08/06/2022
Das Gebet, im Arabischen als Salat bekannt, ist weitaus mehr als eine bloße Abfolge von Bewegungen und Rezitationen. Es ist eine direkte Verbindung zwischen dem Gläubigen und seinem Schöpfer, eine Säule des Islam, die das Fundament des muslimischen Lebens bildet und den Weg zu innerem Frieden und spiritueller Erfüllung ebnet. Es ist ein Akt der Hingabe und des Gedenkens an Allah, der zu festgelegten Zeiten des Tages verrichtet wird, um Disziplin, Demut und eine fortwährende Bewusstheit Gottes zu fördern. Die präzise Ausführung des Gebets, wie sie vom Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) gelehrt wurde, ist für jeden Muslim von zentraler Bedeutung.

Die Bedeutung des Gebets (Salat) im Islam
Das Gebet ist die zweite der fünf Säulen des Islam und somit eine der wichtigsten gottesdienstlichen Handlungen. Es ist eine tägliche Erinnerung an Allah, die den Muslimen hilft, ihren Fokus im Leben beizubehalten und sich von weltlichen Ablenkungen zu lösen. Der Koran schreibt den Gläubigen das Pflichtgebet zu fünf bestimmten Tageszeiten vor. Diese Praxis stärkt nicht nur die individuelle Beziehung zu Allah, sondern fördert auch ein Gefühl der Einheit unter den Muslimen weltweit, da sie alle zur selben Zeit in dieselbe Richtung beten.
Das Gebet kann nur in seltensten Fällen ausgelassen werden, was seine immense Bedeutung unterstreicht. Es ist ein Zeichen der Dankbarkeit, der Reue und des Flehens, das den Gläubigen reinigt und sein Herz mit göttlichem Licht erfüllt. Im Islam wird der Friede (Salam) nicht nur als Abwesenheit von Konflikten verstanden, sondern als ein Zustand der inneren Ruhe und Harmonie, der durch die Hingabe an Allah erreicht wird. Das Gebet ist ein wesentliches Werkzeug, um diesen Zustand des Friedens zu kultivieren, da es den Einzelnen in einen Zustand der Unterwerfung (Islam) bringt, was letztlich zu Frieden führt.
Voraussetzungen für das Gebet: Rituelle Reinheit (Wudhu und Ghusl)
Um ein Gebet verrichten zu können, bedarf es der rituellen Reinheit. Diese erlangt man durch eine Gebetswaschung, bekannt als Wudhu (die kleine Waschung) oder Ghusl (die Ganzkörperwaschung), je nach dem Zustand der Unreinheit. Ohne diese Reinheit ist das Gebet ungültig. Die Absicht (Niyya) des Vorhabens muss vor jeder gottesdienstlichen Handlung geäußert werden, auch wenn sie nur innerlich erfolgt. Beispielsweise könnte ein Muslim innerlich sprechen: „Zum Wohlgefallen Allahs möchte ich nun das Morgensgebet mit dem Fard-Teil verrichten.“
Der Ruf zum Gebet: Adhan und Iqamat
Die Zeit zum Gebet wird mit dem Gebetsruf (dem Adhan oder Ezan) bekannt gemacht. Es ist Sunna, vor dem Salat Adhan und Iqamat (den zweiten Aufruf, nach dem das Salat unmittelbar beginnt) zu rezitieren. Der Adhan darf nicht von einer unreinen (Ghusl notwendig), betrunkenen oder verrückten Person und nicht von einer weiblichen Person gerufen werden.
