Was sagt das Lukas Evangelium über den Herrn Jesus?

Die Botschaft des Engels an die Hirten

22/09/2021

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In einer Welt, die von kaiserlichen Dekreten und administrativen Anordnungen geprägt war, ereignete sich in einer stillen Nacht vor über zweitausend Jahren ein Ereignis, das die Menschheitsgeschichte für immer verändern sollte. Während Kaiser Augustus die gesamte Welt in Steuerlisten erfassen ließ und jeder in seine Heimatstadt zog, um sich registrieren zu lassen, fand in der kleinen Stadt Bethlehem ein Wunder statt. Josef und Maria, hochschwanger, suchten Zuflucht, doch fanden sie nur einen bescheidenen Platz in einem Stall. Dort, inmitten der Einfachheit, wurde ein Kind geboren, das die Welt als ihr Retter kennenlernen sollte. Doch die ersten, die diese unfassbare Nachricht vernahmen, waren nicht die Mächtigen und Einflussreichen, sondern bescheidene Hirten, die ihre Herden auf den Feldern Bethlehems hüteten. Ihnen wurde eine göttliche Offenbarung zuteil, die ihr Leben und das Verständnis der Welt für immer prägen sollte.

Was ist die Einheitsübersetzung der Bibel?
In katholischen Weihnachtsgottesdiensten am Heiligabend hören Sie die Worte der sogenannten Einheitsübersetzung der Bibel, wie sie unten stehen. In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
Inhaltsverzeichnis

Die Himmlische Erscheinung: Furcht und Herrlichkeit

Es war eine gewöhnliche Nacht für die Hirten. Sie hielten Wache bei ihren Herden, eine alltägliche Aufgabe, die sie seit jeher verrichteten. Doch plötzlich durchbrach etwas Außergewöhnliches die Dunkelheit und Stille der Nacht. Ein Engel des Herrn trat zu ihnen. Die Bibel beschreibt, wie die Herrlichkeit des Herrn sie umstrahlte. Man kann sich die Szene lebhaft vorstellen: Das plötzliche, gleißende Licht, das die Nacht zum Tag machte, die majestätische Präsenz eines himmlischen Boten. Es ist verständlich, dass die Hirten, angesichts dieser überwältigenden Erscheinung, „sich sehr fürchteten“. Diese Furcht war nicht die Angst vor Bestrafung, sondern die Ehrfurcht und das Erschrecken vor dem Unbekannten, dem Heiligen, das so plötzlich und unerwartet in ihre bescheidene Welt eingebrochen war. Es war eine Furcht, die aus der Erkenntnis der eigenen Kleinheit vor der Größe Gottes entstand.

Die Botschaft der Großen Freude: Fürchtet euch nicht!

Doch der Engel kam nicht, um zu verurteilen oder Angst zu verbreiten, sondern um eine Botschaft von unermesslicher Bedeutung zu überbringen. Seine ersten Worte waren eine Beruhigung, eine Aufforderung zur Entspannung angesichts der göttlichen Präsenz: „Fürchtet euch nicht!“ Diese Worte sind ein wiederkehrendes Motiv in biblischen Begegnungen mit dem Göttlichen, eine Zusage, dass Gottes Erscheinen nicht zur Vernichtung, sondern zur Offenbarung dient. Was folgte, war die eigentliche Kernbotschaft, die den Hirten und durch sie der ganzen Menschheit verkündet wurde:

  • „Denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll.“
  • „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr.“

Diese wenigen Sätze enthielten eine Revolution. Eine „große Freude“ sollte nicht nur den Hirten, nicht nur einem ausgewählten Kreis, sondern dem „ganzen Volk“ zuteilwerden. Dies war eine universelle Botschaft, die die Grenzen von Herkunft, Status oder Nation überschritt. Die Freude war nicht temporär oder oberflächlich, sondern tiefgreifend und ewig. Und der Grund für diese Freude war die Geburt des „Retters“. Dieser Titel, Soter im Griechischen, bezeichnet jemanden, der aus Gefahr befreit, der Heil bringt. Er war „der Christus“, der Messias, der lang erwartete Gesalbte Gottes, dessen Kommen über Jahrhunderte in den Prophezeiungen des Alten Testaments angekündigt worden war. Und er war „der Herr“, ein Titel, der in der jüdischen Tradition oft für Gott selbst verwendet wurde, was auf die göttliche Natur des Neugeborenen hinwies. Die Geburt dieses Kindes in der „Stadt Davids“, Bethlehem, erfüllte zudem eine weitere alte Prophezeiung und bestätigte seine königliche Abstammung.

