Sinn des Lebens: Glück oder göttliche Begegnung?

22/08/2021

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„42“, so lautet die legendäre Antwort des Computers Deep Thought im Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Diese absurde, doch charmante Antwort von Douglas Adams unterstreicht auf skurrile Weise ein philosophisches Problem, das Menschen über Jahrhunderte und Kulturen hinweg bewegt hat: Was ist der Sinn meines Daseins? Warum bin ich hier? Woher komme ich, und wohin gehe ich?

In den letzten Jahrzehnten scheint diese tiefgreifende Frage für viele jedoch an Relevanz verloren zu haben. Während sie frühere Generationen noch stark beschäftigte, dominieren heute oft Konsum und Lifestyle das individuelle Streben. Eine Studie des Jugendforschers Bernhard Heinzlmaier, „Jugend unter Druck“, legt nahe, dass die Sinnsuche in den Hintergrund getreten ist. Doch ist das wirklich so, oder hat sich nur die Art und Weise verändert, wie wir nach Erfüllung suchen?

Inhaltsverzeichnis

Die verschobene Sinnsuche: Vom Ideal zum Hier und Jetzt

Haben Menschen in vergangenen Jahrhunderten den Sinn des Lebens in der Religion oder in großen sozialen Utopien wie dem Marxismus gefunden, so rückt heute vielfach die Lustmaximierung in den Vordergrund. Es geht darum, sich lebendig zu fühlen, den Moment zu genießen und das Leben in vollen Zügen auszukosten. Heinzlmaier bemerkt in seiner Studie: „Wo ein das materielle Leben transzendierender Sinn fehlt, bekommt das intensive Erlebnis, die unmittelbare Leidenschaft im Hier und Jetzt, überragende Bedeutung.“ Viele Jugendliche seien sich des Mangels an einem tieferen, ideellen Lebensziel gar nicht bewusst, da ihnen dessen Bedeutung für ein erfülltes Leben nie vermittelt wurde.

Ist Auferstehung eine Reinkarnation?
Auferstehung meint nicht Reinkarnation. Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat. (2 Korinther 5,10) Hier könnte man meinen, dass der Lohn für das Gute oder Böse eine entsprechende Reinkarnation sein könnte.

Die grundlegende Motivation, die Menschen seit jeher nach dem Sinn des Lebens suchen ließ, bleibt jedoch bestehen: Es geht letztlich um ein erfülltes und glückliches Leben. Dies könnte erklären, warum Bücher über das Glück in den letzten Jahren immer wieder Bestsellerlisten angeführt haben, wie etwa „Glück kommt selten allein“ von Eckart von Hirschhausen oder „Hectors Reise: oder die Suche nach dem Glück“ von François Lelord.

Das Paradox des Glücks: Wenn Ressourcen nicht reichen

Auch die Glücksforschung hat sich als wissenschaftliches Feld etabliert und liefert interessante Ergebnisse. Eine Studie des Gallup Instituts ergab beispielsweise, dass die glücklichsten Menschen der Welt in Nigeria, Venezuela und Ghana leben. Dort bezeichnen sich 44 Prozent aller Befragten als glücklich. Zum Vergleich: Der westeuropäische Durchschnitt liegt bei nur 24 Prozent. Dies ist ein bemerkenswertes Paradoxon: Die Menschen, die den leichtesten Zugang zu materiellen Ressourcen und damit vermeintlich zu einem erfüllten Leben haben, gehören nicht unbedingt zu den glücklichsten. Der Titel der bereits erwähnten Jugendstudie, „Jugend unter Druck“, deutet dies bereits an.

Man könnte schlussfolgern, dass Menschen, die fieberhaft nach Glück suchen, es am wenigsten finden. Bezogen auf den Sinn des Lebens könnte man sagen: Wer den Sinn seines Lebens selbst finden muss, lädt sich eine schwere Bürde auf. Während Menschen in früheren Jahrhunderten den Sinn des Lebens im Glauben an Gott, an ein Leben nach dem Tod und in einer tiefen Verbundenheit mit ihrer Gemeinschaft fanden, zerbrechen diese Fixpunkte des Lebenssinns zusehends.