Der Adhan lautet:
- Allahu akbar (4 mal) - Allah ist der Allergrößte (4 mal)
- aschhadu an la ilaha ha llah (2 mal) - Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt (2 mal)
- aschhadu anna muhammada-rasuln-llah (2 mal) - Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist (2 mal)
- hajja ‘ala-salah (2 mal) - Kommt her zum Gebet (2 mal)
- hajja ‘ala-l-falah (2 mal) - Kommt her zum Heil (2 mal)
- * Im Adhan zum Morgengebet wird zusätzlich eingefügt: as-salatu chairu-mina-naum (2 mal) - Gebet ist besser als Schlaf (2 mal)
- Allahu akbar (2 mal) - Allah ist der Allergrößte (2 mal)
- la ilaha illa llah (1 mal) - Es gibt keinen Gott außer Allah (1 mal)
Unmittelbar vor der Eröffnung des Fard-Gebets folgt ein zweiter Gebetsruf, die Iqama:
- Allahu akbar (4 mal) - Allah ist der Allergrößte (4 mal)
- Aschhadu an la ilaha illa llah (2 mal) - Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt (2 mal)
- Aschhadu anna muhammada-rasulu-llah (2 mal) - Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist (2 mal)
- Hajja ‘ala-salah (2 mal) - Kommt her zum Gebet (2 mal)
- Hajja ‘ala-l-falah (2 mal) - Kommt her zum Heil (2 mal)
- Qad qamati-salah (2 mal) - Das Gebet hat begonnen (2 mal)
- Allahu akbar (2 mal) - Allah ist der Allergrößte (2 mal)
- La ilaha illa llah (1 mal) - Es gibt keinen Gott außer Allah (1 mal)
Wann das Gebet zur Pflicht (Fardh) wird
Salat wird Fardh, wenn die dafür vorgesehene Zeit angebrochen ist, für jede Person, die sich im Islam befindet (die den Islam angenommen hat oder in ihn hineingeboren wurde), die gesund, reif und rein von Haiz (Menstruation) und Nifaas (Wochenbettblutung) ist. Sollte ein Kafir (Ungläubiger) Muslim, ein Kind reif oder ein Verrückter gesund werden, so wird jenes Salat für diese Person Fardh, für welches noch genügend Zeit vorhanden ist, um zumindest Takbir zu sprechen (die Worte „Allahu Akbar“ am Beginn des Gebets, wobei die Hände bis an die Ohren erhoben werden). Gleiches gilt für die Beendigung von Haiz und Nifaas, wenn noch genügend Zeit bleibt, um ein Bad zu nehmen und Takbir zu sprechen.
Gebetszeiten und Gebetstypen
Der Koran schreibt dem Gläubigen das Pflichtgebet zu fünf bestimmten Tageszeiten vor. Man unterscheidet die eigentlichen Pflichtgebete (Fard), die keinesfalls unterlassen werden dürfen, von den sogenannten Sunna-Gebeten, die den Fard-Gebeten vorangehen oder folgen. Nafl-Gebete sind vollkommen freiwillige Gebete. Witr ist ein verbindliches (Wadschib) Gebet, das nach dem Nachtgebet verrichtet wird und aus drei Gebetsabschnitten besteht. Alle Gebete bestehen aus einer bestimmten Anzahl von Gebetsabschnitten (Rak‘ah).
Die folgende Tabelle gibt Aufschluss über Zeiten des Gebets, Anzahl der Abschnitte (Rak‘ah) in jedem Gebet und über die Art der Gebete (Fard, Sunna, Nafl, Wadschib):
| Gebet | Sunnah (vor Fard) | Fard (Pflicht) | Sunnah (nach Fard) | Nafl | Wadschib |
|---|---|---|---|---|---|
| Fajr (Morgen) | 2 | 2 | - | - | - |
| Dhur (Mittag) | 4 | 4 | 2 | 2 | - |
| Asr (Nachmittag) | 4 | 4 | - | - | - |
| Maghrib (Abend) | - | 3 | 2 | 2 | - |
| Isha (Nacht) | 4 | 4 | 2 | 2 | - |
| Witr | - | - | - | - | 3 |
Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Gebet
Bevor man mit dem Gebet beginnt, muss die bewusste innere Entscheidung zur Durchführung des jeweiligen Gebetes – die Niyya – gefasst werden. Jeder Muslim verbeugt sich auf die gleiche Art und Weise in Richtung der Kaaba, die in Saudi-Arabien steht. Die Kaaba wird dabei nicht angebetet, sondern die Richtung dorthin als Einheit eingehalten. Es werden beim rituellen Gebet nur Texte aus dem arabischen Koran gelesen.
