06/08/2024
Die Frage nach der Kopfbedeckung für Frauen im Gebet ist ein Thema, das in jüdischen und christlichen Kreisen seit Langem diskutiert wird, mal mehr, mal weniger im Fokus der Bibel stehend. Dieser Artikel unternimmt den Versuch, ein möglichst vollständiges Bild zu diesem komplexen Thema zu zeichnen. Um dies zu erreichen und ein historisches Verständnis für die Kopfbedeckung in biblischen Zeiten aufzubauen, ist es notwendig, nicht nur ausschließlich auf die Bibel, sondern auch auf traditionelle Schriften und außerbiblische Quellen zurückzugreifen. Dabei möchte ich betonen, dass der Talmud oder andere rabbinische Traditionsschriften keineswegs als gesetzgebend betrachtet werden. Sie dienen vielmehr als historischer Kontext und Zeitzeugen der damaligen Kultur. Die biblischen Inhalte sind für mich die alleinige Begründung für die Praxis der Kopfbedeckung bei Frauen. Es gilt, was Paulus sagte: „Prüft aber alles, das Vortreffliche behaltet!“ (1. Thessalonicher 5:21).

Historische und jüdische Tradition: Ein Blick zurück
In der rabbinischen Tradition lesen wir, dass es zu biblischen Zeiten obligatorisch war, dass ehrbare, verheiratete Frauen eine Kopfbedeckung trugen. Der Talmud Bavli, Ketubot 72a:9-10, erklärt, dass eine Frau, die mit unbedecktem Haupt aus ihrem Haus ging, gegen die Vorschriften jüdischer Frauen verstieß und dies sogar zur Scheidung führen konnte. Dies verdeutlicht die immense soziale und religiöse Bedeutung der Kopfbedeckung.
Die Grundlage für dieses Gebot wird im Talmud auf die Tora zurückgeführt, insbesondere auf 4. Mose 5:18, wo es heißt: „Und er wird das Haupt der Frau aufdecken.“ Diese Passage beschreibt das Ritual für eine Frau, die des Ehebruchs verdächtigt wird. Das Entblößen des Hauptes war ein Zeichen der Schande und des Fluches. Folglich war die Kopfbedeckung ein Zeichen der Ehre und des Segens innerhalb der Ehe. Eine unbedeckte Frau wurde mit einer Ehebrecherin gleichgesetzt, was ihre Stellung in der Gesellschaft und vor Gott diskreditierte.
Interessanterweise wird im Talmud auch erklärt, dass eine Kopfbedeckung keine einfache Mütze war, sondern eine „umfangreiche Bedeckung“, also in Form eines Kopftuches oder Schleiers. Diese traditionell-jüdische Auslegung war in der Zeit des Zweiten Tempels, zur Zeit Jesu und der Apostel, weit verbreitet und bekannt.
Die Bedeutung von „Haupt entblößen“ in 4. Mose 5:18
Manche Übersetzungen von 4. Mose 5:18 interpretieren die Passage so, als würde der Priester lediglich einen Zopf öffnen oder eine Frisur lösen. Doch der hebräische Text, „u-para eth rosch ha-ischscha“, enthält keine Hinweise auf Haare oder Frisuren. „Rosch“ (Strong’s H7218) bedeutet „Haupt“ oder „Kopf“, während Haare im Hebräischen „sear“ oder „saara“ sind. Das Wort „para“ (Strong’s H6544) bedeutet zwar „lösen“ oder „öffnen“, jedoch im Sinne von „bloßstellen“, „aufdecken“ und „nackt machen“. Die wörtliche Bedeutung ist also „Kopf entblößen“, was die Entfernung einer Kopfbedeckung und nicht das Lösen einer Frisur impliziert.
Biblische Beispiele für Verschleierung
Bereits im Tanach, vor der Gabe der Tora am Sinai, finden wir Hinweise auf die Verschleierung von Frauen. Ein prominentes Beispiel ist Rebekka, die zukünftige Frau Jitzhaks, die sich verschleierte, als sie ihn sah (1. Mose 24:63-65): „Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.“ Dies zeigt, dass die Praxis der Verschleierung tief in der Kultur verwurzelt war.
