Was sind die Kleinen Kreuze?

Das Kreuzzeichen: Symbol des Glaubens und der Erlösung

01/11/2023

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Das Kreuz – ein Symbol, das die Menschheit seit Jahrtausenden fasziniert und bewegt. Für Christen ist es weit mehr als nur eine Form; es ist das Herzstück ihres Glaubens, ein mächtiges Zeichen der Hoffnung, der Liebe und der Erlösung. Von majestätischen Kathedralen bis hin zu stillen Wegkreuzen, von kunstvollen Schmuckstücken bis zu alltäglichen Gesten – das Kreuz ist allgegenwärtig. Doch was steckt hinter diesem universellen Zeichen, insbesondere hinter der Geste des Kreuzzeichens, die Millionen von Gläubigen täglich ausführen? Tauchen Sie ein in die tiefgründige Welt dieses Symbols und entdecken Sie seine Geschichte, seine Bedeutung und seine Rolle im Leben der Christen.

Was bedeutet das Kreuzzeichen in der Bibel?
Biblisch belegbar ist das Kreuzzeichen nicht. Aber das, was wir dazu sagen bzw. denken, steht schon in der Bibel: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ (Mt 28,19) Mit dem Kreuzzeichen drücken wir aus, dass wir zu Gott gehören, dass wir an Jesus, den Gekreuzigten, als unseren Erlöser, und an den Heiligen Geist glauben.
Inhaltsverzeichnis

Das Kreuz: Ein Zeitloses Symbol des Glaubens

Das Kreuz ist unbestreitbar das wichtigste und bekannteste Symbol des christlichen Glaubens. Es begegnet uns an unzähligen Orten: in der erhabenen Architektur von Kirchen und Kapellen, auf den Gipfeln unserer Berge, die zum Himmel ragen, an belebten Wegkreuzungen, in öffentlichen Gebäuden und nicht zuletzt in unseren eigenen vier Wänden. Viele tragen es auch als persönliches Glaubensbekenntnis – sei es als filigranes Kettchen um den Hals oder als dauerhaftes Tattoo auf der Haut. Kreuze können schlicht und minimalistisch oder kunstvoll und reich verziert sein. Doch ungeachtet ihrer Form oder Gestaltung sind sie immer eines: eine klare Aussage, ein stilles Zeugnis des Glaubens und der Zugehörigkeit zu Christus. Sie erinnern uns an das Opfer Jesu und an die Hoffnung, die aus diesem Opfer erwächst. Es ist ein Zeichen, das Trost spendet, Orientierung gibt und die Verbundenheit mit einer jahrtausendealten Tradition ausdrückt.

Die Historischen Wurzeln des Kreuzzeichens

Die Praxis, sich mit dem Kreuz zu bezeichnen, ist tief in der Geschichte des Christentums verwurzelt. Bereits seit dem 2. Jahrhundert nach Christus bringen Menschen auf diese Weise ihre Zugehörigkeit zu Christus zum Ausdruck. Diese Geste hat ihren Ursprung in einer antiken Gewohnheit: Es war üblich, Gegenstände und sogar Personen gut sichtbar mit der Besitzmarke ihres Herrn zu kennzeichnen. Dieser Brauch wurde von den frühen Christen aufgegriffen und auf ihren geistigen Herrn, Jesus Christus, übertragen. Interessanterweise ist das Kreuzzeichen in seiner expliziten Form nicht direkt in der Bibel belegt. Doch der theologische Inhalt, den wir mit dieser Geste verbinden, findet sich sehr wohl in der Heiligen Schrift. Die Worte „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Matthäus 28,19) bilden die biblische Grundlage für diese tiefsinnige Handlung, die uns an die Dreifaltigkeit Gottes erinnert, an den Gott, der Schöpfer, Erlöser und Heiliger Geist ist. Es ist ein Ausdruck des umfassenden Glaubens an den dreieinigen Gott.

