Wer ist der Verfasser des Evangeliums?

Der Schmale Weg: Ein Pfad zu wahrem Leben

21/01/2022

Rating: 4.41 (14131 votes)

Im Herzen des christlichen Glaubens finden wir oft Bilder, die tief in unserer Vorstellungskraft verankert sind und uns zur Reflexion einladen. Eines der prägnantesten ist zweifellos das des breiten und des schmalen Weges, wie es uns im Matthäusevangelium in Kapitel 7, Verse 13 und 14, begegnet. Viele von uns, die diese Worte Jesu lesen, werden unweigerlich an das berühmte Gemälde von Charlotte Reihlen erinnert, das diese Lehre visuell erfahrbar macht. Im Vordergrund dieses Bildes sehen wir eine kleine, unscheinbare Pforte und den schmalen, oft als eng und beschwerlich empfundenen Weg, der jedoch in den Himmel und die Herrlichkeit Gottes führt. Auf der linken Seite erstreckt sich prominent ein breiter Weg, ohne sichtbares Tor, der leicht und unbeschwert erscheint, aber letztlich zu Krieg, Zerstörung und einer brennenden Hölle führt. Dieses Bild regt unsere Fantasie an und lädt uns ein, über die Entscheidungen nachzudenken, die wir in unserem Leben treffen.

Was ist der Weg im christlichen Glauben?
Im christlichen Glauben ist der Weg eine Person, nämlich Jesus Christus. Das Leitwort der europäischen Sommerkonferenz war Johannes 14,6: „Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Was heißt es, dass Jesus der Weg ist?

Eine scheinbare Schwierigkeit in diesem Text ist die Aussage Jesu, dass viele Menschen auf dem breiten Weg in die Verlorenheit gehen, während der schmale Weg zum Leben nur von wenigen gefunden und begangen wird. Dies scheint auf den ersten Blick im Widerspruch zu stehen zu anderen biblischen Aussagen, die von einer großen Zahl der Geretteten sprechen, wie zum Beispiel in Offenbarung 7,9, wo von einer „großen Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen“ die Rede ist, die niemand zählen kann. Der renommierte Prediger C.H. Spurgeon, der gewiss nicht des Liberalismus bezichtigt werden kann, betonte, dass er mehr Gerettete im Himmel als Verlorene in der Hölle erwarte, da Christus in allem den Vorrang haben soll. Wie also verstehen wir diesen Text? Wie so oft ist der Kontext entscheidend. Im Kern stellt Jesus uns vor eine Wahl: Er möchte, dass wir schon jetzt als Bürger des Himmelreiches leben. Er ermahnt uns, den engen Weg zu wählen, weil er der Weg zum wahren Leben ist. Dies wirft drei zentrale Fragen auf, die wir im Folgenden beleuchten werden: Erstens, inwiefern ist der Weg schmal? Zweitens, wie können wir auf diesem Weg gehen? Und drittens, zu welchem Leben führt dieser Weg?

Inhaltsverzeichnis

Der Verfasser des Evangeliums: Ein kurzer Einblick

Bevor wir tiefer in die Bedeutung des schmalen Weges eintauchen, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Ursprung des Evangeliums, aus dem diese prägnante Lehre stammt. Das Matthäusevangelium, dessen Verfasser ein Judenchrist war, entstand vermutlich zwischen 80 und 90 n. Chr., wahrscheinlich in Syrien. Dieser Autor war fest in der Gemeindetradition verwurzelt und ließ sich nicht zuletzt durch ihren Gottesdienst inspirieren. Es wird vermutet, dass er zu einer Schule christlicher Schriftgelehrter gehörte, die das Material über Jesus sammelten, ordneten und interpretierten, um es für die frühe christliche Gemeinschaft zugänglich zu machen und ihre theologischen Überzeugungen zu stärken. Seine Darstellung des „engen Tors“ und des „schmalen Weges“ ist somit tief in der Erfahrung und Lehre der frühen Kirche verwurzelt.