Für weibliche Kopfbedeckungen finden sich im Hebräischen verschiedene Begriffe: „Mitpachath“ (מִטְפַּחַת), heute als „Schleier“ oder „Umhang“ übersetzt, leitet sich vom Wort „Taphach“ (טָפַח) ab, was „ausgebreitet“ bedeutet. In Ruth 3:15 wird es als ein Tuch beschrieben, das groß genug war, um Gerste darin zu tragen, was auf eine umfassende Bedeckung hindeutet. Ähnlichkeiten bestehen zum „Tallith“ (טַלִּית), dem Gebetsschal der Männer, der ebenfalls „Bedeckung“ bedeutet. Ein weiteres Wort ist „Radiyd“ (רָדִיד), ebenfalls im Sinne von „ausbreiten“ (Hoheslied 5:7), dessen Entfernung als Schande galt.
Entblößtes Haar als Schande
Die rabbinische Tradition und der Tanach selbst bestätigen, dass entblößtes Haar nicht nur unehrenhaft, sondern auch unsittlich ist. Rav Chisda erklärte, dass selbst ein exponiertes Bein als Nacktheit gilt (Jesaja 47:2-3). Rav Scheschet fügte hinzu, dass auch das Haar einer Frau als Nacktheit gilt, wie aus Hoheslied 4:1 hervorgeht: „Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen.“ Der Kontext von Jesaja 47:2-3 zeigt, dass das Fortnehmen der Kopfbedeckungen und die Enthüllung der Blöße mit Scham und Strafe verbunden sind. Jesaja 3:16-24 beschreibt die Entblößung und Kahlheit als Zeichen der Gericht und des Verlustes der Pracht, was die Parallele zu Paulus’ Argumentation zieht.

Paulus und die Kopfbedeckung in 1. Korinther 11
Der Apostel Paulus, ein jüdischer Gelehrter, greift diese Konzepte im 1. Korintherbrief auf. Er schreibt, dass Frauen beim Beten oder prophetisch Reden ihr Haupt bedecken sollen, um es nicht zu schänden (1. Korinther 11:5-6). Er vergleicht eine Frau, die sich nicht angemessen verhüllt, mit einer Kahlgeschorenen. Wenn es für eine Frau schändlich ist, sich die Haare zu scheren oder kahlzuschneiden, dann soll sie sich angemessen verhüllen. Paulus untermauert dies mit der Schöpfungsordnung: Der Mann ist das Haupt der Frau, und die Frau ist zum Wohle des Mannes geschaffen. Die Kopfbedeckung ist ein Zeichen der Anerkennung dieser Ordnung.
Das Geheimnis der „Engel“ (1. Korinther 11:10)
Ein besonders viel diskutierter Satz in Paulus’ Ausführungen ist: „Deshalb ist die Frau verpflichtet, ein Bevollmächtigungszeichen auf dem Haupt zu haben wegen der Engel.“ (1. Korinther 11:10). Es gibt zwei Hauptinterpretationen für „wegen der Engel“:
Gefallene Engel (1. Mose 6:4): Diese Interpretation stützt sich auf deuterokanonische und pseudo-epigraphische Bücher wie 1. Henoch oder Jubiläen, die die „Söhne Gottes“ als Engel deuten, die von der Schönheit der Frauen verführt wurden und sexuelle Beziehungen mit ihnen eingingen, was zu den Nephilim (Riesen) führte. Diese Sichtweise setzt jedoch voraus, dass Engel sexuelle Wesen sind, was in der Bibel nicht explizit gelehrt wird.
Botschafter/Boten: Das griechische Wort für Engel, „Angelos“ (ἄγγελος), bedeutet auch „Bote“ oder „Botschafter“. Das hebräische Äquivalent „Malach“ (מַלְאָךְ) wird im Tanach sowohl für himmlische Engel als auch für menschliche Boten oder Propheten verwendet (z.B. Haggai 1:13). Wenn Paulus sich selbst als „Engel Gottes“ bezeichnet (Galater 4:14) und Johannes der Täufer als „Bote“ (Matthäus 11:9-11, Maleachi 3:1), dann kann „Engel“ hier auch Gläubige – männliche und weibliche – meinen, die als Botschafter der frohen Botschaft Gottes wirken. In diesem Sinne wäre die Kopfbedeckung ein Zeichen der Demut und der Anerkennung der göttlichen Ordnung, das auch von den himmlischen Engeln, die unsere Anbetung beobachten, gesehen wird.
