Was musste der Kornbauer mit dem Getreide tun?

Der Reiche Kornbauer: Wo wahrer Schatz liegt

22/04/2025

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In einer Welt, die oft von materiellem Streben und dem Wunsch nach mehr Besitz angetrieben wird, bietet eine alte Geschichte, erzählt von Jesus selbst, eine tiefgreifende Perspektive auf das, was wirklich zählt. Es ist die Geschichte vom reichen Kornbauern, ein Gleichnis, das uns eindringlich vor der Falle der Habgier warnt und uns daran erinnert, dass wahre Schätze nicht auf der Erde zu finden sind. Die Botschaft ist klar und zeitlos: Gott ist wichtiger als Geld.

Das Gleichnis beginnt mit einer alltäglichen Szene: Ein Mann kommt zu Jesus, nicht um Heilung oder spirituellen Rat zu suchen, sondern um einen Rechtsstreit beizulegen. Er fordert Jesus auf, seinem Bruder zu befehlen, das Erbe gerecht zu teilen. Jesus, der die Herzen der Menschen kennt, durchschaut sofort die eigentliche Motivation: Es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern um Habgier. Er lehnt es ab, Richter in weltlichen Angelegenheiten zu sein, und nutzt die Gelegenheit, um eine viel wichtigere Lektion zu erteilen. Er warnt die Umstehenden eindringlich: „Hütet euch vor der Habgier! Denn niemand lebt davon, dass er viel Besitz hat.“ Diese Worte sind der Schlüssel zum Verständnis des gesamten Gleichnisses. Sie stellen unsere gängige Vorstellung von Sicherheit und Glück auf den Kopf.

Was musste der Kornbauer mit dem Getreide tun?
Als alle Felder abgeerntet waren, hatte der Kornbauer einen riesigen Berg Getreide. Er begann, das Getreide in seine Scheune zu bringen. Aber schon bald merkte er, dass die Scheune gar nicht reichen würde. Es war so viel Getreide. Er musste irgendetwas mit dem Getreide tun.
Inhaltsverzeichnis

Die Falle der Habgier: Eine Warnung Jesu

Jesus erkannte in der Bitte des Mannes die weitverbreitete menschliche Tendenz, Sicherheit und Wert in materiellem Besitz zu suchen. Diese Haltung, die wir als Habgier bezeichnen, ist nicht nur der Wunsch nach mehr, sondern eine innere Einstellung, die den Besitz über alles andere stellt. Es ist die Überzeugung, dass ein Mehr an Geld, Gütern oder Ansehen ein Mehr an Glück, Sicherheit und Lebensqualität bedeutet. Jesus widerspricht dieser Logik fundamental. Er sagt uns, dass unser Leben – unser wahres Leben, das Leben in seiner Fülle und seinem Sinn – nicht von der Menge unseres Besitzes abhängt. Dies ist eine radikale Aussage in einer Gesellschaft, die oft den Wert eines Menschen an seinem Vermögen misst.

Die Gefahr der Habgier liegt darin, dass sie uns blendet. Sie lässt uns die wahren Prioritäten im Leben vergessen. Wenn unser Herz nur darauf ausgerichtet ist, Schätze auf der Erde zu sammeln, verpassen wir die Möglichkeit, Schätze im Himmel zu sammeln, die von unendlich größerem Wert sind. Die Habgier führt zu einer ständigen Unzufriedenheit, einem immerwährenden Verlangen nach mehr, das niemals gestillt werden kann. Sie ist ein Fass ohne Boden, das uns immer weiter von dem entfernt, was uns wirklich erfüllen könnte: eine Beziehung zu Gott.

Ein Bauernleben im Überfluss: Die Herausforderung der Ernte

Um seine Lehre zu veranschaulichen, erzählt Jesus die Geschichte eines reichen Kornbauern. Dieser Bauer war in einer beneidenswerten Lage. Seine Felder waren fruchtbar, das Wetter war ihm wohlgesonnen, und die Ernte war außergewöhnlich gut. Ein riesiger Berg Getreide türmte sich vor ihm auf – weit mehr, als er brauchte oder in seinen vorhandenen Scheunen lagern konnte. Aus menschlicher Sicht war dies ein Segen, der Gipfel des Erfolgs. Der Bauer hatte hart gearbeitet, und nun erntete er die Früchte seiner Mühen. Er hatte ein „Problem des Überflusses“, ein Problem, von dem viele Menschen heute träumen würden.

Doch genau hier beginnt die Prüfung. Wie würde der Kornbauer mit diesem unerwarteten Reichtum umgehen? Würde er an andere denken, die weniger hatten? Würde er Gott danken und einen Teil davon teilen? Oder würde er alles für sich behalten? Die Reaktion des Bauern offenbart seine wahre Herzenshaltung. Er dachte nur an sich und seinen Besitz. Seine Sorge galt nicht dem Teilen oder dem Dank, sondern dem Lagern und Sichern seines Überflusses. Dieses „Problem“ des Bauern ist eine Metapher für die Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, wenn wir mehr bekommen, als wir brauchen. Es zeigt auf, wie schnell wir von der Dankbarkeit zur Selbstgefälligkeit und von der Fürsorge für andere zur alleinigen Sorge um uns selbst übergehen können.