Der Weg: Exklusivität und Gnade

Die Verse 13 und 14 des siebten Kapitels im Matthäusevangelium beschreiben eindringlich die Natur des Weges: „Geht durch das enge Tor! Denn weit ist das Tor und breit ist der Weg, der ins Verderben führt, und es sind viele, die auf ihm gehen. Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und es sind wenige, die ihn finden.“ Doch inwiefern ist dieses Tor eng und der Weg schmal?

Ein exklusiver Pfad

Zum einen ist der Weg schmal, weil er exklusiv ist. Im christlichen Glauben ist der Weg nicht nur ein Konzept oder eine Philosophie, sondern eine Person: Jesus Christus. Das Leitwort der europäischen Sommerkonferenz, Johannes 14,6, fasst dies prägnant zusammen: „Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Was bedeutet es, dass Jesus der Weg ist? Es bedeutet, dass man akzeptiert, dass er der Herr und Retter ist. Es ist ein gewaltiger Irrtum, Jesus nur als Retter von Sünden zu betrachten, während man die Führung des eigenen Lebens und Landes anderen überlässt, die vielleicht ähnliche Loyalität und Gehorsam einfordern. Jesus ist nicht nur unser Retter, sondern auch unser König. Er regiert und richtet. Ihn als den einzigen Weg zum Vater zu akzeptieren, bedeutet, sich ihm ganz unterzuordnen; das, was er sagt, hat für uns zentrale Bedeutung; er hat Anspruch auf und völlige Autorität über unser Leben, und wir gehören ganz ihm. Das ist ein schmaler Anspruch, der keine Kompromisse zulässt.

Der Weg der Gnade

Der Weg ist ebenfalls schmal, weil es der Weg der Gnade ist. Betrachten wir erneut das Bild von Reihlen, sehen wir auf dem breiten Weg die „Weltlichen“: Maskenball, Theater, Spielhölle – Symbole für Vergnügungssüchtige, Partylöwen, Trinker, Raucher, Spieler und Unmoralische. Auf der anderen Seite, auf dem schmalen Weg, sind die Frommen, die Beter, die sich allen weltlichen Vergnügungen entsagt haben. Es scheint, als ob auf der einen Seite die Bösen und Schlechten ihr Wesen treiben und auf der anderen die Guten und Lieben. Doch dies ist eine gefährliche Vereinfachung.

Der Kontext der Bergpredigt, in der Jesus diese Lehre offenbart, ist entscheidend. Jesus sagte in Matthäus 5,20: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ Die Schriftgelehrten und Pharisäer waren die Frommen ihrer Zeit, die versuchten, alle Gebote zu halten. Sie gaben Almosen, beteten und fasteten und kannten das Alte Testament besser als wir das kleine Einmaleins. Und doch schien Jesus zu sagen, dass all ihre religiösen Aktivitäten keinen Wert hatten. Das ist das Schockierende: Man kann sonntags in die Gemeinde gehen, Bibel lesen, christliche Musik hören und sich am Kochplan beteiligen, und trotzdem mit Haut und Haaren auf dem breiten Weg unterwegs sein.

Der schmale Weg ist der Weg der Gnade. Das bedeutet, dass alle, die auf diesem Weg unterwegs sind, bekennen, dass sie es nicht verdienen, dort zu sein. Der Weg der Gnade ist das Bekenntnis, dass es nichts gibt, was wir getan haben, das Gott dazu bringen könnte, uns weniger zu lieben; und dass es nichts gibt, was wir vollbringen könnten, das Gott dazu bringen könnte, uns mehr zu lieben. Der Weg der Gnade ist, dass die Vergebung unserer Schuld und unser Angenommensein bei Gott auf dem beruht, was Jesus für uns am Kreuz getan hat, und nicht auf dem, was wir getan haben. Es ist der Weg, auf dem wir von innen heraus verändert werden: durch Bekenntnis unserer Sünden, durch Buße und durch Gottes vergebende Liebe. Es ist der Weg der Selbstverleugnung und es ist der Weg der Demut. Das macht ihn zu einem schmalen Weg.

