01/12/2023
Das Buch Offenbarung des Johannes ist ein Meisterwerk prophetischer Visionen, das seit Jahrhunderten die Menschheit fasziniert. Im Zentrum dieser Visionen stehen die rätselhaften sieben Siegel, deren Öffnung eine dramatische Entfaltung der göttlichen Heilsgeschichte auf Erden markiert. Doch was verbergen diese Siegel wirklich, und welche Botschaft halten sie für uns bereit? Dieser Artikel lüftet den Schleier über den sieben Siegeln und zeigt, wie sie die Geschichte des Evangeliums in sieben prägnante Epochen gliedern.

Die Reise zu den sieben Siegeln beginnt in den Kapiteln vier und fünf der Offenbarung. Hier wird uns ein Blick in die himmlische Residenz Gottes gewährt, wo eine Konferenz von kosmischem Ausmaß stattfindet. Johannes, der Seher, sieht einen Thron, umgeben von einem Regenbogen, und zahlreiche himmlische Wesen – die 24 Ältesten, die sieben Geister Gottes, vier himmlische Gestalten, einen mächtigen Engel und eine unzählbare Schar von Engeln. Auffällig ist jedoch die Abwesenheit des Herrn Jesus in diesem anfänglichen Bild. Seine Anwesenheit auf Erden zu diesem Zeitpunkt ist ein entscheidender Hinweis für den Beginn der sieben Siegel.
Im fünften Kapitel enthüllt sich das zentrale Element: In der rechten Hand des Allmächtigen befindet sich ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Die Tatsache, dass es vom Allerhöchsten selbst gehalten wird, unterstreicht seine außerordentliche Wichtigkeit. Ein starker Engel ruft daraufhin mit großer Stimme: „Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?“ Doch weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde findet sich jemand, der dieser Aufgabe gewachsen wäre. Johannes weint sehr, da niemand für würdig befunden wird, das Buch zu öffnen und hineinzusehen.
Diese Szene wirft die Frage auf: Wenn niemand würdig ist, wer kann es dann sein? Hier rückt der Herr Jesus in den Fokus. Während der himmlischen Tagung weilt Jesus als Mensch auf Erden. Seine Mission ist die Ratifizierung des Erlösungsplanes, der bereits vor der Grundlegung unserer Welt erstellt wurde. Die himmlischen Abgeordneten verfolgen jede seiner Bewegungen mit größtem Interesse. Engel wurden mehrfach zu ihm gesandt, um ihn in kritischen Momenten zu stärken. Die Spannung in den Himmeln erreicht ihren Höhepunkt, als Jesus im Garten Gethsemane die Worte spricht: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ (Matthäus 26,39)
Eine ernste, gespannte Stille legt sich über die himmlische Residenz. Die Engel legen ihre Harfen beiseite, und alle warten auf den Ausgang seiner Mission. Dann, plötzlich, erschallt ein großer Jubel: Die siegreichen Worte des Herrn Jesus hallen wider: „Es ist vollbracht!“ Und kurz darauf bestätigt die Stimme des Allmächtigen: „Es ist vollbracht!“ Die Ratifizierung des Erlösungsplanes – das Evangelium – war besiegelt. Erst jetzt ist Einer würdig geworden, das Buch aus der Hand des Allmächtigen zu nehmen und die Siegel zu öffnen. Mit dem Brechen des ersten Siegels wurde das Tor zur Geschichte des Evangeliums für unsere Zeitrechnung geöffnet. Diese Geschichte ist durch die sieben Siegel in sieben Epochen aufgeteilt.
Es ist wichtig zu beachten, dass für das Studium der Prophetie feste Regeln gelten. Diese Regeln sind entscheidend, um Fehler in der Deutung zu vermeiden.
- Die sieben Siegel und ihre Epochen in der Geschichte des Evangeliums
- Das erste Siegel: Der Siegeszug des Evangeliums
- Das zweite Siegel: Der Abfall zum Heidentum
- Das dritte Siegel: Das finstere Mittelalter
- Das vierte Siegel: Reformation und Inquisition
- Das fünfte Siegel: Das Ende der Verfolgung
- Das sechste Siegel: Die turbulenteste letzte Zeit der Geschichte des Evangeliums
- Das siebte Siegel: Das Ende der Gnadenzeit
- Zusammenfassende Übersicht der sieben Siegel
- Häufig gestellte Fragen zu den sieben Siegeln
Die sieben Siegel und ihre Epochen in der Geschichte des Evangeliums
Das erste Siegel: Der Siegeszug des Evangeliums
„Und ich sah, als das Lamm eines von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit einer Donnerstimme sagen: Komm! Und ich sah: Und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen.“ (Offenbarung 6,1-2)
Das erste Siegel symbolisiert den triumphierenden Beginn der neutestamentlichen Geschichte des Evangeliums. Da im Evangelium keine realen Pferde vorkommen, muss dieses Pferd symbolisch verstanden werden. Es steht für die Stärke und Schnelligkeit, mit der sich die Botschaft Christi durch die Apostel verbreitete. Die weiße Farbe des Pferdes steht für die Reinheit und Unverfälschtheit des Evangeliums in dieser frühen Phase. Der Reiter kann als Bote des Evangeliums angesehen werden, der das Pferd steuert und die Botschaft verbreitet.