Strategie oder Torheit? Der Plan des Kornbauern

Der Kornbauer dachte lange und intensiv über sein „Problem“ nach. Er konnte nachts nicht schlafen, nicht etwa aus Sorge um seine Seele oder seine Beziehung zu Gott, sondern aus Sorge um sein Getreide. Schließlich kam er zu einer Lösung, die er für genial hielt: Er würde seine alten, zu kleinen Scheunen abreißen und viel größere bauen. Diese neuen Scheunen würden genug Platz bieten, um all sein Getreide zu lagern, und zwar für viele Jahre. Sein Plan war aus wirtschaftlicher Sicht vielleicht klug, aber aus spiritueller Sicht war er das genaue Gegenteil – es war Torheit.

„Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Getreide und alle meine Güter“, sagte er sich. „Und will sagen zu meiner Seele: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und sei fröhlich!“ Der Bauer glaubte, dass er sich nun keine Sorgen mehr machen müsste. Er hatte genug für viele Jahre gesammelt, und nun konnte er sich entspannen und das Leben genießen. Er hatte seine Sicherheit in seinem materiellen Besitz gefunden und glaubte, dass dieser ihm Ruhe, Freude und ein sorgenfreies Leben garantieren würde. Er sprach zu seiner „Seele“, als ob die Seele mit materiellem Besitz zufrieden gestellt werden könnte. Doch die Seele sehnt sich nach etwas Tieferem, etwas Ewigem.

Der wahre Reichtum: Eine himmlische Perspektive

Das Gleichnis stellt uns vor die Frage: Was ist wahrer Reichtum? Ist es die Anhäufung von Gütern, die uns ein Gefühl von Sicherheit und Unabhängigkeit vermitteln? Oder gibt es eine andere Art von Reichtum, die weit über das Materielle hinausgeht? Jesus macht deutlich, dass wahrer Reichtum nicht in dem liegt, was wir besitzen, sondern in unserer Beziehung zu Gott. Er sagt: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (Lukas 12,34). Wenn unser Schatz auf der Erde liegt, wird unser Herz dort verankert sein, gebunden an Vergängliches. Wenn unser Schatz jedoch bei Gott liegt, wird auch unser Herz bei ihm sein, gebunden an das Ewige.

Man könnte meinen, Geld sei die Antwort auf alle Probleme. Es kann uns ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Kleidung kaufen. Es kann uns Reisen und Annehmlichkeiten ermöglichen. Aber Geld kann uns nicht das Wichtigste kaufen: wahre Liebe, inneren Frieden, Freude, die nicht von äußeren Umständen abhängt, oder das ewige Leben. Wenn wir einsam sind, kann Geld keine echte Freundschaft ersetzen. Wenn wir traurig sind, kann es uns nicht wirklich trösten. Wenn wir krank sind, kann es zwar Behandlungen bezahlen, aber keine Heilung garantieren oder die Angst vor dem Tod nehmen. Nur Gott kann diese tiefsten Bedürfnisse unserer Seele stillen. Er ist da, wenn wir einsam sind; er tröstet uns in Trauer; er gibt uns Orientierung und Sinn im Leben.

Vergleich: Menschlicher Reichtum vs. Göttlicher Reichtum

Menschlicher ReichtumGöttlicher Reichtum
Materieller Besitz (Geld, Güter, Immobilien)Beziehung zu Gott, Glauben, Liebe, Freude, Frieden
Vergänglich, kann gestohlen oder verloren werdenEwig, unvergänglich, kann nicht genommen werden
Bietet äußere Sicherheit, aber keine innere RuheBietet innere Ruhe und wahre Sicherheit
Kann Neid und Habgier fördernFördert Demut, Dankbarkeit und Großzügigkeit
Führt zu Sorgen und Ängsten um den ErhaltFührt zu Vertrauen und Losgelöstheit von materiellen Sorgen
Kann uns von Gott entfernenVerbindet uns tiefer mit Gott
Kann nicht vor dem Tod schützenSchenkt ewiges Leben

Die Vergänglichkeit des Irdischen: Gottes Urteil

Der Kornbauer war voller Selbstzufriedenheit. Er hatte seinen Plan in die Tat umgesetzt, die riesigen Scheunen gebaut und sie mit Getreide gefüllt. Er fühlte sich sicher und wohlhabend. Doch in diesem Moment der triumphalen Selbstbestätigung geschieht das Unerwartete. Eine Stimme ertönt, die Stimme Gottes, die er bisher in seinem Leben völlig ignoriert hatte: „Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann gehören, was du vorbereitet hast?“

Diese Worte sind ein Schock. Der Bauer hatte sein ganzes Leben auf materiellen Besitz aufgebaut, nur um festzustellen, dass dieser im Angesicht des Todes völlig bedeutungslos wird. Sein Reichtum konnte ihm das Leben nicht verlängern, und er konnte nichts davon mit ins Jenseits nehmen. Alles, wofür er gelebt und gearbeitet hatte, würde nun anderen gehören. Seine „Sicherheit“ war eine Illusion, seine „Ruhe“ ein Trugbild, seine „Freude“ oberflächlich. Gott nennt ihn einen Narren, weil er die wichtigste Wahrheit des Lebens übersehen hat: dass das Leben begrenzt ist und dass es einen Gott gibt, der der Herr über Leben und Tod ist. Der Bauer hatte für das Irdische gelebt und das Ewige vergessen. Er hatte sich selbst zur Gottheit gemacht, indem er glaubte, seine Zukunft und sein Glück lägen allein in seinen Händen und seinem Besitz.