Der Sinn des Lebens scheint immer häufiger im persönlichen Glück zu liegen: Eine gute Arbeitsstelle, eine kleine Familie, Gesundheit – all das verleiht dem Leben Sinn und schenkt tiefe Zufriedenheit. Glück und Lebenssinn werden so zunehmend zu einer individuellen Angelegenheit. „Glück“ definiert jeder für sich selbst; es ist das, was man aus dem Leben macht. Der Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ scheint zutreffender denn je. Doch was geschieht mit jenen, denen es nicht gelingt, ihres Glückes Schmied zu sein, weil ihnen die Mittel fehlen oder weil sich das Leben nicht in starre Formen pressen lässt? Sind sie die Verlierer einer Gesellschaft, die das persönliche Glück zum höchsten Gut erhoben hat?

Sinnlosigkeit in der Bibel? Der Prediger und die menschliche Plage

Die Suche nach Glück, Zufriedenheit und einem erfüllten Leben ist kein Phänomen der Neuzeit. Bereits ein Blick in die Bibel zeigt, dass selbst in einer tief religiös geprägten Gesellschaft der Lebenssinn nicht automatisch gegeben ist. Der Prediger, ein biblisches Buch, beschreibt dies eindringlich:

„Der Mensch müht und plagt sich sein Leben lang, und was hat er davon? Die Generationen kommen und gehen; und die Erde bleibt, wie sie ist. Die Sonne geht auf, sie geht unter und dann wieder von vorn, immer dasselbe […] Du bemühst dich, alles, was geschieht, in Worte zu fassen, aber es gelingt dir nicht […] Ich, der Lehrer, war König über Israel und regierte in Jerusalem. Ich nahm mir vor, alle Dinge zu ergründen und zu begreifen. Ich wollte herausfinden, was für einen Sinn alles hat, was in der Welt geschieht. Doch was ist das für eine fruchtlose Beschäftigung! Gott hat sie den Menschen gegeben, damit sie sich mit ihr plagen. Ich beobachtete alles, was Menschen auf der Erde tun, und ich fand: Alles ist vergeblich. Es ist, als jagtest du dem Wind nach“ (Prediger 1,3-14).

Selbst wenn der große Kontext klar ist, wenn die Existenz Gottes unbestreitbar ist, ergibt sich der Lebenssinn nicht automatisch. Gott als abstrakte, moralische Größe ist kein Garant für den Lebenssinn. Gott als philosophisches Konstrukt reicht nicht aus, wenn Menschen auf der Suche nach Glück und Lebenssinn Schiffbruch erleiden und mit Leid und Versagen klarkommen müssen. Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber schreibt in seinem Buch „Das dialogische Prinzip“: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Die persönliche Begegnung als Schlüssel zum Lebenssinn

Aus biblischer Sicht möchte ich hinzufügen: Alles wirkliche Leben ist Begegnung mit dem einen, wahren, lebendigen Gott. Dieser Moment der Begegnung zieht sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Bücher der Bibel. Sei es Abraham, der von Gott berufen wird, sich auf den Weg in ein neues Land zu machen, ohne zu wissen, wohin. Oder Paulus, dem der auferstandene Jesus begegnet und der sein gesamtes Weltbild von Gott und seinen Prioritäten umkrempelt. Oder Mose, dem Gott einen Auftrag gibt, der sein Leben völlig auf den Kopf stellt.

Auch wenn all diese Begegnungen die Menschen in einen größeren Kontext führen, so beginnen sie doch auf sehr persönliche, sehr individuelle Weise. Den Sinn des Lebens, das wahre Lebensglück, finden die in der Bibel berichteten Menschen in der persönlichen Beziehung mit Gott. Nehmen wir Mose als Beispiel: Durch göttliche Vorsehung wächst er als Hebräer am ägyptischen Königshof auf und ahnt früh, dass dies alles kein Zufall ist und er zu etwas Besonderem berufen ist. Doch er nimmt die Dinge selbst in die Hand und scheitert kläglich. Als Mörder und Flüchtling muss er alle großen Pläne und Hoffnungen begraben. Resigniert richtet er sich in seinem Leben als unbedeutender Viehhirte in der Wüste ein. Und genau in dieser Wüste begegnet ihm Gott und zeigt ihm, dass die spannendsten Kapitel seines Lebens noch geschrieben werden.

Moses Lebenssinn lag nicht im vermeintlich idyllischen Leben eines Hirten, sondern im gefährlichen Auftrag eines politischen Freiheitskämpfers, der das Volk der Hebräer aus der Unterdrückung befreien musste. Dabei musste er sich mit dem mächtigsten Mann der damaligen Welt anlegen. In diesem Auftrag fand er zwar kein einfaches, glücklich-idyllisches Leben, aber eine tiefe Zufriedenheit und das Wissen, am richtigen Platz zu sein. Die persönliche Beziehung mit Gott war ihm wichtiger als ein Lebensglück, das nicht über die eigene Person hinaus von Bedeutung ist.

