Wie viele Evangelien gibt es?

Die Evangelien: Ursprung und Botschaft

27/02/2024

Rating: 4.66 (4162 votes)

Die Frage, wie viele Evangelien es gibt, mag einfach erscheinen, doch die Geschichte hinter diesen heiligen Texten ist tiefgründig und faszinierend. Sie sind weit mehr als bloße historische Aufzeichnungen; sie sind das Herzstück des christlichen Glaubens, die Quelle unseres Wissens über Jesus Christus, sein Leben, seine Lehren und seine Taten. In diesen Schriften wird nicht jede einzelne Begebenheit aus dem Leben Jesu festgehalten, sondern vielmehr das Essenzielle, das, was für die Botschaft und die Verbreitung des Glaubens von größter Bedeutung war. Es ist das kraftvolle Wort, das Jesus seinen allerersten Anhängern mitgab: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“

Die vier Evangelien im Neuen Testament: Eine unschätzbare Quelle

Im Neuen Testament, dem zweiten großen Teil der Bibel, finden wir nicht ein, sondern vier Evangelien. Dies sind die Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Jedes dieser Bücher bietet eine einzigartige Perspektive auf das Leben und Wirken Jesu, aber alle teilen das gemeinsame Ziel, die gute Nachricht – das Evangelium – von Gottes Heil in Jesus Christus zu verkünden. Das Evangelium des Markus ist oft als das älteste der synoptischen Evangelien bekannt, während das Evangelium des Matthäus, wie der uns vorliegende Text erwähnt, einige Jahrzehnte nach den Anfängen verfasst wurde, als das Christentum bereits weit verbreitet war.

Wie viele Evangelien gibt es?
Was wir heute in den vier Evangelien lesen können, ist nur die knappe schriftliche Zusammenfassung dessen, was die Zeitzeugen Jesu zuerst überall mündlich erzählt haben. Die Menschen, die zum Glauben an Jesus kamen, wollten von ihnen möglichst viel hören, wie Jesus war, wie er gelebt, was er gelehrt hat.

Die Existenz von vier separaten Evangelien ermöglicht es uns, ein umfassenderes Bild von Jesus zu erhalten. Es ist, als ob man ein Diamant aus verschiedenen Winkeln betrachtet – jeder Winkel offenbart neue Facetten und Nuancen seiner Brillanz. Die Schreiber, von denen jeder seine eigene Zielgruppe und seinen eigenen Stil hatte, wählten die Geschichten und Lehren aus, die sie für ihre Leser als am wichtigsten erachteten. So entstand eine reiche und vielschichtige Darstellung, die bis heute Millionen von Menschen inspiriert und leitet.

Vom Hören zum Schreiben: Die Entstehung der schriftlichen Überlieferung

Man kann sich gut vorstellen, wie es in den ersten Jahrzehnten nach Jesu Tod und Auferstehung zuging. Die Botschaft über Jesus Christus verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Überall schlossen sich Menschen dem Glauben an. Doch diese neuen Anhänger hatten ein tiefes Verlangen: Sie wollten wissen, wie alles begonnen hatte. Sie fragten immer wieder die ersten Jünger: „Erzählt uns, wie ihr selber zu Anhängern Jesu wurdet! Sagt uns, erinnert euch, wie Jesus damit angefangen hat. Wie entstand diese Bewegung, der wir uns angeschlossen haben?“

Was wir heute in den vier Evangelien lesen können, ist die schriftliche Zusammenfassung dessen, was die Augenzeugen Jesu zuerst überall mündlich erzählt haben. Die Menschen, die zum Glauben an Jesus kamen, wollten von ihnen möglichst viel hören: wie Jesus war, wie er gelebt und was er gelehrt hat. Diese lebendige mündliche Überlieferung war die primäre Form der Weitergabe der Botschaft. Erst später, als die ersten Jünger Jesu älter wurden und ihre Zahl abnahm, wurde es notwendig, diese kostbaren Berichte schriftlich festzuhalten. So entstanden unsere Evangelien – als eine Art Gedächtnisstütze und verbindliche Quelle für die wachsende Gemeinschaft der Gläubigen. Dies war ein entscheidender Schritt, um die Reinheit und Authentizität der Botschaft für zukünftige Generationen zu bewahren.

Der Ruf Jesu: Menschenfischer werden

Ein zentraler Moment in den Evangelien ist der Ruf der ersten Jünger. Matthäus berichtet knapp und nüchtern von der Berufung der beiden Brüderpaare, die im Kreis von Jesus so wichtig werden sollten: Simon, genannt Petrus, und Andreas, sowie Jakobus und Johannes. Sie waren Fischer am See Genezareth, ein harter, aber vertrauter Beruf. Doch Jesus forderte sie auf, alles liegen und stehen zu lassen, um ihm zu folgen. Seine Worte waren klar und transformierend: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“

Diese Metapher ist tiefgründig. Ihr bisheriger Beruf des Fischens von Fischen wurde ersetzt durch einen neuen, viel weitreichenderen Beruf: das Fischen von Menschen für das Reich Gottes. Es bedeutete, dass sie ihren Lebensunterhalt, ihre Familie, ihre Gewohnheiten und ihre Sicherheit aufgeben sollten, um sich einem noch unbekannten Mann anzuschließen und seine Botschaft zu verbreiten. Wir können uns nur vorstellen, welche inneren Kämpfe oder Fragen dies bei ihren Familien auslöste. Was sagte die Ehefrau des Petrus dazu? Wie reagierten Zebedäus und seine Frau, als ihre beiden Söhne alles verließen?

