15/03/2022
Die Taufe eines Kindes ist ein tief bewegendes Ereignis, das nicht nur die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft feiert, sondern auch die unermessliche Liebe und Hoffnung zum Ausdruck bringt, die wir für das neue Leben hegen. Ein zutiefst persönlicher und intimer Bestandteil dieser Zeremonie sind die Fürbitten. Sie bieten Eltern, Taufpaten, Familienmitgliedern und Freunden eine einzigartige Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Wünsche, ihren Segen und ihre Gebete für den Täufling vor Gott zu bringen. Es ist ein Moment, in dem das Kollektiv der Liebenden zusammenkommt, um Schutz, Führung und ein erfülltes Leben für das Kind zu erbitten.

Egal, ob in Form eines innigen Gebets, eines bedeutungsvollen Bibelzitats oder frei formulierter, von Herzen kommender Zeilen – die Fürbitten sollen den einzigartigen Charakter der Taufzeremonie unterstreichen und dem Täufling eine spirituelle Stütze für seinen Lebensweg mitgeben. Sie sind weit mehr als nur Worte; sie sind Versprechen, Hoffnungen und eine tiefe Verbundenheit, die unter Gottes Beisein ausgesprochen wird.
- Die Bedeutung der Fürbitten bei der Taufe: Ein Ausdruck der Liebe und des Segens
- Inhalt und Gestaltung einer Fürbitte: Persönlich und Herzlich
- Anzahl der Fürbitten: Was ist angemessen?
- Wer trägt Fürbitten vor? Eine Frage des Herzens
- Der richtige Zeitpunkt: Wann werden Fürbitten gesprochen?
- Inspiration für Ihre Fürbitte: Moderne und klassische Beispiele
- Wie man eine persönliche Fürbitte formuliert: Eine Anleitung
- Fürbitten für die Gemeinschaft und die Welt: Ein Blick über den Täufling hinaus
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Fürbitten bei der Taufe
- Schlussbetrachtung: Ein Segen für das Leben
Die Bedeutung der Fürbitten bei der Taufe: Ein Ausdruck der Liebe und des Segens
Im Zentrum jeder Taufe steht das Kind, das in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen wird. Die Fürbitten sind hierbei ein entscheidendes Element, das die Zeremonie mit persönlicher Tiefe und emotionaler Wärme erfüllt. Es ist der Moment, in dem die Anwesenden, insbesondere die Eltern und Taufpaten, Gottes Segen, Schutz und Zuspruch für den kleinen Täufling erbitten. Über das Erbeten göttlicher Gnade hinaus beinhalten Fürbitten oft auch selbsterwählte Versprechen. Diese Versprechen können zum Ausdruck bringen, dass die Vortragenden alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um dem Täufling ein glückliches, gesundes und vollkommenes Leben zu ermöglichen, geprägt von Liebe, Geborgenheit und Glaube.
Eine Taufe ist ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis. Während die Kirche den groben Rahmen für die Zeremonie vorgibt, wird die wahre Individualität und Besonderheit durch die Mitwirkenden geschaffen. Gerade die Familie und die Taufpaten haben durch ihre Fürbitten die Möglichkeit, diesen besonderen Anlass einzigartig und unvergesslich zu gestalten. Es ist ein Akt der Hingabe und der tiefen Zuneigung, der dem Täufling ein Gefühl von Geborgenheit und bedingungsloser Liebe vermitteln soll, das ihn sein ganzes Leben lang begleiten möge.
Inhalt und Gestaltung einer Fürbitte: Persönlich und Herzlich
Ein besonderes Merkmal von Fürbitten zur Taufe ist ihre immense Flexibilität. Es gibt keine starre Vorlage, die befolgt werden muss. Im Gegenteil: Fürbitten sind die Leinwand, auf der die vortragende Person ihre individuellen Wünsche und Segenswünsche für den Täufling malen kann. Diese Wünsche dürfen völlig frei formuliert sein, können aber auch wunderbar mit bedeutungsvollen Bibelzitaten oder anderen inspirierenden Texten kombiniert werden. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Einige entscheiden sich sogar dafür, ihre Fürbitte mit kleinen Symbolen zu untermauern, die ihre Botschaft visuell verstärken, wie beispielsweise eine Kerze, die für Licht steht, oder eine Blume, die Wachstum symbolisiert.
