11/01/2024
In unserer heutigen Zeit, besonders beeinflusst durch den angloamerikanischen Sprachraum, begegnet uns immer wieder der Begriff „wiedergeboren“ oder „Born Again“. Oftmals wird er inflationär oder sogar irreführend verwendet, manchmal sogar für Menschen, die keinerlei Bezug zum christlichen Glauben haben. Doch selbst unter praktizierenden Christen führt die Bezeichnung „Born Again Christian“ manchmal zu Verwirrung, da sie eine Redundanz in sich birgt: Ein Mensch kann nicht wirklich Christ sein, ohne zuvor wiedergeboren zu sein. Ist jemand von Neuem geboren, so ist die logische Konsequenz daraus der Wunsch und die Fähigkeit, Christus nachzufolgen. Um die entstandene Verwirrung zu beseitigen, wollen wir uns im Folgenden intensiv mit der biblischen Lehre der Wiedergeburt auseinandersetzen, ihre Bedeutung ergründen und klären, was die Heilige Schrift über dieses zentrale Ereignis im Leben eines Gläubigen aussagt.

- Wiedergeburt und Bekehrung: Eine grundlegende Unterscheidung
- Die biblischen Sprachbilder der Wiedergeburt
- Was ist Wiedergeburt? Eine theologische Definition
- Der entscheidende Unterschied: Wer ist aktiv?
- Vergleichstabelle: Wiedergeburt vs. Bekehrung
- Die tiefgreifenden Veränderungen durch die Wiedergeburt
- Beispiele biblischer und historischer Wiedergeburten
- Häufig gestellte Fragen zur Wiedergeburt und Bekehrung
- Fazit: Die Notwendigkeit der Wiedergeburt für das Reich Gottes
Wiedergeburt und Bekehrung: Eine grundlegende Unterscheidung
Bevor wir tiefer in die Materie eintauchen, ist es entscheidend, zwei zentrale Begriffe klar voneinander abzugrenzen, die oft miteinander verwechselt oder synonym verwendet werden: die Wiedergeburt und die Bekehrung. Obwohl diese beiden Ereignisse im Leben eines Menschen untrennbar miteinander verbunden sind und oft fast gleichzeitig stattfinden, repräsentieren sie doch unterschiedliche Aspekte des geistlichen Wandels. Die Wiedergeburt ist ein souveränes Handeln Gottes am Menschen, während die Bekehrung die menschliche Antwort auf dieses göttliche Wirken darstellt.
Die biblischen Sprachbilder der Wiedergeburt
Das Neue Testament verwendet eine Vielzahl von Bildern und Ausdrücken, um dieses tiefgreifende Ereignis im Leben eines Gläubigen zu beschreiben. Dies zeigt die Bedeutung und die vielfältigen Facetten der Wiedergeburt.
- Unser bekanntes Wort „Wiedergeburt“ stammt vom griechischen Wort palin-genesia ab, das zweimal im Neuen Testament vorkommt (Titus 3,5; Matthäus 19,28). Es ist eine Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern „wieder“ und „Geburt“, was die Vorstellung eines Neuanfangs, einer zweiten Geburt, treffend beschreibt.
- Ein weiterer verwandter Begriff ist ana-gennao, der ebenfalls zweimal in der Schrift erscheint (1. Petrus 1,3.23) und mit „wiedergebären“ oder „wiederzeugen“ übersetzt werden kann. Er betont den Ursprung des neuen Lebens in Gott.
- Viel häufiger wird der Ausdruck „aus Gott geboren“ verwendet (1. Johannes 2,29; 3,9; 4,7; 5,1.4.18). Dieser Ausdruck unterstreicht die göttliche Vaterschaft und die neue Identität des Gläubigen als Kind Gottes.
- Jesus selbst spricht zu Nikodemus davon, dass er „von oben geboren werden“ muss (gennaomai anothen), um das Reich Gottes sehen zu können (Johannes 3,3.7). Die Betonung liegt hier auf dem himmlischen, übernatürlichen Ursprung dieses neuen Lebens.
- Jakobus konkretisiert diesen Gedanken, indem er festhält, dass Gott uns „durch das Wort der Wahrheit gezeugt“ hat (Jakobus 1,18). Dies weist auf die Rolle des Evangeliums als Mittel hin, durch das Gott neues Leben schenkt.
Neben diesen direkten Begriffen gebraucht die Schrift weitere eindrückliche Sprachbilder, die das Wesen der Wiedergeburt beleuchten:
- Geistliche Waschung (Titus 3,5; 1. Korinther 6,11): Dies symbolisiert die Reinigung von Sünde und die Erneuerung durch den Heiligen Geist.