Das Zeichen: Ein Kind in der Krippe

Um den Hirten die Gewissheit zu geben, dass dies keine Vision oder ein Trugbild war, gab der Engel ihnen ein klares Zeichen: „Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“ Dieses Zeichen war paradox und tiefgründig zugleich. Ein neugeborener König, der Retter der Welt, würde nicht in einem Palast oder in einem prächtigen Bett gefunden werden, sondern in den bescheidensten Umständen: in Windeln gewickelt und in einer Futterkrippe liegend. Dies unterstrich die Demut und Zugänglichkeit Gottes, der nicht in Prunk, sondern in Einfachheit zu den Menschen kam. Es war ein Zeichen der Liebe und des Dienstes, das die wahre Natur seines Königreichs von Anfang an offenbarte.

Das Himmlische Heer: Lobpreis und Friedensbotschaft

Kaum hatte der erste Engel seine Botschaft überbracht, gesellte sich „plötzlich ein großes himmlisches Heer“ zu ihm. Dies war keine einzelne Erscheinung mehr, sondern eine ganze Schar von Engeln, die gemeinsam Gott lobten. Ihr Lobpreis war eine himmlische Symphonie, die die Freude und Herrlichkeit des Ereignisses widerspiegelte. Ihre Worte hallten wider und prägten das Wesen der Weihnachtsbotschaft:

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“

Dieser Lobpreis ist ein zentraler Bestandteil des Weihnachtsfestkreises geworden. Er verbindet die Ehre Gottes im Himmel mit dem Frieden auf Erden. Der Friede, von dem hier die Rede ist, ist nicht nur die Abwesenheit von Konflikten, sondern ein umfassendes Wohlergehen, ein Zustand der Harmonie und des Heils, der durch die Ankunft des Retters möglich wird. Dieser Friede ist den „Menschen seines Wohlgefallens“ bestimmt – jenen, die Gott wohlgefällig sind, die sich ihm zuwenden und seinen Willen tun. Es ist ein Friede, der aus der Beziehung zu Gott entsteht und sich auf alle Aspekte des menschlichen Lebens auswirkt.

Die Reaktion der Hirten: Glaube und Tat

Nachdem die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, blieb den Hirten nur die Erinnerung an das unglaubliche Geschehen und die klare Anweisung. Sie zögerten nicht. „Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat!“, sagten sie zueinander. Ihr Glaube war unmittelbar, und ihre Tat folgte prompt. Sie eilten nach Bethlehem, erfüllt von Neugier, Hoffnung und dem Wunsch, das von den Engeln verkündete Zeichen zu finden. Und tatsächlich: Sie fanden Maria, Josef und das Kind genau so, wie es ihnen gesagt worden war – in der Krippe liegend. Diese Übereinstimmung zwischen der Prophezeiung und der Realität muss ihren Glauben noch verstärkt haben.

Die Hirten als Zeugen und Verkündiger

Was die Hirten als Nächstes taten, war ebenso bedeutsam wie ihr Weg nach Bethlehem. „Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war.“ Sie wurden zu den ersten Verkündigern der Weihnachtsbotschaft. Sie teilten ihre außergewöhnliche Begegnung mit jedem, der ihnen zuhörte. Und die Reaktion der Zuhörer war Staunen: „Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde.“ Die Einfachheit und Glaubwürdigkeit der Hirten, kombiniert mit der Unglaublichen Natur ihrer Geschichte, hinterließ einen tiefen Eindruck. Maria, die Mutter Jesu, war eine stille Zeugin dieser Ereignisse. Sie „bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“ Dies deutet auf eine tiefe Reflexion und ein Verständnis der Bedeutung dessen hin, was sich entfaltete.

Die Rückkehr der Hirten: Lobpreis und Zeugnis

Nachdem die Hirten das Kind gesehen und ihre Botschaft verkündet hatten, kehrten sie zu ihren Herden zurück. Doch sie waren nicht mehr dieselben. Sie „rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.“ Ihre Herzen waren erfüllt von Dankbarkeit und Lobpreis. Sie hatten das Wunder der Menschwerdung Gottes miterlebt, waren Zeugen der Erfüllung alter Prophezeiungen geworden und hatten die Botschaft der größten Freude vernommen. Ihr Lobpreis war ein Echo der himmlischen Chöre, eine Antwort der Erde auf die Botschaft des Himmels.