Es empfiehlt sich jedoch, die Fürbitte zunächst an Gott zu richten, da die Taufe ein kirchlicher Ritus ist und somit im Kern eine spirituelle Handlung darstellt. Nach dieser Anrufung Gottes können die weiteren Wünsche dann sehr individuell und persönlich gestaltet werden. Ob kurz und prägnant oder ausführlich und poetisch – entscheidend ist, dass die Worte von Herzen kommen und die aufrichtigen Hoffnungen für das Kind widerspiegeln.
Anzahl der Fürbitten: Was ist angemessen?
Die Anzahl der Fürbitten, die während einer Taufzeremonie vorgetragen werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Art des Gottesdienstes und der Anzahl der Täuflinge. Es ist wichtig, nicht nur die reine Lesezeit zu berücksichtigen, sondern auch die Zeit, die für das Aufstehen, zum Altar gehen und wieder Hinsetzen benötigt wird, da dies oft genauso lange oder sogar länger dauern kann als die Fürbitte selbst.

Vergleich: Einzeltaufe vs. Gemeinschaftstaufe
Um Ihnen eine Orientierung zu geben, wann wie viele Fürbitten angemessen sind, haben wir die wichtigsten Unterschiede zwischen einer Einzeltaufe und einer Gemeinschaftstaufe in Bezug auf die Fürbitten zusammengefasst:
| Merkmal | Einzeltaufe | Gemeinschaftstaufe |
|---|---|---|
| Anzahl Fürbitten | Bis zu 6 Fürbitten sind in der Regel möglich. | 2 bis maximal 4 Fürbitten pro Täufling sind empfehlenswert. |
| Zeitplanung | Es gibt mehr Flexibilität, um längere oder mehr Fürbitten einzuplanen. | Die Zeit ist begrenzter; es muss Rücksicht auf andere Familien genommen werden. |
| Individualität | Ein sehr hoher Grad der Personalisierung ist möglich, da der Fokus ausschließlich auf einem Kind liegt. | Die Fürbitten sollten sich gut in den Rahmen der Feier für mehrere Familien einfügen. |
| Atmosphäre | Sehr intim und persönlich, da der Gottesdienst allein dem Täufling gewidmet ist. | Gemeinschaftlich und verbindend, da mehrere Familien zusammen feiern. |
| Koordination | Engere Absprache mit dem Pfarrer bezüglich individueller Wünsche ist einfacher. | Einhaltung des üblichen Ablaufs des Gottesdienstes wird empfohlen, um Fairness zu gewährleisten. |
Bei einer Gemeinschaftstaufe ist es ratsam, sich kurz zu fassen und die wichtigsten Wünsche zu formulieren, um allen Beteiligten genügend Raum zu geben. Wird Ihr Kind allein getauft, haben Sie mehr Freiraum, die Anzahl und Länge der Fürbitten zu gestalten.
Wer trägt Fürbitten vor? Eine Frage des Herzens
Die Wahl der Person, die eine Fürbitte vorträgt, ist von großer Bedeutung, denn die Worte sollen von Herzen kommen. Es ist eine Ehre und eine besondere Aufgabe, die tiefe Verbundenheit mit dem Täufling und seiner Familie widerspiegelt. Grundsätzlich können viele nahestehende Personen Fürbitten vortragen:
- Die Eltern des Kindes
- Die Taufpaten
- Die Großeltern
- Geschwister
- Onkel und Tanten
- Cousins und Cousinen
- Enge Freunde der Familie
Damit der Ablauf der Taufe jedoch harmonisch und ohne Chaos verläuft, ist es unerlässlich, die Vortragenden vorab dem Priester oder Pfarrer mitzuteilen. So kann er die Zeit optimal einschätzen und sicherstellen, dass für alle genügend Raum für ihre Fürbitten zur Verfügung steht. Sollte sich wider Erwarten niemand finden, der eine Fürbitte vortragen möchte oder kann, ist es auch üblich, dass der Pfarrer diese Aufgabe übernimmt.
Der richtige Zeitpunkt: Wann werden Fürbitten gesprochen?