Die folgenden Schritte beschreiben die Ausführung eines Rakat, wobei die spezifischen Haltungen für Frauen hervorgehoben werden:
Erstes Rakat
- Absicht fassen und Takbir (Eröffnungs-Takbir):
Fasse die Absicht für das Gebet, das du verrichten möchtest. Hebe die Hände bis zu den Schultern (Frauen) oder Ohren (Männer) und sage dabei laut oder innerlich: „ALLAHU AKBAR“ (Allah ist der Allergrößte). Achte darauf, dass deine Finger zusammengehalten werden und die Handflächen in Richtung der Qibla (Gebetsrichtung) zeigen. Richte deine Augen auf den Boden, dorthin, wo du deine Niederwerfung (Sajda) machen wirst. - Stehende Position (Qiyam) und Rezitation:
Lege deine Hände über die Brust (Frauen) oder unter den Nabel (Männer). Frauen legen die rechte Hand auf die linke, wobei die Finger und Daumen zusammengehalten werden, ohne einen Ring am Handgelenk zu formen, wie es Männer tun. Rezitiere zuerst das Subhanaka: „Subhanaka allahumma wa bihamdika wa tabarakasmuka wa ta‘ala dschaduka wa la ilaha ghairuk“ (Preis sei Dir, o Allah, und Lob sei Dir, und gesegnet ist Dein Name, und hoch erhaben ist Deine Herrschaft, und es gibt keinen Gott außer Dir).
Danach sprich: „A’UDU BILLAHI MINA SHAITANI-R-RADJIM“ (Ich suche Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Satan).
Anschließend rezitiere die Sure Al-Fatiha, die obligatorisch ist und ohne die das Gebet ungültig wäre: „Bismillahir-rahmanir-rahim. Al-hamdu lillahi rabbi-l-‘alamin. Ar-rahmani-rahim. Malilci jaumid-din. Ijjaka na‘budu wa ijjaka nasta‘in. Ihdina-siratal-mustaqim. Sirata-ladsina an‘amta ‘alaihim ghairi-l-maghdubi ‘alaihim wa lad-daallin Amin.“ (Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alle Lobpreisung gebührt Allah, dem Herrn der Welten, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, dem Herrscher am Tage des Gerichts. Dir allein dienen wir und Dich allein flehen wir um Hilfe an. Führe uns den rechten Pfad, den Pfad derer, denen Du gnädig bist, nicht derer, denen Du zürnst und nicht derer, die in die Irre gehen. Amen.)
