Was sagt der Bibel über die Taufe?

Die Taufe des Herrn: Ein Fest des Übergangs

03/12/2023

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Jedes Jahr, am Sonntag nach dem 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie), feiern Christen weltweit ein besonderes Fest: die Taufe des Herrn. Dieses Ereignis markiert nicht nur einen entscheidenden Moment im Leben Jesu, sondern bildet auch eine faszinierende Schwelle im Kirchenjahr, die die festliche Weihnachtszeit abschließt und den Übergang in die sogenannte Zeit im Jahreskreis einleitet. Es ist ein Tag, der uns einlädt, über die Anfänge des öffentlichen Wirkens Jesu nachzudenken und die tiefe Bedeutung unserer eigenen Taufe neu zu entdecken.

Wann ist die Taufe des Herrn gefeiert?
Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Das Fest der Taufe des Herrn wird am Sonntag nach dem 6. Januar (Epiphanie) gefeiert. Es steht an der Schwelle zwischen der Weihnachtszeit und der Zeit im Jahreskreis. Obwohl dieser Sonntag noch zur Weihnachtszeit gehört, wird er doch schon als der erste Sonntag im Jahreskreis gezählt.

Die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer ist eine Szene von immenser spiritueller Bedeutung, die in drei der vier Evangelien ausführlich beschrieben wird. Sie ist der Startschuss für Jesu Mission auf Erden und offenbart auf dramatische Weise seine göttliche Identität. Doch was genau geschah an diesem Tag am Jordan, und welche Botschaft trägt dieses Fest für uns in die heutige Zeit?

Inhaltsverzeichnis

Wann wird die Taufe des Herrn gefeiert?

Das Fest der Taufe des Herrn findet traditionell am ersten Sonntag nach dem 6. Januar statt. Auch wenn dieser Sonntag noch zur erweiterten Weihnachtszeit gezählt wird, markiert er gleichzeitig den Beginn der Sonntage im Jahreskreis. Dies verdeutlicht seinen Charakter als Übergangsfest. Historisch gesehen gab es hier einige Veränderungen. Vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahr 1969 wurde die Taufe des Herrn am Oktavtag der Epiphanie, also am 13. Januar, besonders bedacht. Sie war eines von drei Festgeheimnissen, die mit dem Epiphanias-Tag verbunden waren, neben der Anbetung der Weisen und der Hochzeit zu Kana. Seit 1960 gibt es ein eigenes Fest der Taufe des Herrn, das mit der Reform dann auf den Sonntag nach Erscheinung des Herrn verlegt wurde, um den Abschluss der Weihnachtszeit zu bilden.

AspektVor der Liturgiereform (vor 1969)Nach der Liturgiereform (seit 1969)
Datum13. Januar (Oktavtag der Epiphanie)Sonntag nach dem 6. Januar
Kirchenjahr-StellungTeil des Epiphanias-FestkreisesAbschluss der Weihnachtszeit, Beginn des Jahreskreises
BedeutungEines von drei Epiphanias-GeheimnissenFokus auf Taufereignis und dessen Übergang zum öffentlichen Wirken Jesu

Die biblische Erzählung der Taufe Jesu

Die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer ist eine der bekanntesten und bedeutsamsten Szenen in den Evangelien. Johannes, der als Prophet auftrat, verkündete das Himmelreich und den kommenden Messias. Er rief die Menschen eindringlich zur Umkehr auf und vollzog als Zeichen dieser Umkehr die Wassertaufe. Viele Menschen kamen zu ihm an den Jordan, um sich taufen zu lassen und ihr Herz für Gott bereit zu machen.

Als Jesus selbst zu Johannes kam, um getauft zu werden, lehnte Johannes zunächst ab. Er meinte, dass es umgekehrt sein müsse: Jesus sollte ihn taufen. Doch Jesus bestand darauf und sagte: „Lass es jetzt geschehen! Denn so erfüllen wir die ganze Gerechtigkeit.“ (Mt 3,15). Und so vollzog Johannes die Taufe Jesu im Jordan.

Was dann geschah, ist eine geradezu dramatische Szene: Als Jesus aus dem Wasser stieg, öffnete sich der Himmel. Der Heilige Geist kam in Gestalt einer Taube auf ihn herab. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Diese dreifache Offenbarung – die Stimme des Vaters, der Sohn, der getauft wird, und der Heilige Geist in Gestalt der Taube – wird oft als eine Offenbarung der Dreieinigkeit Gottes verstanden, eine Theophanie.

Die tiefere Bedeutung der Taufe Jesu

Aus biblischer Sicht markiert die Taufe Jesu den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Es ist der Moment, in dem er seine Mission als Messias und Retter antritt. Die Stimme vom Himmel legitimiert ihn als Gottes geliebten Sohn und bestätigt seine Autorität, Wunder zu wirken, Kranke zu heilen und die Menschen zur Umkehr zu Gott aufzurufen. Dieses Fest verdeutlicht, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist und die Vollmacht besitzt, Gott als seinen Vater zu bezeichnen.

