Wie kann ich die Gebetszeiten sehen?

Das Gebet im Islam: Ein Weg zur Nähe Allahs

30/10/2022

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Das Gebet, im Islam als Salah bekannt, ist weit mehr als nur eine rituelle Handlung; es ist die tragende Säule des Glaubens, eine direkte Verbindung zwischen dem Gläubigen und seinem Schöpfer, Allah (swt). Es ist ein Moment der Besinnung, der Dankbarkeit und der Demut, der den Alltag strukturiert und dem Herzen Ruhe schenkt. Im Islam nimmt das Gebet eine überragende Stellung ein, da es nicht nur eine Vorschrift ist, sondern eine Quelle der spirituellen Erneuerung und des inneren Friedens. Es erinnert den Muslim ständig an seine Pflichten gegenüber Allah und dient als Schutzschild vor weltlichen Ablenkungen und Sünden.

Wie kann ich die Gebetszeiten sehen?
Inhaltsverzeichnis

Die zentrale Rolle des Gebets im Islam

Im Herzen des islamischen Glaubens steht das Gebet als eine der fundamentalsten Säulen. Es ist ein Akt der Hingabe und des Gedenkens an Allah, der dem Leben eines Muslims Struktur und Sinn verleiht. Der Heilige Quran macht unmissverständlich klar, dass das Gebet zu bestimmten Zeiten zu verrichten ist, wie es in Sure 4, Vers 103 heißt: „… Denn das Gebet ist den Gläubigen für jede bestimmte Zeit vorgeschrieben.“ Diese Vorschrift bezieht sich primär auf die Pflichtgebete, die jeder Muslim zu bestimmten Zeiten des Tages verrichten muss. Doch die Bedeutung des Gebets geht weit über die bloße Erfüllung einer Pflicht hinaus; es ist eine spirituelle Reise, die den Gläubigen näher zu seinem Herrn bringt.

Pflichtgebete: Die Säulen des Glaubens

Zu den Pflichtgebeten, die zu festen Zeiten verrichtet werden müssen, gehören die fünf täglichen Gebete: das Morgengebet (Fajr), das Mittagsgebet (Zuhr), das Nachmittagsgebet (Asr), das Abendgebet (Maghrib) und das Spätabendgebet (Ischa). Diese Gebete sind die Eckpfeiler des Tages eines Muslims. Darüber hinaus gibt es weitere Pflichtgebete wie das Naturphänomengebet (Salat-al-Ayat), das Gebet nach dem siebenmaligen Umrunden der Ka’aba (Tawaf) und das Totengebet (Salat al-Mayyit). Selbst für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder körperlicher Einschränkung nicht stehen können, gibt es Sonderregeln, die es ihnen ermöglichen, ihr Gebet im Sitzen oder sogar im Liegen zu verrichten. Dies unterstreicht die Barmherzigkeit und Zugänglichkeit des Islams, der die Anbetung unter allen Umständen ermöglicht.

Die spirituelle Dimension des Gebets

Dem Gebet wird im Islam eine sehr hohe Rolle zugeschrieben, denn dadurch fühlen wir uns Allah (swt) näher. Es ist ein Akt der Kommunikation, des Flehens und des Lobpreises. Es ist wichtig zu verstehen, dass Allah (swt) unsere Gebete nicht nötig hat; vielmehr sind wir es, die das Gebet und Allahs Barmherzigkeit benötigen. Unser letzter Prophet Abul-Qassim (Mohammad ibn Abdullah) (ص) sagte: „Ich bin bekümmert über jenen, der nicht betet, wie Gott es ihm geboten hat!“ Dies verdeutlicht die immense Wichtigkeit, die dem Gebet beigemessen wird. Es ist ein Zeichen der Gottergebenheit und der Anerkennung der Herrschaft Allahs.

