17/09/2021
Die kirchliche Hochzeit ist ein Moment tiefer spiritueller Bedeutung, in dem zwei Menschen nicht nur vor ihren Liebsten, sondern auch vor Gott ihren Bund fürs Leben schließen. Ein zentraler und oft sehr berührender Bestandteil dieser Zeremonie sind die biblischen Lesungen. Diese ausgewählten Schriftstellen bieten Trost, Inspiration und eine göttliche Perspektive auf die Liebe, die Ehe und die Gemeinschaft, die das Paar eingeht. Sie sind mehr als nur Worte; sie sind Wegweiser, die den Grundstein für ein gemeinsames Leben legen, das von Vertrauen und Segen getragen wird.

- Die Bedeutung biblischer Lesungen in der Trauung
- Inspirierende biblische Texte für Ihre Hochzeit
- Wer liest die biblischen Texte bei der Hochzeit?
- Auswahl der passenden Lesung: Ein Wegweiser für Paare
- Zentrale Botschaften der ausgewählten Lesungen im Überblick
- Häufig gestellte Fragen zu Hochzeitslesungen
- Fazit: Gottes Wort als Fundament Ihrer Ehe
Die Bedeutung biblischer Lesungen in der Trauung
Biblische Lesungen sind das Herzstück vieler kirchlicher Hochzeitsgottesdienste. Sie werden sorgfältig ausgewählt, um die Botschaft des gewählten Trauspruchs zu vertiefen und dem Paar sowie der Hochzeitsgemeinde eine geistliche Botschaft mit auf den Weg zu geben. Diese Texte sollen nicht nur die Liebe zwischen den Partnern widerspiegeln, sondern auch ihre Beziehung zu Gott und die Prinzipien, auf denen eine christliche Ehe aufgebaut sein sollte. Sie bieten zeitlose Weisheiten, die Paare auf ihrem gemeinsamen Weg begleiten und stärken können.
Inspirierende biblische Texte für Ihre Hochzeit
Die Auswahl der Lesungstexte vor der Predigt steht meist in engem Zusammenhang mit dem vom Paar gewählten Trauspruch. Er gibt den Kontext wieder, dem der Spruch entnommen ist, oder eine Bibelstelle, die den Trauspruch ausdeutet und ergänzt. Im Folgenden finden Sie einige der populärsten und aussagekräftigsten Vorschläge für Trautexte, die oft bei kirchlichen Hochzeiten gewählt werden:
1. Kor 13,1-13 – Das Hohelied der Liebe
Dieser berühmte Text aus dem ersten Korintherbrief des Apostels Paulus ist wohl eine der am häufigsten gewählten Lesungen für Hochzeiten, und das aus gutem Grund. Er definiert die wahre, göttliche Liebe – die Agape-Liebe – nicht als ein Gefühl, sondern als eine aktive Haltung und ein Handeln. Er zeigt auf, dass ohne Liebe selbst die größten Gaben und Taten bedeutungslos sind.
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.
Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
Dieser Text erinnert das Paar daran, dass die Liebe, die sie teilen, mehr ist als nur Zuneigung. Sie ist geduldig, freundlich, uneigennützig und unvergänglich. Sie ist die Grundlage, auf der jede Herausforderung gemeistert werden kann und die über alle menschlichen Unvollkommenheiten hinaus Bestand hat. Für eine Ehe bedeutet dies, dass Geduld, Vergebung und das ständige Streben nach dem Wohl des anderen die Eckpfeiler sind.
Pred 4, 9-12 – Die Kraft der Zweisamkeit
Aus dem Buch Prediger, das oft tiefe Weisheiten über das Leben vermittelt, stammt dieser Abschnitt, der die Vorteile der Gemeinschaft und Unterstützung betont. Er hebt hervor, dass das Leben zu zweit nicht nur einfacher, sondern auch reicher ist, da man sich gegenseitig stützen und erwärmen kann. Die Metapher der dreifachen Schnur ist besonders aussagekräftig für eine christliche Ehe, die nicht nur zwei Partner, sondern auch Gott als dritten, verbindenden Teil einschließt.
So ist's ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Auch, wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein Einzelner warm werden? Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.
Dieser Text spricht direkt zur Stärke der Partnerschaft. Er unterstreicht die Bedeutung gegenseitiger Hilfe, Trost und des Schutzes, den ein Paar einander bieten kann. Gerade in schwierigen Zeiten wird deutlich, wie unersetzlich die Unterstützung des Partners ist. Die "dreifache Schnur" symbolisiert oft die Ehe, die durch die Präsenz Gottes unzerreißbar wird, was für viele Paare ein tiefes Gefühl der Sicherheit und des Segens bedeutet.