Die Pilgerschaft: Die Goldene Regel im Alltag

Wenn Jesus der Weg ist und der schmale Weg bedeutet, seine Autorität in unserem Leben zuzulassen, was bedeutet es dann konkret, auf diesem schmalen Weg unterwegs zu sein? Jesus gibt uns in Vers 12 eine ausführliche Antwort: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ Dieses Gebot ist bekannt als die „Goldene Regel“.

Die „Goldene Regel“ und ihre Bedeutung

Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft würden dieser Regel voll zustimmen und wären sich einig, dass unsere Gesellschaft eine viel bessere wäre, wenn alle danach leben würden. Das Problem ist, dass es nur kaum jemand tut. Die Goldene Regel hat ihren Namen vielleicht nicht nur von ihrer moralischen Wertigkeit, sondern auch von historischen Bezügen, wie der Überlieferung, dass der römische Kaiser Alexander Severus diese Worte in goldener Farbe an eine Wand schreiben ließ. Doch wir kennen sie primär als die Worte Jesu. Interessanterweise findet sich diese Regel auch außerhalb der Bibel: der Philosoph Seneca, ein Zeitgenosse der ersten Apostel, schrieb: „Lasst uns unsere Großzügigkeit so ausüben, wie wir sie uns selbst wünschen würden.“ Und Konfuzius schrieb hunderte Jahre zuvor auf der anderen Seite des Erdballs: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu.“

Verschiedene Denker hatten also ähnliche Formulierungen. Jesus hatte es positiv formuliert: „Tue den anderen das, was du dir ebenfalls wünschst.“ Das erfordert aktives Handeln von uns. Andere formulierten es negativ: „Tue anderen nicht das, was du nicht willst, dass man es dir antut.“ Manche bezeichnen dies als die silberne Regel, während die eiserne Regel lauten würde: „Solange du der Stärkere bist, kannst du im Prinzip machen und lassen, was du willst.“ John Ortberg bemerkte, dass wir im Gleichnis vom barmherzigen Samariter alle drei Regeln in Ausführung sehen: Die Räuber handelten nach der eisernen Regel. Der Priester und der Levit, die an dem Opfer vorübergingen, taten ihm nichts Böses an – die silberne Regel, da sie ihm nicht halfen. Erst der Samariter verkörperte die Goldene Regel perfekt, indem er aktiv half und Mitleid zeigte.

Jesus macht eine erstaunliche Aussage, indem er sagt, dass dieses Gebot das Gesetz und die Propheten erfüllt. Rabbi Hillels Motto war ähnlich: „Was dir verhasst ist, das tue auch deinem Nächsten nicht an.“ Jesus schließt mit dieser Aussage seine Hauptlehren in der Bergpredigt ab, die er in Kapitel 5 begonnen hatte mit den Worten: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ Er bringt alles auf den Punkt, indem er sagt: „Darum: Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ Es ist eine andere Version von „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Kein anderes Gebot ist größer und wichtiger als das.

Wer ist der Verfasser des Evangeliums?
Der Verfasser des Evangeliums, das zwischen 80 und 90 n. Chr. vermutlich in Syrien entstanden ist, war ein Judenchrist. Er ist fest in der Gemeindetradition verwurzelt und lässt sich nicht zuletzt durch ihren Gottesdienst inspirieren (6,9-13). Vermutlich gehört er zu einer Schule christlicher Schriftgelehrter.

Leben nach der Goldenen Regel: Eine alltägliche Disziplin

Durch die enge Pforte zu gehen und auf dem schmalen Weg zu bleiben, heißt, dass wir durch die Gemeinschaft mit Jesus zu Menschen werden, die in Taten und Worten die Goldene Regel ausleben. Das ist der Hauptinhalt eines Lebens auf diesem schmalen Weg. Doch wie werden wir überhaupt zu solchen Menschen? Um in irgendetwas gut zu werden und eine Meisterschaft zu erlangen, braucht es Lernen, Übung und Disziplin. Ob als Philosoph, Musiker, Koch oder Naturwissenschaftler – überall sind tiefes Studium, wiederholtes Üben, Experimentieren und Lernen aus Fehlern nötig. Dasselbe gilt, wenn wir durch Jesus zu Menschen der Liebe verändert werden sollen. Um Menschen zu werden, die die Goldene Regel verinnerlicht haben, braucht es Lernen von Jesus, Übung mit Jesus und ganz viel Disziplin.