Gott in der Moderne: Eine verlorene Beziehung?

Vielleicht liegt hier auch der Grund dafür, dass Gott in der Moderne für immer weniger Menschen als Sinngeber wichtig ist. Gott wird oft als etwas wahrgenommen, das lediglich für den Fortbestand einer unliebsamen Institution von Bedeutung ist oder bestenfalls als moralischer Notnagel für eine Gesellschaft fungiert, in der auch Werte letztlich beliebig und individuell verhandelbar sind. Der moderne Mensch hat es verlernt, Gott als einem persönlichen Gott zu begegnen. Doch wie kann es wieder neu zu dieser Begegnung kommen? Wie findet der Mensch einen persönlichen Gott? Wo kann er ihm begegnen?

Jesus Christus: Das Gesicht des Lebenssinns

Nach christlichem Verständnis hat sich Gott in Jesus Christus offenbart. Das bedeutet, er hat sich ein Gesicht gegeben, seinen Charakter deutlich gemacht, gezeigt, was er will und wie man ihm begegnen kann. Jesus war als Gottes Sohn ein Mensch, der auf der Erde lebte, mit seinen Freunden lachte, weinte und alles dafür gab, dass Menschen das Leben in seiner Fülle finden. Er hat deutlich gemacht, wie sehr Gott als Vater die Menschen liebt und sich wünscht, dass sie ihn wahrnehmen, erkennen und eine Beziehung mit ihm haben.

Der Sinn des Lebens ist nun keine abstrakte Angelegenheit mehr, sondern hat einen Namen. Und das Geheimnis dieses Lebenssinns liegt darin, dass es nicht um das Festhalten an trockenen Dogmen und Glaubenssätzen geht, sondern um eine ganz reale und lebendige Beziehung. Aus diesem Grund hängen nach christlichem Verständnis Lebenssinn und Lebensglück unweigerlich zusammen. Wer mit Jesus lebt und ihn erlebt, findet nicht nur Lebenssinn, sondern auch Lebensglück. Jesus selbst spricht von einem derart erfüllten Leben, dass es an allen Ecken und Enden überläuft (Johannes 10,10).

Was ist die Kernbotschaft des Evangeliums?

Dies bedeutet jedoch nicht, dass mit Jesus alles glatt läuft und man sich auf einem Dauerritt auf Wolke Sieben befindet. Jesus selbst musste durch schwierige Zeiten gehen, und sein Tod am Kreuz hat nichts mit einem wohlig-warmen Gefühl persönlicher Zufriedenheit zu tun. Trotzdem ist er diesen schweren Weg gegangen. Es war ihm wichtiger, alles dafür zu tun, dass seine Freunde dieselbe Beziehung zu Gott haben können wie er. Auch wenn das seinen eigenen Tod bedeutete. Glück für Jesus bedeutete, in einer vertrauensvollen Beziehung zu seinem Vater zu stehen und alles dafür zu tun, dass auch andere dieses Glück erleben können.

Lebensglück nach christlichem Verständnis kann einen also durchaus in Situationen führen, in denen man nicht glücklich im klassischen Sinn, aber zutiefst erfüllt ist. Christen haben das über die Jahrhunderte hinweg immer wieder erlebt, so zum Beispiel der Theologe und Widerstandskämpfer im Dritten Reich, Dietrich Bonhoeffer, der im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde. Er sagte: „Nicht all unsere Wünsche, aber all seine Verheißungen erfüllt Gott!“ Deshalb gilt auch das Versprechen Jesu, dass Leben mit ihm eine ganz andere, neue Qualität haben wird.

Greifbares Lebensglück im Alltag und in der Gemeinschaft

Greifbar wird dieses Lebensglück nicht nur in den besonderen Momenten des Lebens, sondern auch im ganz normalen Alltag. Wer den Tag mit einem Gebet auf den Lippen beginnen kann, spürt, dass es keine unheiligen Momente im Leben gibt, sondern dass Gottes gute Gegenwart das ganze Leben durchdringt. Mit Jesus zu leben bedeutet, einen Adressaten für meine Wünsche, Sehnsüchte, aber auch Ängste zu haben. Und einen Ort, wo ich auch frei über meine Fehler und mein Versagen reden darf – und Hilfe und Vergebung finde. Das ist für viele Menschen wahres Glück.