Die Tiefe Bedeutung: Was das Kreuzzeichen Aussagt

Mit dem Kreuzzeichen drücken wir auf vielfältige Weise unseren Glauben und unsere Zugehörigkeit aus. Es ist ein kraftvolles Bekenntnis, dass wir zu Gott gehören, dass wir an Jesus Christus als unseren Gekreuzigten und Erlöser glauben und dass wir die Gegenwart des Heiligen Geistes in unserem Leben anerkennen. Es ist einerseits – für sich genommen – das kürzeste und doch umfassendste Gebet, das wir sprechen können. Eine ganze Theologie komprimiert in einer einzigen Geste. Andererseits ist das Kreuzzeichen ein fester Bestandteil vieler liturgischer Handlungen. Wir beginnen und beenden unser persönliches Gebet, sowie auch unsere Gottesdienste mit dieser Geste. Doch auch während der Liturgie selbst wird es vielfach verwendet: zum Beispiel vor der Verkündigung des Evangeliums, als Zeichen der Ehrerbietung und der Bereitschaft, das Wort Gottes zu empfangen, oder bei Segnungen, um Gottes Segen auf Personen oder Gegenstände herabzurufen. Die Kirche ermutigt uns sogar, den Tag mit einem Kreuzzeichen zu beginnen und zu beenden, um so unser ganzes Leben unter Gottes Schutz zu stellen und ihn als Mittelpunkt unseres Seins anzuerkennen. Wir bezeichnen uns selbst mit dem Kreuz oder andere, wenn wir uns gegenseitig Gottes Segen wünschen, Gott danken (etwa vor dem Anschneiden des Brotes, das an das letzte Abendmahl erinnert), oder wenn wir Lebensmittel und andere Gegenstände segnen (lassen). Es ist eine Geste, die den Alltag heiligt und uns immer wieder an Gottes Gegenwart erinnert.

Die Entwicklung der Ausführung: Von der Stirn zum Ganzen Leib

Die Art und Weise, wie das Kreuzzeichen ausgeführt wird, hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gewandelt und weiterentwickelt. In den frühen Zeiten des Christentums wurde es oft mit nur einem Finger oder dem Daumen auf die Stirn gezeichnet. Später dehnte sich diese Geste über das gesamte Gesicht aus. Die Durchführung mit nur einem Finger hatte dabei eine besondere symbolische Bedeutung: Sie wies auf den Glauben an EINEN Gott hin und betonte die Einheit der Gottheit in Zeiten, in denen die Lehre von der Dreifaltigkeit noch in ihrer Entwicklung war oder gegen Häresien verteidigt werden musste. Mit der Zeit und der Festigung der Trinitätslehre entwickelte sich das Kreuzzeichen zu der Form, die wir heute kennen, und umfasste den ganzen Oberkörper, um die umfassende Wirkung von Gottes Gnade zu symbolisieren.

Das Große Kreuzzeichen: Eine Umfassende Geste

In der katholischen Kirche unterscheiden wir hauptsächlich zwischen dem großen und dem kleinen Kreuzzeichen, wobei jedes seine eigene Bedeutung und seinen eigenen Kontext hat.

Beim großen Kreuzzeichen berühren wir mit den ausgestreckten Fingern unserer rechten Hand zuerst unsere Stirn, dann unsere Brust, gefolgt von der linken und schließlich der rechten Schulter. Begleitet wird diese Geste von den Worten: „Im Namen des Vaters (wobei die Hand die Stirn berührt), des Sohnes (wobei die Hand die Brust berührt) und des Heiligen Geistes (wobei die Hand die Schultern berührt). Amen.“

Diese umfassende Geste wird oft verwendet, um uns mit Weihwasser beim Betreten und Verlassen der Kirche zu segnen, als Erinnerung an unsere Taufe und an die Reinigung von Sünden. Es ist die traditionelle Art, unseren Gottesdienst und unser Gebet zu eröffnen und zu beschließen, um unsere gesamte Existenz unter den Schutz und die Führung Gottes zu stellen. Das große Kreuzzeichen ist auch unsere „Antwort“ auf die Segensgeste von Priestern, Diakonen oder Gottesdienstleitern, wenn wir mit Weihwasser besprengt oder gesegnet werden. Es ist unser aktives Mitwirken am Empfang des Segens. Manche Gläubige bekreuzigen sich auch nach dem Empfang der Heiligen Kommunion, um die Gegenwart Christi in sich zu ehren und den empfangenen Segen zu vertiefen. Dieses Kreuzzeichen ist eine öffentliche und umfassende Proklamation unseres Glaubens, die unseren Verstand, unser Herz und unsere Kraft in den Dienst Gottes stellt.

Was ist das Kreuz und warum ist es so wichtig?