Der genaue Zeitpunkt für das Vortragen der Fürbitten innerhalb der Taufzeremonie liegt in der Regel im Ermessen der Eltern und sollte vorab mit dem Pfarrer oder Priester besprochen werden. Üblicherweise werden die Fürbitten jedoch vor der eigentlichen Taufhandlung, also vor dem Sprechen der Taufformel und dem Übergießen mit Wasser, vorgetragen. Dies ermöglicht es, die Segenswünsche und Gebete als eine Art Einstimmung auf den zentralen Akt der Taufe zu verstehen.
Für Eltern, die einen individuellen Zeitpunkt bevorzugen, ist eine frühzeitige Absprache mit dem Pfarrer ratsam. So kann er die Wünsche der Taufeltern in die Gestaltung des Gottesdienstes integrieren. Bei einer Gemeinschaftstaufe, die in den letzten Jahren aufgrund ihres gemeinschaftlichen Charakters immer beliebter wird, ist es jedoch meist empfehlenswerter, den üblichen Ablauf des Gottesdienstes beizubehalten. Dies gewährleistet nicht nur eine unkomplizierte Planung, sondern verhindert auch, dass sich jemand bevorzugt oder vernachlässigt fühlt. Eine Gemeinschaftstaufe, die oft im Kreis von bis zu vier Kindern und ihren Familien stattfindet, stärkt das Gefühl der Gemeinschaft und des gemeinsamen Glaubens. Familien, die eine intimere Atmosphäre bevorzugen, können sich nach wie vor für die klassische Einzeltaufe entscheiden.
Inspiration für Ihre Fürbitte: Moderne und klassische Beispiele
Manchmal fehlen einem die Worte, wenn man die tiefsten Wünsche für einen geliebten Menschen ausdrücken möchte. Keine Sorge, es gibt zahlreiche wunderschöne Vorlagen und Bibelzitate, die als Fürbitte vorgetragen oder als Bestandteil einer individuellen Fürbitte dienen können. Hier ist eine Auswahl, die moderne und klassische Elemente vereint:
Moderne Fürbitten zur Taufe
- Fürbitte #1: „Ein Gefühl von vollständigem Frieden überkommt einen, sobald ein Kind in das Leben seiner Eltern tritt. Alle Sorgen und all der Stress sind fort und das gemeinsame Leben von Eltern und Kind hat begonnen. Von nun an ist er/sie jedoch nicht nur der wichtigste Teil von diesen Eltern, sondern auch von Gott, unserem Herrn. Von jetzt an uns bis in alle Ewigkeit. Amen.“ (Betont den Frieden und die göttliche Zugehörigkeit des Kindes.)
- Fürbitte #2: „Heute schließen wir die Tür der Vergangenheit, öffnen die Tür zu der Zukunft dieses kleinen Kindes, atme tief durch und gehe zu einem neuen Leben über. Hilf uns lieber Gott, diesen Weg der Gerechtigkeit niemals aus den Augen zu verlieren und immer gemeinsam diesen Weg zu bestreiten.“ (Fokus auf Neuanfang und gemeinsame Lebensreise.)
- Fürbitte #3: „Liebe/r (Name des Kindes), du bist die Kraft der Zukunft und die Schönheit vergangener Erinnerungen. Du bist Liebe und Licht und Hoffnung. Du bist das süßeste Geschenk des Lebens, ein unglaubliches und kostbares Wunder. Möge dein Leben immer voller Freude und Liebe sein und Gott dich stets behüten. Amen.“ (Eine sehr persönliche und liebevolle Ansprache an das Kind.)
- Fürbitte #6: „Wenn die Wassertröpfchen auf dich gerichtet sind, dann bist du in Gottes kostbare Liebe gehüllt. Möge er dich segnen, führen und beschützen. Mögest du immer von Gott beschützt werden, gesund und glücklich bleiben. Gott segne dich, kleiner Engel. Amen.“ (Greift das Taufwasser auf und verbindet es mit Gottes Schutz.)
- Fürbitte #11: „Lieber Gott, wie du einst uns und diese Welt in deinen Händen hast gehalten, so wollen wir heute und für immer dieses Kind halten. Denn all die Dinge, die unsere Hände mit Abstand am besten halten werden, soll von nun an dieses Kind sein. Hilf uns dabei, ihm/ihr immer das Gefühl von vollkommender Liebe und Geborgenheit zu geben. Möge es niemals sein Lachen verlieren und dich, lieber Gott, so wie uns immer als seine Familie erkennen.“ (Ein tiefes Versprechen der Eltern/Familie, das Kind zu halten und zu lieben.)