Konkrete Beispiele für den Alltag:

  • Im Familienleben: Wenn Sie von einem anstrengenden Tag nach Hause kommen und Ruhe wünschen, erinnern Sie sich vielleicht an Ihren Ehepartner, der den ganzen Tag mit den Kindern verbracht hat und ebenfalls Ruhe braucht. Tun Sie ihm das, was Sie sich für sich wünschen würden. Oder wenn Ihre Kinder viel reden: Statt aufs Handy zu schauen, hören Sie ihnen zu, respektieren Sie sie als Gesprächspartner. Die Goldene Regel sagt, wir sollen uns den „Zwergen“ zuwenden, ihnen zuhören und sie als volle Menschen respektieren.
  • In der Kommunikation: Wie antworten Sie am Telefon? Ein ehemaliger Kollege pflegte zu sagen: „Wer stört?“ Telefongespräche sind eine echte Gelegenheit, andere mit Liebe und Respekt zu behandeln. Häufig bedeutet dies, bessere Zuhörer zu werden und ein echtes, aufrichtiges Interesse am Gegenüber zu zeigen. Man sagt, Gott hat uns einen Mund und zwei Ohren gegeben – vielleicht, weil er sich wünscht, dass wir unsere Ohren und unseren Mund in diesem Verhältnis einsetzen?
  • In der Gemeinschaft (z.B. Kirche): Wenn Sie sich Essen holen, denken Sie an die anderen in der Schlange. Nehmen Sie nicht mehr, als Sie brauchen. Wenn Sie sich setzen, suchen Sie nicht nur den unterhaltsamsten Platz. Vielleicht ist jemand alleine am Tisch, der in Ihren Augen nicht so „cool“ ist. Aber wenn Sie alleine wären, würden Sie sich wünschen, dass jemand Sie sieht und Ihnen Gesellschaft leistet.
  • Am Arbeitsplatz: Hier verbringen viele die meiste Zeit. Machen Sie die Arbeit zu einem Ort der Goldenen Regel. Auch wenn Sie Kollegen nicht ausstehen können, lästern Sie nicht hinter ihrem Rücken, so wie Sie nicht wollen, dass über Sie gelästert wird. Freuen Sie sich mit anderen über Beförderungen, als wäre es Ihre eigene. Helfen Sie, wenn jemand Hilfe braucht, auch wenn nichts für Sie dabei herausspringt.
  • Im öffentlichen Leben: Die Goldene Regel erstreckt sich auch auf Menschen, die wir nicht kennen: das Reinigungspersonal, die Arzthelferin, der Busfahrer, der Lieferant. Begegnen Sie überall Menschen mit Achtung, Freundlichkeit und Freude. Als Autofahrer oder Teilnehmer am Straßenverkehr: fluchen und schimpfen Sie nicht, wenn Ihnen jemand die Vorfahrt nimmt.
  • Im Umgang mit Emotionen: Wenn Sie verletzt und traurig sind, wollen Sie getröstet werden. Seien Sie also ein Tröster. Wenn Sie enttäuscht und niedergeschlagen sind, wollen Sie ermutigt werden. Seien Sie anderen ein Ermutiger. Wenn Sie in Not sind, wollen Sie, dass Ihnen geholfen wird. Seien Sie ein Helfer.

Zusammengefasst: Wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen, hat unmittelbare Auswirkungen darauf, welche Beziehungen, welche Familien und welche Gemeinschaften wir bauen helfen. Und das Ganze mit Jesu Liebe zu tun, ist der Kern der Bergpredigt.

