Was bedeutet die Bezeichnung mit dem Kreuz?

Das Kreuzzeichen: Ein tiefes Symbol des Glaubens

11/10/2022

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Das Kreuzzeichen ist weit mehr als eine einfache Geste. Es ist ein tief verwurzeltes Ritual, das in den meisten christlichen Konfessionen seit Jahrhunderten gepflegt wird und eine reiche theologische Bedeutung in sich trägt. Als universelles Symbol für Jesus Christus, sein Leiden und Sterben, seine triumphale Auferstehung und den Glauben selbst umspannt es den Betenden und drückt die Zugehörigkeit des ganzen Menschen – mit Leib und Seele – zu Christus aus. Gleichzeitig ist es ein kraftvoller Ausdruck des Glaubens an den dreifaltigen Gott und ein Gebet um seine göttlichen Gaben.

Was bedeutet das Kreuz im Christentum?
Im Christentum gilt das Kreuz als ein dreifaches Symbol. Es ist ein Zeichen für Jesus Christus, für sein Leiden und Sterben, seine Auferstehung, und damit für den Glauben selbst. Das Kreuzzeichen umspannt den Beter und ist somit symbolischer Ausdruck der Zugehörigkeit des ganzen Menschen – mit Leib und Seele – zu Jesus Christus.

Diese scheinbar schlichte Geste verbirgt eine komplexe Geschichte und vielfältige Interpretationen, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben. Sie ist ein sichtbares Bekenntnis, ein stiller Lobpreis und eine persönliche Weihe, die Gläubige in ihrem Alltag und in der Liturgie begleitet. Tauchen wir ein in die faszinierende Welt des Kreuzzeichens, seine Ursprünge, seine Entwicklung und seine unterschiedlichen Ausdrucksformen in den großen christlichen Traditionen.

Inhaltsverzeichnis

Die geschichtliche Entwicklung des Kreuzzeichens

Die Praxis des Kreuzzeichens reicht bis in die Anfänge des Christentums zurück. Obwohl es in der Bibel nicht explizit erwähnt wird, zeugen frühe Belege aus dem zweiten Jahrhundert von seiner Existenz als fester Bestandteil des christlichen Lebens. Diese frühen Formen unterschieden sich jedoch deutlich von den heutigen Praktiken und spiegelten die theologischen Schwerpunkte und das Verständnis der damaligen Zeit wider.

Von der Stirn zum ganzen Körper

In den ersten Jahrhunderten wurde das Kreuzzeichen oft nur mit einem Finger, meist dem Daumen oder dem Zeigefinger, vollzogen. Es wurde zunächst ausschließlich auf die Stirn gezeichnet, später dann über das ganze Gesicht. Diese kleine, diskrete Geste diente möglicherweise als Zeichen der Identifikation in einer Zeit, in der Christen oft Verfolgung ausgesetzt waren. Die Verwendung nur eines Fingers könnte zudem den Glauben an den einen Gott, die Einheit Gottes, symbolisiert haben, ein wichtiger Aspekt im Kontext des damaligen Polytheismus.

Der bekannte Kirchenschriftsteller Tertullian erwähnte zu Beginn des dritten Jahrhunderts das Kreuzzeichen als Beispiel für einen alten christlichen Brauch. Er nutzte es, um zu argumentieren, dass nicht alle christlichen Praktiken direkt aus den biblischen Schriften abgeleitet werden müssten, da viele Traditionen mündlich überliefert und durch die apostolische Sukzession begründet seien. Dies unterstreicht die frühe Etablierung und Akzeptanz des Kreuzzeichens in der jungen Kirche.

Die Entwicklung der Fingerhaltungen und des Umfangs

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Kreuzzeichen weiter, sowohl in Bezug auf die Fingerhaltung als auch auf den Umfang der Geste. Im achten Jahrhundert kam der Brauch auf, sich mit zwei Fingern – dem Zeige- und Mittelfinger – zu bekreuzigen. Diese Form war nicht zufällig gewählt; sie symbolisierte die göttliche und menschliche Natur Jesu Christi, die in der Person des Erlösers untrennbar miteinander verbunden sind. Gleichzeitig wurde das Kreuzzeichen nun von der Stirn bis zur Brust geformt, was eine größere und umfassendere Geste darstellte, die den ganzen Oberkörper einbezog.

