Was muss ich beachten wenn ich beten?

Das Vaterunser: Lukas vs. Matthäus im Vergleich

27/11/2024

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Das Vaterunser, oft als das „Gebet des Herrn“ bezeichnet, ist zweifellos das zentrale und am weitesten verbreitete Gebet innerhalb des Christentums. Es ist nicht nur ein Gebet unter vielen, sondern eine von Jesus Christus persönlich überlieferte Anleitung, wie seine Nachfolger mit Gott in Beziehung treten sollen. Millionen von Gläubigen weltweit sprechen es täglich, in Gottesdiensten und im stillen Kämmerlein, als Ausdruck ihres Glaubens und ihrer Hingabe. Doch selbst bei einem so bekannten Gebet gibt es Nuancen und Unterschiede, die vielen unbekannt sind, insbesondere wenn man die verschiedenen Überlieferungen im Neuen Testament betrachtet.

Wie viele Gebete gibt es für Christen?
Hier findest du Gebete für Christen und zwar ganze 33 Vorschläge. Wir haben versucht verschiedene Aspekte in den Gebetn zu berücksichtigen. Jedes einzelne Gebete steht für sich und hat verschiedene Anwendungsgebiete in der Gemeinde oder Gebetsgruppe. Nun viel Inspiration, Motivation und Gottes Leitung durch unsere Vorschläge.

Dieses Gebet, das in seiner Essenz eine „Richtschur für das Beten“ darstellt, findet sich an zwei Stellen in den Evangelien: im Matthäusevangelium und im Lukasevangelium. Während es im Kern dieselbe Botschaft von Vertrauen, Hingabe und Bitte an Gott transportiert, unterscheiden sich die beiden Versionen in ihrer Länge und in einigen Formulierungen. Diese Unterschiede sind nicht nur von historischer oder theologischer Bedeutung, sondern werfen auch Licht auf die Prioritäten und Schwerpunkte, die die jeweiligen Evangelisten setzten. Tauchen wir ein in die Welt dieses zeitlosen Gebets und entdecken Sie, was die Lukas-Version vom Matthäus-Text unterscheidet und welche tiefere Bedeutung hinter jeder Bitte steckt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Vaterunser? Ein Gebet von Jesus selbst gelehrt

Das Vaterunser ist das fundamentale Gebet des Christentums und das einzige Gebet, das Jesus Christus seinen Jüngern laut Neuem Testament direkt gelehrt hat. Seine universelle Akzeptanz ist bemerkenswert: Es wird von praktisch allen christlichen Konfessionen gebetet, sei es in der römisch-katholischen Kirche, wo es oft als Paternoster oder Oratio Dominica bekannt ist, in der evangelisch-lutherischen Kirche als Gebet des Herrn oder Herrengebet, oder in evangelisch-reformierten Kirchen und einigen Freikirchen als „Unser Vater“. Es ist ein fester Bestandteil der Gottesdienste und Liturgien weltweit.

Die Einzigartigkeit des Vaterunsers liegt nicht nur in seiner Herkunft – direkt von Jesus – sondern auch in seiner Struktur und seinem Inhalt. Es ist ein Gebet, das sowohl die Anbetung Gottes als auch die grundlegenden Bedürfnisse des Menschen umfasst. Es lehrt uns, wie wir uns an Gott wenden sollen: mit Vertrauen, Hingabe und der Erkenntnis unserer Abhängigkeit von ihm. Es ist nicht als starre Formel gedacht, die zum Gebetserfolg führt, sondern als eine Haltung, ein „Grundrezept für das Gebet in Form und Inhalt“, das uns in eine persönliche Beziehung zum Schöpfer des Universums führt.