Klassische Fürbitten zur Taufe und Taufsprüche
Klassische Fürbitten und Taufsprüche sind oft von biblischen Versen inspiriert und drücken zeitlose Wünsche aus.
- Fürbitte #4 (Psalm 36,6): „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.“ Drum bitten wir dich, allmächtiger Gott, lasse niemals von diesem Kind ab und zeige ihm jeden Tag aufs Neue deine Güte. (Betont Gottes Güte und Treue.)
- Fürbitte #5 (Psalm 91, 11-12): „Der Herr wird seinen Engeln befehlen, dich auf all deinen Wegen zu beschützen. An ihren Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht gegen einen Stein schlägst.“ (Ein klassischer Schutzvers.)
- Fürbitte #23: „Der Herr wird immer mit dir gehen, entlang des gesegneten Strandes des Lebens. Seine Fußspuren dort neben deinen eigenen, immer in Reichweite. Zwei Fußabdrücke, Seite an Seite, vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang. Doch es kann ein Tag kommen, mein Kind, an dem du nur einen siehst. Aber glaubt nicht, dass der Herr euch verlassen hat, nichts könnte schlimmer sein. Es ist nur so, dass Er dich aufgehoben hat, um dich mitzunehmen.“ (Die bekannte Geschichte von den Fußspuren im Sand, übertragen auf das Leben des Kindes.)
- Fürbitte #26: „Liebes Taufkind, möge ein Sonnenstrahl dich immer umgeben, der dich wärmt, viel Glück, um dich zu bezaubern und ein schützender Engel, damit dir nichts schaden kann. Lache immer, denn wir werden dich immer anfeuern. Mögen stets treue Freunde in deiner Nähe sein und wann immer du darum betest, der Himmel bereit sein, dich zu hören.“ (Ein warmer Wunsch für Glück und Schutz.)
Fürbitten zur Taufe für spezifische Personen
Oft möchten bestimmte Personenkreise, wie Paten, Großeltern oder Eltern, ihre ganz eigenen, auf ihre Rolle zugeschnittenen Fürbitten formulieren.
Für Eltern
- Fürbitte der Eltern: „Lieber Gott, Hab von Herzen Dank dafür, dass du uns dieses Kind geschenkt hast. Bitte gib du uns die Kraft, es mit Geduld auf seinem Weg durch das Leben zu begleiten. Lass uns ein gutes Vorbild sein – hilf uns mit deiner Weisheit, aus ihm einen glücklichen Menschen zu machen.“ (Dankbarkeit und Bitte um Führung in der Erziehung.)
- Fürbitte der Eltern: „Guter Gott, gib uns die Kraft, immer für unser Kind da zu sein, wenn es uns braucht. Schenk uns aber auch die Gelassenheit in schwierigen Zeiten, wenn es Freiraum braucht, um sich zu entwickeln.“ (Bitte um Weisheit und Gelassenheit in der Begleitung des Kindes.)
Für Taufpaten
Die Taufpaten übernehmen eine besondere Verantwortung, das Kind auf seinem Lebensweg zu begleiten und im Glauben zu unterstützen.

- Fürbitte #51: „Gott, wir bitten für dieses Kind, dass immer Menschen bei ihm/ihr sind, die ihn/sie annehmen, wie er/sie ist, die ihn/sie lieben, denen er/sie vertrauen kann, die für ihn/sie da sind und ihm/ihr helfen. Und dass auch er/sie vom ganzen Herzen lieben lernt.“ (Ein allgemeiner Wunsch nach unterstützenden Beziehungen, passend für Paten.)
- Fürbitte #52: „Liebe/r (Name des Kindes), da werden Hände sein, die Dich tragen und Arme, in denen Du sicher bist und Menschen, die Dir ohne Fragen zeigen, dass Du willkommen bist. Amen.“ (Ein Versprechen der Unterstützung und des Willkommens, ideal für Paten.)
- Fürbitte der Paten: „Vater im Himmel, wir bitten dich, dass die Paten gute Begleiter auf dem Lebensweg des kleinen Täuflings sind. Lass sie Freund und Freundin für (Name) sein, ihn/sie in allen Lebenslagen unterstützen und weise Ratschläge geben.“ (Formuliert die Rolle der Paten als Wegbegleiter.)