Der Bogen in der Hand des Reiters erinnert an die Aussagen der Schrift: „… Er hat … mich zu einem auserlesenen Pfeil gemacht …“ (Jesaja 49,3) oder „… Seid alle Zeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist.“ (1. Petrus 5,15). Der Siegeskranz, der dem Reiter gegeben wurde, bestätigt die historische Realität dieser Epoche. Das klare und unverfälschte Evangelium wurde mit großer Schnelligkeit und Kraft in der damals bekannten Welt verkündet. Die Bibel berichtet von Tausenden, die an einem Tag getauft wurden. Das erste Siegel kennzeichnet einen erfolgreichen Siegeszug des Evangeliums.
Das zweite Siegel: Der Abfall zum Heidentum
„Und als Es (das Lamm) das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebendige Wesen sagen: Komm! Und es zog aus ein anderes, ein feuerrotes Pferd; und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen und [die Menschen dahin zu bringen], dass sie einander schlachteten; und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.“ (Offenbarung 6,3-4)
Symbole innerhalb einer Prophetie dürfen nicht willkürlich geändert werden. Daher repräsentiert auch dieses Pferd das Evangelium, doch seine Farbe hat sich dramatisch verändert. Aus dem reinen Weiß des ersten Siegels ist ein feuerrotes Pferd geworden. Dies bedeutet, dass das Evangelium seine ursprüngliche Reinheit verloren hat. Was ist geschehen? Die Offenbarung gibt uns einen Hinweis: „Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Diademe. – Und der große Drache wurde geworfen, die alte Schlange, die da Teufel und der Satan heißt, der da verführt den ganzen Erdkreis, …“ (Offenbarung 12,3.9). Die feuerrote Farbe wird hier Satan zugeordnet, der die ganze Welt verführt.
Dies stimmt mit der Geschichte der zweiten Epoche des Evangeliums überein. Als Satans Bemühungen, das Christentum durch Verfolgung und Töten auszurotten, scheiterten, wählte er eine neue Strategie: die Fälschung des Evangeliums. Es gelang ihm, seine eigene Religion, die die Bibel als Heidentum bezeichnet, mit dem reinen Evangelium zu vermischen. Der Reiter auf dem feuerroten Pferd verbreitete dieses abgeänderte Evangelium, was zu großen Verwirrungen und kriegerischen Unruhen unter den Christen führte. Es gab weiterhin treue Nachfolger Gottes, die sich dieser Verfälschung widersetzten. Das „große Schwert“ des Reiters spaltete die damalige Kirche, ein „Schisma“, das über Hunderte von Jahren andauerte.
Das dritte Siegel: Das finstere Mittelalter
„Und als Es (das Lamm) das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebendige Wesen sagen: Komm! Und ich sah: und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte [etwas] wie eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sagte: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar! Und dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!“ (Offenbarung 6,5-6)
Das dritte Siegel führt uns in die Zeit des dunklen Mittelalters. Das schwarze Pferd symbolisiert den Zustand des Evangeliums in dieser Epoche, in der es weitgehend verfinstert war. Der Reiter hält eine Waage in der Hand, was darauf hinweist, dass das Evangelium aus zwei unterschiedlichen Richtungen verkündigt wurde: offiziell und versteckt. Das offiziell verkündete „Evangelium“ war oft keine biblische Botschaft mehr. Die Bibel war verboten, und ihr Besitz wurde streng bestraft. Rituelle Handlungen wurden in Latein vollzogen, begleitet von Weihrauch, Glockenklang, Orgelmusik und beeindruckenden Kirchenräumen, die das Volk emotional in ihren Bann zogen.
