Wie werden Muslime vereint?

Salat im Islam: Gebet als Weg zur Einheit

01/11/2024

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In den heutigen Medien spielen der Islam und die Muslime oft eine prominente Rolle, leider jedoch häufig verbunden mit Missverständnissen und der Darstellung als fanatisch oder extrem. Dabei befolgen Muslime lediglich die fundamentalen Glaubensgrundlagen ihrer Religion. Oft werden verbreitete Informationen ungenau oder unzureichend erklärt, wodurch Grundprinzipien und Säulen des Islam seltsame Assoziationen hervorrufen, obwohl sie in Wirklichkeit tiefgründige gottesdienstliche Handlungen sind, die Frömmigkeit und Gottesbewusstsein kennzeichnen. Muslime bezeugen mit Überzeugung, dass es keinen gibt, der anbetungswürdig ist, außer Gott Alleine. Sie glauben, dass Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sein Gesandter ist. Sie fasten, geben Almosen und verrichten einmal im Leben die Pilgerreise, wenn sie dazu in der Lage sind. Ein zentraler Aspekt ihres Glaubenslebens ist das Gebet, das Muslime fünfmal am Tag verrichten.

Wie oft wird das Gebet im Islam verrichtet?
Das Gebet im Islam wird fünfmal am Tag verrichtet, zu bestimmten Gebetszeiten. Vor dem Gebet muss eine rituelle Reinigung, die Gebetswaschung oder 'Wudu', durchgeführt werden. Es ist ein zentraler Bestandteil des religiösen Lebens eines Muslims.
Inhaltsverzeichnis

Salat und Dua: Zwei Formen der Kommunikation mit Gott

Wenn manche Menschen hören, dass Muslime fünfmal täglich beten, erheben sie erschrocken die Hände und wundern sich über den Zeitaufwand und wie dies in einen 24-Stunden-Zeitraum passen kann. Andere, die es gewohnt sind, auf ihre eigene Weise mit Gott zu kommunizieren, hinterfragen eher die Regeln und Vorschriften, die mit dem Gebet im Islam verbunden sind. „Gott ist doch immer erreichbar, zu jeder Zeit“, so lautet oft der Einwand. Nach muslimischem Glauben ist dies korrekt. Gott ist jederzeit und an jedem Ort erreichbar. Muslime rufen Gott regelmäßig bei Tag und bei Nacht an, sie heben ihre Hände zum Bittgebet und bitten Ihn um Hilfe, Gnade und Vergebung. Dies wird jedoch nicht als das formelle Gebet bezeichnet, sondern als Dua (Bittgebet). Es ähnelt dem christlichen Gebet, in dem man Gott ruft, um Hilfe bittet und Seine Größe lobpreist.

Für Muslime besteht ein Gebet, das sogenannte Salat, aus einer Reihe ritueller Bewegungen und Worten, die zu festen Zeiten des Tages und der Nacht verrichtet werden. Gott sagt im Qur’an: „Wahrlich das Gebet zu bestimmten Zeiten ist für die Gläubigen eine Pflicht.“ (Quran 4:103). Muslime beten am frühen Morgen vor Sonnenaufgang, in der Mitte des Tages, am Nachmittag, bei Sonnenuntergang und am Abend.

Salat vs. Dua: Ein Vergleich

MerkmalSalat (Formelles Gebet)Dua (Bittgebet)
ArtRituelle Bewegungen und WorteFreie Anrufung Gottes
ZeitpunktFünf feste Zeiten pro TagJederzeit und überall möglich
SprachePrimär Arabisch (feste Formeln)Jede Sprache möglich
ZweckGehorsam gegenüber Gott, Erinnerung, spirituelle ReinigungHilfe, Gnade, Vergebung erbitten, Lobpreis
VerpflichtungPflicht für GläubigeEmpfohlen, aber nicht rituell verpflichtend

Die Bedeutung und der Zweck des täglichen Gebets

Muslime beten in Gehorsamkeit Gott gegenüber, weil sie glauben, dass Gott die Menschheit geschaffen hat, um Ihm zu dienen. „Und Ich habe die Ginn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen (sollen).“ (Quran 51:56). Folglich ist für einen Gläubigen der Gottesdienst eine Lebensweise. Das Gebet zu festen Zeiten dient als ständige Erinnerung daran, warum wir hier sind, und hilft der Person dabei, ihre Gedanken und Taten von der Sünde abzukehren und zum Gedenken Gottes zu lenken.