Parallel dazu entwickelte sich die Form des Kreuzzeichens mit drei Fingern – Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Diese Haltung diente als klares Symbol für die Dreifaltigkeit: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese dreifingrige Form setzte sich insbesondere in der Ostkirche durch und ist dort seit dem 13. Jahrhundert die vorherrschende Art des Bekreuzigens. Die Evolution dieser Gesten spiegelt die Entwicklung der christlichen Theologie und das Bedürfnis wider, komplexe Glaubenswahrheiten in einfachen, wiederholbaren Ritualen auszudrücken.

Formen des Kreuzzeichens in den Konfessionen

Obwohl das Kreuzzeichen in vielen christlichen Konfessionen praktiziert wird, haben sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Formen und Bedeutungen herausgebildet, die die spezifischen theologischen Schwerpunkte der jeweiligen Traditionen widerspiegeln.

Die Katholische Kirche

Die katholische Kirche unterscheidet zwischen dem großen und dem kleinen Kreuzzeichen, die beide eine zentrale Rolle in der Liturgie und im persönlichen Gebetsleben spielen.

Das große Kreuzzeichen

Das große Kreuzzeichen wird mit den ausgestreckten Fingern der rechten Hand gemacht. Der Betende berührt dabei nacheinander die Stirn, die Brust, dann die linke und anschließend die rechte Schulter. Während dieser Geste spricht er die trinitarische Formel: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ (Lateinisch: In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.), die direkt auf den Taufbefehl Jesu in Matthäus 28,19 zurückgeht. Dies unterstreicht die Verbindung des Kreuzzeichens zur Taufe und zum fundamentalen Bekenntnis des trinitarischen Gottes.

Das große Kreuzzeichen hat seinen festen Platz in der Messfeier, bei Wortgottesdiensten und Andachten sowie im Stundengebet, wo es jeweils zu Beginn und beim Schlusssegen vollzogen wird. Es markiert den Beginn und das Ende wichtiger Gebetszeiten und Handlungen, wodurch der gesamte Gebetsakt unter den Schutz und Segen Gottes gestellt wird. Das Gebet des Rosenkranzes beginnt traditionell ebenfalls mit dem Kreuzzeichen. Zudem bekreuzigen sich Katholiken, oft unter Verwendung von Weihwasser, wenn sie eine Kirche betreten oder verlassen, als Erinnerung an ihre Taufe und als Geste der Reinigung und Weihe. Auch dem Segensgestus von Priestern oder Diakonen sowie der Besprengung mit Weihwasser bei Segnungen und Weihen wird durch das Schlagen des Kreuzes entsprochen.

Das kleine Kreuzzeichen

Das kleine Kreuzzeichen ist eine subtilere, aber nicht weniger bedeutungsvolle Geste. Es wird mit dem Daumen gemacht, indem nacheinander ein kleines Kreuz über Stirn, Mund und Brust gezeichnet wird. Diese Geste hat eine spezifische Bedeutung in der Liturgie, insbesondere vor dem Vortrag des Evangeliums. Sie drückt den Wunsch des Gläubigen aus, das Wort Gottes zu verstehen (Stirn), zu verkündigen (Mund) und zu verinnerlichen (Brust). Alternativ kann es auch als Gebet verstanden werden, dass Gott das Denken, Sprechen und Handeln des Gläubigen segnen möge, damit diese ganz von seinem Wort durchdrungen werden.

Das kleine Kreuzzeichen findet auch bei der Taufe Anwendung, wo der Täufling zu Beginn der Feier damit gesegnet wird. Bei der Firmung und der Priesterweihe erfolgt die Salbung mit Chrisam ebenfalls in Kreuzesform, was die Weihe und Stärkung durch den Heiligen Geist unterstreicht.

Über die liturgischen Handlungen hinaus segnen sich Katholiken oder andere Personen im familiären oder persönlichen Rahmen oft mit dem Kreuzzeichen, sei es durch das Schlagen eines Kreuzes mit der Hand oder durch das Bezeichnen der Stirn des zu Segnenden. Auch Mahlzeiten und Lebensmittel, insbesondere Brot beim Anschneiden, werden traditionell mit dem Kreuzzeichen gesegnet, um Dankbarkeit auszudrücken und Gottes Segen auf die Nahrung zu erbitten.