Neben den Pflichtgebeten gibt es auch freiwillige Gebete, die man aus tiefer Liebe zu Allah verrichtet. Dazu gehören das Gedenken an die Namen Allahs (dhikr) wie „laa ilaaha illallaah, subhanallah, alhamdulillah, allahu akbar“ und natürlich auch das Bittgebet (Dua). Der Heilige Quran enthält viele Verse über das Aufsagen von Bittgebeten, die uns ermutigen, unsere Bedürfnisse und Wünsche direkt an Allah zu richten. So heißt es in Sure 2, Vers 45: „Bittet um Hilfe in Geduld und im Gebet; dies ist schwer zu erfüllen; nur nicht für die Demütigen.“ Und in Sure 40, Vers 60: „Euer Herr spricht: Rufet mich an, und ich will euch erhören! Die aber, welche zu stolz sind, um Mich zu verehren, sollen schmachbedeckt in die Hölle eintreten.“ Diese Verse unterstreichen die große Bedeutung, Allah anzubeten und Ihn um etwas zu bitten, und warnen vor Hochmut.

Ein besonders eindringlicher Vers (Sure 74, Vers 42) lässt uns wissen, dass die Bewohner der Hölle antworten werden, wenn man sie nach dem Grund ihres Verweilens dort fragt: „Der Grund dafür ist der, dass wir nicht beteten.“ Dies zeigt, wie entscheidend das Gebet für das ewige Heil ist. Es ist jedoch nicht nur das bloße Aufsagen der Worte, das zählt. Das Gebet muss mit Demut und Aufrichtigkeit verrichtet werden. Allah (swt) spricht im edlen Quran: „Wehe dem Betenden, der sich Gottes nicht bewusst ist!“ Damit ist gemeint, dass wir das Gebet mit vollem Bewusstsein und in aller Gottergebenheit verrichten sollen. Überlieferungen der reinen Familie des Propheten (der Friede sei mit ihnen) lehren uns, dass jedes Gebet so verrichtet werden soll, als wäre es das letzte in unserem Leben. Das Gebet hält uns auch von schlechten Einflüssen und verbotenen Handlungen fern, wie es in Sure 29, Vers 45 steht: „Das Gebet hält den Menschen von hässlichem, unwürdigem Tun fern.“

Freiwillige Gebete: Eine Brücke zu Allah

Neben den obligatorischen Gebeten gibt es im Islam zahlreiche freiwillige Gebete, die als „Nafilah“-Gebete bekannt sind. Diese Gebete sind eine Möglichkeit für den Gläubigen, seine Hingabe zu vertiefen und zusätzliche Belohnungen von Allah zu erhalten. Sie sind nicht verpflichtend, aber ihre Verrichtung wird dringend empfohlen (Mustahab) und bringt große spirituelle Vorteile. Die Nafilah-Gebete sind oft an die täglichen Pflichtgebete gekoppelt und können vor oder nach diesen verrichtet werden, um die Lücken in der Anbetung zu füllen und die Beziehung zu Allah zu stärken.

Die Nafilah-Gebete: Ergänzung der täglichen Gebete

Die Nafilah-Gebete sind wie folgt aufgeteilt und ergänzen die täglichen Pflichtgebete:

GebetAnzahl der Raka’atsZeitpunkt der Verrichtung
Abendgebet (Maghrib)4 Raka’atsNach dem Pflichtgebet
Spätabendgebet (Ischa)2 Raka’atsNach dem Pflichtgebet, am besten direkt im Anschluss
Nachtgebet (Salat-al-Lail)11 Raka’atsZwischen Mitternacht und Adhan des Frühgebets, empfohlen so nah wie möglich vor dem Frühgebet
Frühgebet (Fajr)2 Raka’atsVor dem Pflichtgebet (nach Salat-al-Lail)
Mittagsgebet (Zuhr)8 Raka’atsVor dem Pflichtgebet
Nachmittagsgebet (Asr)8 Raka’atsVor dem Pflichtgebet

Es ist wichtig zu beachten, dass, wenn man die Nafila-Gebete nach dem eigentlichen Zeitpunkt verrichten möchte, dies ohne die Absicht eines Nachholgebets (Qada) geschehen sollte. Die Nafilah-Gebete werden in der Regel als zwei Raka’at Gebete verrichtet. Man kann sie auch im Sitzen verrichten; dabei zählen zwei Raka’at im Sitzen als eine Raka’ah im Stehen. Zum Beispiel würden 8 Raka’ats im Sitzen als 4 Raka’ats gezählt. Das Nafila-Gebet nach dem Spätabendgebet (Ischa) wird sogar empfohlen, im Sitzen verrichtet zu werden.