Der Text betont, dass viele dieser persönlichen Einzelheiten nicht in den Evangelien stehen. Die Schreiber konzentrierten sich auf die Kernbotschaft und die Berufungsgeschichte selbst, weil sie das Wesentliche für die Leser war: die unbedingte Nachfolge Jesu und die radikale Veränderung, die dies im Leben eines Menschen bewirken kann. Der Ruf Jesu war nicht nur eine Einladung, sondern eine tiefgreifende Umwandlung der Identität und des Lebenszwecks. Diese Männer wurden zu den Grundpfeilern der jungen Kirche, die die Botschaft Jesu in die ganze Welt tragen sollten.

Was die Evangelien festhalten – und was nicht

Die Evangelien sind keine modernen Biografien, die jedes Detail des Lebens Jesu akribisch dokumentieren. Sie sind theologische Zeugnisse, die darauf abzielen, den Leser zum Glauben an Jesus als den Christus, den Sohn Gottes, zu führen. Daher finden sich darin keine Informationen über die Kindheit Jesu nach dem zwölften Lebensjahr, keine detaillierten Beschreibungen seiner physischen Erscheinung oder Anekdoten aus seinem Alltag, die nicht direkt seiner Lehre oder seinem Wirken dienten. Nur das Wichtigste wird festgehalten.

Wie viele Evangelien gibt es im Neuen Testament?
Neuen Testament, also im zweiten großen Teil der Bibel, gibt es vier Evangelien. Das Evangelium des Markus ist eines davon. In diesen Texten erfährt man viel über Jesus und das, was er den Menschen deutlich 5 machen wollte. Jesus sucht Begleiter, die mit ihm zusammen von Gottes Willen berichten sollen. Wer wird ihm folgen?

Dies erklärt, warum wir keine Informationen darüber finden, wie die Ehefrau des Petrus die Entscheidung ihres Mannes aufnahm, oder wie die Familien der Jünger mit deren plötzlichem Aufbruch umgingen. Ebenso wenig wird detailliert beschrieben, wie die schnell wachsende Anhängerschar mit Jesus von Dorf zu Dorf zog, wie sie logistisch organisiert waren, oder die genauen Reaktionen der Bevölkerung, abgesehen von der Erwähnung des Aufsehens, das Jesus erregte, weil er so viele Kranke heilte und unglaubliche Wunder geschahen. Der Fokus liegt auf der Botschaft Jesu, seinen Wundern als Zeichen seiner Göttlichkeit und seinem Ruf zur Nachfolge.

Die weltweite Wirkung einer kleinen Bewegung

Was damals ganz klein am See von Galiläa begann, mit ein paar einfachen Fischern, die ihrem Ruf folgten, wurde zu einer Bewegung von unvorstellbarer Größe und Wirkung. Die Aufforderung, „Menschenfischer“ zu werden, war nicht nur an die ersten Jünger gerichtet, sondern ist ein Auftrag, der sich durch die Jahrhunderte zieht und bis heute aktuell ist. Durch das unermüdliche Wirken dieser ersten Jünger und der vielen, die ihnen folgten, verbreitete sich die Botschaft Jesu über Kontinente hinweg.

Die Evangelien sind die schriftlichen Zeugnisse dieses Beginns, die uns die Möglichkeit geben, diese Ursprünge zu verstehen und uns mit der ursprünglichen Botschaft zu verbinden. Sie sind der Grundstein der größten Religionsgemeinschaft der Welt: des Christentums. Ihre knappe und doch tiefgründige Darstellung des Lebens und der Lehren Jesu hat die Welt nachhaltig geprägt und inspiriert bis heute unzählige Menschen zu einem Leben im Glauben und in der Nachfolge Christi.

Häufig gestellte Fragen zu den Evangelien

FrageAntwort
Wie viele Evangelien gibt es im Neuen Testament?Es gibt vier Evangelien im Neuen Testament: das Evangelium nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Sind die Evangelien Biografien Jesu?Nein, die Evangelien sind keine Biografien im modernen Sinne. Sie sind theologische Zeugnisse und Berichte, die darauf abzielen, den Leser zum Glauben an Jesus als den Christus zu führen, indem sie die wichtigsten Ereignisse und Lehren seines Lebens hervorheben.
Warum wurden die Evangelien erst später geschrieben?Die Evangelien wurden erst später schriftlich festgehalten, weil die Botschaft Jesu zunächst mündlich durch die mündliche Überlieferung der Augenzeugen weitergegeben wurde. Als die ersten Jünger älter wurden und die christliche Gemeinschaft wuchs, wurde es notwendig, die Berichte zu verschriftlichen, um ihre Genauigkeit und Verfügbarkeit für zukünftige Generationen zu sichern.
Was bedeutet die Aussage „Ich werde euch zu Menschenfischern machen“?Diese Aussage bedeutet, dass die Jünger ihren bisherigen Beruf des Fischens von Fischen aufgeben und stattdessen die Aufgabe übernehmen sollten, Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen. Es ist eine Metapher für die Evangelisierung und die Verbreitung der christlichen Botschaft.
Warum gibt es vier Evangelien und nicht nur eines?Die Existenz von vier Evangelien bietet unterschiedliche Perspektiven auf das Leben und die Lehren Jesu. Jeder Evangelist hatte eine eigene Zielgruppe und betonte bestimmte Aspekte Jesu und seiner Botschaft, was ein reicheres und umfassenderes Verständnis ermöglicht.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Die Evangelien: Ursprung und Botschaft kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Religion besuchen.

Go up