Die zweite Interpretation gewinnt an Gewicht, wenn man den Kontext des Anstoßes betrachtet. Jesus lehrt, dass kein Gläubiger anderen Gläubigen einen Anstoß zur Sünde geben darf (Matthäus 18:7). Unzüchtige Kleidung oder entblößtes Haar könnten für andere (menschliche) „Boten“ einen Anstoß zum Begehren geben, was dem Gebot „Du sollst nicht begehren“ (2. Mose 20:14) widerspricht. Jesus verschärft dies noch mit dem Blick des Begehrens (Matthäus 5:27-28). Die Kopfbedeckung dient somit der Bescheidenheit und dem Schutz vor Verführung, sowohl für die Trägerin als auch für die Betrachter, was im Einklang mit Johannes’ Ermahnung steht, die Welt und ihre Begierden nicht zu lieben (1. Johannes 2:15-17).
Das Argument der langen Haare (1. Korinther 11:14-15)
Ein oft missverstandener Abschnitt ist 1. Korinther 11:14-15: „Lehrt euch nicht auch die Natur selbst, dass wenn ein Mann langes Haar trägt, es Wertlosigkeit für ihn ist, wenn aber eine Frau langes Haar trägt, es Herrlichkeit für sie ist? Denn das Haupthaar ist ihr anstatt eines Umwurfs gegeben.“ Manche interpretieren dies so, dass lange Haare die Notwendigkeit einer Kopfbedeckung aufheben. Doch Paulus’ Argumentation ist subtiler. Er führt drei Begründungsbereiche an: die Schöpfungsordnung, die Natur und die Gewohnheit. Im Bereich der Natur (Verse 13-15) weist er darauf hin, dass langes Haar für eine Frau von Natur aus eine Ehre ist und als eine Art „natürlicher Umwurf“ dient. Dies unterstützt das Prinzip, dass eine Bedeckung angebracht ist, aber es ist kein Ersatz für die tatsächliche Kopfbedeckung während des Gebets oder des Weissagens. Würden lange Haare die Kopfbedeckung ersetzen, wären Paulus’ vorherige und nachfolgende Anweisungen (Verse 5, 6, 10, 13) sinnlos und widersprüchlich. Das allgemeine Prinzip ist, keine falschen Signale auszusenden und niemanden zum Anstoß zu werden. Die kulturellen Standards mögen sich ändern (z.B. gemischte Saunen), aber biblische Prinzipien der Sittsamkeit und des Schutzes vor Unzucht bleiben zeitlos.
Historische Zeugnisse der frühchristlichen Praxis
Dass die Kopfbedeckung nicht nur eine jüdische Sitte war, sondern auch in der Urgemeinde praktiziert wurde, bestätigen frühe Kirchenväter:
- Clemens von Alexandria (150–215): Er schrieb, dass Frauen „verschleiert beten“ sollen, da es „eine böse Sache für die Schönheit [ist], eine Schlinge für Männer zu sein.“
- Tertullian (150–220): Er erklärte, dass die Frauen der korinthischen Gemeinde zu seiner Zeit immer noch die Kopfbedeckung trugen: „Tatsächlich verschleiern die Korinther an diesem Tag ihre Frauen. Was die Apostel lehrten, billigten ihre Jünger.“
- Hippolytus von Rom (170–236): Er gab Anweisungen für Versammlungen und sagte: „[…] lasst alle Frauen ihre Köpfe mit einem undurchsichtigen Tuch bedecken.“
Die Praxis der Kopfbedeckung war im christlichen Europa bis ins 20. Jahrhundert, teilweise bis in die 1980er-Jahre, üblich, bevor sie mit dem Aufkommen des modernen Feminismus als „altmodisch“ galt. Doch die Frage bleibt: Ist Gottes Wort dynamisch oder beständig? Sollten wir zeitgemäß sein oder dem zeitlosen Wort Gottes folgen?