Salat-ul-Lail: Das Nachtgebet – Eine besondere Hingabe

Das Salat-al-Lail, das Nachtgebet, nimmt eine besonders herausragende Stellung unter den freiwilligen Gebeten ein. Es ist ein Zeugnis tiefer Hingabe und ein Zeichen der Liebe zu Allah, da es in einer Zeit verrichtet wird, in der die meisten Menschen schlafen. Es ist eine Gelegenheit, in der Stille der Nacht eine intime Verbindung mit dem Schöpfer aufzubauen und Seine Barmherzigkeit zu erflehen.

Die Bedeutung des Nachtgebets in Quran und Hadith

Der Heilige Quran hebt die Bedeutung des Nachtgebets mehrfach hervor:

  • In Sure 76, Verse 25-26, heißt es: „Und gedenke des Namens deines Herrn des Morgens und des Abends und einen Teil der Nacht. Und bete zu Ihm und preise Ihn einen großen Teil der Nacht hindurch.“
  • Sure 51, Verse 15-17, beschreibt die Gläubigen: „Die Gläubigen aber werden in Gärten und bei Wasserquellen weilen und empfangen, was immer ihnen ihr Herr gibt, dieweil sie vordem rechtschaffen gewesen waren. Sie schliefen nur einen kleinen Teil der Nacht.“
  • Sure 17, Vers 79, ermutigt: „Bringe einen Teil der Nacht wach im Gebet zu, als gute Tat, die über das Gesetz hinausgeht. Vielleicht wird dich dein Herr so einst zu einer ehrenvollen Stellung erheben.“

Auch die Überlieferungen des Propheten (ص) und seiner reinen Familie (Ahl-ul-Bayt, a.s.) betonen die immense Bedeutung des Nachtgebets:

  • Imam Jaafar as-Sadiq (ع) sagte: „Die Freude Allahs (swt) liegt im Salat-al-lail!“ Er fügte hinzu: „Allah (swt) – der Vortreffliche und der Größte sagte, dass der Wohlstand und die Kinder die Verschönerung für das Diesseits sind und sicher sind die 8 Raka’at (des Nachtgebets), die ein Diener (Allahs), am Ende der Nacht durchführt, eine Verschönerung des Jenseits (für das nächste Leben).“
  • Der edle Prophet (ص) sagte: „Drei Dinge beschert dem Herzen eines Gläubigen Fröhlichkeit: a) Besuchen seiner (Glaubens-)Brüder in Vertrauen, b) das Fastenbrechen, c) das Aufwachen im späteren Teil der Nacht um Salat-al-lail zu beten.“
  • Imam Jaafar as-Sadiq (ع) sagte ebenfalls: „Die Ehre und Größe eines Gläubigen liegt in seinen Gebeten in der Nacht.“
  • Imam Ali, der Fürst der Gläubigen (ع), sagte: „Das Aufstehen in der Nacht ist gesund für den Körper.“
  • Der edle Prophet Mohammad (ص) sagte: „Wenn der Diener Allahs sich in der Mitte der Nacht an seinem Gebieter (Allah swt) wendet, und zu Ihm flüstert (betet), Allah errichtet ihm ein Licht in sein Herz … dann sagte Er den Engeln: O, meine Engel, guckt auf Meinen Diener. Er wendet sich in der Mitte der Nacht an Mich wo die Falschen spielen und die Achtlosen schlafen, vergiss nicht, dass Ich ihm verziehen habe.“
  • Der Prophet (ص) sagte ebenfalls: „Wer auch immer die Möglichkeit hat das Nachtgebet (Salat-al-lail) zu rezitieren (zu beten), egal ob ein männlicher Diener oder eine weibliche Dienerin, und er oder sie beten Allah aufrichtig an, machen eine korrekte Gebetswaschung (Wudhu‘), beten zu Allah mit einer wahren Absicht, einem aufrichtigen Herzen, einem bescheidenen Körper und mit tränengefüllten Augen, Allah setzt hinter ihnen neun Reihen von Engeln. Die Zahl an Engeln kann, außer von Allah, nicht gezählt werden. Eine Seite jeder Reihe ist im Osten und die andere ist im Westen. Dann, wenn er sein Gebet durchführt, erhält er die Belohnung von allen Engeln in den Reihen.“