Hinzu kamen gruselige Geschichten von Fegefeuer und ewiger Hölle sowie erfundene Fabeln von angeblichen Heiligen. Der Höhepunkt dieser dunklen Zeit war der Ablasshandel, durch den man sich die Vergebung der Sünden erkaufen konnte. Doch es gab auch die wahre biblische Botschaft, die getarnt und versteckt blieb. Die Waage und die Preise für Weizen und Gerste sind hier symbolisch zu verstehen. Lukas 8,5.11 besagt: „Der Same ist das Wort Gottes.“ Daher stehen Weizen und Gerste für das Wort Gottes.
Der unterschiedliche Preis erklärt sich aus der damaligen Verbreitung des Wortes Gottes. Mutige gläubige junge Menschen, die Waldenser, schrieben tief im Gebirge versteckt Bibeln ab, lernten sie auswendig und verbreiteten sie getarnt als Händler. Sie trugen Rucksäcke, in denen die abgeschriebenen Bibeln unter teurem Handelsgut versteckt waren. Mit großer Vorsicht suchten sie geeignete Personen aus, denen sie die teure Bibel – „ein Maß Weizen für einen Denar“ – verkaufen konnten. Zugleich versammelten sie sich an geheimen Orten, wo sie vielen Zuhörern das Wort Gottes verkündigten, wodurch es billiger zugänglich war – „drei Maß Gerste für einen Denar“. Das geschriebene Wort Gottes ist durch den teureren Weizen symbolisiert; das gesprochene durch die billigere Gerste.
Der Zusatz „Und dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu“ ist ebenfalls bedeutsam. Öl ist ein Symbol für die Kraft Gottes, und tatsächlich fanden in dieser Zeit viele aufrichtige Menschen den Weg zum wahren Gott. Wein symbolisiert die Reinigung von Sünden durch Christi Blut beim Abendmahl. In den geheimen Versammlungen der Waldenser feierten treue Christen weiterhin das wahre biblische Abendmahl, getreu den Worten Jesu: „Diesen Kelch … trinkt… zu meinem Gedächtnis.“ (1. Korinther 11,25).

Das vierte Siegel: Reformation und Inquisition
„Und als Es (das Lamm) das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten lebendigen Wesens sagen: Komm! Und ich sah: und siehe, ein fahles Pferd, und der darauf saß, dessen Name [ist] Tod; und der Hades folgte ihm. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und mit Hunger und mit Pest und durch die wilden Tiere der Erde.“ (Offenbarung 6,7-8)
Das Evangelium, weiterhin durch das Pferd symbolisiert, lebt auch in der vierten Epoche der Geschichte des Evangeliums fort. Nach dem schwarzen Pferd erscheint nun ein fahles Pferd. Die Bezeichnung „fahl“ ist von großer Bedeutung und gibt eine Orientierung für die zeitliche Festsetzung dieser Epoche. Eine fahle Farbe entsteht aus jeder beliebigen Farbe, die dem Licht ausgesetzt war. Da Licht in der Bibel das Wort Gottes symbolisiert, kann daraus geschlossen werden, dass es sich hier um eine Zeit handelt, in der nach dem dunklen Mittelalter das Wort Gottes wieder nach und nach mehr zur Geltung kam und die Reformation begann.
Überall, wo der Reiter mit der Botschaft der Reformation hinkam, stieß er auf erbitterten Widerstand des katholischen Klerus. Die Reformation war eine riesige Herausforderung, und der Klerus widersetzte sich der Erneuerung der Kirche mit aller Härte. Eine Gegenreformation wurde gestartet, begleitet von unbarmherziger Inquisition. Die treuen Kinder Gottes, die inzwischen den Namen „Protestanten“ bekamen, wurden durch Schwert und Hunger getötet, in Hungertürme gesperrt, den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen und durch die Pest getötet, die von den Feldern kam, die voll von im Krieg gefallenen Kämpfern waren.
Da das Lager der Protestanten immer größer wurde, konnten diese sich später gegen die Inquisitoren zur Wehr setzen. Dies führte zu langen Kriegen, darunter der bekannte Dreißigjährige Krieg (1618–1648) und der Achtzigjährige Krieg (1560–1648). In dieser Zeit wurde wohl der vierte Teil der Menschheit getötet, wie im vierten Siegel beschrieben. Mit dem vierten Siegel enden die Symbole der Pferde. Das fahle Pferd hat folglich eine graue Farbe. Da die Reformation mit Dr. Martin Luther nicht beendet wurde, stellt sich die Frage, ob das Pferd nicht irgendwann wieder weiß wird. Offenbarung 19,11 gibt uns die Antwort: „Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.“
Das fünfte Siegel: Das Ende der Verfolgung
„Und als Es (das Lamm) das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit abwarten sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet seien, die ebenso wie sie getötet werden sollten.“ (Offenbarung 6,9-11)
In der Zeit des vierten Siegels starben sehr viele Menschen um des Glaubens willen. Diese schreckliche Zeit der Inquisition geht mit der Öffnung des fünften Siegels zu Ende. Dies kann aus dem Satz „die geschlachtet worden waren“ geschlussfolgert werden, der in der grammatischen Form des Plusquamperfekts steht – also für die Vorvergangenheit gilt.