Wann sollten Christinnen eine Kopfbedeckung tragen?
Die Frage, wann genau eine Schwester im Rahmen ihrer Anbetung eine Kopfbedeckung tragen sollte, ist entscheidend. Paulus spricht drei Punkte an: die Tätigkeit, den Rahmen und die Motivation.
1. Die Tätigkeit
Paulus nennt zwei Tätigkeiten: „beten und prophezeien“ (1. Korinther 11:4-5). Gebet ist die ehrfurchtsvolle Zwiesprache mit Gott. „Prophezeien“ meint heute jede biblische Lehrtätigkeit eines Christen, nicht nur die Vorhersage zukünftiger Ereignisse. Propheten im Tanach waren vorrangig Gottes Sprachrohre, die Ermahnungen, Warnungen und Trost aussprachen (2. Chronik 36:15; Jeremia 25:4-7). Der prophetische Dienst im Neuen Testament dient der Auferbauung, Ermahnung und dem Trost der Gemeinde (1. Korinther 14:3).
2. Der Rahmen
Paulus unterscheidet zwischen zwei Bereichen: der Familie und der Versammlung.

In der Familie: „Das Haupt einer Frau . . . ist der Mann“ (1. Korinther 11:3). Übernimmt eine Frau Aufgaben, die Jehova dem Mann als Haupt übertragen hat, wie das Leiten eines Bibelstudiums in Gegenwart ihres Mannes, zeigt sie durch die Kopfbedeckung Achtung vor seiner Autorität. Dies gilt unabhängig davon, ob der Mann getauft ist oder nicht. Auch in Gegenwart eines getauften minderjährigen Sohnes sollte sie ihren Kopf bedecken, nicht weil er das „Haupt“ der Familie ist, sondern wegen der Autorität, die getaufte Brüder in der Versammlung haben.
In der Versammlung: „In der Christenversammlung haben getaufte Männer die Leitung“ (1. Timotheus 2:11-14; Hebräer 13:17). Wenn eine Schwester eine Aufgabe übernimmt, die normalerweise von einem geeigneten getauften Bruder wahrgenommen wird (z.B. Leiten einer Zusammenkunft für den Predigtdienst, Leiten eines Bibelstudiums im Beisein eines getauften Bruders), dann erkennt sie durch ihre Kopfbedeckung an, dass dies normalerweise in den Aufgabenbereich der Brüder fällt.
Es gibt jedoch auch viele Situationen, in denen keine Kopfbedeckung nötig ist: zum Beispiel beim Kommentieren in Versammlungen, im Predigtdienst mit dem Ehemann oder einem getauften Bruder, oder beim Bibelstudium/Gebet mit noch nicht getauften Kindern. Im Zweifelsfall sollte eine Schwester ihre Publikationen konsultieren oder dem besseren Gewissen folgen und den Kopf bedecken.
3. Die Motivation
Zwei Gründe motivieren Christinnen, sich an diese Anweisung zu halten (1. Korinther 11:10):
„Ein Zeichen der Befugnis“: Die Kopfbedeckung zeigt die Anerkennung der Autorität, die Jehova getauften Männern in der Versammlung gegeben hat. Es ist ein Ausdruck der Liebe zu Gott und der Loyalität zu seiner Ordnung.
„Um der Engel willen“: Die Engel beobachten genau, wie alle in Jehovas Organisation – im Himmel und auf der Erde – seine Autorität anerkennen. Es berührt sie zu sehen, wie unvollkommene Menschen dies tun. Wenn eine Frau, die vielleicht erfahrener oder intelligenter ist als ein getaufter Bruder, sich dennoch seiner Autorität unterordnet, ist das ein starkes Zeugnis für die Engel. Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, echten Herzensgehorsam vor den Augen von Millionen treuen Engeln zu zeigen.
Was ist eine Kopfbedeckung?