Die Orthodoxen Kirchen

In den orthodoxen Kirchen, die den byzantinischen und alexandrinischen Ritus pflegen, hat das Kreuzzeichen eine besonders prominente und theologisch reiche Bedeutung. Die Ausführung unterscheidet sich deutlich von der westlichen Praxis.

Fingerhaltung und Symbolik

Beim Bekreuzigen in den orthodoxen Kirchen werden Daumen, Zeige- und Mittelfinger zusammengelegt und ausgestreckt. Ringfinger und kleiner Finger werden hingegen zur Handfläche gekrümmt. Diese spezifische Fingerhaltung ist zutiefst symbolisch:

  • Die drei ausgestreckten Finger symbolisieren die Heilige Dreifaltigkeit: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist.
  • Die zwei gekrümmten Finger repräsentieren die zwei Naturen Christi: seine göttliche und seine menschliche Natur, die untrennbar in ihm vereint sind. Sie können auch sein erstes Kommen auf die Erde und seine erwartete Wiederkunft symbolisieren.

Diese Haltung ist ein kleines theologische Bekenntnis, das bei jeder Ausführung des Kreuzzeichens erneuert wird.

Bewegungsablauf

Das Kreuzzeichen wird von der Stirn über die Brust zu den Schultern gezogen, wobei, im Gegensatz zur katholischen Kirche, zunächst die rechte und dann die linke Schulter berührt wird. Diese Reihenfolge der Schultern ist ein markanter Unterschied und wird von vielen Orthodoxen als eine bewusste Abgrenzung oder als eine Tradition gesehen, die auf die frühe Kirche zurückgeht.

Variationen

Innerhalb der orthodoxen Welt gibt es weitere geringfügige Variationen. Die russischen Altorthodoxen, die sich von der Hauptströmung der russisch-orthodoxen Kirche abgespalten haben, strecken beispielsweise nur zwei Finger (Zeige- und Mittelfinger) und krümmen die drei übrigen. Dies ist eine ältere Form, die sie als authentischer betrachten. Bei den Altorientalen (wie den Kopten oder Äthiopiern) ist es zudem häufig, nur den Zeigefinger auszustrecken und die anderen Finger zu krümmen.

Die Evangelische Kirche

In den evangelischen Kirchen ist das Sich-Bekreuzigen heute weniger verbreitet als in der katholischen oder orthodoxen Tradition, wird aber keineswegs prinzipiell abgelehnt. Die Haltung dazu ist oft individueller und weniger strikt rituell.

Luthers Haltung

Martin Luther selbst, der Reformator, sprach sich nicht gegen das Kreuzzeichen aus. Im Gegenteil, in seinem Kleinen Katechismus empfiehlt er es für den Morgen- und Abendsegen:

„Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, sollst du dich segnen mit dem Zeichen des Heiligen Kreuzes und sollst sagen: ‚Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.‘“

„Des Abends, wenn du zu Bette gehst, sollst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sollst sagen: ‚Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.‘“

Diese Anweisung zeigt, dass Luther das Kreuzzeichen als eine sinnvolle und fromme Praxis für den persönlichen Glauben sah. Die spätere Entwicklung in den evangelischen Kirchen führte jedoch zu einer gewissen Zurückhaltung gegenüber äußerlichen Ritualen, die als zu nahe an „Werkgerechtigkeit“ oder „Aberglaube“ empfunden werden könnten.

Wandel der Empfehlung

Interessanterweise spiegelt sich diese Entwicklung auch in der Formulierung der Kirchengesangbücher wider. Das alte Evangelische Kirchengesangbuch ersetzte Luthers „sollst“ durch „magst“, was eine Empfehlung statt einer Anweisung darstellt. Das aktuelle Evangelische Gesangbuch geht noch einen Schritt weiter und ersetzt es durch „kannst“, was die vollständige Freiheit des Einzelnen betont, ob er diese Geste vollziehen möchte oder nicht.