Der Name Jesus: Die Erfüllung der Verheißung

Acht Tage später, bei der Beschneidung des Kindes, erhielt es den Namen Jesus. Dieser Name war nicht zufällig gewählt, sondern war der Name, „den der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.“ Der Name Jesus (hebräisch: Jeschua) bedeutet „Jahwe rettet“ oder „der Herr ist Rettung“. Er fasste die gesamte Mission des Kindes zusammen: Er kam, um zu retten, um Heil zu bringen. Die Namensgebung bestätigte ein weiteres Mal die göttliche Planung und die Erfüllung der Verheißungen, die vor seiner Geburt gemacht worden waren.

Die Bedeutung der Engelbotschaft für uns heute

Die Botschaft des Engels an die Hirten ist nicht nur eine historische Erzählung, sondern eine zeitlose Wahrheit, die auch heute noch Relevanz besitzt. Sie erinnert uns daran, dass Gott die Welt nicht durch militärische Macht oder politischen Einfluss verändert, sondern durch die Geburt eines Kindes in Bescheidenheit. Sie zeigt, dass die ersten Empfänger der göttlichen Botschaft oft die Unscheinbaren sind, die offenen Herzens sind. Die „große Freude“ und der „Friede auf Erden“ sind Angebote, die für „das ganze Volk“ bestimmt sind, wenn sie den Retter annehmen. Es ist eine Botschaft der Hoffnung, der Liebe und der göttlichen Nähe, die uns dazu aufruft, wie die Hirten zu reagieren: mit Glauben, Eile, Zeugnis und Lobpreis.

Vergleich: Kaiserliche Macht vs. Göttliche Demut

Kaiserliche Anordnung (Augustus)Göttliche Offenbarung (Engel)
Ziel: Steuererfassung, Kontrolle, MachtdemonstrationZiel: Rettung, Freude, Friede
Ort: Weltweit (ganzer Erdkreis)Ort: Bethlehem, ein kleiner Stall
Beteiligte: Kaiser, Statthalter, Beamte, alle BürgerBeteiligte: Gott, Engel, Hirten, ein neugeborenes Kind
Ergebnis: Gehorsam, administrative OrdnungErgebnis: Glaube, Lobpreis, Veränderung des Herzens
Symbol: Dekret, Macht, HerrschaftSymbol: Windeln, Krippe, Demut, Liebe

Dieser Vergleich verdeutlicht die radikale Andersartigkeit des göttlichen Handelns im Vergleich zu menschlichen Machtstrukturen. Während Augustus auf Zwang und Verwaltung setzte, offenbarte sich Gott in Sanftheit und Zugänglichkeit und wählte die Niedrigsten der Gesellschaft als erste Zeugen seiner größten Tat.

Häufig gestellte Fragen zur Engelbotschaft

Wer waren die ersten, die die Nachricht von Jesu Geburt erhielten?
Die ersten, die die Nachricht von Jesu Geburt erhielten, waren bescheidene Hirten, die in der Nähe von Bethlehem ihre Herden hüteten.
Was war die Hauptbotschaft, die der Engel den Hirten überbrachte?
Die Hauptbotschaft war eine „große Freude“, die dem ganzen Volk zuteilwerden sollte: Heute ist in der Stadt Davids der Retter geboren, er ist der Christus, der Herr.
Warum sagten die Engel „Fürchtet euch nicht“?
Die Engel sagten „Fürchtet euch nicht“, um die Hirten zu beruhigen, die sich sehr vor der plötzlichen und strahlenden Erscheinung der himmlischen Boten fürchteten. Es war eine Einladung, die Botschaft ohne Angst anzunehmen.
Was war das Zeichen, das den Hirten gegeben wurde, um das Kind zu finden?
Das Zeichen war, dass sie ein Kind finden würden, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.
Was bedeutet der Lobpreis „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden“?
Dieser Lobpreis drückt aus, dass die Geburt Jesu Gott im Himmel Ehre bringt und den Menschen auf Erden, die Gott wohlgefällig sind, umfassenden Frieden und Wohlergehen ermöglicht.
Was taten die Hirten, nachdem die Engel verschwunden waren?
Die Hirten eilten nach Bethlehem, fanden das Kind, erzählten anderen von ihrer Begegnung und kehrten dann zu ihren Herden zurück, wobei sie Gott lobten und priesen für alles, was sie gehört und gesehen hatten.
Welchen Namen erhielt das Kind und welche Bedeutung hat er?
Das Kind erhielt den Namen Jesus, der „Jahwe rettet“ oder „der Herr ist Rettung“ bedeutet. Dieser Name wurde vom Engel vor der Empfängnis angekündigt und fasst die Mission des Kindes als Retter zusammen.
Warum ist es bedeutsam, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde?
Bethlehem ist die „Stadt Davids“, was die Erfüllung alter Prophezeiungen über den Messias aus dem Geschlecht Davids unterstreicht und seine königliche Abstammung bestätigt.

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