Die Zeit der Gewissensfreiheit begann sich zu entfalten, symbolisiert durch Edikte wie die von Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1745 und Kaiser Joseph II im Jahre 1781, die die Gewissensfreiheit erklärten und garantierten. Gleichzeitig öffnete sich die Tür weit für eine progressive Reformation und die Verkündigung des ewigen Evangeliums. Eine große Hilfe dafür kam durch die Erfindung der Pressetechnik (1802). Es entstanden Bibelgesellschaften, die die Bibel in verschiedene Sprachen übersetzten und in großen Auflagen editierten. Hier erfüllte sich, was durch den Propheten Daniel vorausgesagt wurde: „Du aber, Daniel, verbirg diese Worte und versiegle das Buch bis auf die Zeit des Endes! Dann werden viele darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen.“ (Daniel 12,4). Nicht nur die Erkenntnis der Heiligen Schrift, sondern auch die im Bereich der Technik.
Im Bericht des fünften Siegels steht auch geschrieben, dass diese Zeit der Gewissensfreiheit ein Ende nehmen wird. Eine wichtige Passage ist der Ruf der Seelen unter dem Altar: „Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“ Ist dies wörtlich oder als Metapher zu verstehen? Eine Metapher ist ein Ausdruck, der etwas bezeichnet, das dem wörtlich Gemeinten ähnlich ist. Bei wörtlicher Deutung wäre diese Aussage ein Widerspruch zu anderen Stellen der Bibel, wie „Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts. Und sie haben ewig keinen Anteil mehr an allem, was unter der Sonne geschieht.“ (Prediger 9,5). Ein Vergleich mit anderen Aussagen der Bibel hilft, den Text richtig zu verstehen: „Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Acker-Boden her.“ (1. Mose 4,10) oder „Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her.“ (Psalm 89,15). An diesen Aussagen erkennen wir, dass hier keine unsterblichen Seelen sprechen, sondern Blut und Recht in Form von Metaphern.
Das sechste Siegel: Die turbulenteste letzte Zeit der Geschichte des Evangeliums
Das sechste Siegel beinhaltet die meisten Informationen, ein Hinweis darauf, dass die Offenbarung hauptsächlich für die Menschen der Endzeit geschrieben ist. Um den Überblick zu behalten, sind die Ereignisse in mehrere Sequenzen unterteilt.
Eine Bemerkung zur Deutung der gegenwärtigen Prophetie: Es gibt drei Schwierigkeitsgrade bei der Auslegung der Prophetie. Über die Zukunft zu sprechen ist am leichtesten, da niemand die Korrektheit überprüfen kann. Über die Vergangenheit zu sprechen ist schon schwieriger, da dazu die Kenntnis der Geschichte erforderlich ist. Am schwersten ist die Deutung einer Prophetie für die Gegenwart, denn diese kann jeder in kurzer Zeit überprüfen. Dementsprechend sind genaue Gegenwartsangaben unmöglich. Für solche Fälle ist der Trend der Entwicklung maßgebend! Die unklaren Stellen müssen im Glauben überbrückt werden.
Erste Sequenz: Zeichen in der Natur (Offenbarung 6,12-13)
„Und ich sah, als Es (das Lamm) das sechste Siegel öffnete: und es geschah ein großes Erdbeben; und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum, geschüttelt von einem starken Wind, seine Feigen abwirft.“
Diese Epoche der Geschichte des Evangeliums beginnt mit der Schilderung der sogenannten „Zeichen der Zeit“, die sich in der Natur abspielen sollten. Sie startete mit einem großen Erdbeben in Lissabon (1755), gefolgt von dem dunklen Tag und der darauf folgenden dunklen Nacht (1780). Danach ereignete sich ein gigantischer Sternenfall (Leoniden, in Nordamerika 1833). Der berühmte Astronom und Meteorologe Professor Olmstead sagte: „Diejenigen, die so glücklich waren, Augenzeugen des Schauspiels der fallenden Sterne am Morgen des 13.11.1833 zu sein, sahen wahrscheinlich das größte Schauspiel himmlischen Feuerwerks, das je gesehen wurde seit der Erschaffung der Welt.“ Clarkson, Redakteur einer Zeitung, schrieb: „Aber das schrecklich-erhabene Schauspiel in der Nacht des 13.11.1833, das das stolzeste Herz mit Schrecken erfüllte, und den trotzigsten Ungläubigen vor Furcht aufschreien ließ …“ Dies waren damals Zeichen der Zeit zur Vorbereitung der Menschheit auf die letzte feierliche Warnung der Dreiengelsbotschaft aus der Offenbarung, die ab 1833 in die ganze Welt getragen werden sollte. Diese Zeichen steigern sich bis heute weiter in zunehmenden Tsunamis, Sturmfluten, Wirbelstürmen, unlöschbaren Bränden und dem globalen Klimawandel.