Das Kleine Kreuzzeichen: Eine Intime Geste für Geist und Herz

Das kleine Kreuzzeichen ist eine subtilere, aber nicht weniger bedeutsame Geste. Hierbei zeichnen wir uns mit dem Daumen ein kleines Kreuz auf die Stirn, dann über den Mund und schließlich auf die Brust. Diese Form des Kreuzzeichens hat ihren festen Platz vor der Verkündigung des Evangeliums in der Heiligen Messe. Mit ihm möchten wir ausdrücken, dass wir das Wort Gottes verstehen, es im Herzen aufnehmen und mit unserem Mund weitererzählen möchten. Es ist ein Gebet darum, dass Gott unser Denken, Sprechen und Handeln segnen möge und dass wir seine Botschaft in allen Aspekten unseres Lebens verinnerlichen und leben.

Das kleine Kreuzzeichen ist eine Erweiterung des Ur-Kreuzzeichens, das wir bereits bei unserer Taufe auf die Stirn gezeichnet bekommen – ein sichtbares Zeichen unserer Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen und unserer Zugehörigkeit zu Christus. Ebenso wird es bei der Salbung mit Chrisam bei der Firmung und der Priesterweihe verwendet, um die besondere Berufung und Stärkung durch den Heiligen Geist zu kennzeichnen. Auch am Aschermittwoch wird uns mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet, als Zeichen der Buße und der Vergänglichkeit.

Interessant ist die Geschichte des kleinen Kreuzzeichens vor dem Evangelium. Es ist seit dem 11. Jahrhundert bezeugt, doch erstaunlicherweise war es ursprünglich nur für den Priester als Verkündiger des Evangeliums gedacht und ist bis heute auch nur als Rubrik (Handlungsanweisung) für ihn im Messbuch verzeichnet. Die Gemeinde sollte lediglich mit „Ehre sei dir, o Herr“ auf den Ruf „Aus dem Evangelium nach…“ antworten. Dennoch haben die Gemeinden diese dreifache Kreuzzeichengeste für sich übernommen, und das ist durchaus sinnvoll. Denn sie signalisiert: Ich will das Evangelium mit dem Kopf durchdenken, mit dem Mund verkünden und es im Herzen tragen und praktisch leben. Diese Haltung gilt für alle Getauften.

Die besondere Verehrung des Evangeliums, in dem Jesus selbst gegenwärtig ist, erklärt auch, warum diese Geste nicht bei den anderen Lesungen gemacht wird. Deshalb werden bei der Verkündigung des Evangeliums Weihrauch und Kerzen verwendet, die Gemeinde steht auf, es gibt einen besonderen Eröffnungsgruß („Der Herr sei mit euch“) und der Priester küsst das Buch – alles vergleichbar mit dem Altarkuss. Manche Gemeinden besitzen sogar ein eigenes, oft kunstvoll gestaltetes Evangeliar, ein Buch nur für die Evangelien, um dessen besondere Bedeutung zu unterstreichen. Die Redewendung „drei Kreuze machen“ für eine große Erleichterung oder ein abgeschlossenes Werk leitet sich ebenfalls von dieser alten Praxis ab.

Das Kreuzzeichen im Alltag und in der Familie

Es ist eine wichtige Aufgabe für uns erwachsene Christen, Kindern das Kreuzzeichen als Vorbild vorzuleben, es ihnen zu erklären und beizubringen. Dabei ist es entscheidend, das Kreuzzeichen bewusst, langsam und deutlich auszuführen, damit Kinder seine Bedeutung erfassen können. Kinder sind von Natur aus neugierig und fragen gerne nach dem Hintergrund. Wenn man ihnen das Kreuzzeichen erklärt, landet man schnell im faszinierenden, aber manchmal auch etwas komplizierten Themengebiet der Dreifaltigkeit (Trinitätslehre).

Der deutsche Religionspädagoge Rainer Oberthür bietet eine hilfreiche Erklärung an: „Dem Geheimnis der Dreieinigkeit könne man sehr gut mit den Gesten des Kreuzzeichens nachgehen: Denn Gott ist als Vater und Schöpfer hoch über uns, als Jesus Christus Retter und Erlöser mitten unter uns und als Heiliger Geist Kraft und Stärke in uns.“ Diese einfache, gestische Erklärung macht das komplexe Konzept der Dreifaltigkeit greifbar.

Was ist der Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen Kreuzzeichen?
Besonders deutlich wird das beim sogenannten kleinen Kreuzzeichen: Im Unterschied zum weit verbreiteten großen Kreuzzeichen, bei dem ein Kreuz vom Kopf über den Bauch zu den Schultern geschlagen wird, besteht die kleine Variante aus drei mit dem Daumen gezeichneten Kreuzchen auf Stirn, Mund und Herz.