Die Ursprünge: Matthäus und Lukas im Vergleich

Das Vaterunser stammt, wie bereits erwähnt, direkt von Jesus und ist im Neuen Testament an zwei verschiedenen Stellen überliefert, die sich in ihrer Länge und in gewissen Nuancen unterscheiden:

  • Matthäusevangelium (Matthäus 6,9–13 EU): Diese Version ist die längere und bekanntere, die sieben Bitten umfasst. Sie ist Teil der Bergpredigt, in der Jesus seine Jünger über verschiedene Aspekte des Lebens und des Glaubens unterweist.
  • Lukasevangelium (Lukas 11,2–4 EU): Die Lukas-Version ist kürzer und enthält nur fünf Bitten. Sie wird in einem anderen Kontext überliefert, nämlich als Antwort Jesu auf die Bitte eines Jüngers, sie das Beten zu lehren, so wie Johannes seine Jünger gelehrt hatte.

Der Hauptunterschied liegt also in der Anzahl der enthaltenen Bitten und der Doxologie (dem abschließenden Lobpreis). Die Matthäus-Version enthält die Bitten "Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden" und "sondern erlöse uns von dem Bösen", die in der Lukas-Version fehlen. Auch der abschließende Lobpreis "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen." ist nur in der Matthäus-Version (und dort auch nur in späteren Überlieferungen) enthalten und fehlt in Lukas.

Die Texte im direkten Vergleich

Um die Unterschiede greifbar zu machen, hier die deutschen Texte beider Versionen:

Die Version im Matthäusevangelium (Mt 6,9–13)

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot
gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht
in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Die Version im Lukasevangelium (Lk 11,2–4)

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Unser tägliches Brot
gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht
in Versuchung.

Es wird deutlich, dass die Lukas-Version prägnanter ist und sich auf die essenziellsten Bitten konzentriert, während Matthäus eine ausführlichere Form bietet, die in der Liturgie der meisten christlichen Konfessionen verbreiteter ist.

Der Aufbau des Vaterunsers: Eine tiefere Betrachtung

Unabhängig von der spezifischen Version lässt sich das Vaterunser in grundlegende Teile gliedern, die die Essenz des Gebets erfassen:

  • Anrede („Vater unser im Himmel“): Diese Anrede ist revolutionär. Gott als „Vater“ zu bezeichnen, drückt eine nie dagewesene Nähe, Vertrautheit und sogar Zärtlichkeit aus. Es war ungewöhnlich in der damaligen Zeit, wo Gott eher als Herr, Richter oder Schöpfer angesprochen wurde. Diese Anrede betont die persönliche Beziehung des Beters zu Gott, der nicht fern und unerreichbar, sondern wie ein guter Vater ist. Zugleich bleibt er „himmlisch“, was seine Macht und Weisheit unterstreicht. Die „Wir“-Form in der Anrede unterstreicht zudem die weltweite Gemeinschaft aller Christen, die Gott als ihren Vater anerkennen.
  • Lobpreis und Hingabe (Die ersten Bitten): Die ersten Bitten richten sich auf die Verherrlichung Gottes und die Ausbreitung seines Reiches.
  • Bitten (Persönliche und universelle Anliegen): Die nachfolgenden Bitten konzentrieren sich auf die menschlichen Bedürfnisse, sowohl materieller als auch geistlicher Natur.

Die Bedeutung jeder Bitte (nach der Matthäus-Version)

Die ausführlichere Matthäus-Version bietet eine umfassende Perspektive auf die Anliegen, die Christen vor Gott bringen sollen:

1. Bitte: „Geheiligt werde dein Name.“

Diese Bitte ist ein Ausdruck der Ehrfurcht und des Wunsches, dass Gottes Name – der seine ganze Wesenheit und sein Charakter widerspiegelt – von allen Menschen anerkannt und geehrt wird. Es geht darum, dass das Leben der Beter und aller Menschen dem entsprechen möge, was Gottes heiliger Name ausdrückt. Es ist eine Bitte, dass Gott in der Welt verherrlicht wird, durch unsere Worte, Taten und unser ganzes Sein. Gott hat seinen Namen Mose am brennenden Dornbusch als „Jahwe“ offenbart, was Treue und ewige Gegenwart bedeutet: „Ich bin, der ich bin“.