- Geistliche Neuschöpfung (Galater 6,15; Epheser 4,24; Kolosser 3,10; 2. Korinther 5,17): Dies betont, dass der wiedergeborene Mensch nicht nur verbessert, sondern grundlegend neu geschaffen wird. „Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
- Geistliche Auferstehung (Offenbarung 20,6; Johannes 6,63): Dieses Bild hebt den Übergang vom geistlichen Tod zum geistlichen Leben hervor, ähnlich der Auferstehung von den Toten.
Was ist Wiedergeburt? Eine theologische Definition
Die Wiedergeburt ist ein alleiniges Handeln Gottes am Menschen, bei dem er ihm neues, geistliches Leben verleiht. Es ist ein Akt der göttlichen Gnade, der nicht durch menschliche Anstrengung oder Verdienst erworben werden kann. Das Wesentliche der Wiedergeburt liegt darin, dass der Mensch in diesem Prozess passiv ist (Johannes 3,8). Wie der Wind weht, wo er will, so wirkt der Geist Gottes im Leben eines Menschen, indem er ein neues Herz schafft und die geistliche Fähigkeit zur Erkenntnis und Annahme Gottes schenkt.
Der entscheidende Unterschied: Wer ist aktiv?
Hier liegt der fundamentale Unterschied zur Bekehrung. Während bei der Wiedergeburt allein Gott am Werk ist und der Mensch das empfangende Subjekt ist, ist bei der Bekehrung der Mensch aktiv beteiligt. Wenn sich ein Mensch zu Gott bekehrt, wendet er sich aktiv von seiner Sünde und seinem alten, gottlosen Leben ab und wendet sich Christus im Glauben zu. Diese Umkehr (Buße) und dieser Glaube sind die menschliche Antwort auf das Evangelium.
Doch damit ein Mensch überhaupt Gottes Wort annehmen und dem Ruf des Evangeliums antworten kann, benötigt er die Wiedergeburt (Klagelieder 5,21; Psalm 80,19). Der Mensch ist in seinem natürlichen Zustand geistlich tot und unfähig, Gott zu erkennen oder ihm zu gefallen. Die Wiedergeburt ist somit die geistliche Zeugung eines Menschen durch den Heiligen Geist. Man kann auch sagen, sie ist die Einpflanzung geistlichen Lebens in die Seele eines Menschen, das ihn dazu befähigt, dem Ruf des Evangeliums Folge zu leisten.
Dementsprechend beweist ein Mensch, der Gottes Wort annimmt und Buße tut, dass er wiedergeboren ist. In diesem Sinn kommt die Wiedergeburt vor der Bekehrung, auch wenn Wiedergeburt und Bekehrung oft fast gleichzeitig stattfinden und wir beides so wahrnehmen, als würde es gleichzeitig geschehen. Die Wiedergeburt ist also nicht das Ergebnis unseres Glaubens, sondern sie ist die Grundlage, durch die wir überhaupt erst glauben können. Sobald der Heilige Geist in uns Wohnung genommen und unser Herz verändert hat, entscheiden wir uns „natürlich“ – das heißt, aufgrund unserer neuen Natur – für ein Leben mit Christus.
Aus diesem Grund ist die Wiedergeburt auch ein zwingend notwendiges Ereignis, bevor ein Mensch glauben und in das Reich Gottes eintreten kann. Jesus sagt zu Nikodemus:
Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. (Johannes 3,3)
Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. (Johannes 3,5)
Folglich kann kein Mensch das Reich Gottes sehen, geschweige denn es betreten, wenn er nicht vorher wiedergeboren wurde.
Vergleichstabelle: Wiedergeburt vs. Bekehrung
| Merkmal | Wiedergeburt (Regeneration) | Bekehrung (Konversion) |
|---|---|---|
| Aktivität | Gottes souveränes Wirken; Mensch passiv | Menschliche Antwort; Mensch aktiv |
| Natur | Innerliche, geistliche Erneuerung; Schöpfung eines neuen Herzens | Äußerliche Haltung und bewusste Entscheidung; Abkehr von Sünde, Hinwendung zu Christus |
| Voraussetzung für | Befähigt zum Glauben und zur Buße | Äußerung des Glaubens und der Buße |
| Zeitpunkt | Geht der Bekehrung voraus (logisch), oft unbewusst wahrgenommen | Folgt der Wiedergeburt (logisch), bewusste Entscheidung |
| Ergebnis | Geistliches Leben, neue Natur, Fähigkeit zu glauben | Vergebung der Sünden, Gerechtsprechung, Gemeinschaft mit Gott |
| Wirkung | Einmaliges, sofortiges Ereignis | Einmaliger Beginn, aber auch ein lebenslanger Prozess |
Die tiefgreifenden Veränderungen durch die Wiedergeburt
Da die Wiedergeburt ein geheimes Werk Gottes am Menschen ist, bleibt für uns das genaue Wesen der Wiedergeburt unverständlich in seiner Tiefe. Allerdings gibt es einige Punkte, die wir aus der Schrift über sie festhalten können und die ihre immensen Auswirkungen auf das Leben eines Menschen deutlich machen.
