Welche Arten von Seil Transporten gibt es?

Seilführung auf Hochtour: Sicher & Effizient

20/04/2022

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Hochtouren im alpinen Gelände sind ein faszinierendes, aber auch zutiefst herausforderndes Abenteuer. Sie führen über vergletscherte Passagen, durch steile Firn- und Eisflanken sowie anspruchsvolles Felsgelände. Die größte Gefahr lauert dabei oft nicht im Offensichtlichen, sondern in der Komplexität der Entscheidungen, die in ständig wechselndem Terrain getroffen werden müssen. Fällt man in eine Gletscherspalte oder stürzt man im steilen Gelände ab? Und welche Sicherungsmethode ist in diesem Moment die effektivste, um Gefahr zu begegnen, ohne wertvolle Zeit zu verlieren? Diese Abwägung, gepaart mit den objektiven Gefahren des Hochgebirges, macht Hochtouren zu einer der risikoreichsten Bergsportdisziplinen. Die traurige Statistik, dass in den letzten 18 Jahren 119 DAV-Mitglieder auf Hochtour ums Leben kamen, im Vergleich zu nur acht tödlichen Unfällen in DAV-Kletterhallen, obwohl dort siebenmal mehr Zeit verbracht wird, unterstreicht die Dringlichkeit einer fundierten Auseinandersetzung mit dem Thema Sicherung. Die häufigsten Ursachen für tödliche Unfälle auf Hochtouren waren dabei ungesicherter Absturz und Mitreißen. Ungesicherte Spaltenstürze spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Dieser Artikel, basierend auf den Erkenntnissen von Experten wie Florian Hellberg, beleuchtet die verschiedenen Seiltechniken und ihre Anwendung, um Ihnen zu helfen, die optimale Sicherung für Ihre Hochtour zu finden.

Welche Arten von Seil Transporten gibt es?
Zur Auswahl stehen: das Sichern von Stand zu Stand, das gleitende Seil, das Sprungseil oder das gleichzeitige Gehen (also Sichern!) am kurzen Seil. Um zwischen absturzgefährlichen Passagen nicht zeitraubend das Seil verstauen zu müssen, kann man auch nur zum Seiltransport angeseilt bleiben.
Inhaltsverzeichnis

Seil oder nicht Seil? Die Grundsatzfrage der Sicherung

Die Frage nach der optimalen Sicherungstechnik auf Hochtour ist keineswegs neu. Schon in den 1980er-Jahren warnte Pit Schubert eindringlich vor der Mitreißgefahr, die beim gleichzeitigen Gehen am Seil entstehen kann. Diese Debatte hat sich über die Jahre fortgesetzt, zuletzt mit Bruno Hasler und Kurt Winkler, die sich für ein stärkeres "Gehen am kurzen Seil" aussprachen. Ein tragischer Mitreißunfall in den Zillertaler Alpen im Sommer 2017, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen, hat die Aktualität dieser Diskussion auf erschreckende Weise unterstrichen. Die zentrale taktische Aufgabe auf einer Hochtour ist es, die Gefahren – sei es ein Spaltensturz, ein Absturz im Steilgelände oder das Mitreißen von Seilpartnern – präzise abzuwägen und eine angemessene sowie effiziente Sicherungstechnik zu wählen. Ein entscheidendes Kriterium für diese Wahl ist die jeweilige Hangneigung des Geländes.

Grenzen der Gletscherseilschaft und Absturzgefahr

Auf einem flachen, schneebedeckten Gletscher ist das gleichzeitige angeseilte Gehen mit etwa zehn Metern Seilabstand die anerkannte Sicherungstechnik der Wahl, um der Spaltensturzgefahr zu begegnen. Hierüber herrscht allgemeine Einigkeit. Doch im absturzgefährdeten Gelände erweist sich diese Methode als fatal. Besonders wenn der Seilerste stürzt, ist es für die gesamte Seilschaft nahezu unmöglich, den Sturz zu halten, da der Stürzende zwanzig Meter Fahrt aufnimmt, bevor sich das Seil zu den anderen strafft. In solchen Situationen sind zwingend andere Sicherungstechniken erforderlich.