Für Großeltern
Großeltern sind oft eine Quelle der Weisheit, Liebe und Geborgenheit.
- Fürbitte der Großeltern: „Vater im Himmel, wir bitten für die Großeltern dieses kleinen Täuflings. Lass sie für ihr Enkelkind ein wichtiger Ratgeber sein, lass sie (Name) an ihrer Lebenserfahrung teilhaben und ihn/sie in wichtigen Fragen des Lebens unterstützen.“ (Betont die Rolle der Großeltern als Ratgeber und Unterstützer.)
- Fürbitte der Großeltern: „Guter Gott, du hast (Name) liebevolle Menschen, wie seine Großeltern an die Seite gestellt. Schenke Ihnen noch ein langes Leben, in dem Sie ihr Enkelkind wachsen sehen und ihn voll Freude ins Leben begleiten können.“ (Dankbarkeit für die Großeltern und Wunsch nach langem, gemeinsamen Weg.)
Fürbitten zur Taufe: Katholisch vs. Evangelisch
Obwohl die Kernbotschaft der Fürbitten in beiden Konfessionen gleich ist – das Gebet für das Kind und seine Zukunft im Glauben – gibt es kleine stilistische Unterschiede, besonders in der Antwort der Gemeinde und der Betonung bestimmter Aspekte.
- Katholisch: Oft stärker auf die Sakramente und die Gemeinschaft der Kirche bezogen, mit der Antwort „Wir bitten dich. Erhöre uns.“
- Evangelisch: Häufig etwas freier in der Formulierung, oft mit der Antwort „Amen.“
Viele der oben genannten Beispiele sind jedoch universell einsetzbar und können in beiden Konfessionen verwendet werden, da sie die grundlegenden Wünsche nach Liebe, Glück, Gesundheit und Gottes Schutz ausdrücken.
- Fürbitte #35 (Katholisch angehaucht): „Herr Gott, unser himmlischer Vater, wir danken dir für deine große Güte, indem sie uns aufruft, dich zu kennen und dir unser Vertrauen zu schenken. Sie steigert unser Wissen und stärkt unseren Glauben. Gib deinen Heiligen Geist dieser Person, damit er/sie wiedergeboren wird und zum Erben der ewigen Erlösung werde; durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert, einen Gott, jetzt und für immer. Amen.“ (Betont die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist.)
- Fürbitte #87 (Evangelisch angehaucht): „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich helfe dir, ja, ich mache dich stark“ (Jesaja 41,10). (Ein klassischer Trost- und Stärkevers.)
Wie man eine persönliche Fürbitte formuliert: Eine Anleitung
Eine Fürbitte muss keinesfalls vorgefertigt sein. Der schönste und wirkungsvollste Wunsch kommt von Herzen und ist individuell auf den Täufling zugeschnitten. Auch wenn Sie sich im ersten Moment unsicher fühlen, ist das Formulieren einer persönlichen Fürbitte einfacher, als es scheint. Eine Fürbitte ist in der Regel in eine Liturgie eingebettet und wird vom Pfarrer, Dekan oder Pastor eingeleitet. Für Ihre persönliche Fürbitte sollten Sie drei wesentliche Teile beachten:
1. Die Anrede Gottes
Beginnen Sie Ihre Fürbitte immer mit der Anrede Gottes. Hier haben Sie verschiedene Möglichkeiten, die Sie ganz nach Ihrem persönlichen Empfinden und dem Ton der Zeremonie wählen können:
- „Gott, unser Vater,“
- „Guter Gott,“
- „Guter und barmherziger Gott,“
- „Lieber Gott,“
- „Herr im Himmel,“
- „Vater im Himmel,“
Manchmal wenden sich Bittende auch direkt an Jesus Christus, den Sohn Gottes. Auch hierfür gibt es passende Anreden:
- „Jesus Christus,“
- „Jesus Christus, du Sohn Gottes,“
- „Herr Jesus,“
- „Herr Jesus Christus,“
Wählen Sie die Anrede, die sich für Sie am natürlichsten und passendsten anfühlt.