Zunächst einmal wissen wir, dass wir bei der Wiedergeburt vom geistlichen Tod in das geistliche Leben übergehen (Epheser 2,5-6; Kolosser 2,13). Bevor die Wiedergeburt stattfindet, ist der Mensch in seinen Sünden tot, unfähig, geistliche Dinge zu verstehen oder zu empfangen. Er hat kaum Interesse an geistlichen Themen, und wenn doch, so ist es oft eine intellektuelle Neugier ohne tiefere Resonanz. Nach der Wiedergeburt jedoch haben wir einen Eifer für die Dinge Gottes. Wo vorher keine geistliche Wahrnehmung war, entsteht nach diesem einschneidenden Ereignis ein tiefes geistliches Verständnis. Wo wir vorher Gottes Wort ablehnten oder es als langweilig empfanden, möchten wir danach bereitwillig seinen Anweisungen folgen und uns nach seinem Willen ausrichten.
Die Wiedergeburt bringt also eine tiefe Veränderung in der Persönlichkeit eines Menschen mit sich. Man kann auch sagen, wir bekommen ein neues, auf Gott ausgerichtetes Herz. Von diesem neuen Herzen weissagten auch schon die Propheten des Alten Testaments, und ihre Prophezeiungen finden ihre Erfüllung in der Wiedergeburt durch den Heiligen Geist:
Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut. (Hesekiel 36,26-27)
Und ich gebe ihnen ein Herz, mich zu erkennen, dass ich der HERR bin. Und sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein; denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu mir umkehren. (Jeremia 24,7)
Das Herz ist in der biblischen Sprache die Schaltzentrale eines Menschen und damit nicht nur der Sitz seiner Gefühle, sondern auch seines Willens, seiner Gedanken und seiner Motive. Das bedeutet, dass der Heilige Geist bei der Wiedergeburt so auf den Menschen einwirkt, dass seine grundlegende Ausrichtung (man kann auch sagen seine Disposition) zu Gott hin verändert wird. Diese grundlegende Veränderung geschieht augenblicklich und ist unumkehrbar. Sie befähigt die betreffende Person, auf das Evangelium zu reagieren und im Glauben auf Gottes Ruf zu antworten. In Apostelgeschichte 16 wird uns von Lydia erzählt, einer Frau, deren Herz Gott für die gute Nachricht öffnete und die auf diese Weise Anteil am ewigen Leben bekam:
Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt Thyatira, die Gott anbetete, hörte zu; deren Herz öffnete der Herr, dass sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber getauft worden war und ihr Haus, bat sie und sagte: Wenn ihr urteilt, dass ich an den Herrn gläubig sei, so kehrt in mein Haus ein und bleibt! Und sie nötigte uns. (Apostelgeschichte 16,14-15)
Damit also Gottes Wort als der unvergängliche Same (1. Petrus 1,23) in den Kern des Menschen eindringen und Frucht tragen kann, muss vorher das Herz des Menschen verändert und seine Disposition in Ordnung gebracht werden. Dies tut der Heilige Geist, indem er den Boden für Gottes Wort im Innersten des Menschen vorbereitet und ihn geistlich erneuert (Titus 3,5; 1. Korinther 6,11). Paulus erklärt dazu in 2. Korinther 5:
Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5,17)
Bei der Wiedergeburt geschieht also ein schöpferischer Akt Gottes, der uns lebendig macht, sodass sich dieses neue Leben allmählich auf den ganzen Menschen auswirkt. Man kann wie Paulus sagen, dass der wiedergeborene Mensch eine neue Schöpfung in Christus ist, mit neuen Wünschen, neuen Prioritäten und einer neuen Ausrichtung.

Beispiele biblischer und historischer Wiedergeburten
Obwohl die Wiedergeburt ein geheimes Werk Gottes ist, das oft ohne spektakuläre äußere Zeichen geschieht, gibt es dennoch eindrückliche Beispiele, die uns die Realität dieser inneren Veränderung vor Augen führen.