Was bedeutet die Taufe in der Bibel?
Peter: Aus biblischer Sicht ist die Taufe Jesu der Startschuss für sein öffentliches Wirken. Er zieht umher, er heilt Kranke. Er wirkt Wunder. Und er mahnt die Menschen zur Umkehr, zu Gott. Dieses Wirken endet mit seinem Tod am Kreuz, aber eben auch mit seiner Auferstehung.

Doch die Bedeutung der Taufe des Herrn reicht weit über Jesus hinaus. Sie erinnert uns nicht zuletzt an unsere eigene Taufe. Das Tagesgebet des Festes spannt diesen Bogen wunderschön: „Allmächtiger, ewiger Gott, bei der Taufe im Jordan kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab, und du hast ihn als deinen geliebten Sohn offenbart. Gib, dass auch wir, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind, in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben.“ Unsere Taufe macht uns zu Töchtern und Söhnen Gottes, befähigt uns, in seinem Wohlgefallen zu stehen und aus der Fülle des Heiligen Geistes zu leben.

Die „Stimme über den Wassern“: Psalm 29 und die Theophanie

Der Psalm 29, der oft im Kontext des Festes der Taufe des Herrn gelesen wird, ist ein Psalm der Theophanie – der Erscheinung Gottes. Er beschreibt in machtvollen Bildern, wie sich Gott vor der Welt offenbart. Verse wie „Die Stimme des Herrn über gewaltigen Wassern. Die Stimme des Herrn voller Kraft, die Stimme des Herrn voll Majestät“ (Ps 29,3-4) malen das Bild eines gewaltigen Gewitters, das Gottes Macht und Herrlichkeit widerspiegelt. Die Menschen staunen bis heute über die Naturgewalten und erkennen darin die Größe dessen, der noch größer ist als die Stürme.

Doch die Bibel zeigt uns auch eine andere Seite der göttlichen Offenbarung. Dem Propheten Elija erscheint Gott am Horeb nicht im Sturm, im Erdbeben oder im Feuer, sondern in einem sanften Säuseln, einer „Stimme verschwebenden Schweigens“ (Martin Buber). Diese leise, aber unmissverständliche Gegenwart Gottes findet sich auch bei der Taufe Jesu. Am Jordan erschallt die Gottes Stimme nicht wie ein gewaltiger Gewittersturm, sondern wohl eher unscheinbar, denn nur wenige erkennen, was hier geschieht, allen voran Johannes der Täufer selbst. Gott offenbart seinen Sohn vor der Welt, aber nur wer bereit ist, Gottes leise Töne zu hören, erkennt ihn.

Gottes Stimme ist machtvoll und leise zugleich. Sie setzt sich durch und bewirkt, wozu sie ausgesandt ist, wie der Prophet Jesaja sagt: „Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe“ (Jes 55,11). Wir tun uns oft schwer, Gottes Wort zu hören, weil wir vielleicht eine laute, unüberhörbare Offenbarung erwarten. Doch Gott will uns auf Augenhöhe begegnen, unser Gesprächspartner sein. Er sucht nicht die Massenhuldigung aus Furcht, sondern das vertraute Gespräch mit jedem Einzelnen. Seine Stimme ist immer da, selbst wenn wir sie zu überhören scheinen, und er findet stets einen Weg, sich Gehör zu verschaffen.

Vom Festkreis zur Jahreszeit: Der Übergang im Kirchenjahr

Die Einordnung der Taufe des Herrn als Abschluss der Weihnachtszeit und gleichzeitig als erster Sonntag im Jahreskreis ist ein bewusster liturgischer Akt. Das Kirchenjahr ist darauf ausgelegt, die Heilsgeschichte Jesu Christi für die Gläubigen nachvollziehbar zu machen. Nach der Vorbereitungszeit des Advents und der Feier der Geburt Jesu zu Weihnachten, der Erscheinung des Herrn und der Anbetung der Weisen, schließt die Taufe Jesu diesen ersten großen Festkreis ab.

Wie wählt man das Thema für den Taufgottesdienst aus?
Mit den biblischen Lesungen zur Taufe wird sozusagen das „Thema“ für den Taufgottesdienst gewählt. Bei der Wahl eines passenden Textes aus der Bibel seid ihr nicht alleine: Hier sind vier Stellen aus der Bibel, die berühren und bestens zur Taufe passen, weil sie von Liebe, Glaube und Gottes Segen handeln. 1.