Doch wann genau besteht Absturzgefahr? Dies hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab:

  • Geländefaktoren: Die Steilheit des Hanges, seine Form und der Auslaufbereich am Ende eines möglichen Sturzes.
  • Menschliche Faktoren: Das Gewichtsverhältnis innerhalb der Seilschaft und das persönliche Können jedes Einzelnen.
  • Verhältnisse vor Ort: Die Beschaffenheit der Oberfläche – ob harter oder weicher Schnee, blankes Eis – sowie die Qualität einer eventuell vorhandenen Spur.

Je härter und steiler die Oberfläche, desto schwieriger wird es, sich selbst oder einen Seilpartner zu halten, sobald man ins Rutschen gerät. Eine wichtige Faustregel besagt: Ab einer Hangneigung von etwa 30 Grad beschleunigt ein Mensch auf hartem Schnee annähernd so schnell wie im freien Fall. Zudem ist man im Aufstieg deutlich weniger "fehltrittanfällig" als im Abstieg. Eine gut angelegte Spur ist ein erhebliches Sicherheitsplus, da das Gehen leichter fällt, das Sturzrisiko sinkt und man einen stabileren Stand hat, um Seilzug halten zu können. Grundvoraussetzungen für sicheres Bewegen in diesem Terrain sind Trittsicherheit, eine solide Steigeisentechnik, ein vernünftiges Tempo und höchste Konzentration. Auch die Ausrüstung spielt eine Rolle: gut sitzende Bergschuhe, scharfe und richtig angepasste Steigeisen sowie Beinbekleidung ohne Stolperfallen sind unverzichtbar.

Sicherungstechniken bei Absturzgefahr: Ein Überblick

Im Gelände, wo Absturzgefahr besteht, stehen verschiedene Sicherungsmethoden zur Auswahl. Die "optimale" Technik ist stets jene, die für die spezifische Situation und das jeweilige Team ausreichend sicher und gleichzeitig schnell anzuwenden ist – inklusive eines zügigen Wechsels der Methode bei wechselndem Gelände. Neben den eigentlichen Sicherungstechniken kann man auch lediglich zum Seiltransport angeseilt bleiben, um zeitraubendes An- und Abseilen zwischen Passagen zu vermeiden, oder sich bewusst seilfrei bewegen.

1. Sichern über Fixpunkte (Stand-zu-Stand oder Fixseilraupe)

Diese Technik ist vor allem im schweren Fels- oder Eisgelände sinnvoll. In einer Zwei- oder Dreierseilschaft steigt der Vorsteiger voraus, bei Bedarf mit Zwischensicherungen. In stark gegliedertem Gelände kann es ratsam sein, das Seil auf 20 bis 30 Meter zu verkürzen. Die Nachsteiger werden vom Standplatz aus gesichert, unter Umständen auch direkt am Körper des Sichernden, wenn eine ausgezeichnete Standfestigkeit gegeben ist (z.B. auf der anderen Seite eines Grates stehend oder um einen Felsturm herum). Mit einer Seilweiche können auch zwei Nachsteiger gesichert werden. Bei mehr als drei Personen in der Seilschaft bietet sich die Fixseilraupe als sinnvolle Alternative an: Der Seilschaftsführer steigt bis zum Stand vor, und die Nachsteiger sichern sich mittels Prusik oder Seilklemmen am fixierten Seil. Beide Techniken bieten zwar ein hohes Maß an Sicherheit, sind jedoch sehr zeitaufwendig – und das umso mehr, je weniger Übung das Team darin hat.

2. Gleitendes Seil mit Rücklaufsperre

Der typische Anwendungsbereich für diese Technik sind steile Blankeispassagen im Aufstieg. Der Seilschaftsführer steigt voran (idealerweise die gesamte Seillänge), hängt an einem möglichst soliden Fixpunkt eine Rücklaufsperre (z.B. T-Block, unbedingt richtig herum!) ins Einfachseil und steigt weiter. Sobald das Seil aufgebraucht ist, steigt der Nachsteiger (oder maximal zwei) gleichzeitig mit dem Vorsteiger nach oben. Eine Rücklaufsperre hält einen Nachsteigersturz sicher – solange kein Schlappseil im Spiel ist. Vorsicht ist geboten, wenn sich der Nachsteiger nur noch wenige Meter unterhalb der Rücklaufsperre befindet: Hier darf kein Schlappseil und keine Pendelsturzgefahr bestehen, da die Rücklaufsperre sonst das Seil kappen könnte, wenn nicht genug Seildehnung zur Verfügung steht, um den Krafteintrag zu dämpfen. Das gleitende Seil mit Rücklaufsperre ist schneller als das Sichern von Stand zu Stand, da man mit mehreren Rücklaufsperren auch weitere Strecken gleichzeitig klettern kann. Die Seilschaft muss das Gelände jedoch sehr gut beherrschen, denn diese Technik kann lediglich den Totalabsturz verhindern.