2. Die Bitte für den Täufling
Dies ist der Kern Ihrer Fürbitte. Hier formulieren Sie, was Ihnen persönlich für das Kind am Herzen liegt. Denken Sie darüber nach, welche Wünsche, Hoffnungen und Gebete Sie für sein Leben haben. Einige mögliche Themen und Anliegen könnten sein:
- Gesundheit und Wohlergehen für den kleinen Täufling
- Hilfe und Stärke in schwierigen Situationen des Lebens
- Verlässliche Freunde und gute Wegbegleiter
- Erfolg und Erfüllung auf seinem Lebensweg
- Eine liebevolle und gute Erziehung durch die Eltern
- Die Bewahrung und der Schutz durch Gott
- Einen festen Platz in der Gemeinde und tiefes Gottvertrauen
- Freude, Lachen und ein glückliches Herz
- Mut, eigene Meinungen zu bilden und dafür einzustehen
- Die Fähigkeit, zu lieben und geliebt zu werden
Seien Sie spezifisch und ehrlich in Ihren Wünschen. Es ist Ihr ganz persönlicher Beitrag zu diesem besonderen Tag.
3. Die Antwort der Gemeinde
Nachdem Sie Ihre Fürbitte vorgetragen haben, antwortet die versammelte Gemeinde als Zeichen der Bestätigung und des gemeinsamen Gebets. Die Form der Antwort variiert je nach Konfession:
- In der katholischen Kirche antworten die Besucher einer Taufmesse in der Regel mit den Worten: „Wir bitten dich. Erhöre uns.“
- Im Gottesdienst der evangelischen Kirche wird meist ein schlichtes „Amen“ gesprochen.
Das „Amen“ am Ende gehört übrigens erst ganz am Abschluss des gesamten Fürbittengebets, wenn alle einzelnen Fürbitten vorgetragen wurden.
Fürbitten für die Gemeinschaft und die Welt: Ein Blick über den Täufling hinaus
Fürbitten bei einer Taufe sind nicht nur auf den Täufling und seine engsten Bezugspersonen beschränkt. Sie bieten auch die Möglichkeit, den Blick zu weiten und die gesamte Gemeinschaft sowie die Welt in das Gebet einzuschließen. Dies erinnert uns daran, dass das neue Leben in eine größere Welt hineingeboren wird und dass der Glaube uns zu Verantwortung und Mitgefühl für alle Menschen aufruft. Ein umfassendes Fürbittgebet kann daher folgende Abschnitte enthalten:
Für die Taufgäste und uns selbst
In diesem Abschnitt kann für alle Anwesenden gebetet werden, dass sie ihre Rolle als Vorbilder und Unterstützer des Täuflings ernst nehmen und ihr eigenes Leben im Sinne christlicher Werte gestalten:
- „Wir bitten dich, allmächtiger Gott, für uns alle, lass uns der Verantwortung bewusst sein, die wir für diese Welt haben.“
- „Lass uns den Kindern eine Welt übergeben, in der sie gut und gerne leben mögen.“
- „Befreie uns von Egoismus, von Machtstreben, von Argwohn und Missgunst.“
- „Hilf uns, überflüssige Grenzen niederzureißen, ohne Chaos entstehen zu lassen.“
Für Frieden und Schöpfung & für Menschen in Verantwortung
Hier wird für globale Anliegen und für diejenigen gebetet, die Entscheidungen mit weitreichenden Folgen treffen:
- „Allmächtiger Gott, für alle Menschen, die in dieser Welt und insbesondere in der Politik besondere Verantwortung tragen, bitten wir, lass sie weise Entscheidungen fällen, die den Menschen und der Welt gut tun.“
- „Führe sie auf den Weg des Friedens und der Versöhnung.“
- „Hilf, dass sie das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen stellen.“
Für Notleidende und Opfer
Es ist ein Akt der Nächstenliebe, in unserem Glück an diejenigen zu denken, die leiden. Dies macht die Fürbitten zu einem integralen Bestandteil jedes Gottesdienstes seit frühester Christenheit:
- „Liebender Gott, Wir sind mit unseren guten Gedanken bei Menschen, die ein bedrückendes Schicksal zu tragen haben.“
- „Die allein gelassen sind mit ihren Sorgen und Nöten.“
- „Die in Kriegsgebieten leben, unter schweren Krankheiten leiden oder Opfer von Gewalt, Katastrophen, Hass und Terror geworden sind.“
Für Verstorbene und Trauernde
Wenn es angebracht ist, können auch verstorbene Familienmitglieder in die Fürbitten einbezogen werden, um ihre Erinnerung zu ehren und Trost für die Hinterbliebenen zu spenden:
- „Gütiger Gott! An einem Tag wie heute denken wir besonders an die Menschen, die nicht mehr bei uns sind.“
- „Wir bitten Dich, lass sie weiterhin in deinen Armen geborgen sein.“
- „In unseren Herzen ist noch der Schmerz über den Verlust eines lieben Menschen, sei Du mit Deinem heilenden Trost bei uns.“
Diese Erweiterung der Fürbitten zeigt die Verbundenheit der Taufgemeinschaft mit der gesamten Menschheit und unterstreicht die universelle Botschaft des christlichen Glaubens.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Fürbitten bei der Taufe
Was ist eine Fürbitte?