In der Kinderliturgie und im Religionsunterricht gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Kreuzzeichen hervorzuheben und seine Bedeutung kindgerecht zu vermitteln. Man kann das Kreuzzeichen mit einem erweiterten Text sprechen oder als Lied singen, wie zum Beispiel „Gott ist oben, Gott ist unten“, das das große Kreuzzeichen erklärt, oder „Ich denke an Dich, ich erzähle von Dir“, das das kleine Kreuzzeichen näherbringt.

Um das Kreuzzeichen und seine Bedeutung stärker ins Bewusstsein zu rücken, kann man auch mit einer Stilleübung beginnen und dann gemeinsam und ganz bewusst langsam das Kreuzzeichen machen. Auch das Taufgedächtnis kann besonders gestaltet werden, indem man dazu einlädt, zu einem bewussten Kreuzzeichen mit Weihwasser nach vorne zu kommen, um die Verbindung zur eigenen Taufe zu stärken.

Im Alltag vieler Familien segnen Eltern ihre Kinder, bevor diese sich morgens auf den Schulweg machen, indem sie ihnen ein kleines Kreuzzeichen auf die Stirn zeichnen. Früher wurde dazu oft Weihwasser aus den neben den Haustüren hängenden Weihwasserbecken verwendet. Auch beim Gute-Nacht-Gebet bietet sich die Möglichkeit, die Kinder mit dem kleinen Kreuzzeichen zu segnen. Rainer Oberthür betont: „Ich empfehle das Bekreuzigen von Kindern sehr. Es wird intuitiv verstanden und ist ein einfaches und oft wiederholbares Ritual.“ Mit seiner elementaren Sprache trägt das Kreuzzeichen zur Beschäftigung der Kinder mit dem Glauben bei. Wichtig ist jedoch, dass Eltern eine Atmosphäre für Fragen schaffen und Kindern schon früh zutrauen, sich mit den großen Fragen von Religion und Glauben auseinanderzusetzen und gemeinsam nach Antworten zu suchen.

Das Kreuzzeichen in Verschiedenen Konfessionen und Kulturen

Obwohl das Kreuzzeichen hauptsächlich mit der katholischen und orthodoxen Kirche assoziiert wird, war seine Bedeutung auch für andere Konfessionen nicht unerheblich. Sogar Martin Luther, der Reformator, erkannte die Kraft des Sich-Bekreuzigens. In seinem Kleinen Katechismus empfahl er für den Morgensegen: „Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, sollst du dich segnen mit dem Zeichen des Heiligen Kreuzes und sollst sagen: ‚Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen‘“. Auch für den Abendsegen schlug er das Kreuzzeichen vor. Dennoch setzte sich das Kreuzzeichen in den protestantischen Kirchen entgegen Luthers Empfehlung nicht flächendeckend durch. Es wurde oft als äußeres Zeichen angesehen, das für das Heil nicht notwendig war, im Gegensatz zum inneren Glauben.

Orthodoxe Christen hingegen haben eine sehr ausgeprägte Praxis des Sich-Bekreuzigens und tun dies oft und viel: vor Kirchen, Ikonen und Reliquien. Die Orthodoxen der Kirchen mit byzantinischem Ritus, wie etwa die orthodoxen Kirchen in Russland oder Griechenland, machen das Kreuzzeichen jedoch in einer anderen Reihenfolge als die Katholiken: Auf das Bezeichnen der Stirn geht die Hand zum Bauch und danach zuerst zur rechten und dann zur linken Schulter – also genau andersherum als in der römisch-katholischen Kirche. Die katholische Praxis ist übrigens die jüngere und hat sich erst im Spätmittelalter unter den Gläubigen durchgesetzt. Wahrscheinlich entstand sie aus einer Nachahmung der priesterlichen Segenshandlung durch die Gläubigen, da die Geistlichen die Gemeinde schon damals mit der Bewegung von der linken zur rechten Schulter segneten.

Auch außerhalb der Kirche begegnen Nicht-Katholiken dem Kreuzzeichen heute regelmäßig, besonders im Bereich des Sports. Fans bekreuzigen sich, wenn sie ein Stoßgebet für den Sieg ihrer Mannschaft zum Himmel schicken. Und Spieler bitten mit dem Kreuzzeichen Gott beim Betreten des Spielfelds um ein sicheres Match oder danken nach einem Tor. Meist fällt das Sich-Bekreuzigen hier eher minimal und hektisch aus. Papst Franziskus beklagte dies kürzlich und riet dazu, das Kreuzzeichen bewusst und langsam auszuführen. Sportler und Fans könnten sich ein gutes Beispiel nehmen und demnächst ein „sauberes“ Kreuzzeichen hinlegen, das seine volle Bedeutung entfaltet.