Hld 2,3–14 – Die Poesie der Liebenden
Das Hohelied Salomos ist eine einzigartige Sammlung von Liebesgedichten in der Bibel, die die Schönheit und Leidenschaft der menschlichen Liebe in lebhaften Bildern feiert. Dieser Abschnitt verwendet Naturmetaphern, um die tiefe Zuneigung und Sehnsucht zwischen Liebenden auszudrücken. Er ist eine Ode an die romantische Liebe und die Freude an der Gegenwart des Geliebten.
Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Jünglingen. Unter seinem Schatten zu sitzen begehre ich, und seine Frucht ist meinem Gaumen süß. Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Zeichen über mir. Er erquickt mich mit Traubenkuchen und labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe. Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich.
Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.
Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft über die Berge und springt über die Hügel. Mein Freund gleicht einer Gazelle oder einem jungen Hirsch. Siehe, er steht hinter unsrer Wand und sieht durchs Fenster und blickt durchs Gitter. Mein Freund antwortet und spricht zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm her! Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und dahin.
Die Blumen sind aufgegangen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen, und die Turteltaube lässt sich hören in unserm Lande. Der Feigenbaum hat Knoten gewonnen, und die Reben duften mit ihren Blüten. Steh auf, meine Freundin, und komm, meine Schöne, komm her! Meine Taube in den Felsklüften, im Versteck der Felswand, zeige mir deine Gestalt, lass mich hören deine Stimme; denn deine Stimme ist süß, und deine Gestalt ist lieblich.
Diese Verse malen ein Bild von erfrischender, leidenschaftlicher und wachsamer Liebe. Sie betonen die Schönheit des Partners, die Sehnsucht nacheinander und die Freude an der Natur als Spiegelbild der aufblühenden Liebe. Für Brautpaare, die die romantische und sinnliche Seite ihrer Beziehung hervorheben möchten, ist dieser Text eine wunderbare Wahl, die die tiefe Anziehung und das Glück, das sie füreinander empfinden, feiert.

Mt 6, 25-34 – Sorgt nicht: Vertrauen auf Gottes Fürsorge
Dieser Abschnitt aus der Bergpredigt Jesu ermutigt die Gläubigen, sich nicht um materielle Dinge zu sorgen, sondern ihr Vertrauen ganz auf Gottes Fürsorge zu setzen. Obwohl nicht direkt eine Liebesgeschichte, ist er für eine Ehe relevant, da er Paare dazu aufruft, gemeinsam auf Gottes Versorgung zu vertrauen und ihre Prioritäten auf das Reich Gottes zu legen, anstatt sich von weltlichen Ängsten überwältigen zu lassen. Es ist eine Botschaft des Loslassens und des gemeinsamen Glaubens.
Jesus Christus sagt: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.
Für ein Brautpaar legt dieser Text eine wichtige Grundlage für das gemeinsame Leben: das Vertrauen auf Gottes unendliche Fürsorge. Er ermutigt dazu, sich nicht von materiellen Sorgen bestimmen zu lassen, sondern stattdessen die geistlichen Prioritäten in den Vordergrund zu stellen. Dies kann Paaren helfen, in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – ihre Beziehung zueinander und zu Gott.
Joh 15,9-17 – Bleibt in meiner Liebe: Die göttliche Quelle der Liebe
In diesen Versen spricht Jesus Christus selbst über die Tiefe seiner Liebe zu seinen Jüngern und fordert sie auf, in dieser Liebe zu bleiben und sich gegenseitig zu lieben. Es ist eine Botschaft über die bedingungslose Liebe, die von Gott ausgeht und durch die Gläubigen weitergegeben werden soll. Für eine Ehe ist dies eine Ermahnung, die eigene Liebe zueinander aus der Quelle der göttlichen Liebe zu schöpfen und sich gegenseitig als Freunde zu betrachten, die Gottes Geboten folgen.
Jesus Christus spricht: Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe. Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt.
Diese tiefgründigen Worte Jesu erinnern das Brautpaar daran, dass ihre Liebe zueinander ein Spiegelbild der göttlichen Liebe sein sollte. Sie werden ermutigt, nicht nur als Ehepartner, sondern auch als beste Freunde zu leben, die einander dienen und die Gebote Christi befolgen. Die Aufforderung, "Frucht zu bringen", kann im Kontext der Ehe auf ein erfülltes gemeinsames Leben, das Teilen von Liebe und vielleicht auch auf eine Familie bezogen werden.
Phil 2,1-5 – Ermahnung zu Demut und Einheit
Der Brief des Paulus an die Philipper enthält eine starke Botschaft der Einheit, Demut und Selbstlosigkeit. Für eine Ehe bedeutet dies, dass beide Partner bereit sein sollten, die Bedürfnisse des anderen über die eigenen zu stellen und in Demut und Einmütigkeit zu leben. Es ist eine Aufforderung, den Geist Christi in der Beziehung zu leben, der sich selbst erniedrigte, um anderen zu dienen.
Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.
Dieser Text ist eine Ermutigung zu einer selbstlosen und harmonischen Ehe. Er fordert Paare auf, Konflikte durch Demut und gegenseitige Rücksichtnahme zu überwinden und stets das Wohl des Partners im Auge zu behalten. Wenn beide Partner diesen Grundsatz leben, wird ihre Gemeinschaft gestärkt und ihre Liebe vertieft, was zu einer vollkommenen Freude führt, die Christus selbst als Ideal vorlebt.
Wer liest die biblischen Texte bei der Hochzeit?
Die Frage, wer die biblischen Texte bei einer kirchlichen Hochzeit liest, hängt oft von der Konfession und den individuellen Absprachen mit dem Geistlichen ab. Grundsätzlich gibt es eine Unterscheidung zwischen der "Lesung" (aus dem Alten oder Neuen Testament, z.B. Paulusbriefe, Hohelied) und dem "Evangelium" (einem Text aus einem der vier Evangelien – Matthäus, Markus, Lukas, Johannes).
- In vielen evangelischen Kirchen wird die Lesung oft vom Pfarrer selbst oder von einem Familienmitglied oder Freund des Brautpaares gelesen, sofern dies vorher mit dem Pfarrer abgesprochen wurde. Das Evangelium wird in der Regel vom Pfarrer gelesen, da es die Worte Jesu sind und eine besondere Stellung im Gottesdienst einnehmen.
- In der römisch-katholischen Kirche ist es üblich, dass die Lesung von einem Lektor (einem Laien) oder einem Diakon vorgetragen wird. Das Evangelium ist jedoch dem geweihten Amtsträger vorbehalten, also einem Diakon, Priester oder Bischof.
Es ist immer ratsam, diese Details frühzeitig mit Ihrem Pfarrer oder Priester zu besprechen, um Missverständnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Zeremonie reibungslos verläuft. Oftmals freuen sich Geistliche über die Beteiligung von Freunden und Familie, um die Zeremonie persönlicher zu gestalten, solange die liturgischen Regeln eingehalten werden.
Auswahl der passenden Lesung: Ein Wegweiser für Paare
Die Wahl der richtigen biblischen Lesung ist eine sehr persönliche Entscheidung, die die Werte und Überzeugungen des Paares widerspiegeln sollte. Hier sind einige Tipps, wie Sie die perfekte Schriftstelle für Ihre Trauung finden können:
- Reflektieren Sie Ihren Trauspruch: Oft gibt der gewählte Trauspruch bereits eine Richtung vor, welche Texte thematisch dazu passen könnten. Suchen Sie nach Passagen, die den Spruch ergänzen oder vertiefen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Geistlichen: Ihr Pfarrer oder Priester kann Ihnen wertvolle Ratschläge geben und Ihnen weitere Textvorschläge unterbreiten, die zu Ihrer Geschichte und Ihren Vorstellungen passen.
- Lesen Sie gemeinsam: Nehmen Sie sich Zeit, die verschiedenen Texte gemeinsam zu lesen und darüber zu sprechen, welche Botschaft Sie am meisten anspricht und welche Sie sich für Ihre Ehe wünschen. Manchmal ist es auch hilfreich, die Texte in verschiedenen Übersetzungen zu lesen, um die volle Bedeutung zu erfassen.
- Berücksichtigen Sie die Atmosphäre: Möchten Sie eine Lesung, die Stärke und Beständigkeit betont (z.B. Prediger 4), oder eine, die die romantische und freudige Seite der Liebe hervorhebt (z.B. Hohelied)?
- Die Bedeutung für den Alltag: Überlegen Sie, welche Botschaft Sie als Paar in Ihrem täglichen Leben begleiten und stärken soll. Eine gute Lesung ist nicht nur für den Hochzeitstag, sondern für die gesamte Ehe relevant.