Zweite Sequenz: Der Himmel öffnet sich (Offenbarung 6,14a)
„Und der Himmel schwand dahin wie ein Buch, das zusammengerollt wird.“
Der Begriff „Himmel“ hat mehrere Bedeutungen: Erd-Atmosphäre, der weite Kosmos, der Sitz Gottes. Es ist unmöglich, dass einer dieser „Himmel“ verschwinden sollte. Das griechische Wort „ελσσω“ bedeutet laut Wörterbuch: wälzen, durchsehen, aufrollen, aufdecken, zusammenrollen. Eine andere Übersetzung dieses Textes lautet: „Und der Himmel tut sich auf wie ein Buch, das aufgerollt wird.“ (Zilka) Diese Übersetzung ist verständlich: Ein Buch, das aufgetan wird, ist lesbar. Bis zu Astronomen wie Kopernikus oder Galileo Galilei war der Himmel völlig verschlossen und geheimnisvoll. Dann öffnete sich der Himmel immer mehr. Mit dem Bau von riesigen optischen Teleskopen und Radioteleskopen können heute die Forscher im Kosmos wie in einem geöffneten Buch lesen.
Dritte Sequenz: Die Weltkarte wird neu geschrieben (Offenbarung 6,14b)
„und kein Berg und keine Insel blieben an ihrem Platz.“ (NGÜ)
Auch hier ist nur schwer ein Ereignis vorstellbar, das die ganze Oberfläche unserer Erde umwälzen sollte. So wie der erste Teil dieses Verses auf die moderne Technik hinweist, so ist auch hier die Schlussfolgerung einleuchtend, dass mit der genauen Satellitentechnik die Weltkarte neu geschrieben wurde – kein Berg und keine Insel ist dort geblieben, wo sie vorher aufgezeichnet worden waren.
Vierte Sequenz: Angst und Verzweiflung (Offenbarung 6,15-17)
„Und die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Mächtigen und jeder Sklave und Freie verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge; und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Denn gekommen ist der große Tag ihres Zorns. Und wer vermag zu bestehen?“
Diese Verse werden oft als die Wiederkunft Jesu interpretiert. Eine solche Auslegung kann jedoch nicht ganz korrekt sein, denn in den sieben Siegeln handelt es sich um die Geschichte des Evangeliums, die mit dem sechsten Siegel noch nicht zu Ende ist. Es folgt das siebte Siegel, das auch das Lamm – der Herr Jesus – öffnet, und nicht der kommende König. Bedenken wir: Sie sprechen zu den Bergen und Felsen, doch die meisten Flächen, wo die Menschen leben, sind ohne Berge und Felsen! So ist es offensichtlich, dass diese Aussage symbolisch zu verstehen ist. Die folgenden Texte erweitern den Blick für die Auslegung: „Jesus wandte sich aber zu ihnen und sprach: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst … Denn siehe, Tage kommen, … Dann werden sie anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Bedeckt uns!“ (Lukas 23,29.30) und „Ausgerottet werden die Höhen von Awen, Israels Sünde; Dornen und Disteln werden auf ihren Altären wachsen. Und sie werden zu den Bergen sagen: Bedeckt uns! – und zu den Hügeln: Fallt auf uns!“ (Hosea 10,8). Aus diesen Texten kann man schließen, dass es sich bei diesen Ausrufen um eine Reaktion der Menschen handelt, die durch ein Ereignis große Angst bekommen haben. Übertragen auf das sechste Siegel geht es um eine besonders schlimme Zeit, von der die Welt heimgesucht wurde. In der Epoche des sechsten Siegels wurde die Welt von zwei Weltkriegen heimgesucht und wird zunehmend von weiteren kriegerischen und terroristischen Auseinandersetzungen betroffen. In den Schutzbunkern suchten sowohl die Reichen als auch die Armen einen sicheren Platz. Alle, Gläubige und Ungläubige, rufen und schreien dort zu Gott um Rettung. In solchen furchterregenden Stunden glauben sie, dass der jüngste Tag Gottes angebrochen sei.