Unter einer Fürbitte versteht man „das Eintreten für jemanden oder für etwas vor Gott“. Es ist ein Gebet, bei dem sich der Betende mit einer Bitte an Gott oder Jesus Christus wendet. Im Rahmen der Taufe steht der Täufling im Vordergrund, und die Fürbitte thematisiert alles, was seinen Glauben, Lebensweg, seine Gesundheit und die Menschen, die ihm nahestehen, betrifft.
Wie viele Fürbitten braucht man für eine Taufe?
Die Anzahl der Fürbitten hängt von der Art der Taufe ab. Bei einer Einzeltaufe können bis zu sechs Fürbitten vorgetragen werden. Bei einer Gemeinschaftstaufe, bei der mehrere Kinder getauft werden, sind in der Regel zwei bis maximal vier Fürbitten pro Täufling angemessen, um den Zeitrahmen nicht zu sprengen und allen Familien Raum zu geben.
Wer liest die Fürbitten bei der Taufe vor?
Die Entscheidung liegt bei den Eltern des Täuflings. Häufig werden Paten, Großeltern, Geschwister der Eltern oder enge Freunde ausgewählt. Wichtig ist, dass die Person, die die Fürbitte vorträgt, dies von Herzen tut und eine ehrliche Freude daran hat. Es ist ratsam, die Auswahl vorab mit dem Pfarrer oder Priester abzustimmen.
Kann ich eine vorgefertigte Fürbitte verwenden?
Ja, Sie können vorgefertigte Fürbitten oder Bibelzitate verwenden. Viele Menschen finden darin Inspiration oder übernehmen sie direkt. Es ist jedoch am schönsten, wenn Sie die Fürbitte noch mit persönlichen Worten ergänzen oder leicht anpassen, um sie individueller und herzlicher zu gestalten. Die persönliche Note macht die Fürbitte zu etwas ganz Besonderem.
Was, wenn ich die richtigen Worte nicht finde?
Es ist völlig normal, sich unsicher zu fühlen. Die oben genannten Beispiele und die Anleitung zur Formulierung bieten eine hervorragende Starthilfe. Konzentrieren Sie sich auf Ihre aufrichtigen Wünsche und Gefühle für das Kind. Auch einfache, ehrliche Worte sind wertvoll und wirkungsvoll. Sprechen Sie mit dem Pfarrer oder anderen erfahrenen Personen, wenn Sie weitere Unterstützung benötigen.
Schlussbetrachtung: Ein Segen für das Leben
Fürbitten sind ein unvergesslicher Teil jeder Taufe, der die Feier mit persönlicher Wärme, tiefer Spiritualität und bedingungsloser Liebe erfüllt. Sie sind nicht nur Gebete für das Kind, sondern auch eine feierliche Bekräftigung der Gemeinschaft und des Glaubens, die den Täufling auf seinem Lebensweg begleiten werden. Indem Familien und Freunde ihre persönlichen Wünsche und Segensgebete formulieren, schaffen sie einen Moment der Verbundenheit, der über den Tag der Taufe hinausreicht und das Kind ein Leben lang begleiten möge. Mögen alle Fürbitten, die an diesem besonderen Tag gesprochen werden, dem Täufling einen reichen Segen und eine Zukunft voller Glück und Liebe bescheren.
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