Ein bekanntes und eindrückliches Beispiel einer Wiedergeburt liefert uns das Leben des Apostels Paulus selbst. Vor seiner Wiedergeburt war er ein „Lästerer und Verfolger und Gewalttäter“ (1. Timotheus 1,13). Er war fest entschlossen, die Gemeinde Jesu auszulöschen und ließ sich deshalb nach Damaskus senden, um alle dort ansässigen Jünger festzunehmen und nach Jerusalem abzuführen (Apostelgeschichte 9,1-2). Auf seinem Weg dorthin begegnete ihm allerdings der auferstandene Herr und schenkte ihm neues Leben. Wir lesen in Apostelgeschichte 9 zu diesem Ereignis:
Als er aber hinzog, geschah es, dass er sich Damaskus näherte. Und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht aus dem Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Wer bist du, Herr? Er aber ⟨sagte⟩: Ich bin Jesus, den du verfolgst. (Apostelgeschichte 9,3-5)
Gott offenbarte sich Paulus auf spektakuläre Weise in seinem Sohn und erweichte damit sein verhärtetes Herz für den Glauben an ihn, sodass er ein Apostel des Evangeliums wurde, das er einst zu verfolgen versuchte. Wir lesen ein paar Verse später:
Und nachdem er Speise genommen hatte, kam er zu Kräften. Er war aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus. Und sogleich predigte er in den Synagogen Jesus, dass dieser der Sohn Gottes ist. Alle aber, die es hörten, gerieten außer sich und sagten: Ist dieser nicht der, welcher in Jerusalem die zugrunde richtete, die diesen Namen anrufen, und dazu hierher gekommen war, dass er sie gebunden zu den Hohen Priestern führte? Saulus aber erstarkte noch mehr ⟨im Wort⟩ und brachte die Juden, die in Damaskus wohnten, in Verwirrung, indem er bewies, dass dieser der Christus ist. (Apostelgeschichte 9,19-22)
Paulus blieb zwar, auch nach seiner Begegnung mit unserem Herrn, in Bezug auf seine menschlichen Veranlagungen und Fähigkeiten derselbe Mensch, aber die zugrundeliegende Disposition, seine Grundausrichtung änderte sich radikal. Während er zuvor seine Kraft und Logik nutzte, um gegen das Evangelium zu argumentieren, verteidigte er es nun. Während er vorher seine Redegewandtheit und Rhetorik gegen Jesus als den im Alten Testament verheißenen Messias richtete, wurde er nun zu seinem eifrigsten Zeugen. Dies ist ein klares Zeugnis einer Wiedergeburt, die eine Bekehrung zur Folge hatte.
Auch die Kirchengeschichte erzählt uns von einigen bemerkenswerten Wiedergeburten. So berichtet beispielsweise der Erweckungsprediger George Whitefield, wie Gott ihm während seiner Studienzeit durch ein Buch offenbarte, dass er wiedergeboren werden müsse, um ewiges Leben zu erhalten. Daraufhin verschrieb sich der religiöse, aber nicht gläubige Whitefield einer rigorosen Askese, bei der er nächtelang kniend oder auf dem Bauch ausgestreckt im Gebet verharrte. Nachdem er im Frühling 1735 schon sechs Wochen kaum etwas gegessen und getrunken hatte, verschlimmerte sich sein Zustand so sehr, dass man befürchten musste, er würde nicht überleben. Erst als er körperlich wie auch seelisch am Ende war und nicht länger auf sich und seine Kraft vertrauen konnte, schenkte ihm Gott in seiner Gnade, was er durch keine Kasteiung und keinen Verzicht erlangen konnte: Das Geschenk der Wiedergeburt und des ewigen Lebens. Whitefield selbst kommentiert dazu:
Es gefiel Gott, mich von meiner schweren Last zu befreien und mich zu befähigen, in lebendigem Glauben Seinen geliebten Sohn zu ergreifen. Er schenkte mir den Geist der Kindschaft und versiegelte mich auf den Tag der ewigen Erlösung. O, welche Freude – Freude, die unaussprechlich und voller Herrlichkeit ist – füllte jetzt meine Seele, als die Sündenlast von mir fiel und das bleibende Bewusstsein der vergebenden Liebe Gottes mich erfasste, als volle Gewissheit des Glaubens in meine trostlose Seele einbrach! Das war der Tag meiner Vermählung – ein Tag, dessen ewiglich zu gedenken ist. Meine Wonne glich Frühlingsströmen, die alle Ufer überschwemmen. (George Whitefield – Der Erwecker Englands und Amerikas: Peters, B.)