Praxis heute

Heute kommt das Sich-Bekreuzigen im Bereich der Evangelischen Kirche nur ausnahmsweise individuell vor. Es ist keine verpflichtende oder weit verbreitete Praxis für Gemeindeglieder. Anders verhält es sich jedoch mit dem Kreuzzeichen, das von Pfarrern vollzogen wird. Es ist beim Schlusssegen, beim Abendmahl über den Elementen (Brot und Wein) und teilweise bei der Taufe oder sonstigen Riten verbreitet in Übung. Dies unterstreicht die Rolle des Pfarrers als Spender des Segens im Namen Gottes.

Protestantische Befürworter des Bekreuzigens weisen gerne darauf hin, dass das Wort „segnen“ vom lateinischen signare (mit einem Zeichen versehen) kommt. Dies impliziert, dass das Zeichen des Kreuzes die Segenshandlung bewusst unterstreicht und visuell erfahrbar macht. Vor allem aber spricht die Ausdruckskraft für das Kreuzzeichen: Es ist eine einfache, körperliche Geste, die tiefe theologische Wahrheiten kommuniziert und den Gläubigen mit seiner Tradition verbindet.

Vergleichende Übersicht der Kreuzzeichen-Praktiken

Um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kreuzzeichen-Praktiken besser zu veranschaulichen, bietet sich eine vergleichende Tabelle an:

MerkmalKatholische KircheOrthodoxe KircheEvangelische Kirche
Fingerhaltung (großes Kreuzzeichen)Alle ausgestreckten Finger der rechten HandDaumen, Zeige- & Mittelfinger zusammen, Ring- & kleiner Finger gekrümmtNicht standardisiert; wenn, dann oft wie katholisch oder individuell
Bewegungsablauf (großes Kreuzzeichen)Stirn → Brust → linke Schulter → rechte SchulterStirn → Brust → rechte Schulter → linke SchulterNicht standardisiert; wenn, dann oft wie katholisch
Sprechformel„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“Oft still oder mit ähnlicher trinitarischer Formel„Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.“ (Luther)
Kleines KreuzzeichenJa (Daumen auf Stirn, Mund, Brust vor Evangelium)Weniger verbreitet in dieser Form; Fokus auf großes KreuzzeichenSehr selten, nicht Teil der Liturgie
Häufigkeit der LaienpraxisSehr häufig im Alltag und LiturgieSehr häufig und integral im Alltag und LiturgieSelten, individuell; häufiger bei Pfarrern in Liturgie
Theologische BetonungTrinität, Taufe, Segen, Weihe, persönliche HingabeTrinität, Inkarnation, Zwei Naturen Christi, BekenntnisPersönlicher Segen, Bekenntnis zum dreieinigen Gott

Die tiefe Bedeutung des Kreuzzeichens

Unabhängig von den spezifischen Formen und Traditionen bleibt die Kernbedeutung des Kreuzzeichens im Christentum universell und tiefgründig. Es ist ein vielschichtiges Symbol, das mehrere Dimensionen des christlichen Glaubens vereint:

  • Zeichen Jesu Christi: Das Kreuz ist untrennbar mit der Person Jesu verbunden. Es erinnert an sein Opfer am Kreuz, sein Leiden und Sterben für die Sünden der Welt. Es ist ein Zeugnis seiner grenzenlosen Liebe und Hingabe.
  • Zeichen der Auferstehung und des Sieges: Das Kreuz ist nicht nur ein Symbol des Todes, sondern auch der Auferstehung. Durch seine Überwindung des Todes am Kreuz hat Christus das ewige Leben ermöglicht. Das Kreuzzeichen ist somit auch ein Zeichen der Hoffnung, des Sieges über Sünde und Tod und der Verheißung der ewigen Herrlichkeit.
  • Symbol des Glaubens selbst: Das Kreuzzeichen ist ein Bekenntnis. Wenn ein Gläubiger sich bekreuzigt, bekennt er seinen Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus. Es ist eine sichtbare und körperliche Affirmation der zentralen Wahrheiten des Christentums.
  • Ausdruck der Zugehörigkeit: Das Kreuzzeichen umspannt den Betenden und symbolisiert die Zugehörigkeit des ganzen Menschen – mit Leib und Seele – zu Jesus Christus. Es ist eine Weihe des eigenen Seins an Gott, ein Ausdruck, dass man „Christi Eigentum“ ist.
  • Bekenntnis zur Dreifaltigkeit: Insbesondere durch die begleitende Formel „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ wird das Kreuzzeichen zu einem klaren Bekenntnis zum trinitarischen Gott, dem Fundament des christlichen Glaubens.
  • Lobpreis und Gebet: Das Kreuzzeichen ist gleichzeitig ein Lobpreis Gottes für seine Heilstaten und ein Gebet um seine Gaben, seinen Segen und seinen Schutz. Es ist eine einfache, aber kraftvolle Form der Kommunikation mit dem Göttlichen, die oft unbewusst im Alltag vollzogen wird.