2. Bitte: „Dein Reich komme.“

Diese Bitte drückt die Sehnsucht nach der vollkommenen Herrschaft Gottes aus. Sie umfasst sowohl die endzeitliche Vollendung des Reiches Gottes mit der Wiederkunft Jesu Christi als auch das gegenwärtige Wachstum dieses Reiches in den Herzen der Menschen, die Jesus als Herrn annehmen. Es ist der Wunsch, dass Gottes Herrschaft und Gerechtigkeit auf Erden immer sichtbarer und wirksamer werden.

3. Bitte: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“

Diese Bitte, die in der Lukas-Version fehlt, ist zentral für die Hingabe an Gott. Sie drückt den Wunsch aus, dass der Göttliche Wille nicht nur im Himmel, wo die Engel und die erweckten Gläubigen ihm gehorsam folgen, sondern auch auf der Erde uneingeschränkt geschehe. Es ist eine Bitte um die Kraft und die Bereitschaft, Gottes Willen im eigenen Leben zu erkennen und umzusetzen, selbst wenn es schwierig ist. Der Himmel dient hier als Vorbild für das Leben im Diesseits.

4. Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“

Diese Bitte konzentriert sich auf die grundlegenden materiellen Bedürfnisse des Lebens. „Brot“ steht hier symbolisch für alles Lebensnotwendige – Nahrung, Kleidung, Obdach, aber auch Arbeit und Gesundheit. Es ist eine Bitte um Gottes Versorgung und eine Erinnerung daran, dass wir in allem von ihm abhängig sind. Es lehrt uns, auf Gottes Fürsorge zu vertrauen und uns nicht übermäßig zu sorgen, wie Jesus es in der Bergpredigt betont. Es erinnert an das Manna in der Wüste, das Gott den Israeliten täglich gab, um ihr Vertrauen zu stärken.

5. Bitte: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“

Hier geht es um das seelische und geistliche Wohlergehen. Die Bitte um Vergebung der eigenen Sünden und Fehler ist eng mit der Bereitschaft verbunden, anderen zu vergeben, die uns Unrecht getan haben. Es ist ein Aufruf zur Barmherzigkeit und zur Wiederherstellung von Beziehungen – zu Gott und zu den Mitmenschen. Wer Vergebung empfängt, wird befähigt, selbst zu vergeben, was zu innerem Frieden und Heilung führt.

Was ist eigentlich beten?
Beten ist eigentlich eine private Sache. Aber das Vater bleibt nicht persönlich, es lädt ein zu einem ganzheitlichen umfassenden Gebet: Himmel und Erde gehören zusammen. Wer betet, darf alles vor Gott bringen, sei es geistlich oder ganz praktisch, privat oder im öffentlichen Interesse. Innerlich ganz weltweit beten….

6. Bitte: „Und führe uns nicht in Versuchung.“

Diese Bitte richtet den Blick auf die Zukunft und die Herausforderungen des Glaubenslebens. Sie ist ein Ruf nach Gottes Schutz und Führung in Momenten der Prüfung und Versuchung. Es geht nicht darum, dass Gott uns in Versuchung führt, sondern dass er uns bewahrt, wenn Versuchungen auftreten, und uns die Kraft gibt, ihnen zu widerstehen und daran zu wachsen. Versuchung kann alles sein, was uns von Gott wegzieht oder unsere Bereitschaft mindert, nach seinem Ideal zu leben.

7. Bitte: „Sondern erlöse uns von dem Bösen.“

Diese letzte Bitte, die ebenfalls in der Lukas-Version fehlt, ist ein direkter Ruf nach Befreiung von der Macht des Bösen. Die Bibel erkennt das Böse als eine reale Kraft an, die sowohl im Menschen selbst als auch in der geistlichen Welt (personifiziert durch Satan) wirken kann. Es ist eine Bitte um Gottes übernatürlichen Schutz und seine erlösende Kraft gegen alle Formen des Bösen, sei es Sünde, Leid oder die Machenschaften des Teufels. Es ist ein Bekenntnis zu Gottes überlegener Macht über das Böse.