Nach Al-Fatiha rezitiere eine weitere kurze Sure, z.B. Al-Kawthar: „Bismillahir-rahmanir-rahim. Inna a‘taynaka-l-kawthar. Fasalli li rabbika wanhar. Inna shani-aka huwa-l-abtar.“ (Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Wir haben dir ja al-Kautar gegeben. So bete zu deinem Herrn und opfere. Gewiss derjenige, der dich hasst, er ist vom Guten abgetrennt.) - Verbeugung (Ruku):
Sage „ALLAHU AKBAR“ und beuge deinen Körper nach vorne. Frauen sollten sich nur so weit nach vorne beugen, dass die Hände an den Knien sind und die Finger zusammen. Die Knie sind leicht gebogen und der Rücken soll nicht gerade sein wie bei dem Mann. Die Ellenbogen sollten an den Seiten vom Körper sein. Der Blick soll sich dabei in Richtung der Zehen richten. Sage dreimal: „SUBHANA RABBIYA-L-‚AZIM“ (Gepriesen sei mein Allmächtiger Herr). - Aufrichten aus dem Ruku (I’tidal):
Richte dich wieder auf und sage: „SAMI’A-LLAHU LI-MAN HAMIDAH RABBANA WA LAKA-L-HAMD“ (ALLAH hört den, der Ihn lobpreist. Unserem Herrn gebührt die Lobpreisung). - Erste Niederwerfung (Sujud):
Sage „ALLAHU AKBAR“ und vollziehe die erste Niederwerfung (Sujud). Senke deine Knie zum Boden, dann die beiden Handflächen der Hände, dann die Nase und schließlich die Stirn auf dem Boden. Richte deine Augen in Richtung der Nase. Frauen sollten sicherstellen, dass sie alle ihre Glieder nah an sich und nah am Boden halten, einschließlich der Arme, Ellenbogen, Gesäß und Füße. Beide Füße sollten nach rechts ausgerichtet sein und die Zehen sollen in Richtung Qibla zeigen. Sage nun in dieser Position dreimal: „SUBHANA RABBIYA-L-A’LA“ (Gepriesen sei mein allerhöchster Herr). - Sitzen zwischen den Niederwerfungen (Jalsa):
Sage „ALLAHU AKBAR“, während du deinen Oberkörper aufrichtest, zuerst mit der Stirn, dann der Nase und dann der Hände. Setz dich aufrecht hin (Jalsa) und lege deine Hände auf die Unterschenkel, aber nicht auf die Knie. Frauen sollten am Boden auf ihren Füßen sitzen, welche nach rechts zeigen. Richte deine Augen nun zwischen deine Hände auf dem Schoß. In dieser Sitzposition sagst du dreimal: „RABBI-GHFIR LI, GHFIR LI“ (Mein Herr vergib mir, vergib mir). Ruhe so einen Moment. - Zweite Niederwerfung (Sujud):
Sage „ALLAHU AKBAR“ und führe wieder eine Niederwerfung (Sujud) aus, genau wie die erste. Sage dreimal: „SUBHANA RABBIYA-L-A’LA“ (Gepriesen sei mein allerhöchster Herr). - Aufstehen für das nächste Rakat:
Während du aufstehst, um die stehende Position einzunehmen, sagst du: „ALLAHU AKBAR“.
Zweites Rakat
Das zweite Rakat geht wie das erste, nur lässt man die Schritte 1 (Eröffnungs-Takbir) und 2 (Subhanaka und A’udhu Billah) aus. Man beginnt gleich mit der Rezitation von Sura Al-Fatiha und anschließend einer beliebigen Sura aus dem Koran (z.B. Sura Al-Ikhlas).
- Stehende Position (Qiyam) und Rezitation:
Beginne direkt mit der Rezitation von Sura Al-Fatiha, gefolgt von einer weiteren Sure, z.B. Al-Ikhlas: „Bismillahir-rahmanir-rahim. Qull hu-wa llahu ahad. Allahu-s-samad. Lam yalid, wa-lam yulad. Wa-lam yakul-lahu kuff-wan ahad.“ (Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Sprich: Gott ist der Alleinige, Einzige und Ewige. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt. Und kein Wesen ist Ihm gleich.) - Verbeugung (Ruku):
Wie im ersten Rakat. Sage „ALLAHU AKBAR“ und beuge dich. Sage dreimal: „SUBHANA RABBIYA-L-‚AZIM“. - Aufrichten aus dem Ruku (I’tidal):
Wie im ersten Rakat. Sage: „SAMI’A-LLAHU LI-MAN HAMIDAH RABBANA WA LAKA-L-HAMD“. - Erste Niederwerfung (Sujud):
Wie im ersten Rakat. Sage „ALLAHU AKBAR“ und vollziehe die erste Niederwerfung. Sage dreimal: „SUBHANA RABBIYA-L-A’LA“. - Sitzen zwischen den Niederwerfungen (Jalsa):
Wie im ersten Rakat. Sage „ALLAHU AKBAR“ und setze dich aufrecht hin. Sage dreimal: „RABBI-GHFIR LI, GHFIR LI“. - Zweite Niederwerfung (Sujud):
Wie im ersten Rakat. Sage „ALLAHU AKBAR“ und führe die zweite Niederwerfung aus. Sage dreimal: „SUBHANA RABBIYA-L-A’LA“.