Der Prophet Muhammad betonte die Wichtigkeit des Gebets, als er seine Fähigkeit zur Sündenbereinigung erklärte. Er sagte: „Was würdest du denken, wenn es vor der Tür eines jeden von euch einen Fluss gäbe, und er badete darin fünfmal am Tag, würde er dann noch irgendwelche Spuren von Schmutz an sich haben?“ Sie sagten: „Nein, keine Spuren von Schmutz würden an ihm bleiben.“ Er sagte: „So ist es mit den fünf täglichen Gebeten, durch die Gott Sünden streicht.“ Das Gebet ist somit eine Quelle der spirituellen Reinigung und Erneuerung.

Die einzigartige Auferlegung und der immense Lohn des Gebets

Das Gebet ist nur eine von vielen gottesdienstlichen Handlungen, allerdings hat es eine besondere Stellung im Islam aufgrund der Art, wie es auferlegt wurde. Es wurde nicht durch einen Engel auf die Erde herabgebracht, sondern dem Propheten Muhammad während seiner einzigartigen Himmelfahrt zuteil. Ursprünglich wurden den Gläubigen fünfzig Gebete auferlegt, doch diese wurden schließlich auf fünf reduziert, während der Lohn für die Gebete so groß bleibt, als wären es immer noch fünfzig. Diese Reduzierung zeigt die immense Liebe Gottes für die Menschheit; ein paar Minuten am Tag werden belohnt, als wären sie kontinuierlicher Gottesdienst über einen viel längeren Zeitraum.

Einheit in Bewegung und Wort: Wie Muslime beten

Muslime beten fünfmal am Tag. Wenn möglich, sollten Männer in einer Moschee oder einer Gruppe von Männern beten. Frauen haben die Möglichkeit, zu Hause zu beten. Die Gläubigen stehen alleine oder umringt von anderen, sie stehen in ihren Heimen und Arbeitsplätzen, den Parkanlagen und den Moscheen. Sie stehen, verbeugen sich, werfen sich nieder und sitzen. Ihre Stimmen sind manchmal erhoben und manchmal leise, doch die Worte bleiben dieselben. Wenn ein Muslim betet, wenden sie sich in arabischer Sprache an Gott und verwenden dieselben Worte und machen dieselben Bewegungen, wie jeder andere Muslim auf der Welt. Muslime werden durch die Rituale und die Sprache des Gebets vereint.

Zum Gebet richten sich die Muslime in Richtung Mekka in Saudi-Arabien, wo sich das Heilige Haus Gottes, die Kaaba, befindet. Wenn jemand krank oder verletzt ist, ist es möglich, im Sitzen oder sogar im Liegen zu beten. Der Gebetsführer, als Imam bekannt, ist kein Zwischenhändler zwischen den Menschen und Gott; er ist einfach derjenige, der am meisten vom Qur’an auswendig gelernt hat. Frauen können ebenfalls mit einer Gemeinschaft von Frauen beten. Wenn Muslime zusammen beten, stehen sie Schulter an Schulter zusammen. Ihre Nähe zueinander zeigt ihre Einheit. Keiner ist besser als der andere, außer durch seine oder ihre Gottesfurcht.

Könige stehen neben Armen, Weiße stehen neben Schwarzen, Araber stehen neben Europäern. Diese Haltung symbolisiert die absolute Gleichheit aller Menschen vor Gott, eine tiefgreifende Botschaft der Einheit und Brüderlichkeit, die durch das gemeinsame Gebet zum Ausdruck kommt.

Die Rituale des Gebets: Schritt für Schritt erklärt

Die Gläubigen erheben ihre Hände auf die Höhe ihrer Ohren und sagen: „Allahu Akbar“, was bedeutet: „Gott ist der Größte“. Dies zeigt an, dass das Gebet angefangen hat und dass alle Angelegenheiten, die mit dieser Welt verbunden sind, weit zurückgelassen werden. Die Verbindung ist hergestellt, und in den wenigen Minuten, die das Gebet dauert, steht jede Person in voller Ergebenheit vor Gott. Interessanterweise ist das arabische Wort für Gebet, Salat, eng mit der Bedeutung „sich verbinden“ verwandt.