Ein bemerkenswerter Vorfall, der die tiefere Bedeutung des Nachtgebets beleuchtet, ist die Antwort von Imam Ali (ع) an einen Mann, der sagte: „Ich versäumte es die Möglichkeit zum Nachtgebet zu nutzen.“ Darauf antwortete Imam Ali (ع): „Deine Sünden haben dich daran gehindert.“ Dies macht deutlich, dass unsere Sünden uns daran hindern können, diese gesegnete Handlung auszuführen. Wenn man sich vornimmt, zum Nachtgebet aufzuwachen und es dann doch nicht schafft, könnte dies ein Hinweis auf die Last der Sünden sein. Es sei angemerkt, dass für die Ma’sumeen (Sündenlose), wie der Prophet (ص) und seine reine Familie (Ahl-ul-Bayt, a.s.), das Nachtgebet sogar eine Pflicht war.

Wie kann ich die Gebetszeiten sehen?
Sie können auch folgende Methoden verwenden, um die Gebetszeiten sowie die Gebetsrichtung über Ihr Mobiltelefon zu ermitteln: Auf iPhones können Sie die App „ al Qibla „ nutzen.

Struktur und Durchführung des Salat-al-Lail

Das Nachtgebet besteht aus insgesamt 11 Gebetsabschnitten (Raka’at), die jedoch in drei Teile unterteilt sind. Es wird empfohlen, es wie folgt zu beten:

  1. Die ersten 8 Raka’ats als Nafila-Gebet „Salat-al-Lail“, verrichtet in Form von vier Zweier-Raka’at-Gebeten.
  2. Danach 2 Raka’ats mit der Absicht, das „Schafa’a“-Gebet zu beten. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass kein Dua Qunut rezitiert werden darf.
  3. Zuletzt 1 Raka’at mit der Absicht, das „Salat-al-Witr“-Gebet zu beten. In dieser Raka’at ist das Dua Qunut ein unerlässlicher Bestandteil.

Im Mafatih-ul-Jinaan wird die Durchführung des Salat-al-Lail detailliert beschrieben:

Die ersten 8 Raka’ats (Nafila-Gebet):

Diese werden als vier separate Zweier-Raka’at-Gebete verrichtet. In der ersten Raka’at jedes dieser Gebete sollte nach der Sure al-Fatiha die Sure al-Ikhlas (Sure 112) rezitiert werden, und in der zweiten Raka’at die Sure al-Kafirun (Sure 109). In der zweiten Raka’at ist das Dua Qunut empfohlen, welches aus einem Salawat (Allahumma salli ’alaa Muhammad wa Aali Muhammad) oder dreimaligem Rezitieren von Subhanallah bestehen kann. In den restlichen Raka’at kann nach der al-Fatiha eine beliebige kleine Sure rezitiert werden.

Das Schafa’a-Gebet (2 Raka’ats):

In der ersten Raka’at nach der al-Fatiha sollte die Sure an-Nas (Sure 114) rezitiert werden, und in der zweiten Raka’at nach al-Fatiha die Sure al-Falaq (Sure 113). Wie bereits erwähnt, ist es entscheidend, in diesem Gebet kein Dua Qunut zu rezitieren.

Das Salat-al-Witr (1 Raka’at):

Dies ist die letzte und einzelne Raka’ah des Nachtgebets. Hier ist es empfohlen, nach der al-Fatiha dreimal die Sure al-Ikhlas (Sure 112), einmal die Sure al-Falaq (Sure 113) und einmal die Sure an-Nas (Sure 114) zu rezitieren. Anschließend folgt das umfangreiche Dua Qunut, das man auch in seiner eigenen Sprache sprechen kann, obwohl das arabische Original empfohlen wird.