3. Gleitendes Seil mit Zwischensicherung (mit verkürztem Seil)

Diese Technik eignet sich vorwiegend für einfache Felsgrate. Die (Zweier-)Seilschaft klettert gleichzeitig, wobei sich zwischen den Seilpartnern immer mindestens ein (besser: zwei) Fixpunkte als Zwischensicherung befinden oder das Seil um Geländestrukturen gelegt ist. Oft ist es sinnvoll, das Einfachseil auf 20 bis 30 Meter zu verkürzen oder ein Halbseil doppelt zu verwenden. Die Technik ist relativ schnell, besonders wenn beide Seilschaftsmitglieder vorsteigen können und dadurch – sobald das Material beim Vorsteiger aufgebraucht ist – einfach im Überschlag wechseln können. Das Gelände müssen ohnehin beide souverän beherrschen; auch diese Technik verhindert nur den Totalabsturz.

4. Sprungseil

Die Sprungseiltechnik kommt ausschließlich auf reinen Firngraten infrage. Beide Mitglieder der Zweierseilschaft halten jeweils fünf bis acht Meter Schlappseil in Schlaufen in der Hand und gehen gleichzeitig. Wenn einer vom Grat rutscht, springt der andere blitzschnell auf die gegenüberliegende Seite und verhindert so den Totalabsturz der Seilschaft. Die Schlappseilschlaufen verschaffen ihm dabei einige Augenblicke Zeit zum Reagieren. Voraussetzung ist entschlossenes Handeln. Wenn Wechten einen Abstand von der Gratkante erzwingen, geht es beim Sprung auf die andere Seite ums nackte Überleben.

Seiltransport und Gehen am kurzen Seil

In Geländeabschnitten, in denen ein Absturz als unwahrscheinlich gilt, kann lediglich zum Seiltransport angeseilt gegangen werden. Dies erspart das zeitraubende Aus- und Anseilen zwischen Passagen, in denen tatsächlich gesichert wird. Das Gehen oder Sichern am kurzen Seil ist eine Technik, bei der Führer und Geführter gleichzeitig gehen, verbunden durch nur wenige Meter Seil. Gerät der Geführte ins Stolpern, muss der Führer bereits im Ansatz blitzschnell verhindern, dass daraus ein Sturz wird. Während in der Schweiz das gleichzeitige Gehen am kurzen Seil auch für Privatseilschaften gelehrt wird, ist es in Deutschland und Österreich ausschließlich staatlich geprüften Bergführern vorbehalten.

Obwohl Vor- und Nachteile unterschiedlich gewichtet werden, besteht in einigen Punkten Einigkeit:

  • Der Seilerste darf unter keinen Umständen stürzen! Bis sich das Seil strafft, hat er so viel Fahrt aufgenommen, dass er unweigerlich die gesamte Seilschaft mitreißen würde.
  • Der Seilerste muss dem Gelände jederzeit derart überlegen sein, dass er einer zusätzlichen äußeren Kraft widerstehen kann.
  • Ein Stolperer des Seilzweiten kann bei gleichzeitigem Gehen nur direkt im Ansatz gehalten werden. Wird daraus ein Sturz, ist es wahrscheinlich schon zu spät, und der Seilschaftssturz droht.
  • Schlappseil oder zu lange Seilabstände sind verheerend.
  • Das Absturzrisiko steigt bei gleichzeitigem Gehen mit mehr als zwei Seilschaftsmitgliedern enorm an.

