Das Läuten der Glocken markiert diesen besonderen Tag. Die Musik stimmt uns auf die Begegnung mit Gott ein. Im Eingangslied kommen die Gottesdienstbesucher selbst zu Wort und erleben sich als Gemeinde, die Gott gemeinsam feiert. Es ist ein Akt des gemeinsamen Bekennens und Lobens, der über Jahrhunderte gewachsen ist und alte sowie neue Texte miteinander verbindet.

Erst danach tritt der Gottesdienstleiter oder die Gottesdienstleiterin in Aktion, begrüßt die Gemeinde und macht im Votum deutlich, in wessen Namen sie versammelt ist: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Dies bekräftigt, dass Gott und keine andere Macht über dieser Feier steht. Die Gemeinde bestätigt dies mit dem hebräischen "Amen" – "So ist es / so soll es sein."

Lasten ablegen und Gnade empfangen

Ein wesentlicher Teil des Gottesdienstes ist das "Ankommen bei Gott" mit allem, was uns belastet. In traditionellen Gottesdiensten wird oft das Confiteor, ein knappes Schuldbekenntnis, gesprochen, gefolgt von der Bitte um Vergebung und dem Zuspruch der Gnade Gottes. Diese Praxis verdeutlicht, dass der Mensch vor Gott nicht von sich aus bestehen kann und täglich neu der Vergebung bedarf. Alles, was trennt und belastet, kann in dieser Stunde vor Gott abgelegt werden.

Modernere Gottesdienste verwenden oft ein Eingangsgebet in einfacher Sprache, das mit Impulsen und Elementen der Stille dem Einzelnen Gelegenheit gibt, zur Besinnung zu kommen. Beide Formen erfüllen denselben Zweck: ein Ankommen bei Gott und ein Ablegen dessen, was den Menschen belastet. Man vergleicht das Eingangsgebet oft mit der Garderobe in einem Haus: Ohne das Gepäck, das uns belastet, können wir dem Gastgeber, Gott, viel freier begegnen.

Wann beginnt die Adventszeit?
Die Adventszeit beginnt mit dem 1. Adventssonntag, der je nach Jahr zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegt (vgl. Allgemeine Tabelle). Am 17. Dezember beginnt eine besondere Woche: Es sind die privilegierten Messen des Advents. An diesem Tag wird die 3.

Psalmen: Die Fülle des Lebens vor Gott bringen

Der Introitus, das Psalmgebet, ist seit dem frühen Mittelalter ein fester Bestandteil des Gottesdienstes. Diese uralten Lieder aus dem Gottesdienst des Volkes Israel bringen die gesamte Fülle des menschlichen Lebens vor Gott: Lob und Klage, Dank und Zorn, Ermutigung und sogar das Bedürfnis nach Rache. Sie erlauben es der Gemeinde, ihre vielfältigen Emotionen und Erfahrungen in einer von Gott inspirierten Sprache auszudrücken und so eine tiefe Verbindung zwischen dem individuellen Erleben und dem Göttlichen herzustellen. Die Psalmen sind ein Zeugnis dafür, dass in Gottes Gegenwart kein Gefühl, keine Erfahrung zu klein oder zu groß ist, um sie Ihm darzubringen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was bedeutet "ewigreicher Gott"?

Der Begriff "ewigreicher Gott" bezieht sich auf die unendliche Fülle Gottes, die weit über materiellen Reichtum hinausgeht. Es umfasst seine unerschöpfliche Liebe, Gnade, seinen Frieden, seine Güte und seine Fähigkeit, uns in jeder Lebenslage zu versorgen und zu erlösen. Es ist ein Gott, dessen Ressourcen an Liebe und Fürsorge niemals enden.

Wie kümmert sich Gott um den "ganzen Menschen"?

Gott kümmert sich um den Menschen in seiner Gesamtheit: um Leib, Seele und Geist. Das bedeutet, dass er nicht nur an unserem spirituellen Wohl interessiert ist, sondern auch an unserer körperlichen Gesundheit, unserem emotionalen Zustand und unserem inneren Frieden. Er möchte, dass wir in allen Bereichen heil und versorgt sind, wie Jesus es immer wieder durch Heilungen und Fürsorge gezeigt hat.

Warum wird die Kirche als "Heimat" bezeichnet?

Die Kirche wird als Heimat bezeichnet, weil sie einen Ort der Zugehörigkeit, Geborgenheit und des Ankommens bietet. Sie ist Gottes Haus und Gottes Familie, in der Menschen nicht länger Fremde sind, sondern Bürger des Himmels. Hier finden sie Wurzeln, Unterstützung und einen Platz, wo sie mit all ihren Lasten willkommen sind und Frieden finden können, wie es in den Worten Jesu und des Apostels Paulus zum Ausdruck kommt.

Was ist der Hauptzweck eines Gottesdienstes?

Der Hauptzweck eines Gottesdienstes ist die Begegnung der Gemeinde mit Gott und untereinander. Er dient dazu, Lob und Dank auszudrücken, Sorgen und Lasten abzulegen, Vergebung zu empfangen und durch das Wort Gottes und die Gemeinschaft gestärkt zu werden. Es ist ein Raum, um zur Ruhe zu kommen, aufzutanken und sich auf die Gegenwart Gottes einzustimmen.

Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahrt unsere Leiber und Seelen in Christus Jesus. In der Erkenntnis des ewigreichen Gottes, der Kirche als unserer Heimat und dem Gottesdienst als Ort der Begegnung, finden wir eine unvergleichliche Quelle der Stärke, des Trostes und der Freude. Mögen wir stets das Unterwegssein in Gottes Welt mit dem Angekommensein in seinem Tempel verbinden, denn Gottes Geist wirkt überall und lädt uns ein, Teil seiner unendlichen Herrlichkeit und Größe zu sein. Amen.

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