Was zählt wirklich? Lehren für unser Leben heute

Die Geschichte des reichen Kornbauern ist nicht nur eine Warnung vor Habgier, sondern auch eine Aufforderung, unsere Prioritäten zu überdenken. In unserer modernen Gesellschaft, in der Konsum und materieller Erfolg oft als höchste Güter angesehen werden, ist diese Botschaft relevanter denn je. Wir werden ständig dazu ermutigt, mehr zu wollen, mehr zu kaufen, mehr zu erreichen. Doch Jesus fragt uns: Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden an seiner Seele nimmt?

Das Gleichnis lehrt uns, dass wahre Sicherheit und Erfüllung nicht in der Anhäufung von Besitz liegen, sondern in einer lebendigen Beziehung zu Gott. Wenn wir Gott in unserem Leben haben, haben wir alles, was wir wirklich brauchen – nicht unbedingt alles, was wir uns wünschen, aber alles, was für unser wahres Wohl und unser ewiges Leben notwendig ist. Gott gibt uns Frieden, der über alles Verstehen geht, Freude, die nicht von äußeren Umständen abhängt, und die Gewissheit des ewigen Lebens nach dem Tod.

Das bedeutet nicht, dass Geld oder Besitz an sich schlecht sind. Es ist die Liebe zum Geld, die Wurzel allen Übels ist, nicht das Geld selbst. Wir dürfen Besitz haben und auch für unsere Zukunft vorsorgen, aber wir dürfen uns nicht von ihm beherrschen lassen. Unsere Identität und unser Wert dürfen nicht in dem liegen, was wir besitzen, sondern in dem, wer wir in Christus sind.

Häufig gestellte Fragen zum Gleichnis vom reichen Kornbauern

Was ist die Hauptbotschaft des Gleichnisses vom reichen Kornbauern?

Die Hauptbotschaft ist, dass materieller Reichtum und Besitz vergänglich sind und uns im Angesicht des Todes nicht helfen können. Wahre Sicherheit und Erfüllung liegen nicht in der Anhäufung von Gütern, sondern in einer lebendigen Beziehung zu Gott und dem Sammeln von Schätzen im Himmel, die ewig Bestand haben. Gott ist wichtiger als Geld.

Warum ist Gott wichtiger als Geld?

Gott ist wichtiger als Geld, weil Geld nur materielle Bedürfnisse befriedigen kann und vergänglich ist. Gott hingegen bietet uns das, was Geld nicht kaufen kann: bedingungslose Liebe, inneren Frieden, Trost in Leid, Sinn im Leben und die Verheißung des ewigen Lebens. Er kümmert sich um unsere Seele, während Geld nur unseren Körper und unsere irdischen Bedürfnisse versorgen kann.

Bedeutet dieses Gleichnis, dass Geld schlecht ist und man arm sein sollte?

Nein, das Gleichnis verurteilt nicht den Besitz von Geld an sich, sondern die Habgier und die falsche Priorität, die man dem Geld einräumt. Es geht darum, wo unser Herz ist und worauf wir unsere Sicherheit und unser Glück gründen. Geld kann ein Werkzeug sein, um Gutes zu tun und für sich und andere zu sorgen, aber es darf niemals zum Götzen werden oder unser Leben beherrschen.

Wie kann ich wahren Reichtum finden?

Wahren Reichtum finden Sie, indem Sie eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen und pflegen. Dies geschieht durch Glauben an Jesus Christus, Gebet, das Lesen der Bibel und das Leben nach seinen Geboten. Es bedeutet auch, großzügig zu sein, anderen zu dienen und nicht am Besitz zu klammern. Wenn Sie Gott an die erste Stelle setzen, wird er Ihnen alles geben, was Sie wirklich brauchen, einschließlich des ewigen Lebens.

Das Gleichnis vom reichen Kornbauern ist eine Mahnung und eine Ermutigung zugleich. Es mahnt uns, unsere Prioritäten zu überprüfen und uns nicht von der Jagd nach materiellem Besitz verzehren zu lassen. Es ermutigt uns, unseren Blick auf das Ewige zu richten und unseren wahren Schatz in Gott zu finden. Denn nur wer Gott im Leben hat, ist wirklich reich und hat alles, was er braucht – sowohl für dieses Leben als auch für die Ewigkeit.

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