Aus diesen Gründen wird in Deutschland die Technik des Gehens am kurzen Seil nur dann in Betracht gezogen, wenn ein deutliches Leistungsgefälle innerhalb der Seilschaft besteht und der Stärkere bereit ist, das für ihn höhere Risiko in Kauf zu nehmen – es entsteht eine klare "Führungssituation". In der Schweiz hingegen wird die beruhigende psychologische Wirkung des Seils stärker gewichtet und die Tatsache, dass bei seilfreiem Gehen die Hürde größer ist, in schwierigen Passagen zum Sichern über Fixpunkte zu wechseln. Es ist auch wichtig zu bedenken: Der Übergang von "angeseiltem Seiltransport ohne Sicherungsfunktion" zum "gleichzeitigen Gehen am kurzen Seil mit Sicherungsfunktion" ist fließend!

Seilfreies Gehen: Eine bewusste Entscheidung

Dem bewussten Verzicht auf ein Sicherungsseil liegt eine nüchterne Risikoabwägung zugrunde. Das Schadensausmaß ist reduziert, wenn nur eine Person ins Rutschen kommt, und eine Person allein hat immer noch gute Chancen, ihr Rutschen wieder zu stoppen. Wenn dagegen eine angeseilte Seilschaft erst einmal Fahrt aufgenommen hat, verheddern sich die Mitglieder im Seil und ziehen sich gegenseitig nach unten. Ein weiterer Vorteil des seilfreien Gehens: Wenn nur einer abstürzt, gibt es noch jemanden, der einen Notruf absetzen und Erste Hilfe leisten kann.

Hat man sich allerdings für das seilfreie Gehen entschieden, wächst die Hürde, später doch auf die Sicherung mit Seil umzustellen. So rumpelt man womöglich seilfrei in schwerere oder heikle Kletterpassagen oder in unvorhergesehene schwierige Stellen, wie etwa eine dünne Neuschneeauflage auf Blankeis. Oft wird dann allein schon das Anseilen gefährlich, weil man ungesichert und ausgesetzt im wilden Gelände steht. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich Gruppen beim seilfreien Gehen leicht auseinanderziehen und der Sicherungsbedarf von einzelnen Gruppenmitgliedern nicht von allen wahrgenommen wird. Besonders stärkere Mitglieder sind dann vielleicht vorneweg – mitsamt dem Seil in ihrem Rucksack.

Stärkere Mitglieder sollten für diese Problematik sensibel sein und eventuell das Seil im Abbund am Körper tragen, damit es bei Bedarf griffbereit ist. Die Abwägung, wann seilfreies Gehen noch für alle im Team passt, ist nicht einfach. Sie erfordert realistische Selbsteinschätzung, Einfühlungsvermögen und offene, klare Kommunikation – wie generell jede Entscheidung über angemessene Sicherungsmaßnahmen.

Vergleich der Seiltechniken auf Hochtour

Um die verschiedenen Sicherungsmethoden besser einordnen zu können, bietet die folgende Vergleichstabelle eine Übersicht über ihre Anwendungsbereiche, Vorteile und die damit verbundenen Nachteile oder Risiken.

TechnikAnwendungsbereichVorteileNachteile / Risiken
Sichern über Fixpunkte (Stand-zu-Stand)Schwerer Fels, Eis, stark gegliedertes GeländeHöchste Sicherheit, kontrolliertes KletternZeitaufwendig, erfordert Übung und Material
Gleitendes Seil mit RücklaufsperreSteile Blankeispassagen im AufstiegSchneller als Stand-zu-Stand, verhindert TotalabsturzTeam muss Gelände sehr gut beherrschen, Gefahr der Seildurchtrennung bei falscher Anwendung oder Schlappseil
Gleitendes Seil mit ZwischensicherungEinfache Felsgrate, exponierte, aber nicht extreme AbschnitteRelativ schnell, verhindert TotalabsturzBeide Seilpartner müssen das Gelände souverän beherrschen
SprungseilReine FirngrateSchnell, bei Sturz kann Partner "gegenhalten"Erfordert entschlossenes und schnelles Handeln, nur für Firn geeignet, hohes Risiko bei Wechten
Seiltransport (nur angeseilt)Gelände ohne Absturzgefahr, ÜbergangspassagenZeitersparnis beim An- und AbseilenKeine Sicherungsfunktion bei Sturz, dient nur dem Transport des Seils
Gehen am kurzen Seil (mit Sicherungsfunktion)Leichtes bis mittelschweres Gelände mit Leistungsgefälle (Führungssituation)Psychologisch beruhigend (CH-Sicht), schnelle Reaktion auf Stolpern möglichSeilerster darf nicht stürzen (Mitreißgefahr), erfordert konstante Spannung und sofortiges Eingreifen
Seilfreies GehenLeichtes, übersichtliches Gelände; bewusste RisikoakzeptanzGeringeres Schadensausmaß bei Einzelsturz, Möglichkeit zur SelbsthaltungHöhere Hürde zur späteren Seilsicherung, Gefahr des Auseinanderziehens der Gruppe, kein Schutz bei unvorhergesehenen Schwierigkeiten