Damit Menschen die Liebe Gottes und das Lebensglück aber auch ganz praktisch erfahren können, hat Gott die Erfahrung seiner Gegenwart besonders an die christliche Gemeinschaft gebunden: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20). Hier wird Liebe, Glück und Fürsorge greifbar, wenn Menschen sich gegenseitig helfen und füreinander da sind. Und hier erfahren Menschen, die auf der Sinnsuche sind, auch, dass es manchmal das größte Glück ist, für andere da zu sein.

Vergleich der Sinnsuche: Früher, Heute und die Christliche Perspektive

AspektFrühere GesellschaftenModerne Gesellschaft (Tendenz)Christliche Perspektive
Primärer SinngeberReligion, soziale Utopien, GemeinschaftIndividuelles Glück, Konsum, LifestylePersönliche Beziehung zu Gott durch Jesus Christus
Form der SinnsucheKollectiv, durch Tradition und Institutionen vorgegebenIndividuell, selbstverantwortlich, oft isoliertDialogisch, in Beziehung zu Gott und in Gemeinschaft
Ergebnis der SucheVorgegebener Sinn, oft mit Opfern verbundenOft Druck, Leere trotz materieller Fülle, Scheitern möglichTiefe Erfüllung, auch in schwierigen Zeiten; Sinn jenseits des Selbst
GlücksdefinitionOft an übergeordnete Ziele gebunden (z.B. Seelenheil, Revolution)Lustmaximierung, Wohlbefinden, materielle SicherheitFrieden mit Gott, dienen, Liebe, Vergebung, Gegenwart Gottes

Häufig gestellte Fragen zur Sinnsuche und zum Glück

Ist Glück dasselbe wie Lebenssinn?

Nicht unbedingt. Während Glück oft als ein angenehmer emotionaler Zustand oder das Erreichen persönlicher Wünsche verstanden wird, geht Lebenssinn tiefer. Er bezieht sich auf das Gefühl, dass das eigene Leben einen Zweck, eine Bedeutung oder einen Wert über das individuelle Wohlbefinden hinaus hat. Man kann glücklich sein, ohne einen tiefen Sinn zu empfinden, und umgekehrt kann man in schwierigen Zeiten einen tiefen Sinn erfahren, ohne sich „glücklich“ im klassischen Sinne zu fühlen.

Kann man auch ohne Gott glücklich sein?

Ja, viele Menschen finden Glück und Zufriedenheit in ihrem Leben, ohne an Gott zu glauben. Sie finden Sinn in Beziehungen, Beruf, Hobbys, ehrenamtlichem Engagement oder der Natur. Die christliche Perspektive argumentiert jedoch, dass die Beziehung zu Gott eine zusätzliche Dimension von Erfüllung und Sinn bietet, die über das rein irdische Glück hinausgeht und auch in Krisen Bestand hat.

Wie beginne ich eine Beziehung zu Gott?

Nach christlichem Verständnis beginnt eine Beziehung zu Gott oft mit dem Gebet, der Lektüre der Bibel und der Suche nach einer christlichen Gemeinschaft. Es geht darum, sich für Gott zu öffnen, seine Existenz anzuerkennen und um Vergebung für Fehler zu bitten. Viele empfehlen, einfach mit einem ehrlichen Gebet zu beginnen und das „Jesus-Experiment“ zu wagen, indem man sich bewusst auf eine Begegnung mit Gott einlässt.

Ist das christliche Leben immer leicht?

Nein, das christliche Leben ist nicht immer leicht und bedeutet nicht, dass man von Schwierigkeiten verschont bleibt. Im Gegenteil, die Bibel und die Geschichte zeigen, dass der Glaube oft mit Herausforderungen und Leid verbunden sein kann. Das Versprechen ist jedoch nicht ein Leben ohne Probleme, sondern eine tiefe Erfüllung und die Gewissheit der Gegenwart Gottes, die durch alle Lebenslagen trägt und einen Sinn auch im Leid finden lässt.

Wenn Sie ausprobieren möchten, was es mit dem Lebensglück und dem Lebenssinn ganz praktisch auf sich hat, machen Sie doch das Jesus-Experiment. Finden Sie selbst heraus, was passiert, wenn man einfach anfängt zu beten und sich auf Gott einzulassen.

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