Häufig gestellte Fragen zur Wiedergeburt und Bekehrung
Die Konzepte der Wiedergeburt und Bekehrung werfen oft viele Fragen auf. Hier beantworten wir einige der häufigsten:
Ist Wiedergeburt ein Gefühl?
Nein, die Wiedergeburt ist kein Gefühl, sondern ein objektives Werk Gottes in der Seele eines Menschen. Während sie oft mit tiefen emotionalen Erfahrungen einhergehen kann, ist das Gefühl nicht das Kennzeichen der Wiedergeburt, sondern die Veränderung der inneren Disposition und die Fähigkeit, Gott zu erkennen und an ihn zu glauben.
Wie weiß ich, ob ich wiedergeboren bin?
Sie wissen, dass Sie wiedergeboren sind, wenn Sie die Früchte der Wiedergeburt in Ihrem Leben sehen. Dazu gehören der Glaube an Jesus Christus, die Reue über Ihre Sünden, der Wunsch, Gottes Wort zu folgen, Liebe zu Gott und den Geschwistern, und ein Kampf gegen die Sünde. Die Wiedergeburt ist die Ursache; Glaube und Buße sind die Wirkungen und Beweise dafür.
Kann jemand Christ sein, ohne wiedergeboren zu sein?
Nein, die Bibel lehrt klar, dass die Wiedergeburt eine notwendige Voraussetzung ist, um überhaupt das Reich Gottes sehen oder betreten zu können (Johannes 3,3.5). Ohne die geistliche Erneuerung durch den Heiligen Geist ist der Mensch geistlich tot und unfähig, eine echte Beziehung zu Gott zu haben.
Ist die Wiedergeburt ein einmaliges Ereignis oder ein Prozess?
Die Wiedergeburt selbst ist ein einmaliges, augenblickliches Ereignis, bei dem Gott neues Leben schenkt. Die Bekehrung beginnt als einmalige Umkehr, ist aber auch ein fortlaufender Prozess des Wachstums in Glaube und Buße, bekannt als Heiligung. Die Frucht der Wiedergeburt entfaltet sich im Laufe des Lebens.
Welche Rolle spielt die Taufe?
Die Taufe ist ein äußeres Zeichen der Bekehrung und des Glaubens, ein öffentliches Bekenntnis zum Tod und zur Auferstehung mit Christus. Sie ist eine Gehorsamshandlung, die auf die innere Realität der Wiedergeburt und Bekehrung folgt, aber nicht die Wiedergeburt selbst bewirkt. Die Bibel spricht von der Wiedergeburt durch den Geist und das Wort, nicht durch das Ritual der Taufe.
Was ist mit Kindern oder Menschen, die das Evangelium nie gehört haben?
Die biblische Lehre der Wiedergeburt gilt für alle Menschen, die in Sünde geboren sind und das Evangelium benötigen. Bei Kindern, die in jungen Jahren sterben, oder bei Menschen, die nie die Möglichkeit hatten, das Evangelium zu hören, vertrauen wir auf die souveräne Gnade Gottes und seine Gerechtigkeit. Die Schrift legt jedoch den Schwerpunkt auf die Notwendigkeit des Glaubens, der durch die Wiedergeburt ermöglicht wird, sobald das Evangelium gehört wird.
Fazit: Die Notwendigkeit der Wiedergeburt für das Reich Gottes
Auch wenn nicht jede Wiedergeburt so spektakulär verläuft wie die oben genannten Beispiele – sie ist immerhin ein geheimes Werk Gottes, das oftmals nicht bewusst als ein einzelner, fühlbarer Moment wahrgenommen wird – so ist sie dennoch eine notwendige Bedingung, um in das Reich Gottes eingehen zu können. Wir können uns nicht selbst zeugen, sondern wir müssen durch Gottes Geist gezeugt werden, der uns die Hinwendung zu Christus im Glauben durch seine Gnade schenkt. Es bedarf also unbedingt des Wirkens des Geistes in unserem Leben, um die Erlösung persönlich auf uns anzuwenden.
Der Geber des Geistes ist Christus selbst. Ihm gilt all unser Dank, denn er hat „nachdem er nun durch die Rechte Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, diesen ausgegossen“ (Apostelgeschichte 2,33), sodass auch wir Teilhaber des Reiches und seiner unverdienten Gnade werden durften. Die Wiedergeburt ist das Fundament, auf dem unser Glaube und unsere Bekehrung aufbauen, ein Geschenk, das uns befähigt, Gott zu erkennen, zu lieben und ihm nachzufolgen. Ohne sie bleibt der Mensch in seiner geistlichen Blindheit gefangen, doch durch sie wird er in das wunderbare Licht Gottes geführt und erhält das ewige Leben.
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