Was ist das Kreuz und warum ist es so wichtig?

Vergleichstabelle: Großes vs. Kleines Kreuzzeichen

MerkmalGroßes KreuzzeichenKleines Kreuzzeichen
AusführungStirn → Brust → linke Schulter → rechte SchulterStirn → Mund → Brust (jeweils Daumenkreuz)
Begleitende Worte„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“Oft schweigend oder mit innerem Gebet verbunden
Typische VerwendungBeginn/Ende von Gebet/Gottesdienst, mit Weihwasser, als Antwort auf Segen, Erinnerung an TaufeVor dem Evangelium, bei Taufe, Firmung, Priesterweihe, Aschermittwoch, Segnung von Kindern
SymbolikGanzheitliches Bekenntnis, umfassende Hingabe an die DreifaltigkeitVerstand, Wort, Herz – das Evangelium aufnehmen, verkünden und leben

Häufig Gestellte Fragen zum Kreuzzeichen

Warum machen wir das Kreuzzeichen?

Das Kreuzzeichen ist ein altes christliches Ritual, das unsere Zugehörigkeit zu Christus ausdrückt und unseren Glauben an die Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und Heiliger Geist) bezeugt. Es ist ein kurzes Gebet und eine Geste des Segens, die uns an unsere Taufe und an das Opfer Jesu erinnert.

Was ist der Unterschied zwischen dem großen und dem kleinen Kreuzzeichen?

Das große Kreuzzeichen wird mit der ganzen Hand von der Stirn über die Brust zu den Schultern gemacht und ist ein umfassendes Bekenntnis. Das kleine Kreuzzeichen wird mit dem Daumen auf Stirn, Mund und Brust gezeichnet und symbolisiert das Verstehen, Verkünden und Verinnerlichen des Wortes Gottes.

Warum werden vor dem Evangelium drei kleine Kreuze gemacht?

Die drei kleinen Kreuze auf Stirn, Mund und Brust vor dem Evangelium drücken den Wunsch aus, das Wort Gottes mit dem Verstand zu erfassen, mit dem Mund zu verkünden und im Herzen zu tragen und danach zu leben. Es ist eine besondere Ehrerbietung für das Evangelium, in dem Jesus selbst gegenwärtig ist.

Ist das Kreuzzeichen biblisch belegt?

Die Geste des Kreuzzeichens selbst ist in der Bibel nicht explizit beschrieben. Ihr theologischer Inhalt basiert jedoch auf biblischen Aussagen, insbesondere auf dem Missionsbefehl Jesu: „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Matthäus 28,19).

Machen Protestanten auch das Kreuzzeichen?

In den meisten protestantischen Kirchen hat sich das Kreuzzeichen im Laufe der Reformation nicht als allgemeine Praxis durchgesetzt, obwohl Martin Luther es in seinem Katechismus empfahl. Es wurde oft als äußerliches Zeichen angesehen, das nicht als heilsnotwendig betrachtet wurde. Einzelne Protestanten können es jedoch persönlich ausführen.

Fazit: Mehr als nur eine Geste

Das Kreuz und insbesondere das Kreuzzeichen sind weit mehr als nur traditionelle Rituale oder einfache Symbole. Sie sind lebendige Ausdrücke eines tief verwurzelten Glaubens, die seit fast zwei Jahrtausenden Millionen von Menschen begleiten. Ob als öffentliches Glaubensbekenntnis oder als intimes, stilles Gebet – das Kreuzzeichen verbindet uns mit der Geschichte unserer Erlösung, erinnert uns an die Dreifaltigkeit Gottes und lädt uns ein, unsere Gedanken, Worte und Taten ganz in seinen Dienst zu stellen. Es ist ein täglicher Akt des Erinnerns, des Dankens und der Hingabe, der uns hilft, die Gegenwart Gottes in unserem Leben zu erkennen und zu feiern. Ein bewusst ausgeführtes Kreuzzeichen ist eine Quelle der Kraft, des Trostes und der Orientierung, die uns in unserem Glauben stärkt und uns daran erinnert, dass wir unter dem Segen Gottes stehen. Es ist eine einfache Geste mit einer unermesslichen Bedeutung.

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