Sie leitet über in die sogenannte „Zeit im Jahreskreis“, die sich durch ihre „normale“ Abfolge von Sonntagen auszeichnet, in denen die Botschaft Jesu in ihrer Breite entfaltet wird, bevor die nächste große Vorbereitungszeit, die österliche Bußzeit, beginnt. Diese Struktur hilft den Gläubigen, das Leben und Wirken Jesu in seiner Gänze zu betrachten und sich so immer tiefer in das Geheimnis seines Lebens, seines Todes und seiner Auferstehung hineinziehen zu lassen. Der Übergang ist fließend, aber bedeutsam: Er erinnert uns daran, dass das Festliche in den Alltag übergeht und der Glaube jeden Tag des Jahres prägen soll.

Unsere eigene Taufe: Eine Verbindung zu Christus

Das Fest der Taufe des Herrn ist eine starke Erinnerung an unsere eigene Taufe. So wie Jesus im Jordan getauft wurde und dabei seine Identität als Gottes geliebter Sohn offenbart wurde, so werden auch wir in der Taufe zu Kindern Gottes, zu Gliedern seines Leibes, der Kirche. Die Taufe ist nicht nur ein einmaliges Ritual, sondern ein Sakrament, das uns ein Leben lang prägt und uns zu einem neuen Leben in Christus befähigt.

Durch das Wasser und den Heiligen Geist erfahren wir eine geistliche Wiedergeburt. Wir werden in den Tod und die Auferstehung Jesu Christi hineingetauft, was bedeutet, dass unsere alte, sündige Existenz stirbt und wir zu einem neuen Leben in Gemeinschaft mit Gott auferstehen. Dieses Fest lädt uns ein, die Gnade und die Berufung, die wir in unserer Taufe empfangen haben, neu zu bedenken und aus dieser Fülle des Geistes im Alltag zu leben. Es ist ein Aufruf, uns immer wieder bewusst zu machen, dass wir geliebte Kinder Gottes sind, mit denen er Wohlgefallen hat.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann wird das Fest der Taufe des Herrn gefeiert?

Das Fest der Taufe des Herrn wird am Sonntag nach dem 6. Januar (Dreikönigstag / Epiphanie) gefeiert. Es ist der letzte Tag der Weihnachtszeit im liturgischen Kalender.

Was ist die zentrale Bedeutung der Taufe Jesu?

Die Taufe Jesu markiert den Beginn seines öffentlichen Wirkens und seiner Mission. Sie ist die göttliche Offenbarung seiner Identität als der geliebte Sohn Gottes, der durch den Heiligen Geist legitimiert wird.

Was beleuchtet die Taufe im Alten und Neuen Testament?
Für die Taufe finden sich sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wunderschöne Stellen, die wichtige Aspekte der Taufe beleuchten und zum besseren Verständnis dieses Sakramentes beitragen. Lesungen zur Taufe Ich nehme euch heraus aus den Nationen, ich sammle euch aus allen Ländern und ich bringe euch zu eurem Ackerboden.

Warum ließ sich Jesus von Johannes taufen, obwohl er sündlos war?

Jesus ließ sich taufen, um „die ganze Gerechtigkeit zu erfüllen“. Dies bedeutet, dass er sich solidarisch mit den Menschen zeigte, die zur Umkehr gerufen wurden, und den Willen Gottes vollkommen erfüllte, indem er sich in die Reihe der Sünder stellte. Es war ein Akt der Demut und der Erfüllung der göttlichen Heilsgeschichte.

Wie wird die Taufe des Herrn im Kirchenjahr eingeordnet?

Das Fest der Taufe des Herrn bildet den Abschluss der Weihnachtszeit und leitet gleichzeitig die Zeit im Jahreskreis ein. Es ist ein Übergangsfest, das die Feiern der Geburt Jesu beendet und den Blick auf sein öffentliches Leben richtet.

Was bedeutet das Wort „taufen“ im biblischen Kontext?

Im biblischen Kontext bedeutet „taufen“ (vom griechischen „baptizein“) ursprünglich „eintauchen“ oder „untertauchen“. Es ist ein ritueller Akt, der die Reinigung von Sünden, die Umkehr zu Gott und den Beginn eines neuen Lebens in Gemeinschaft mit ihm symbolisiert. Es ist ein Zeichen dafür, sich für Gott bereit zu machen.

Ein Fest der Offenbarung und des Neubeginns

Das Fest der Taufe des Herrn ist mehr als nur ein Datum im Kirchenkalender. Es ist eine tiefe theologische Reflexion über die Identität Jesu, den Beginn seiner Sendung und die Bedeutung unserer eigenen Berufung. Es erinnert uns daran, dass Gott sich uns offenbart – manchmal in mächtigen Zeichen, manchmal in einem leisen Säuseln. Es ist ein Tag, um die Gabe unserer Taufe zu feiern und uns daran zu erinnern, dass wir durch Christus zu geliebten Kindern Gottes geworden sind, berufen, aus der Fülle seines Geistes zu leben und seine Botschaft in die Welt zu tragen. So schließt ein festlicher Kreis und ein neuer, erfüllter Weg im Jahreskreis beginnt.

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