Zusammenfassung: Sinnvolles und effizientes Sichern auf Hochtour

Die Wahl der richtigen Sicherungstechnik auf Hochtour ist entscheidend für die Sicherheit der Seilschaft. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

  • Im Absturzgelände mit Gletscherseilschaftsabständen oder mit Schlappseil unterwegs zu sein (Ausnahme: Sprungseil) ist ein klares "No-Go".
  • Empfehlenswerte Techniken für klassisches Hochtourengelände sind oft: das gleitende Seil (mit oder ohne Zwischensicherung), das Sprungseil und das Sichern vom Fixpunkt (eventuell mit verkürztem Seil).
  • Techniken wie reiner Seiltransport, das Gehen am kurzen Seil oder seilfreies Gehen sollten nur sehr überlegt eingesetzt werden.
  • Die meisten hier beschriebenen Techniken eignen sich nur für Zweier- oder Dreierseilschaften; größere Gruppen sollten lang anhaltendes Absturzgelände meiden.
  • Die gesamte Gruppe muss sich über ihr akzeptiertes Restrisiko und die gewählten Sicherungstechniken einig sein.
  • Entscheidungskriterien für die Wahl der Sicherung sind stets: die Geländesteilheit und -ausgesetztheit, die aktuellen Verhältnisse (Schnee, Eis, Fels), das persönliche Können und die Tagesform jedes Einzelnen sowie äußere Einflüsse wie Wetter oder Zeitdruck.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann ist das gleichzeitige Gehen am Seil gefährlich?
Das gleichzeitige Gehen am Seil mit langen Abständen oder Schlappseil ist in absturzgefährdetem Gelände extrem gefährlich. Stürzt der Seilerste, nimmt er zu viel Fahrt auf, bevor das Seil straff wird, und reißt die gesamte Seilschaft unweigerlich mit. Es sollte nur auf flachen Gletschern zur Spaltensturzsicherung angewendet werden.
Warum ist Seiltransport anders als Sichern am kurzen Seil?
Beim reinen Seiltransport ist man zwar angeseilt, aber das Seil hat keine Sicherungsfunktion bei einem Sturz; es dient lediglich dazu, das Seil bei sich zu tragen, um es bei Bedarf schnell für eine echte Sicherung nutzen zu können. Beim Sichern am kurzen Seil hingegen hat das Seil eine aktive Sicherungsfunktion, wobei der Führer einen Stolperer des Geführten sofort im Ansatz halten muss. Der Übergang zwischen beiden ist fließend und erfordert klare Kommunikation und Bewusstsein über die aktuelle Funktion des Seils.
Sollte ich mich auf Hochtour immer anseilen?
Nicht zwingend. Die Entscheidung hängt von Gelände, Verhältnissen und dem Können des Teams ab. In sehr leichtem, übersichtlichem Gelände ohne Spalten- oder Absturzgefahr kann seilfreies Gehen sinnvoll sein, um die Effizienz zu erhöhen und individuelle Risiken zu minimieren. Bei der geringsten Unsicherheit oder dem Übergang in komplexeres Terrain ist das Anseilen jedoch unerlässlich.
Was sind die häufigsten Unfallursachen auf Hochtouren?
Laut DAV-Unfallstatistik sind die häufigsten Todesursachen auf Hochtouren ungesicherter Absturz und das Mitreißen von Seilpartnern. Ungesicherte Spaltenstürze spielen eine untergeordnete Rolle, was die Bedeutung der Absturzsicherung in steilem Gelände unterstreicht.

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