Zentrale Botschaften der ausgewählten Lesungen im Überblick
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, hier eine Übersicht der Hauptthemen und Besonderheiten der vorgestellten biblischen Lesungen:
| Bibelstelle | Zentrale Botschaft | Warum für Hochzeiten gewählt? |
|---|---|---|
| 1. Kor 13,1-13 | Die Eigenschaften der wahren, bedingungslosen Liebe (Agape); ihre Unvergänglichkeit und höchste Bedeutung. | Definiert Liebe als Fundament der Ehe, das über alles Materielle und Zeitliche hinausgeht; inspiriert zu einer tiefen, selbstlosen Beziehung. |
| Pred 4, 9-12 | Die Stärke und der Segen der Gemeinschaft und gegenseitigen Unterstützung; die Kraft der "dreifachen Schnur" (Gott, Mann, Frau). | Betont die Vorteile der Partnerschaft, die Überwindung von Schwierigkeiten zu zweit und die Rolle Gottes als verbindendes Element in der Ehe. |
| Hld 2,3–14 | Die Schönheit, Leidenschaft und Freude der romantischen Liebe; das Erwachen und die Blüte der Zuneigung. | Feiert die sinnliche und emotionale Verbundenheit des Paares, die Schönheit der Liebe und den Beginn eines neuen, gemeinsamen Frühlings. |
| Mt 6, 25-34 | Vertrauen auf Gottes Fürsorge und die Priorität des geistlichen Lebens über materielle Sorgen. | Ermutigt das Paar, gemeinsam auf Gott zu vertrauen, sich von Ängsten zu befreien und sich auf die wahren Werte des Lebens zu konzentrieren. |
| Joh 15,9-17 | Die göttliche Quelle der Liebe; die Aufforderung, in Christi Liebe zu bleiben und sich gegenseitig als Freunde zu lieben. | Setzt die Ehe in den Kontext der Liebe Christi, fördert Freundschaft und gegenseitige Fürsorge als Ausdruck dieser Liebe. |
| Phil 2,1-5 | Aufruf zu Demut, Einheit, Selbstlosigkeit und gegenseitiger Achtung im Geist Christi. | Bietet eine Anleitung für harmonisches Zusammenleben, zur Lösung von Konflikten und zur Stärkung der Einheit durch Demut und Dienst am anderen. |
Häufig gestellte Fragen zu Hochzeitslesungen
Können wir unsere eigenen Texte schreiben oder Verse mischen?
Während die meisten Kirchen biblische Lesungen bevorzugen, können Sie in Absprache mit Ihrem Geistlichen möglicherweise auch andere, nicht-biblische Texte integrieren, die Ihre Liebe und Ihren Glauben ausdrücken. Eigene Gelübde sind üblich, aber das Mischen biblischer Verse in einer einzigen Lesung ist weniger gebräuchlich, da die Texte aus ihrem Kontext gerissen werden könnten. Besprechen Sie alle Sonderwünsche immer im Voraus mit Ihrem Pfarrer.
Wie viele Lesungen sind bei einer kirchlichen Hochzeit üblich?
In der Regel gibt es bei einer kirchlichen Hochzeit ein bis zwei Lesungen aus der Bibel, zusätzlich zum Evangelium. Die genaue Anzahl kann je nach Konfession und den individuellen Wünschen des Paares in Absprache mit dem Geistlichen variieren. Manchmal wird eine Lesung aus dem Alten Testament und eine aus dem Neuen Testament gewählt.
Müssen die Lesungen immer von einem Geistlichen vorgetragen werden?
Wie bereits erwähnt, hängt dies von der Konfession ab. In vielen protestantischen Kirchen können Freunde oder Familienmitglieder die "Lesungen" (nicht das Evangelium) vortragen, um die persönliche Note der Zeremonie zu verstärken. In der katholischen Kirche ist die Rolle des Lesers (Lektor) klar definiert, und das Evangelium wird ausschließlich von einem geweihten Amtsträger verlesen. Klären Sie dies unbedingt mit Ihrem Priester oder Pfarrer ab.
Gibt es Lesungen, die für eine Hochzeit nicht geeignet sind?
Im Allgemeinen sind die meisten biblischen Texte, die zur Liebe, Treue, Vertrauen und Gemeinschaft ermutigen, geeignet. Texte, die sich auf Gericht, Klage oder komplexe theologische Abhandlungen konzentrieren, werden in der Regel vermieden, da sie nicht zur feierlichen und freudigen Atmosphäre einer Hochzeit passen. Ihr Geistlicher wird Sie hierzu beraten können.
Fazit: Gottes Wort als Fundament Ihrer Ehe
Die Auswahl der biblischen Lesungen für Ihre kirchliche Hochzeit ist eine wunderbare Gelegenheit, Ihre persönlichen Überzeugungen und Ihre Vision für Ihre gemeinsame Zukunft auszudrücken. Diese heiligen Worte sind nicht nur Teil einer Zeremonie; sie sind ein Segen und eine Quelle der Kraft, die Ihre Ehe durch alle Höhen und Tiefen tragen kann. Sie erinnern Sie daran, dass Ihre Liebe einen göttlichen Ursprung hat und dass Sie in Ihrer Gemeinschaft immer auf die Führung und den Beistand Gottes zählen können. Mögen die gewählten Texte Ihr Herz berühren und Ihr gemeinsames Leben auf ein unerschütterliches Fundament stellen.
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