Die Doxologie: Ein Lobpreis zum Schluss

Der abschließende Lobpreis „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ ist in der Lukas-Version nicht enthalten und auch in den ältesten Manuskripten des Matthäusevangeliums oft nicht zu finden. Es wird angenommen, dass dieser Zusatz von den frühen Christen im Gottesdienst hinzugefügt und später schriftlich festgehalten wurde, inspiriert von alttestamentlichen Lobpreisungen (z.B. 1. Chronik 29,11-13). Dieser Ausruf der Anbetung fasst alle Bitten zusammen und lenkt den Blick auf Gottes souveräne Macht und Herrlichkeit, von dem allein die Erfüllung aller Anliegen erwartet wird.

Das Vaterunser in Liturgie und privatem Gebrauch

Das Vaterunser hat seit jeher einen festen Platz in der christlichen Liturgie. Die meisten Konfessionen verwenden die längere Version aus dem Matthäusevangelium. Schon die frühchristliche Schrift Didache (Kapitel 8,2f) berichtet, dass Christen das Vaterunser auch privat dreimal am Tag beten sollten. Dies unterstreicht die frühe Bedeutung des Gebets über den Gottesdienst hinaus.

In der katholischen Kirche ist das Vaterunser nicht nur Bestandteil der Heiligen Messe, sondern auch des Stundengebets (Laudes und Vesper) und des Rosenkranzgebets. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde die Doxologie in der katholischen Liturgie von der ganzen Gemeinde laut mitgebetet, die sich an den Embolismus (einen Nachsatz zum Vaterunser) anschließt. Dieser Embolismus, der um Errettung von allem Bösen und um Frieden bittet, wird im klassischen römischen Ritus und in der orthodoxen Liturgie nur vom Priester gebetet, während die Gemeinde oft nur die letzte Bitte des Vaterunsers laut mitspricht.

Im privaten Gebrauch wird die Doxologie in der Regel weggelassen, was die persönliche und direkte Natur des Gebets betont. Historisch war das Vaterunser so wichtig, dass in der Zeit Karls des Großen jeder Christ es auswendig kennen musste, um Taufpate werden zu können – ein Zeugnis seiner fundamentalen Rolle im christlichen Glauben.

Vergleichstabelle: Lukas vs. Matthäus

Bestandteil / BitteMatthäusevangelium (Mt 6,9–13)Lukasevangelium (Lk 11,2–4)Bemerkung
AnredeVater unser im HimmelVater unser im HimmelIdentisch: Ausdruck von Nähe und tiefe Vertrautheit.
1. BitteGeheiligt werde dein Name.Geheiligt werde dein Name.Identisch: Wunsch nach Anerkennung von Gottes Heiligkeit.
2. BitteDein Reich komme.Dein Reich komme.Identisch: Sehnsucht nach Gottes Herrschaft.
3. BitteDein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.FehltWichtige Bitte um Hingabe an Gottes Willen.
4. BitteUnser tägliches Brot gib uns heute.Unser tägliches Brot gib uns heute.Identisch: Bitte um Versorgung mit Lebensnotwendigem.
5. BitteUnd vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.Identisch: Kern der Vergebung, empfangen und geben.
6. BitteUnd führe uns nicht in Versuchung.Und führe uns nicht in Versuchung.Identisch: Bitte um Bewahrung in Prüfungen.
7. Bittesondern erlöse uns von dem Bösen.FehltBitte um Befreiung von der Macht des Bösen.
Doxologie (Lobpreis)Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.FehltSpäterer liturgischer Zusatz, Betonung von Gottes Macht.

Häufig gestellte Fragen zum Vaterunser

Warum gibt es zwei Versionen des Vaterunsers?