Das Leben: Weite im Schmalen

Zu Beginn haben wir gesagt, dass der Weg schmal ist, weil Jesus allein der wahre Weg ist. Als großer Gegensatz dazu scheint der breite Weg der Weg der Toleranz zu sein: der Weg, wo jeder so sein kann, wie er ist; der Weg, wo es keine Vorschriften gibt in Bezug darauf, was richtig und was falsch ist. Auf den ersten Blick gibt das sehr viel Sinn: Was ist toleranter? Zu sagen, dass alle Religionen in den Himmel führen und dass es daher egal ist, an wen oder was wir glauben oder auch an nichts zu glauben; oder zu sagen, dass nur Jesus der einzige wahre Weg ist und dass niemand zum Vater kommen kann als allein durch Jesus? Die Römer waren ziemlich pluralistisch und entspannt, was die Religionen der anderen anging: „Du kannst an all deine Götter glauben, wie du lustig bist, und ihnen Tempel bauen und Opfer bringen. Hauptsache, du betest auch unsere Götter an.“ Sie waren die Toleranten, die Christen waren die Intoleranten.

Doch was zeigt die Geschichte? Die Römer waren nicht tolerant, was arme Menschen anging. Aber Christen liebten die Armen, und die Armen liebten das Evangelium von Jesus. Die Römer vermischten keine Gesellschaftsschichten miteinander. Aber bei Christen saßen Sklaven und Freie und römische Bürger am gleichen Tisch; Männer und Frauen feierten gemeinsam Gottesdienst. Die Römer hatten keine sonderliche Achtung für Mädchen (aus Jungs konnte man Männer machen, die auf dem Feld ackern oder Soldaten werden konnten); Mädchen wurden als Resultat dessen oft auf Müllhalden ausgesetzt. Es waren Christen, die sich um diese Mädchen kümmerten, die adoptierten, ihnen ein Zuhause gaben, weil für sie alle Menschen zum Bilde Gottes geschaffen waren und unendlichen Wert und Würde hatten. Paulus fasste das in Galater 3,28 zusammen: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“

Hier ist der Punkt: Zu sagen, dass nur Jesus der wahre Weg ist, scheint sehr exklusiv, sehr schmal, sehr intolerant zu sein. Aber dieser Weg führt zum Leben. Und das ist der Grund, weshalb die frühen Christen viel großzügiger, viel liebevoller, viel offenherziger als alle ihre Zeitgenossen waren. Der schmale Weg führt zu einem weiten Leben.

In den Chroniken von Narnia gibt es eine sehr schöne Illustration für diesen scheinbaren Widerspruch. König Tirian befindet sich in einer Schlacht, in der alles verloren scheint. Er fällt in einen kleinen Stall, eine kleine Hütte. Als er die Augen aufschlägt, erwartet er, dass es im Inneren der Hütte finster ist. Zu seiner großen Überraschung stellt er fest, dass es in der Hütte hell ist. Er steht auf einer Wiese, er sieht Bäume, er sieht einen weiten blauen Himmel. Und er wird von Königen und Fürsten empfangen, die vor ihm waren. Er stellt fest, dass das Innere der Hütte größer ist als das Äußere. Und Königin Lucy bestätigt: „Auch in unserer Welt gab es einen Stall, der etwas beherbergte, das größer war als die ganze Welt.“

Der Weg ist schmal. Aber das Leben, das wir in Jesus finden, ist alles andere als schmal. Vor allem ist Jesus alles andere als schmal: Er ist der Größte und der Wunderbarste. Wer diesen Jesus hat und mit diesem Jesus in einer Beziehung ist, der hat ein weites, großartiges Leben. Sie haben die Wahl. Spurgeon sagte in seiner letzten Predigt: „Unter den erlesensten Fürsten gab es nie einen wie ihn. Er ist immer an der vordersten Front der Schlacht zu finden. Wenn der Wind kalt bläst, nimmt er immer die kahle Seite des Hügels. Der schwerste Teil des Kreuzes liegt immer auf seinen Schultern. Wenn er uns eine Last zu tragen aufträgt, trägt er sie auch. Wenn es etwas gibt, das gnädig, großzügig, gütig und zärtlich, ja verschwenderisch und überreich an Liebe ist, dann findet man es immer bei ihm. Über 40 Jahre habe ich ihm gedient, gepriesen sei sein Name, und ich habe nichts als Liebe von ihm erfahren. Ich würde gerne noch weitere 40 Jahre in demselben lieben Dienst hier unten weitermachen, wenn es ihm gefällt. Sein Dienst ist Leben, Frieden, Freude. Oh, dass du ihn sofort antreten würdest! Gott helfe dir, dich noch heute unter dem Banner Jesu zu verpflichten! Amen.“