Das Dua Qunut im Salat-al-Witr: Ein Gebet der Vergebung

Das Dua Qunut im Salat-al-Witr ist ein Moment intensiver Bitte und Vergebung. Hier ist eine kürzere Version des empfohlenen Dua Qunut:

„Bismillahi-r-Rahmani-r-Raheem (Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen)
Laa ilaaha il-Allahul-haleemul-Kareem (Es gibt keinen Gott außer Allah, Dem Geduldigen, dem Großzügigen)
Laa ilaaha il-Allahul-’aliyul-’adheem (es gibt keinen Gott außer Allah, dem Hohen, dem Allmächtigen)
Subhanallahi rabba-s-samawati-s-sab’ (Gepriesen sei Allah, Herr der sieben Himmel)
Wa Rabbil-ardheena-s-sab’ (Und Herr der sieben Erden)
Wa maa feehin-na wa maa bayna hun-na (Und was immer in ihnen und zwischen ihnen ist)
Wa maa fauqa hun-na wa maa tahtaa hun-na (und über und unter ihnen)
Rabbul ’arshil-adheem (Herr des mächtigen Thrones)
Wa salamun ’alal mursaleen (Friede sei mit den Gesandten)
Wal-hamdulillahi Rabbil-’aalameen (Aller Lob gebührt Allah, dem Herrn aller Welten)
Was-salallahu ’alaa Muhammadin wa Aalihit-tahireen (Oh Allah, segne Muhammad und seine reine Familie)“

Nach diesem Teil des Dua bittet man 70 Mal um Vergebung:

70 x „Astaghfirullaha Rabbi wa atu bu-ileyh (Ich frage um die Vergebung Allahs, meines Herrn, und wende mich ihm zu)“

Danach bittet man 40 Mal um Vergebung für vierzig gläubige (Mu’mineen) Männer und Frauen, seien sie am Leben oder nicht, indem man sagt:

40 x „Allahumma-ghfirli __________” (Oh Allah, vergib __________).
Die freigelassene Lücke wird durch den Namen des Gläubigen ergänzt, für den man um Vergebung bitten möchte. Es ist wichtig, nicht nur Verwandte und Freunde zu nennen, sondern auch Gelehrte (Ulema), die ihr Leben dem Islam gewidmet haben. Sollte man nicht vierzig Gläubige nennen können, so spricht man so viele wie möglich und fügt dann hinzu: „Allahummagh-firlil Mu’mineena-wal-Mu’minaat“ (Oh Allah, vergib allen weiblichen und männlichen Gläubigen).

Hiernach rezitiert man:

„Asgahfirullahal-ladhee Laa ilaaha illa huwal hayyul-qayyum. Li jami’iz-dhulmi wa jurmi wa israafi ’alaa nafsi wa atu bu-ileyh“ (Ich frage um die Vergebung Allahs, der, außer dem es keinen Gott gibt, den ewig lebendigen, den fortdauernden, für all meine Unterdrückung und meine Sünden und den Exzessen meiner Seele und wende mich Ihm reuevoll zu.)

Anschließend rezitiert man 7 Mal:

7 x „Haadha maqaamul ’aaidhi-bika minan-naar“ (Dies ist die Stellung desjenigen, der Zuflucht zu DIR vor dem Feuer sucht)

Und 100 Mal:

100 x „Al-’afwa“ (Vergib mir)

Abschließend rezitiert man:

„Rabb-aghfirli war-hamni wa tub-’alayya Innaka antat-tawwaabur-raheem“ (Mein Herr, vergib mir und begnadige mich und wende Dich mir zu, sicher bist Du der Oft-Zurückwendende, der Barmherzige)

Hiermit ist das Dua Qunut beendet, und man setzt das Gebet wie gewohnt bis zum Ende fort. Insgesamt wurden nun 11 Raka’at gebetet und das Salat-al-Lail verrichtet.

Die Belohnung für das Nachtgebet

Das Nachtgebet ist eine der tugendhaftesten Handlungen im Islam und verspricht immense Belohnungen im Diesseits und im Jenseits. Es reinigt die Seele, stärkt den Charakter und bringt den Gläubigen Allah näher. Der Prophet (ص) sagte: „Sprecht jedes Gebet so, als wäre es euer letztes.“ (Bihar-ul-Anwar, vol. 69, s. 408). Dies gilt besonders für das Nachtgebet, das eine tiefe Reflexion und Hingabe erfordert.