Abschluss des Gebets (für Gebete mit zwei Rakats, z.B. Fajr)
Nach der zweiten Niederwerfung des zweiten Rakats setzt man sich in der Jalsa-Position hin und rezitiert den Taschahhud (At-tahijatu), gefolgt von den Salawat (Gebeten für den Propheten) und dem Taslim (Friedensgruß).

Taschahhud (At-tahijatu):
At-tahijatu-lillahi wa-salawatu wa-tajjibat. As-salamu alaika ajjuhan-nabbiju wa rahmat-ul-Ilahi wa barakatuh. As-salamu alaina wa ‘ala ‘ibadillahis-salihin. Aschhadu an la ilaha illallah wa aschhadu anna Muhammadan abduhu wa-rasuluh.
(Ehre sei Allah und Anbetung und Heiligkeit. Friede sei mit Dir, o Prophet, und die Barmherzigkeit Allahs und Seine Segnungen. Friede sei mit uns und den frommen Dienern Allahs. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.)
An der Stelle, wenn man „Aschhadu an la“ sagt, forme einen Kreis mit dem Daumen und Mittelfinger und hebe den Zeigefinger in Richtung Qibla. Danach lass den Finger wieder runter und fahre fort.
Salawat (Gebete für den Propheten):
Allahuma salli ‘ala Muhammadin wa ‘ala ali Muhammad kama sallaita ‘ala Ibrahima wa ‘ala ali Ibrahima innaka hamidu-madschid. Allahuma barik ‘ala Muhammadin wa ‘ala ali Muhammad kama barakta ‘ala Ibrahima wa ‘ala ali Ibrahima innaka hamidu-madschid.
(Allah, segne Muhammad und seine Nachfolger wie Du Ibrahim und seine Nachfolger gesegnet hast. Wahrlich, Du bist der zu Lobende, der Ruhmreiche. Allah, segne Muhammad und seine Nachfolger wie Du Ibrahim und seine Nachfolger gesegnet hast. Wahrlich, Du bist der zu Lobende, der Ruhmreiche.)
Taslim (Friedensgruß):
Wende dein Gesicht nun zuerst nach rechts und sage: „As-salamu ‘alaikum wa rahmatu-llah“ (Friede sei mit euch und Allahs Gnade).
Wende dein Gesicht nun nach links und sage: „As-salamu ‘alaikum wa rahmatu-llah“ (Friede sei mit euch und Allahs Gnade).
Bittgebet (Dua) nach dem Fard (Pflicht) Gebet
Nach Beendigung des Pflichtgebets ist es Sunna, bestimmte Bittgebete zu sprechen, um Allah zu preisen und Ihn um Hilfe zu bitten. Dies stärkt die spirituelle Verbindung und rundet den Gebetsakt ab.
- „Allahumma antas-salamu wa minkas-salam tabarakta jadsa-l-dschalali wa-l-ikram“ (O Allah, Du bist der Friede und der Friede ist von Dir. Gesegnet bist Du, o Herr von Erhabenheit und Ehre.)
- „Subhanallah“ (33 mal) - Preis sei Allah
- „Al-hamdu-lilah“ (33 mal) - Lob sei Allah
- „Allahu akbar“ (33 mal) - Allah ist der Allergrößte
- „Allahumma a‘inni ‘ala dsikrika wa schukrika wa husni ‘ibadatik“ (O Allah, hilf mir, mich Deiner zu erinnern, Dir zu danken und Dir aufs Beste zu dienen.)