Häufig gestellte Fragen zum Kreuzzeichen

Warum bekreuzigen sich Christen?

Christen bekreuzigen sich, um ihren Glauben an Jesus Christus, sein Opfer und seine Auferstehung zu bekennen. Es ist eine Geste der Hingabe, des Gebets und des Segens, die den Gläubigen mit Gott und der Gemeinschaft der Kirche verbindet. Es erinnert an die Taufe und die Zugehörigkeit zu Christus.

Seit wann gibt es das Kreuzzeichen?

Die frühesten Belege für das Kreuzzeichen stammen aus dem zweiten Jahrhundert, also dem frühen Christentum. Es hat sich im Laufe der Jahrhunderte in seiner Form und Ausführung weiterentwickelt, ist aber eine der ältesten und beständigsten christlichen Praktiken.

Gibt es einen „richtigen“ Weg, sich zu bekreuzigen?

Die „richtige“ Art des Kreuzzeichens hängt von der jeweiligen christlichen Konfession ab. Katholiken, Orthodoxe und Protestanten haben unterschiedliche Traditionen bezüglich der Fingerhaltung und der Reihenfolge der Berührungspunkte. Jede Form ist innerhalb ihrer Tradition „richtig“ und hat ihre eigene theologische Symbolik. Wichtiger als die exakte Ausführung ist die innere Haltung des Glaubens und der Andacht.

Ist das Kreuzzeichen nur für die Liturgie gedacht?

Nein, das Kreuzzeichen wird nicht nur in der Liturgie (z.B. in der Messe oder im Gottesdienst) verwendet. Viele Christen praktizieren es auch im persönlichen Gebetsleben, vor Mahlzeiten, beim Betreten oder Verlassen einer Kirche, vor wichtigen Entscheidungen oder in Momenten der Gefahr, als Zeichen des Schutzes und der Bitte um Segen.

Kann jeder das Kreuzzeichen machen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch diese Geste vollziehen. Für Christen ist es jedoch ein Ritual mit tiefer religiöser Bedeutung, das einen Ausdruck ihres Glaubens darstellt. Es ist eine bewusste Handlung der persönlichen Frömmigkeit und des Bekenntnisses zu Gott.

Fazit

Das Kreuzzeichen ist ein zeitloses und universelles Symbol, das die Essenz des christlichen Glaubens in einer einfachen, aber tiefgründigen Geste zusammenfasst. Es ist eine Brücke zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren, dem Menschlichen und Göttlichen. Von seinen bescheidenen Anfängen als kleines Zeichen auf der Stirn bis zu den vielfältigen, theologisch aufgeladenen Formen in den großen christlichen Traditionen hat es seine Kraft als Ausdruck der Hingabe, des Schutzes und des Bekenntnisses zum dreieinigen Gott bewahrt.

Ob als Katholik, Orthodoxer oder Protestant – das Kreuzzeichen verbindet Gläubige über die Jahrhunderte hinweg mit der zentralen Botschaft des Kreuzes: Tod und Auferstehung, Leiden und Erlösung. Es ist eine Erinnerung daran, dass der ganze Mensch, mit Leib und Seele, zu Christus gehört und unter seinem Segen steht. In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt das Kreuzzeichen ein unerschütterliches Zeichen der Hoffnung, des Glaubens und der ewigen Liebe Gottes.

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