Vergleich: Breiter Weg vs. Schmaler Weg

MerkmalBreiter WegSchmaler Weg
TorWeit und leicht zugänglichEng und schwer zu finden
PfadBreit, einfach, scheinbar unbeschwertSchmal, beschwerlich, erfordert Disziplin
ZweckFührt ins Verderben und zur ZerstörungFührt zum Leben und zur Herrlichkeit Gottes
PrinzipSelbstzentriertheit, weltliche VergnügenGnade, Demut, Unterordnung unter Jesus, Goldene Regel
ErgebnisVerlorenheit, ewige TrennungWahres Leben, Weite, Freude, Gemeinschaft mit Gott

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Kern des schmalen Weges?

Der Kern des schmalen Weges liegt in der Exklusivität und der Gnade. Er ist schmal, weil er eine Person, Jesus Christus, als den einzigen Weg zum Vater offenbart. Es geht nicht um menschliche Werke oder religiöse Leistungen, sondern um die Annahme der vergebenden Liebe und der inneren Transformation durch Gottes Gnade. Er erfordert Demut und die vollständige Unterordnung unter Jesu Herrschaft in unserem Leben.

Wie kann ich die Goldene Regel in meinem Alltag anwenden?

Die Goldene Regel, „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!“, ist ein Aufruf zu aktivem Handeln in Liebe. Sie kann in vielfältigen Situationen angewendet werden: im Familienleben durch aufmerksames Zuhören und gegenseitigen Respekt, in der Kommunikation durch echtes Interesse und Freundlichkeit, in der Gemeinschaft durch Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft, am Arbeitsplatz durch Fairness und das Vermeiden von Lästereien, und im öffentlichen Leben durch Höflichkeit und Achtung gegenüber jedem Menschen. Es geht darum, bewusst zu überlegen, wie man selbst behandelt werden möchte, und dies dann anderen zukommen zu lassen.

Ist der christliche Glaube intolerant, weil er von einem „einzigen Weg“ spricht?

Obwohl die Aussage, dass Jesus der einzige Weg ist, exklusiv erscheint, führt diese Exklusivität paradoxerweise zu einer umfassenden Liebe und Weite. Die Geschichte der frühen Christen zeigt, dass gerade diese Überzeugung sie zu einer der tolerantesten und liebevollsten Gruppen ihrer Zeit machte. Sie liebten die Armen, schufen soziale Gleichheit zwischen Sklaven und Freien, Männern und Frauen, und kümmerten sich um die Ausgestoßenen. Die scheinbare Enge des Weges Jesu führt zu einem Leben, das von grenzenloser Liebe, Freiheit und Würde für alle geprägt ist, weil alle Menschen als Ebenbild Gottes geschaffen sind.

Was ist das „Leben“, zu dem der schmale Weg führt?

Das Leben, zu dem der schmale Weg führt, ist kein schmales, eingeschränktes Dasein, sondern ein weites, erfülltes und großartiges Leben in Gemeinschaft mit Jesus Christus. Es ist ein Leben voller Frieden, Freude und Sinn. Wie die Illustration aus Narnia zeigt, kann das scheinbar Kleine und Enge in Wirklichkeit unendlich viel größer und weiter sein. Dieses Leben bedeutet, dass wir die größte und wunderbarste Person – Jesus selbst – als unseren Herrn und Retter haben, und durch ihn Zugang zu einer unermesslichen Fülle von Gnade und Liebe erhalten.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Der Schmale Weg: Ein Pfad zu wahrem Leben kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Glaube besuchen.

Go up