Fünfte Sequenz: Die vier Winde des Krieges (Offenbarung Kapitel 7)
Da das siebte Siegel erst im achten Kapitel steht, gehört das siebte Kapitel der Offenbarung zur Epoche des sechsten Siegels. Mit den Anfangsworten: „Nach diesem sah ich …“ bildet es einen besonderen Einschub in die Geschehnisse des sechsten Siegels. „Nach diesem sah ich vier Engel auf den vier Ecken der Erde stehen; die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe auf der Erde, noch auf dem Meer, noch über irgendeinen Baum.“ (Offenbarung 7,1). In der Symbolik bedeutet nach Daniel 7,2: „Wind“ ist Krieg; und nach Psalm 92,13: „Bäume“ sind die Gerechten. Nach den oben erwähnten Kriegen und Unruhen im sechsten Siegel wird es zu einem kurzen, weltweiten Frieden kommen. Diese kurze Zeit wird zu einem besonderen Werk der Versiegelung dienen.
Sechste Sequenz: Die Versiegelung der 144.000 (Offenbarung 7,2-8)
„Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang heraufsteigen, der das Siegel des lebendigen Gottes hatte; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen gegeben worden war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen, und sagte: Schadet nicht der Erde, noch dem Meer, noch den Bäumen, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben. Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144.000 Versiegelte, aus jedem Stamm der Söhne Israels.“ (Offenbarung 7,2-4)
Wegen mangelndem Glauben deuten Skeptiker dieser Verse sowohl den Begriff „Israel“ als auch die angegebene „Zahl“ symbolisch. Sie haben dafür verschiedene spekulative Gründe, jedoch die eindeutige und klare Aussage der Schrift wird dabei nicht beachtet. Näheres über diese Gruppe bedarf einer extra Studie, in der untersucht wird, wer diese Gruppe bildet und warum der Engel zu deren Versiegelung einen globalen Frieden braucht. Auf dieser Website, unter dem Titel: „Israel, ein Volk das längst nicht mehr existieren sollte“, ist diesem Gegenstand ein Artikel gewidmet.

Siebte Sequenz: Die große Volksmenge (Offenbarung 7,9-17)
„Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen.“
Auch bei dieser Aussage vermutet man die Zeit nach der Wiederkunft des Herrn Jesus. Aber auch jetzt gilt, dass das siebte Siegel erst geöffnet wird. Im fünften Siegel wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Zeit der großen Trübsal der Inquisition sich wiederholen wird. Die Texte in Offenbarung 7,9-17 sollen das Augenmerk der Leidenden auf die zukünftige Belohnung bei dem Herrn Jesus lenken und sie ermutigen zum Ausharren im Glauben und in der Treue zu den Geboten Gottes. Das genaue Lesen dieser Texte unterstützt diesen Gedanken. Dort steht wiederholt: „es wird“ das und jenes nicht mehr sein, was auf eine Zukunftsvision hindeutet. Der letzte Satz schließt ein gegenwärtiges Geschehen eindeutig aus: „Und Gott „wird“ abwischen alle Tränen von ihren Augen“, denn erst bei Gott angelangt, werden die Tränen abgewischt. „Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet nun einander mit diesen Worten!“ (1. Thessalonicher 4,17.18).
Das siebte Siegel: Das Ende der Gnadenzeit
„Und als es (das Lamm) das siebente Siegel öffnete, entstand ein Schweigen im Himmel, etwa eine halbe Stunde.“ (Offenbarung 8,1)
„Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben.“ Dieser Vers ist ein wichtiger Einschub – ein Schlüssel zur richtigen Deutung der sieben Posaunen aus der Offenbarung. Sie bilden einen separaten Gegenstand der theologischen Ausführung. Deshalb fahren wir fort mit der Betrachtung der folgenden Szene am Thron Gottes.
„Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, und er hatte ein goldenes Räucherfass; und es wurde ihm viel Räucherwerk gegeben, damit er es für die Gebete aller Heiligen auf den goldenen Altar gebe, der vor dem Thron ist. Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen auf aus der Hand des Engels vor Gott.“ (Offenbarung 8,3-4)
Im siebten Siegel werden wir wieder in die Residenz Gottes versetzt. Die dort Anwesenden waren nicht nur Beobachter der Mission des Herrn Jesus, als Er auf Erden war, sondern sie verfolgten die ganze Geschichte des Evangeliums. Gleichzeitig dienten sie rege bei der Umsetzung der Botschaft auf Erden. So lesen wir von den 24 Ältesten, die in ihren Händen Räucherwerke halten mit den Gebeten der Heiligen vor Gott. Da ist auch die Rede von einem mächtigen Engel, der die Gebete der Heiligen an Gott weiterleitet und auch von den vielen Engeln, die dem Volk Gottes dienen. Vor allem ist der hier beschriebene Dienst des Herrn Jesu entscheidend als Dienst des Lammes und des Hohenpriesters. Diese lebhafte Geschichte des Evangeliums dauert in der Zeit des Neuen Testaments nun schon etwa 2.000 Jahre.
Der Dienst Jesu währte in dieser Zeit unverändert fort; aber dann, als das Lamm das siebte Siegel öffnete, entstand ein Schweigen im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang. Entsprechend der prophetischen Rechnung wäre es eine Woche lang. Was hat dieses Schweigen verursacht? In dem siebten Siegel ist weiter zu lesen: „Und der Engel nahm das Räucherfass und füllte es von dem Feuer des Altars und warf es auf die Erde; und es geschahen Donner und Stimmen und Blitze und ein Erdbeben.“ (Offenbarung 8,5).
„Danach sah ich: Es wurde aufgetan der Tempel, die Stiftshütte im Himmel, und aus dem Tempel kamen die sieben Engel, die die sieben Plagen hatten, angetan mit reinem, hellem Leinen und gegürtet um die Brust mit goldenen Gürteln. Und eine der vier Gestalten gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen voll vom Zorn Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und der Tempel wurde voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft; und niemand konnte in den Tempel gehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren.“ (Offenbarung 15,5-8)
Im Tempel Gottes, wo sonst ein reges Leben verlief, entstand mit der Öffnung des siebten Siegels eine Stille; sowohl die Gebete von der Erde kamen nicht hinein, wie auch das priesterliche Wirken Jesu, des Hohenpriesters, blieb aus. „Dann sah ich (nach der oben erwähnten Stille), wie Jesus sein priesterliches Gewand ablegte und königliche Kleider antat. Umgeben von himmlischen Engeln verließ er den Himmel.“ (E. White, EG, S.274). Die Herrlichkeit Gottes umgibt unseren Heiland, wenn er sich für die Wiederkunft als König aller Könige vorbereitet, seine Erlösten in Empfang zu nehmen.
Die Verse von Kapitel 16,9-11 fokussieren ein wichtiges Detail im Verlauf dieser Plagen: „Und die Menschen wurden versengt von der großen Hitze und lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und bekehrten sich nicht, ihm die Ehre zu geben. Und der fünfte Engel goss aus seine Schale auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert, und die Menschen zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen und lästerten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und bekehrten sich nicht von ihren Werken.“ Diese Verse werfen Licht auf die unermessliche Liebe Gottes, die gewartet hatte, bis kein reuiger Mensch mehr Vergebung und Erlösung erbeten wollte.
Diese Gerichte Gottes sind die letzte Phase in der Geschichte des Evangeliums. „Und der siebente Engel goss aus seine Schale in die Luft; und es ging aus eine große Stimme aus dem Tempel vom Thron, die sprach: Es ist vollbracht! Und es wurden Blitze und Stimmen und Donner; und ward ein großes Erdbeben, wie solches nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden gewesen sind, …“ (Offenbarung 16,17). Man kann dieses Vorgehen Gottes vergleichen mit dem Verhalten eines Mannes, der seinen Laden abends schon schließen wollte. Er schaute aber vorher, ob nicht jemand noch zum Einkaufen käme. Erst dann zog er das Rollo seines Geschäftes runter. Das ist auch der Fall mit dem Evangelium: Gott wartete so lange, bis keiner mehr kam, der sich bekehren wollte. Keiner kann später sagen: „Hättest Du noch ein bisschen gewartet!“ Gott wird dann sagen können: „Ich habe noch ein bisschen gewartet!“ Aus diesen Aussagen geht hervor, dass mit dem siebten Siegel und mit dem Ausruf „Es ist vollbracht“ das Werk des Evangeliums zu Ende geht und mit der Wiederkunft Jesu seinen abschließenden Höhepunkt erreicht. „Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.“ (Offenbarung 19,11). Die Trennung zwischen Gott und Mensch, die die Sünde verursacht hat, wird aufgehoben. Das ewige Evangelium hat sein wunderbares Werk getan.