Gebete mit mehr als zwei Rakats (Dhur, Asr, Isha, Maghrib)
Für Gebete mit mehr als zwei Rakats (z.B. Dhur, Asr, Isha mit vier Rakats oder Maghrib mit drei Rakats) verläuft das Gebet nach dem zweiten Rakat wie folgt:
- Dritte und vierte Rakat (für 4-Rakat-Gebete): Nach dem Taschahhud des zweiten Rakats (ohne die Salawat und den Taslim), stehst du für das dritte Rakat auf. Das dritte und vierte Rakat sind kürzer und bestehen nur aus der Rezitation von Sura Al-Fatiha, gefolgt von Ruku, Sujud und Jalsa, genau wie die späteren Teile des ersten Rakat. Für Frauen gelten die gleichen spezifischen Haltungen wie zuvor beschrieben. Nach dem letzten Rakat (dem dritten oder vierten) wird der vollständige Taschahhud mit Salawat und Taslim gesprochen.
- Drittes Rakat (für Maghrib): Nach dem Taschahhud des zweiten Rakats stehst du für das dritte Rakat auf. Dieses besteht nur aus der Rezitation von Sura Al-Fatiha, gefolgt von Ruku, Sujud und Jalsa. Nach der zweiten Niederwerfung des dritten Rakats wird der vollständige Taschahhud mit Salawat und Taslim gesprochen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich alle Gebetstexte auswendig können, um zu beten?
Nein. Es ist wichtig, mit dem Gebet zu beginnen, auch wenn du noch nicht alle Texte auswendig kannst. Solange du den passenden Text nicht weißt, kannst du einfache Worte zum Lob Gottes sagen wie: „Subhanallah“ (Preis sei Gott), „Al-hamdu lillah“ (Alle Lobpreisung sei Gott), „La ilaha illa llah“ (Es gibt keinen Gott außer Allah) oder „Allahu akbar“ (Gott ist der Allergrößte). Das Wichtigste ist die richtige Reihenfolge der Körperhaltungen und die Aufrichtigkeit deiner Absicht.
Warum beten Muslime in Richtung der Kaaba?
Muslime beten in Richtung der Kaaba in Mekka, Saudi-Arabien, nicht um die Kaaba selbst anzubeten, sondern um eine einheitliche Gebetsrichtung (Qibla) zu haben. Dies fördert die Einheit und Disziplin unter den Muslimen weltweit und symbolisiert die Ausrichtung auf einen gemeinsamen Punkt der Anbetung Allahs.
Kann das Gebet ausgelassen werden?
Das Gebet ist eine der fünf Säulen des Islam und darf nur in seltensten Fällen ausgelassen werden. Dazu gehören bestimmte Zustände der Unreinheit bei Frauen (Menstruation, Wochenbett), schwere Krankheit oder eine gefährliche Reise. Sobald diese Bedingungen nicht mehr vorliegen, muss das Gebet nachgeholt werden.
Gibt es Unterschiede im Gebet zwischen Männern und Frauen?
Ja, wie in der Anleitung beschrieben, gibt es einige subtile Unterschiede in den Körperhaltungen, insbesondere bei der Verbeugung (Ruku) und der Niederwerfung (Sujud), bei denen Frauen dazu angehalten sind, ihre Glieder näher am Körper zu halten, um sich bescheidener zu bedecken und zu verhalten.
Fazit
Das Gebet im Islam ist eine unverzichtbare Praxis, die den Gläubigen nicht nur mit Allah verbindet, sondern auch Disziplin, Demut und inneren Frieden lehrt. Es ist ein täglicher Akt der Erinnerung und Dankbarkeit, der das Leben eines Muslims strukturiert und ihm spirituelle Tiefe verleiht. Die detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, kombiniert mit dem Verständnis der rituellen Reinheit und der Bedeutung der Gebetstexte, soll allen Muslimen – sowohl Frauen als auch Männern – eine klare Orientierung bieten, um diese zentrale Säule des Islam korrekt und bewusst zu erfüllen. Möge Allah unsere Gebete annehmen und uns auf dem geraden Weg festigen.
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