Danach rezitieren die Muslime das eröffnende Kapitel des Qur’an (Al-Fatiha) und manchmal noch ein weiteres Kapitel vom Qur’an. Anschließend führen sie einige rituelle Bewegungen durch: Sie verbeugen sich (Ruku‘) und werfen sich nieder (Sujud), dabei lobpreisen sie Gottes Größe, Herrlichkeit und Majestät. In der Niederwerfung, wenn die Stirn den Boden berührt, ist der Gläubige Gott am nächsten. Es gibt hier die Gelegenheit, Bittgebete zu sprechen, Gott um Hilfe, Gnade oder Vergebung zu bitten – dies kann man in jeder Sprache tun, da es sich hier um Dua handelt, das in diesem Moment des Gebets erlaubt ist.

Am Ende des Gebets sitzen die Muslime und lobpreisen Gott und bitten Ihn, die Propheten Muhammad und Abraham zu segnen. Das Gebet wird mit den Worten „As salamu alaikum wa Rahmatullah“ (Mögen Gottes Frieden und Segen mit dir sein) beendet, dabei wendet man den Kopf nach rechts und dann werden die Worte wiederholt und der Kopf wird nach links gewendet.

Die innere Ruhe des Gebets: Eine Verbindung, die tröstet

Das Gebet ist nun vorbei, und die Welt kehrt zurück. Für diese wenigen Minuten aber war der Gläubige allein mit Gott. Egal, ob er oder sie allein oder in einer Gemeinschaft gebetet hat, die Verbindung bestand zwischen Gott und dem Einzelnen. Es war ein Augenblick der Glückseligkeit, des Friedens und der Ruhe. Das Gebet ist eine ständige Erinnerung und ein tiefer Trost. Jede Stunde eines jeden Tages, irgendwo auf der Welt, verrichtet gerade ein Muslim sein Gebet.

Der Gläubige sucht den Trost, der von dem Gefühl kommt, Gott nahe zu sein, den Frieden, der von dem Gefühl kommt, Gottes Liebe und Gnade zu spüren, und die Gelassenheit, die von der Gewissheit kommt, dass Gott wirklich ist und immer präsent. Diese regelmäßigen Momente der Hingabe stärken das Gottesbewusstsein und leiten den Muslim durch seinen Alltag, indem sie ihm eine feste Verankerung und einen immerwährenden Quell der inneren Stärke bieten.

Häufig gestellte Fragen zum muslimischen Gebet

Muss man immer in einer Moschee beten?
Männern wird empfohlen, wenn möglich in einer Moschee oder in einer Gruppe zu beten, aber es ist nicht zwingend erforderlich. Frauen haben die Möglichkeit, zu Hause zu beten. Muslime können grundsätzlich an jedem reinen Ort beten.
Muss man Arabisch sprechen, um zu beten?
Für das rituelle Gebet (Salat) werden feste arabische Formeln und Qur’an-Verse verwendet, die auf Arabisch rezitiert werden. Während der Niederwerfung oder nach dem Gebet kann man jedoch persönliche Bittgebete (Dua) in jeder beliebigen Sprache sprechen.
Was ist die Kaaba und warum betet man in ihre Richtung?
Die Kaaba ist das Heilige Haus Gottes in Mekka, Saudi-Arabien. Sie ist die Gebetsrichtung (Qibla) für Muslime weltweit und symbolisiert die Einheit der muslimischen Gemeinschaft, die sich alle in dieselbe Richtung wendet, um Gott anzubeten.
Wer ist ein Imam?
Ein Imam ist der Gebetsführer. Er ist kein Zwischenhändler zwischen den Menschen und Gott, sondern einfach die Person, die am meisten vom Qur’an auswendig gelernt hat und die Gebetsrituale am besten kennt, um die Gemeinschaft zu leiten.
Was bedeutet "Allahu Akbar"?
"Allahu Akbar" bedeutet "Gott ist der Größte". Es ist eine zentrale Phrase im Islam und wird zu Beginn des Gebets gesprochen, um die Loslösung von weltlichen Angelegenheiten und die volle Hinwendung zu Gott zu signalisieren.

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