Imam Ali (ع) beschreibt in Nahjul Balagha die Glückseligkeit derjenigen, die ihre Pflichten gegenüber ihrem Herrn erfüllen: „Wie glücklich ist jemand, der die Pflichten seinem Herrn gegenüber erfüllt. Gott ist sein Helfer und lobt sein Tun. Er zerdrückt wie ein Mühlstein die Sorgen und Leiden unter seinen beiden Flanken. Des Nachts flieht er vor dem Schlaf und bleibt wach. … Er gehört zu denen, denen die Sorge um den Tag der Rückkehr, den Schlaf aus den Augen raubt. Jene Schar, die sich von ihrem Bettlager erhebt und die ihre Lippen leise ihres Herrn gedenkend, bewegt. Sie sind die Partei Gottes. In der Tat! Sie sind die Geretteten.“

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Rolle spielt das Gebet im Islam?
Das Gebet ist eine zentrale Säule des Islam und eine direkte Verbindung zu Allah. Es dient der Erinnerung an Allah, der Danksagung, der Demut und dem Ersuchen um Vergebung. Es ist sowohl eine Pflicht als auch eine Quelle spiritueller Erneuerung, die den Gläubigen von Sünden abhält und ihm inneren Frieden schenkt.
Was sind Pflichtgebete im Islam?
Pflichtgebete sind die fünf täglichen Gebete (Fajr, Zuhr, Asr, Maghrib, Ischa), die zu bestimmten Zeiten verrichtet werden müssen. Dazu gehören auch spezielle Gebete wie Salat-al-Ayat (Naturphänomene), Tawaf (nach Ka'aba-Umrundung) und Salat al-Mayyit (Totenbegräbnis). Sie sind für jeden erwachsenen Muslim verpflichtend, mit Sonderregeln für Kranke oder körperlich Eingeschränkte.
Was sind Nafilah-Gebete?
Nafilah-Gebete sind freiwillige Gebete, die zusätzlich zu den Pflichtgebeten verrichtet werden. Sie dienen dazu, die Beziehung zu Allah zu vertiefen und zusätzliche Belohnungen zu erhalten. Sie sind oft an die Pflichtgebete gekoppelt und können vor oder nach diesen gebetet werden, wie die 4 Raka’ats vor oder nach Maghrib oder die 11 Raka’ats des Nachtgebets (Salat-al-Lail).
Was ist Salat-al-Lail und wann wird es gebetet?
Salat-al-Lail ist das freiwillige Nachtgebet, das aus 11 Raka’ats besteht. Es wird zwischen Mitternacht und dem Adhan (Gebetsaufruf) für das Frühgebet (Fajr) verrichtet. Es wird besonders empfohlen, es so nah wie möglich vor dem Frühgebet zu beten. Es ist ein Akt tiefer Hingabe und wird im Quran und in Hadithen stark empfohlen.
Warum ist das Gebet mit Demut so wichtig?
Das Gebet muss mit Bewusstsein und Demut verrichtet werden, da Allah nicht das sture Aufsagen von Worten annimmt. Der Quran warnt vor Betenden, die sich Gottes nicht bewusst sind. Nur wenn das Herz den Impuls gibt und man sich in aller Gottergebenheit Allah zuwendet, wird das Gebet angenommen und entfaltet seine reinigende Wirkung.

Fazit: Gebet als Lebenselixier

Das Gebet im Islam ist somit weit mehr als eine religiöse Pflicht; es ist ein Lebenselixier, das die Seele nährt, den Geist reinigt und den Gläubigen auf seinem Weg durch das Diesseits leitet. Ob Pflichtgebet oder freiwilliges Gebet wie das tiefgreifende Salat-al-Lail, jede Verbeugung und jedes Bittgebet ist ein Schritt näher zu Allah, eine Stärkung des Glaubens und eine Vorbereitung auf das ewige Leben. Es ist eine ständige Erinnerung daran, dass Allah der Allmächtige und Barmherzige ist und dass wir Ihn in jedem Moment unseres Lebens brauchen.

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