Wie bereits im historischen Kontext erwähnt, war eine Kopfbedeckung in biblischen Zeiten eine „umfangreiche Bedeckung“, kein kleines Hütchen oder eine bloße Frisur. Dies entsprach einem Schleier oder einem großen Tuch, das Kopf und Haare bedeckte. Das Haupt des Mannes soll nicht verdeckt werden, da er Gottes Bild und Herrlichkeit repräsentiert und keine irdische Autorität über sich hat außer Christus. Die Frau hingegen ist die „Herrlichkeit des Mannes“ und soll diese Herrlichkeit beim Beten und Weissagen verbergen, um die Autorität des Mannes zu respektieren. Ihre Kopfbedeckung ist ein Zeichen dafür, dass eine irdische Autorität direkt über ihr steht.
Fazit und Empfehlung
Anhand dieser Zusammenfassung wird deutlich, dass Frauen ihr Haupt, zumindest im Gebet und beim Weissagen, für ihre Glaubensbrüder, ihren Ehemann und letztlich für Gott bedecken sollten. Da Paulus lehrt, „Betet unablässig!“ (1. Thessalonicher 5:17), und Frauen die Fähigkeit zur Weissagung haben, ohne immer zu wissen, wann die Notwendigkeit zum Gebet oder zur Weissagung besteht, oder wann ein Bruder dies benötigt, lautet meine grundsätzliche Empfehlung, dass Frauen am besten immer die Haare zusammengebunden haben und im Gebet ein Kopftuch tragen. Für eine Ehefrau betrachte ich dies persönlich zusätzlich zur Sittsamkeit als obligatorisch. Als Zeugnis möchte ich hinzufügen, dass meine Frau, besonders in Anwesenheit von Gästen, ihr Haupt immer verhüllt hat. Letztlich sollte sich nicht nur jede Frau ihrer Verantwortung für Glaubensbrüder bewusst sein, sondern auch Ehemänner und Väter sollten sich ihrer Verantwortung als Haupt der Frau oder Tochter bewusst sein und für das Handeln ihrer Frau oder Tochter Sorge tragen. Shalom.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Ist die Kopfbedeckung nur für verheiratete Frauen gedacht?
- Der biblische Kontext, insbesondere Paulus' Ausführungen, bezieht sich auf Frauen im Allgemeinen, die beten oder weissagen. Während die jüdische Tradition einen starken Fokus auf verheiratete Frauen legte, ist Paulus' Argumentation breiter gefächert und bezieht sich auf die göttliche Ordnung und die Rolle der Frau in der Gemeinde.
- Gilt das Kopftuch auch für private Gebete?
- Der Abschnitt in 1. Korinther 11 spricht von Situationen des Betens und Weissagens in der Öffentlichkeit oder im Rahmen der Versammlung, nicht von Gebeten im „Kämmerlein“. Weissagen kann per se nicht alleine erfolgen. Wenn eine Schwester aber auch im privaten Gebet, das von anderen wahrgenommen werden könnte, ihren Kopf bedeckt, ist das sicher eine gute Praxis.
- Ist langes Haar nicht ausreichend als Kopfbedeckung?
- Nein. Paulus argumentiert, dass langes Haar für eine Frau eine natürliche Ehre ist und das Prinzip der Bedeckung unterstützt, aber es ersetzt nicht die tatsächliche Kopfbedeckung beim Gebet oder Weissagen. Die physische Kopfbedeckung ist ein Zeichen der Autorität und der Anerkennung der göttlichen Ordnung.
- Muss eine Frau ihren Kopf bedecken, wenn sie eine biblische Frage beantwortet?
- Das Beantworten einer einzelnen biblischen Frage wird nicht als Ausübung eines Lehrdienstes im Sinne des „Weissagens“ betrachtet. Weissagen bedeutet, die Gedanken Gottes umfassend darzulegen, um die Gläubigen zu erbauen, zu ermahnen und zu trösten (1. Korinther 14:3).
- Was, wenn sich die kulturellen Normen ändern?
- Die Bibel wird als zeitloses Wort Gottes betrachtet. Während sich weltlich-kulturelle Standards ändern mögen, bleiben die biblischen Prinzipien der Sittsamkeit und der Anerkennung der göttlichen Ordnung bestehen. Die Entscheidung liegt letztlich im Gewissen der einzelnen Gläubigen, ob sie den zeitlosen Prinzipien oder den wechselnden Zeitgeistern folgen möchten.
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