Zusammenfassende Übersicht der sieben Siegel
| Siegel | Epoche | Symbolik | Historische Deutung / Kernbotschaft |
|---|---|---|---|
| 1. | Siegeszug des Evangeliums | Weißes Pferd, Reiter mit Siegeskranz | Reinheit und schnelle Verbreitung des Evangeliums; großer Erfolg der frühen Kirche. |
| 2. | Abfall zum Heidentum | Feuerrotes Pferd, Reiter mit großem Schwert | Verfälschung des Evangeliums durch heidnische Elemente; Spaltung und Konflikte innerhalb des Christentums. |
| 3. | Das finstere Mittelalter | Schwarzes Pferd, Reiter mit Waage | Verdunkelung des Evangeliums; Wort Gottes nur versteckt zugänglich (teuer geschrieben, billiger gesprochen). |
| 4. | Reformation und Inquisition | Fahles Pferd, Reiter „Tod“ und „Hades“ | Wiederaufleben des Wortes Gottes (Reformation) mit gewaltiger Gegenreaktion (Inquisition, Kriege). |
| 5. | Ende der Verfolgung | Seelen unter dem Altar | Ende der großen Verfolgungszeiten (Inquisition); Beginn der Gewissensfreiheit und Bibelausbreitung. |
| 6. | Die turbulenteste letzte Zeit | Naturzeichen (Erdbeben, Sonnen-/Mondfinsternis, Sternenfall), Kriege, geöffneter Himmel, sich versteckende Menschen, Versiegelung der 144.000, große Volksmenge. | Vorbereitung auf das Ende; Zunahme von Naturkatastrophen und Kriegen; Zunahme des Wissens; Sammlung und Versiegelung der Gläubigen. |
| 7. | Ende der Gnadenzeit | Schweigen im Himmel, Ende des priesterlichen Dienstes Jesu, Ausgießung der sieben Plagen. | Abschluss des Heilsplans; Ende der Möglichkeit zur Reue; letzte Gerichte Gottes vor der Wiederkunft Christi. |
Häufig gestellte Fragen zu den sieben Siegeln
Was ist das Buch mit sieben Siegeln?
Das Buch mit den sieben Siegeln ist eine prophetische Buchrolle, die im fünften Kapitel der Offenbarung des Johannes beschrieben wird. Es wird von Gott gehalten und kann nur vom Lamm (Jesus Christus) geöffnet werden. Seine Öffnung enthüllt die Geschichte des Evangeliums in verschiedenen Epochen und leitet die Endereignisse ein.
Wann begann die Öffnung der sieben Siegel?
Die Öffnung der sieben Siegel begann, als Jesus Christus auf Erden seine Mission vollendete und rief: „Es ist vollbracht!“ Sein siegreicher Tod und seine Auferstehung machten ihn würdig, das Buch zu öffnen und die Heilsgeschichte zu entfalten.
Sind die Seelen unter dem Altar im fünften Siegel wörtlich zu verstehen?
Nein, die Aussage über die Seelen unter dem Altar ist metaphorisch zu verstehen. Sie symbolisiert den Ruf nach Gerechtigkeit für die Märtyrer, deren Blut wie ein Schrei vor Gott aufsteigt. Die Bibel lehrt, dass die Toten nichts wissen, daher kann es sich nicht um wörtlich sprechende Seelen handeln.
Was bedeutet das Schweigen im Himmel beim siebten Siegel?
Das Schweigen im Himmel beim siebten Siegel markiert das Ende des priesterlichen Dienstes Jesu im himmlischen Heiligtum. Es bedeutet, dass die Gnadenzeit für die Menschheit abgeschlossen ist und die Zeit der letzten Gerichte Gottes beginnt, bevor Jesus als König aller Könige zur Erde zurückkehrt.
Sind die sieben Siegel schon alle geöffnet?
Basierend auf den Beschreibungen des sechsten Siegels, das Naturereignisse, Kriege und die Zunahme des Wissens umfasst, sowie der Vorbereitung auf die Versiegelung der 144.000, kann man schlussfolgern, dass wir uns in der Epoche des sechsten Siegels befinden. Das siebte Siegel markiert das Ende der Gnadenzeit und die Ausgießung der letzten Plagen, was noch zukünftig ist, aber unmittelbar bevorsteht.
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Die Sieben Siegel der Offenbarung: Eine Reise durch die Heilsgeschichte kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Religion besuchen.