Die Existenz von zwei Versionen im Neuen Testament (Matthäus 6 und Lukas 11) wird von Theologen unterschiedlich erklärt. Eine gängige Theorie ist, dass Jesus das Gebet möglicherweise mehrmals und in leicht unterschiedlichen Kontexten gelehrt hat. Die Evangelisten könnten auch die Versionen an die spezifischen Bedürfnisse ihrer jeweiligen Gemeinden angepasst haben. Die Matthäus-Version ist Teil der umfassenderen Bergpredigt, während die Lukas-Version eine direkte Antwort auf die Bitte der Jünger nach einer Gebetsanleitung ist. Beide Versionen sind jedoch authentisch und überliefern die Essenz von Jesu Lehre über das Gebet.

Welche Version sollte ich beten?

Die in der Liturgie und im allgemeinen Sprachgebrauch am weitesten verbreitete Version ist die längere aus dem Matthäusevangelium, oft ergänzt durch die Doxologie. Beide Versionen sind theologisch gültig und vermitteln die Kernbotschaft Jesu. Die Wahl hängt oft von der Konfession oder dem persönlichen Wunsch ab. Im privaten Gebet kann die kürzere Lukas-Version eine prägnante und fokussierte Alternative sein.

Was bedeutet es, Gott „Vater“ zu nennen?

Gott als „Vater“ anzusprechen, war zur Zeit Jesu revolutionär und drückt eine tiefe, intime Beziehung aus. Es betont Gottes Fürsorge, Liebe, Güte und Autorität, ähnlich wie ein menschlicher Vater für seine Kinder sorgt. Gleichzeitig erinnert der Zusatz „im Himmel“ daran, dass dieser Vater der allmächtige Schöpfer ist, der über allem steht. Es lädt den Beter ein, mit tiefer Vertrautheit und kindlichem Vertrauen an Gott heranzutreten, wissend, dass er zuhört und sich kümmert.

Ist das Vaterunser nur für Christen?

Obwohl das Vaterunser von Jesus Christus gelehrt wurde und das zentrale Gebet des Christentums ist, sprechen seine Botschaften von Gottes Heiligkeit, dem Kommen seines Reiches, der Bitte um tägliche Versorgung, Vergebung und Bewahrung vor dem Bösen universelle menschliche Bedürfnisse und Sehnsüchte an. Es ist in erster Linie ein Gebet für diejenigen, die Jesus folgen, aber seine tiefgreifenden Prinzipien können auch Menschen anderer Glaubensrichtungen oder Suchende inspirieren, die eine Verbindung zu einem höheren Wesen suchen.

Was ist mit „Unser tägliches Brot gib uns heute“ gemeint?

Diese Bitte geht über die reine Bitte um Nahrung hinaus. „Brot“ steht hier symbolisch für alles, was wir zum Leben brauchen: materielle Versorgung, aber auch geistliche Nahrung, Frieden, Gesundheit und alles, was für unser Wohlergehen notwendig ist. Es ist eine Bitte um Gottes tägliche Fürsorge und ein Ausdruck des Vertrauens, dass er unsere grundlegenden Bedürfnisse kennt und stillt, bevor wir ihn überhaupt bitten. Es lehrt uns, im Hier und Jetzt zu leben und auf Gottes Versorgung zu vertrauen, anstatt uns übermäßig um die Zukunft zu sorgen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Vaterunser weit mehr ist als eine Abfolge von Worten. Es ist eine Schule des Gebets, die von Jesus selbst eingerichtet wurde. Ob in der längeren Matthäus-Version oder der prägnanteren Lukas-Version, es lehrt uns eine Haltung der Anbetung, des Vertrauens und der Hingabe. Es verbindet Christen über Konfessionsgrenzen und Jahrhunderte hinweg und ist ein zeitloses Zeugnis der persönlichen Beziehung, die jeder Gläubige zu Gott, seinem himmlischen Vater, haben kann. Es ist ein Gebet, das nicht nur gesprochen, sondern gelebt werden will, indem es uns dazu anleitet, Gottes Namen zu ehren, sein Reich zu suchen, seinem Willen zu folgen, auf seine Fürsorge zu vertrauen, Vergebung zu empfangen und zu geben und uns seinem Schutz vor dem Bösen anzuvertrauen.

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